Actualia der DBG
12. Okt 2021 · Actualia · Tagungsbericht

Zell und Molekularbiologie der Grünalge Chlamydomonas reinhardtii

Für viele aus der Chlamydomonas-Community war die Zusammenkunft an der französischen Riviera die erste Präsenztagung seit eineinhalb Jahren. Foto: Oliver Vallon

250 Forschende diskutierten ihre neuesten Ergebnisse bei der International Conference on the Cell and Molecular Biology of Chlamydomonas. Der Kaiserlauterner Konferenz-Mitorganisator Prof. Dr. Michael Schroda gibt Einblick in die jüngsten Forschungsschwerpunkte und schildert, was den Teilnehmenden besonders gefiel.

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29. Sep 2021 · Actualia · DBG

Neue Gemeinsame Fachgruppe Synthetische Biologie wählt drei DBG-Mitglieder in ihren Beirat

Mehrere Fachgesellschaften haben in der Gemeinsamen Fachgruppe Synthetische Biologie im September ihren ersten Beirat gewählt, der sich für diese Forschungsdisziplin einsetzen wird. Synthetische Biologie hat unter anderem zum Ziel, einzelne Moleküle, Zellen, Organismen und biologische Systeme mit neuen Eigenschaften zu designen. Die gewählten DBG-Mitglieder werden dort ihre Expertise in den Pflanzenwissenschaften einbringen. Beiratsmitglied Prof Dr. Müller-Röber (Potsdam) nennt im Artikel seine Mitstreiter*innen, die Aufgaben und Ziele der neuen Fachgruppe sowie die Mitgestaltungsmöglichkeiten für unsere Mitglieder.

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29. Jun 2021 · DBG · Veranstaltung

Invited speakers: It's in your RNA - Hot Topic Workshop

The speakers invited to the Workshop It's in your RNA: Emerging new techniques to unravel transcriptional and post-transcriptional regulation in plants on a global scale (#DBGHotTop2021) are: 

  • Peter Brodersen (University of Copenhagen, DEN)
  • Yiliang Ding (John Innes Center, UK)
  • Koen Geuten (KU Leuven, BEL)
  • Sascha Laubinger (Oldenburg University, GER)
  • François Parcy (CNRS, FRA)
  • Romy Schmidt (Bielefeld University, GER)
  • Gordon Simpson (University of Dundee, UK)

Attendance to the first DBG's Eduard Strasburger HOT TOPIC Workshop is free and will be organised by Dr. Marlene Reichel and Dr. Elisabeth Fitzek for early career plant scientists at Bielefeld University (ZiF), Germany, 18 - 19 November 2021.

Details and registration will soon be possible under: www.dbghottopic2021.com

17. Jun 2021 · Actualia

Ausschreibung: Preis für die beste Veröffentlichung 2021

Der Vorstand der Wilhelm-Pfeffer-Stiftung der DBG bittet um Vorschläge für mögliche Kandidatinnen und Kandidaten für den diesjährigen Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung („Best-Paper-Preis“). Der Preis wird für herausragende Publikationen des Vorjahres vergeben, die aus einer Master-, Diplom- oder Promotionsarbeit hervorgegangen sind, und ist mit 1.000 Euro dotiert. Vorschlagsberechtigt sind exklusiv DBG-Mitglieder, auch Selbstvorschläge sind möglich.

Der/die Preisträger/-in und die ausgezeichnete Veröffentlichung werden an der Botanikertagung 2022 vorgestellt und die Arbeit auf der Website der DBG präsentiert. Bitte richten Sie Ihre Vorschläge mit den erforderlichen Unterlagen der Bewerber/-in bis zum 31. August 2021 in elektronischer Form an den Präsidenten der Stiftung, Professor Severin Sasso (severin.sasso @ uni-leipzig.de).  

Zu den Details

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20. Apr 2021 · Actualia · DBG

Jahresbericht des Deutschen Nationalkomitees Biologie (DNK)

Über die Aktivitäten der International Union of Biological Sciences (IUBS), in der die DBG über das DNK Mitglied ist, berichtet unser frühere Präsident, Prof. Dr. Karl-Josef Dietz, und führt detailliert aus:  

  • Neues Länder-Mitglied in der IUBS
  • Kommende General Assembly der IUBS ist für Ende 2022 oder Anfang 2023 im Japanischen Tokyo anvisiert
  • Mögliche Beteiligung der IUBS am Internationalen Jahr der Grundlagenforschung
  • Förderung der weltweiten Verbesserung der naturwissenschaftlichen und biologischen Bildung in Schulen und durch außerschulische Aktivitäten
  • IUBS-Tagungen und Workshops für die globale Community
  • Gendergerechtigkeit in der Biowissenschaft und ihren Institutionen wie der IUBS
  • Unterstützungsformate der IUBS für Tagungen und „seed funding“

Die kommende Mitgliederversammlung des DNK ist für Mitte des Jahres als online-Zusammenkunft geplant, wozu weitere Informationen folgen.

Details im Bericht (pdf)

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12. Mär 2021 · Actualia · Tagungsbericht

Molekularbiologie der Pflanzen 2021

Die mehr als 500 registrierten Teilnehmer*innen stammten aus über 40 Ländern und der Anteil männlicher wie weiblicher Teilnehmender war ausgeglichen. Grafik: Marcel Quint

Die 34. Tagung Molecular Biology of Plants (MBP2021) fand Pandemie-bedingt in diesem Jahr als eintägiges, virtuelles Symposium statt und nicht - wie gewohnt – in Präsenz im Bergischen Land in Dabringhausen. Bei einzelnen Vorträgen schalteten sich mehr als 300 Teilnehmende gleichzeitig dazu am 4. März zusammen, sodass die Tagung die internationalste in der Konferenzgeschichte wurde. Prof. Dr. Marcel Quint (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) berichtet welche Vorgehensweise und welche Beiträge das erste digitale Symposium zu einem erfolgreichen und wissenschaftlich adäquaten Ersatz der seit 1988 einmal jährlich stattfindenden Konferenz der Sektion Pflanzenphysiologie und Molekularbiologie (SPPMB) machte. Unterstützt wurde Quint vom Organisationsteam um die Professor*innen Ute Höcker (Universität zu Köln), Andreas Meyer (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) sowie Rüdiger Hell (Universität Heidelberg).

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21. Jan 2021 · Actualia · Nachwuchsförderung

Auszeichnungen für beste Master-Arbeiten verliehen

Die Preisträger*innen erhielten die Urkunden für ihre genetischen, physiologischen oder evolutionsbiologischen Forschungsarbeiten. Viele umfassten mehrere Disziplinen. Fotos: Preisträger*innen bzw. Kontaktpersonen an den Universitäten

Auch wenn  die Verleihungen und die Übergabe der Urkunden dieses Jahr Pandemie-bedingt auf Distanz und nicht bei Abschlussfeiern stattfanden, konnte die DBG wieder mehrere herausragende Master-Abschlussarbeiten in den Pflanzenwissenschaften auszeichnen. Die vielfältigen Arbeiten aus den 12 Hochschulen, von denen die DBG Mitteilungen erhielt, thematisierten: 

  • CAM-Photosynthese und physiologische Charakteristika
  • Pflanzenmerkmale und Attraktivität für bestäubende Insekten
  • wie eine Glykosilierung die Geißel-Bewegung beeinflusst
  • Evolution der RNA im Moos Physcomitrium patens
  • Tetrapyrrol-Synthese
  • in vivo-Analyse der Protein Translokation in Peroxisomen
  • physiologische Stressantwort in Synechocystis
  • neue Modellorganismen zur Erforschung der frühen Landpflanzen-Evolution
  • wie Genom-Duplikationen und wiederkehrende Hybridisierung die Artbildung beeinflusst
  • zwei neue Methoden: neu etabliertes optogenetisches System, Genom-Editierung mittels CRISPR/Cas9 in der Grünalge Volvox carteri
  • wie man kontinuierlich Wasserstoff produzieren könnte, wenn man verschiedene Organismen geschickt miteinander kombiniert.

Die DBG dank den Kontaktpersonen an den Universitäten, für Ihr Engagement bei der Auswahl der besten Master-Arbeiten des vergangenen Jahres, die in diesem Jahr mehrheitlich an weibliche Forschende verliehen wurden.

Zu den Titeln, Preisträger*innen, Bildern und Abstracts

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20. Jan 2021 · Actualia

Zeitschrift Plant Biology: neue Redaktionsleitung, Reviews und Open Access

Prof. Dr. Christiane Werner ist Editor-in-chief unserer Zeitschrift. Foto: privat

Seit Jahresbeginn ist Prof. Dr. Christiane Werner vom Lehrstuhl Ökosystem-Physiologie an der Universität Freiburg, neue editor-in-chief unserer wissenschaftlichen Zeitschrift Plant Biology. Werner war mehrere Jahre Co-Editorin und hat in dieser Zeit gemeinsam mit ihrem Vorgänger, Prof. Dr. Heinz Rennenberg, mehrere Formate und Ideen entwickelt, um die Zeitschrift weiter zu entwickeln: Die neuen kurzen Forschungs-Reviews eignen sich beispielsweise für PostDocs und andere Nachwuchskräfte, die ihr eigenes Thema bekannt machen und ihre Sichtbarkeit in der Wissenschaft erhöhen möchten. Ansprechpartner dafür ist Review-Editorin Dr. Susann Wicke (HU Berlin). Werner freut sich, dass sie Dank Rennenbergs herausragenden Arbeit ein gut etabliertes Journal weiterführen kann, dessen Impact Factor Rennenberg in den 17 Jahren seiner Redaktionsleitung nahezu verdoppelte. Die Plant Biology erhält jedes Jahr rund 800 Artikel-Einreichungen. Gemeinsam mit ihrem vielköpfigen Redaktionsausschuss möchte die neue Leiterin weitere Maßnahmen umsetzen, um die Sichtbarkeit des Journals zu erhöhen, wie etwa mehr Special Issues herauszugeben oder Hinweise in Twitter und anderen Sozialen Medien zu platzieren. Werner ist gespannt auf Artikel Forschungsergebnisse sowie Meinungsbeiträge aus der Pflanzenforschung, die Dank des sog. DEAL-Vertrags Open Access publiziert werden können, sofern der/die Erst-Autor*in von einer deutschen Wissenschaftseinrichtung stammt. Unterstützt wird Werner im Freiburger Redaktionsbüro von Annette Schlierenkamp.

Zur Zeitschrift Plant Biology

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01. Dez 2020 · Actualia · Tagungsbericht

UV4Plants Netzwerk-Treffen

An der Tagung der UV4Plants-Gesellschaft nahmen Forschende aus 30 Ländern und 4 Kontinenten teil, die sich über ihre Forschungsergebnisse zum Thema ultraviolette Strahlung und Pflanzen austauschten.

In der ersten virtuell abgehaltenen Tagung der International UV4Plants Association (UV4Plants Gesellschaft) thematisierten die Teilnehmenden sechs Schwerpunkte von der Messung und Auswirkung ultravioletter Strahlung auf Pflanzen, deren Anpassungs- und Schutzmechanismen bis hin zu Wahrnehmung und landwirtschaftlichen Anwendungen. Der wissenschaftliche Austausch gelang nicht nur über Vorträge, sondern auch mittels Poster-Präsentation und ausgiebige wissenschaftliche Diskussion. Das Organisationsteam um Prof. Wolfgang Bilger und Dr. Frauke Pescheck berichtet darüber hinaus von seinen Erfahrungen mit dem virtuellen Format: welche Technik sich für die Präsentation von Postern eignet und welche begleitenden Maßnahmen und welche Software dazu beitrugen, dass das Treffen zum Erfolg wurde. Weiterhin präsentieren sie eine Idee, die auch den Ausklang der Tagung in den Abendstunden netter machte.

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30. Nov 2020 · Actualia

Organisation Internationaler Botanik Kongress 2029

Die International Association for Botanical and Mycological Societies (IABMS) würde gerne den übernächsten Internationalen Botanik-Kongress in Europa abhalten und bitte daher um Interessensbekundungen:

Call for conference organisation of International Botanical Congress 2029
The Chair of the International Association for Botanical and Mycological Societies (IABMS), Patrick S. Herendeen, calls for letters of interest from individuals and professional societies who may be interested in organizing and hosting the International Botanical Congress (IBC) in 2029. The conference will take place every six years. The next International Botanical Congress will be held in Brazil in 2023 and the organisation would like that the subsequent conference is being hosted in Europe. The call for letters of interest can be found (https://www.iaptglobal.org/iabms-ibc-2029). They ask to receive letters of interest by 31st December 2020.

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09. Sep 2020 · DBG · Politik

Statement: Keine Nachweismethode für genomeditierte Nutzpflanzen

Die gentechnische Methode, mit der ein genetisch veränderter Raps erzeugt wurde, lässt sich nicht mit einer quantitativen Polymerasekettenreaktion (qPCR) nachweisen. Dies kann nicht so funktionieren, wie es ein kürzlich in der Zeitschrift Foods erschienener Artikel nahelegt1). Die im Foods-Artikel beschriebene Methode eignet sich lediglich für den Nachweis und die Quantifizierung einer spezifischen Punktmutation im Gen AHAS1C. Diese Mutation ist in der von der Firma Cibus entwickelten Raps-Sorte Falco enthalten, die resistent gegen Sulfonylharnstoff- und Imidazolinon-Herbizide ist. Die Methode weist also lediglich ein spezielles DNA-Muster in dieser Raps-Pflanze nach.

Die in der Zeitschrift erwähnte Methode eignet sich jedoch nicht, die Ursache der Punktmutation festzustellen, also ob sie durch die modernen Methoden der Genomeditierung entstand oder durch ungerichtete, zufällige Mutagenese etwa nach radioaktiver Bestrahlung. Somit steht auch keine Methode zur Verfügung, mit Genscheren erzeugte Nutzpflanzen durch eine quantitative Polymerasekettenreaktion (qPCR) nachzuweisen.

Es ist zudem keineswegs sicher, dass die untersuchten Rapslinien tatsächlich durch Genomeditierung mit Hilfe der Oligonukleotid-vermittelten Mutagenese (ODM) erzeugt wurden. Im Gegenteil ist vielmehr davon auszugehen, dass die Punktmutation in dem oben genannten Gen der Elternlinie BnALS-57 nicht durch ODM, sondern spontan während der Gewebekultur entstanden ist (somaklonale Variation), wie eine Studie nahelegt2).
 
Diese Methode ist somit ungeeignet, durch Genomeditierung erzeugtes Saatgut (im Sinne der EU Direktive 2001/18/EC) von nicht reguliertem Saatgut (also in der EU-Direktive ausgenommenen Verfahren wie Strahlungs- oder chemische Mutagenese) zu unterscheiden.

Eine Nachweismethode für die genetischen Veränderungen von Pflanzen, die mit den neuen Verfahren der Genom-Editerung entstanden sind, wäre die Voraussetzung um die oben erwähnte, vom EuGH erlassene Richtlinie umsetzen zu können. Demnach müssen die neuen Methoden wie die frühere Gentechnik reguliert werden, in der jedoch oft fremde Gene eingebracht wurden, die sich einfach nachweisen lassen.

Auch wenn der Foods-Artikel dies nahelegt, ist es weiterhin nicht möglich mit Genomeditierung erzeugte Nutzpflanzen von in der Natur zufällig mutierten oder durch radioaktive bzw. chemische Mutagenese entstandenen Pflanzen zu unterscheiden.   

Die DBG appelliert daher weiterhin an das Europäische Parlament und die Europäische Kommission, die bestehende europäische Richtlinie für die Präzisionszüchtung für Pflanzen, zu überarbeiten und wissenschaftliche Erkenntnisse über die Genomeditierung zu berücksichtigen.

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Prof. Dr. Andreas P.M. Weber (Biochemie der Pflanzen, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf),
Sprecher des Exzellenz-Clusters für Pflanzenforschung CEPLAS und
Präsident unserer Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG)


1) Chhalliyil et al. (2020): A Real-Time Quantitative PCR Method Specific for Detection and Quantification of the First Commercialized Genome-Edited Plant. Foods, 9, 1245

2) Novel Food Information - Cibus Canola Event 5715 (Imidazolinone and Sulfonylurea Herbicide Tolerant). https://www.canada.ca/en/health-canada/services/food-nutrition/genetically-modified-foods-other-novel-foods/approved-products/novel-food-information-cibus-canola-event-5715-imidazolinone-sulfonylurea-herbicide-tolerant.html). Kanadisches Gesundheitsministerium, abgerufen am 9.9.2020

24. Jul 2020 · DBG · Politik

Öffentliche Stellungnahme zur Genomeditierung von Nutzpflanzen

Die EU und Neuseeland stechen mit ihrer derzeitigen Regulation der neuen Methoden für Präzisionszüchtung heraus (nach Schmidt, Belisle, Frommer (2020), EMBO Rep 2020, e50680, https://doi.org/10.15252/embr.202050680)

132 Europäische Forschungseinrichtungen und wissenschaftliche Verbände - darunter unsere DBG – appellieren an das Europäische Parlament und die Europäische Kommission die bestehende europäische Richtlinie für die Präzisionszüchtung für Pflanzen, auch unter dem Begriff Genomeditierung bekannt, zu überarbeiten und wissenschaftliche Erkenntnisse über die Genomeditierung zu berücksichtigen. Das ist nicht nur wichtig, um nachhaltige Wege aus der COVID-19 Krise zu finden sondern auch, weil die Genomeditierung zahlreiche Lösungen bietet für eine einfache, zielgerichtete und schnelle Zucht klimaresistenter Nutzpflanzen. Auch die Entwicklung von Pflanzen, die weniger Düngemittel und Pestizide benötigen, ist mit diesen Methoden effizienter. Das schont die natürlichen Ressourcen unserer Erde und unterstützt daher das Erreichen der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals ,SDGs)“ der Vereinten Nationen sowie des Green Deal der EU. Das European Sustainable Agriculture through Genome Editing (EU-SAGE) Netzwerk, unter der die oben genannten Institutionen vereint sind, empfiehlt der Europäischen Kommission, diese Tatsachen zum Nutzen und zum Wohlergehen aller EU-Bürgerinnen und EU-Bürger anzuerkennen und die rechtlichen Regelungen zur Nutzung der Genomeditierung für Nutz- und Kulturpflanzen an den Stand der Forschung anzupassen. In ihrer öffentlichen Stellungnahme zitiert EU-SAGE die wissenschaftlichen Studien für die erfolgreiche Zucht genomeditierter Nutzpflanzen mit erhöhter Widerstandskraft gegenüber den Folgen des Klimawandels, mit größerer Resistenz gegenüber Schädlingen und Krankheiten und daher verbessertem Ernteertrag. Auch Studien zum verringerten Pestizideinsatz bei Reis, Wein, Weizen, Tomaten sowie Grapefruits gibt es inzwischen. Daneben lassen sich mit dieser Technik auch die gesundheitsrelevanten Eigenschaften von Obst- und Gemüsesorten mit Präzisionszüchtung beschleunigen, wie Studien belegen.

Lesen Sie die ganze Statement von EU-SAGE (pdf), ins Deutsche übertragen von

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20. Mai 2020 · Actualia · Köpfe und Karrieren

Ausgezeichnet: Pflanzen „wittern“ wer bald an ihnen fressen wird und wehren sich

Dr. Norbert Bittner erhält den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung von der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) für seine Arbeit an Waldkiefern und deren frühen Verteidigungsstrategien gegen Insektenbefall. Foto: privat und Benjamin Fuchs

Weil er die erfolgreiche Abwehr bei drohendem Insektenbefall bei Kiefern aufdeckte, erhält Dr. Norbert Bittner von der Freien Universität Berlin den diesjährigen Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung der Wilhelm-Pfeffer-Stiftung. Wie das Präsidium der DBG-eigenen Stiftung ausführt, hat Bittner erstmals gezeigt, wie sich Waldkiefern bereits im Vorfeld eines Insektenbefalls mit Kiefernbuschhornblattwespen erfolgreich gegen die Eiablage zur Wehr setzen. Gemeinsam mit Forschenden der FU Berlin um Professorin Dr. Monika Hilker sowie Universitäten im spanischen Barcelona und im schwedischen Lund schildert Bittner im Fachmagazin PNAS (DOI: https://doi.org/10.1073/pnas.1910991116), dass die Pflanzen das Schadinsekt bereits wahrnehmen, wenn weibliche Blattwespen mit einem Sexualpheromon Männchen zur Paarung anlocken, also noch bevor diese ihre Eier ablegen, aus denen später gefräßige Larven schlüpfen. Kiefernbäume, die dem Sexuallockstoff der Blattwespe ausgesetzt waren, verstärken anschließend ihre molekulare und chemische Verteidigungsstrategie. Durch Pheromone „gewarnte“ Pflanzen konnten die Insekteneier effektiver abtöten und sich so noch vor beginnenden Fraßschäden durch die Larven schützen. Bittner, der jetzt im SFB 973 im Labor von Prof. Dr. Reinhard Kunze forscht, wird die Urkunde des Preises auf der kommenden Botanikertagung in Bonn entgegennehmen. Das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro erhält Bittner schon jetzt.

Mehr zur Nachwuchsförderung der DBG

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14. Mai 2020 · Actualia · DBG

Actualia in neue Hände übergeben

Im Jahr 1998 erschien die Actualia noch als gedruckte Anlage unserer Zeitschrift Botanica Acta, die heute Plant Biology heißt.

Der Herausgeber unserer Actualia, Seniorprofessor Dr. Christian Wilhelm (Uni Leipzig) übergibt nach 23 Jahren dieses Ehrenamt nun Professorin Dr. Jutta Ludwig-Müller von der TU Dresden. Was unsere neue Herausgeberin auszeichnet, was die Actualia leistet, wie sie entstand und welchen Arbeiten Wilhelm sich nun zuwendet, schildert dieser Artikel.

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02. Apr 2020 · Actualia · Tagungsbericht

Mitteldeutsche Pflanzenphysiologie-Tagung

Teilnehmende vor dem Matthias-Schleiden-Institut in Jena. Foto: Vivien Hotter

Zum 18. Mal trafen sich Wissenschaftler*innen aus Halle, Dresden, Jena und Leipzig zur Mitteldeutschen Pflanzenphysiologie-Tagung. Die zweitägige Veranstaltung fand am 21. und 22. Februar 2020 in Jena statt und bot vor allem Studierenden und Promovierenden Gelegenheit, ihre neuesten Forschungsergebnisse zur Physiologie und Zellbiologie photosynthetisch aktiver Organismen vorzustellen. Prof. Jan Schirawski beendete die Konferenz als eingeladener Gastreferent mit einem Vortrag über einen parasitären Pilz, der die Entwicklung der Nutzpflanze Mais beeinflusst. Die Jenaer Doktorandin Vivien Hotter nennt die Vorträge und fasst die Schwerpunkte der Tagung zusammen.

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27. Mär 2020 · Actualia · Tagungsbericht

Phykologentagung in der Eifel

Die Teilnehmenden diskutierten phykologische Forschungsergebnisse im Kloster Steinfeld. Foto: Kerstin Hoef-Emden

Die 18. wissenschaftliche Tagung der Sektion Phykologie fand vom 8. bis 11. März 2020 im Kloster Steinfeld in der Eifel statt. Prof. Dr. Burkhard Becker hatte die Algenforscher*innen zum wissenschaftlichen Austausch geladen und 65 Teilnehmende waren dem Ruf gefolgt. Prof. Dr. Peter Kroth, Vorstandsmitglied und Bindeglied zur Federation of European Phycological Societies (FEPS), listet die Vorträge und Tagungsschwerpunkte. Die Sektion verlieh erstmals den Schüler*innen-Preis und zeichnete hervorragende Vorträge und Poster der Nachwuchskräfte mit Preisen aus. Die turnusgemäße Wahl der Sprecher*innen und Funktionäre bestätigte alle amtierenden Mitglieder des Vorstands im Amt.

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25. Mär 2020 · Actualia · Tagungsbericht

Molekularbiologie der Pflanzen 2020

Junge wie etablierte Forscher*innen trotzten dem stürmischen Februar-Wetter. Auf der Jahrestagung der Sektion tauschten sie sich über neueste Forschungsergebnisse aus. Foto: Pavlína Miklankova

Die 33. Tagung Molecular Biology of Plants unserer Sektion Pflanzenphysiologie und Molekularbiologie fand vom 11. bis 14. Februar 2020 wieder in Dabringhausen im Bergischen Land statt. Organisator Prof. Dr. Rüdiger Hell berichtet über die Themenschwerpunkte der von DBG und GBM geförderten Tagung und nennt die ausgezeichneten Preisträger*innen der Poster- und Vortragspreise.

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22. Mär 2020 · Actualia · Nachwuchsförderung · Tagungsbericht

Strasburger-Workshop: Wie freundliche und feindliche Mikroben mit Pflanzen interagieren

Die Teilnehmenden wanderten am zweiten Tag zur nahegelegenen Burgruine Drachenfels im Siebengebirge, die auf 321 Meter Höhe liegt. Foto: Sebastian Klenner

Ihre Ergebnisse und Forschungsarbeiten über die vielfältigen Interaktionen zwischen (Nutz-)Pflanzen und Mikroben tauschten knapp 20 angehende Wissenschaftler*innen aus drei Ländern im Februar in Königswinter aus. Die Tagung thematisierte sowohl Symbiosen als auch Pflanzen-Pathogene. Eine externe Vortragende berichtete über Jobs außerhalb von Universtäten und ein Mitmach-Workshop ermunterte die Teilnehmenden über Chancen und Risiken der öffentlichen Kommunikation ihrer Forschungsthemen nachzudenken. Einig war man sich, dass es ein großes Interesse an der Interaktions-Forschung geben sollte, da diese dazu beiträgt, anwenderfreundliche Lösungen für den Erhalt der Pflanzengesundheit und der Ertragsmengen zu bieten. Die fünf Organisator*innen des Eduard-Strasburger-Workshops der DBG von angehenden Nachwuchskräften der Sektion für Interaktionen für andere junge Pflanzenwissenschaftler*innen fassen die Veranstaltung zusammen.

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DBG Update
12. Okt 2021

VBIO-Rückblick - September 2021

Gemeinsam mit dem Leibniz-Netzwerk Biodiversität und dem Konsortium Deutscher Naturforschender Sammlungen hat der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) eine gemeinsame Stellungnahme eingereicht zu einem Papier, in dem der aktuelle Stand der Diskussion sowie mögliche politische Optionen und Modalitäten für die Regulierung von Digitalen Sequenzinformationen festgelegt werden. Informationen über Forschungspolitik, Ausbildung und die kommende Bundesdelegiertenversammlung des VBIO am 15.November 2021 runden den Rückblick auf den Monat September ab.

Link zur September-Ausgabe (LogIn erforderlich)

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04. Okt 2021 · DBG · Newsletter

Newsletter Nr. 56

Wie beide Zweige pflanzlicher Immunabwehr verknüpft sind, warum die Photosynthese auch bei Hitze funktioniert und wie sich Wurzeln vor Jahrmillionen entwickelten, sind drei der Themen in unserer Forschungsrubrik.

Tagungspräsident Prof. Dr. Andreas Meyer und das DBG-Präsidium freuen sich auf unsere Botanik-Tagung 2022 in Bonn. Die DBG möchte außerdem wieder die Verfassenden der besten Master-Arbeiten des Jahres auszeichnen und empfiehlt ihre Stipendien für Labor-Besuche.

Und wie immer: News aus den Sektionen, DBG-geförderte Tagungen und andere Termine sowie Forschungsnachrichten.

Dear members and colleagues, Editors and Chief Editor Prof. Christiane Werner of our journal Plant Biology recommend a paper about floral visitors and vine, the review “Drought and crop yield”, and invite advanced early career scientists to make use of such Short Reviews. 

zum 56. Newsletter (LogIn erforderlich)

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07. Sep 2021

VBIO-Rückblick - August 2021

Anlässlich der Wahl hat der VBIO gemeinsam mit anderen mathematisch-naturwissenschaftlichen Gesellschaften Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2021 zusammengestellt. Dazu hatten sie den Parteien Fragen aus „Wissenschaft und Öffentlichkeit“, „Beziehungen von Wissenschaft und Politik", „Wissenschaft und Technik in Europa“ oder „Forschungsförderung“, "Bildung", sowie zu „Klima und Umwelt“ und „Nachhaltigkeit“ gestellt und die Antworten auf ihrer Website öffentlich zugänglich gemacht. Die Rückschau auf den Monat August runden Meldungen aus der Forschungspolitik ab.

Link zur August Ausgabe (LogIn erforderlich)

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10. Aug 2021

VBIO-Rückblick - Juli 2021

Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin e.V. (VBIO) fordert in einem Positionspapier zu nicht-formalen Bildungsangeboten Weichenstellungen von Politik und Förderinstitutionen zur Entwicklung naturwissenschaftlicher bzw. biologischer Grundbildung. Darüber hinaus berichtet der Dachverband über seine Aktivitäten im vergangenen Monat über seine Beteiligung an der Vorbereitung der Biodiversitätskonferenz in Kunming und die gemeinsame Forderung von 400 Organisationen und Institutionen, dass digitale Sequenzinformationen als Gemeingut erhalten bleiben müssen. Informationen aus Hochschul- und Wissenschaftspolitik runden den Rückblick auf den Juli ab.

Link zur Juli-Ausgabe (LogIn erforderlich)

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02. Jul 2021 · DBG · Newsletter

Newsletter Nr. 55

Bilder auf atomarer Ebene zeigen, wie pflanzliche Proteine werkeln. Wie schon ein kleiner Mix auf dem Acker den Ertrag steigert und wie sich Konkurrenz im Klimawandel auswirkt, sind weitere Themen in den Forschungsnachrichten.

Die DBG bittet um Nominierungen für unseren Best-Paper-Preis. Da ausschließlich unsere Mitglieder vorschlagsberechtigt sind, stehen die Chancen gut, mit dem Preis die Karriere angehender Forscher*innen zu befeuern. Ferner haben britische, dänische, belgische und französische Forschende ihr Kommen zum ersten Hot-Topic-Workshop der DBG über RNA-Regulation zugesagt.

Dear members and colleagues, we are inviting nominations for the prize for outstanding plant science papers. Since DBG’s members are able to submit proposals exclusively, chances to be awarded are high. Also, British, Danish, Belgian, and French scientists have confirmed to present their research at DBG’s first HOT-TOPIC-Workshop on RNA regulations.  

zum 55. Newsletter (LogIn erforderlich)

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07. Mai 2021 · DBG · Newsletter

Newsletter Nr. 54

Warum die Genschere für den Ökolandbau Europas sinnvoll ist, mit welcher Genschere Forschende 12 Gene auf einen Streich ausschalteten und warum wir in Zukunft mehr faden Kaffee in unseren Tassen haben dürften, sind Themen der Forschungsrubrik.

Die EU hält eine Novellierung des Gentechnik-Rechtes bzgl. neuer Züchtungstechniken und zur Realisation der Nachhaltigkeitsziele für notwendig, ein Ziel für das sich auch die DBG stark gemacht hat. Pflanzenforscher*innen begrüßen dies und nennen konkrete Vorschläge, damit die Zucht nachhaltiger und Klima-resilienter Pflanzen gelingen kann.

Dear members and colleagues, our science journal Plant Biology invites papers concerning responses of European forests to global change-type droughts and our
Section Applied Botany invites papers focussing on the trade-off between sustainability and yield/food security.

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19. Mär 2021 · DBG · Newsletter

Newsletter Nr. 53

Welche Substanz die Balance zwischen Wachstum und Verteidigung in Arabidopsis-Pflanzen verschiebt, warum eine Reis-Variante kaum Arsen aufnimmt, auch wenn sie auf arsenreichen Böden wächst, und wie Pflanzen die Mega-Diversität der Insekten im Laufe der Evolutiuon beflügelten, sind Themen in der Wissenschaftsrubrik.

Die DBG unterstützt den Appell junger Forschender an zwei Bundesministerien und macht sich für die Pflanzenwissenschaften und eine nachhaltige Landnutzung stark.

Wie die bislang meistgebuchte Tagung der Sektion Pflanzenphysiologie und Molekularbiologie auch im Virtuellen als wssenschaftlich adäquater Ersatz funktionierte, berichtet Tagungsorganisator Marcel Quint.

Dear members and colleagues, in our new rubric the editors of our scientific journal Plant Biology recommend one of the papers of the latest issue.

zum 53. DBG-Newsletter (LogIn erforderlich)

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18. Mär 2021 · DBG · Politik

Stellungnahme: Lösungen für eine nachhaltige Landwirtschaft der Zukunft

Das „Trilemma der Landnutzung“ im Spannungsfeld zwischen Ernährungssicherung, Klimawandel und Erhalt der Biodiversität veranschaulicht der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen (WBGU) in seinem aktuellen Gutachten. Unter dem Titel „Landwende im Anthropozän: Von der Konkurrenz zur Integration“ liefert das WBGU-Gutachten mehrere passende Lösungsvorschläge. Dass im Gutachten das Potential und die sowohl wissenschaftlich wie politisch anerkannten Lösungsmöglichkeiten der Pflanzenforschung inklusive der neuen Züchtungsmethoden jedoch kaum vorkommen, bedauern mehrere wissenschaftliche Gesellschaften und Vereine in ihrem Brief an die Ministerinnen Svenja Schulze (BMU) und Anja Karliczek (BMBF). Die Pflanzenwissenschaft kann die Grundlagen für neue Anwendungen bereitstellen und darf daher in den Lösungsvorschlägen nicht fehlen. Neben den im Bericht des WBGU erwähnten Maßnahmen bieten die züchterische Nutzung von genetischen Ressourcen und neue Züchtungstechniken wie die Genomeditierung zügig umzusetzende Lösungen für eine produktive, ressourcensparende sowie nachhaltige Landwirtschaft, um auf die derzeit wichtigsten Herausforderungen reagieren zu können. Die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG), die Gesellschaft für Pflanzenzüchtung (GPZ), die Deutsche Gesellschaft für Pflanzenernährung (DGP), der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO), das Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Universität Göttingen sowie das Öko-Progressive Netzwerk e.V. appellieren daher an die Ministerinnen, die Potentiale der Pflanzenforschung und -züchtung für eine nachhaltige Landwirtschaft zu nutzen. Sie alle bieten ihre fachliche Expertise als unabhängige Expertinnen und Experten für Pflanzenwissenschaften, Pflanzengenetik, Pflanzenzüchtung, Agrarökonomie und Agrarökologie an.

zum gemeinsamen Brief an die Ministerinnen (pdf)

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09. Sep 2020 · DBG · Politik

Statement: Keine Nachweismethode für genomeditierte Nutzpflanzen

Die gentechnische Methode, mit der ein genetisch veränderter Raps erzeugt wurde, lässt sich nicht mit einer quantitativen Polymerasekettenreaktion (qPCR) nachweisen. Dies kann nicht so funktionieren, wie es ein kürzlich in der Zeitschrift Foods erschienener Artikel nahelegt1). Die im Foods-Artikel beschriebene Methode eignet sich lediglich für den Nachweis und die Quantifizierung einer spezifischen Punktmutation im Gen AHAS1C. Diese Mutation ist in der von der Firma Cibus entwickelten Raps-Sorte Falco enthalten, die resistent gegen Sulfonylharnstoff- und Imidazolinon-Herbizide ist. Die Methode weist also lediglich ein spezielles DNA-Muster in dieser Raps-Pflanze nach.

Die in der Zeitschrift erwähnte Methode eignet sich jedoch nicht, die Ursache der Punktmutation festzustellen, also ob sie durch die modernen Methoden der Genomeditierung entstand oder durch ungerichtete, zufällige Mutagenese etwa nach radioaktiver Bestrahlung. Somit steht auch keine Methode zur Verfügung, mit Genscheren erzeugte Nutzpflanzen durch eine quantitative Polymerasekettenreaktion (qPCR) nachzuweisen.

Es ist zudem keineswegs sicher, dass die untersuchten Rapslinien tatsächlich durch Genomeditierung mit Hilfe der Oligonukleotid-vermittelten Mutagenese (ODM) erzeugt wurden. Im Gegenteil ist vielmehr davon auszugehen, dass die Punktmutation in dem oben genannten Gen der Elternlinie BnALS-57 nicht durch ODM, sondern spontan während der Gewebekultur entstanden ist (somaklonale Variation), wie eine Studie nahelegt2).
 
Diese Methode ist somit ungeeignet, durch Genomeditierung erzeugtes Saatgut (im Sinne der EU Direktive 2001/18/EC) von nicht reguliertem Saatgut (also in der EU-Direktive ausgenommenen Verfahren wie Strahlungs- oder chemische Mutagenese) zu unterscheiden.

Eine Nachweismethode für die genetischen Veränderungen von Pflanzen, die mit den neuen Verfahren der Genom-Editerung entstanden sind, wäre die Voraussetzung um die oben erwähnte, vom EuGH erlassene Richtlinie umsetzen zu können. Demnach müssen die neuen Methoden wie die frühere Gentechnik reguliert werden, in der jedoch oft fremde Gene eingebracht wurden, die sich einfach nachweisen lassen.

Auch wenn der Foods-Artikel dies nahelegt, ist es weiterhin nicht möglich mit Genomeditierung erzeugte Nutzpflanzen von in der Natur zufällig mutierten oder durch radioaktive bzw. chemische Mutagenese entstandenen Pflanzen zu unterscheiden.   

Die DBG appelliert daher weiterhin an das Europäische Parlament und die Europäische Kommission, die bestehende europäische Richtlinie für die Präzisionszüchtung für Pflanzen, zu überarbeiten und wissenschaftliche Erkenntnisse über die Genomeditierung zu berücksichtigen.

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Prof. Dr. Andreas P.M. Weber (Biochemie der Pflanzen, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf),
Sprecher des Exzellenz-Clusters für Pflanzenforschung CEPLAS und
Präsident unserer Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG)


1) Chhalliyil et al. (2020): A Real-Time Quantitative PCR Method Specific for Detection and Quantification of the First Commercialized Genome-Edited Plant. Foods, 9, 1245

2) Novel Food Information - Cibus Canola Event 5715 (Imidazolinone and Sulfonylurea Herbicide Tolerant). https://www.canada.ca/en/health-canada/services/food-nutrition/genetically-modified-foods-other-novel-foods/approved-products/novel-food-information-cibus-canola-event-5715-imidazolinone-sulfonylurea-herbicide-tolerant.html). Kanadisches Gesundheitsministerium, abgerufen am 9.9.2020

24. Jul 2020 · DBG · Politik

Öffentliche Stellungnahme zur Genomeditierung von Nutzpflanzen

Die EU und Neuseeland stechen mit ihrer derzeitigen Regulation der neuen Methoden für Präzisionszüchtung heraus (nach Schmidt, Belisle, Frommer (2020), EMBO Rep 2020, e50680, https://doi.org/10.15252/embr.202050680)

132 Europäische Forschungseinrichtungen und wissenschaftliche Verbände - darunter unsere DBG – appellieren an das Europäische Parlament und die Europäische Kommission die bestehende europäische Richtlinie für die Präzisionszüchtung für Pflanzen, auch unter dem Begriff Genomeditierung bekannt, zu überarbeiten und wissenschaftliche Erkenntnisse über die Genomeditierung zu berücksichtigen. Das ist nicht nur wichtig, um nachhaltige Wege aus der COVID-19 Krise zu finden sondern auch, weil die Genomeditierung zahlreiche Lösungen bietet für eine einfache, zielgerichtete und schnelle Zucht klimaresistenter Nutzpflanzen. Auch die Entwicklung von Pflanzen, die weniger Düngemittel und Pestizide benötigen, ist mit diesen Methoden effizienter. Das schont die natürlichen Ressourcen unserer Erde und unterstützt daher das Erreichen der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals ,SDGs)“ der Vereinten Nationen sowie des Green Deal der EU. Das European Sustainable Agriculture through Genome Editing (EU-SAGE) Netzwerk, unter der die oben genannten Institutionen vereint sind, empfiehlt der Europäischen Kommission, diese Tatsachen zum Nutzen und zum Wohlergehen aller EU-Bürgerinnen und EU-Bürger anzuerkennen und die rechtlichen Regelungen zur Nutzung der Genomeditierung für Nutz- und Kulturpflanzen an den Stand der Forschung anzupassen. In ihrer öffentlichen Stellungnahme zitiert EU-SAGE die wissenschaftlichen Studien für die erfolgreiche Zucht genomeditierter Nutzpflanzen mit erhöhter Widerstandskraft gegenüber den Folgen des Klimawandels, mit größerer Resistenz gegenüber Schädlingen und Krankheiten und daher verbessertem Ernteertrag. Auch Studien zum verringerten Pestizideinsatz bei Reis, Wein, Weizen, Tomaten sowie Grapefruits gibt es inzwischen. Daneben lassen sich mit dieser Technik auch die gesundheitsrelevanten Eigenschaften von Obst- und Gemüsesorten mit Präzisionszüchtung beschleunigen, wie Studien belegen.

Lesen Sie die ganze Statement von EU-SAGE (pdf), ins Deutsche übertragen von

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16. Sep 2019 · DBG · Pressemitteilung

Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) fordert eine nachhaltige Ressourcen- und Klimapolitik

Entscheidungen über die Ressourcen unserer Erde müssen nachhaltig und wissenschaftsbasiert sein. Zur Eröffnung der Botanikertagung an der Universität Rostock, zu der sich mehr als 420 Pflanzenforschende angemeldet haben, fordert das Präsidium der Deutschen Botanischen Gesellschaft die Beteiligten am Klimakabinett und alle Parteien auf, nachhaltige und mutige Entscheidungen zu treffen, um die Ressourcen unseres Planeten und das Klima nachhaltig zu schützen.

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03. Sep 2019 · DBG · Politik

Grundlagenforschung wertschätzen, fördern und kommunizieren

Grundlagenforschung braucht mehr Wertschätzung, eine wirksame und längerfristige Finanzierung und die strukturelle Absicherung der dort Beschäftigten. Auch die Wissenschaftskommunikation muss ausgebaut werden, fordert der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland e.V. (VBIO) in seinem Positionspapier. Diese Positionen teilt die DBG, die im Dachverband der Biolog*innen Mitglied ist, und das Papier gemeinsam mit weiteren 12 biowissenschaftlichen Fachgesellschaften gezeichnet hat.

Quelle: VBIO

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25. Jul 2019 · DBG · Politik

Für genetische Präzisionsmethoden und nachhaltige Nutzpflanzen

Auch die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) und ihre Sektion Pflanzenphysiologie und Molekularbiologie (SPPMB) appellieren an das neu gewählte Europäische Parlament und die Kommission der Europäischen Union (EU), das veraltete Gentechnikrecht aus dem Jahr 2001 an den Kenntnisstand der Wissenschaft und die internationalen Gegebenheiten anzupassen und entsprechend zu modernisieren. Gemeinsam mit 115 anderen Wissenschaftsorganisationen und -instituten plädieren sie dafür die Nutzung neuer Präzisionsmethoden der Genomeditierung zur Zucht von Kulturpflanzen zu vereinfachen, um eine nachhaltige Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion in der EU zu ermöglichen.

Lesen Sie das gemeinsame Statement (pdf), ins Deutsche übertragen von

  • Prof. Dr. Holger Puchta (Botanisches Institut, Karlsruher Institut für Technologie, KIT),
  • Prof. Dr. Claus Schwechheimer (Systembiologie der Pflanzen, Technische Universität München, TUM),
  • Prof. Dr. Caroline Gutjahr (Pflanzengenetik, Technische Universität München, TUM),
  • Prof. Dr. Andreas Graner (Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung, IPK) und
  • Prof. Dr. Ralph Bock (Max Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie, Potsdam)
  • Prof. Dr. Andreas P.M.Weber (Biochemie der Pflanzen, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
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24. Okt 2018 · DBG · Politik

Europäische Forschende sind für Präzisionszüchtung

Mehr als 85 Europäische Wissenschaftler*innen und Wissenschaftsorganisationen, darunter unsere Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG), bitten den Europäischen Gerichtshof (EuGH) das Urteil über neue Pflanzen-Züchtungsmethoden wie CRISPR/Cas9 und andere Formen der Genom Editierung zu überarbeiten. Sie alle plädieren dafür, dass Präszisionszüchtung für nachhaltige Landwirtschaft anders gehandhabt werden muss als im Urteil vom 25. Juli 2018. Die Unterzeichnenden fordern, dass Präzisionszüchtungen und Pflanzenzüchtungen ohne Fremd-Gene genau so wie herkömmliche Züchtungen anzusehen sind, weil sie genauso sicher sind. Die Erkenntnisse der Wissenschaft müssen in die Handhabung einfließen und die diesbezügliche Gesetzgebung muss daher schnellstens korrigiert werden. Langfristig muss dann auch das veraltete Gentechnikrecht an die aktuellen Erkenntnisse der Wissenschaft angepasst werden. Eine deutsche Übersetzung der belgischen Pressemitteilung bietet das Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenforschung in Potsdam auf seiner Website. Wer das Positionspapier unterstützen möchte, kann auch seinen Namen auf der Liste der Unterzeichner hinzufügen. 
Zur Pressemitteilung und offenem (englischen) Brief der Europäischen Initiative und zum Unterzeichnen

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Wochen-Chronik
14. Okt 2021 · News · Forschungsergebnis

Rückgang von Pflanzenbestäubern bedroht Artenvielfalt

Die meisten Blütenpflanzenarten sind zur Fortpflanzung auf Bestäuber angewiesen. Dies gilt auch für die einjährigen Gänseblümchenarten, die in Südafrika im Frühjahr die Massenblüte dominieren. Foto: Prof. A. Ellis, StellenboschUni

Etwa 175.000 Pflanzenarten – die Hälfte aller Blütenpflanzen – sind für die Samenbildung und damit für ihre Fortpflanzung überwiegend oder vollständig auf tierische Bestäuber angewiesen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die von einem globalen Forschungsnetzwerk mit Beteiligung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Universität Konstanz in der Zeitschrift Science Advances veröffentlicht wurde. Ein Rückgang in der Zahl dieser Bestäuber könnte daher zu erheblichen Störungen der natürlichen Ökosysteme führen – einschließlich eines Verlustes der biologischen Vielfalt

Quelle: iDiv

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14. Okt 2021 · News · Veranstaltung

Weinbau in der Klimafalle? Was kann die Pflanzenforschung leisten?

Höhere Temperaturen begünstigen Schadinsekten, Spätfröste und Hitzewellen beeinflussen die Qualität der Trauben und den Ertrag von Weinreben. Eine online-Veranstaltung am 5. November fragt: Kann die Pflanzenforschung helfen und den Weinbau zukunftsfähig machen? Expertinnen und Experten aus Züchtungsforschung, Weinbau und Weinproduktion stellen neue Strategien für den Weinberg von Morgen vor und diskutieren mit den Teilnehmenden: Was kann und darf die Forschung leisten? Dazu lädt das Julius Kühn-Institut (JKI) alle Interessierten inkl. Weinverkostung ein.

Zu Programm und Anmeldung beim JKI

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13. Okt 2021 · News · Forschungsergebnis

Regenwald heilt langsamer als gedacht

Die Laubstreufroschart Phrynobatrachus guineensis ist nach der Abholzung nicht in ihren früheren Lebensraum zurückgekehrt. Foto: Mark-Oliver Rödel, MfN

In einer Langzeitstudie über zwanzig Jahre haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler  im Gebiet der westafrikanischen Elfenbeinküste beobachtet ob und wie sich ein Regenwald nach einer Abholzung erholen kann. Das ernüchterende Ergebnis: fast 50 Jahre nach der Abholzung hat sich das Ökosystem immer noch nicht erholt. Einige Froscharten kehren nie wieder in ihren ursprünglichen Lebensraum zurück, zeigt das Forschungsteam der beiden Leibniz-Einrichtungen Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden und das Museum für Naturkunde in Berlin (MfN) im Fachjournal Forest Ecology and Management.

Quelle: Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

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13. Okt 2021 · News · Forschungsergebnis

Invasive Schlickgräser im europäischen Wattenmeer

Spartina-Marsch im Sönke-Nissen-Koog, Schleswig-Holstein. Hier sind die beiden untersuchten Spartina-Cytotypen zu erkennen: Spartina x townsendii (nicht blühend) und Spartina anglica (blühend). Foto: Granse, Uni Hamburg

Wie sich invasive Schlickgräser der Gattung Spartina im europäischen Wattenmeer ausbreiten, hat ein Forschungsteam der Universität Hamburg untersucht. Die Ergebnisse über die beiden zwei Cytotypen Spartina × townsendii und Spartina anglica lassen vermuten, dass die Pflanzen unterschiedlich auf Klima sowie Geomorphologie reagieren. Spartina × townsendii kam vor allem im nordöstlichen Teil des Wattenmeeres vor, vom niedersächsischen Wangerland (Deutschland) bis Skallingen (Dänemark), während Spartina anglica im gesamten Wattenmeergebiet zu finden war. Darüber hinaus stellte das Team fest, dass Spartina anglica nicht nur eine größere geografische Verbreitung hat, sondern auch in Mischbeständen dominiert und bis in deutlich höhere Gezeitenlagen vorkommt als Spartina × townsendii. Publisziert haben sie ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Estuaries and Coasts.

Quelle: Uni Hamburg beim idw

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13. Okt 2021 · News · Ausschreibung

Ausschreibung „Forschungsgeist! NGS in der Ökosystemforschung“

Die Bauer-Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Forschung schreibt wieder "Forschungsgeist! Next Generation Sequencing (NGS) in der Ökosystemforschung" für das Jahr 2021 aus. Im Rahmen des Forschungsprogramms werden Projekte mit bis zu 150.000 Euro für einen Zeitraum von drei Jahren gefördert. Das Stiftungsprogramm richtet sich an PostDocs mit bis zu sechsjähriger Forschungserfahrung nach der Promotion, die eine eigene Arbeitsgruppe aufbauen wollen. Die Mittel werden bereitgestellt für die Beschäftigung von Promovierenden. Die eigene Stelle des PostDocs kann nicht beantragt werden. Bewerbungen sind bis zum 15. Dezember 2021 möglich.

Quelle: Deutsches Stiftungszentrum (siehe ganz unten auf der Seite)

 

 

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11. Okt 2021 · News · Forschungsergebnis

Auf Inseln ist die Artenvielfalt extrem bedroht

Prof. Severin Irl forscht an der Goethe-Universität zu endemischen Arten. Foto und (c): Andrea Achatz

Inseln machen nur 7 Prozent der weltweiten Landfläche aus – doch sie beherbergen 20 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten. Diese Vielfalt ist extrem bedroht. In einem Beitrag in der Zeitschrift Global Ecology and Conservation beschreibt Biogeograph Prof. Severin Irl von der Goethe-Universität, Preistträger unserer Eduard Strasburger-Auszeichnung (2017), zusammen mit Kollegen den Ist-Zustand der Artenvielfalt. Die Autoren schlagen konkrete Maßnahmen vor, wie weiteres Aussterben verhindert werden kann und wie Naturschutzbelange mit den Belangen der dort lebenden Menschen in Einklang gebracht werden können. Als Grundlage wird ein vollständiges Inventar der Arten auf Inseln benötigt. Dass ein solches oft fehlt, erschwert die Entwicklung geeigneter Naturschutzkonzepte. Zugleich sind konkrete Naturschutzmaßnahmen für akut vom Aussterben bedrohte Arten und deren natürliches Habitat unabdingbar. Alle Maßnahmen müssen in einem sozio-ökologischen Kontext unter Einbeziehung der Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung geschehen, die als Bewahrer der Biodiversität fungieren und mit der Wissenschaft entsprechende Kapazitäten aufbauen sollten.

Quelle: Uni Frankfurt

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11. Okt 2021 · News · Anwendung · Forschungsergebnis

Lebensmittelbetrug effizient und kostengünstig aufklären

Durch gefälschte Lebensmittel, insbesondere durch falsche Angaben zur geografischen Herkunft, entsteht jährlich ein wirtschaftlicher Schaden in Milliardenhöhe. Botaniker der Universität Basel haben nun ein Modell entwickelt, mit dessen Hilfe die Herkunft von Lebensmitteln effizient und kostengünstig bestimmt werden kann. Der Basler Botaniker Dr. Florian Cueni aus dem Team von Prof. Dr. Ansgar Kahmen, Preisträger unserer Eduard Strasburger-Auszeichnung (2007), hat nun in Zusammenarbeit mit der auf Isotopenanalytik spezialisierten Agroisolab GmbH ein Modell entwickelt, mit dem sie das Sauerstoffisotopenverhältnis in Pflanzen einzelner Regionen simulieren können, wodurch das aufwändige Sammeln von Referenzdaten entfällt. Das Modell basiert auf Temperatur-, Niederschlags- und Luftfeuchtigkeitsdaten und Informationen über die Wachstumszeit einer Pflanze. Diese Informationen beziehen sie aus öffentlich zugänglichen Datenbanken. Ihre methode veröffentlichten sie im Fachmagazin Scientific Reports

Quelle: Uni Basel

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11. Okt 2021 · News · Förderung

Workshop für Antragstellende in Horizont Europa für Cluster 6

Am 10. und 11. November 2021 wird es einen Online-Workshop für Antragstellende im EU-Forschungsrahmenprogramm Horizont Europa geben. Der Workshop richtet sich an alle, die bereits erste Erfahrungen mit Horizont 2020 gesammelt haben. Anhand eines fiktiven Topics und einer vorgegebenen Projektidee bieten wir Ihnen die Möglichkeit, in Kleingruppen an virtuellen Thementischen durch interaktive Übungen Ihr Wissen zu vertiefen und die wichtigsten Neuigkeiten in Horizont Europa zu erfahren. Erfahren Sie aus erster Hand Tipps und Tricks für einen überzeugenden Antrag, informiert das BMBF auf seiner Website. Im Cluster 6 „Lebensmittel, Bioökonomie, natürliche Ressourcen, Landwirtschaft und Umwelt“ www.nks-bio-umw.de/cluster6 finden sich Themen der Gesellschaftlichen Herausforderung 2 aus Horizont 2020 „Ernährungs- und Lebensmittelsicherheit, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, marine, maritime und limnologische Forschung und Biowirtschaft“ (Bioökonomie) wieder. In diesem Cluster befinden sich zudem Umwelt-Themen, die in Horizont 2020 der Gesellschaftlichen Herausforderung 5 „Klimaschutz, Umwelt, Ressourceneffizienz und Rohstoffe“ zugeordnet waren, sowie entsprechende Teile der in Horizont 2020 der „Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien“ (LEIT) zugeordneten Schlüsseltechnologie Biotechnologie.

Quelle: BMBF website nks-bio-umw.de

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08. Okt 2021 · News · Ausschreibung · WissKomm

DFG schreibt Communicator-Preis 2022 aus

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) schreibt erneut den „Communicator-Preis – Wissenschaftspreis des Stifterverbandes“ aus. Dieser Preis wird an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und an Teams für herausragende Leistungen in der Wissenschaftskommunikation vergeben und ist mit einem Preisgeld von 50.000 Euro dotiert. Mit diesem Preis zeichnen DFG und Stifterverband Forscherinnen und Forscher aller Fachgebiete dafür aus, dass sie ihre wissenschaftliche Arbeit und ihr Fachgebiet einem breiten Publikum auf besonders kreative, vielfältige und nachhaltige Weise zugänglich machen und sich so für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft engagieren. Der Preis kann an Forschungsteams und an einzelne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen werden. Dabei sind sowohl Selbstbewerbungen als auch Vorschläge möglich. Die Ausschreibung richtet sich an Personen, die an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland tätig sind.

Quelle: DFG

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07. Okt 2021 · News · Forschungsergebnis

Aussehen von Pflanzen verrät nichts über ihre Wurzeln

Die große oberirdische Vielfalt der Pflanzen spiegelt sich nur bedingt im Aussehen ihrer Wurzeln wider. Während es oberhalb der Erde sehr viele verschiedene Pflanzenmerkmale und charakteristische Muster gibt, ähneln sich die meisten Arten im Boden stark. Mehr noch: Es gibt offenbar keinen Zusammenhang zwischen "oben" und "unten", wie ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Tartu und Beteiligung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) in der Fachzeitschrift Nature schreibt.

Quelle. Uni Halle

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07. Okt 2021 · News · Politik

Bitte Ihre Expertise einbringen zur Regulierung neuer genomischer Techniken durch EU-Kommission

Die EU-Kommission will einen neuen Rechtsrahmen für Pflanzen (sowie daraus hergestellte Lebens- und Futtermittel) schaffen, die durch gezielte Mutagenese wie beispielsweise CRISPR und Cisgenese gewonnen werden. Grundlage bildet eine Studie der Kommission über neuartige genomische Verfahren. In diesem Kontext hat die EU-Kommission jüngst einen Fahrplan vorgelegt, in dem die nächsten Schritte skizziert werden, die eine Entscheidung der EU-Kommission in der ersten Jahreshälfte 2023 vorbereiten sollen. Diesen Fahrplan bittet die EU-Kommission zu kommentieren und Beiträge zur Folgenschätzung einzureichen. Individuelle Rückmeldungen von Expertinnen und Experten werden dingend hier bis zum 22. Oktober erbeten.

Quelle: EU-Kommission

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05. Okt 2021 · News · Forschungsergebnis

Wiedervernässte Moore sind neuartige Ökosysteme

Wiedervernässte Moore im Peenetal in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Stephan Busse

Durch die Wiedervernässung von Mooren entstehen hydrologisch, geochemisch und auch in der Vegetation neuartige Ökosysteme. Diese müssen funktional anders bewertet werden, d.h. das Übertragung von Wissen über die Funktionsweise aus naturnahen Mooren nur eingeschränkt möglich ist. Das ist das Schlussfolgerung aus den Ergebnissen einer Studie, die in dem Artikel „Rewetting does not return drained fen peatlands to their old selves“ in der aktuellen Ausgabe (September 2021) der Zeitschrift Nature Communications doi.org/10.1038/s41467-021-25619-y veröffentlicht wurde. Dazu hatten Forschende unter Federführung der Universitäten Greifswald und Rostock eine große Gruppe von Moorkundigen aus Europa Daten von hunderten naturnahen und wiedervernässten Niedermooren in gemäßigten Zonen Europas miteinander verglichen.

Quelle: Uni Greifswald

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04. Okt 2021 · News · Anwendung · Forschungsergebnis

Genetic Engineering-Methode erzeugt Tomaten mit natürlicher lila Farbe

Violette Tomaten um eine nicht veränderten Frucht. Foto: Sylvestre Marillonnet, IPB

Forschende haben mit Genetic Engineering-Methoden violette Tomaten hergestellt. Dafür schleusten das Team des Leibniz-Instituts für Pflanzenbiochemie (IPB) die für die Biosynthese von Betanin benötigten Gene in die Pflanzen ein und aktivierten sie in den reifenden Früchten. Betanin ist ein natürlicher Lebensmittelfarbstoff der Roten Beete, der ursprünglich nicht in Tomaten gebildet wird. Das Hauptziel dieser Studie war demnach nicht in erster Linie eine neue Tomaten-Sorte zum Verzehr, sondern vielmehr die Weiterentwicklung der Genetic Engineering-Methoden, die sich mit der Produktion eines gut sichtbaren Farbstoffes sehr viel einfacher analysieren lassen. Diese Art der Erzeugung von Wirkstoffen in eigens dafür entwickelten pflanzlichen Produktionssystemen wird in Zukunft vor allem bei der Herstellung von Medikamenten eine große Rolle spielen. Bereits jetzt forscht man intensiv an der Produktion von Impfstoffen und Antikörpern in der Pflanze. Sie publizierten ihre Ergebnise in der Fachzeitschrift Frontiers in Plant Science.

Quelle: IPB

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04. Okt 2021 · News · Politik

Vorbereitung der Biodiversitätskonferenz: "Joint submission" zu Digitalen Sequenzinformationen

Im Vorfeld der Vertragsstaatenkonferenz zur Biodiversitätskonvention (CBD) hat das Sekretariat der CBD ein Papier vorgelegt, in dem der aktuelle Stand der Diskussion sowie mögliche politische Optionen und Modalitäten für die Regulierung von DSI festgelegt werden. Gemeinsam mit dem Leibniz-Netzwerk Biodiversität und dem Konsortium Deutscher Naturforschender Sammlungen hat der VBIO die Gelegenheit zur Kommentierung des Papiers genutzt. Basis für die „joint submisson“ bildete ein Positionspapier europäischer Forschender, an dem auch der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) beteiligt war, in dem unsere DBG Mitglied ist.

Quelle: VBIO

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04. Okt 2021 · News · Anwendung

Neue Nachweismethode des Zwergsteinbrands an Weizen

Gleich zwei neue molekularbiologische Methoden zum Nachweis von Zwergsteinbrand an Weizensaatgut haben Forschende entwickelt: Die LAMP-Methode erlaubt den qualitativen Erregernachweis per Farbumschlag in einer Reaktionslösung. Mithilfe der entwickelten qPCR-Untersuchung lässt sich Zwergsteinbrand qualitativ und quantitativ nachweisen. Das Projekt wurde im Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) finanziert. Die ergebnisse publizierten die Forschungsteams der Bayerischen Landesanstalt für Landwirt-schaft (LfL) und des Julius Kühn-Instituts (JKI) in einem Abschlussbericht, der auf der Website der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) erschien.

Quelle: BLE

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04. Okt 2021 · News · Veranstaltung

Urbane Landwirtschaft: Welt retten - Stadt beackern

Das 14. Weihenstephaner Forum läuft unter dem Titel „Welt retten - Stadt beackern" - wie Lebensmittelproduktion in der Stadt zu einer nachhaltigen Zukunft beiträgt am 21. und 22. Oktober. Die zentrale Leitfrage wird sein: "Urbane Landwirtschaft - Trendphänomen oder transformatives Element für die Entwicklung resilienter Stadt- und Ernährungssysteme?" Zur Beantwortung dieser kontroversen Leitfrage lädt der Lehrstuhl für Urbane Produktive Ökosysteme an der Technische Universität München am Campus Freising erfahrene Vertreter*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft dazu ein, ihre Expertise und Erfahrung in Form von Impulsvorträgen und anschließender Diskussion zu debattieren. Verschiedene Formen und Aspekte der urbanen Produktion - Grenzen und Möglichkeiten - sollen kritisch beleuchtet und ihr praktisches Potenzial unter ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten erörtert werden. Die Teilnahme steht der interessierten Öffentlichkeit offen.

Quelle: TUM

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01. Okt 2021 · News · Köpfe und Karrieren

Eva Mayr-Stihl Stiftungsprofessur für Forstgenetik

Zum 1. Oktober 2021 ist die Biologin Dr. Katrin Heer als erste Professur-Inhaberin berufen worden. Foto: Sandra Meyndt, Uni Freiburg

Gemeinsam mit der Uni Freiburg hat die Eva Mayr-Stihl Stiftung eine Stiftungsprofessur (W3) für Forstgenetik eingerichtet. Zum 1. Oktober 2021 ist die Biologin Dr. Katrin Heer als erste Professur-Inhaberin berufen worden. Zentrales Forschungsziel ist es, Baumpopulationen auf genetischer und epigenetischer Ebene hinsichtlich ihrer Angepasstheit und Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel zu untersuchen. Damit sollen insbesondere die wissenschaftlichen Grundlagen für eine nachhaltige Forstwirtschaft gestärkt werden. Katrin Heer analysiert dazu unterschiedliche Daten von Bäumen: genomische Daten ebenso wie solche, die die Ausprägungsmerkmale der Bäume und deren Umwelt charakterisieren. Auch die Samenausbreitung und Diversität von tropischen Baumarten untersucht sie mit genetischen Methoden. Ein weiterer Fokus der Professur liegt auf der Lehre in den forst- und umweltwissenschaftlichen Studiengängen. Angesiedelt ist die Professur an der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen im Institut für Forstwissenschaften.

Quelle: Uni Freiburg beim idw

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01. Okt 2021 · News · Projekt

Wie Buchenwälder nachhaltig bewirtschaftet werden können

Waldstufen im Parque Nacional Los Alerces. Foto: Martin Kappas (2019)

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Göttingen und der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Göttingen (HAWK, Koordination) erforschen in einem Verbundprojekt weltweit Buchenwälder. Ein Team aus den Bereichen Geografie, Biologie und Forstwissenschaften legt dabei den Fokus auf den Vergleich von mitteleuropäischen Buchenwäldern (Fagus sylvatica L.) und mittelpatagonischen Südbuchenwäldern (Nothofagus spp.). Ziel ist, konkrete Vorschläge zu machen, wie die Wälder nachhaltig bewirtschaftet werden können. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten fördert das dreijährige Projekt mit insgesamt 930.000 Euro.

Quelle: Uni Göttingen

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01. Okt 2021 · News · Projekt

Wie sich Viren unter Eschen verbreiten und sie schwächen

Bäume, die vom Eschentriebsterben befallen sind, zeigen zunächst welke und verfärbte Blätter und Triebe, die Kronen werden kahl. Selbst wenn die geschwächten Bäume dann nicht von weiteren Schädlingen befallen werden, gehen sie nach wenigen Jahren zugrunde. Foto: Tönnes, upd

Wie sich Infektionen mit Pflanzenviren auf Eschen auswirken, deren Bestand seit Jahren ohnehin von einer Pilzerkrankung stark geschädigt wird, untersuchen nun Forschende mehrerer Institutionen unter Leitung von Prof. Dr. Susanne Jochner-Oette. Sie ist an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) Professorin für Physische Geographie / Landschaftsökologie und nachhaltige Ökosystementwicklung. Partner der Kooperation „FraxVir“ sind die Humboldt-Universität zu Berlin, die Universität Hohenheim sowie das Bayerische Amt für Waldgenetik. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) fördern den dreijährigen Verbund mit circa einer Million Euro.

Quelle: KU

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29. Sep 2021 · News · Forschungsergebnis

Namen aller Kakteen veröffentlicht

Anzuchtshaus des Botanischen Gartens und Botanisches Museum Berlin (BGBM). Foto und (c): N. Köster

Ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat jetzt in über zweijähriger Arbeit eine komplette Checkliste aller bekannten Kakteenarten und ihrer aktuell gültigen Namen erstellt und im August im Fachmagazin Willdenowia publiziert. Das Ergebnis ist als Teil des botanischen Großprojektes World Flora Online eine entscheidende Wissensgrundlage zum Schutz und Erhalt der Artenvielfalt im Rahmen der UN-Konvention für biologische Vielfalt. Mit der neuen Checkliste steht zum ersten Mal eine dynamische, wissenschaftsbasierte Online-Ressource zur Verfügung. Sie enthält alle derzeit bekannten 1851 Kakteenarten und gibt Auskunft über den jeweils gültigen Namen sowie bekannte Synonyme. Insgesamt 22.275 Namen wurden zugeordnet und in dieser Form erstmals digital mit allen Quellen- und Autorenangeben hinterlegt. Alle Ergebnisse, an denen auch Forschende des Botanischen Gartens Berlin (BGBM) beteiligt waren, werden als Teil der Welt-Artenliste von Landpflanzen World Flora Online frei verfügbar gemacht. Die dynamische Datenbank enthält eine Gesamtliste der etwa 350.000 bisher bekannten Landpflanzenarten (Blütenpflanzen, Farne und Moose) und wurde Ende 2020 als ein wichtiges Projekt zu den Zielen der UN-Konvention für biologische Vielfalt von 1992 umgesetzt. Die Wissenschaftlerin Dr. Nadja Korotkova aus Berlin war federführend bei der Erstellung der Checkliste. Taxonomic Expert Networks sorgen dafür, dass neue Erkenntnisse über die Artendiversität der Pflanzen weiterhin Eingang in die Online-Flora finden.

Quelle: BGBM

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27. Sep 2021 · News · Forschungsorte

Phytotechnikum: High-Tech-Gewächshaus für Klimaforschung und Bioökonomie

Im Westen des Campus steht der erste Teil des neuen Hightech-Forschungsgewächshauses Phytotechnikum. Foto: Christian Trautmann, Uni Hohenheim

Die Universität Hohenheim feiert die Übergabe des künftig größten deutschen Forschungsgewächshauses. Es soll mehr Forschung auf weniger Platz ermöglichen. Das zweischiffige Gewächshaus mit computergesteuerter, exakt abstimmbarer Technik und modularer Flächenaufteilung ersetzt Teile der über den Campus verstreuten Einzelgewächshäuser. Das High-Tech-Gewächshaus soll der biologischen Grundlagenforschung dienen, damit die Wissenschaft Fragen zu Klimawandel, Biodiversität, Welternährung, Bioenergie, Nachwachsende Rohstoffe sowie Pflanzengesundheit untersuchen kann.

Quelle: Uni Hohenheim

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24. Sep 2021 · News · Köpfe und Karrieren

Hegemann erhält einen der Lasker Awards 2021

Der Lasker Basic Medical Research Award 2021 der Lasker-Foundation geht an die drei Wissenschaftler Dieter Oesterhelt (Max Planck Institut für Biochemie), den Algenforscher Peter Hegemann (Humboldt-Universität zu Berlin) und Karl Deisseroth (Stanford University). Geehrt werden die Drei für die Entdeckung lichtempfindlicher mikrobieller Rhodopsine und die Nutzung ihrer Eigenschaften zur Entwicklung der Optogenetik genannten Technologie. Mit dieser Technologie können Forschende die Aktivität von Gehirnzellen kontrollieren, in dem Licht verwendet wird, um den Ionenfluss in und aus Neuronen zu steuern, und damit zum besseren Verständnis neurodegenerativer Erkrankungen und psychischer Erkrankungen beigetragen.

Quelle: Humboldt-Universität Berlin

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24. Sep 2021 · News · Förderung · Projekt

Forschungsruppe Stammzell-Systeme im Getreide

Die Forschungsgruppe „Stammzellsysteme bei Getreide (CSCS): Etablierung, Aufrechterhaltung und Beendigung“ ist eine der sechs neu von der Deutschen Forschungsgmeinschaft (DFG) geförderten Verbünde. Pflanzen nutzen Stammzell-Reservoirs in den Meristemen, um ihr ober- und unterirdisches Wachstum anzutreiben und sich an ihre Umgebung anzupassen. Diese Meristeme enthalten nicht nur den pflanzlichen Bauplan, sondern bestimmen bei Nutzpflanzen auch wesentlich Produktivität und Ertrag. Doch sind die Meristeme von Mais, Weizen, Reis und Gerste sehr komplex und wenig erforscht. Die neue Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Dresselhaus von der Universität Regensburg will daher insbesondere bei Mais als Vertreter der tropischen und Gerste als Vertreter der gemäßigten Getreide sowie dem Modellgrass Brachypodium (Zweiährige Zwenke) untersuchen, ob die komplexen Meristeme der Getreide durch konservierte, aber stark modifizierte und/oder durch neue Signalwege und assoziierte Genregulationsnetzwerke organisiert werden (siehe Uni Regensburg). Am Verbund sind neben Wissenschaftler*innen der Uni Regensburg auch Teams der Universitäten Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Heidelberg, Tübingen und dem Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben beteiligt. Dabei erhofft sich der Verbund die Entdeckung neuer Stammzellgene, die zur Verbesserung von Nutzpflanzen verwendet werden könnten.

Quelle: DFG

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22. Sep 2021 · News · Forschungsergebnis

Zustand terrestrischer Ökosysteme lässt sich mit drei Schlüssel-Indikatoren erfassen

Der Versuchsstandort im italienischen Torgnon ist ein Grasland auf etwa 2.100 m Höhe in den Alpen, das zum Integrierten Kohlenstoff-Beobachtungssystem (ICOS) und zum FLUXNET-Netzwerk gehört. Foto und (c): Marta Galvagno, ARPA Valle d'Aosta, Italien

Ökosysteme erbringen vielfältige Dienstleistungen für den Menschen. Diese hängen von grundlegenden Ökosystemfunktionen ab, die sowohl durch das vorherrschende Klima und Artenvorkommen als auch durch menschliche Eingriffe beeinflusst werden. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie (MPI-BGC) in Jena hat drei Schlüsselindikatoren ermittelt, die die Funktionsweise terrestrischer Ökosysteme beschreiben:

  • die Fähigkeit, die Primärproduktivität zu maximieren,
  • die Effizienz der Wassernutzung und
  • der Wirkungsgrad der Kohlenstoffnutzung.

Das Monitoring dieser drei Kennzeichen ermöglicht es, einzuschätzen, wie anpassungsfähig ein Ökosystem gegenüber Klima- und Umweltveränderungen ist und wie es sich unter bestimmten Bedingungen weiterentwickeln kann. Diese Ergebnisse publizierte das Team in der Fachzeitschrift Nature.

Quelle: MPI-BGC

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22. Sep 2021 · News · Anwendung · Forschungsergebnis

Unsichtbaren Stress eines Waldes sichtbar gemacht

Sprinkler bewässern eine der Parzellen in der Waldforschungsfläche Pfynwald im Wallis. Foto: Michèle Kaennel Dobbertin, WSL

Naturfreunde erkennen leicht, ob ein Baum krank oder schwach ist - zum Beispiel an der Verfärbung oder am Verlust von Blättern. Zu diesem Zeitpunkt sind die Schäden aber schon fortgeschritten und oft unumkehrbar. In einer neuen Studie zeigen Forschende der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) wie sich der Grad des Gestresstseins frühzeitig am Baum erkennen lässt. Dafür setzen sie Spektraldaten aus Drohnenfotos ein und publizierten die Ergebnisse im Fachmagazin Plant, Cell & Environment.

Quelle: WSL

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22. Sep 2021 · News · Forschungsergebnis

Neuer Ansatz zur Bekämpfung der globalen Grasland-Degradierung gefordert

Graslandschaften nehmen etwa 40 Prozent der Landoberfläche der Erde und rund 69 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche ein. Foto: Peter Manning, Senckenberg

Graslandschaften sind weltweit Oasen biologischer Vielfalt und stellen eine Vielzahl von Leistungen für den Menschen bereit – darunter Nahrungsmittel, Wasserversorgung und die Speicherung von Kohlenstoff. Die Zukunft dieser Ökosysteme sieht jedoch düster aus, sollten keine Maßnahmen ergriffen werden, um die Degradierung der Grasländer aufzuhalten und ihre Renaturierung zu fördern. Ein internationales Expert*innenteam, unter der Leitung der Universität Manchester, schlägt in einer Publikation im Fachmagazin Nature Reviews Earth & Environment eine Reihe von Strategien vor, um die weltweite Zerstörung von Graslandschaften zu stoppen und ihre Wiederherstellung zu fördern.

Quelle: Senckenberg

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21. Sep 2021 · News · Anwendung

Mit Absorptions-Spektroskopie der Sonnenuhr auf der Spur

Wie Pflanzen mit ihren Phytochrome, lichtempfindlichen Proteinen, Licht wahrnehmen, untersucht das Forschungsteam um den Freiburger Pflanzenphysiologen Prof. Dr. Andreas Hiltbrunner. Welche Prozesse bei Phytochromen durch Lichteinwirkung auf molekularer Ebene ablaufen, können die Forschenden nun dank eines von Fraunhofer IPM speziell dafür maßgeschneiderten Messgeräts viel detaillierter und viel genauer untersuchen als bisher: Ratiospect 2.0 von Fraunhofer IPM ist ein weltweit einzigartiges optisches Absorptionsspektrometer – hochgenau und leicht zu bedienen.

Quelle: Fraunhofer beim idw

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20. Sep 2021 · News · Forschungsergebnis

Afrikanische Bergwälder als unterschätzte Kohlenstoffspeicher

Blick von einem Bergmassiv der Taita Hills im Süden Kenias. Foto: Prof. Dr. Christine Schmitt

Tropische Regenwälder stellen gigantische Kohlenstoffspeicher dar. Doch der Beitrag tropischer Bergwälder zum Klimaschutz wurde bislang unterschätzt. Ein Waldstück in den tropischen Bergwäldern Afrikas kann im Durchschnitt etwa 149,4 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar aufnehmen – das entspricht ungefähr dem Kohlenstoffspeicher der afrikanischen Tieflandregenwälder und liegt deutlich über dem Wert der Tiefland- und Bergwälder Südamerikas. Das belegt eine internationale Studie, die im August im Wissenschaftsmagazin Nature erschien und von der Beteiligten Prof. Dr. Christine Schmitt, Geographin an der Universität Passau, heute der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Quelle: Uni Passau

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20. Sep 2021 · News · Meinung

Agrarökologe: „Bestäubungsleistungen in der Landwirtschaft stärker in den Fokus“

Der globale Rückgang von Bestäubern gefährdet die Vermehrung von weltweit 90 Prozent aller Wildpflanzen sowie den Ertrag von 85 Prozent der wichtigsten Nutzpflanzen. Bestäuber tragen zu 35 Prozent der weltweiten Nahrungsproduktion bei. Diese Leistung der Bestäuber ist besonders wichtig, um die Ernährung der weltweit mehr als zwei Milliarden Kleinbäuerinnen und Kleinbauern abzusichern. Der Agrarökologe Prof. Dr. Teja Tscharntke der Universität Göttingen weist darauf hin, dass deren Ertrag erhöht werden könnte, wenn Bestäuber gefördert würden. Der Beitrag ist in der Fachzeitschrift One Earth erschienen.

Quelle: Uni Göttingen

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16. Sep 2021 · News · Forschungsergebnis

Gut fürs Grundwasser – schlecht für Nutzpflanzen? Plastikpartikel geben Schadstoffe in oberen Bodenschichten frei

In der Landwirtschaft gelangen mit Kompost, Klärschlamm und mit der Verwendung von Folien große Mengen von Nano- und Mikroplastik auf die Ackerböden. Die Plastikpartikel haben dabei stets diverse Schadstoffe im Gepäck. Diese transportieren sie jedoch meist nicht, wie häufig angenommen, bis ins Grundwasser. Umweltgeowissenschafter*innen um Thilo Hofmann haben nun ermittelt, dass die Kunststoffpartikel die Schadstoffe bereits in oberen Bodenschichten freigeben: Sie verunreinigen demnach in der Regel nicht das Grundwasser, wirken aber negativ auf Bodenmikroben und Nutzpflanzen. Die Studie der Universität Wien erscheint in Nature Communications Earth & Environment.

Quelle: Uni Wien

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15. Sep 2021 · News · Forschungsergebnis

Seegras-Wiesen als Vibrionen-Fänger

Taucher nehmen Wasserproben in einer Seegraswiese. Foto: Christian Howe

Wiesen aus Seegras helfen, den Klimawandel zu mindern und Algenblüten zu verhindern – und sie können laut neuesten Forschungsergebnissen auch die Konzentrationen potenziell gesundheitsschädlicher Bakterien im Meerwasser senken: Seegras-Wiesen erbringen einer jetzt veröffentlichten Studie von Kieler Forschenden zufolge eine weitere Ökosystemleistung für uns Menschen. Die Ergebnisse liefern einen weiteren Anreiz für den Schutz und die Wiederherstellung dieser lange unterschätzen Ökosysteme in der deutschen Ostsee. Veröffentlicht haben die Forschenden um Prof. Dr. Thorsten Reusch vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel ihre Ergebnisse im Fachmagazin Marine Biology.

Quelle: GEOMAR

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15. Sep 2021 · News · Veranstaltung

Pflanzenwissenschaftler thematisiert menschliches Verhältnis zur biologischen Vielfalt

Was leistet Biodiversität und wie hat sich der Blick auf die Artenvielfalt im Laufe der vergangenen 30 Jahre gewandelt? Diese und weitere Fragen beantwortet der Pflanzenwissenschaftler Prof. Dr. Christian Wirth in seinem Abendvortrag "Biologische Vielfalt ‒ Wirkung und Wandel", den er im Rahmen der diesjährigen Leopoldina-Jahresversammlung, am Freitag, 24. September (20:15 bis 21:15 Uhr), in Halle (Saale) hält und der im YouTube-Livestream übertragen wird. Wirth ist einer der Sprecher des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig. Seit 2009 hat er eine Professur für Spezielle Botanik und funktionelle Biodiversität an der Universität Leipzig inne und ist Direktor des Botanischen Gartens.

Quelle: Leopoldina

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15. Sep 2021 · News · Forschungsorte

Neubau des Forschungszentrums iDiv eingeweiht

iDiv-Sprecher und Pflanzenwissenschaftler Prof. Dr. Christian Wirth erklärt anhand der "Taxa Map", der Karte des Lebens, wie unser Leben von der Vielzahl der lebenden Arten auf dem Planeten abhängt. Foto: Swen Reichhold

Die Ministerpräsidenten Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens haben am Mittwoch gemeinsam mit DFG-Generalsekretärin Heide Ahrens den Forschungsneubau des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) feierlich eröffnet. Die über 100 Gäste erfuhren, welchen Beitrag iDiv zur Lösung der globalen Biodiversitätskrisen leistet und künftig leisten will. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel schickte eine Grußbotschaft. Der Neubau an Leipzigs Alter Messe ist als Ort des Ideenaustauschs und der integrativen Forschung für Wissenschaftler aus aller Welt konzipiert. Ab 2024 wollen die drei Länder gemeinsam mit weiteren Förderern die Finanzierung des Forschungszentrums übernehmen.

Quelle: iDiv

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15. Sep 2021 · News · Politik

Wald- und Holzforschung in Deutschland neu strukturieren

Trockenstress erleiden viele Wälder in Deutschland, wie hier im Harz 2019. Foto: André Künzelmann, UFZ

Wälder sind von großer Bedeutung für den Naturhaushalt und erbringen vielfältige Ökosystemleistungen. Vor allem die Folgen des Klimawandels lassen diese Fähigkeiten jedoch zunehmend schwinden und stellen damit auch bisherige Bewirtschaftungskonzepte infrage. Eine Expert:innengruppe hat nun im Auftrag der zwei Bundesministerien BMEL und BMBF Vorschläge erarbeitet, um die nationale Forschung im Bereich Wald und Holz neu auszurichten. Unter anderem wird die Gründung eines nationalen Zentrums für Wald- und Holzforschung empfohlen. Das Konzept wurde heute durch Prof. Folkhard Isermeyer (Thünen-Institut) und Prof. Georg Teutsch (UFZ), an die zuständigen Bundesministerien übergeben.

Quelle: UFZ

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15. Sep 2021 · News · Köpfe und Karrieren

Deutscher Forstwissenschaftspreis für Biodiversitätsforscher

PD Dr. Sebastian Seibold ist der Träger des Deutschen Forstwissenschaftspreises 2021. Der Forscher wurde am 14. September in München geehrt mit der von der Eva Mayr-Stihl Stiftung gestifteten, mit 15.000 Euro höchstdotierten forstwissenschaftliche Auszeichnung im deutschsprachigen Raum. Seine Forschung hat das Ziel, das Verständnis der ökologischen Wechselwirkungen zu vertiefen, die die Artenvielfalt und deren Zusammensetzung in den Waldökosystemen bestimmen. Daraus leitet Seibold, der der neben der Technischen Universität München (TUM) auch noch an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg forscht, praxisnahe Empfehlungen ab, wie Biodiversität in all ihren Facetten erhalten und gefördert werden kann.

Quelle: TUM beim idw

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14. Sep 2021 · News · Forschungsergebnis

Wie Pflanzen Phosphat erkennen

Den neuen Mechanismus haben die Forschenden bei Arabidopsis-Pflanzen untersucht. Foto: Gabriel Schaaf, Uni Bonn

Eine Studie der Universität Bonn und des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben beleuchtet den Mechanismus, mit dem Pflanzen erkennen, ob der Nährstoff Phosphat in ausreichender Menge vorliegt. Diesen Mechanismus aktivieren Pflanzen auch, um Phosphat zu mobilisieren und aufzunehmen. Das Enzym ITPK1 spielt dabei eine besondere Rolle. Die Stoffgruppe der beteiligten Signalmoleküle reagiert sehr empfindlich auf Phosphat und die Regulation findet nicht nur in Pflanzen, sondern auch in menschlichen Zellen statt. Die Ergebnisse könnten langfristig zur Züchtung neuer Sorten führen. Die finale Fassung der Studie ist jetzt in Molecular Plant erschienen.

Quelle: Uni Bonn

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14. Sep 2021 · News · Forschungsergebnis

Wie Hormone die Verlängerung von Wurzeln steuern

Verlängerung der Seitenwurzeln bei Stickstoffmangel. Grafik: IPK Leibniz-Institut

Die landwirtschaftliche Pflanzenproduktion muss künftig mit weniger Stickstoff als Dünger auskommen, womit es die Stickstoff-Nutzungseffizienz zu erhöhen gilt, um den Ertrag stabil zu halten. Bei leichtem Stickstoffmangel verlängern Pflanzen ihre Seitenwurzeln. So kann mehr Stickstoff als zuvor aufgenommen werden. Forschende des Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) haben jetzt ein hormonelles Regulationsmodul entdeckt, das die molekularen Prozesse dieser Anpassungsreaktion vermittelt. Eine zentrale Rolle darin spielen Brassinosteroide und Auxine. Die Ergebnisse haben sie im Magazin Nature Communications veröffentlicht.

Quelle: IPK (pdf)

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10. Sep 2021 · News · Forschungsergebnis

Ökoeffizientes Düngen schont Natur, Gesundheit und Geldbeutel

Ökoeffizientes Düngen. Foto: U. Benz, TUM

Harnstoff ist ein wertvoller Stickstoff-Dünger und wird in der Landwirtschaft regelmäßig zur Düngung großer Ackerflächen genutzt. Die Freisetzung von Harnstoff in die Atmosphäre hat jedoch weitreichende Folgen für die Umwelt und die menschliche Gesundheit. Abhilfe schaffen kann der Zusatz von „Urease-Inhibitoren“, die die gasförmigen Ammoniak-Verluste verringern. Ein Forschungsteam der Technischen Universität München (TUM) hat berechnet, wie durch den Einsatz ökoeffizienter Dünger Ausgaben in Milliardenhöhe im Umwelt- und Gesundheitsbereich eingespart werden können. Seine Ergebnisse publiszierte das Team in der Fachzeitschrift Environmental Research Letters.

Quelle: TUM

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10. Sep 2021 · News · Politik

Entschlossenes Vorgehen gegen Biodiversitätsverlust und Klimawandel gefordert

Der Kongress der Weltnaturschutzunion (International Union for Conservation of Nature, IUCN) ist heute in Marseille (Frankreich) mit der Annahmen des Marseille Manifesto zuende gegangen. Zentrale Forderung des Manifests ist es, die beiden zentralen globalen Herausforderungen Klimawandel und Biodiversitätsverlust beim Wiederaufbau nach Corona gleichermaßen zu berücksichtigen und stärker miteinander zu verknüpfen. Bei dem als hybride Veranstaltung durchgeführten IUCN World Conservation Congress (WCC) trafen sich vom 3. bis 10. September mehr als 5.000 Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen und Zivilgesellschaft, zusätzlich registrierten sich über 3.000 Teilnehmende online. Die Verbindung zwischen Biodiversität und Klima war prominentes Thema aller Veranstaltungen, ergänzt um den Aspekt der globalen Gesundheit.  Deutschland war in der ersten Wochenhälfte durch Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) beim High-level Segment des WCC vertreten.

Quelle: BMU

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09. Sep 2021 · News · Politik

Forschung empfiehlt eine nachhaltigere Gewässerpolitik

Die biologische Vielfalt von Binnengewässern ist stark bedroht. Sie sit Lebensgrundlage für das Leben von Natur und Mensch. Foto: Michael Roggo

Binnengewässer gehören in Deutschland zu den am stärksten genutzten und bedrohten Ökosystemen. Der Klimawandel mit Wetterextremen wie Dürren und Überflutungen verschärft die Situation zusätzlich. Die Folge ist u.a. ein rasanter Rückgang der aquatischen Vielfalt, der nicht nur Pflanzen und Tiere gefährdet, sondern auch die menschlichen Lebensgrundlagen. Darauf weist das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Deutschlands größtes Forschungszentrum für Binnengewässer, in einem aktuellen Policy Brief anlässlich der Bundestagswahl hin.

Quelle: IGB

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08. Sep 2021 · News · Forschungsergebnis

Beide Zweige der Immunabwehr sind eng verflochten

Versuchspflanze Arabidopsis thaliana im Gewächshaus. Foto: Uni Tübingen

Das Immunsystem der Pflanzen besteht aus zwei Zweigen: erste Abwehrmaßnahmen beginnen bei der Erkennung solcher Eindringlinge außerhalb der Zellen, ein zweiter Alarmierungsweg wird von der Pflanze selbst in der Zelle ausgelöst. In jüngster Zeit hatten sich die Hinweise vermehrt, dass diese bisher getrennt geglaubten Zweige des pflanzlichen Immunsystems verbunden sein könnten. Nun hat ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Professor Thorsten Nürnberger vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen der Universität Tübingen und Professorin Jane Parker vom Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln einen Beleg für die Verbindung gefunden. Es hat Komponenten entdeckt, die in die Signalwege beider Zweige eingeschaltet sind. Eine gute Immunabwehr und der Aufbau einer großen Widerstandskraft gegen mikrobielle Krankheitserreger sind wichtige Ziele in der Pflanzenzüchtung und im Nutzpflanzenbau. Die Ergebnisse, die zu einem neuen Modell des pflanzlichen Immunsystems führen könnten, wurden in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.

Quelle: Uni Tübingen

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08. Sep 2021 · News · Forschungsergebnis

Waldränder in den Tropen verstärken Kohlenstoff-Emissionen

Die Abholzung der tropischen Regenwälder schreitet unaufhaltsam voran und damit die Fragmentierung dieser Wälder. Das zeigt die jüngste Auswertung von Satellitendaten durch UFZ-Wissenschaftler:innen. Der Anstieg der Fragmentierung auf fast ein Drittel der Waldfläche hat Folgen für den globalen Kohlenstoffkreislauf, schreiben sie in Science Advances: Durch eine erhöhte Baumsterblichkeit werden an den Waldrändern große Mengen an Kohlenstoff freigesetzt. Modellsimulationen zeigen zudem, dass diese Emissionen in Zukunft zunehmen könnten. Nur durch weniger Abholzung kann der Prozess gebremst werden.

Quelle: UFZ

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08. Sep 2021 · News · Forschungsergebnis

Review: Handbestäubung landwirtschaftlicher Nutzpflanzen

Indonesische Landwirte in „Central Sulawesi“ bestäuben Kakaopflanzen. Hier werden Blüten auf Blüten gedrückt, um Pollen zu übertragen: Der Stempel wird mit dem Pollen einer anderen Blüte in Kontakt gebracht. Thomas C. Wagner

Bestäuber sind unverzichtbar für die landwirtschaftliche Produktion. Allerdings kann Bestäubung auch ausfallen oder unzureichend sein, was zu geringeren Erträgen und schlechterer Qualität führen kann. Daher sind alternative Lösungen erforderlich. Die Handbestäubung, bei der Pollen manuell oder mechanisch auf die Blüte aufgetragen wird, kann die tierische Bestäubung ergänzen oder ersetzen. Forscherinnen und Forscher der Universitäten Göttingen und Hohenheim präsentieren nun die erste systematische Übersicht über die Handbestäubung von Nahrungsmittelpflanzen. Sie zeigen, dass Handbestäubung weltweit bei 20 Nutzpflanzen angewandt wird, darunter auch wirtschaftlich bedeutsame Pflanzen wie Apfel, Ölpalme und Kakao. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Basic and Applied Ecology erschienen.

Quelle: Uni Göttingen

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08. Sep 2021 · News · Förderung

Karriereförderung für PostDocs in Östereich: ESPRIT

ESPRIT dient der Durchführung eines eigenständigen Forschungsprojektes als Projektleiter*in. Die Förderung ist für qualifizierte PostDocs aller Fachdisziplinen am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere, die an einer österreichischen Forschungsstätte ein eigenständiges Forschungsprojekt durchführen. Dazu wird der / die Projektleiter*in wird in seiner / ihrer Kompetenz- und Karriereentwicklung von einem/einer Mentor*in unterstützt. Der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) unterstützt das Projekt für 36 Monate.

Details: FWF

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07. Sep 2021 · News · Veranstaltung

Digitale Forstwissenschaftliche Tagung

Vom 13. bis 15. September 2021 treffen sich an Forstwirtschaft Interessierte Forschende auf der Digitalen Forstwissenschaftlichen Tagung FOWITA. An jedem der drei Konferenztage werden Plenarvorträge sowie vier bis fünf Parallel-Sessions stattfinden. Insgesamt 34 Sessions und rund 300 Beiträge bieten Raum für ein breites Spektrum an Themen aus der forstlichen Forschung. Auch ein Science Slam ist geplant. Veranstaltet wird diese Tagung vom Fachgebiet für Waldinventur und nachhaltige Nutzung, Prof. Dr. Thomas Knoke, Technische Universität München.

Zur Konferenz-Website

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07. Sep 2021 · News · Politik

Bürger*innen-Rat Klima fordert Einhaltung des Pariser Klimaziele

Der Bürgerrat Klima aus 160 zufällig ausgelosten Bürgerinnen und Bürgern hat seine Empfehlungen zur zukünftigen Klimapolitik in Deutschland veröffentlicht (siehe pdf-Datei). Diese Art "Mini Deutschland" hatte unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten a. D., Horst Köhler in den letzten Monaten darüber diskutiert, welche Empfehlungen sie für die zukünftige deutsche Klimapolitik geben. Darin fordern sie von der kommenden Regierung die strikte Einhaltung der Pariser Klimaziele ein.

Quelle: VBIO

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06. Sep 2021 · News · Forschungsergebnis

Pollen verraten Vegetation zu Lebzeiten eines Dinosauriers

Spore eines Bärlappgewächses aus der Körperhöhle der Dinosaurier-Mumie, die derzeit bei Senckenberg ausgestellt ist. Aufnahme: Senckenberg

Das Sedimentgestein aus der Körperhöhle der im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt ausgestellten Mumie des Entenschnabel-Dinosauriers (Edmontosaurus annectens) haben Forschende nun untersucht. Anhand von Pollen-Analysen konnten sie die Vegetation und damit Details des Ökosystems zu Lebzeiten des Dinosauriers von Wyoming von vor etwa 70 Millionen Jahren rekonstruieren und publizierten die Ergebnisse in der Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften. Die Pflanzenwelt im Maastrichtium, vor fast 70 Millionen Jahren, umfasste demnach Farne und andere Sporenpflanzen, aber auch Gymnospermen und Angiospermen. Die Forschenden wiesen darüber hinaus vereinzelte Süßwasseralgen in den Ablagerungen nach. In allen untersuchten Proben fanden die beiden Wissenschaftler zudem einen hohen Anteil von Holzkohlepartikeln, der für regelmäßige Vegetationsbrände zur Zeit der Ablagerung spricht.

Quelle: Senckenberg

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Stellenangebote
14. Okt 2021 · Offene Stellen

Kurator*in (m/w/d)

Botanischer Garten

Staatliche Naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns (SNSB), Botanischer Garten, München, Deutschland

Start: zum nächstmöglichen Zeitpunkt

Deadline: 15 November 2021

Details (pdf)

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27. Sep 2021 · Offene Stellen

PhD position (f/m/d)

Role of lipid droplets in seed germination

University of Münster (WWU), Institute of Plant Biology and Biotechnology, research group Green Biotechnology, Münster, Germany

Start: between Dec 2021 and Feb 2022

Deadline: 31 October 2021

Details (pdf)

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21. Sep 2021 · Offene Stellen

Wissenschaftliche Mitarbeit (w/m/d)

Molecular mechanisms regulating symbiosis between plants and arbuscular mycorrhizal (AM) fungi (focus on the underlying genetic regulatory network)

University of Cologne, Cluster of Excellence in Plant Sciences (CEPLAS), Cologne, Germany

Deadline: 17 October 2021  

Details (pdf)

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21. Sep 2021 · Offene Stellen

Professur (W3)

Plant RNA Transport

Universität Regensburg, Fakultät für Biologie und Vorklinische Medizin, Regensburg, Germany

Start: zum nächstmöglichen Zeitpunkt / a.s.a.p.

Deadline: 27 Oktober 2021

Details: Uni Regensburg (pdf)

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20. Sep 2021 · Offene Stellen

Wissenschaftliche Mitarbeit (w/m/d)

Plant Data Science

Forschungszentrum Jülich, NFDI Konsortium DataPLANT, Jülich, Deutschland

Deadline: 17 Oktober 2021

Details: website fz-juelich

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07. Sep 2021 · Offene Stellen

PhD position (m/f/d)

Redox-regulation of epigenetic mechanisms in response to future climate conditions

Helmholtz-Edinburgh International Research School for Epigenetics, Helmholtz Zentrum München and Edinburgh University, Munich / Edinburgh, Germany / Scotland

Start: May 2022

Deadline: 15 October 2021

Details (pdf)

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30. Aug 2021 · Offene Stellen

W3-Professur

Evolution und Diversität der Pflanzen

Universität Bayreuth, Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften, Bayreuth, Deutschland

Start: 1 April 2023

Deadline: 15 Oktober 2021

Details: Uni Bayreuth (pdf)

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09. Jul 2021 · Offene Stellen

Wissenschaftliche Mitarbeit / PhD position (m/w/d)

Pflanzenbiotechnologie und Bioinformatik

TU Braunschweig, Institut für Pflanzenbiologie, Braunschweig, Deutschland

Start: 1 Oktober 2021

Deadline: 15 August 2021

Details: TU Braunschweig

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