Actualia der DBG
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Erste internationale Tagung über Stammzellen und Meristeme bei Getreidepflanzen

Einige der Teilnehmenden kamen vor dem Vielberth Gebäude der Universität zum Gruppenfoto zusammen. Foto: Ute Schäfers

Das International Symposium on Cereal Meristems and Stem Cell Systems, welches von der DFG Forschungsgruppe FOR 5235 "Stammzellsysteme bei Getreide (CSCS): Etablierung, Aufrechterhaltung und Beendigung" organisiert wurde, brachte Ende September 2025 gut 90 Forschende aus 14 Ländern an der Universität Regensburg zusammen. Das Symposium war die erste internationale wissenschaftliche Konferenz, die ihren Fokus auf die Erforschung von pflanzlichen Stammzellen- und Meristemen insbesondere bei Getreiden wie Mais, Weizen und Gerste gerichtet hat. Die Organisierenden um Prof. Dr. Thomas Dresselhaus und Dr. Melanie Heinrich berichten über die Keynotes, die ausgezeichneten Arbeiten der Forschenden im frühen Karrierestadium (ECRs) und ihre Hoffnung, dass diese Tagung den Grundstein für weitere Konferenzen über diese aufstrebende Forschungsdisziplin legte. 

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Im Film Silent Friend verleitet ein Ginkgobaum zur Wahrnehmung von Pflanzen

Der Neurowissenschaftler, gespielt von Tony Leung, der eigentlich die kognitive Entwicklung von Babys erforscht, macht ein Experiment mit dem uralten Baum. Foto: Pandora-Film

Ein alter Ginkgobaum im Botanischen Garten Marburgs ist seit mehr als hundert Jahren stiller Zeuge leiser Veränderungen im Leben dreier Menschen: eines Neurowissenschaftlers im Jahr 2020, eines Studenten im Jahr 1972 und einer Studentin im Jahr 1908. Den wie Poesie erzählten Film, mit seinen detailreichen Pflanzenaufnahmen, Zeitrafferdarstellungen und mikroskopischen Aufnahmen aus Zellen kann die stellvertretende Sprecherin unserer Sektion für Angewandte Botanik, Prof. Dr. Jutta Papenbrock, auch anderen ans Herz legen. Sie hat den Film bereits gesehen, der aktuell von Pandora-Film an die lokalen Arthouse-Kinos verliehen wird. Die Pflanzenwissenschaftlerin hofft, dass die Pflanzenvielfalt und wissenschaftlichen Details dazu animieren, die Pflanzenwelt im täglichen Leben bewusster wahrzunehmen.

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Actualia · Tagungsbericht

13. Internationaler Pflanzen-Schwefel-Workshop in Heidelberg

Workshop-Logo und das Heidelberger Schloß mit alter Brücke über den Neckar und dem Logo der Universität Heidelberg. Foto und (c): Uni Heidelberg, Kommunikation und Marketing

Der Internationale Plant Sulfur Workshop stellt ein einzigartiges Forum für die Zusammenführung von molekularbiologischer bis zu ökologischer Forschung rund um die Rolle von Schwefel in Pflanzen dar. Initiiert wurde das Format im Jahr 1989. Seitdem arbeitet diese erfolgreiche Reihe unabhängig von wissenschaftlichen Gesellschaften oder Fördermittel nach einem Bottom-up-Ansatz. Mehr als 90 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 17 Ländern und von den vier Kontinenten Asien, Australien, Europa und Nord-Amerika präsentierten vom 21. bis 25. September ihre neusten Ergebnisse dieses Jahr in Heidelberg nach dem letzten Workshop vor drei Jahren in Canada. Die Mischung aus Nachwuchs- und etablierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern führte zu einem lebhaften Austausch über die Interaktion von Schwefel mit anderen Nährstoffen, die Rolle des Protein-Sulfenoms, die Beeinflussung der Biodiversität und vieler anderer Themen. Die Konferenz-Organisatoren Prof. Dr. Rüdiger Hell und Dr. Markus Wirtz vom Centre for Organismal Studies Heidelberg (COS) berichten über die thematischen Schwerpunkte des Treffens ebenso wie über ausgezeichnete Forschungsergebnisse. 

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Tetrapyrrol-Photorezeptoren photosynthetischer Organismen (ICTPPO)

Teilnehmende der ICTPPO-Konferenz vor dem Gebäude der Universität in Kaiserslautern. Foto: Nina Bäuerle

Mit mehr als 100 internationalen Teilnehmenden fand vom 24. bis 27. August 2025 die 16. Internationale Konferenz über Tetrapyrrol-Photorezeptoren photosynthetischer Organismen (International Conference on Tetrapyrrole Photoreceptors of Photosynthetic Organisms, ICTPPO) an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) in Kaiserslautern statt. Diese jeweils alle zwei Jahre stattfindende Konferenz, die diesmal Professorin Nicole Frankenberg-Dinkel mit einem Team internationaler Wissenschaftler*innen und zahlreichen ortsansässigen Helfer*innen organisiert hatte, bleibt das wichtige Tagungsereignis für Wissenschaftler*innen der Mikrobiologie, Molekularbiologie, Strukturbiologie, Spektroskopie, Biochemie, Elektronenmikroskopie und Bioinformatik, die sich mit den Funktionen, der Synthese und der Struktur von Tetrapyrrolen und ihren Bindeproteinen befassen. Prof. Bernhard Grimm and Prof. Frankenberg-Dinkel berichten über die Themenschwerpunkte und warum auch Geschicklichkeit von Vorteil war. 

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Actualia · Tagungsbericht

Internationales Endozytobiologie-Symposium in Berlin

Gruppenbild in der Donnerstagssession im Elisabeth-Schiemann-Hörsaal der Freien Universität. Foto: Dr. Petra Redekop

Vom 16. bis 19. September 2025 besuchten 74 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das 23. Symposium der Deutschen Gesellschaft für Endozytobiologie (International Society of Endocytobiology, ISE) an der Freien Universität Berlin. Im Rahmen von insgesamt 29 Vorträgen, 31 Postern, einer Campus-Tour und in der besonders entspannten Atmosphäre beim „Young Organelle BBQ” sowie dem Tagungs-Dinner fand ein umfangreicher Austausch über präsymbiotische und endosymbiotische Zell- und Organellbiologie statt.Organisatorin, Professorin Margarete Baier, fasst die Themen des Treffens zusammen und berichtet über die mit Preisen ausgezeichneten Beiträge von Forschenden im frühen Karrierestadium. 

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Actualia · Tagungsbericht

Zell und Molekularbiologie der Grünalge Chlamydomonas reinhardtii

Teilnehmende der Konferenz vor dem Fürstbischöflichen Schloss in Münster. Foto: The Chlamy2025 Organizing Committee

270 Forschende diskutierten ihre neuesten Ergebnisse bei der International Conference on the Cell and Molecular Biology of Chlamydomonas. Die Organisatoren Prof. Dr. Michael Hippler und Prof. Dr. Michael Schroda geben einen Einblick in die jüngsten Forschungsschwerpunkte am etablierten Modellorganisamus der Algenforschung und schildern, was den Teilnehmenden besonders gefiel. 

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Actualia · Tagungsbericht

Summer School: Warum es auf Zahlen ankommt

Die Beitragenden und Teilnehmenden der Summer School waren aus fünf Universitäten zusammen gekommen. Foto und (c): Andreas Richter

Die Summer School „The Numbers Matter: Exploring Photoautotrophic Organisms through Quantitative Biology” fand vom 15. bis 19. September am Institut für Biowissenschaften an der Universität Rostock statt. Vierzehn Doktoranden und Doktorandinnen diskutierten jüngste Ergebnisse und nahmen an praktischen Übungen zu quantifizierenden Techniken teil. Theoretische Vorträge rundeten die Veranstaltung ab. Die Organisatoren, Jun.-Prof. Dr. Jennifer Selinski (Kiel) und Jun.-Prof. Dr. Andreas Richter (Rostock) berichten über die Themen und Beiträge der DBG-geförderten Summer School

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Actualia · Tagungsbericht

Frontiers in Plant Systematics and Evolution

Ein Teil der Symposiumsteilnehmenden kam in der Eingangshalle des Centre for Organismal Studies (COS) zusammen. Foto: Dr. Roland Gromes, COS

Das diesjährige Symposium unserer Sektion Biodiversität und Evolutionsbiologie brachte Forschende im frühen Karrierestadium (ECRs) mit etablierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen. Die mehr als 90 Teilnehmenden aus vier Ländern präsentierten und diskutierten im August jüngste Forschungsergebnisse unter dem Motto Frontiers in Plant Systematics and Evolution in Heidelberg. Prof. Dr. Elvira Hörandl (Göttingen), schildert die Highlights und Themen der Tagung, nennt, welche ECRs Preise für ausgezeichnete Forschung erhielten und berichtet über die Wahl des neuen Sektionssprechers. 

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Actualia · DBG

Planungs- und Vorstandstreffen: Botanik-Tagung und Themen der ECRs

In den Gebäuden der Ruhr-Universität Bochum (RUB), die hinter den Gewächshäusern des Botanischen Gartens liegen, erkundeten die Mitglieder des DBG-Vorstands den Veranstaltungsort unserer kommenden internationalen Konferenz. Foto: mit freundlicher Genehmigung von Dr. Wolfgang Stuppy

Beim Treffen des erweiterten DBG-Präsidiums am 9. und 10. September an der RUB stimmten die Teilnehmenden nicht nur über die Programm-Highlights und weitere Details zu unserer kommenden Botanik-Tagung ab, sondern berieten sich auch über die ersten Ergebnisse der Umfrage zu den Anliegen der Forschenden im frühen Karrierestadium (ECRs), die die DBG seit Anfang August durchführt. Die Einladung des zukünftigen Tagungspräsidenten unserer International Conference of the German Society for Plant Sciences (DBG), Prof. Dr. Christopher Grefen, umfasste auch eine Probe-Verköstigung von Speisen, die während der Botanik-Tagung im kommenden Jahr angeboten werden könnten, zu der - wie in den Vorjahren - mehrere Hundert Teilnehmende aus allen pflanzenwissenschaftlichen Disziplinen erwartet werden. Berichte unseres Präsidenten, Prof. Dr. Andreas Weber, unseres Schatzmeisters, Prof. Dr. Raimund Tenhaken, zur Wirkung und Reichweite unserer Fachzeitschrift Plant Biology über Outreach und Website, sowie Lösungen für anstehende Herausforderungen wissenschaftlicher Fachgesellschaften waren ebenfalls Themen des jährlichen Vorstandstreffens. 

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Gemeinsamer Sektions-Workshop für ECRs

Die Gruppe der Forschenden im Frühen Karrierestadium vor dem Veranstaltungsort, dem Weltkulturerbe St. Michaeliskirche in Hildesheim, beim ersten gemeinsamen Treffen zweier DBG-Sektionen. Foto: Dietrich Ober

Der erste gemeinsame Workshop der DBG-Sektionen Pflanzliche Naturstoffe und Angewandte Botanik für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der frühen Karrierephase (early career researchers, ECR) fand vom 1. bis 3. September 2025 in Hildesheim statt. Über 30 Doktorand*innen und PostDocs von 16 Forschungsstätten aus ganz Deutschland, sowie aus Großbritannien und Dänemark stellten ihre Forschungsergebnisse vor und diskutierten diese intensiv miteinander. Über das Treffen und die Themen und Forschungsschwerpunkte berichten Prof. Dr. Dietrich Ober und Prof. Dr. Christian Zörb, die beiden Organisatoren. 

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Actualia · Nachwuchsförderung

Nachfahre des Pflanzenwissenschaftlers Wilhelm Pfeffer fördert unsere Stiftung

Der Präsident der Wilhelm-Pfeffer-Stiftung, Severin Sasso, dankt Robert William Pfeffer (links) für die großzügige Spende vor einem Portrait des Pflanzenwissenschaftlers Wilhelm Pfeffer (1845-1920) an der Universität Leipzig. Foto: privat

Der Kanadier Robert William Pfeffer, Urenkel des bedeutenden Pflanzenwissenschaftlers Wilhelm Pfeffer, besuchte im Mai die Orte in Leipzig, an denen der Namensgeber der Wilhelm-Pfeffer-Stiftung um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert geforscht hatte. Robert William Pfeffer und seine Frau Martha Pfeffer überreichten eine großzügige Spende von 10,000 Euro, um die Ziele der DBG-eigenen Stiftung zu fördern, welche Pflanzenforscherinnen und -forscher im frühen Karrierestadium für herausragende Forschungsergebnisse auszeichnet. Die Stiftung verleiht im Wechsel den Wilhelm-Pfeffer-Preis für eine Dissertation als auch den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung.

Actualia · Nachwuchsförderung

Ausgezeichnet: Schlüssel-Enzym für ein giftiges Alkaloid mit großem Anwendungspotential entdeckt

Shenyu Liu (links) steckt einen Pflanzenextrakt zur Analyse in ein Gerät zur Flüssigchromatographie mit Massenspektrometrie-Kopplung (LC/MS), Sara Leite Dias (Mitte) untersucht Gersten-Pflanzen im Gewächshaus und Dr. Ling Chuang (rechts) injiziert den DNA-Überträger Agrobacterium tumefaciens in das Blatt einer Tabakpflanze (Nicotiana benthamiana). Fotos (v.l.n.r): Yitong Ren, Lynne Tiller, und Susan Schlüter

Für ihre im Fachmagazin Science erschienene Studie über die genetischen Grundlagen der Biosynthese von Gramin, einem giftigen Alkaloid aus der Gerste, erhalten die drei Erstautorinnen und -autoren den diesjährigen Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung. Der von der Wilhelm-Pfeffer-Stiftung unserer Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) vergebene und mit 1.000 Euro dotierte Preis geht zu gleichen Teilen an: 

  • Sara Leite Dias vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben (IPK), an
  • Dr. Ling Chuang während der Studie an der Leibniz Universität Hannover (jetzt Max-Planck-Institut für chemische Ökologie, Jena) und an
  • Shenyu Liu, ebenfalls Leibniz Universität Hannover. 

"Die Entdeckung des Schlüssel-Enzyms zur Herstellung von Gramin vervollständigt unser Wissen über den Biosyntheseweg und birgt das Potential für zahlreiche Anwendungen in Pflanzenzucht und Landwirtschaft. Zudem ist auch der enzymatische Mechanismus zur Knüpfung einer neuen Kohlenstoff-Stickstoff-Bindung ziemlich ungewöhnlich", erläutert Prof. Severin Sasso, Präsident der Wilhelm-Pfeffer-Stiftung, die Auszeichnung dieser Science-Studie mit dem Titel „Biosynthesis of the allelopathic alkaloid gramine in barley by a cryptic oxidative rearrangement“. Die Aufklärung der Gramin-Biosynthese ermöglicht zudem dessen Produktion in anderen Organismen, die Gramin nicht selbst synthetisieren können, was die Autorinnen und Autoren etwa für die Modellpflanze Arabidopsis thaliana oder die Hefe Saccharomyces cerevisiae gezeigt haben. Die neuen Ergebnisse liefern darüber hinaus auch eine Grundlage für die züchterische Verbesserung von Gerste, um ihre Resistenz gegen Pflanzenfresser, Pilze und Bakterien künftig zu erhöhen und damit einen Beitrag zur nachhaltigen Schädlingsbekämpfung zu leisten. Gleichzeitig kann die bestehende Toxizität von Gerste für Wiederkäuer in Zukunft verringert werden. 

Mehr zu den Preisen der DBG für Forschende im frühen Karrierestadium:

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Actualia · Tagungsbericht

Internationales Symposium zur Evolution pflanzlicher Reproduktion

Ein Teil der Teilnehmenden versammelte sich zum Gruppenfoto. Foto: Henri Dümpelmann. Zum Vergößern bitte anklicken

Die wissenschaftliche Konferenz der Evolution der Signalgebung und Entwicklung pflanzlicher Fortpflanzungssysteme brachte mehr als 100 Forschende aus elf Ländern im März in Berlin zusammen und war von der DFG-Forschungsgruppe „Innovation and Coevolution in Plant Sexual Reproduction“ (ICIPS) organisiert worden. Sie bot nicht nur ein Forum zum Austausch neuester Forschungsergebnisse über Landpflanzenreproduktion, sondern zeigte auch, dass sich regulatorische Prozesse möglicher Weise vor den Merkmalen entwickelt haben, deren Ausprägung sie steuern. Prof. Dr. Annette Becker und Dr. Romain Scalone fassen die Tagung zusammen, stellen die Vielfalt der Pflanzenarten, die untersucht wurden, vor und berichten über die mit Preisen ausgezeichneten Poster und den besten Vortrag. 

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Actualia · Tagungsbericht

21. Sektionstagung Phykologie

Die Teilnehmenden der 21. wissenschaftlichen Tagung der Sektion Phykologie vor der „Alten Mensa“ im Herzen von Göttingen. Foto: Samuel Gerent

Vom 9. bis 12. März 2025 fand die 21. wissenschaftliche Tagung der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) in den altehrwürdigen Sälen der „Alten Mensa“ der Universität Göttingen statt. Die Tagung wurde von Dr. Maike Lorenz, Prof. Jan de Vries, Prof. Thomas Friedl und Dr. Janine Fürst-Jansen (Universität Göttingen) organisiert und bot über 120 Teilnehmer*innen aus dem In- und Ausland die Möglichkeit, ihre aktuellen Forschungsergebnisse aus der Algenforschung vorzustellen und zu diskutieren. Die Tagung wartete mit einem vielfältigen Programm auf: In 44 Vorträgen und auf 50 Postern wurde eine große Bandbreite phykologischer Themen abgedeckt. Der Großteil dieser Beiträge wurde von Doktorand*innen und PostDocs vorgestellt und zeichnete sich durch ein sehr hohes wissenschaftliches Niveau aus. Eins der vielen Highlights war der Besuch der Sammlung von Algenkulturen der Universität Göttingen (SAG) am letzten Tagungstag. Mit deutsch- und englischsprachigen Führungen konnte die Altstadt von Göttingen erkundet werden, mit vielen Verweisen auf die spannende Geschichte der Universitätsstadt. 

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Actualia · Tagungsbericht

23. Mitteldeutsche Pflanzenphysiologie-Tagung 2025

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der 23. Mitteldeutschen Pflanzenphysiologie-Tagung vor dem Eingang zum Konferenzraum der Leucorea in Wittenberg. Foto: Ralf Bernd Klösgen

Die jährliche Tagung der pflanzenphysiologisch forschenden Arbeitsgruppen an den mitteldeutschen Universitäten in Leipzig, Halle, Jena und Dresden hat in diesem Jahr bereits zum 23. Mal stattgefunden. Sie wird traditionell in regelmäßigem Wechsel reihum organisiert und fand in diesem Jahr am 14. und 15. Februar in der Leucorea in Wittenberg statt, dem "Stammsitz" der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seit ihrem Beginn verfolgen die Organisatoren mit der Tagung zwei wesentliche Ziele:

  1. die Förderung des wissenschaftlichen Austauschs zwischen den beteiligten Arbeitsgruppen an den mitteldeutschen Universitäten und
  2. jungen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen im frühen Karrierestadium (fortgeschrittenes Bachelor-, bzw. Masterstudium bis Promotion) eine Gelegenheit zur aktiven Teilnahme an einer wissenschaftlichen Tagung zu geben.

Dabei war es - wie immer - das Bestreben, diesem Personenkreis ein Forum zu bieten, in dem sie ihre Forschungsergebnisse in unbeschwerter Atmosphäre einem Auditorium vorstellen können, das nicht überwiegend aus Mitgliedern des eigenen Arbeitskreises besteht. Daher wurde das Programm, das etwa 20 wissenschaftliche Vorträge (in englischer Sprache) mit anschließender Diskussion umfasste, fast ausschließlich von den Nachwuchskräften gestaltet. Die Tagung wurde von der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) gefördert.

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Actualia · Tagungsbericht

Tagung Molekularbiologie der Pflanzen 2025

Beinahe 200 Pflanzenwissenschaftler*innen trafen sich in der Sportschule Hennef, um jüngste Forschungsergebnisse zu diskutieren. Foto: Aron Struß, RUB

Zum 38. Mal brachte die Konferenz Molekularbiologie der Pflanzen rund 190 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom 10. bis 13. Februar in Nordrhein-Westfalen zusammen, der Konferenz der Sektion Pflanzenphysiologie und Molekularbiologie (SPPMB) der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG). Das Treffen bot wieder eine Bühne für jüngste Forschungsergebnisse von Graduierten, PostDocs und Gruppenleitenden und für fruchtvollen wissenschaftlichen Austausch. Organisiert von Christopher Grefen (Ruhr Universität Bochum, RUB), Ute Höcker (Köln) und Henning Kunz (München), bot das Treffen einen guten Rundblick über aktuelle molekulare Pflanzenwissenschaften, mit ein paar mehr Beiträgen aus den Feldern biotischer Interaktionen, molekularer Physiologie, sowie Zell- und Entwicklungsbiologie. Konferenz-Organisator Grefen berichtet im Detail.

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Actualia · Tagungsbericht

Gordon Research Conference: Neues über pflanzliche Proteolyse

Die internationale Gordon Research Conference Plant Proteolysis fand im Januar 2025 in der Toskana statt und wurde unter anderem durch die Deutsche Botanische Gesellschaft (German Society for Plant Sciences, DBG) gefördert. Foto: Andreas Schaller

Während der internationalen Gordon Research Conference (GRC) über die Bedeutung der Proteolyse in Pflanzen diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus fünf Kontinenten ihre jüngsten wie auch bislang unveröffentlichte wissenschaftlichen Ergebnisse. Die 44 Vorträge zu allen Facetten der Proteolyse in Pflanzen wurden vom Publikum sehr geschätzt und intensiv diskutiert. Tagungspräsident Professor Andreas Schaller (Hohenheim) fasst die aktuellen Forschungsschwerpunkte zusammen, über die man sich während einer intensiven und für alle Beteiligten stimulierenden Woche im Januar in der Toskana ausgetauscht hat.

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DBG Update

VBIO-Rückblick - Januar 2026

Wie die Forschungskürzungen in den USA auch die Wissenschaft in Deutschland treffen war Thema eines Wissenschafts-Podcasts in Bayern2. Im Podcast „Ein Jahr Trump – So verändert er Deutschlands Forschung" floss auch die Expertise des Präsidenten des Dachverbandes, Prof. Markus Engstler, ein. Das ist eines der vielen Themen aus der Rückschau auf den Monat Januar des VBIO, des Verbandes Biologie, Biowissenschaften & Biomedizin in Deutschland. 

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DBG · Newsletter

DBG Newsletter Nr. 82

Welches neue Werkzeug Gene in unbekannten Organismen entdeckt, wie Pflanzenvielfalt Ökosysteme prägt, wie ein Pilz ein pflanzeneigenes Programm kapert und welche Erfolgsstrategie Parasiten so schwer kontrollierbarer macht.
YoungDBG, the new network for early career plant scientists is beginning to take shape. DBG is looking forward to its Conference in September in Bochum and has recently awarded more master theses with prizes than ever.
The Editors of our journal Plant Biology recommend three reviews on molecules to inhibit plant stress and to enhance crop resilience, on plant molecules that could be used as biopesticides and about the tasiR-ARF pathway in plants. They also suggest to read the viewpoint on why tropical forests vary in their response to hydrologic changes with implications for modelling. And they invite papers for a special issue on tetrapyrrole photoreceptors. The newsletter lists more than 50 conferences and scientific meetings, webinars and workshops, as well as summer schools for early career researchers (ECRs).

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VBIO-Rückblick - Dezember 2025

Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) berichtet knapp über das zweitägige Treffen der Präsidiumsmitglieder des Dachverbandes Anfang Dezember in Würzburg, lädt zum SoftSkill Seminar und fasst wichtige Nachrichten aus Forschungs- und Hochschulpolitik im Dezember zusammen. 

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DBG · Newsletter

DBG Newsletter Nr. 81

Erstmals gelang es, die Anzahl der Chromosomen mit CRISPR zu verringern – ohne Nachteile für die Pflanze. Wo Stickstofffixierung den Klimawandel antreibt, welche Organismen sich durch „Yes, we CAM“ auszeichnen und wie sich die DNA einfacher entschlüsseln lässt, steht ebenfalls in den Forschungsnachrichten.
DBG announces to establish a new network for early career scientists, asks for your input on topics to be addressed to all DBG members, and has awarded new Masters of Science with prizes. 
The Editors of our journal Plant Biology recommend three reviews: on how multiple hormones orchestrate successful flowering and reproduction, about current knowledge on biosynthesis and function of phytosterols, sterol conjugates, brassinosteroids, and specialized steroidal metabolites in the very productive monocot Duckweed, and about the hydraulic traits and water use strategies of mountain and dwarf shrubs. 
Besides positive news from the EU, you can find several funding opportunities in this issue. The newsletter also lists conferences, workshops, and other meetings for early career researchers and the scientific community. Please be aware that several (early bird) registrations will already end around the turn of the year or even earlier.

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VBIO-Rückblick - November 2025

Anfang Dezember lud der Dach-Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) gemeinsam mit den wissenschaftlichen Fachgesellschaften aus Physik (DPG), Geowissenschaften (DVGeo), Mathematik (DMV) und Chemie (GDCh) wieder zu einem Parlamentarischen Abend in die Parlamentarische Gesellschaft nach Berlin ein. Zum Thema „Versorgungssicherheit“ vermittelten die Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft Einblicke in aktuelle Herausforderungen und konkrete Forschungsprojekte, in so unterschiedlichen Bereichen wie „Rohstoffe“, „Energie“, „Grundwasser“, „Ernährung“ und „Antibiotika“. Nachrichten aus der Forschungs- und Hochschulpolitk runden den Rückblick auf die Aktivitäten des VBIO im Vormonat ab. 

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VBIO-Rückblick - Oktober 2025

Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO), in dem auch unsere DBG Mitglied ist, hat sich dem Klimaaufruf 2025 angeschlossen, gemeinsam mit der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft (DMG) und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Sie alle fordern zu entschlossenem Handeln angesichts der Klimakrise auf. Nachrichten aus Hoch- und Wissenschaftspolitik und weitere Nachrichten runden den Rückblick des 
Dachverband der Biologie auf seine Aktivitäten im vergangenen Monat ab.

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DBG · Newsletter

DBG Newsletter Nr. 80

Wie die Wurzel die Blüte triggert, was die Ausbreitung eingeschleppter Pflanzen fördert, wie Aminosäuren transportiert werden, und wie Tomaten verhindern, bei Stress zu überreagieren, steht in unserer Forschungsrubrik.
DBG recently has awarded three early career scientists for their outstanding plant science paper. The confirmed speakers of our international Conference next year in Bochum are worth to already mark your calendars today (6th to 10th of September 2026). A Canada based descendant of a famous German plant scientist made a big donation to DBG to award ECRs.
One of our Sections introduces the keynote speakers of their upcoming conference at the beginning of next year and three of our other Sections report about their recent scientific meetings and the newly elected speaker of one of them.
The Editors of our journal Plant Biology recommend five reviews: about transposable elements, the role of cell walls in Cuscuta parasitism, the sustainable production of capsaicinoids through organellar genome editing, on how forests will respond to compound droughts, as well as about drought responses in ornamental plants for horticulture incl. strategies for resilience. 

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DBG · Newsletter

DBG Newsletter Nr. 79

Wie Hundsrosen ihre ungeraden Chromosomensätze bei der Fortpflanzung aufteilen, welcher medizinisch interessante Wirkstoff gleich zweimal unabhängig in zwei Pflanzen entstand und welches Splicing-Protein Wachstum und Stressanpassung ausbalancieren hilft, steht in unserer Forschungsrubrik.
DBG informs about current activities for ECRs and about our society-owned scientific journal. Half of our Sections are looking forward to their conferences in the summer months.
Three reviews in the Journal Plant Biology summarize current knowledge about anthocyanin pigmentation and promising usage, about bees, flowers and UV as well as about Ginkgo biloba flavonoids. And a research paper reveals, which trees in temperate forests are drought resistant and how they influence each other.

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DBG · Newsletter

DBG Newsletter Nr. 78

Wann Wurzel-Gravitropismus unterdrückt wird, was Sorghumhirse noch interessanter macht und welcher Organismus nach mehreren tausend Jahren erfolgreich wiederbelebt wurde, sind Themen in der Forschungsrubrik. Außerdem: zur Zukunft wissenschaftlichen Publizierens. 
ECRs hurry up to register and submit your abstracts to take part in the conferences of three of DBG’s Sections (Biodiversity and Evolutionary Biology, Natural Products, and Applied Botany), since their deadlines are coming soon. 
The Editor of our journal Plant Biology suggests to read a review summarizing where microRNAs contribute to gene regulation circuits and a viewpoint article about a new and more precise method to study microtubule-related processes. 
Please be aware that several other (early bird) registrations for the 29 listed plant-science congresses and DBG-supported meetings will also end on 30th or 31st May.

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DBG · Newsletter

DBG Newsletter Nr. 77

Auch seit hundert Jahren bekannten Strukturen kann man noch neue Funktionen entlocken. Welche Wellen  das Immunsystem triggern, was artenreiche Wälder besser können als artenarme, welcher Signalweg die Samenkeimung regelt und 600 Millionen Jahre Stress sind weitere Themen in den Forschungsnachrichten. 
DBG invites all members to nominate early career researchers to be awarded with the Best Paper Prize. One of our Sections invites to its conference and has recently opened its website for registration. Two Sections are preparing their first joint meeting, especially for early career scientists (ECR). And one Section has elected new board members.
The Editor of our journal Plant Biology suggests to read a review summarizing 20 years of research uncovering the hidden codes of epigenetics in wild potato.
Please be aware that several (early bird) registrations for congresses and meetings will end on March 31st.

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DBG · Politik

Stellungnahme: DBG zum Regulierungsvorschlag der EU für Neue Genomische Techniken

Die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) begrüßt den Vorschlag der EU-Kommission vom 5. Juli 2023 zur Regulierung der Nutzung von mit neuen genomischen Techniken (NGT) erzeugten Sorten, um das Gentechnik-Recht an den aktuellen Wissensstand anzupassen. Es hat sich aus wissenschaftlicher Sicht als sinnvoll erwiesen, neue Pflanzensorten nach ihren Eigenschaften und nicht nach Art ihrer Erzeugung zu bewerten. Die DBG schätzt die Vorschläge der EU zur Kategorisierung und den einzelnen genetischen Änderungen im Folgenden ein und schlägt konkrete Präzisierungen vor.

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Umfrage zeigt hohen Bedarf an Freilandstudien mit gentechnisch veränderten Pflanzen

Abbildung 1: Häufigkeit der Pflanzenarten oder Pflanzengattungen, die in Freilandstudien untersucht werden sollten. Insgesamt wurden 229 Antworten gegeben. Die Kategorie Bäume umfasst Pappel, Fagus, Picea und Sequoiadendron.

Eine online-Befragung unter Pflanzenwissenschaftler*innen in Deutschland zeigt großen Bedarf an Freilandstudien mit gentechnisch veränderten Pflanzen. Nur mit Studien im Freiland lassen sich aussagekräftige Ergebnisse z.B. zur Ertragsbildung sowie Klima- und Stresstoleranz gewinnen. Vor gezielter Zerstörung gesicherte Freilandflächen (sog. Protected Sites) sind ein Lösungsansatz. Für 83 Prozent der Teilnehmer*innen an der Umfrage eröffnen sich damit neue Forschungsperspektiven. Die Einrichtung solcher zerstörungssicheren Freilandflächen kann die internationale Konkurrenzsituation der Pflanzenwissenschaften in Deutschland grundlegend verbessern. Dies ist wichtig, weil derzeit auch genomeditierte Pflanzen unter die Regularien des Gentechnikgesetzes fallen. Deshalb besteht dringender Handlungsbedarf  ̶̶  unabhängig von einer zukünftigen, an den Stand wissenschaftlicher Erkenntnis angepassten Neuregulierung genomeditierter Pflanzen in der EU.

zu den Ergebnissen und Abbildungen

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Wochen-Chronik
News · Forschungsergebnis

Biohybride Pflanzen: „Superpflanzen“ für eine bessere Umwelt entwickelt

Im Sensing Technologies Lab der unibz hergestellten biohybriden Pflanzen. Foto und (c): Matteo Vegetti, unibz

Erstmals wurde eine vollständig biohybride Pflanze entwickelt, die dank integrierter Nanopartikel mehr Sonnenlicht absorbieren kann. Dies ermöglicht eine effizientere CO₂-Aufnahme aus der Atmosphäre, aber auch neues Potenzial für die Gewinnung erneuerbarer Energie. Das Einbringen von Nanopartikeln durch ein Forschungsteam an der Fakultät für Ingenieurwesen der Freien Universität Bozen (unibz) direkt in die Pflanze konnte deren Fähigkeit zur Aufnahme von Sonnenlicht steigern, ihr Wachstum fördern und damit den Weg für zahlreiche Anwendungen ebnen – von der Bindung von CO₂ aus der Atmosphäre bis hin zur Erzeugung von Bioenergie. Eine biohybride Pflanze ist ein lebender Organismus, in dem biologische Elemente, also die Pflanze selbst, mit technologischen Komponenten wie etwa leitfähigen Materialien kombiniert werden. So entsteht ein Hybrid aus Natur und Technologie, bei dem natürliche Funktionen der Pflanze wie Photosynthese, Wachstum oder Reizempfindlichkeit durch ingenieurtechnisch entwickelte Elemente ergänzt oder verstärkt werden. Als biologisches Element nutzte das Forschungsteam Pflanzen der Art Arabidopsis thaliana; die technologische Komponente bestand aus Nanopartikeln aus dem organischen Polymer P3HT. Dabei handelt es sich um eine lange Kette aus vielen kleinen, sich wiederholenden molekularen Einheiten mit Kohlenstoffatomen, deren Struktur mit einer Perlenkette vergleichbar ist. Wie die in Material Horizons veröffentlichte Studie zeigt, werden die biokompatiblen Nanopartikel von den Pflanzen auf natürliche Weise aufgenommen, ohne das Wachstum zu beeinträchtigen. Im Gegenteil: Sie verbessern die Eigenschaften der Pflanzen, indem sie deren Wachstum und Photosynthese fördern. Sobald sie die Blätter erreichen, wirken die P3HT-Nanopartikel wie winzige Antennen, die auch grünes Licht absorbieren können.

Quelle: unibz
News · Forschungsergebnis

Wie KI, Smartphones und Satelliten gemeinsam helfen, globale Ökosysteme besser zu verstehen

Mithilfe neuer Methoden erstellten die Forschenden die bislang detailliertesten Karten wichtiger Pflanzenmerkmale. Grafik aus Lusk et al. 2026, in Nature Communications. Grafik und (c): Daniel Lusk

Wie Daten aus der Bürger*innen-Forschung genutzt werden können, um Eigenschaften von Pflanzen und Ökosystemen weltweit besser zu verstehen, zeigen zwei internationale Studien unter Leitung der Universität Freiburg, in den Fachzeitschriften Nature Communications und AAAI der Cornell University
Die Forschenden nutzten Millionen von Pflanzenbeobachtungen aus der Bevölkerung in Kombination mit Satelliten-, Klima- und Bodendaten. Damit gelang es ihnen, KI-Modelle zu trainieren, die Pflanzeneigenschaften direkt aus Fotos erkennen. Außerdem erstellten sie die bisher zuverlässigsten und detailliertesten Karten der globalen Pflanzenwelt.

Quelle: Uni Freiburg
News · Forschungsergebnis

Kleine Rodungsflächen führen zu massiven Kohlenstoffverlusten in tropischen Wäldern

Regenwald im peruanischen Amazonasgebiet. Foto und (c): Johannes Wilk, GFZ

Tropenwälder speichern fast die Hälfte des oberirdischen Wald-Kohlenstoffs der Erde. Sie sind jedoch zunehmend durch vom Menschen verursachte Störungen wie Landnutzungsänderungen und durch vom Klimawandel verstärkte Brände und Stürme bedroht. Eine Nature-Studie unter Beteiligung von Forschenden des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung liefert das bislang detaillierteste räumliche Bild davon, wie sich der Kohlenstoffgehalt tropischer Wälder in den letzten 30 Jahren verändert hat. Während tropische Trockenwälder nahezu kohlenstoffneutral blieben, haben tropische Feuchtwälder rund 15 Mrd. Tonnen Kohlenstoff verloren. Insbesondere sind kleinste Rodungsflächen, oft weniger als zwei Hektar groß, für mehr als die Hälfte der gesamten Kohlenstoffverluste verantwortlich.

Quelle: GFZ
News · Forschungsergebnis

Probiotika für Pflanzen

Feld mit Rapspflanzen. Foto und (c): Peng Yu, TUM

Forschende haben eine Bakteriengattung identifiziert, die das Wurzelwachstum und die Stickstoffaufnahme von Pflanzen fördert: Das Bakterium Sphingopyxis. Um die nützliche symbiotische Beziehung zwischen Mikroorganismen und Pflanzen besser zu verstehen, untersuchte das Forschungsteam die Wechselwirkungen auf genetischer, metabolischer und physiologischer Ebene. Die Analysen ergaben, dass 203 bakterielle Gensequenzen stark von der Wirtspflanze geprägt sind, beispielsweise durch deren Stoffwechselprodukte. Das deutet darauf hin, dass Pflanzen die Zusammensetzung und Funktion ihres umgebenden Mikrobioms aktiv an ihre aktuellen Bedürfnisse anpassen können. Außerdem fanden die Forschenden heraus, dass 45 % der natürlichen Variation in der Stickstoffaufnahme durch die Genetik des Wirts und der Mikroben erklärt werden können. Erste Versuche mit Raps zeigen, dass der Einsatz dieser Bakterien die Wurzelentwicklung auch in stickstoffarmen Böden verbessern und damit die Stickstoffaufnahme steigern kann. Die Ergebnisse des Teams um Prof. Dr. Peng YU von der Technischen Universität München (TUM) eröffnen neue Möglichkeiten für die Entwicklung maßgeschneiderter „Pflanzenprobiotika“, die zu einer ressourceneffizienteren Landwirtschaft beitragen könnten, indem sie den Bedarf an Stickstoffdünger reduzieren. Darüber berichten sie im Fachmagazin Nature Plants.

Quelle: TUM
News · Forschungsergebnis

Ionom von Chloroplasten entschlüsselt

"Insgesamt liefern unsere Ergebnisse wichtige Ansatzpunkte für die Entwicklung neuer biotechnologischer Konzepte, um die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen zu stärken, Erträge zu verbessern und den Nährstoffgehalt unserer Nahrung ja nach Bedarf anpassen zu können," resümiert Prof. Hans-Henning Kunz vom Lehrstuhl für Biochemie und Physiologie der Pflanzen am Biozentrum der LMU. Foto und (c): LMU

Erstmals haben Forschende das Ionom, die Gesamtheit der Metallionen, aus den Chloroplasten von vier Pflanzen veröffentlicht. Damit diese Zellorganellen korrekt funktionieren, benötigen sie bestimmte Mineralstoffe – insbesondere Ionen der Metalle Eisen (Fe), Mangan (Mn), Kupfer (Cu) und Zink (Zn). Störungen des Ionenhaushalts beeinträchtigen die Photosynthese und damit auch Wachstum und Ertrag. Dazu hatte das Team die Elementzusammensetzung von Chloroplasten und Blättern der Modellpflanze Arabidopsis thaliana sowie dreier weiterer Arten – dem Metall-Hyperakkumulator Arabidopsis halleri, Pisum sativum und Nicotiana benthamiana untersucht. Anschließend analysierten es Ähnlichkeiten und Unterschiede. „Dabei haben wir gefunden, dass die Metallkonzentration in den Chloroplasten über alle Arten hinweg relativ ähnlich war – sogar bei dem Hyperakkumulator A. halleri, der im Blattgewebe etwa 23-mal mehr Zink hatte als die anderen Spezies, waren die Zink-Gehalte in den Chloroplasten etwa auf dem Niveau der anderen Pflanzen“, sagt Lorenz Holzner, der Erstautor der Studie. Das Forschungsteam um den Biologen Professor Hans-Henning Kunz von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) liefert mit den im Fachmagazin The Plant Cell veröffentlichten Ergebnissem eine wesentliche Grundlage, um die Regulation des Mineralstoffhaushalts in den Chloroplasten aufzuklären.

Quelle: LMU
News · Forschungsergebnis

Geringes Algenwachstum trotz hoher Eisenzufuhr

Ein wichtiger Schritt bei der Aufbereitung der Proben aus dem Meeresboden ist die Eisenfällung. Dieser Prozess konzentriert die Elemente Uran und Thorium, wodurch sich der Sedimenteintrag rekonstruieren lässt. Foto und (c): Matthias Knust, Uni Oldenburg

Eine Studie deckt den überraschenden Zusammenhang zwischen dem Rückgang des Westantarktischen Eisschildes und Algenwachstum während der vergangenen 500.000 Jahre auf. Der Sedimentkern aus dem pazifischen Sektor des Südpolarmeeres hat dem Forschungsteam um den Geochemiker Dr. Torben Struve von der Universität Oldenburg einen Hinweis auf eine unerwartete Klimarückkopplung in der Antarktis geliefert. Wie die Forschenden in der Fachzeitschrift Nature Geoscience berichten, bestand während vergangener Eiszeitzyklen ein enger Zusammenhang zwischen Veränderungen des Westantarktischen Eisschildes und dem Algenwachstum im Meer – allerdings anders als vermutet. Das Team schließt aus den Ergebnissen, dass der pazifische Sektor des Südpolarmeeres im Zuge der globalen Erwärmung in Zukunft womöglich weniger Kohlendioxid aufnehmen könnte als im Augenblick, wenn sich der als instabil geltende Westantarktische Eisschild weiter verkleinern sollte.

Quelle: Uni Oldenburg
News · Projekt

Verbesserung der Photosynthese in Maniok

Gruppenbild mit Vertreterinnen und Vertretern des TaCoCass-Projekts in Nigeria. Projektleiter Prof. Dr. Andreas Weber steht links neben dem Schild. Foto und (c): Andreas Weber, HHU

Das neue internationale Forschungsprojekt TaCoCass (Photosynthetic Efficiency in Cassava through Implementation of a Carbon Positive Photorespiration Bypass) untersucht, wie Maniok Lichtenergie für eine effiziente Photosynthese nutzt. Für mehr als 500 Millionen Menschen spielt die stärkehaltige Wurzelknolle eine zentrale Rolle für die Ernährung. Das TaCoCass-Projekt wird einen als TaCo bekannten künstlichen Stoffwechselweg weiterentwickeln, um die Photosynthese in Maniok effizienter zu machen. Prof. Dr. Andreas Weber vom Institut Biochemie der Pflanzen der Heinrich Heine Universtiät Düsseldorf (HHU) leitet die Forschungsarbeiten in Düsseldorf und koordiniert das Gesamtprojekt: „Dieses Projekt gibt uns die Möglichkeit, einer Idee nachzugehen, die bei Maniok noch nicht getestet wurde. Selbst kleine Erkenntnisse darüber, wie Maniok Sonnenlicht und Kohlenstoff effizienter nutzen kann, hätte einen Mehrwert für den gesamten Bereich der Pflanzenwissenschaften.“ TaCoCass wird von Gates Agricultural Innovations (Gates Ag One) finanziert. Beteiligt sind die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), das Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg, das Jan-IngenHousz-Institut in Wageningen (Niederlande), die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), das Internationale Institut für tropische Landwirtschaft (IITA) und das Nationale Forschungsinstitut für Wurzelfrüchte (NRCRI) (beide Nigeria).

Quelle: HHU
News · Forschungsorte · Projekt

Neues Zentrum für alpine Waldwirtschaft

Alpine Bergwälder sind besonders vom Klimawandel betroffen. Das Zentrum für alpine Waldwirtschaft wird untersuchen, ob und inwieweit die Wälder ihre Funktionen im Klimawandel weiterhin erfüllen können. Foto und (c): Rupert Seidl, TUM

60 Prozent der bayerischen Alpenwälder sind Schutzwälder, die Siedlungsräume und Infrastruktur vor den Auswirkungen von Extremwetterereignissen absichern. Auch sie geraten im Klimawandel zunehmend unter Druck. Die Eva Mayr-Stihl Stiftung fördert deshalb das Zentrum für alpine Waldwirtschaft an der Technischen Universität München (TUM). Im Fokus der Forschung stehen ein besseres Verständnis dieser Auswirkungen und zukunftsfähige Konzepte zum Erhalt der Schutzwälder. Fünf TUM-Professorinnen und -Professoren der Klima- und Forstwissenschaften bündeln im Zentrum ihre Expertise, um ein möglichst umfassendes Bild der aktuellen und zukünftigen Situation zu ermitteln.

Quelle: TUM
News · Forschungsergebnis

Ein Protein, eine große Entscheidung: Wie Braunalgen wissen, wann sie sich fortpflanzen

Die Braunalge Ascophyllum am Meer in Roscoff, Frankreich. Foto und (c): Prof. Dr. Susana Coelho, MPI für Biologie Tübingen

Eine bemerkenswert schlichte Strategie für die Entwicklungssteuerung bei Braunalgen haben Forschende entdeckt. Sie konnten zeigen, dass ein einziges ARGONAUTE-(AGO-) Protein den Übergang vom vegetativen Wachstum zur sexuellen Fortpflanzung orchestriert und die Keimbahn festlegt. Die Studie wirft neues Licht darauf, wie Organismen wichtige Entwicklungsentscheidungen kontrollieren. Sie zeigt, dass Braunalgen, im Gegensatz zu Pflanzen und Tieren, Übergänge in ihrem Lebenszyklus mithilfe eines einzelnen AGO-Proteins und dessen minimalistischen, aber ausgefeilten Interaktionen mit small RNAs steuern. Den unerwarteten Mechanismus, der den Lebenszyklus von Algen steuert, hat das Forschungsteam um Prof. Dr. Susana Coelho vom Max-Planck-Institut für Biologie in der Fachzeitschrift PNAS vorgestellt.

Quelle: MPI für Biologie
News · Köpfe und Karrieren · Projekt

Lebendige Netzwerke im Agrarland wiederherstellen

Ziehen Maßnahmen wie diese mehrjährige Blühfläche zwischen Ackerflächen Bestäuber an und erhalten ihre Artenvielfalt auf eine Weise, die das Wachstum der Insekten-Populationen im Agrarland fördert? Foto und (c): Arne Wenzel, Uni Göttingen

Die Agrarwissenschaftlerin Dr. Elena Velado-Alonso von der Universität Göttingen erhält von der Europäischen Union ein Stipendium für Nachwuchsforschende im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen. Sie wird damit das Projekt „METAGROLAND: Understanding metacommunity dynamics through plant-pollinator interactions in agroecosystems to improve the efficiency of agri-environmental schemes” starten. Dieses hat mit einer Laufzeit von zwei Jahren zum Ziel, staatlich finanzierte Agrarumweltprogramme wirksamer zu machen.

Quelle: Uni Göttingen
News · Forschungsergebnis

Mütter schicken „SMS“ an Pollen

Dr. Jiali Zhu untersuchte für ihre Arbeit gepfropfte Pflanzen der Art Capsella rubella. Foto und (c): sevens+maltry, MPI-MP

Wie wird aus einer einzelnen Pflanzenzelle ein funktionsfähiger Pollen? Und wer sagt dem Pollen, was er tun soll? Eine neue Studie zeigt: Pollen entwickeln sich nicht allein nach ihrem eigenen Bauplan. Stattdessen erhalten sie entscheidende molekulare „Kurznachrichten“ aus mütterlichem Pflanzengewebe. Diese können über größere Distanzen innerhalb der Pflanze transportiert werden. Einen solchen Prozess konnte ein Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für Molekulare Pflanzenphysiologie (MPI-MP) erstmals nachweisen, wie sie im Fachjournal Nature Plants aufzeigen.

Quelle: MPI-MP
News · Forschungsergebnis

Seetang hat großes Potenzial als effizienter Kohlenstoffspeicher

Grönländische Seetang-Bestände, wie der hier gezeigte Blasentang, der auch an deutschen Meeresküsten zu Hause ist, können einen großen Beitrag zu dauerhafter Kohlenstoffspeicherung leisten und so beim Klimaschutz helfen. Foto und (c): Daniel Carlson

Die Seetangwälder an Grönlands Küste leisten vermutlich einen weitaus größeren Beitrag zur globalen Kohlenstoffspeicherung als bisher gedacht. Das ist das Ergebnis einer neuen, gemeinsam vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung (IOW) und Helmholtz-Zentrum Hereon geleiteten Studie. Durch Analyse von Satellitenbildern, Driftbojen-Daten und hochauflösenden Strömungsmodellen konnte ein internationales Forschungsteam zeigen, wie Ozeanströmungen und intensive, winterliche Durchmischung dazu führen, dass der Tang – und damit auch der darin gebundene Kohlenstoff – dauerhaft in die Tiefsee gelangt. Die Studie wurde jetzt in der Fachzeitschrift Science of the Total Environment veröffentlicht.

Quelle: IOW (pdf)
News · Forschungsergebnis

Pflanzenschutzmittel beeinträchtigen Bodenleben und Biodiversität erheblich

70 Prozent der Böden in Europa sind mit Pflanzenschutzmittel belastet. Die Auswirkungen auf das Bodenleben sind erheblich, da Pflanzenschutzmittel verschiedene nützliche Bodenorganismen beeinträchtigen. "Dies wirkt sich auf verschiedene nützliche Bodenorganismen wie Pilze (Mykorrhiza) und Fadenwürmer (Nematoden) aus und beeinträchtigt deren Biodiversität", sagt Studienleiter Marcel van der Heijden, Professor am Institut für Pflanzen- und Mikrobiologie der Universität Zürich (UZH) und Forscher bei Agroscope. Um die Biodiversität der Böden zu schützen, sollten die Ergebnisse in aktuellen Pflanzenschutzmittelvorschriften berücksichtigt werden. Veröffentlicht sind die Ergebnisse im Fachmagazin Nature.

Quelle: UZH
News · Forschungsergebnis

Holzdichte: Wie unterschiedlich Bäume wachsen

Wie dicht das Holz von Bäumen und Sträuchern ist, variiert stark – nicht nur zwischen verschiedenen Arten, sondern auch innerhalb einer Art, je nachdem, wo die Pflanzen wachsen. Um besser untersuchen zu können, wie diese Unterschiede entstehen, haben Forschende aus aller Welt über viele Jahre hinweg mehr als 100.000 Datensätze zur Holzdichte von über 16.000 Pflanzenarten gesammelt und in der Global Wood Density Database (GWDD) zusammengestellt, die seit 2009 frei zugänglich ist. Ein Forschungsteam der Universität Potsdam und der University of Namibia (UNAM) hat zuletzt wichtige Datensätze aus einer Region im südlichen Afrika ergänzt, die zuvor in der Datenbank fehlten. „Mithilfe der zweiten Version [der Datenbank,] GWDD v.2, können Wissenschaftler*innen weltweit nun verlässlichere Schätzungen zum Kohlenstoffgehalt tropischer Ökosysteme abgeben und die Daten für ihre eigenen Forschungen benutzen. In einer ersten Auswertung haben wir zunächst nach Ursachen für Schwankungen der Holzdichte innerhalb von Individuen, innerhalb von Arten und über Umweltgradienten hinweg gesucht“, sagt Dr. Liana Kindermann von der Uni Potsdam. Darüber berichtet das Forschungsteam in der Fachzeitschrift New Phytologist.

Quelle: Uni Potsdam
Methoden · News · Forschungsergebnis

KI-Tool "Helixer" entdeckt Gene in unbekannten Organismen

Ein neues Werkzeug könnte die Genforschung spürbar verändern: „Helixer“ bestimmt Gene direkt aus DNA-Sequenzen – ohne Laborversuche oder Vorwissen über den untersuchten Organismus. Bislang gehörte die strukturelle Genannotation zu den anspruchsvollsten Schritten der Genom-Analyse. Dazu waren bisher umfangreiche experimentelle Daten oder gut untersuchte verwandte Arten notwendig. Das Helixer-Tool vereinfacht und beschleunigt diesen Schritt nun erheblich: Die KI erkennt typische Merkmale von Genen direkt aus den Genomsequenzen. Dazu gehören etwa Start- und Stoppsignale, sogenannte nicht-translatierte Bereiche (untranslated region, UTR), die nicht in Proteine übersetzt werden sowie strukturelle Elemente wie kodierende DNA-Sequenzen (coding DNA sequence, CDS), welche die Bauanleitung für Proteine enthalten und Zwischenstücke, Introns. „Es ist, als würde man in einem völlig unbekannten Buch plötzlich Absätze, Kapitel und einzelne Wörter erkennen“, erklärt Marie Bolger vom Jülicher Institut für Bioinformatik (IBG-4). „Das macht die Genomforschung deutlich schneller.“ Vorgestellt haben die Forschenden des Forschungszentrums Jülich (FZ Jülich) und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf das neue Werkzeug im Fachjournal Nature Methods. „Wir konnten zeigen, dass Helixer für eine Vielzahl von Organismen funktioniert, was für den Einsatz in der Pflanzenzüchtung, Biotechnologie und Umweltforschung entscheidend ist“, betont Bolger. 

Quelle: FZ Jülich
News · Forschungsergebnis

Frühester Nachweis von Menschenhand genutzter Holzwerkzeuge

Künstlerische Darstellung einer Frau im Paläolithikum in Marathousa 1, die mithilfe eines kleinen Steinwerkzeugs einen Grabstock aus einem dünnen Erlenstamm herstellt. Diese Holzart wurde für den in Marathousa 1 gefundenen Grabstock verwendet. Grafik und Ausführung: G. Prieto, (c): K. Harvati

Die bisher frühesten bekannten Holzwerkzeuge, die Menschen herstellten und mit ihrer Hände Arbeit nutzten, stammen aus der Fundstätte Marathousa 1 in der Region Megalopolis im zentralen Peloponnes in Griechenland. Der Datierung zufolge sind sie rund 430.000 Jahre alt. Die Funde beschreibt ein internationales Forschungsteam aus Deutschland, Großbritannien und Griechenland unter der gemeinsamen Leitung von Professorin Katerina Harvati vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und Dr. Annemieke Milks von der Universität Reading in einer Studie, die nun in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht wurde.

Quelle: Uni Tübingen
News · Ausbildung · Karriere

Biologie-Berufe-Podcast Botenstoff

Astronautentrainerin, Redakteur bei Mailab oder Politikberatung: all das kann man nach einem Biologiestudium machen. Der Strauß an Möglichkeiten ist sehr bunt. Biologinnen und Biologen stehen dabei sicherlich nicht alle Türen offen – aber an vielen lohnt sich das Anklopfen! Beispiele für Karrierewege gibt es im Biologie-Berufe Podcast Botenstoff von Peter Kohl. Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO), stellt aktuell den Podcast vor.

Quelle: VBIO
News · Anwendung

Schwimmende Gärten für die Stadt der Zukunft

Wie lassen sich Lebensmittelproduktion, Wassermanagement und Ressourcenschutz in urbanen Räumen intelligent miteinander verbinden? Mit dieser Frage beschäftigte sich ein interdisziplinäres Studierendenteam der Hochschule Hof im Projekt „EcoFloatFarm“. Innerhalb von 16 Wochen entwickelten 13 Studierende einen praxisnahen Leitfaden, der zeigt, wie bepflanzte Schwimminseln zur Verbesserung der Wasserqualität beitragen und gleichzeitig Lebensmittel direkt auf dem Wasser produzieren können.

Quelle: Hochschule Hof
News · Forschungsergebnis

Vielfalt im Dorf, Ödnis auf der Wiese

Wenn intensiv genutzte Flächen von naturnahen Strukturen umgeben sind, dienen diese Insekten als Rückzugsräume und tragen so dazu bei, die Artenvielfalt zu erhöhen. Foto und (c): Johannes Uhler, Uni Würzburg

Bayerische Wiesen sind laut einer neuen Studie der Universität Würzburg die eintönigsten Insekten-Habitate. Überraschenderweise bieten Äcker und Siedlungen oft mehr Vielfalt als das Grünland. Dazu hatte ein Forschungsteam unter Federführung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) in einer umfassenden Analyse die bayerische Insektenwelt untersucht. Auf 179 über den Freistaat verteilten Flächen haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mittels modernster DNA-Bestimmungsmethoden rund 12.000 genetische Einheiten aus 450 Familien identifiziert. Das überraschende Ergebnis: „Entgegen unserer Erwartung, dass Siedlungen oder Äcker die geringste Vielfalt zwischen zwei geographischen Standorten aufweisen, belegt unsere Studie, dass ausgerechnet Wiesen den höchsten Grad an Homogenisierung zeigen“, erklärt Jörg Müller. Sein Team hat die Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

Quelle: Uni Würzburg
News · Forschungsergebnis

Pilze infizieren Stickstoff-fixierende Blaualgen

Den Einfluss parasitärer Pilze auf die Physiologie und das Überleben von Blaualgen (Cyanobakterien) in der Ostsee haben Forschende näher untersucht. Solche Infektionen sind bereits aus Seen bekannt. Wie das Team unter Federführung des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) Anfang des Jahres im Fachjournal Nature Communications zeigt, kommt es durch die hohe Nährstoffbelastung der Ostsee regelmäßig zu hohen Vorkommen teils giftiger Cyanobakterien (Algenblüten) deren Abbau zu Sauerstoffmangel führt. Cyanobakterien spielen eine wichtige Rolle für den Stickstoffkreislauf, da einige von ihnen Stickstoff fixieren und so Nährstoffkonzentrationen in der Ostsee zusätzlich erhöhen.

Quelle: IOW (pdf)
News · Politik

Novellierung des Wissenschaftsfreiheitsgesetzes im Kabinett beschlossen

Die Bundesregierung hat den von der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) vorgelegten Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Wissenschaftsfreiheitsgesetzes im Kabinett beschlossen. Das deutsche Wissenschaftssystem steht in einem fortgesetzten internationalen Wettbewerb. Die außeruniversitäre Forschung in Deutschland ist daher auch weiterhin auf forschungsfreundliche Bedingungen angewiesen. Denn gemeinnützige, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sollen im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen können. Das Bundeskabinett hat deshalb eine Änderung des Wissenschaftsfreiheitsgesetzes beschlossen. Es soll insbesondere auch industrienahe, gemeinnützige Forschungseinrichtungen ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler künftig durch die Zahlung von Gehältern besserstellen dürfen als vergleichbare Bundesbeschäftigte. Das gilt für Einrichtungen, die Projektförderungen aus öffentlichen Mitteln erhalten, jedoch für die Gehaltszahlungen keine öffentlichen Mittel einsetzen. Die nun beschlossene Regelung sorgt auch dafür, dass künftig weniger Einzelanträge auf Ausnahmen von diesem sogenannten Besserstellungsverbot gestellt und geprüft werden müssen. Sie leistet also zugleich einen Beitrag zur Entbürokratisierung.

Quelle: BMFTR
News · Förderung · Politik

30 Millionen Euro für Forschungsdaten-Sicherung

Die Bundesregierung stellt rund 30 Millionen Euro für die Sicherung wichtiger Forschungsdatenbestände zur Verfügung. Die Fördermittel sollen über die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bereitgestellt werden und sind für „kurzfristige Maßnahmen zur Unterstützung bereits bestehender und aufgrund des Gefährdungspotentials unmittelbar zu veranlassender Datenrettungsmaßnahmen" gedacht. Dies antwortet die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Die ersten Anträge würden sich aktuell in der Begutachtungsphase befinden. Dies meldet der Kurznachrichtendienst Heute im Bundestag (hib).

Quelle: hib
News · Forschungsergebnis

Trockenstress von Bäumen aus der Luft erkennen

Mit Drohnen untersuchten die Forschenden die Stressreaktionen verschiedener Baumarten. Foto und (c): Petra D’Odorico, WSL

Zunehmende Hitze und Trockenheit setzen unsere Wälder unter Stress. Ein Forschungsteam um Ansgar Kahmen von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) hat mit Drohnenaufnahmen untersucht, wie einheimische Baumarten auf den Klimawandel reagieren. Die Messmethode öffnet neue Möglichkeiten, Wälder großflächig zu überwachen und artspezifische Strategien im Umgang mit Dürren zu dokumentieren. Darüber berichten die Forschenden im Fachjournal Agricultural and Forest Meteorology.

Quelle: WSL beim idw
News · Förderung · Politik

DFG-Senatskommission fordert stärkere Unterstützung für vielfältige Anbausysteme von Nutzpflanzen sowie mehr Forschungsförderung

Wie kann die deutsche Landwirtschaft nachhaltiger und widerstandsfähiger gegenüber externen Faktoren werden? Die Ständige Senatskommission zur Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen (SKAE) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) fordert in einer Stellungnahme stärkere politische Bemühungen zur Förderung von sogenannten diversifizierten Anbausystemen für Nutzpflanzen. Zudem plädieren die Wissenschaftler*innen für eine deutliche Ausweitung der Forschungsförderung, um langfristig die Effekte solcher Anbausysteme untersuchen und dadurch wissensbasierte Entscheidungen treffen zu können. Es ist die erste Stellungnahme der 2024 gegründeten und damit jüngsten Ständigen Senatskommission der DFG. Konkret benennt die Kommission sechs Themenfelder, die für eine erfolgreiche Transformation hin zu widerstandsfähigen Anbausystemen von zentraler Bedeutung sind:

  • Züchtung
  • Integrierte Systeme
  • Umwelt-, Ressourcen- und Klimaschutz
  • Resilienz der Landwirtschaft
  • Technische Innovation und Digitalisierung
  • Kosten-Nutzen-Analyse

„Übergeordnetes Ziel ist ein anpassungsfähiges Anbausystem, das langfristig Krisensicherheit hinsichtlich der Versorgung mit Nahrungsmitteln und ökologische Nachhaltigkeit gewährleistet“, betont Professorin Dr. Doris Vetterlein vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Vorsitzende der Senatskommission. „Aus unserer Sicht sind jetzt Forschung, Politik und Marktakteure gefragt. Nur so kann der Wandel hin zu einer resilienteren, nachhaltigeren und zukunftsfähigeren Landwirtschaft gelingen.“

Quelle: DFG
Biodiversität · News · Politik

UN-Hochseeschutzabkommen: Meilenstein für marine Biodiversität

Ein Meilenstein im weltweiten Meeresschutz: Nach rund 20 Jahren internationaler Verhandlungen tritt am 17. Januar 2026 das Hochseeschutzabkommen der Vereinten Nationen in Kraft – in der Langfassung: Abkommen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der marinen biologischen Vielfalt in Gebieten jenseits nationaler Hoheitsgewalt. Das Abkommen ist der erste völkerrechtlich verbindliche internationale Vertrag zum Schutz der biologischen Vielfalt auf Hoher See, die rund zwei Drittel der Weltmeere umfasst. Die Deutsche Allianz Meeresforschung (DAM) begrüßt das Inkrafttreten des UN-Hochseeschutzabkommens. 

Quelle: DAM
News · Forschungsergebnis

Wie der Erreger der Kohlhernie die pflanzliche Abwehr gleich zweimal ausschaltet

Vom Kohlhernie-Erreger befallene Modellpflanzen der Ackerschmalwand haben die typisch verdickten Wurzeln. Der sich dort vermehrende Schädling dirigiert die Nährstoffe in die Wurzeln um. Foto: Jutta Ludwig Müller

Wie der Erreger der Kohlhernie ein erst kürzlich bekannt gewordenes Abwehrmolekül der Pflanze ausschaltet, hat nun ein Forschungsteam auf molekularer Ebene entschlüsselt. Die Pflanzenkrankheit Kohlhernie verursacht massive Ernteausfälle beispielsweise bei Raps, Kohlrabi, Broccoli und Blumenkohl. Zudem kann der Erreger über Jahre infektiös im Boden verweilen. Pflanzenforscherinnen der TU Dresden um Prof. Dr. Jutta Ludwig-Müller ist nun gemeinsam mit Forschern der Universitäten Göttingen und Duisburg-Essen gelungen, den molekularen Mechanismus eines weiteren Angriffspunktes des Erregers Plasmodiophora brassicae zu entschlüsseln. Um die Pflanzen zu besiedeln, modifiziert ein Enzym des einzelligen Protisten die Abwehrmoleküle seiner Wirtspflanzen. Dabei schaltet eine Methyltransferase des Erregers nicht nur den pflanzlichen Abwehrstoff Salizylsäure aus, sondern – wie in dieser Studie erstmals gezeigt – methyliert sie auch einen zweiten Abwehrstoff, nämlich das erst seit kurzem als Teil des pflanzlichen Immunsystems bekannte Molekül N-Hydroxypipecolinsäure. Die Studie wurde im Labor mit der nahe verwandten Modellpflanze Arabidopsis thaliana durchgeführt, die ebenfalls vom Erreger der Kohlhernie massiv befallen wird. Die aktuelle Aufdeckung des molekularen Biosyntheseweges der Methyltransferase, eröffnet der Forschung und der Pflanzenzucht nun neue Ansatzpunkte, wie die pflanzliche Abwehr in Zukunft vielleicht ertüchtigt werden kann. Die Ergebnisse veröffentlichte das Forschungsteam im Fachmagazin Journal of Experimental Botany.

Quelle: Journal of Experimental Botany
News · Forschungsergebnis

Pflanzenvielfalt prägt die chemische Kommunikation in Ökosystemen

Pamela Medina van Berkum. Foto und (c): Sybille Unsicker, CAU

Eine Verringerung der Pflanzenartenvielfalt verändert die chemischen Signale von Pflanzen sowohl in ganzen Gemeinschaften als auch bei einzelnen Pflanzen. „In unseren Experimenten wollten wir mehr als nur eine oder zwei Nachbarpflanzen einbeziehen, wie es unter Labor- oder Gewächshausbedingungen üblich ist. In natürlichen Ökosystemen leben Pflanzen in vielfältigen Gemeinschaften zusammen und stehen in Wechselwirkung mit zahlreichen anderen Pflanzen, Insekten und Mikroorganismen. Das Jena-Experiment bot die idealen Bedingungen für unsere Untersuchungen,“ sagt Erstautorin Pamela Medina van Berkum vom Max Planck-Institut für chemische Ökologie. Der Verlust der Pflanzenvielfalt hat Auswirkungen auf die von Pflanzengemeinschaften abgegebenen Duftsignale – mit potenziellen Folgen für deren Wechselwirkungen mit anderen Lebewesen. Je mehr Pflanzenarten in einer Gemeinschaft wachsen, desto komplexer werden die Duftsignale. Diese Veränderung wirkt nicht nur auf die Gesamtgemeinschaft, sondern beeinflusst auch die chemischen Signale einzelner Pflanzen – wie des Spitzwegerichs – indirekt über die Duftsignale ihrer Nachbarn. Die chemische Kommunikation von Pflanzen besteht also nicht aus Einzelgesprächen, vielmehr ist sie Teil eines komplexen Kommunikationsnetzwerks – das durch Artenverlust gestört werden kann. Der Verlust der Biodiversität beeinträchtigt die chemischen Signalsysteme in Ökosystemen, folgert das Forschungsteam aus Jena, das die Daten gemeinsam mit dem Team um Prof. Dr. Sybille B. Unsicker von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlichte.

Quelle: MPI für chemische Ökologie
News · Politik

Kluge Kaufleute bauen vor: Warum die Wirtschaft Umweltbelange nicht ignorieren darf

Der Global Risks Report 2026 zeigt, dass Umweltrisiken wie "Extremwetter", "Artensterben" und „kritische Veränderungen der Erdsysteme“ langfristig als größte Gefahr gelten. Im 2-Jahres-Ranking wurden sie jedoch wenig überraschend von geopolitischen Risiken, aber auch von wirtschaftlichen Risiken wie „Inflation“ oder „Rezession“ verdrängt. Diese Prioritätensetzung Richtung Wirtschaft ist zu kurzfristig gedacht, scheibt Prof. Katrin Böhning-Gaese, Wissenschaftliche Geschäftsführerin des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und Professorin für Biodiversität im Anthropozän an der Universität Leipzig in ihrem Statement. Die Umwelt nicht zu beachten, erhöhe vielleicht jetzt die Gewinne, langfristig steige jedoch das unternehmerische Risiko.

Quelle: UFZ
News · Forschungsergebnis

Pflanzen als Umweltsensoren: Citizen-Science-Daten zeigen den Einfluss von Urbanisierung auf Klima und Böden

Pflanzenbestimmung mit der Flora Incognita App. Foto und (c): Flora Incognita, CC-BY 4.0

Pflanzen spiegeln die städtischen Klima- und Bodeneigenschaften präzise wider. Mit Hilfe von über 80 Millionen Beobachtungen aus Pflanzenbestimmungs-Apps gelang es Forschenden des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie nun, ein detailliertes Bild kleinräumiger Klima- und Bodenbedingungen für 326 europäische Städte zu zeichnen. Ergebnis: Bebaute Flächen sind wärmer und trockener; ihre Böden sind stärker mechanisch bearbeitet sowie salziger und alkalischer als die städtischer Grünflächen wie Parks oder Wälder. Während sich bebaute Flächen europaweit stark ähneln, bewahren städtische Wälder die natürliche Vielfalt ihrer ursprünglichen Umweltfaktoren. Die Studie erschien heute in Nature Cities

Quelle: MPI für Biogeochemie
News · Forschungsergebnis

Nicht nur toxisch, sondern auch Nährstoff: Guanidin als Stickstoffquelle

Cyanobakterien nutzen die Photosynthese, um Lichtenergie in chemische Energie umzuwandeln – und gewinnen zunehmend an Bedeutung für eine CO2-neutrale Biotechnologie. Foto und (c): André Künzelmann, UFZ

Guanidin ist eine chemische Verbindung, die zur Stoffgruppe der organischen Basen zählt und in der Forschung bisher vor allem als toxisches Reagenz zum Aufbrechen der Strukturen von Proteinen und Nukleinsäuren verwendet wird. Wissenschaftler*innen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) haben nun gemeinsam mit Partnerinstitutionen in der Fachzeitschrift PNAS den Nachweis veröffentlicht, dass Photosyntese-treibende Cyanobakterien, die eine zentrale Rolle in globalen Stoffkreisläufen spielen, Guanidin als Stickstoffquelle nutzen. Die Forschenden beleuchten die dahinterliegenden Mechanismen sowie das Potenzial für ein neues Werkzeug für nachhaltige biotechnologische Anwendungen.

Quelle: UFZ
News · Forschungsergebnis

Wie sich Weizen erfolgreich gegen Pilze wehrt

Getreide verfügt über natürliche Resistenzen gegen krankheitserregende Pilze, die aber zum Beispiel der Mehltau überwinden kann. Ein Team des Instituts für Pflanzen- und Mikrobiologie der Universität Zürich hat nun einen neuen Mechanismus entdeckt, mit dem Mehltau das Immunsystem von Weizen austrickst. "Dieses vertiefte Verständnis erlaubt es, Resistenzgene gezielter einzusetzen und das Zusammenbrechen der Resistenz zu verhindern oder zu verlangsamen", sagt die Postdoktorandin Zoe Bernasconi, eine der Erstautorinnen der soeben im Fachmagazin Nature Plants publizierten Studie. Dies öffnet die Tür für die gezielte Entwicklung von Sorten mit weniger Resistenzdurchbrüchen.

Quelle: Uni Zürich
News · Forschungsergebnis · Politik

Technologischer Fortschritt ermöglicht nachhaltigere landwirtschaftliche Systeme

Wie ein visionsgeleiteter Wandel von Agrartechnik, Politik und Praxis gelingen kann, diskutiert der Exzellenzcluster PhenoRob der Universität Bonn in einem neuen wissenschaftlichen Artikel. Foto und (c): Volker Lannert, Uni Bonn

Die Landwirtschaft produziert so viel Nahrung wie nie zuvor, belastet aber gleichzeitig Klima, Böden und Biodiversität. Ein Forschungsteam des Exzellenzclusters PhenoRob der Universität Bonn stellt in einem nun erschienenen Artikel im Journal Agricultural Systems dar, welche entscheidende Rolle technologische Innovationen für eine nachhaltige Landwirtschaft der Zukunft spielen, und warum diese durch kluge Politiken und neue Geschäftsmodelle begleitet werden müssen.

Quelle: Uni Bonn
News · Forschungsergebnis · Politik

Natur, Gesellschaft und Wirtschaft zusammendenken: Neues Konzept nachhaltiger Entwicklung gefordert

Das neue Modell nachhaltiger Entwicklung: Natur, Wirtschaft und Gesellschaft inkl. Rückkopplungsschleifen. Grafik und (c): CORDIO East Africa

Was bedeutet eigentlich der Begriff nachhaltige Entwicklung? Bislang basierte der Nachhaltigkeitsrahmen auf einem Drei-Säulen-Modell, das Natur, Gesellschaft und Wirtschaft voneinander trennt. Doch das scheint vor dem Hintergrund des beschleunigten Klimawandels, des Verlusts der biologischen Vielfalt und der Ungleichheiten zwischen den Menschen nicht mehr zweckmäßig. Eine Gruppe renommierter Forschender, die sich so wie Prof. Dr. Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) seit vielen Jahre im Weltbiodiversitätsrat (IPBES) engagieren, fordern in Nature Communications Sustainability eine grundlegende Neuausrichtung der Art und Weise, wie die Menschheit nachhaltige Entwicklung versteht und verfolgt. Um dies zu erreichen empfehlen die Autorinnen und Autoren vier wesentliche Veränderungen.

Quelle: UFZ
News

Neue Podcast Staffel: „Genome Editing – WieWasWozu? Perspektiven im Dialog"

In den neuen Folgen vom Podcast, der Wissen schafft, geben Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen Antworten auf häufig gestellte Fragen. Die Staffel  „Genome Editing – WieWasWozu? Perspektiven im Dialog" startet mit Episode 1: Vergessene Nutzpflanzen: Hirse und Kichererbse zwischen Ernährung, Politik und neuen Züchtungsmethoden. Darin kommen Prof. Dr. Matin Qaim und Prof. Dr. Holger Puchta zu Wort. 
Ein Special zur aktuellen Einigung im EU-Trilogverfahren ist bereits online. Weitere Folgen erscheinen in Kürze. Eine Episode zur Rolle von Sprache und Bildern beleuchtet zudem, wie Kommunikation Wahrnehmung und Akzeptanz prägt.

Quelle: VBIO.de
News · Forschungsergebnis

Wälder unter Klimastress: Warum Bäume trotz Frühstart weniger wachsen

Der Klimawandel lässt Bäume im Frühling früher austreiben als noch vor zehn Jahren. Trotzdem nimmt das Wachstum einiger Baumarten ab. Trotz des früheren Saisonstarts verzeichnen die häufigsten Schweizer Baumarten einen abnehmenden Wachstumstrend, weil Hitze und Trockenheit die Zahl der effektiven Wachstumstage verringern. Fichten, Weißtannen und Buchen sind besonders betroffen. Das zeigt eine Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, die nun im Fachmagazin Global Change Biology veröffentlicht wurde. Ein geringeres Wachstum bedeutet weniger Kohlenstoffspeicherung und neue Herausforderungen für die Waldnutzung.

Quelle: WSL
News · Forschungsergebnis

Neuer CRISPR-Mechanismus schneidet für die Proteinbildung wichtige tRNA

Kryo-Elektronenmikroskopstruktur der Nuklease Cas12a3, die den Schwanz einer Transfer-RNA (tRNA) spaltet. Grafik und (c): Biao Yuan, HZI

Gemeinsam mit dem Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) und der Utah State University (USU) in Logan, USA, haben die Forschenden des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) in Würzburg eine gänzlich neue CRISPR-Abwehrstrategie entdeckt: Im Gegensatz zu bekannten Nukleasen schneidet Cas12a3 spezifisch für die Proteinbildung wichtige Transfer-Ribonukleinsäuren (tRNA, von engl. transfer ribonucleic acid), um infizierte Zellen lahmzulegen. Seine Ergebnisse hat das Team heute im Fachmagazin Nature veröffentlicht.

Quelle: HZI
News · Projekt

Gartenabfall und Ernterückstände in Kunststoff verwandeln

Um erstmalig komplett biobasiertes Polybutylensuccinat zu erhalten, braucht es eine Spezialchemikalie. Die Forschenden arbeiten an einer neuartigen Technologie. Foto und (c): Matthias Knust, Uni Oldenburg

Aus nachwachsenden Rohstoffen wie Grünschnitt, Heu und Algen, wollen Forschende der Universität Oldenburg Bioplastik entwickeln. Ziel des Projektes: Kunststoffe aus 100 Prozent organischen Abfällen herstellen, die biologisch komplett abbaubar sind und sich für medizinische Produkte, Bauteile von Autos, Isolierungen und Verpackungen eignen. Das Forschungsteam der neuen Nachwuchsgruppe um die Chemikerin Dr. Melanie Walther möchte dafür ökologisch nachhaltige und anwendungsnahe Ansätze miteinander kombinieren: Geplant ist, eine kostengünstige und gleichzeitig energieeffiziente Technologie zu entwickeln, mit deren Hilfe neue Kunststoffe auf Basis von Polybutylensuccinat (PBS) entstehen, die zu 100 Prozent aus organischen Abfällen bestehen. Das Bundesforschungsministerium (BMFTR) fördert das Vorhaben „EcoPBS“ mit rund 2,7 Millionen Euro.

Quelle: Uni Oldenburg
News · Forschungsergebnis

Wie ein Pilz Gewebewucherungen in Mais erzeugt

Gallen an Mais (links). Unter dem Mikroskop wird die durch die Infektion veränderte Gewebestruktur sichtbar (Mitte). Wenn die Pflanze Arabidopsis thaliana (rechts) Tip4 bildet, wandeln sich Seitenwurzeln in gallenartige Ansammlungen undifferenzierter Zellen um. Fotos und (c): AG Djamei, Uni Bonn

Wenn der Pilz Ustilago maydis eine Maispflanze befällt, bilden sich am Ort der Infektion tumorähnliche Gewebewucherungen. Wie der Erreger seinen Wirt dazu bringt, war bislang ein Rätsel. Eine aktuelle Studie der Universität Bonn zeigt nun, dass er dazu ein Programm der Pflanze für die Bildung der Seitenwurzeln zweckentfremdet, um in den Mais-Blättern die Zellteilungsaktivität zu erhöhen und so typischen Gallen zu erzeugen. Die Ergebnisse des Teams um Dr. Mamoona Khan und Prof. Dr. Armin Djamei vom INRES-Institut der Universität Bonn in der Abteilung Pflanzenpathologie, sind in der Fachzeitschrift New Phytologist erschienen.

Quelle: Uni Bonn
News · Anwendung

Mobiles Labor für die Früherkennung von Schaderregern im Obst- und Weinbau

Durch den Klimawandel eingeschleppte Schaderreger gefährden den Weinbau in Deutschland. Foto und (c): Fraunhofer IFF

Einige Schädlinge und Krankheiten sind für Pflanzen und Bäume so gefährlich, dass ihre Verbreitung sofort unterbunden werden muss. Fraunhofer-Forschende suchen gemeinsam mit Partnern nach Wegen, befallene Reben, Aprikosen-, Apfel- und Birnbäume frühzeitig zu erkennen, damit zeitnah geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Ein mobiles Labor, der PhenoTruck®, hilft bei der schnellen und sicheren Identifizierung der Schadorganismen direkt vor Ort. Dort werden bei der Analyse der Krankheitssymptome Methoden des Maschinellen Lernens, drohnengestützte Multispektralsensorik, Hyperspektralsensorik und molekularbiologische Tests intelligent in einer hochmobilen Plattform, dem PhenoTruck®, kombiniert.

Quelle: Fraunhofer
News · Forschungsergebnis

Pilz neutralisiert die Abwehr von Borkenkäfern – und nutzt sie gegen die Käfer

Fichtenbrokenkäfer im Holz. Foto und (c): Benjamin Weiss, MPI für chemische Ökologie

Der insektenbefallende Pilz Beauveria bassiana entgiftet die Abwehrstoffe der Fichtenborkenkäfer (Ips typographus), die aus pflanzlichen Vorstufen stammen, und kann die Insekten erfolgreich infizieren. Fichtenborkenkäfer nutzen pflanzliche Abwehrstoffe zur eigenen Verteidigung. Dazu wandeln Phenolverbindungen aus Fichtenrinde in noch toxischere Derivate um – gegen Krankheitserreger. Der insekten-pathogene Pilz Beauveria bassiana neutralisiert diese schädlichen Verbindungen. Der Mechanismus zeigt die evolutionäre Anpassung eines pathogenen Pilzes an einen Wirt mit einer komplexen chemischen Verteidigung – mit potenziellem Nutzen für die zukünftige biologische Schädlingsbekämpfung. Die Details der Froschenden um Dr. Ruo Sun und Prof. Jonathan Gershenzon vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena sind nun im Fachjournal PNAS veröffentlicht. 

Quelle: MPI für chemische Ökologie
News · Forschungsergebnis

Neue Wege in der Evolution der Zentromertypen entdeckt

Ein internationales Team hat erstmals am Beispiel zweier Lilienarten geklärt, wie verschiedene Zentromertypen entstanden sind. Dazu verglich das Team die Genome und die Zentromerstruktur der beiden verwandter Pflanzen. Einer monozentrischen Art mit großem Zentromer und einer holozentrischen Art. Die Studie liefert neue Erkenntnisse über die Entwicklung unterschiedlicher Chromosomentypen. „Wir hatten erwartet, dass sich in einem linearen Prozess zunächst ein großes Zentromer bildet, das sich im Laufe der Evolution zu einem langen, gestreckten Zentromer weiterentwickelt“, sagt Prof. Dr. Andreas Houben. „Wir haben aber festgestellt, dass sich dieser zweite Typ, also das Holozentromer, unabhängig von Chromosomen mit einem Makromonozentromer entwickelt hat“, erklärt der Leiter der Arbeitsgruppe Chromosomenstruktur und -funktion am IPK Leibniz-Institut. „In unserer Arbeit konnten wir zeigen, dass die Evolution der Zentromertypen durch ein komplexes Zusammenspiel von Genmutationen, epigenetischen Veränderungen und der Expansion der zentromeren DNA vorangetrieben wurde“, erklärt Dr. Yi-Tzu Kuo, Erstautorin der unter Leitung des IPK erschienen Studie in Nature Communications. So hat sich bei der Art Chamaelirium luteum im Laufe der Zeit ein großes Zentromer gebildet, während bei Chionographis japonica ein langgestrecktes Zentromer entstand.

Quelle: IPK (pdf)
News · Anwendung · Forschungsergebnis

Mit Maniok Hunger bekämpfen

Forschenden ist es gelungen, die tropische Maniokpflanze genetisch so zu verändern, dass sie deutlich mehr Ernteertrag bringt und außerdem widerstandsfähiger gegen Trockenheit ist. Die stärkehaltige Speicherwurzeln der Maniokpflanze stellen ein Grundnahrungsmittel für knapp eine Milliarde Menschen weltweit dar. Das Forschungsteam des internationalen Cassava Source-Sink (CASS)-Konsortiums hat die Pflanze so verändert, dass Kalium in der Pflanze besser transportiert werden kann. Das Resultat: Die Photosynthese der Pflanzen läuft effizienter ab, Kohlenhydrate werden günstiger verteilt und die Speicherwurzeln, der essbare Teil der Pflanze, wächst besser. Außerdem ist die Pflanze deutlich resistenter gegen Trockenstress – ein wichtiger Aspekt vor dem Hintergrund des voranschreitenden Klimawandels – und all das ohne zusätzlichen Dünger. In Gewächshaus- und Langzeit-Feldversuchen konnten die Forschenden der FAU, der Universität Kaiserslautern, dem Forschungszentrum Jülich und der National Chung Hsing University (Taiwan) ihre Ergebnisse validieren und zeigen, dass die neuen Eigenschaften der Maniokpflanze über mehrere Jahre hinweg stabil bleiben. „Diese Studie stellt einen wichtigen Schritt dar, um das Ertragspotenzial von Maniok zu erschließen“, sagt Prof. Dr. Uwe Sonnewald, Leiter des Lehrstuhls für Biochemie an der FAU über die im Fachjournal Nature Plants veröffentlichte Studie.

Quelle: FAU
News · Forschungsergebnis

Stellschrauben für ein nachhaltiges Agrar- und Ernährungssystem

Eine große Modellstudie zeigt jetzt, welchen Beitrag das weltweite Agrar- und Ernährungssystem beim Kampf gegen die Erderhitzung leisten kann. Sie benennt 23 Stellschrauben, kalkuliert ihre Wirkungskraft – und trifft die Aussage: Eine entschlossene Transformation allein dieses Bereichs, ohne die unverzichtbare Energiewende, kann den globalen Temperaturanstieg gegenüber dem vorindustriellen Niveau auf 1,85 Grad bis zum Jahr 2050 begrenzen. Zudem wird die Ernährung gesünder und preiswerter, und die Landwirtschaft wird besser vereinbar mit dem Schutz der Biodiversität. Die Studie wurde geleitet vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und publiziert in Nature Food.

Quelle: PIK
News · Politik

NGT-1: Meilenstein für neue Züchtungsmethoden in der Landwirtschaft

Der Ausschuss der Ständigen Vertreter der EU-Mitgliedstaaten hat sich für eine weitgehende Regelung zur neuen genomischen Techniken (NGT) ausgesprochen. Aus Sicht des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFRT) ist es sachgerecht, dass künftig Pflanzen und Produkte mit Veränderungen, die so auch in der Natur oder durch herkömmliche Züchtungsmethoden entstehen hätten können, vom EU-Gentechnikrecht ausgenommen werden sollen (Kategorie 1/NGT-1).

Quelle: BMLEH
News · Politik

Auf Eckpunkte für Forschungssicherheit in Deutschland verständigt

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), Wissenschaftsministerien der Länder und Allianzorganisationen haben sich auf Eckpunkte zur Stärkung der Forschungssicherheit und zum Aufbau einer Nationalen Plattform für Forschungssicherheit geeinigt. Die Pressemitteilung des BMFTR nennt dazu die Erklärungen von Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär, der Präsidentin der Wissenschaftsministerkonferenz und Ministerin für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Mecklenburg-Vorpommern Bettina Martin, des Sprechers der Allianz der Wissenschaftsorganisationen und Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka sowie des Vorsitzenden des Wissenschaftsrates Prof. Dr. Wolfgang Wick.

Quelle: BMFTR
News · Forschungsergebnis

Krankheitserreger kapert Programm zur Fruchtreife bei Zitrusgewächsen

Der Krankheitserreger des Zitruskrebses aktiviert in den infizierten Blättern seiner Wirtspflanze gezielt Teile des Reifeprogramms, das normalerweise die Früchte weich und süß werden lässt, um den freiwerdenden Zucker als Nahrung zu nutzen. So kann der Krankheitserreger, das Bakterium Xanthomonas citri, bis zu hundertmal schneller wachsen. Die raffinierte Strategie der Xanthomonas-Bakterien bei der Infektion von Zitruspflanzen hat ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Professor Thomas Lahaye vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen der Universität Tübingen entdeckt. Seine Studie liefert neue Einblicke, wie mikrobielle Krankheitserreger Entwicklungsprogramme der Wirtspflanze kapern, um sonst schwer zugängliche Nährstoffe verfügbar zu machen. Diese Erkenntnisse eröffnen neue Ansatzpunkte zur Bekämpfung des Zitruskrebses und wurden in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht.

Quelle: Uni Tübingen
News · Förderung · Projekt

Natürlicher Pflanzenschutz gegen Trockenheit

Die Baden-Württemberg Stiftung wird als einen der Stipendiat*innen ihres Eliteprogramms für Postdocs den Biologen Rutger Wilschut, Postdoc am Fachbereich Biologie der Universität Konstanz, bekanntgegeben. Wilschut wird untersuchen, wie gut Pflanzen bei unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten mit Trockenheit zurechtkommen. Die meisten Pflanzen sind auf eine hohe Diversität im Boden angewiesen. Insbesondere bei extremen Umweltbedingungen kann ein guter, reichhaltiger Boden entscheidenden Einfluss haben. Der Konstnzer Biologe will in seinem Forschungsprojekt diesen Auswirkungen auf den Grund gehen. Dafür wird er sich eingehend mit der biologischen Vielfalt im Boden und den damit zusammenhängenden Auswirkungen von Trockenheit auf Pflanzen beschäftigen. Seine Forschung wird eine Lücke füllen, denn bislang ist wenig bekannt über das Wechselspiel zwischen der biologischen Diversität im Boden und der Reaktion von Pflanzen auf Wassermangel. Wilschut wird zusammen mit seinem Forschungsteam Experimente im Freiland und in Gewächshäusern durchführen und diese mit der molekularen Analyse von Pilzgemeinschaften kombinieren. Ein besonderer Fokus wird dabei auf arbuskuläre Mykorrhizapilze gelegt, die bei den untersuchten Prozessen eine entscheidende Rolle spielen könnten. Die Ergebnisse seiner Forschung werden zu einem besseren Verständnis der Auswirkungen aktueller ökologischer Veränderungen beitragen. Ziel ist es darüber hinaus, Lösungsansätze dafür zu liefern, wie Pflanzen bei großer Trockenheit von einer biologischen Vielfalt im Boden profitieren können. Die Erkenntnisse kommen somit sowohl der Renaturierung von Habitaten zugute als auch einer nachhaltigen Landwirtschaft.

Quelle: Uni Konstanz
News · Forschungsergebnis

Outdoor-Bouldern als Quelle für Mikroplastik? Erste Nachweise aus Vegetationsstudien

Wie sich die beliebte Klettersportart Bouldern auf die Vegetation und die Oberflächenstruktur verschiedener Naturfelsen auswirkt, hat eine Studie nun beschrieben. Hierfür haben Forschende erstmals an drei Felsen unterschiedlichen Gesteins die Auswirkungen der Outdoorsportart untersucht. Das Forschungsteam bekletterte dazu bislang unberührte Boulderblöcke aus Kalkstein, Granit und Sandstein jeweils 500-mal. In Vergleichen vor und nach den Begehungen zeigte sich ein Verlust der Moos- und Flechtenbedeckung von bis zu 15 % an Handgriffen und Fußtritten. Insbesondere die ersten Begehungen verzeichneten die größten Vegetationsverluste. Hierbei zeigte sich Sandstein als besonders anfällig, da Gesteinspartikel samt Vegetation leichter abgetragen werden als bei Kalkstein oder Granit. Eine Erholung der Vegetationsbedeckung fand am Sandstein innerhalb von drei Jahren nur teilweise statt. „Unsere Studie ist die erste, die zusammenhängend nachweist, dass die Auswirkungen des Boulderns je nach Gesteinsart des Felsens variieren und eine Erholung des Ökosystems nur langsam stattfindet“, sagt Sofie Paulus, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Sportökologie und Initiatorin der Studie. „Zudem weisen unsere Experimente auf ein bislang zu wenig beachtetes Problem hin: Mikroplastikverschmutzung durch Kletterschuhe.“ In ihrer kürzlich publizierten Studie im Fachjournal People and Nature fordern die Forschenden differenzierte Managementstrategien, die Freizeitnutzung und Naturschutz der Felsen vereinen.

Quelle: Uni Bayreuth
News · Forschungsergebnis

Lila bis weiß, glatt bis stachelig: Genetische Vielfalt der Aubergine erstmals erfasst

Sie ist lila, manchmal weiß, manchmal stachelig und erscheint in diversen Formen – die Aubergine. Forscher*innen haben erstmals einen vollständigen Katalog aller Gene und Eigenschaften der Aubergine erstellt. Mit der Entschlüsselung des so genannten Pan-Genoms – also der gesamten genetischen Vielfalt einer Art – sowie des Pan-Phänotyps, der die gesamte Bandbreite äußerer und innerer Merkmale innerhalb einer Art umfasst, schafft das Konsortium erstmals eine Datengrundlage. Sie zeigt präzise, welche Eigenschaften stabil vererbt werden und welche stark vom Umfeld abhängen. Damit wird die Züchtung neuer Sorten – etwa mit höherer Widerstandsfähigkeit oder verbessertem Inhaltsstoffprofil – deutlich gezielter und schneller möglich. Diese neue Datengrundlage ebnet den Weg für robustere, klimaangepasste und qualitativ hochwertige Sorten, die langfristig Ernteerträge sichern und die Vielfalt in der Landwirtschaft erhalten. Die zugrunde liegenden Genomdaten und viele der untersuchten Sorten werden der Forschungsgemeinschaft weltweit offen zugänglich gemacht und in Nature Communications veröffentlicht.

Quelle: FZ Jülich
News · Forschungsergebnis

Neue fleischfressende Pflanze aus Bayern entdeckt

Einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, dass nun eine neue Pflanze direkt aus Bayern bekannt wurde. Denn Neufunde in der Botanik Mitteleuropas, Deutschlands oder gar Bayerns sind überaus selten, abgesehen von einigen endemischen Mikroarten, die jedoch nur von Spezialisten unterschieden werden können. Bei der neuen Pflanze handelt es sich um eine fleischfressende Pflanze, die jetzt den wissenschaftlichen Namen Drosera ×bavarica, der Bayerische Sonnentau, bekommen hat. Genau genommen handelt es sich nicht um eine eigenständige Pflanzenart, sondern um eine sogenannte Naturhybride, also eine spontan entstandene natürliche Kreuzung aus zwei bekannten Arten – in diesem Fall vom Langblättrigen Sonnentau (Drosera anglica) und dem Mittleren Sonnentau (Drosera intermedia). Exemplare dieser Pflanze aus der freien Natur kannte man bisher keine, weder aus den Herbarien noch von Fotografien oder Beobachtungen. Dass diese Kreuzung aus den beiden Arten möglich ist, haben Kulturversuche aus Japan schon 1973 bewiesen. Dort wurde die Kreuzung künstlich in Kultur hergestellt. Aber in freier Natur gefunden hatte die Hybride bisher niemand. nun hat Fleischmann einige Exemplare dieser Pflanze aufgespürt – und zwar im Herbar des Münchner Karnivoren-Experten Paul Debbert (1934–2022). Veröffentlicht wurde die Beschreibung in den 
Berichten der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 94/95: 49-89. 

Quelle: SNSB
News · Förderung · Projekt

Forschung zur Anpassung von Wäldern

Die Eva Mayr-Stihl Stiftung beabsichtigt, den Exzellenzcluster Future Forests an der Universität Freiburg zu fördern. Future Forests wird ab 2026 erforschen, wie sich Wälder und ihre Nutzung an den globalen Wandel anpassen lassen. Die Stiftung finanziert eine neue Tenure-Track-Stiftungsprofessur für Waldbau und Klimawandelanpassung, ein internationales Forschungslabor zur Waldanpassung sowie einen Inkubator-Fonds. Darüber hinaus plant die Stiftung, in den kommenden Jahren zwei weitere Stiftungsprofessuren zu ermöglichen, die die Forschung am Exzellenzcluster weiter stärken. Insgesamt hat die Initiative der Eva Mayr-Stihl Stiftung ein Fördervolumen von 10,4 Millionen Euro bis 2032.

Quelle: Uni Freiburg
Stellenangebote
Offene Stellen

Akademische Rätin / Akademischen Rat (m/w/d) a.Z. 

Evolution, Taxonomie, Systematik und funktionelle Morphologie der Blütenpflanzen

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Bonner Institut für Organismische Biologie (BIOB), Bonn, Deutschland 

Start: zum nächstmöglichen Zeitpunkt

Deadline: 22 Februar 2026

Details (pdf)

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Offene Stellen

Wissenschaftliche Mitarbeit (w/m/d) / Promotionsstelle  

Algen-Bakterien-Interaktion

Hochschule (HS) Mittweida, University of Applied Sciences, Fakultät Angewandte Computer‐ und Biowissenschaften (CB), Mittweida, Deutschland

Start: 1 April 2026

Deadline: 28 Februar 2026

Details: HS Mittweida

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Offene Stellen

Wissenschaftliche Mitarbeit (m/w/d) Teilzeit 25 %

Fassadenbegrünungssysteme

Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart (SMNS), Stuttgart, Deutschland

Start: zum nächstmöglichen Zeitpunkt

Deadline: 15 Februar 2026

Details (pdf) 

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Offene Stellen

PhD candidate (m/f/d) 

Physiology and evolution of photosynthetic types

Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), Faculty of Biology - Systematics, Biodiversity and Evolution of Plants, Munich, Germany

Start: 1 April 2026

Deadline: 15 February 2026

Details: LMU

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Offene Stellen

2 Wissenschaftliche Mitarbeitsstellen (m/w/d)

Deutsch-Costaricanisches Netzwerk für Forschung zu Biodiversität in den Tropen (GeCoBio)

Goethe Universität Frankfurt, Fachbereich Biowissenschaften, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Frankfurt, Deutschland

Start: 1 Mai 2026

Deadline: 17 Februar 2026 

Details (pdf) - for translation, please scroll down

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Wissenschaftliche Mitarbeit / Promotionsmöglichkeit (m/w/d)

Verwertung von Reststoffen aus der Spargelproduktion/-verarbeitung zur Verwendung als umweltschonendes Pflanzenstärkungsmittel im Öko-Landbau (SPARKL)

Julius Kühn Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, Institut für Resistenzforschung und Stresstoleranz, Quedlinburg, Deutschland 

Start: zum frühestmöglichen Zeitpunkt

Deadline: 11 Februar 2026

Details (pdf) 

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Postdoctoral scientist (f/m/d) 

Small grain cereal genome analysis

Leibniz Institute of Plant Genetics and Crop Plant Research (IPK), IPK Genebank Department, research group Genomics of Genetic Resources (GGR), Gatersleben, Germany 

Start: 1 March 2026 (or later) 

Deadline: 15 February 2026

Details (pdf)

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W3-Professur (m/w/d)

Pflanzenökologie

Universität Regensburg (UR), Fakultät für Biologie und Vorklinische Medizin, Regensburg, Deutschland

Start: zum nächstmöglichen Zeitpunkt

Deadline: 15 Februar 2026

Details: UR

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Research Assistant (m/f/d) 

Algae science, microbiology, aquatic ecology

University of Rostock, Faculty of Mathematics and Natural Sciences, Institute of Biological Sciences, Department of Applied Ecology and Phycology, Rostock, Germany

Start: 15 April 2026

Deadline: 23 February 2026

Details (pdf) 

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Sammlungsmanagement (m/w/d)

Botanik und molekulare Evolutionsforschung

Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum,  Frankfurt, Deutschland

Start: zum nächstmöglichen Zeitpunkt

Deadline: 15 Februar 2026

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In Forschung, Lehre und Wissenschaft ausgeschriebene Stellen

Kontakt zur Redaktion:   position [at] deutsche-botanische-gesellschaft.de     

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Empfohlen
Plant Biology · DBG

Review: Harnessing benzamides as plant stress inhibitors to enhance crop resilience and stress management

Benzamides boost crop resilience by inhibiting poly(ADP-ribose) polymerase (PARP) to enhance stress tolerance and, through their antimicrobial, herbicidal, and insecticidal derivatives, they offer broad protection for sustainable crop improvement

How benzamides could be used to inhibit plant stress, promote growth, and to manage crop resilience is summarized by authors Koetle, Motaung, and Amoo. In their review they delve into the mechanisms of action, applications, and potential benefits of benzamides, especially focusing on their role as poly(ADP-ribose) polymerase (PARP) inhibitors. They also describe, how benzamides modulate stress responses by inhibiting PARP activity, which is crucial for DNA repair and maintaining genomic stability. The review also highlights antimicrobial, herbicidal, and insecticidal properties of benzamides, which enhance plant defence mechanisms against various pests and diseases. In summary, benzamides offer multiple approaches to enhancing crop resilience and stress management, with significant implications for sustainable agriculture.

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DOI: 10.1111/plb.70150
Plant Biology · DBG

Review: Pteridophyte chitinases - a promising resource for sustainable biopesticides

Potential of pteridophyte-derived chitinases as promising candidates for the development of biopesticides in sustainable agriculture, characterized by unique structural and functional features.

In their review authors Annapoorneshwari, Sharma, and Hegde highlight the need for increased research on pteridophyte chitinases to harness their potential as valuable resources for cutting-edge biopesticides and other biotechnological applications, since chitinases catalyse the degradation of chitin, a major component of fungal cell walls and arthropod exoskeletons. They therefore summarize current research results on fern chitinases, particularly in Pteris ryukyuensis and Equisetum arvense, that revealed distinct features, such as LysM domains, which enhance chitin-binding and antifungal activity. They also describe results on thermal stability, specific binding to chitin oligosaccharides, and the behaviour of engineered multimeric LysM domains fused with catalytic domains. These findings highlight the potential of pteridophyte chitinases in developing improved biopesticides against fungal pathogens. The unique
evolutionary position of the over 450 million years old pteridophytes,  including ferns and lycophytes, among non-vascular and seed plants suggests they may harbour additional novel chitinase variants with diverse biochemical properties.

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DOI: 10.1111/plb.70093
Plant Biology · DBG

Review: The tasiR-ARF pathway in plants - origin, functions, and interplay of miR-390, tasiRNAs and ARF3

Trans-acting small interfering RNAs (tasiRNAs) that silence a subset of Auxin Response Factors (ARF) are crucial for plant growth, developmental timing, proper organ patterning, and coping with stress.

The versatility of the tasiR-ARF pathway in land plants according to known developmental and environmental responses where the phytohormone auxin plays an essential role, is discussed in this review by authors López-Ruiz, Juárez González, Jiménez-Ortega, Reyes, and Dinkova. The biogenesis of Trans-acting small interfering RNA (tasiRNAs), only found in plants, requires an initial miRNA-mediated cleavage of RNA precursors transcribed from TAS genes. TasiRNAs act in trans to silence gene expression by cleaving mRNAs with sequences partially complementary to their own. The miR390-TAS3-ARF pathway is highly conserved among land plant lineages and exerts its function by silencing a subgroup of Auxin Response Factor (ARF) genes; these tasiRNAs are termed tasiR-ARFs. Many downstream auxin signals are mediated by ARFs. These pathway functions are critical for plant growth, developmental timing, and correct organ patterning, such as leaf morphology and polarity, lateral root architecture, and flowering, as well as coping with stress. The phenotypes caused by mutations affecting tasiR-ARF production vary across plant species. One way to unify the diverse roles of this pathway would be through auxin response integration, possibly by exploring the evolution of ARF3 transcription factors and downstream genes.

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DOI: 10.1111/plb.70154
Plant Biology · DBG

Viewpoint: Why tropical forests vary in their response to hydrologic changes and implications for modelling

Tropical forests vary in their response to changing hydrologic regimes because past climate, soils, and evolutionary history influence how their constituent trees will respond.

As authors Cheesman and Cernusak lay out in their article "Susceptibility of tropical trees to drought: Context across scales" that the variability in their responses should be understood in the context of interacting legacies across scales. They describe

  • continental scales, where evolutionary history and past climatic filters have left distinct imprints on forest composition, and 
  • landscape scales, where edaphic and hydrological heterogeneity constrain species distributions and
    functional strategies. 

They finally highlight the importance of integrating historical and environmental filters into predictive models of tropical forest futures. 

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DOI: 10.1111/plb.70156
Plant Biology · DBG

Review: How multiple plant hormones orchestrate the success of flowering and plant reproduction

The review unpacks hormonal networks in flower development, revealing how ‘bud to bloom’ transitions shape yield and plant resilience.

In the article “Bud to bloom”—hormonal coordination in floral initiation” the authors Baral, Vainer, Melzer, Hause, and Panda delve into current knowledge and address lingering questions regarding hormone-mediated flower development. They summarize current knowledge of this complex network of multiple plant hormones that orchestrate plant reproduction and address the significant gaps in our understanding of hormonal regulation and the intricate crosstalk between hormones. This opens a way for innovative strategies in effective fruit set management and crop improvement.

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DOI: 10.1111/plb.70089
Plant Biology · DBG

Review: Duckweeds - model organisms for research on plant sterols and steroids

Duckweeds (Lemnaceae), the fastest-growing angiosperms and promising vegan protein source, offer a powerful model to address key questions in plant physiology.

The authors Klein, Appenroth and Sree summarize the knowledge on the very productive monocot Duckweed and its possible role as a powerful model to address key questions and problems in plant physiology, with a strong focus on sterol and steroid biology. Especially since Lemnaceae are a promising vegan protein source useful as animal feed and in human nutrition. The authors provide details on biosynthesis and function of phytosterols, sterol conjugates, brassinosteroids, and specialized steroidal metabolites, such as cardenolides. And they also discuss how current knowledge can be translated to solve agricultural and industrial problems.

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DOI: 10.1111/plb.70095
Plant Biology · DBG

Review: hydraulic traits and water use strategies of mountain shrubs and dwarf shrubs

Shrubs show a wide range of hydraulic strategies to achieve a balanced and favourable water status in mountain areas.

The authors Musso, Ganthaler, and Mayr not only summarize a literature review on a total of 104 publications on the water use strategies of mountain shrubs in which they focus on main hydraulic traits, water uptake, transport and release, as well as hydraulic limitations in summer and winter. In the review "Global variability in hydraulic traits and water use strategies of mountain shrubs and dwarf shrubs" they also measured leaf cuticular conductance in selected Alpine species. The dataset revealed a wide range of specific hydraulic conductivity (ks; 0.8–25.8 × 10-4 m2s-1 MPa-1), with highest values in tundra shrubs, and of the water potential at 50% conductivity loss (Ψ50; -11.8 to -0.29 MPa), with lowest values in steppe and temperate dry summer species. Deep-rooted shrubs from arid environments had access to more reliable water sources, while others relied on shallow but nutrient-rich soil water. No clear trend was observed along elevation or precipitation gradients, suggesting a wide range of hydraulic strategies to achieve a balanced water status. The authors also address the gaps in the geographic distribution of available studies.

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DOI: 10.1111/plb.70088
Plant Biology · DBG

Review: how trees and forests will respond to increasingly unpredictable climate with compound droughts

Physiological and ecological responses of trees to emerging compound droughts from a water demand and supply perspective, as well as the role of acclimation and consequences for ecosystem-level functions.

In the article "Impact of emerging compound droughts on forests: A water supply and demand perspective" the authors C. Werner,  M. Bahn,  T. E. E. Grams,  C. Grossiord,  S. Haberstroh,  G. Lenczner,  D. Tuia,  H. Vallicrosa not only summarize physiological and ecological responses of trees to emerging compound droughts, but also explain the role of acclimation and consequences for ecosystem-level functions. They explore the physiological and ecological mechanisms underlying tree water and carbon regulation during these extreme conditions, focusing on the balance between water demand and supply, the role of acclimation, and its consequences for ecosystem-level functions. By examining the mechanisms at play from the organ to the ecosystem-scale, they provide a comprehensive understanding of how trees and forests are likely to respond to an increasingly unpredictable climate with a higher likelihood of compound
droughts.

Read whole paper open access in our scientific journal Plant Biology (2025) 

DOI: 10.1111/plb.70080
Plant Biology · DBG

Review: drought responses in ornamental plants for horticulture and strategies for resilience

How drought stress alters the visual appeal and ecological function of ornamental plants and innovative strategies to enhance their resilience.

In their review "Drought-induced aesthetic decline and ecological impacts on ornamentals: mechanisms of damage and innovative strategies for mitigation" the authors S. Chachar, N. Ahmed, and X. Hu summarize drought responses in ornamental plants by emphasizing hormone regulation, antioxidant defence, and gene expression changes. They focus on the dual challenge of ensuring drought tolerance while preserving aesthetic traits, which sets ornamentals apart from other plant types. The authors present innovative management strategies, such as genetic engineering (e.g., CRISPR-Cas9), transcription factor manipulation, and exogenous applications of hormones and biostimulants to enhance resilience, as well as solutions to mitigate drought-induced damage. This review underscores the urgent need for integrated molecular, physiological, and horticultural strategies to balance these demands, offering a roadmap to sustain the aesthetic and ecological contributions of ornamentals in an era of increasing climate variability. 

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DOI: 10.1111/plb.70074
Plant Biology · DBG

Review: Sustainable production of capsaicinoids through organellar genome editing

Recent advances for genetic improvement of Chilli peppers

In their review "Genome blaze: engineering chilli pepper chloroplasts for sustainable production of capsaicinoids through organellar genome editing" the authors M. Bulle,  S. Abbagani,  A. Raza summarize recent advances for genetic improvement of Chilli peppers, enriched with heightened levels of phytochemicals, such as capsinoids (CATs) and capsaicinoids (CAPs) with potential health benefits. The expression of specific genes is crucial to stimulate the CAT and CAP levels in response to environmental conditions. The authors also highlight recent advancements in CRISPR/Cas and plastid engineering within Capsicum, coupled with application of base editing approaches for editing plant organelle DNA. The review also assesses the challenges and opportunities in the pursuit of commercial and sustainable production of bioactive compounds specific to Capsicum species.

Read whole paper in our scientific journal Plant Biology (2025)  

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DOI: 10.1111/plb.70067
Plant Biology · DBG

Review: The role of cell walls in Cuscuta parasitism

The roles of plant cell walls in key processes of parasitism by the obligate stem parasite Cuscuta.

Since the parasitic processes in Cuscuta are closely linked to their cell wall structures and functions, authors M. Takagawa and R. Yokoyama have put together current knowledge in a review. In the paper "Current understanding of the role of the cell wall in Cuscuta parasitism", they summarise each of the processes: 

  • the beginings with tight coiling around the host stem by the strong tensile force of the thickened inner cell wall layers
  • attachment to the host surface using secretory cell wall components
  • invasion of a feeding structure (haustorium), facilitated by degradation and modification of host cell walls
  • haustoria-derived search hyphae transdifferentiation into tracheary elements of the secondary cell walls
  • since secondary cell walls provide mechanical strength and hydrophobicity to the tracheary element, Cuscuta can draw fluids from the host through the tracheary element.

Read whole paper open access in our scientific journal Plant Biology (2025) 

DOI: 10.1111/plb.70059
Plant Biology · DBG

Review: Factors determining chromosomal localization of transposable elements in plants

Transposable elements (TEs) in plants.

The paper summarizes transposon chromosomal niches, and the functional consequences of their specific chromosomal localization in plants. The authors E. Kejnovsky, P. Jedlicka, M. Lexa and Z. Kubat review specific chromosomal niches where transposable elements (TEs) are often localized including 

  • centromeres
  • (sub)telomeres
  • genes
  • sex chromosomes.

They also focus on the processes standing behind non-equal distribution of various TEs in genomes including 

  • purifying selection
  • insertion site preference or targeting of TEs
  • post-insertion ectopic recombination between TEs
  • spatiotemporal regulation of TE jumping.

They explain the distribution of TEs on sex chromosomes, describe the phenomena of mutual nesting of TEs, epigenetic mark silencing in TEs, and TE interactions in the 3D interphase nucleus concerning TE localization and summarize the functional consequences of TE distribution and relate them to cell functioning and genome evolution.

Read whole paper open access in our scientific journal Plant Biology (2025) 

DOI: 10.1111/plb.70057
Plant Biology · DBG

Special Issue: Plant Chemodiversity

Special issue “Ecology and Evolution of Plant Chemodiversity” in our Journal Plant Biology is edited by C. Müller, B. Fuchs,  J.-P. Schnitzler,  S. B. Unsicker,  and S. R. Whitehead. 

This compilation of current research systematically explores dimensions of phytochemical diversity, plant metabolites, fine-tunings, as well as about interactions among mutualists, antagonists, and plants. Why this results are of crucial importance for plant sciences is explained in the editorial DOI: 10.1111/plb.13667 

Read issue information under DOI: 10.1111/plb.13667 

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Plant Biology · DBG

Water uptake in temperate tree species

Root water uptake depth in temperate forests is shaped by species identity, neighborhood, site and environmental conditions

In their research paper "Root water uptake depth in temperate forest trees: species-specific patterns shaped by neighbourhood and environment" authors Hackmann, Paligi, Mund, Hölscher, Leuschner, Pietig and Ammer used stable water isotopes to compare water uptake in pure and mixed stands of European beech (Fagus sylvatica), Douglas fir (Pseudotsuga menziesii), and Norway spruce (Picea abies). Beech and Douglas fir had access to water from deeper soil layers, unlike spruce. Beech used deeper water in mixtures with both conifers, while spruce shifted to shallower layers in mixture with beech. Douglas fir showed no significant difference between pure and mixed stand. They emphasize the importance of species-specific traits and mixture effects in forest water cycles, and how they are mediated by site and environmental conditions. Conclusion: Douglas fir appears more drought resistant than Norway spruce, by accessing deeper water sources. Beech and Douglas fir may equally coexist, while beech presence exacerbates the drought exposure of spruce. 

Read early view of whole paper Open Access in our scientific journal Plant Biology (2025) DOI: 10.1111/plb.70058 

Plant Biology · DBG

Review: variation, regulation, functions and applications of anthocyanins

Anthocyanin pigmentation in plants: distribution, genetic mechanisms behind development, ecological role, and potential for industrial applications

The authors Katharina Wolff and Boas Pucker summarize current knowledge about anthocyanin pigmentation variation, several different regulatory mechanisms, three potential ecological functions and promising industrial applications in their review "dark side of anthocyanin pigmentation". They conclude: Understanding the genetic basis of dark pigment accumulation would facilitate biotechnological and agricultural applications.

Read whole paper Open Access in our scientific journal Plant Biology (2025) DOI: 10.1111/plb.70047 

Plant Biology · DBG

Review: Bees, flowers and UV

UV as a component of floral signalling in Concolulus tricolor (top), UV-absorbing anthers and floral guide for protection against UV-radiation in Potentilla anserina (bottom left), glossy and UV-reflecting nectar mimicking staminodes in Parnassia wightiana (bottom right)

Human-invisible but bee-visible UV-patterns in flowers aid pollination by signalling pollinators and protecting vulnerable DNA in pollen. In their review the authors Lunau, Camargo, and Ren summarize functions of UV pigments and UV reflection patterns in flowers, including visual signalling by reflectance, fluorescence, and gloss, as well as protection against UV radiation. Advantages and limits of spectrophotometry, UV photography and false colour photography in bee view are discussed. Authors briefly touch how flower UV patterns may change in response to increasing global UV radiation, potentially influencing plant pollination.

Read whole paper Open Access in our scientific journal Plant Biology (2025) DOI: 10.1111/plb.70050 

Plant Biology · DBG

Review: Ginkgo biloba flavonoids - functions, regulation, and extraction

The paper on flavonoid biosynthesis examines the regulatory impacts of 14 structural genes, seven transcription factor classes, and two non-coding RNA classes, while identifying optimal conditions and extraction methods to enhance flavonoid accumulation in Ginkgo biloba.

The primary medicinal components in G. biloba, flavonoids, have antiinflammatory, anticancer, and antioxidant effects, and are promising in treating Alzheimer’s disease and hypertension. In their review "Ginkgo biloba flavonoids: Analysis of functions, regulatory mechanisms, and extraction" authors Wang, Zhang, Liao, Ye, Xu, and Wang highlight structural genes and regulatory factors involved in flavonoid biosynthesis, explore how abiotic factors influence flavonoid accumulation, and outline optimal extraction methods for increasing the flavonoid content in G. biloba. They address insights for future production practices and scientific research that will enhance the medicinal and commercial value of G. biloba

Read whole paper Open Access in our scientific journal Plant Biology (2025) DOI: DOI: 10.1111/plb.70054 

Plant Biology · DBG

Review: Roles of non-conserved microRNAs in Legumes

Non-conserved miRNAs are functional and modulate stress and microbial interactions in legumes, hinting at broader roles in plant gene regulation

MicroRNAs are more difficult to study than other RNAs. Therefore, the authors Hernández, Sierra-Sarabia, Díaz-Camino and Reyes summarize functions of non-conserved microRNAs in the legumes known so far. They address their potential role in regulating important processes, such as stress responses and communication with other organisms, including bacteria and fungi. Their review "Non-conserved microRNAs and their roles in plants: the case for legumes" comes to the conclusion that non-conserved microRNAs are likely to contribute to more gene regulation circuits than currently appreciated, and in a wider range of plant species.

Read whole paper Open Access in our scientific journal Plant Biology (2025) DOI: 10.1111/plb.70027 

Plant Biology · DBG

Viewpoint: a modified tubulin kinase enables study of microtubule-related processes

Since PHS1ΔP enables precise microtubule depolymerization, it offers a tool to study the roles of microtubules in plant development with high spatial-temporal control

In the article author Trinh introduces the modified version of the tubulin kinase PROPYZAMID-HYPERSENSITIVE 1 (PHS1), named PHS1ΔP, and describes it as a tool to study microtubules. Traditionally, research involving microtubules relies on analysing mutants with altered microtubule properties or treating plant tissues with drugs that interfere with microtubule behaviours and unfortunately are not specific. In this article "PHS1ΔP as a promising tool to study microtubule-related processes in plant sciences" microtubules could be manipulated with high spatial and temporal accuracy and several microtubule-related research questions could be addressed. The author therefore suggests that also other researchers could adopt the technique in the future. 

Read whole paper in our scientific journal Plant Biology (2025) DOI: 10.1111/plb.70019 

(DBG's members are able to access all Plant Biology papers via our intranet).

Veranstaltungen
DBG · Veranstaltung

DBG Termine

MBP2026

16 - 19 March 2026: 39th Molecular Biology of Plants Conference of our Section Plant Physiology and Molecular Biology, in Hennef, Germany. 

Botanik-Tagung 2026

6 - 10 September 2026: International Conference of our German Society for Plant Sciences, the Botanik-Tagung, in Bochum, Germany.  

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Hinweise auf weitere Tagungen erhalten Mitglieder regelmäßig im Newsletter inkl. Termine für DBG-geförderte Tagungen

Geförderte Tagungen 2026

3rd French-German Maize Breeder School 

Bonn University, Germany
3 – 4 November 2026
Applicant: Prof. Dr. Frank Hochholdinger 

13th PhD School Plant Development

Neustadt an der Weinstraße, Germany
23 - 25 September 2026
Applicant: Prof. Dr. Michael Raissig
Website: https://raissiglab.org/plantdevoschool/ 

Botanik-Tagung, International Conference of our German Society for Plant Sciences

Bochum, Germany
6 - 10 September 2026
Applicant: Prof. Dr. Christopher Grefen
Website: https://botanik-tagung.de

FEBS Workshop - Protein termini 2026: From mechanisms to biological impact (FEBS Advanced Course) 

Palermo, Italy
3 – 6 June 2026
Applicant: Prof. Dr. Nico Dissmeyer
Website: https://proteintermini.org/meeting 

Structural Biology – Visualization of the photosynthetic machinery via FIB-milling and Cryo-ET - DBG's Eduard Strasburger-HOT TOPIC-Workshop

Biozentrum Basel, Switzerland
13 -15 April 2026
Applicant: Dr. Davide Tamborrini
Website: DBG Hot Topic Workshop 

39. Molecular Biology of Plants Conference 

Unserer Sektion Plant Physiology and Molecular Biology
16 - 19 March 2026
Sportschule Hennef, Deutschland
Antragstellend: Prof. Dr. Hans-Henning Kunz
Website: https://www.pflanzen-molekularbiologie.de/en/conference-molecular-biology-of-plants 

68th Maize Genetics Meeting 

Cologne, Germany
26 February - 1 March 2026
Antragstellend: Prof. Dr. Frank Hochholdinger
Website: https://www.mgcmeeting.com/

24. Mitteldeutsche Pflanzenphysiologie-Tagung

Universität Dresden, Deutschland
27 – 28 Februar 2026
Antragstellend: Prof. Dr. Jutta Ludwig-Müller

Newsroom
Pressemitteilung

Alge des Jahres 2026: Trebouxia – verstecktes Kraftwerk in Flechten und Spezialistin für extreme Lebensräume

Mehrere runde Trebouxia-Zellen, deren feine Strukturen – etwa die deutlich abgegrenzten Chloroplasten (grün) und lichtbrechenden Zellwände (weiß und lila) – in der Kombination aus Dunkelfeld- und Polarisationsmikroskopie kontrastreich hervorgehoben werden. Aufnahme: Dr. Patrick Jung

Die Sektion Phykologie in unserer Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) hat die Grünalge Trebouxia zur Alge des Jahres 2026 gewählt. Damit rückt eine Organismengruppe in den Fokus, die seit Jahrmillionen eine zentrale Rolle in der Besiedlung unserer Erde spielt – und dies meist unbeachtet, verborgen in den vielgestaltigen Körpern der Flechten. Trebouxia ist die häufigste photobiontische Partnerin von Flechtenpilzen und damit ein zentraler Motor ganzer Ökosysteme. Dr. Patrick Jung, Algen- und Flechtenforscher von der Hochschule Kaiserslautern untersucht, wie es Algen wie Trebouxia schaffen, an den extremsten Standorden unseres Planeten zu wachsen und dabei wichtige Funktionen für ihre Umwelt und das Entstehen von Ökosystemen zu erfüllen.

Weiterlesen / weitere Fotos + Video der Alge Trebouxia
DBG · Pressemitteilung

Wurzeln sind wie der Darm, neues Enzym entdeckt und neue Labormethode etabliert: Preise für drei Pflanzen-Forschende

Dr. Eliza Loo, Dr. Henryk Straube und Dr. Martin Lewinski (im Uhrzeigersinn, startend von oben rechts) erhalten die diesjährigen Preise für exzellente Pflanzenforschung im frühen Karrierestadium. Fotos: Linus Börnke, Denise Blume und Julieta Mateos

Für herausragende Forschungsergebnisse zeichnet die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) Dr. Eliza Loo (Düsseldorf), Dr. Henryk Straube (Hannover/Kopenhagen) und Dr. Martin Lewinski (Bielefeld) aus. Wie Loo herausfand, lassen sich durch die dort siedelnden Mikroben Pflanzenwurzeln in einzelne Abschnitte unterteilen, ähnlich dem menschlichen Darm. Winzige Mengen seltener Desoxynukleotide können dank Straubes Arbeit gemessen werden, wobei er ein Nukleotid-abbauendes Enzym entdeckte. Lewinski etablierte eine Methode zur Analyse RNA-bindender Proteine in lebenden Pflanzen, was nun deren Regulationsnetzwerk erforschen lässt. Die drei werden ihre Ergebnisse im September auf der internationalen Botanik-Tagung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vorstellen, zu der sich mehr als 600 Teilnehmende angemeldet haben.

 

Pressemitteilung

Alge des Jahres 2024: Sargassum – von schädigenden Massenblüten zum nachhaltigen Rohstoff

Sargassum fluitans. Die gut sichbaren Schwimmblasen erlauben ein Treiben an der Meeresoberfläche. Foto: Miriam Philippi

Die Weltmeere beherbergen zahlreiche Algenarten, von mikroskopisch kleinen Einzellern bis hin zu meterlangen Seetangen. Zu letzteren gehört auch die freischwimmende Braunalge Sargassum (Golftang), die mit ihren Massenblüten die Oberfläche des atlantischen Ozeans von Afrika bis Amerika durchspannen kann. Dr. Mar Fernández-Méndez und Dr. Miriam Philippi vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven (AWI), erforschen die Kohlenstoff- und Nährstoffkreisläufe dieser Massenblüten, deren Funktion als vielfältiger, artenreicher Lebensraum sowie ihr Potenzial, erdölbasierte Stoffe zu ersetzen und gleichzeitig CO2 zu binden. Die Sargassum-Arten, S. natans und S. fluitans, kommen ausschließlich als freischwimmende Algen vor, was sie zu einer Besonderheit unter den Großalgen macht. Die Algenforscher*innen der Deutschen Botanischen Gesellschaft haben Sargassum deshalb zur Alge des Jahres 2024 gekürt.

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DBG · Politik

Stellungnahme: DBG zum Regulierungsvorschlag der EU für Neue Genomische Techniken

Die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) begrüßt den Vorschlag der EU-Kommission vom 5. Juli 2023 zur Regulierung der Nutzung von mit neuen genomischen Techniken (NGT) erzeugten Sorten, um das Gentechnik-Recht an den aktuellen Wissensstand anzupassen. Es hat sich aus wissenschaftlicher Sicht als sinnvoll erwiesen, neue Pflanzensorten nach ihren Eigenschaften und nicht nach Art ihrer Erzeugung zu bewerten. Die DBG schätzt die Vorschläge der EU zur Kategorisierung und den einzelnen genetischen Änderungen im Folgenden ein und schlägt konkrete Präzisierungen vor.

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Pressemitteilung

Alge des Jahres 2023: Die landlebende Jochalge Serritaenia baut ihren eigenen Sonnenschirm

Serritaenia-Kolonien auf den Blättchen des Frauenhaarmooses, gesammelt im Oberbergischen Land. Foto: Sebastian Hess

Die feuchten Wälder des ozeanisch geprägten westlichen Deutschlands beherbergen eine reiche Algenflora. Anna Busch und Dr. Sebastian Hess von der Universität zu Köln untersuchen seit einigen Jahren schwärzliche Überzüge auf Moosen, Totholz und Baumstämmen. Diese entpuppten sich durch ihre mikroskopischen und genetischen Analysen als eine neue Mikroalgen-Gattung mit einer bis dato unbekannten und ziemlich einzigartigen Sonnenschutzstrategie. Wie die Biolog*innen herausfanden, bilden die Algen farbige Gallerthüllen, die effizient Licht und UV-Strahlung blocken und so ein Leben an Land ermöglichen. Busch und Hess, die der „Sonnenschirmalge“ auch einen wissenschaftlichen Namen verliehen haben, sind Mitglieder der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft. Diese kürte die Gattung Serritaenia aufgrund ihrer bemerkenswerten Fähigkeiten zur Alge des Jahres 2023.

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DBG · Pressemitteilung

Drei Wissenschaftspreise verliehen: Photosynthese, Fertilität und Pfropfen

Die drei Preistragenden (von oben links im Uhrzeigersinn): Dr. Rabea Meyberg, Dr. Meike Hüdig und M.Sc. Kai Steffen Bartusch. Fotos: Rabea Meyberg, Manuel Balparda, Syahfitri Retno Wulandari

Wie ein effizientes Enzym der Photosynthese funktioniert, warum sich ein Moos nicht mehr sexuell vermehren konnte, und wie Temperatur und ein Hormon das Ergebnis beim Pfropfen verbessern, sind die Themen der drei Forschenden, die mit den diesjährigen Wissenschaftspreisen der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) ausgezeichnet werden. Dr. Meike Hüdig, Dr. Rabea Meyberg und M.Sc. Kai Steffen Bartusch erhalten ihre Auszeichnungen während der Botanik-Tagung, International Conference of the German Society for Plant Sciences, vom 28. August bis 1. September in Bonn. Die mit jeweils 2.000 bis 2.500 Euro dotierten Preise für Forscherinnen und Forscher im frühen Karrierestadium sollen die wissenschaftliche Laufbahn der drei beflügeln, wie schon die früher verliehenen Auszeichnungen der DBG.

Details zu den Forschungsergebnissen, Papern und alle Fotos

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Pressemitteilung · Sektionen

Alge des Jahres 2022: Panzergeißler Stylodinium droht zu verschwinden, bevor seine kuriose Lebensweise erforscht ist

Die kugelförmige Alge Stylodinium cf. bavariense aus den ehemaligen Torfstichen nahe des bayerischen Seeon heftet sich mit einem Stiel an eine fadenförmige Alge, nachdem sie ihr schwimmendes Stadium aufgegeben hat. Lichtmikroskopische Aufnahme: Corinna Romeikat, Ludwig-Maximilians-Universität München

Eine im Verborgenen heimischer Moore lebende Alge namens Stylodinium haben Forschende zur Alge des Jahres 2022 gewählt. Sie heftet sich an andere Algen an, auch wenn sie eigentlich selbst schwimmen kann, und gibt daher Rätsel auf. Doch der einzellige Panzergeißler droht gemeinsam mit seinem Lebensraum zu verschwinden, noch bevor seine den Aufsitzerpflanzen im Regenwald ähnliche Lebensweise erforscht ist. Stylodinium dient außerdem der Erkennung ökologisch intakter Moor-Gewässer. Die Stielalge kann der Biodiversitäts- und Klimaforschung dienen, wenn deren Arten zweifelsfrei bestimmbar werden. Daran arbeiten Teams um Prof. Dr. Marc Gottschling von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und Dr. Urban Tillmann vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Beide Algenforscher sind Mitglieder der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG), in der all jene Wissenschaftler*innen organisiert sind, die Stylodinium zur Alge des Jahres gewählt haben.

Die Alge des Jahres 2022 stellen die beteiligten Forscher*innen auf der Website der Sektion Phykologie in Text und Bild vor.

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Pressemitteilung

Alge des Jahres 2021: Schlauchalge Vaucheria velutina verändert das Wattenmeer

Die sich rasch ausbreitende Alge Vaucheria velutina häuft über sandigem Wattboden große Mengen Schlick an (linke Seite). Am Horizont liegt die Insel Sylt. Foto: Karsten Reise

Weit draußen im Sylter Watt, wo sonst Seehunde auf Sandbänken dösen, steckte der Wattforscher Karsten Reise vom Alfred-Wegener-Institut dieses Jahr unverhofft in weichem Schlick fest. Hier entdeckte er im Sommer erstmals Schlauchalgen, die über weite Flächen verbreitet waren und sonst nur am Ufer wachsen. In den Vaucheria-Algen verfängt sich der Schlick, wodurch die Gänge der Wattwürmer verstopft werden. Somit verändert sich das Weltnaturerbe Wattenmeer. Wie Nataliya Rybalka von der Universität Göttingen durch molekulargenetische Analysen herausfand, stammen die gelbgrünen Vaucheria velutina Algen von nur einem Mutter-Organismus ab. Die von diesem Klon besiedelten Areale dehnten sich schnell auf einer Fläche von mehr als 280 Fußballfeldern aus. Aufgrund ihrer plötzlichen Dominanz und den absehbaren ökologischen Folgen haben Algenforscher in der Sektion Phykologie in der Deutschen Botanischen Gesellschaft Vaucheria velutina zur Alge des Jahres 2021 gewählt.

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Pressemitteilung

Chromera velia, autonomer Verwandter prominenter Parasiten ist Alge des Jahres 2020

Die Alge Chromera velia im Lichtmikroskop. Die Chloroplasten mit dem einzigartigen genetischen Code erscheinen im Lichtmikroskop goldbraun. Aufnahme: Miroslav Oborník

Die Alge Chromera velia lebt im australischen Great Barrier Reef in Gesellschaft von Korallen. Sie ist verwandt mit Parasiten wie den Malaria-Erregern. Die Alge kann jedoch ohne Wirt leben, wohingegen Parasiten von ihren Wirten abhängig sind. Chromera velia verbindet die Lebensweise freilebender Algen mit der von Parasiten. Sie hilft so die Evolution der Krankheitserreger zu verstehen. Algenforscherinnen und Algenforscher der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) haben Chromera velia nun zur Alge des Jahres 2020 gewählt.

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DBG · Pressemitteilung

Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) fordert eine nachhaltige Ressourcen- und Klimapolitik

Entscheidungen über die Ressourcen unserer Erde müssen nachhaltig und wissenschaftsbasiert sein. Zur Eröffnung der Botanikertagung an der Universität Rostock, zu der sich mehr als 420 Pflanzenforschende angemeldet haben, fordert das Präsidium der Deutschen Botanischen Gesellschaft die Beteiligten am Klimakabinett und alle Parteien auf, nachhaltige und mutige Entscheidungen zu treffen, um die Ressourcen unseres Planeten und das Klima nachhaltig zu schützen.

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DBG · Nachwuchsförderung · Presse · Pressemitteilung

Auszeichnungen für vier Pflanzenforscherinnen und -forscher

Die vier Preistragenden (von oben links im Uhrzeigersinn): Dr. Constantin Mario Zohner, Dr. Eva-Sophie Wallner, Dr. Moisés Expósito Alonso und Dr. Jessica Lee Erickson. Fotos: Jaimie Crowther, Jörg Abendroth, Tobias Jung und Carolin Alfs

Wie sich der Klimawandel auf den Blattaustrieb von Gehölzen und das Überleben von Blumen auswirkt, welche Substanzen die Form von Plastiden beeinflussen und welche Eiweiße den Startschuss für die Phloem-Entwicklung geben, sind die Themen der vier Forschenden, die mit den diesjährigen Wissenschaftspreisen der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) ausgezeichnet werden. Dr. Constantin Mario Zohner, Dr. Jessica Lee Erickson, Dr. Moisés Expósito Alonso und Dr. Eva-Sophie Wallner erhalten ihre Auszeichnungen während der Botanikertagung vom 16. bis 19. September in Rostock, wo sie den mehr als 420 angemeldeten Pflanzenforscherinnen und –forschern ihre Ergebnisse vorstellen werden.

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Pressemitteilung · Sektionen

Seit 200 Jahren bekannt und noch voller Rätsel: Die blutrote Schneealge ist Alge des Jahres 2019

Die leuchtend roten Schneefelder, die die Blutschneealgen enthalten, erstrecken sich über weite Flächen, wie hier auf dem Doktorbreen-Gletscher in Spitzbergen im August 2004. Foto: Thomas Leya

Die Alge Chlamydomonas nivalis, die auf der ganzen Welt Schnee blutrot zu färben vermag, haben Forschende zur Alge des Jahres gewählt. Auch 200 Jahre nach einer Expedition, bei der Kapitän John Ross auf einer Polarfahrt den Roten Schnee zeichnete und den Verursacher im Mikroskop zu erkennen suchte, gibt die Alge weiterhin Rätsel auf. Schneealgenexperte Dr. Thomas Leya vom Potsdamer Fraunhofer IZI-BB erklärt, warum das so ist und wo der winzige Einzeller zu entdecken ist. Leya ist Mitglied der Sektion Phykologie, in der die Algenforscher der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) organisiert sind, die Chlamydomonas nivalis zur Alge des Jahres 2019 gewählt haben.

Wie sich die Schneealge Chlamydomonas nivalis trotz ihrer Auffälligkeit immer wieder zu verbergen versteht stellt die Sektion Phykologie in Text und Bild (auch zum Download) auf ihrer Website vor.

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Weitere Fotos

Einzelbilder der drei Preistragenden und eine Grafik über die Zucker-Transporter entlang der Pflanzenwurzel:

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Wurzelmikrobiom wechselt entlang der Wurzel

Den Eduard-Strasburger-Preis der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) erhält dieses Jahr Dr. Eliza Loo. Wie die Mikrobiologin und Pflanzenwissenschaftlerin an der Universität Düsseldorf herausfand, verteilen sich die Lebensgemeinschaften um Pflanzenwurzeln nicht gleichmäßig entlang der Wurzeln, sondern die mikrobielle Besiedlung verändert sich entlang der Pflanzenwurzel. Analog zur Wurzel kann also auch das Wurzel-Mikrobiom in verschiedene Abschnitte unterteilt werden, auch wenn sich diese Wurzelbereiche bei der Ackerschmalwand rein äußerlich nicht in einzelne Abschnitte gliedern lassen. Loo und das Team um Prof. Dr. Wolf Frommer wiesen dazu in der Fachzeitschrift Cell Host & Microbe nach, dass Mikroben die Verteilung dreier Zuckertransporter der SWEET-Familie beeinflussen und das Gleichgewicht der Stoffwechselprodukte entlang der Wurzeln aufrechterhalten. Veränderte Metabolite verändern ihrerseits die Besiedlung mit Wurzelmikroben. Solche unterschiedlichen Abschnitte erinnern an die Besiedlung im Darm von Menschen und Fruchtfliegen. Ähnlich wie die im Darm siedelnden Lebensgemeinschaften bei uns Menschen helfen die Lebensgemeinschaften auch den Pflanzen: nämlich Nährstoffe im Boden aufzuschließen, Stress zu bewältigen und die Pflanze gegen Krankheiten zu verteidigen. Loos neue Erkenntnisse werden die Pflanzenforschung voranbringen, da das pflanzliche Mikrobiom von nun an wie ein Organ betrachtet werden sollte, das aus verschiedenen Zonen mit unterschiedlichen Mikrobengemeinschaften besteht. Dies gilt es zu berücksichtigen, wenn mikrobielle Gemeinschaften optimiert werden und in Zukunft beispielsweise zur besseren Pflanzengesundheit beitragen sollen. Loo möchte nun als neue Leiterin der Reisgruppe am Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf erforschen, ob sich mit ihren Erkenntnissen Nutzpflanzen verbessern lassen. Dr. Loo wird den vom Springer-Spektrum-Verlag gestifteten und mit 2.500 Euro dotieren Eduard-Strasburger-Preis am 17. September aus den Händen des Präsidenten der Deutschen Botanischen Gesellschaft, Prof. Dr. Andreas Weber, entgegen nehmen. Sie ist eingeladen, ihre Forschungsergebnisse in einem Plenarvortrag während der diesjährigen internationalen Botanik-Tagung der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) in Halle (Saale) zu präsentieren.

Seltene Erbsubstanz-Bausteine gemessen und neues Pflanzen-Enzym entdeckt

Dr. Henryk Straube erhält den diesjährigen Wilhelm-Pfeffer-Preis 2024 der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG). In seiner ausgezeichneten Doktorarbeit gelang es Straube, Methoden neu zu kombinieren und damit zum ersten Mal umfassend seltene Nukleotide in Pflanzenzellen zu messen, die die Bausteine der Erbinformationen sind. Die neuen Messungen erlaubten es, die nur in winzigen Mengen in Zellen vorliegenden Desoxynukleotide zu bestimmen. Straube hat darüber hinaus am Institut für Pflanzenernährung der Leibniz Universität Hannover und betreut von Dr. Marco Herde und Prof. Dr. Claus-Peter Witte sogar die Mengen geschädigter Stoffwechselprodukte wie etwa Inosintriphosphat exakt messen können. So entdeckte er auch ein neues Enzym, die Inosintriphosphat-Pyrophosphatase, welche den Abbau von geschädigten Nukleotiden koordiniert. Seine Arbeiten ermöglichen es in Zukunft den pflanzlichen Nukleotid-Stoffwechsel besser zu erforschen. Straube erforscht nun als PostDoc an der dänischen Universität Kopenhagen die Biosynthese von Vicin und Convicin, zwei giftigen Alkaloiden in Ackerbohnen, einer vielversprechenden Quelle für pflanzliches Protein in Europa. Diese Alkaloide leiten sich nicht - wie die meisten Alkaloide - von Aminosäuren ab, sondern von Nukleotiden und entstehen daher durch einen anderen Biosyntheseweg. Dr. Straube wird den mit 2.500 Euro dotierten Preis der DBG-eigenen Wilhelm-Pfeffer-Stiftung am 16. September 2024 aus den Händen des Stiftungspräsidenten, Prof. Dr. Severin Sasso, entgegennehmen und seine Arbeit in einem Plenar-Vortrag vorstellen.  

Neue Methode kann RNA-bindende Proteine in lebenden Pflanzen analysieren

Für die von ihm entwickelte Methode zur Analyse von RNA-bindenden Proteinen an ihre Ziel-RNA in lebenden Pflanzen erhält Dr. Martin Lewinski den Horst-Wiehe-Förderpreis 2024. Ihm gelang es, ein iCLIP2 (individual nucleotide resolution crosslinking and immunoprecipitation) genanntes Laborprotokoll zur Bestimmung von hochaufgelösten Bindestellen RNA-bindender Proteine zu entwickeln inklusive dazugehöriger bioinformatischer Auswertung. Die in der Fachzeitschrift Nature Protocols veröffentlichte Methode ermöglicht nun, die genauen Bindestellen pflanzlicher RNA-bindender Proteine zu untersuchen, um weitere Teile des biologischen Interaktionsnetzwerks aufzudecken. Bislang war dies in Pflanzen hauptsächlich für DNA-bindende Proteine untersucht worden. Die an der Universität Bielefeld in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Dorothee Staiger entwickelte Methode zur Ermittlung der genauen Bindestellen auf den Ziel-RNAs kann Rückschlüsse auf die Regulation durch das Protein geben. Damit können aktuelle Paradigmen der Wechselwirkung zwischen RNA und Proteinen bestätigt oder erweitert werden. Lewinski wird die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung für angehende Forschende am 18. September aus den Händen der Generalsekretärin der DBG, Prof. Dr. Caroline Müller, entgegen nehmen und seine neue Methode in einem Plenar-Vortrag vorstellen. 

Kontakte

Eduard-Strasburger-Preisträgerin: Dr. Eliza Loo (Düsseldorf)

Arbeitsgruppenleiterin Reis-Team
Gebäude: 26.14
Etage/Raum: 00.104
Tel.: +49 211 81-41608
E-Mail: loo[at]uni-duesseldorf.de 
Website: https://www.molecular-physiology.hhu.de/team-rice/mitglieder-team-rice

Laudator:

Prof. Dr. Andreas Weber, Präsident der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG)
Institute for Plant Biochemistry, Heinrich-Heine-University, Universitaetsstrasse 1, 40225 Düsseldorf
Tel.: +49-211-81-12347
E-Mail: andreas.weber[at]uni-duesseldorf.de
Web: www.plant-biochemistry.hhu.de  

Wilhelm-Pfeffer-Preisträger: Dr. Henryk Straube (Hannover)

Derzeit:
Universität von Kopenhagen, Department of Plant and Environmental Sciences, Thorvaldsensvej 40, 1871 Frederiksberg C, Denmark
Tel.: ++45 35328955
E-Mail: henryk[at]plen.ku.dk  

Laudator:

Prof. Dr. Severin Sasso, Präsident der Wilhelm-Pfeffer-Stiftung der DBG
Universität Leipzig, Institut für Biologie, Abtl. Pflanzenphysiologie, Johannisallee 21-23, 04103 Leipzig
Tel.: ++49 (0) 341-9736893
E-Mail: severin.sasso[at]uni-leipzig.de
Web: https://www.lw.uni-leipzig.de/institut-fuer-biologie/abteilungen/pflanzenphysiologie 

Horst-Wiehe-Förderpreisträger: Dr. Martin Lewinski (Bielefeld)

Universität Bielefeld, Universitätsstraße 25, 33615 Bielefeld
Tel.: ++49 (0) 521 106-5639  
E-Mail: martin.lewinski[at]uni-bielefeld.de

Laudatorin:

Prof. Dr. Caroline Müller, Generalsekretärin der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG)
Lehrstuhl für Chemische Ökologie, Universität Bielefeld, Fakultät für Biologie, W1-142, Universitätsstraße 25, 33615 Bielefeld
Tel.: +49 521 106-5524
E-Mail: caroline.mueller[at]uni-bielefeld.de 
Web: https://www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/biologie/forschung/arbeitsgruppen/chem_eco/

Titel der ausgezeichneten Arbeiten

Loo E.P.I., Durán P, Pang TP, Westhoff P, Deng C, Durán C, Lercher M., Garido-Oter, R. & Frommer W.B. (2024) Sugar transporters spatially organize microbiota colonization along the longitudinal root axis of Arabidopsis. Cell Host Microbe 32, 543-556.e6. DOI: https://doi.org/10.1016/j.chom.2024.02.014

Straube, Henryk (2023): Investigation of the metabolism of rare nucleotides in plants. Dissertation. Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, 241 S., Referent: Prof. Dr. Claus-Peter Witte. DOI: https://doi.org/10.15488/13270

Lewinski M., Brüggemann M., Köster T., Reichel, M., Bergelt, T., Meyer, K., König, J., Zarnack, K., Staiger, D. (2024): Mapping protein-RNA binding in plants with individual-nucleotide-resolution UV cross-linking and immunoprecipitation (plant iCLIP2). Nature Protocols 19, 1183–1234. DOI: https://doi.org/10.1038/s41596-023-00935-3    

 

Hintergrund

Seit 1994 verleiht die Deutsche Botanische Gesellschaft e.V. (DBG) den Eduard-Strasburger-Preis für hervorragende und originelle wissenschaftliche Leistungen. Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro wird alle zwei Jahre von Springer Spektrum (www.springer-spektrum.de) bereitgestellt. Die Stiftung wurde aus Anlass der 100jährigen Wiederkehr des Erscheinens der ersten Auflage des "Lehrbuchs der Botanik für Hochschulen" von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck und A. F. Wilhelm Schimper aus dem Jahr 1894 eingerichtet, das inzwischen „Strasburger – Lehrbuch der Pflanzenwissenschaften“ betitelt ist. Die Wahl des Preisträgers erfolgt durch eine Jury, die aus den Autorinnen und Autoren der nächsten Auflage des Lehrbuches, dem Präsidenten der DBG und der Biologieplanerin von Springer Spektrum besteht. Details: https://www.deutsche-botanische-gesellschaft.de/ueber-die-dbg/nachwuchsfoerderung/strasburger-preis

Die Deutsche Botanische Gesellschaft e.V. (DBG) verleiht seit 1990 den Wilhelm-Pfeffer-Preis für eine herausragende Dissertation aus den Pflanzenwissenschaften. Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro und die Auszeichnung durch die Wilhelm-Pfeffer-Stiftung soll die Karriere junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fördern. Der Preis wird vom Vorstand der DBG-eigenen Wilhelm-Pfeffer-Stiftung vergeben. Details: https://www.deutsche-botanische-gesellschaft.de/ueber-die-dbg/nachwuchsfoerderung/pfeffer-preis

Die Deutsche Botanische Gesellschaft e.V. (DBG) verleiht den Horst-Wiehe-Förderpreis alle zwei Jahre für eine herausragende wissenschaftliche Arbeit über ein ausschließlich pflanzenwissenschaftliches Thema. Berücksichtigt werden nur Arbeiten von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bis zur erfolgten Habilitation. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis stammt aus der Stiftung von Horst Wiehe, welcher der DBG einen Betrag zur Auszeichnung angehender Forschender bereitstellte. Details: https://www.deutsche-botanische-gesellschaft.de/ueber-die-dbg/nachwuchsfoerderung/wiehe-preis

Die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) ist das größte Netzwerk für Pflanzenwissenschaften und Botanik im deutschsprachigen Raum. Als gemeinnützige Gesellschaft vertritt sie alle Fachdisziplinen und fördert die Pflanzenwissenschaften. Gegründet im Jahr 1882 ist sie eine der ältesten, aktiven Botanischen Gesellschaften der Welt, fördert Wissenschaftler*innen im frühen Karrierestadium, vereint alle Forschungsgenerationen und unterstützt den Austausch ihrer mehr als 1.000 Mitglieder. Mehr: www.deutsche-botanische-gesellschaft.de

 

Über die DBG

Portrait

Die DBG ist das größte Netzwerk für Pflanzenwissenschaften und Botanik im deutschsprachigen Raum. Als gemeinnützige Gesellschaft vertritt sie alle Fachdisziplinen und fördert die Wissenschaft. Sie ist eine der ältesten, aktiven Botanischen Gesellschaften der Welt, fördert Wissenschaftler*innen im frühen Karrierestadium, vereint alle Forschungsgenerationen und unterstützt den Austausch ihrer mehr als 1.000 Mitglieder.

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