Actualia der DBG
20. Apr 2021 · Actualia · DBG

Jahresbericht des Deutschen Nationalkomitees Biologie (DNK)

Über die Aktivitäten der International Union of Biological Sciences (IUBS), in der die DBG über das DNK Mitglied ist, berichtet unser frühere Präsident, Prof. Dr. Karl-Josef Dietz, und führt detailliert aus:  

  • Neues Länder-Mitglied in der IUBS
  • Kommende General Assembly der IUBS ist für Ende 2022 oder Anfang 2023 im Japanischen Tokyo anvisiert
  • Mögliche Beteiligung der IUBS am Internationalen Jahr der Grundlagenforschung
  • Förderung der weltweiten Verbesserung der naturwissenschaftlichen und biologischen Bildung in Schulen und durch außerschulische Aktivitäten
  • IUBS-Tagungen und Workshops für die globale Community
  • Gendergerechtigkeit in der Biowissenschaft und ihren Institutionen wie der IUBS
  • Unterstützungsformate der IUBS für Tagungen und „seed funding“

Die kommende Mitgliederversammlung des DNK ist für Mitte des Jahres als online-Zusammenkunft geplant, wozu weitere Informationen folgen.

Details im Bericht (pdf)

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12. Mär 2021 · Actualia · Tagungsbericht

Molekularbiologie der Pflanzen 2021

Die mehr als 500 registrierten Teilnehmer*innen stammten aus über 40 Ländern und der Anteil männlicher wie weiblicher Teilnehmender war ausgeglichen. Grafik: Marcel Quint

Die 34. Tagung Molecular Biology of Plants (MBP2021) fand Pandemie-bedingt in diesem Jahr als eintägiges, virtuelles Symposium statt und nicht - wie gewohnt – in Präsenz im Bergischen Land in Dabringhausen. Bei einzelnen Vorträgen schalteten sich mehr als 300 Teilnehmende gleichzeitig dazu am 4. März zusammen, sodass die Tagung die internationalste in der Konferenzgeschichte wurde. Prof. Dr. Marcel Quint (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) berichtet welche Vorgehensweise und welche Beiträge das erste digitale Symposium zu einem erfolgreichen und wissenschaftlich adäquaten Ersatz der seit 1988 einmal jährlich stattfindenden Konferenz der Sektion Pflanzenphysiologie und Molekularbiologie (SPPMB) machte. Unterstützt wurde Quint vom Organisationsteam um die Professor*innen Ute Höcker (Universität zu Köln), Andreas Meyer (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) sowie Rüdiger Hell (Universität Heidelberg).

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21. Jan 2021 · Actualia · Nachwuchsförderung

Auszeichnungen für beste Master-Arbeiten verliehen

Die Preisträger*innen erhielten die Urkunden für ihre genetischen, physiologischen oder evolutionsbiologischen Forschungsarbeiten. Viele umfassten mehrere Disziplinen. Fotos: Preisträger*innen bzw. Kontaktpersonen an den Universitäten

Auch wenn  die Verleihungen und die Übergabe der Urkunden dieses Jahr Pandemie-bedingt auf Distanz und nicht bei Abschlussfeiern stattfanden, konnte die DBG wieder mehrere herausragende Master-Abschlussarbeiten in den Pflanzenwissenschaften auszeichnen. Die vielfältigen Arbeiten aus den 12 Hochschulen, von denen die DBG Mitteilungen erhielt, thematisierten: 

  • CAM-Photosynthese und physiologische Charakteristika
  • Pflanzenmerkmale und Attraktivität für bestäubende Insekten
  • wie eine Glykosilierung die Geißel-Bewegung beeinflusst
  • Evolution der RNA im Moos Physcomitrium patens
  • Tetrapyrrol-Synthese
  • in vivo-Analyse der Protein Translokation in Peroxisomen
  • physiologische Stressantwort in Synechocystis
  • neue Modellorganismen zur Erforschung der frühen Landpflanzen-Evolution
  • wie Genom-Duplikationen und wiederkehrende Hybridisierung die Artbildung beeinflusst
  • zwei neue Methoden: neu etabliertes optogenetisches System, Genom-Editierung mittels CRISPR/Cas9 in der Grünalge Volvox carteri
  • wie man kontinuierlich Wasserstoff produzieren könnte, wenn man verschiedene Organismen geschickt miteinander kombiniert.

Die DBG dank den Kontaktpersonen an den Universitäten, für Ihr Engagement bei der Auswahl der besten Master-Arbeiten des vergangenen Jahres, die in diesem Jahr mehrheitlich an weibliche Forschende verliehen wurden.

Zu den Titeln, Preisträger*innen, Bildern und Abstracts

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20. Jan 2021 · Actualia

Zeitschrift Plant Biology: neue Redaktionsleitung, Reviews und Open Access

Prof. Dr. Christiane Werner ist Editor-in-chief unserer Zeitschrift. Foto: privat

Seit Jahresbeginn ist Prof. Dr. Christiane Werner vom Lehrstuhl Ökosystem-Physiologie an der Universität Freiburg, neue editor-in-chief unserer wissenschaftlichen Zeitschrift Plant Biology. Werner war mehrere Jahre Co-Editorin und hat in dieser Zeit gemeinsam mit ihrem Vorgänger, Prof. Dr. Heinz Rennenberg, mehrere Formate und Ideen entwickelt, um die Zeitschrift weiter zu entwickeln: Die neuen kurzen Forschungs-Reviews eignen sich beispielsweise für PostDocs und andere Nachwuchskräfte, die ihr eigenes Thema bekannt machen und ihre Sichtbarkeit in der Wissenschaft erhöhen möchten. Ansprechpartner dafür ist Review-Editorin Dr. Susann Wicke (HU Berlin). Werner freut sich, dass sie Dank Rennenbergs herausragenden Arbeit ein gut etabliertes Journal weiterführen kann, dessen Impact Factor Rennenberg in den 17 Jahren seiner Redaktionsleitung nahezu verdoppelte. Die Plant Biology erhält jedes Jahr rund 800 Artikel-Einreichungen. Gemeinsam mit ihrem vielköpfigen Redaktionsausschuss möchte die neue Leiterin weitere Maßnahmen umsetzen, um die Sichtbarkeit des Journals zu erhöhen, wie etwa mehr Special Issues herauszugeben oder Hinweise in Twitter und anderen Sozialen Medien zu platzieren. Werner ist gespannt auf Artikel Forschungsergebnisse sowie Meinungsbeiträge aus der Pflanzenforschung, die Dank des sog. DEAL-Vertrags Open Access publiziert werden können, sofern der/die Erst-Autor*in von einer deutschen Wissenschaftseinrichtung stammt. Unterstützt wird Werner im Freiburger Redaktionsbüro von Annette Schlierenkamp.

Zur Zeitschrift Plant Biology

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01. Dez 2020 · Actualia · Tagungsbericht

UV4Plants Netzwerk-Treffen

An der Tagung der UV4Plants-Gesellschaft nahmen Forschende aus 30 Ländern und 4 Kontinenten teil, die sich über ihre Forschungsergebnisse zum Thema ultraviolette Strahlung und Pflanzen austauschten.

In der ersten virtuell abgehaltenen Tagung der International UV4Plants Association (UV4Plants Gesellschaft) thematisierten die Teilnehmenden sechs Schwerpunkte von der Messung und Auswirkung ultravioletter Strahlung auf Pflanzen, deren Anpassungs- und Schutzmechanismen bis hin zu Wahrnehmung und landwirtschaftlichen Anwendungen. Der wissenschaftliche Austausch gelang nicht nur über Vorträge, sondern auch mittels Poster-Präsentation und ausgiebige wissenschaftliche Diskussion. Das Organisationsteam um Prof. Wolfgang Bilger und Dr. Frauke Pescheck berichtet darüber hinaus von seinen Erfahrungen mit dem virtuellen Format: welche Technik sich für die Präsentation von Postern eignet und welche begleitenden Maßnahmen und welche Software dazu beitrugen, dass das Treffen zum Erfolg wurde. Weiterhin präsentieren sie eine Idee, die auch den Ausklang der Tagung in den Abendstunden netter machte.

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30. Nov 2020 · Actualia

Organisation Internationaler Botanik Kongress 2029

Die International Association for Botanical and Mycological Societies (IABMS) würde gerne den übernächsten Internationalen Botanik-Kongress in Europa abhalten und bitte daher um Interessensbekundungen:

Call for conference organisation of International Botanical Congress 2029
The Chair of the International Association for Botanical and Mycological Societies (IABMS), Patrick S. Herendeen, calls for letters of interest from individuals and professional societies who may be interested in organizing and hosting the International Botanical Congress (IBC) in 2029. The conference will take place every six years. The next International Botanical Congress will be held in Brazil in 2023 and the organisation would like that the subsequent conference is being hosted in Europe. The call for letters of interest can be found (https://www.iaptglobal.org/iabms-ibc-2029). They ask to receive letters of interest by 31st December 2020.

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09. Sep 2020 · DBG · Politik

Statement: Keine Nachweismethode für genomeditierte Nutzpflanzen

Die gentechnische Methode, mit der ein genetisch veränderter Raps erzeugt wurde, lässt sich nicht mit einer quantitativen Polymerasekettenreaktion (qPCR) nachweisen. Dies kann nicht so funktionieren, wie es ein kürzlich in der Zeitschrift Foods erschienener Artikel nahelegt1). Die im Foods-Artikel beschriebene Methode eignet sich lediglich für den Nachweis und die Quantifizierung einer spezifischen Punktmutation im Gen AHAS1C. Diese Mutation ist in der von der Firma Cibus entwickelten Raps-Sorte Falco enthalten, die resistent gegen Sulfonylharnstoff- und Imidazolinon-Herbizide ist. Die Methode weist also lediglich ein spezielles DNA-Muster in dieser Raps-Pflanze nach.

Die in der Zeitschrift erwähnte Methode eignet sich jedoch nicht, die Ursache der Punktmutation festzustellen, also ob sie durch die modernen Methoden der Genomeditierung entstand oder durch ungerichtete, zufällige Mutagenese etwa nach radioaktiver Bestrahlung. Somit steht auch keine Methode zur Verfügung, mit Genscheren erzeugte Nutzpflanzen durch eine quantitative Polymerasekettenreaktion (qPCR) nachzuweisen.

Es ist zudem keineswegs sicher, dass die untersuchten Rapslinien tatsächlich durch Genomeditierung mit Hilfe der Oligonukleotid-vermittelten Mutagenese (ODM) erzeugt wurden. Im Gegenteil ist vielmehr davon auszugehen, dass die Punktmutation in dem oben genannten Gen der Elternlinie BnALS-57 nicht durch ODM, sondern spontan während der Gewebekultur entstanden ist (somaklonale Variation), wie eine Studie nahelegt2).
 
Diese Methode ist somit ungeeignet, durch Genomeditierung erzeugtes Saatgut (im Sinne der EU Direktive 2001/18/EC) von nicht reguliertem Saatgut (also in der EU-Direktive ausgenommenen Verfahren wie Strahlungs- oder chemische Mutagenese) zu unterscheiden.

Eine Nachweismethode für die genetischen Veränderungen von Pflanzen, die mit den neuen Verfahren der Genom-Editerung entstanden sind, wäre die Voraussetzung um die oben erwähnte, vom EuGH erlassene Richtlinie umsetzen zu können. Demnach müssen die neuen Methoden wie die frühere Gentechnik reguliert werden, in der jedoch oft fremde Gene eingebracht wurden, die sich einfach nachweisen lassen.

Auch wenn der Foods-Artikel dies nahelegt, ist es weiterhin nicht möglich mit Genomeditierung erzeugte Nutzpflanzen von in der Natur zufällig mutierten oder durch radioaktive bzw. chemische Mutagenese entstandenen Pflanzen zu unterscheiden.   

Die DBG appelliert daher weiterhin an das Europäische Parlament und die Europäische Kommission, die bestehende europäische Richtlinie für die Präzisionszüchtung für Pflanzen, zu überarbeiten und wissenschaftliche Erkenntnisse über die Genomeditierung zu berücksichtigen.

---

Prof. Dr. Andreas P.M. Weber (Biochemie der Pflanzen, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf),
Sprecher des Exzellenz-Clusters für Pflanzenforschung CEPLAS und
Präsident unserer Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG)


1) Chhalliyil et al. (2020): A Real-Time Quantitative PCR Method Specific for Detection and Quantification of the First Commercialized Genome-Edited Plant. Foods, 9, 1245

2) Novel Food Information - Cibus Canola Event 5715 (Imidazolinone and Sulfonylurea Herbicide Tolerant). https://www.canada.ca/en/health-canada/services/food-nutrition/genetically-modified-foods-other-novel-foods/approved-products/novel-food-information-cibus-canola-event-5715-imidazolinone-sulfonylurea-herbicide-tolerant.html). Kanadisches Gesundheitsministerium, abgerufen am 9.9.2020

24. Jul 2020 · DBG · Politik

Öffentliche Stellungnahme zur Genomeditierung von Nutzpflanzen

Die EU und Neuseeland stechen mit ihrer derzeitigen Regulation der neuen Methoden für Präzisionszüchtung heraus (nach Schmidt, Belisle, Frommer (2020), EMBO Rep 2020, e50680, https://doi.org/10.15252/embr.202050680)

132 Europäische Forschungseinrichtungen und wissenschaftliche Verbände - darunter unsere DBG – appellieren an das Europäische Parlament und die Europäische Kommission die bestehende europäische Richtlinie für die Präzisionszüchtung für Pflanzen, auch unter dem Begriff Genomeditierung bekannt, zu überarbeiten und wissenschaftliche Erkenntnisse über die Genomeditierung zu berücksichtigen. Das ist nicht nur wichtig, um nachhaltige Wege aus der COVID-19 Krise zu finden sondern auch, weil die Genomeditierung zahlreiche Lösungen bietet für eine einfache, zielgerichtete und schnelle Zucht klimaresistenter Nutzpflanzen. Auch die Entwicklung von Pflanzen, die weniger Düngemittel und Pestizide benötigen, ist mit diesen Methoden effizienter. Das schont die natürlichen Ressourcen unserer Erde und unterstützt daher das Erreichen der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals ,SDGs)“ der Vereinten Nationen sowie des Green Deal der EU. Das European Sustainable Agriculture through Genome Editing (EU-SAGE) Netzwerk, unter der die oben genannten Institutionen vereint sind, empfiehlt der Europäischen Kommission, diese Tatsachen zum Nutzen und zum Wohlergehen aller EU-Bürgerinnen und EU-Bürger anzuerkennen und die rechtlichen Regelungen zur Nutzung der Genomeditierung für Nutz- und Kulturpflanzen an den Stand der Forschung anzupassen. In ihrer öffentlichen Stellungnahme zitiert EU-SAGE die wissenschaftlichen Studien für die erfolgreiche Zucht genomeditierter Nutzpflanzen mit erhöhter Widerstandskraft gegenüber den Folgen des Klimawandels, mit größerer Resistenz gegenüber Schädlingen und Krankheiten und daher verbessertem Ernteertrag. Auch Studien zum verringerten Pestizideinsatz bei Reis, Wein, Weizen, Tomaten sowie Grapefruits gibt es inzwischen. Daneben lassen sich mit dieser Technik auch die gesundheitsrelevanten Eigenschaften von Obst- und Gemüsesorten mit Präzisionszüchtung beschleunigen, wie Studien belegen.

Lesen Sie die ganze Statement von EU-SAGE (pdf), ins Deutsche übertragen von

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20. Mai 2020 · Actualia · Köpfe und Karrieren

Ausgezeichnet: Pflanzen „wittern“ wer bald an ihnen fressen wird und wehren sich

Dr. Norbert Bittner erhält den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung von der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) für seine Arbeit an Waldkiefern und deren frühen Verteidigungsstrategien gegen Insektenbefall. Foto: privat und Benjamin Fuchs

Weil er die erfolgreiche Abwehr bei drohendem Insektenbefall bei Kiefern aufdeckte, erhält Dr. Norbert Bittner von der Freien Universität Berlin den diesjährigen Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung der Wilhelm-Pfeffer-Stiftung. Wie das Präsidium der DBG-eigenen Stiftung ausführt, hat Bittner erstmals gezeigt, wie sich Waldkiefern bereits im Vorfeld eines Insektenbefalls mit Kiefernbuschhornblattwespen erfolgreich gegen die Eiablage zur Wehr setzen. Gemeinsam mit Forschenden der FU Berlin um Professorin Dr. Monika Hilker sowie Universitäten im spanischen Barcelona und im schwedischen Lund schildert Bittner im Fachmagazin PNAS (DOI: https://doi.org/10.1073/pnas.1910991116), dass die Pflanzen das Schadinsekt bereits wahrnehmen, wenn weibliche Blattwespen mit einem Sexualpheromon Männchen zur Paarung anlocken, also noch bevor diese ihre Eier ablegen, aus denen später gefräßige Larven schlüpfen. Kiefernbäume, die dem Sexuallockstoff der Blattwespe ausgesetzt waren, verstärken anschließend ihre molekulare und chemische Verteidigungsstrategie. Durch Pheromone „gewarnte“ Pflanzen konnten die Insekteneier effektiver abtöten und sich so noch vor beginnenden Fraßschäden durch die Larven schützen. Bittner, der jetzt im SFB 973 im Labor von Prof. Dr. Reinhard Kunze forscht, wird die Urkunde des Preises auf der kommenden Botanikertagung in Bonn entgegennehmen. Das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro erhält Bittner schon jetzt.

Mehr zur Nachwuchsförderung der DBG

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14. Mai 2020 · Actualia · DBG

Actualia in neue Hände übergeben

Im Jahr 1998 erschien die Actualia noch als gedruckte Anlage unserer Zeitschrift Botanica Acta, die heute Plant Biology heißt.

Der Herausgeber unserer Actualia, Seniorprofessor Dr. Christian Wilhelm (Uni Leipzig) übergibt nach 23 Jahren dieses Ehrenamt nun Professorin Dr. Jutta Ludwig-Müller von der TU Dresden. Was unsere neue Herausgeberin auszeichnet, was die Actualia leistet, wie sie entstand und welchen Arbeiten Wilhelm sich nun zuwendet, schildert dieser Artikel.

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02. Apr 2020 · Actualia · Tagungsbericht

Mitteldeutsche Pflanzenphysiologie-Tagung

Teilnehmende vor dem Matthias-Schleiden-Institut in Jena. Foto: Vivien Hotter

Zum 18. Mal trafen sich Wissenschaftler*innen aus Halle, Dresden, Jena und Leipzig zur Mitteldeutschen Pflanzenphysiologie-Tagung. Die zweitägige Veranstaltung fand am 21. und 22. Februar 2020 in Jena statt und bot vor allem Studierenden und Promovierenden Gelegenheit, ihre neuesten Forschungsergebnisse zur Physiologie und Zellbiologie photosynthetisch aktiver Organismen vorzustellen. Prof. Jan Schirawski beendete die Konferenz als eingeladener Gastreferent mit einem Vortrag über einen parasitären Pilz, der die Entwicklung der Nutzpflanze Mais beeinflusst. Die Jenaer Doktorandin Vivien Hotter nennt die Vorträge und fasst die Schwerpunkte der Tagung zusammen.

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27. Mär 2020 · Actualia · Tagungsbericht

Phykologentagung in der Eifel

Die Teilnehmenden diskutierten phykologische Forschungsergebnisse im Kloster Steinfeld. Foto: Kerstin Hoef-Emden

Die 18. wissenschaftliche Tagung der Sektion Phykologie fand vom 8. bis 11. März 2020 im Kloster Steinfeld in der Eifel statt. Prof. Dr. Burkhard Becker hatte die Algenforscher*innen zum wissenschaftlichen Austausch geladen und 65 Teilnehmende waren dem Ruf gefolgt. Prof. Dr. Peter Kroth, Vorstandsmitglied und Bindeglied zur Federation of European Phycological Societies (FEPS), listet die Vorträge und Tagungsschwerpunkte. Die Sektion verlieh erstmals den Schüler*innen-Preis und zeichnete hervorragende Vorträge und Poster der Nachwuchskräfte mit Preisen aus. Die turnusgemäße Wahl der Sprecher*innen und Funktionäre bestätigte alle amtierenden Mitglieder des Vorstands im Amt.

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25. Mär 2020 · Actualia · Tagungsbericht

Molekularbiologie der Pflanzen 2020

Junge wie etablierte Forscher*innen trotzten dem stürmischen Februar-Wetter. Auf der Jahrestagung der Sektion tauschten sie sich über neueste Forschungsergebnisse aus. Foto: Pavlína Miklankova

Die 33. Tagung Molecular Biology of Plants unserer Sektion Pflanzenphysiologie und Molekularbiologie fand vom 11. bis 14. Februar 2020 wieder in Dabringhausen im Bergischen Land statt. Organisator Prof. Dr. Rüdiger Hell berichtet über die Themenschwerpunkte der von DBG und GBM geförderten Tagung und nennt die ausgezeichneten Preisträger*innen der Poster- und Vortragspreise.

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22. Mär 2020 · Actualia · Nachwuchsförderung · Tagungsbericht

Strasburger-Workshop: Wie freundliche und feindliche Mikroben mit Pflanzen interagieren

Die Teilnehmenden wanderten am zweiten Tag zur nahegelegenen Burgruine Drachenfels im Siebengebirge, die auf 321 Meter Höhe liegt. Foto: Sebastian Klenner

Ihre Ergebnisse und Forschungsarbeiten über die vielfältigen Interaktionen zwischen (Nutz-)Pflanzen und Mikroben tauschten knapp 20 angehende Wissenschaftler*innen aus drei Ländern im Februar in Königswinter aus. Die Tagung thematisierte sowohl Symbiosen als auch Pflanzen-Pathogene. Eine externe Vortragende berichtete über Jobs außerhalb von Universtäten und ein Mitmach-Workshop ermunterte die Teilnehmenden über Chancen und Risiken der öffentlichen Kommunikation ihrer Forschungsthemen nachzudenken. Einig war man sich, dass es ein großes Interesse an der Interaktions-Forschung geben sollte, da diese dazu beiträgt, anwenderfreundliche Lösungen für den Erhalt der Pflanzengesundheit und der Ertragsmengen zu bieten. Die fünf Organisator*innen des Eduard-Strasburger-Workshops der DBG von angehenden Nachwuchskräften der Sektion für Interaktionen für andere junge Pflanzenwissenschaftler*innen fassen die Veranstaltung zusammen.

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DBG Update
07. Mai 2021 · DBG · Newsletter

Newsletter Nr. 54

Warum die Genschere für den Ökolandbau Europas sinnvoll ist, mit welcher Genschere Forschende 12 Gene auf einen Streich ausschalteten und warum wir in Zukunft mehr faden Kaffee in unseren Tassen haben dürften, sind Themen der Forschungsrubrik.

Die EU hält eine Novellierung des Gentechnik-Rechtes bzgl. neuer Züchtungstechniken und zur Realisation der Nachhaltigkeitsziele für notwendig, ein Ziel für das sich auch die DBG stark gemacht hat. Pflanzenforscher*innen begrüßen dies und nennen konkrete Vorschläge, damit die Zucht nachhaltiger und Klima-resilienter Pflanzen gelingen kann.

Dear members and colleagues, our science journal Plant Biology invites papers concerning responses of European forests to global change-type droughts and our
Section Applied Botany invites papers focussing on the trade-off between sustainability and yield/food security.

zum 54. Newsletter (Log-In erforderlich)

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07. Mai 2021

VBIO-Rückblick - April 2021

Im Rückblick auf den Monat April verweist der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin e.V. (VBIO) auf die wachsende deutsche Biotechnologiebranche, die Förderberatung F&E des Bundes, den Start der Forschungsdateninfrastrukturen (NFDI), sowie weitere Informationen über Forschungspolitik im Allgemeinen und die Aktivitäten des Bio-Dachverbandes im Speziellen zusammengestellt.

Link zur April-Ausgabe (LogIn erforderlich)

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19. Mär 2021 · DBG · Newsletter

Newsletter Nr. 53

Welche Substanz die Balance zwischen Wachstum und Verteidigung in Arabidopsis-Pflanzen verschiebt, warum eine Reis-Variante kaum Arsen aufnimmt, auch wenn sie auf arsenreichen Böden wächst, und wie Pflanzen die Mega-Diversität der Insekten im Laufe der Evolutiuon beflügelten, sind Themen in der Wissenschaftsrubrik.

Die DBG unterstützt den Appell junger Forschender an zwei Bundesministerien und macht sich für die Pflanzenwissenschaften und eine nachhaltige Landnutzung stark.

Wie die bislang meistgebuchte Tagung der Sektion Pflanzenphysiologie und Molekularbiologie auch im Virtuellen als wssenschaftlich adäquater Ersatz funktionierte, berichtet Tagungsorganisator Marcel Quint.

Dear members and colleagues, in our new rubric the editors of our scientific journal Plant Biology recommend one of the papers of the latest issue.

zum 53. DBG-Newsletter (LogIn erforderlich)

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18. Mär 2021 · DBG · Politik

Stellungnahme: Lösungen für eine nachhaltige Landwirtschaft der Zukunft

Das „Trilemma der Landnutzung“ im Spannungsfeld zwischen Ernährungssicherung, Klimawandel und Erhalt der Biodiversität veranschaulicht der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen (WBGU) in seinem aktuellen Gutachten. Unter dem Titel „Landwende im Anthropozän: Von der Konkurrenz zur Integration“ liefert das WBGU-Gutachten mehrere passende Lösungsvorschläge. Dass im Gutachten das Potential und die sowohl wissenschaftlich wie politisch anerkannten Lösungsmöglichkeiten der Pflanzenforschung inklusive der neuen Züchtungsmethoden jedoch kaum vorkommen, bedauern mehrere wissenschaftliche Gesellschaften und Vereine in ihrem Brief an die Ministerinnen Svenja Schulze (BMU) und Anja Karliczek (BMBF). Die Pflanzenwissenschaft kann die Grundlagen für neue Anwendungen bereitstellen und darf daher in den Lösungsvorschlägen nicht fehlen. Neben den im Bericht des WBGU erwähnten Maßnahmen bieten die züchterische Nutzung von genetischen Ressourcen und neue Züchtungstechniken wie die Genomeditierung zügig umzusetzende Lösungen für eine produktive, ressourcensparende sowie nachhaltige Landwirtschaft, um auf die derzeit wichtigsten Herausforderungen reagieren zu können. Die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG), die Gesellschaft für Pflanzenzüchtung (GPZ), die Deutsche Gesellschaft für Pflanzenernährung (DGP), der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO), das Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Universität Göttingen sowie das Öko-Progressive Netzwerk e.V. appellieren daher an die Ministerinnen, die Potentiale der Pflanzenforschung und -züchtung für eine nachhaltige Landwirtschaft zu nutzen. Sie alle bieten ihre fachliche Expertise als unabhängige Expertinnen und Experten für Pflanzenwissenschaften, Pflanzengenetik, Pflanzenzüchtung, Agrarökonomie und Agrarökologie an.

zum gemeinsamen Brief an die Ministerinnen (pdf)

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29. Jan 2021 · DBG · Newsletter

Newsletter Nr. 52

Auch wenn sie 500 Millionen Jahre Evolution trennen, haben zwei Pflanzenarten denselben Schutzmechanismus entwickelt – jedoch mit anderen Genen. Warum manche Seegräser sich an neuen Orten erfolgreich ausbreiten und wie Pflanzen sich mit Giften verteidigen ohne selbst Schaden zu nehmen sind ebenfalls Themen dieses Newsletters.

Die DBG berichtet von den verliehenen Auszeichnungen für Master-Arbeiten, über unsere neue Editor-in-Chief der Zeitschrift Plant Biology, schildert, welche Vorteile PostDocs wie etablierte Forscher*innen haben in diesem Journal zu publizieren und gibt den neuen Termin für die Botanikertagung bekannt.

Eine unserer Sektionen berichtet von einem Rekord an Teilnehmenden, eine ehrt einen Forscher und eine dritte portraitiert eine Algen-Art, die das Potential mitbringt, das Welterbe Wattenmeer umzukrempeln.

zum 52. Newsletter (LogIn erforderlich)

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09. Sep 2020 · DBG · Politik

Statement: Keine Nachweismethode für genomeditierte Nutzpflanzen

Die gentechnische Methode, mit der ein genetisch veränderter Raps erzeugt wurde, lässt sich nicht mit einer quantitativen Polymerasekettenreaktion (qPCR) nachweisen. Dies kann nicht so funktionieren, wie es ein kürzlich in der Zeitschrift Foods erschienener Artikel nahelegt1). Die im Foods-Artikel beschriebene Methode eignet sich lediglich für den Nachweis und die Quantifizierung einer spezifischen Punktmutation im Gen AHAS1C. Diese Mutation ist in der von der Firma Cibus entwickelten Raps-Sorte Falco enthalten, die resistent gegen Sulfonylharnstoff- und Imidazolinon-Herbizide ist. Die Methode weist also lediglich ein spezielles DNA-Muster in dieser Raps-Pflanze nach.

Die in der Zeitschrift erwähnte Methode eignet sich jedoch nicht, die Ursache der Punktmutation festzustellen, also ob sie durch die modernen Methoden der Genomeditierung entstand oder durch ungerichtete, zufällige Mutagenese etwa nach radioaktiver Bestrahlung. Somit steht auch keine Methode zur Verfügung, mit Genscheren erzeugte Nutzpflanzen durch eine quantitative Polymerasekettenreaktion (qPCR) nachzuweisen.

Es ist zudem keineswegs sicher, dass die untersuchten Rapslinien tatsächlich durch Genomeditierung mit Hilfe der Oligonukleotid-vermittelten Mutagenese (ODM) erzeugt wurden. Im Gegenteil ist vielmehr davon auszugehen, dass die Punktmutation in dem oben genannten Gen der Elternlinie BnALS-57 nicht durch ODM, sondern spontan während der Gewebekultur entstanden ist (somaklonale Variation), wie eine Studie nahelegt2).
 
Diese Methode ist somit ungeeignet, durch Genomeditierung erzeugtes Saatgut (im Sinne der EU Direktive 2001/18/EC) von nicht reguliertem Saatgut (also in der EU-Direktive ausgenommenen Verfahren wie Strahlungs- oder chemische Mutagenese) zu unterscheiden.

Eine Nachweismethode für die genetischen Veränderungen von Pflanzen, die mit den neuen Verfahren der Genom-Editerung entstanden sind, wäre die Voraussetzung um die oben erwähnte, vom EuGH erlassene Richtlinie umsetzen zu können. Demnach müssen die neuen Methoden wie die frühere Gentechnik reguliert werden, in der jedoch oft fremde Gene eingebracht wurden, die sich einfach nachweisen lassen.

Auch wenn der Foods-Artikel dies nahelegt, ist es weiterhin nicht möglich mit Genomeditierung erzeugte Nutzpflanzen von in der Natur zufällig mutierten oder durch radioaktive bzw. chemische Mutagenese entstandenen Pflanzen zu unterscheiden.   

Die DBG appelliert daher weiterhin an das Europäische Parlament und die Europäische Kommission, die bestehende europäische Richtlinie für die Präzisionszüchtung für Pflanzen, zu überarbeiten und wissenschaftliche Erkenntnisse über die Genomeditierung zu berücksichtigen.

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Prof. Dr. Andreas P.M. Weber (Biochemie der Pflanzen, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf),
Sprecher des Exzellenz-Clusters für Pflanzenforschung CEPLAS und
Präsident unserer Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG)


1) Chhalliyil et al. (2020): A Real-Time Quantitative PCR Method Specific for Detection and Quantification of the First Commercialized Genome-Edited Plant. Foods, 9, 1245

2) Novel Food Information - Cibus Canola Event 5715 (Imidazolinone and Sulfonylurea Herbicide Tolerant). https://www.canada.ca/en/health-canada/services/food-nutrition/genetically-modified-foods-other-novel-foods/approved-products/novel-food-information-cibus-canola-event-5715-imidazolinone-sulfonylurea-herbicide-tolerant.html). Kanadisches Gesundheitsministerium, abgerufen am 9.9.2020

24. Jul 2020 · DBG · Politik

Öffentliche Stellungnahme zur Genomeditierung von Nutzpflanzen

Die EU und Neuseeland stechen mit ihrer derzeitigen Regulation der neuen Methoden für Präzisionszüchtung heraus (nach Schmidt, Belisle, Frommer (2020), EMBO Rep 2020, e50680, https://doi.org/10.15252/embr.202050680)

132 Europäische Forschungseinrichtungen und wissenschaftliche Verbände - darunter unsere DBG – appellieren an das Europäische Parlament und die Europäische Kommission die bestehende europäische Richtlinie für die Präzisionszüchtung für Pflanzen, auch unter dem Begriff Genomeditierung bekannt, zu überarbeiten und wissenschaftliche Erkenntnisse über die Genomeditierung zu berücksichtigen. Das ist nicht nur wichtig, um nachhaltige Wege aus der COVID-19 Krise zu finden sondern auch, weil die Genomeditierung zahlreiche Lösungen bietet für eine einfache, zielgerichtete und schnelle Zucht klimaresistenter Nutzpflanzen. Auch die Entwicklung von Pflanzen, die weniger Düngemittel und Pestizide benötigen, ist mit diesen Methoden effizienter. Das schont die natürlichen Ressourcen unserer Erde und unterstützt daher das Erreichen der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals ,SDGs)“ der Vereinten Nationen sowie des Green Deal der EU. Das European Sustainable Agriculture through Genome Editing (EU-SAGE) Netzwerk, unter der die oben genannten Institutionen vereint sind, empfiehlt der Europäischen Kommission, diese Tatsachen zum Nutzen und zum Wohlergehen aller EU-Bürgerinnen und EU-Bürger anzuerkennen und die rechtlichen Regelungen zur Nutzung der Genomeditierung für Nutz- und Kulturpflanzen an den Stand der Forschung anzupassen. In ihrer öffentlichen Stellungnahme zitiert EU-SAGE die wissenschaftlichen Studien für die erfolgreiche Zucht genomeditierter Nutzpflanzen mit erhöhter Widerstandskraft gegenüber den Folgen des Klimawandels, mit größerer Resistenz gegenüber Schädlingen und Krankheiten und daher verbessertem Ernteertrag. Auch Studien zum verringerten Pestizideinsatz bei Reis, Wein, Weizen, Tomaten sowie Grapefruits gibt es inzwischen. Daneben lassen sich mit dieser Technik auch die gesundheitsrelevanten Eigenschaften von Obst- und Gemüsesorten mit Präzisionszüchtung beschleunigen, wie Studien belegen.

Lesen Sie die ganze Statement von EU-SAGE (pdf), ins Deutsche übertragen von

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16. Sep 2019 · DBG · Pressemitteilung

Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) fordert eine nachhaltige Ressourcen- und Klimapolitik

Entscheidungen über die Ressourcen unserer Erde müssen nachhaltig und wissenschaftsbasiert sein. Zur Eröffnung der Botanikertagung an der Universität Rostock, zu der sich mehr als 420 Pflanzenforschende angemeldet haben, fordert das Präsidium der Deutschen Botanischen Gesellschaft die Beteiligten am Klimakabinett und alle Parteien auf, nachhaltige und mutige Entscheidungen zu treffen, um die Ressourcen unseres Planeten und das Klima nachhaltig zu schützen.

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03. Sep 2019 · DBG · Politik

Grundlagenforschung wertschätzen, fördern und kommunizieren

Grundlagenforschung braucht mehr Wertschätzung, eine wirksame und längerfristige Finanzierung und die strukturelle Absicherung der dort Beschäftigten. Auch die Wissenschaftskommunikation muss ausgebaut werden, fordert der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland e.V. (VBIO) in seinem Positionspapier. Diese Positionen teilt die DBG, die im Dachverband der Biolog*innen Mitglied ist, und das Papier gemeinsam mit weiteren 12 biowissenschaftlichen Fachgesellschaften gezeichnet hat.

Quelle: VBIO

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25. Jul 2019 · DBG · Politik

Für genetische Präzisionsmethoden und nachhaltige Nutzpflanzen

Auch die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) und ihre Sektion Pflanzenphysiologie und Molekularbiologie (SPPMB) appellieren an das neu gewählte Europäische Parlament und die Kommission der Europäischen Union (EU), das veraltete Gentechnikrecht aus dem Jahr 2001 an den Kenntnisstand der Wissenschaft und die internationalen Gegebenheiten anzupassen und entsprechend zu modernisieren. Gemeinsam mit 115 anderen Wissenschaftsorganisationen und -instituten plädieren sie dafür die Nutzung neuer Präzisionsmethoden der Genomeditierung zur Zucht von Kulturpflanzen zu vereinfachen, um eine nachhaltige Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion in der EU zu ermöglichen.

Lesen Sie das gemeinsame Statement (pdf), ins Deutsche übertragen von

  • Prof. Dr. Holger Puchta (Botanisches Institut, Karlsruher Institut für Technologie, KIT),
  • Prof. Dr. Claus Schwechheimer (Systembiologie der Pflanzen, Technische Universität München, TUM),
  • Prof. Dr. Caroline Gutjahr (Pflanzengenetik, Technische Universität München, TUM),
  • Prof. Dr. Andreas Graner (Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung, IPK) und
  • Prof. Dr. Ralph Bock (Max Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie, Potsdam)
  • Prof. Dr. Andreas P.M.Weber (Biochemie der Pflanzen, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
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24. Okt 2018 · DBG · Politik

Europäische Forschende sind für Präzisionszüchtung

Mehr als 85 Europäische Wissenschaftler*innen und Wissenschaftsorganisationen, darunter unsere Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG), bitten den Europäischen Gerichtshof (EuGH) das Urteil über neue Pflanzen-Züchtungsmethoden wie CRISPR/Cas9 und andere Formen der Genom Editierung zu überarbeiten. Sie alle plädieren dafür, dass Präszisionszüchtung für nachhaltige Landwirtschaft anders gehandhabt werden muss als im Urteil vom 25. Juli 2018. Die Unterzeichnenden fordern, dass Präzisionszüchtungen und Pflanzenzüchtungen ohne Fremd-Gene genau so wie herkömmliche Züchtungen anzusehen sind, weil sie genauso sicher sind. Die Erkenntnisse der Wissenschaft müssen in die Handhabung einfließen und die diesbezügliche Gesetzgebung muss daher schnellstens korrigiert werden. Langfristig muss dann auch das veraltete Gentechnikrecht an die aktuellen Erkenntnisse der Wissenschaft angepasst werden. Eine deutsche Übersetzung der belgischen Pressemitteilung bietet das Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenforschung in Potsdam auf seiner Website. Wer das Positionspapier unterstützen möchte, kann auch seinen Namen auf der Liste der Unterzeichner hinzufügen. 
Zur Pressemitteilung und offenem (englischen) Brief der Europäischen Initiative und zum Unterzeichnen

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Wochen-Chronik
10. Mai 2021 · News · Anwendung

Zulassung für erste deutsche Chia-Sorte erteilt

Die blau blühende Chia-Pflanze ist im Spätsommer auch eine Bienenweide. Foto: Samantha Jo Grimes, Uni Hohenheim

Das Bundessortenamt hat den Sortenschutz für eine Züchtung der Universität Hohenheim in Stuttgart für „Juana“ als erster Chia-Sorte in Deutschland zugelassen. Damit ist der Weg frei für den gewerbsmäßigen Anbau des Salbei-Verwandten in hiesigen Breiten. Die Samen der Mexikanischen Chia-Pflanze (Salvia hispanica L.) - auch als „Gold der Azteken“ nezeichnet - sind in vielen Supermarktregalen zu finden. Der nun zugelassene, regionale Anbau auf deutschen Äckern soll auch dazu beitragen, die Umweltbelastung durch Pestizide und Kohlendioxid deutlich zu reduzieren und dazu führen, dass in Südamerika die einheimische Bevölkerung eines ihrer Grundnahrungsmittel verstärkt wieder selber nutzt. Gesucht sind nun Saatzuchtfirmen, die „Juana“ in ihr Programm aufnehmen und Landwirten zur Verfügung stellen wollen.

Quelle: Uni Hohenheim

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06. Mai 2021 · News · Forschungsergebnis

Bestäuber-Wechsel: Vögel und Fledermäuse bestäuben Pflanzen der Anden

Wie kommt es dazu, dass die Bestäuber einer Pflanzenart im Laufe der Evolution wechseln? Ein Team um Agnes Dellinger vom Department für Botanik und Biodiversitätsforschung und Jürg Schönenberger von der Universität Wien ist dieser Frage in den Regenwäldern Süd- und Mittelamerikas nachgegangen. In fünf Expeditionen untersuchten sie elf Pflanzenarten der Familie der Schwarzmundgewächse in den Tiefland- und Bergregenwäldern Costa Ricas, Ecuadors und Kolumbiens. "Wir fanden heraus, dass Bienen häufige Blütenbesucher im Tiefland waren, wo die untersuchte Pflanzengruppe vermutlich ihren evolutionären Ursprung hat", erklärt Dellinger. Im Laufe der letzten fünf Millionen Jahre haben sich diese Pflanzen auch in den – durch die Auffaltung der Anden – neu entstandenen Gebirgshabitaten ausgebreitet. "In dieser Höhe von etwa 2.400 bis etwa 3.300 Meter sind Bienen nur sehr seltene Blütenbesucher, während Wirbeltiere wie Fledermäuse, Kolibris und Sperlingsvögel häufig an Blüten anzutreffen sind", so Dellinger. Diese Wirbeltiere transportieren im Vergleich zu Bienen in den tropischen Bergregenwäldern größere Mengen an Pollen zwischen den Blüten. Diese effizientere Pollenübertragung durch Wirbeltiere ist  wahrscheinlich ein wichtiger Faktor in der Evolution von Bestäuberwechseln. "Wechsel von Bienen- zu Wirbeltierbestäubung haben bei Schwarzmundgewächsen ausschließlich in Gebirgswäldern stattgefunden, wo das Klima generell feuchter, kühler und windiger ist als im Tieflandregenwald", so Dellinger. Auch haben sich die Blüten in ihrer Funktionsweise und ihrer Morphologie über lange evolutionäre Zeiträume an die neuen Wirbeltierbestäuber angepasst. Ihre Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift New Phytologist.

Quelle: Uni Wien

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05. Mai 2021 · News · Politik

Impulse für kommende Legislaturperiode: Wissenschaft als Schlüssel zur Bewältigung der großen Herausforderungen

Mit einem Impulspapier für die 20. Legislaturperiode des Deutschen Bundestags hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die aus ihrer Sicht wichtigsten Handlungsfelder und -empfehlungen formuliert, damit Wissenschaft auch künftig die Schlüsselrolle bei der Bewältigung zentraler Herausforderungen einnehmen kann. „Erkenntnisgeleitete Forschung stärken, von Wissensspeichern profitieren“ lautet der Titel des Papiers, das die größte Forschungsförderorganisation und zentrale Einrichtung für die wissenschaftliche Selbstverwaltung in Deutschland mit Blick auf den beginnenden Bundestagswahlkampf an politische Akteure adressiert hat und das nun auch im Internetangebot der DFG veröffentlicht worden ist https://www.dfg.de/download/pdf/presse/20210505_pm_impulspapier_legislaturperiode.pdf

Quelle: DFG

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05. Mai 2021 · News · Forschungsergebnis

Honigbienen fliegen auf Raps, Apfelblüten haben das Nachsehen

Raps ist bei Honigbienen beliebt. Foto: Albin Andersson

Rapsfelder ziehen Honigbienen magisch an. Sind die Felder direkt neben Apfelanlagen, fliegen die Insekten eher zu den gelben Blüten als zu den nahegelegenen Obstbäumen. Das zeigt eine neue Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ). Dass die Apfelernte bei den untersuchten Apfelanlagen trotzdem stabil blieb, lag an Hummeln und anderen Wildbienen, die die Bestäubungslücke füllten. Die Studie haben die Forschenden in der Fachzeitschrift Agriculture, Ecosystem and Environment veröffentlicht.

Quelle: MLU

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04. Mai 2021 · News · Forschungsergebnis

Neue Rhododendron-Art bevorzugt Schiefergestein

Die neu beschriebene Art bevorzugt das schwermetallhaltige Schiefergestein in den Great Smoky Mountains. Foto: Ralf Bauer, Uni Oldenburg

Eine Vorliebe für schwermetallhaltiges Schiefergestein ist charakteristisch für eine neue Rhododendron-Art, die Prof. Dr. Dirk Albach von der Universität Oldenburg und der Rhododendron-Sammler Dr. Ralf Bauer aus Offenburg entdeckt haben. Die neue Art, Rhododendron smokianum genannt, besetzt damit eine ungewöhnliche ökologische Nische, wie die beiden am 1. März in der Fachzeitschrift Systematic Botany schreiben, die sie heute der Öffentlichkeit vorstellten. Die neue Art hat einen kompakteren Wuchs als andere Arten und unterscheidet sich zudem durch kleinere Blüten mit einer kurzröhrigen Blumenkrone. Das Verbreitungsgebiet beschränkt sich auf den Great-Smoky-Mountains-Nationalpark im US-Staat Tennessee, dem Namensgeber der neuen Art.

Quelle: Uni Oldenburg

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03. Mai 2021 · News · Forschungsergebnis

Essenzielle Virulenzproteine des Maisbeulenbrandes entdeckt

Ustilago maydis-Hyphen im Inneren eines infizierten Maisblattes. Die roten Flecken werden durch ein fluoreszierendes Protein verursacht, das an eines der Proteine im oberflächenexponierten Komplex gebunden ist. Foto und (c): Kahmann, MPI für terrestrische Mikrobiologie

Um die Maispflanze zu infizieren, nutzt der Pilz-Parasit Ustilago maydis einen Komplex aus sieben Proteinen. Zahlreiche Befunde belegen eine essentielle Rolle des Komplexes bei der Krankheitsentstehung und lassen auf ein weit verbreitetes Vorkommen bei pilzlichen Pathogenen schließen. Wie das Forschungsteam um unser Ehrenmitglied, Prof. Dr. Regine Kahmann, vom Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in der Fachzeitschrift Nature Micrbiology www.nature.com/articles/s41564-021-00896-x schildert, hat es fünf Pilzeffektoren sowie zwei pilzliche Transmembranproteine identifiziert, die einen stabilen Proteinkomplex bilden. Fehlt nur eines dieser sieben Proteine, kommt der Infektionsprozess vollständig zum Erliegen. Ein solch starker Beitrag zur Virulenz ist sehr ungewöhnlich für Effektoren, die einzeln normalerweise nur einen jeweils kleinen Beitrag zur Virulenz leisten. Mutanten, denen Proteine des Komplexes fehlen, können die Wirtsimmunität nicht herunterregulieren, was auf eine Beteiligung des Komplexes an der Effektorabgabe hindeutet. Experimente zur Lokalisierung des Komplexes, die zum Teil mit Kooperationspartnern in den USA und an der Philipps-Universität in Marburg durchgeführt wurden, ergaben, dass sich die Proteine in Strukturen befinden, die vom Pilz in die Wirtszellen hineinreichen.

Quelle: MPI für terrestrische Mikrobiologie

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03. Mai 2021 · News · Forschungsergebnis

Lichttoleranz von Cyanobakterien erhöht

Sonne, Luft und Wasser: Mehr brauchen Pflanzen und Cyanobakterien – umgangssprachlich auch als Blaualgen bezeichnet – nicht, um durch Photosynthese organische Kohlenstoffverbindungen und Sauerstoff zu produzieren. Dieser Prozess ist die Grundlage allen Lebens auf der Erde. Zuviel Sonnenlicht allerdings wirkt sich negativ aus, weil es die zellulären Solaranlagen beschädigt. Ein Team um den Biologen Dario Leister von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) hat nun mit künstlicher Evolution im Labor die Lichttoleranz von Blaualgen deutlich erhöht und über 100 beteiligte Mutationen identifiziert. Langfristig wollen die Forschenden dazu beitragen, Nutzpflanzen robuster gegen Umweltveränderungen zu machen. Ihre Ergebnisse publizierten sie im Fachjournal Nature Plants.

Quelle: LMU

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03. Mai 2021 · News · Forschungsergebnis

Kakao wird nicht von Gnitzen bestäubt

Eine Kakaoblüte wird von einer winzigen parasitären Wespe besucht. Foto: Manuel Toledo

Ameisen und Fliegen – und nicht wie bisher angenommen Gnitzen – spielen eine entscheidende Rolle beim Bestäuben der Kakao-Pflanzen. Ein Forschungsteam unter Leitung der Universität Göttingen hat im indonesischen Zentral-Sulawesi herausgefunden, dass die Förderung der Artenvielfalt sowie der Erhalt von Laubstreu und schattenspendenden Bäume in Agroforstsystemen wichtig sind, um die sehr kleinen Bestäuber der Kakaobäume zu fördern. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Biological Conservation erschienen.

Quelle: Uni Göttingen

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03. Mai 2021 · News · Forschungsergebnis

Klimawandel dürfte Pflanzenvielfalt in Trockengebieten verändern

Untersuchungsfläche an der Havel, eine von weltweit 72 Freilandexperimenten, deren Daten in die Synthese eingeflossen sind. Foto: Kristin Ludewig

Wasser ist in vielen Ökosystemen der Erde ein knappes Gut. Dieser Mangel dürfte sich im Zuge des Klimawandels weiter verschärfen und zu einem deutlichen Rückgang der Pflanzenvielfalt führen. Mit einer Synthese von experimentellen Daten aus der ganzen Welt haben Wissenschaftler*innen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) zum ersten Mal nachgewiesen, dass gerade Trockengebiete besonders empfindlich auf veränderte Niederschlagsmengen reagieren. Das aber kann auch für die Menschen in den betroffenen Regionen Konsequenzen haben, warnt das Team im Fachjournal Nature Communications.

Quelle: UFZ

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03. Mai 2021 · News · Projekt

Ostsee-Zukunft verstehen durch Zeitreise in die Vergangenheit des Ostsee-Phytoplanktons

Der Klimawandel bedroht die Artenvielfalt in Meeren und Ozeanen und damit auch die Stabilität mariner Ökosysteme. Schon jetzt zeigt das Phytoplankton erste Veränderungen. Das am 1. Mai gestartete Forschungsnetzwerk PHYTOARK unter Leitung des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) will mit Hilfe neuester Methoden der Paläoökologie und Biodiversitätsforschung bis zu 8.000 Jahre zurückschauen und durch natürliche Klimaschwankungen bedingte Veränderungen des Ostsee-Phytoplanktons rekonstruieren. Dieser Blick in die Vergangenheit soll helfen, zukünftige Klimawandelfolgen besser abzuschätzen.

Quelle: IOW

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30. Apr 2021 · News · Forschungsergebnis

Mensch beschleunigt Änderung der Zusammensetzung der Pflanzenarten

Auf Teneriffa werden pollenhaltige Sedimente aus einem Bohrloch entnommen. Foto und (c): José María Fernández Palacios

Der Mensch hat die Biodiversität in allen Klimazonen der Erde erheblich beeinflusst. Unter der Leitung von Prof. Dr. Manuel Steinbauer an der Universität Bayreuth und Dr. Sandra Nogué an der University of Southampton hat ein internationales Team untersucht, wie sich die Pflanzenwelt auf 27 Inseln in verschiedenen Weltregionen seit 5.000 Jahren entwickelt hat: Fast überall löste die Ankunft des Menschen in vorher unbeeinflussten Ökosystemen eine deutlich beschleunigten Wandel der Biodiversität aus, berichten die Forschenden in der Fachzeitschrift Science. Diese Dynamik veränderter Artenzusammensetzungen war auf jenen Inseln besonders stark ausgeprägt, die innerhalb der letzten 1.500 Jahre besiedelt wurden.

Quelle: Uni Bayreuth

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30. Apr 2021 · News · Forschungsergebnis

Wie Pflanzen ihren Symbiosepartnern näherkommen

Ein Wurzelhaar (blau) wächst um die symbiotischen Bakterien (rot) herum. Foto: Pengbo Liang, Uni Freiburg

­In Wurzelzellen haben Forschende einen Faktor nachgewiesen, den die Pflanzen für den ersten physischen Kontakt mit Knöllchenbakterien benötigen. Das Team um den Zellbiologen Prof. Dr. Thomas Ott der Universität Freiburg entdeckte in der Leguminose Medicago truncatula (Schneckenklee) ein nur in Leguminosen vorkommendes Protein namens Symbiotic Formin 1 (SYFO1) und wies dessen essentielle Rolle für die Symbiose nach. Trifft ein Knöllchenbakterium auf die Wurzeln der Leguminosen, verursacht das SYFO1-Protein, dass die Härchen der Wurzel die Wachstumsrichtung verändern. Sie umwickeln so den potenziellen Partner für die Symbiose. „Wenn wir genau verstehen, wie die Symbiose zustande kommt, könnten wir Nutzpflanzen diese besondere Eigenschaft zurückgeben, die sie im Laufe der Evolution verloren haben“, sagt Ott. Zusammen mit dem Molekularbiologen Prof. Dr. Robert Grosse von der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg und dem Evolutionsbiologen Dr. Pierre-Marc Delaux vom Laboratoire de Recherche en Sciences Végétales (LRSV) in Toulouse/Frankreich veröffentlicht das Team die Ergebnisse im Fachmagazin Current Biology.

Quelle: Uni Freiburg

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30. Apr 2021 · News · Politik

Forschende begrüßen Einschätzung der EU-Kommission zum europäischen Gentechnik-Recht

Die EU-Kommission hat eine Studie über den Status der neuen Züchtungstechniken veröffentlicht, die Basis für weitere Beratungen über eine Neuregulierung des EU-Gentechnikrechtes sein soll. Verschiedene Gesellschaften und Forschende aus Deutschland - darunter auch der VBIO - begrüßen einen solchen Schritt ganz ausdrücklich. Denn: wie auch in der Studie festgestellt wird, ist die derzeitige GVO-Gesetzgebung, die 2001 verabschiedet wurde, für diese innovativen Technologien nicht geeignet. Die Forschenden machen konkrete, wissenschaftsbasierte Vorschläge, wie das Gentechnikrecht für Pflanzen modernisiert werden kann, um die Zucht nachhaltiger und klimaresilienter Pflanzen zu ermöglichen.

Zu den Unterzeichnern der VBIO-Stellungnahme zählen

  • unser DBG-Präsident, Prof. Dr. Andreas Weber, gleizeitig Sprecher des Exzellenzclusters CEPLAS
  • Prof. Dr. Gabriele Krczal, Gesellschaft für Pflanzenbiotechnologie (GfPB)
  • Prof. Dr. Maria von Korff Schmising, Gesellschaft für Pflanzenzüchtung e.V. (GPZ)
  • Prof. Dr. Karl-Josef Dietz, Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO)
  • Prof. Dr. Klaus-Dieter Jany, Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik e.V. (WGG)
  • Prof. Dr. Jens Boch, Institut für Pflanzengenetik Leibniz Universität Hannover
  • Prof. Dr. Stephan Clemens, Lehrstuhl Pflanzenphysiologie, Gründungsdekan der Fakultät für Lebenswissenschaften: Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit Universität Bayreuth
  • Prof. Dr. Holger Puchta, Botanisches Institut Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
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29. Apr 2021 · News · Politik

Studie der EU-Kommission zur Anpassung des europäischen Gentechnik-Rechts

Zum Status der neuen Züchtungstechniken wie GenomEditierung und die Genschere CRISPR hat die EU-Kommission hat eine Studie veröffentlicht, die die Basis für weitere Beratungen über eine Neuregulierung des EU-Gentechnik-Rechtes sein soll. Wie die EU berichtet können die neuen Züchtungstechniken dazu beitragen nachhaltige Nahrungsmittelwirtschaft zu etablieren und damit den Grean Deal und die Farm-to-Fork-Strategie der EU umzusetzen. Wie sie darin auch feststellt, ist die derzeitige GVO-Gesetzgebung aus dem Jahr 2001 für diese Technologien nicht geeignet und macht eine Reform der veralteten Gentechnik-Gesetzgebung notwendig.

Quellen:
Zur Übersicht (in English) https://ec.europa.eu/food/plant/gmo/modern_biotech/new-genomic-techniques_en
Zur Pressemitteilung https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_21_1985
Zum deutschen Executive Summary (pdf) https://ec.europa.eu/food/sites/food/files/plant/docs/gmo_mod-bio_ngt_exec-sum_de.pdf

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29. Apr 2021 · News · Forschungsergebnis

Artenvielfalt in Nebelwäldern schwindet – auch in Schutzgebieten

Tropische Bergnebelwälder wie der Manusela-Nationalpark auf der indonesischen Insel Seram sind oft in Wolken gehüllt. Foto: Dirk Karger, WSL

Die Fläche der tropischen Bergnebelwälder wird weltweit kleiner. Dies hat ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zum ersten Mal mithilfe von Satellitendaten nachweisen können und in der Fachzeitschrift Nature Ecology & Evolution dargelegt. Mit der Abnahme ist ein immenser Verlust an Pflanzen und Tieren verbunden, die in diesen Wäldern vorkommen. Schutzgebiete zeigen dabei kaum Wirkung.

Quelle: WSL

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29. Apr 2021 · News · Forschungsergebnis

Netzwerke für Ährchenbildung bei Gerste beschrieben

Gerstenähren. Foto: Eva Siebenhühner, IPK

Wie einzelne Gene bei der Bildung der Ährchen in Gerste zusammenwirken hat ein internationales Forschungsteam unter Führung des Leibniz-Institutes für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in einem mehrjährigen Forschungsvorhaben analysiert. Dazu hat es feinste Gewebeteile, die an der Organbildung der Gerstenähre beteiligt sind, mittels Laser herausgeschnitten und genauer untersucht. Die in der Fachzeitschrift Science Advances vorgestellten Ergebnisse nützen vor allem vergleichende Studien.

Quelle: IPK (pdf)

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29. Apr 2021 · News · Forschungsergebnis

Wie Algen verhindern von Korallen ausgespuckt zu werden

Mit dem Modellsystem Exaiptasia diaphana gelang der Nachweis, dass Mikroalgen aus der Gruppe der Dinoflagellaten intrazelluläre Symbiosen initiieren, indem sie das Immunsystem ihrer Wirtszelle unterdrücken. Foto: Natascha Bechtoldt

Algen aus der Gruppe der Dinoflagellaten gehen seit Urzeiten intrazelluläre Symbiosen mit Korallen ein. Ein Forschungsteam vom Centre for Organismal Studies (COS) der Universität Heidelberg hat nun herausgefunden, dass solche Symbiosen von der Fähigkeit der Mikroalgen abhängen, das Immunsystem ihrer Wirtszelle zu unterdrücken und so die Beseitigung durch „Ausspucken“ zu vermeiden. Die Forschenden fanden außerdem Hinweise darauf, dass es sich bei dieser Immunantwort um einen evolutionär alten Abwehrmechanismus handelt, der weiter verbreitet ist als bisher angenommen. „Die Herausforderung für die Korallen besteht darin, zwischen nützlichen und potenziell schädlichen Mikroorganismen zu unterscheiden. Die Algen wiederum müssen die Immunantwort der Wirtszelle umgehen, eine intrazelluläre Nische etablieren, in der sie überleben können, und die eigenen Zellfunktionen so auf die ihres Wirtes abstimmen, dass Nährstoffe effizient ausgetauscht werden können“, erklärt Prof. Dr. Annika Guse vom COS. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachmagazin Nature Microbiology.

Quelle: Uni Heidelberg

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28. Apr 2021 · News · Köpfe und Karrieren

Stephen-Hales-Preis für Detlef Weigel

Die American Society of Plant Biologists (ASPB) verleiht Detlef Weigel den Stephen-Hales-Preis. Damit würdigt sie die grundlegenden Beiträge des Direktors der Abteilung Molekularbiologie am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen zu mehreren Forschungsgebieten in der Pflanzenbiologie, insbesondere seine wegweisende Arbeit zu genetischer Variation und wie diese es Pflanzen ermöglicht, sich auf veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Der Preisverleihung wird online während des Jahrestreffens der ASPB vom 19.-23. Juli stattfinden.

Quelle: MPI für Entwicklungsbiologie beim idw

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27. Apr 2021 · News · Forschungsergebnis

Baumplantagen tragen nur bedingt zum Schutz der Biodiversität bei

Käfer erfüllen wichtige Funktionen bei verschiedenen natürlichen Prozessen, so wie dieser Mistkäfer (Oxysternon aff. conspicillatum), der sich im tropischen Regenwald Boliviens von Dung ernährt. Foto: Jaime Rodriguez

Künstlich angelegte Baumplantagen sollen helfen, den Verlust naturbelassener Wälder auszugleichen, tragen aber nur bedingt zum Schutz der Biodiversität bei. So beherbergen Plantagen weniger Käferarten als naturbelassene Altbestände und auch die Zahl der Tiere ist deutlich geringer. Das zeigt eine globale Analyse unter Leitung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), die im Fachmagazin Forest Ecology and Management veröffentlicht wurde.

Quelle: iDiv

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23. Apr 2021 · News · Köpfe und Karrieren

Auszeichnung für Pflanzenwissenschaftler Nils Stein

Prof. Dr. Nils Stein. Foto: Andreas Bähring, IPK

Auf Einladung der Königlichen Physiographischen Gesellschaft und der Mendelschen Gesellschaft in Lund (Schweden) nimmt Prof. Dr. Nils Stein vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) heute an einem virtuellen Symposium teil, auf dem die jüngsten Durchbrüche bei der Sequenzierung komplexer Genome gewürdigt werden. Der Leiter der Arbeitsgruppe Genomik genetischer Ressourcen wird dabei für seine erfolgreiche Forschung auf dem Gebiet der Getreidegenomik ausgezeichnet. Erst kürzlich war es einem internationalen Forschungsteam unter Führung des Leibnitz-Institutes gelungen, das große und komplexe Genom von Roggen vollständig zu entschlüsseln.

Quelle: IPK (pdf)

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22. Apr 2021 · News · Forschungsergebnis

Pflanzenherkunft beeinflusst Bestäuber

Eine Erdhummel ist mit Pollen von der Acker-Witwenblume bedeckt. Foto: Peter Leßmann, WWU

Das Insektensterben und der Rückgang der biologischen Vielfalt stellen Herausforderungen für das Bestäuben von Wild- und Kulturpflanzen dar. Landschaftsökologinnen und -ökologen der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster haben jetzt genauer untersucht, wie sich die Saatgutauswahl bei Renaturierungsmaßnahmen, also die Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen aus kultivierten und genutzten Bodenoberflächen, auf die Förderung der Insektenvielfalt auswirkt. Dabei spielt nicht nur die Pflanzenart, sondern auch die geografische Herkunft der Samen eine wichtige Rolle: Sie hat nämlich Einfluss auf die Insektenvielfalt und darauf, wie oft die Bestäuber die Blüten besuchen. Sie publizierten ihre Studienergebnisse in der Fachzeitschrift Journal of Applied Ecology.

Quelle: WWU

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22. Apr 2021 · News · Köpfe und Karrieren · Projekt

Kiwellin-Proteine gegen Pilzbefall

Der Pilz Ustilago maydis befällt Mais und verringert den Ernte-Ertrag durch seine starken Auswucherungen am Kolben. Foto: Florian Altegoer

Pathogene Pilze können schwerwiegende Pflanzenkrankheiten verursachen. Damit gefährden sie entscheidend die globale Ernährungssicherheit und Pflanzenökologie. Prof. Dr. Gert Bange vom Zentrum für synthetische Mikrobiologie und dem Fachbereich Chemie der Philipps-Universität Marburg steht den Pflanzen nun helfend zur Seite: Ab Sommer 2021 wird Bange seine Forschung zu Kiwellin-Proteinen vertiefen. Diese Proteine könnten Pflanzen auf molekularer Ebene gezielt gegen Pilzbefall schützen. Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) fördert das Projekt „KIWIsome - Kiwellins in the plant defense against pathogenic invaders“ mit 2,4 Millionen Euro über fünf Jahre.

Quelle: Uni Marburg

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22. Apr 2021 · News · Köpfe und Karrieren · Projekt

Wie spüren und verarbeiten Pflanzen ihre Umgebungstemperatur?

Für seine zukunftsweisende Forschung im Projekt „TIPTOP - Temperature Integration via Phase Change and Translation of Proteins in Plants“ erhält Philip Wigge, Programmbereichsleiter am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) und Professor an der Universität Potsdam, einen ERC Advanced Grant von der Europäischen Kommission mit 2,14 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren. In seinem ehrgeizigen Forschungsprojekt "TIPTOP" möchte Wigge molekulare Mechanismen zur Temperaturmessung in Pflanzen aufklären, um zu verstehen, wie sie auf ihre aktuellen Umweltbedingungen reagieren.

Quelle: IGZ beim idw

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21. Apr 2021 · News · Forschungsergebnis · Politik

Globale Nachhaltigkeit: Kombination von Ökolandbau und Gentechnik

Für mehr Nachhaltigkeit auf globaler Ebene sollte die EU-Gesetzgebung geändert und der Einsatz der Gen-Schere im Ökolandbau erlaubt werden. Dies fordert ein internationales Forschungsteam. Die EU-Kommission hatte im Mai 2020 die Farm-to-Fork-Strategie vorgelegt, die Teil des European Green Deal ist. Das Ziel ist es, die europäische Landwirtschaft und das Ernährungssystem nachhaltiger zu gestalten. Insbesondere soll der Anteil des ökologischen Landbaus an der Agrarwirtschaft innerhalb der EU bis 2030 auf 25 Prozent erhöht werden. Diese Steigerung gewährleistet jedoch - wenn es bei der derzeitigen EU-Rechtslage bleibt - keineswegs mehr Nachhaltigkeit, wie die Studie in der Zeitschrift Trends in Plant Science zeigt, zu der Wissenschaftler*innen aus Bayreuth, Göttingen, Düsseldorf, Heidelberg, Wageningen, Alnarp und Berkeley beigetragen haben. „Den Ökolandbau unter den gegenwärtigen rechtlichen Beschränkungen der Biotechnologie weiter auszudehnen, könnte leicht zu weniger anstatt zu mehr Nachhaltigkeit führen. Dabei bietet gerade die Gen-Schere vielversprechende Potenziale für eine nachhaltige Agrarwirtschaft“, erklärt Kai Purnhagen, Erstautor der Studie und Professor für Lebensmittelrecht an der Universität Bayreuth.

Quelle: Uni Bayreuth

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20. Apr 2021 · News · Ausschreibung

Bewerbungen erbeten: Bildung für nachhaltige Entwicklung

Auch im neuen UNESCO-Programm „BNE 2030“ zeichnen das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche UNESCO-Kommission vorbildliche Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Vereinen, Universitäten, Netzwerke u.a.m. aus. Das meldet das BMBF und der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) hat die Informationen und Links zusammeng etragen.

Quelle: VBIO

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19. Apr 2021 · News · Projekt

Klimaschutz: Sequenzierung der DNA und RNA von Pistazien

Pistazien am Baum. Foto: Esaú Martínez

Pistazien sind vom Klimawandel beeinträchtigt: Normalerweise beginnen die Bäume zu blühen, wenn sie über einen gewissen Zeitraum kalten Temperaturen ausgesetzt waren. Durch die wärmer werdenden Winter wird diese zeitliche Steuerung gestört, und die Ernte in den Hauptanbaugebieten wie Iran, Kalifornien, Spanien und Italien kann leiden oder in manchen Jahren sogar komplett ausfallen. Interessanterweise ist die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel von Kultivar zu Kultivar verschieden. Ein Forschungsteam möchte daher Genvarianten identifizieren, die für die Anpassungsfähigkeit einzelner Kultivare verantwortlich sind. „Wir werden nach Genomvariation in sechs Pistazienkultivaren suchen, die sich hinsichtlich Kältebedarf für die Blüteninduktion, Fruchtgröße und Geschlecht unterscheiden“, erklärt Pablo Carbonell-Bejerano vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen. Diese Kultivare sind hochgradig heterozygot. Das heißt, dass für viele ihrer Gene die Exemplare im Chromosomensatz, der von je einem der beiden Eltern eines Baums stammt, sich stark unterscheiden. Daher wollen Forschende von IVICAM-IRIAF in Spanien, dem italienischen Rat für landwirtschaftliche Entwicklung, der Universität Palermo, dem Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie und der Universität von Kalifornien in Davis gemeinsam die Grundlagen dafür legen, Pistazien widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen und dazu deren DNA und RNA sequenzieren. Dazu erhält es eine Förderung durch “HiFi for All SMRT 2020“.

Quelle: MPI für Entwicklungsbiologie

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19. Apr 2021 · News · Veranstaltung

Online-Symposium: Artenschwund in Vergangenheit und Gegenwart - lessons learend?

Warum sterben immer mehr Arten aus? Was können wir aus den Artensterben der geologischen Vergangenheit lernen? Und wie können wir die Erkenntnisse aus  Pälaontologie und Biologie nutzen, um den Artenschwund zu bremsen, oder besser noch umzukehren? Diesen Fragen widmet sich ein Online-Symposium am 6. Mai 2021, zu dem Dachverband Geowissenschaften (DVGeo) und der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) einladen. Die Veranstaltung findet von 15 bis 17 Uhr statt. Mit folgenden Vorträgen:

  • Prof. Dr. Wolfgang Kießling, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg
    „Wie normal ist Artensterben? - Nachrichten aus der Tiefenzeit“
  • PD Dr. Juergen Gross, Julius Kühn Institut (JKI)
    "Ausmaß und Ursachen des Insektensterbens"
  • Dr. Jörg Freyhof und Dr. Jens Jetzkowitz, Museum für Naturkunde Berlin
    „Artenschwund vermindern: Akteure und Handlungsoptionen“

Anmeldungen sind erforderlich.

Quelle: VBIO

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16. Apr 2021 · News · Forschungsergebnis

Wie das Photosystem II zusammengebaut wird

Die Struktur des Photosystem II war bekannt. Lange war aber nicht klar, wie sie zusammengebaut wird. Foto und (c): Jan M. Schuller

Erstmals haben Forschende Struktur und Funktion eines Übergangszustands der Synthese vom Photosystem II aufklären können, dem Teil des Photosynthese-Systems von Pflanzen, Algen und Cyanobakterien, in dem der erste Schritt der Lichtreaktion stattfindet. PS II besteht aus mehr als 100 Einzelteilen, die in einem wohl orchestrierten Prozess zusammenfinden müssen, damit am Ende eine funktionierende Maschine entsteht. Eine entscheidende Rolle spielen dabei Helferproteine, die sogenannten Assemblierungsfaktoren, die für Teilschritte verantwortlich sind. „Man kann sich diese wie Roboter an einem Fließband, zum Beispiel zur Herstellung eines PKWs, vorstellen“, erklärt Prof. Dr. Marc Nowaczyk vom Lehrstuhl Biochemie der Pflanzen der RUB. „Jeder Roboter fügt ein Teil an oder setzt vorgefertigte Module zusammen, damit am Ende eine perfekte Maschine entstehen kann.“ Das internationale Forschungsteam der Ruhr-Universität Bochum (RUB), der Max-Planck-Institute für Biochemie und Biophysik, des Zentrums für Synthetische Mikrobiologie (SYNMIKRO) und des Chemie Departments der Philipps Universität Marburg, der University of Illinois Urbana-Champaign, USA, und der Université Paris-Saclay, Frankreich, hat seine Ergebnisse am 12. April 2021 in der Zeitschrift Nature Plants veröffentlicht. Die Daten zeigen die molekulare Struktur eines PS II-Übergangskomplexes mit gleich drei Helferproteinen.

Quelle: RUB

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15. Apr 2021 · News · Forschungsergebnis

Wie Organismen im Riff den Folgen des Klimawandels widerstehen können

Benthische Großforaminiferen leben in flachen Gewässern wie hier auf Seegräsern. Foto: Marleen Stuhr, ZMT

Foraminiferen leben in Symbiose mit Algen und produzieren Kalkgehäuse. Forschende zeigten kürzlich im Fachjournal Oceans, wie diese kalkbildenden Einzeller auf Ozeanversauerung und -erwärmung reagieren. Die Meeresgeoökologin Dr. Marleen Stuhr vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen leitete die Studie und schließt aus den Ergebnissen, dass die winzigen Rifforganismen den Bedingungen widerstehen könnten, wie sie für die Meere in der Zukunft vorausgesagt werden. An der Untersuchung waren neben dem ZMT auch Forschende des Leibniz-Instituts für Analytische Wissenschaften (ISAS) in Dortmund und der amerikanischen Northeastern University in Boston beteiligt.

Quelle: ZMT

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14. Apr 2021 · News · Veranstaltung

online-Veranstaltungen über Biodiversität, Nachhaltigkeit und Dr. Goodalls Arbeit

Zwei kostenfreie online-Veranstaltungen (co-)organisiert die IUBS (International Union of Biological Sciences), in dem die DBG über ihre Mitgliedschaft im DNK verbunden ist.

(1) eine fünftägige Tagung zur Biodiversität und Nachhaltigkeit, der virtual sessions of the 5th Science Policy Forum for Biodiversity and the 8th International Conference on Sustainability Science:

  • 13 April 2021: opening
    SESSION 1 – Part 1: A framework for transition: towards the post-2020 Global Biodiversity Framework (GBF)
    BREAKOUT GROUP 1: Advancing solutions for transition
    BREAKOUT GROUP 2: Enabling conditions for transitioning to zero net habitat loss
  • 15 April 2021: SESSION 2: Round table on biodiversity monitoring and data
  • 19 April 2021: SESSION 3: Harnessing science, technology and innovations to support the implementation of the post-2020 global biodiversity framework
    BREAKOUT GROUP 1: Biodiversity, Climate and Livelihoods: Implications for the Post-2020 Global Biodiversity Framework
    BREAKOUT GROUP 2: The current landscape of renewable energy technologies and applications, and its impact on conservation and sustainable use of biodiversity
  • 21 April 2021: SESSION 4: Links between loss of biodiversity, climate change and zoonotic diseases
  • 24 April 2021: SESSION 5: Young Scholars and Professionals Session: Ecological Restoration - framing challenges and opportunities.

Registierungen sind über  https://science4biodiversity.org/ möglich

(2) einen Vortrag von Dr. Jane Goodall am 27.4.2021 über ihre Arbeiten an Schimpansen. Registrierung bei Indiabioscience

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14. Apr 2021 · News · Forschungsergebnis

Klimawandel macht es schwieriger, gute Tasse Kaffee zu bekommen

Äthiopien könnte in Zukunft weniger besonders hochwertigen Kaffee und mehr durchschnittliche, eher fade schmeckende Sorten erzeugen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie eines internationalen Forschungsteams unter der Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), das die Auswirkungen des Klimawandels auf Afrikas größtes Anbaugebiet für Kaffee untersucht und die Ergebnisse im Fachjournal Nature Scientific Reports publiziert hat. Ihre Ergebnisse sind sowohl für die Millionen von Kleinbauern des Landes, die mit Spezialitätenkaffee mehr verdienen als mit normalem Kaffee, als auch für Baristas und Kaffeegenießer auf der ganzen Welt relevant.

Quelle: PIK

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14. Apr 2021 · News · Veranstaltung

Gentechnik an Kulturpflanzen: Eine Lösung für zukünftige Ernährungsprobleme?

Seit über 10.000 Jahren baut der Mensch Pflanzen an und hat sie dabei stetig verändert, immer besser an seine Bedürfnisse angepasst und sogar neue Arten erschaffen. Die heutigen Sorten von Weizen, Mais und Kohl haben mit ihren wilden Vorfahren äußerlich nur noch wenig gemeinsam. Dieser Domestikation und Züchtung liegen genetische Veränderungen zugrunde. Im Laufe der Jahrhunderte kamen immer wieder Züchtungstechniken dazu von zufälliger Auswahl über gezielte Kreuzung bis hin zur Grünen Gentechnik. Der öffentliche Abendvortrag „Unser täglich Brot gib uns morgen ... Die Zukunft der Ernährung” von Pflanzenforscher Robert Hoffie geht am 27. April auf biologische und technische Grundlagen verschiedener Methoden ein und beschreibt Möglichkeiten und Grenzen, wie moderne Pflanzenzüchtung zu einer nachhaltigen Ernährung beitragen kann. Der Vortrag wird vom Stiftung Alfried Krupp Kolleg Greifswald präsentiert und von Kora Uellendahl moderiert. Hoffie ist Doktorand am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben und arbeitet dort mithilfe der Genschere CRISPR/Cas an Gerste. Vergangenes Jahr erhielt Hoffie den Preis für Wissenschaftskommunikation unserer Sektion Pflanzenphysiologie und Molekularbiologie.

Quelle: Stiftung Alfried Krupp Kolleg Greifswald

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14. Apr 2021 · News · Forschungsergebnis

Mikrobiom-gesteuerte Züchtung von Ölkürbissen

Die Züchtung des steirischen Ölkürbis ist mit rund 150 Jahren relativ jung und gut dokumentiert. Durch die gezielte Züchtung resistenter, immer schmackhafterer und ertragreicherer Kürbispflanzen hat sich das Samen-Mikrobiom des Ölkürbis über die Generationen mitverändert. Anhand einer gut dokumentierten Züchtungslinie konnten die Umweltbiotechnologinnen und -technologen der TU Graz erstmals nachweisen, dass die Mikroorganismen am Samen des Kürbis vererbt und wohl ausschlaggebend für bestimmte Pflanzeneigenschaften sind. Peter Kusstatscher, einer der Studienautoren, erklärt: „Wir haben Bakterien und Pilze am Samen der Ölkürbisse untersucht und herausgefunden, dass die Pflanze einen Großteil ihrer Bakterien am Samen – bis zu 60 Prozent nämlich – an die nächste Generation weitergibt, während die Pilzvielfalt am Samen weitgehend vom lokalen Bodenmikrobiom abhängt. Vererbt,“ so Kusstatscher weiter, „werden dabei vor allem für die Pflanzen nützliche Mikroorganismen. Da verhält es sich bei der Pflanze ähnlich wie beim Menschen: Babys erhalten ihr Mikrobiom auch von der Mutter.“ Die in Frontiers in Plant Science publizierten Ergebnisse ebnen erstmals den Weg hin zur Mikrobiom-gesteuerten Züchtung von Ölkürbissen. Die gezielte Züchtung eines vorteilhaften Samen-Mikrobioms führt zu Pflanzeneigenschaften, die sich positiv auf Ertrag, Gesundheit und Lagerfähigkeit von Ölkürbissen auswirken.

Quelle: TU Graz

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14. Apr 2021 · News · Anwendung

Grüne Klimastreifen veranschaulichen Pflanzenentwicklung

Grüne Klimastreifen in Bayern. Erstfrühling. Grafik: Ye Yuan & Annette Menzel, TUM

Um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur auf einen Blick zu verdeutlichen, präsentieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) jetzt erstmals Grüne Klimastreifen. Dabei stehen blaue Farben für Jahre mit kalter Witterung und demzufolge auch mit später Blüte oder Blattentfaltung, grüne Streifen stehen für warme Jahre mit früherer Pflanzenentwicklung. Wie die Streifen zu interpretieren sind, und was sie bedeuten, erklärt Annette Menzel, Professorin für Ökoklimatologie an der TU München (TUM), im Interview.

Quelle: TUM

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13. Apr 2021 · News · Forschungsergebnis

Bäume sterben bei Trockenheit am Kollaps des hydraulischen Systems

Wenn Bäume während einer Trockenperiode sterben, sind sie verdurstet. Forschende der Universität Basel konnten in einer Feldstudie zeigen, dass der Kollaps des hydraulischen Systems für den Baumtod verantwortlich ist. Und sie fanden heraus: Die Bäume sterben möglicherweise schneller, als bisher gedacht, wie sie im Fachjournal PNAS darlegen.

Quelle: Uni Basel

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13. Apr 2021 · News · Forschungsergebnis

Genetische Ursachen für Virusresistenz des Apfelwicklers

Eine mit CpGV infizierte Larve des Apfelwicklers in einem geschädigten Apfel. Foto: Johannes Jehle, JKI

Forschende des Julius Kühn-Instituts (JKI) legen erstmals globale Transkriptom-Analyse eines Granulovirus vor und liefern damit Grundlage für verbesserte biologische Bekämpfung des Apfelwicklers. Der Apfelwickler Cydia pomonella ist weltweit der wichtigste Schädling im ökologischen wie im integrierten Apfelanbau. Bereits seit Jahrzehnten wird das Insekt mit einem natürlichen Gegenspieler, dem Apfelwickler-Granulovirus (CpGV), erfolgreich bekämpft. Doch mittlerweile treten immer häufiger Apfelwicklermaden auf, die resistent gegen das Virus sind. Um die biologische Bekämpfung in Apfelanlagen auch künftig sicherzustellen, klären Forschende des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Darmstadt die molekularen Mechanismen der Virusinfektion auf. Dazu wurde das über 140 Gene umfassende Genom des Virus in anfälligen und resistenten Apfelwicklern analysiert. Die Ergebnisse sind jetzt im Journal of General Virology erschienen.

Quelle: JKI

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08. Apr 2021 · News · Forschungsergebnis

Mais lockt mit Flavonoid Bodenbakterien an

Inmitten von jungen Maispflanzen: Dr. Peng Yu vom Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (INRES) der Universität Bonn. Foto und (c): Barbara Frommann

Mais kann spezielle Bodenbakterien anlocken, die ihm im Gegenzug beim Wachstum helfen: „Die von uns untersuchte Hochleistungs-Zuchtlinie 787 enthält in ihrer Wurzel große Mengen des Enzyms Flavon-Synthase 2 - das ein Molekül aus der Gruppe der Flavonoide herstellt und entlässt dies in den Boden“, erklärt Dr. Peng Yu vom Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (INRES) der Universität Bonn. Im Erdreich sorgen Flavonoide dafür, dass sich ganz spezifische Bakterien um die Wurzeln herum anreichern. Und diese Mikroben wiederum sind die Ursache dafür, dass sich an den Wurzeln mehr Seitenwurzeln ausbilden. „Dadurch kann der Mais unter anderem mehr Stickstoff aus der Umgebung aufnehmen“, erläutert Prof. Dr. Frank Hochholdinger vom Bonner INRES. „Aus diesem Grunde wächst er schneller, vor allem bei knapper Stickstoff-Versorgung.“ Die von den Universitäten Bonn und Southwest China geleitete Studie, an der auch der Kölner Pflanzenforscher Professor Marcel Bucher von CEPLAS (Cluster of Excellence on Plant Sciences) beteiligt war, erschient in der Fachzeitschrift Nature Plants. Die Ergebnisse könnten langfristig zur Züchtung neuer Sorten führen, die mit weniger Dünger auskommen und daher die Umwelt weniger belasten.

Quelle: Uni Bonn

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08. Apr 2021 · News · Forschungsergebnis

Lockdown für Genom-Parasiten

Einen ausgeklügelten Mechanismus, mit dem die Integrität eines Genoms bewahrt wird, haben Forscherinnen und Forscher am Wiener Gregor Mendel Institut für Molekulare Pflanzenbiologie (GMI) vorgestellt. An der Modellpflanze Arabidopsis zeigen sie, was Genome vor Schäden durch „springende Gene“ schützt und wie die Schutzverpackung per „DHL“ kommt. Sie zeigen den molekularen Wirkmechanismus von DDM1, das auf Transposons abzielt, indem es H2A.W bindet, eine Variante des Histons H2A – einer der Bausteine, die die DNA umhüllen und das dicht gepackte Chromatin bilden. Das Team entdeckte, dass die Ablagerung von H2A.W durch DDM1 auf DNA-Regionen, die reich an Transposons sind, nicht nur notwendig, sondern auch ausreichend ist, um das Chromatin zu remodellieren und die Transposons zum Schweigen zu bringen. Ihre Ergebnisse stellen sie  in der Fachzeitschrift Nature Cell Biology vor.

Quelle: GMI

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08. Apr 2021 · News · Forschungsergebnis

Kortikalreaktion bei Pflanzen entdeckt

Die Eizelle (l.) produziert ein Kortikalnetzwerk am oberen Pol, welches gelb-markierte Endopeptidasen enthält. Der Golgi-Apparat der Eizelle ist rot markiert. Rechts eine Drüsenzelle (Synergide), die Pollenschlauchanlockungsproteine sekretiert. Aufnahme: Dr. Andrea Bleckmann

Biologen*innen haben einen Mechanismus entdeckt, wie Pflanzen verhindern, dass Eizellen von mehreren Spermazellen befruchtet werden. Wie sie im Fachjourrnal Nature berichten ist es dem Forschungsteam vom Lehrstuhl für Zellbiologie und Pflanzenbiochemie um Professor Dr. Thomas Dresselhaus gelungen zu zeigen, dass zwei der befruchtungsinduzierten Boten-mRNAs sog. Endopeptidasen erzeugen, die nach Befruchtung in großen Mengen von der Eizelle ausgeschieden werden. In Kooperation mit Forschern*innen der Universität Wuhan (China) konnten sie jetzt zeigen, dass diese Endopeptidasen oben beschriebene Pollenschlauch-Anlockungsproteine spalten und somit inaktivieren. Es werden dadurch keine weiteren Pollenschläuche angelockt und Polyspermie wird verhindert. „Ähnlich der Kortikalreaktion bei Tieren enthält das Netzwerk Endopeptidasen, die nur nach erfolgreicher Befruchtung mit einer Spermazelle ausgeschleust werden und zu einem schnellen Block der Anlockung weiterer Pollenschläuche führt“, erläutert Dr. Andrea Bleckmann, „Indirekt wird durch diese kortikalähnliche Reaktion Polyspermie bei Pflanzen verhindert.“

Quelle: Uni Regensburg

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08. Apr 2021 · News · Veranstaltung

17th Symposium on Insect Plant relationships (SIP2021)

The conference will take place online from Sunday 25 July 2021 till Friday 30 July 2021. The organizers, Prof. Dr. Koos Biesmeijer, Dr. Peter Klinkhamer and Prof. Dr. Klaas Vrieling from Leiden University, The Netherlands, invite submissions for oral presentations and posters until 31 May 2021. Registrations are accepted till 20 June 2021.

Programme:

  1. Plenary lecture
    André Kessler (Cornell University, USA)
  2. The ecology of plant-insect interactions
    Nicole van Dam (iDiv Halle-Jena-Leipzig, Germany)
  3. Genomics of plant-insect interactions
    Heiko Vogel (Max Planck Institute for Chemical Ecology Germany)
  4. Metabolomics of Plant-Insect interactions
    Caroline Müller (University of Bielefeld, Germany)
  5. Multitrophic Interactions
    Consuelo De Moraes (Swiss Federal Institute of Technology (ETH), Switzerland
  6. Insect and weed
    Ruth Hufbauer (Colorado State University, United States)
  7. Phylogenetic, evolution and novel interactions
    Niklasz Jans (Stockholm University, Sweden)
  8. Plant-insect pollinator interactions
    Geraldine Wright (University of Oxford, UK)
  9. Community ecology and plant insect interactions  
    John Vandermeer (University of Michigan, United States)
  10. Innovations and new topics in insect plant interactions
    Matthias Erb ( University of Bern, Switserland)
  11. Closing lecture
    Marcel Dicke (Wageningen University, The Netherlands)

Details at conference website

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07. Apr 2021 · News · Anwendung · Forschungsergebnis

Biosensor macht Auxin-Homon in Zelle sichtbar

Die Lupe vergrößert die Wurzelspitze des Arabidopsis thaliana-Keimlings: Zellkerne sind mit zunehmender Auxin-Menge von blau über grün und gelb bis rot gefärbt. Das meiste Auxin befindet sich dort, wo die Neigung (Gravitationsvektor) am größten ist. Unten: die chemische Struktur von Auxin. Grafik und (C): S. Shanmugaratnam, A.C. Stiel, M. Kolb

Die Verteilung des wachstumsregulierenden Hormons Auxin zeigt ein neuer Biosensor nun in Echtzeit an. Im Fachjournal Nature zeigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Visualisierungsinstrument in lebenden Pflanzen, das sie am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen und an der Universität Bayreuth entwickelt haben. Mit dem neuen Werkzeug lässt sich die räumliche und zeitliche Dynamik des Pflanzenhormons darstellen, etwa bei sich verändernden Umwelteinflüssen.

Quellen: Universität Bayreuth  und MPI für Entwicklungsbiologie in Tübingen

07. Apr 2021 · News · Anwendung · Forschungsergebnis

Schnellerer Sequenzabgleich für den gesamten Baum des Lebens

Ein Forschungsteam hat neue Suchmöglichkeiten entwickelt, die Vergleiche des biochemischen Aufbaus verschiedener Arten in unterschiedlichen Zweigen des Baums des Lebens ermöglichen werden. Die Kombination von Präzision und Geschwindigkeit dieser Techniken war bislang unerreicht. Die Ergebnisse der Forschenden vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen und der Max Planck Computing and Data Facility in Garching erscheinen am 7. April in Nature Methods.

Quelle: MPI für Entwicklungsbiologie

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06. Apr 2021 · News · Forschungsergebnis

USA: Höhere ausgebrachte Toxizität gefährdet Pflanzen und Insekten

Der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft belastet zunehmend Krebstiere und Insekten in Gewässern. Foto: Renja Bereswill, Universität Koblenz-Landau

Die Giftigkeit der in der US-Landwirtschaft ausgebrachten Pflanzenschutzmittel hat für Pflanzen und Insekten zugenommen. Das zeigen Forschende der Universität Koblenz-Landau am 2. April in der Fachzeitschrift Science. Diesen Anstieg belegen sie außerdem bei genetisch veränderten Nutzpflanzen, die eigentlich die Pestizidbelastung für die Umwelt reduzieren sollten. „Wir haben umfangreiche Daten über die Anwendung von Pestiziden in den USA ausgewertet, die eingesetzten Pestizidmengen in Bezug zu ihrer Giftigkeit gesetzt und somit eine ‚ausgebrachte Toxizität‘ berechnet“, sagt Umweltwissenschaftler Prof. Dr. Ralf Schulz, Hauptautor der Studie aus Landau. „Dadurch erhalten wir einen ganz neuen Blick auf die möglichen Risiken für Umwelt und Biodiversität, die von der Ausbringung von Pestiziden ausgehen.“

Quelle: Universität Koblenz-Landau

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Stellenangebote
06. Mai 2021 · Offene Stellen

Wissenschaftliche Mitarbeit (m/w/d)

Entwicklung einer automatisierten Registrierung der Artenvielfalt mittels Metabarcoding

Universität Kassel, Institut für Biologie – Fachgebiet Botanik, Kassel, Deutschland

Start: baldmöglichst

Details: Uni Kassel

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04. Mai 2021 · Offene Stellen

6 PhD positions (m/f/d)

Graduate program: Quantitative Plant Sciences

Forschungszentrum Jülich GmbH, Institute: IBG-2: Plant Sciences, Jülich, Germany

Start: as soon as possible

Deadline: 13 Juni 2021

Details (pdf)

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30. Apr 2021 · Offene Stellen

Professur (W3) für Biologische Systematik

und Wissenschaftliche Direktion (m/w/d)

Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart gemeinsam mit der Universität Hohenheim, Stuttgart, Deutschland

Start: zum nächstmöglichen Zeitpunkt

Deadline: 6 Juni 2021

Details (pdf)

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23. Apr 2021 · Offene Stellen

Wissenschaftliche Mitarbeit (m/w/d, E13 Dauerstelle)

Management Pflanzenanzuchtanlage

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Department Biologie, Zentrum für Synthetische Lebenswissenschaften, Düsseldorf, Deutschland
Start: zum nächstmöglichen Zeitpunkt

Deadline: 25 Mai 2021

Details (pdf)

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23. Apr 2021 · Offene Stellen

Wissenschaftliche Mitarbeit / PostDoc (m/w/d)

Molekulare Pflanzenphysiologie

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Abteilung Molekulare Pflanzenphysiologie, IMBIO, Bonn, Deutschland

Start: zum nächstmöglichen Zeitpunkt

Deadline: Durchsicht der Bewerbungen startet am 1. Juni 2021

Details (pdf)

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19. Apr 2021 · Offene Stellen

Biologe / Biologin (m/w/d)

Artenschutz: Pilze und Pflanzen

Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Geschäftsbereich "Landesweiter Naturschutz", Aufgabenbereich "Artenschutz", Standort: Hannover, Deutschland

Deadline: 14 Mai 2021

Details (pdf)

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14. Apr 2021 · Offene Stellen

Professur (W3)

Evolution der Pflanzen und Leitung des Botanischen Gartens

Universität Hamburg, Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften, Hamburg, Detuschland

Start: schnellstmöglich

Deadline: 12 Mai 2021

Details: Uni Hamburg

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09. Apr 2021 · Offene Stellen

Wissenschaftliche Mitarbeit / PostDoc (m/w/d)

Funktion eines Clusters von Cytochrom P450-Genen in Arabidopsis thaliana

Technische Universität München, Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit, Professur für Mikrobielle Biotechnologie, Straubing, Deutschland

Start: September 2021

Deadline: 10 Mai 2021

Details (pdf)

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Offene Stellen

In Forschung, Lehre und Wissenschaft ausgeschriebene Stellen

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Newsroom
21. Dez 2020 · Pressemitteilung

Alge des Jahres 2021: Schlauchalge Vaucheria velutina verändert das Wattenmeer

Die sich rasch ausbreitende Alge Vaucheria velutina häuft über sandigem Wattboden große Mengen Schlick an (linke Seite). Am Horizont liegt die Insel Sylt. Foto: Karsten Reise

Weit draußen im Sylter Watt, wo sonst Seehunde auf Sandbänken dösen, steckte der Wattforscher Karsten Reise vom Alfred-Wegener-Institut dieses Jahr unverhofft in weichem Schlick fest. Hier entdeckte er im Sommer erstmals Schlauchalgen, die über weite Flächen verbreitet waren und sonst nur am Ufer wachsen. In den Vaucheria-Algen verfängt sich der Schlick, wodurch die Gänge der Wattwürmer verstopft werden. Somit verändert sich das Weltnaturerbe Wattenmeer. Wie Nataliya Rybalka von der Universität Göttingen durch molekulargenetische Analysen herausfand, stammen die gelbgrünen Vaucheria velutina Algen von nur einem Mutter-Organismus ab. Die von diesem Klon besiedelten Areale dehnten sich schnell auf einer Fläche von mehr als 280 Fußballfeldern aus. Aufgrund ihrer plötzlichen Dominanz und den absehbaren ökologischen Folgen haben Algenforscher in der Sektion Phykologie in der Deutschen Botanischen Gesellschaft Vaucheria velutina zur Alge des Jahres 2021 gewählt.

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16. Sep 2019 · DBG · Pressemitteilung

Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) fordert eine nachhaltige Ressourcen- und Klimapolitik

Entscheidungen über die Ressourcen unserer Erde müssen nachhaltig und wissenschaftsbasiert sein. Zur Eröffnung der Botanikertagung an der Universität Rostock, zu der sich mehr als 420 Pflanzenforschende angemeldet haben, fordert das Präsidium der Deutschen Botanischen Gesellschaft die Beteiligten am Klimakabinett und alle Parteien auf, nachhaltige und mutige Entscheidungen zu treffen, um die Ressourcen unseres Planeten und das Klima nachhaltig zu schützen.

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09. Sep 2019 · DBG · Nachwuchsförderung · Presse · Pressemitteilung

Auszeichnungen für vier Pflanzenforscherinnen und -forscher

Die vier Preistragenden (von oben links im Uhrzeigersinn): Dr. Constantin Mario Zohner, Dr. Eva-Sophie Wallner, Dr. Moisés Expósito Alonso und Dr. Jessica Lee Erickson. Fotos: Jaimie Crowther, Jörg Abendroth, Tobias Jung und Carolin Alfs

Wie sich der Klimawandel auf den Blattaustrieb von Gehölzen und das Überleben von Blumen auswirkt, welche Substanzen die Form von Plastiden beeinflussen und welche Eiweiße den Startschuss für die Phloem-Entwicklung geben, sind die Themen der vier Forschenden, die mit den diesjährigen Wissenschaftspreisen der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) ausgezeichnet werden. Dr. Constantin Mario Zohner, Dr. Jessica Lee Erickson, Dr. Moisés Expósito Alonso und Dr. Eva-Sophie Wallner erhalten ihre Auszeichnungen während der Botanikertagung vom 16. bis 19. September in Rostock, wo sie den mehr als 420 angemeldeten Pflanzenforscherinnen und –forschern ihre Ergebnisse vorstellen werden.

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09. Jan 2020 · Pressemitteilung

Chromera velia, autonomer Verwandter prominenter Parasiten ist Alge des Jahres 2020

Die Alge Chromera velia im Lichtmikroskop. Die Chloroplasten mit dem einzigartigen genetischen Code erscheinen im Lichtmikroskop goldbraun. Aufnahme: Miroslav Oborník

Die Alge Chromera velia lebt im australischen Great Barrier Reef in Gesellschaft von Korallen. Sie ist verwandt mit Parasiten wie den Malaria-Erregern. Die Alge kann jedoch ohne Wirt leben, wohingegen Parasiten von ihren Wirten abhängig sind. Chromera velia verbindet die Lebensweise freilebender Algen mit der von Parasiten. Sie hilft so die Evolution der Krankheitserreger zu verstehen. Algenforscherinnen und Algenforscher der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) haben Chromera velia nun zur Alge des Jahres 2020 gewählt.

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07. Jan 2019 · Pressemitteilung · Sektionen

Seit 200 Jahren bekannt und noch voller Rätsel: Die blutrote Schneealge ist Alge des Jahres 2019

Die leuchtend roten Schneefelder, die die Blutschneealgen enthalten, erstrecken sich über weite Flächen, wie hier auf dem Doktorbreen-Gletscher in Spitzbergen im August 2004. Foto: Thomas Leya

Die Alge Chlamydomonas nivalis, die auf der ganzen Welt Schnee blutrot zu färben vermag, haben Forschende zur Alge des Jahres gewählt. Auch 200 Jahre nach einer Expedition, bei der Kapitän John Ross auf einer Polarfahrt den Roten Schnee zeichnete und den Verursacher im Mikroskop zu erkennen suchte, gibt die Alge weiterhin Rätsel auf. Schneealgenexperte Dr. Thomas Leya vom Potsdamer Fraunhofer IZI-BB erklärt, warum das so ist und wo der winzige Einzeller zu entdecken ist. Leya ist Mitglied der Sektion Phykologie, in der die Algenforscher der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) organisiert sind, die Chlamydomonas nivalis zur Alge des Jahres 2019 gewählt haben.

Wie sich die Schneealge Chlamydomonas nivalis trotz ihrer Auffälligkeit immer wieder zu verbergen versteht stellt die Sektion Phykologie in Text und Bild (auch zum Download) auf ihrer Website vor.

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08. Jan 2018 · News · Pressemitteilung · Sektionen

Klebsormidium: Pendler zwischen scheintot und Wiedererwachen ist Alge des Jahres 2018

In der lichtmikroskopischen Aufnahme der Alge Klebsormidium dissectum wird deren Kallose-haltige Zellwand sichtbar, die es ihr erlaubt, sich bei Austrocknung wie eine Ziehharmonika zusammen zu ziehen. Foto und ©: Andreas Holzinger, Universität Innsbruck

Die mehrzellige Grünalge Klebsormidium lebt an Land an solchen Orten, wo keine andere Pflanze mehr wachsen kann. Als weltweit verbreiteter Pionier schafft sie neue Lebensräume, was Farmer und Wüstenanrainer nutzen. Forscher interessieren sich für ihre biologischen Tricks, wie sie zwischen leblos und Wiedererwachen hin und her wechselt. Die Professoren Andreas Holzinger (Universität Innsbruck) und Ulf Karsten (Universität Rostock) erforschen in enger Kooperation die Fähigkeiten, die die Alge vor Austrocknung und gefährlichen UV-Strahlen schützt. Beide sind Mitglieder der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG), die Klebsormidium zur Alge des Jahres 2018 kürte.

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12. Sep 2017 · Pressemitteilung

Drei ausgezeichnete Pflanzenwissenschaftler

Die Preisträger während der Arbeit (v. links im Kreis): Inês Barbosa, Birgit Oelschlägel und Severin Irl. Fotos: Schwechheimer Lab, Birgit Oelschlägel und Angel Rebolé.

Wo neue Pflanzenarten entstehen, eine Pfeilwinde, die Räuber reinlegt, und wie ein Enzym das Pflanzenhormon Auxin reguliert, sind im Forschungsfokus von Dr. Severin Irl, Dr. Birgit Oelschlägel und Dr. Inês Barbosa. Die drei erhalten die diesjährigen Wissenschaftspreise der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) für herausragende Nachwuchskräfte. Sie nehmen ihre Auszeichnungen am Dienstag, 19. September, während der Botanikertagung in Kiel entgegen und stellen den mehr als 450 angemeldeten Pflanzenwissenschaftlern ihre jüngsten Forschungsergebnisse vor.

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12. Sep 2017 · Pressemitteilung

Fotos zur Pressemitteilung: Drei ausgezeichnete Pflanzenwissenschaftler

Aristolochia rotunda-Blüte mit einer von ihr angelockten Halmfliege, die am Rand der Kesselfalle sitzt. Foto und Copyright: Birgit Oelschlägel

Nutzungsrechte: Die Bilder sind freigegeben für die redaktionelle Berichterstattung über die diesjährigen Preisverleihungen und die hier erwähnten wissenschaftlichen Ergebnisse der drei Preisträger/-innen. Bitte nennen Sie jeweils die angegebenen Urheber. Für andere Nutzungsformen kontaktieren Sie bitte die Urheber.

weitere Fotos zum Download in Druckqualität

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12. Sep 2017

Kontakte

Eduard Strasburger-Preisträger: Dr. Severin D. H. Irl

Lehrstuhl für Biogeografie, Universität Bayreuth
Telefon: +49 (0)921-552299
E-Mail: Severin.Irl[at]uni-bayreuth.de
Website:  http://www.biogeo.uni-bayreuth.de/biogeo/de/mitarbeiter/mit/mitarbeiter_detail.php?id_obj=85540

Horst Wiehe-Förderpreisträgerin: Dr. Birgit Oelschlägel

Lehrstuhl für Botanik, Arbeitsgruppe Prof. Christoph Neinhuis, TU Dresden
Tel.: +49 (0)351-463 34070
E-Mail: birgit.oelschlaegel[at]tu-dresden.de 
Website: https://tu-dresden.de/mn/biologie/botanik/botanik

Wilhelm Pfeffer-Preisträgerin: Dr. Inês C Ramos Barbosa

Laboratoire de Biologie Cellulaire Végétale, Département de Biologie, Moléculaire Végétale (DBMV), Biophore, UNIL-Sorge, University of Lausanne, 1015 Lausanne, Suisse
E-Mail: ines.barbosa[at]unil.ch  
Website: http://wp.unil.ch/geldnerlab/lab-members/current/

Laudator: Prof. Dr. Karl-Josef Dietz, Präsident der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG)

Lehrstuhl Biochemie und Physiologie der Pflanzen, Fakultät für Biologie, Universität Bielefeld, Postfach 100131, 33501 Bielefeld
Tel.: +49-(0)521-106 5589
E-Mail: karl-josef.dietz[at]uni-bielefeld.de
Website: http://web.biologie.uni-bielefeld.de/pflanzenbiochemie/

Laudator: Prof. Dr. Christian Wilhelm, Präsident der Wilhelm Pfeffer-Stiftung der DBG

Institut für Biologie, Abteilung Pflanzenphysiologie, Johannisallee 21-23, 04103 Leipzig
Telefon: +49-(0)341-9736870
E-Mail: cwilhelm[at]rz.uni-leipzig.de
Web: https://biologie.biphaps.uni-leipzig.de/ag/pflaphys/ 

Titel der ausgezeichneten Arbeiten

Irl SDH, Harter DEV, Steinbauer MJ, Puyol Gallego D, Fernández-Palacios JM, Jentsch A, Beierkuhnlein C (2015): Climate vs. topography – spatial patterns of plant species diversity and endemism on a high-elevation island. Journal of Ecology, 103, 1621–1633. DOI: 10.1111/1365-2745.12463

Oelschlägel B, v. Tschirnhaus M, Nuss M, Nikolić T, Wanke S, Dötterl S, Neinhuis C (2016): Spatio-temporal patterns in pollination of deceptive Aristolochia rotunda L. (Aristolochiaceae). Plant Biology 18: 928-937. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/plb.12503/full

Oelschlägel B, Nuss M, von Tschirnhaus M, Pätzold C, Neinhuis C, Dötterl S, Wanke S (2015): The betrayed thief - the extraordinary strategy of Aristolochia rotunda to deceive its pollinators. New Phytol 206, 342-351. DOI: 10.1111/nph.13210

Barbosa IC (2015): Trafficking and polarity control of the D6 PROTEIN KINASE from Arabidopsis thaliana. Doktorarbeit an der Technischen Universität München (TUM). Wesentliche Teile sind publiziert in:
Barbosa IC, Shikata H, Zourelidou M, Heilmann M, Heilmann I, Schwechheimer ( (2016): Phospholipid composition and a polybasic motif determine D6 PROTEIN KINASE polar association with the plasma membrane and tropic responses. Development 143(24):4687-4700. DOI: 10.1242/dev.137117
Barbosa IC, Zourelidou M, Willige BC, Weller B, Schwechheimer C (2014): "D6 PROTEIN KINASE activates auxin transport-dependent growth and PIN-FORMED phosphorylation at the plasma membrane. Developmental Cell 29(6):674-685. DOI: 10.1016/j.devcel.2014.05.006

Hintergrund

Seit 1994 verleiht die Deutsche Botanische Gesellschaft e.V. (DBG) den Eduard Strasburger-Preis für hervorragende und originelle Leistungen. Das Preisgeld wird alle zwei Jahre von Springer Spektrum (www.springer-spektrum.de) bereitgestellt. Die Stiftung wurde aus Anlass der 100jährigen Wiederkehr des Erscheinens der ersten Auflage des "Lehrbuchs der Botanik für Hochschulen" von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck und A. F. Wilhelm Schimper aus dem Jahr 1894 eingerichtet. Die Wahl des Preisträgers erfolgt durch eine Jury, die aus den Autoren der nächsten Auflage des „Strasburger Lehrbuch der Botanik", dem Präsidenten der DBG und dem Biologieplaner von Springer Spektrum besteht. Details:
https://www.deutsche-botanische-gesellschaft.de/ueber-die-dbg/nachwuchsfoerderung/eduard-strasburger-preis.html

Die Deutsche Botanische Gesellschaft e.V. (DBG) verleiht den Horst Wiehe-Förderpreis alle zwei Jahre für eine herausragende wissenschaftliche Arbeit über ein ausschließlich botanisches Thema. Berücksichtigt werden nur Arbeiten junger Wissenschaftler/innen bis zur erfolgten Habilitation oder hervorragende Dissertationen. Der mit 1.500 Euro dotierte Preis stammt aus der Stiftung von Horst Wiehe, der der DBG einen Betrag zur Auszeichnung von Nachwuchswissenschaftlern bereitstellte. Details: https://www.deutsche-botanische-gesellschaft.de/ueber-die-dbg/nachwuchsfoerderung/horst-wiehe-preis.html

Die Deutsche Botanische Gesellschaft e.V. (DBG) verleiht seit 1990 den Wilhelm-Pfeffer-Preis für eine herausragende Dissertation aus der Botanik. Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro und die Auszeichnung durch die Wilhelm-Pfeffer-Stiftung soll die Karriere junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fördern. Sie wird von einer Jury aus Mitgliedern des Vorstands der Wilhelm Pfeffer-Stiftung gewählt. Details: https://www.deutsche-botanische-gesellschaft.de/ueber-die-dbg/nachwuchsfoerderung/wilhelm-pfeffer-preis.html

Die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) ist das größte Netzwerk für Pflanzenwissenschaften und Botanik im deutschsprachigen Raum. Als gemeinnützige Gesellschaft vertritt sie alle Fachdisziplinen und fördert die Wissenschaft. Sie ist eine der ältesten, aktiven Botanischen Gesellschaften der Welt, bringt Nachwuchskräfte voran, vereint alle Forschergenerationen und unterstützt den wissenschaftlichen Austausch ihrer rund 850 Mitglieder. Mehr: www.deutsche-botanische-gesellschaft.de

04. Jan 2017 · News · Pressemitteilung · Sektionen

Uralt und immer wieder Pionier: Blaugrüne Felskugel ist Alge des Jahres 2017

Nach dem Aufbrechen der Beacon-Sandstein genannten Felsformation der Antarktis wird die in den obersten Millimetern lebende Blaugrüne Felskugel (Chroococcidiopsis) sichtbar (siehe Pfeile). Sie kommt auch auf anderen Kontinenten vor. Foto: Burkhard Büdel, TU Kaiserslautern

Die Algenforscher der DBG haben die Blaugrüne Felskugel Chroococcidiopsis zur Alge des Jahres 2017 gekürt. Der Einzeller lebt in Steinen und Flechten, trotzt Extrembedingungen und erschließt lebensfeindliche Orte − heute wie wahrscheinlich schon vor Milliarden Jahren, als er den Weg für das Leben der Pflanzen und Tiere ebnete. Für die Blaugrüne Felskugel, die zu den Cyanobakterien zählt und wie alle Algen von Sonnenlicht lebt, interessieren sich Ökologen, Biotechnologen, Wüsten- und Weltraumforscher. Prof. Dr. Burkhard Büdel von der TU Kaiserslautern erforscht sie seit mehr als 30 Jahren. Er ist Mitglied der Sektion Phykologie der DBG, in der die Algenforscher organisiert sind, die dieses Jahr zum zehnten Mal eine Alge des Jahres vorstellen.

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06. Jan 2016 · News · Pressemitteilung · Sektionen

Alge des Jahres 2016: Eisalge Melosira arctica – Gewinnerin oder Verliererin des Klimawandels?

Viele einzellige Melosira arctica hängen in Gallerte verpackt von den sie tragenden Eisschollen in das Meerwasser hinab, manche mehrere Meter weit. Foto und ©: Julian Gutt, AWI

Forschende haben eine der wichtigsten Algen des Arktischen Ozeans, Melosira arctica, zur Alge des Jahres 2016 gekürt. An ihr wollen Wissenschaftler die Auswirkungen des Klimawandels studieren, weil derzeit völlig offen ist, ob Melosira Opfer oder Profiteur des schmelzenden Meereises werden wird. Obwohl sie die produktivsten Algen im Arktischen Ozean sind, ist nur wenig über ihre Lebensweise bekannt. Das soll ein neues Forschungsprojekt nun ändern. Die Sektion Phykologie in der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG), in der all jene Algenforscher organisiert sind, die Melosira zur Alge des Jahres 2016 gewählt haben, stellt die Alge und das Forschungsprojekt auf ihrer Website in Bild und Text vor.

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26. Aug 2015 · DBG · Pressemitteilung

Ausgezeichnet: Fleischfressende Modellpflanze für Evolutionsstudien zur Genomgröße

Andreas Fleischmann fotografiert einen fleischfressenden Sonnentau in einem Sumpfgebiet Westaustraliens. Foto: Thomas Carow

Weil er Pflanzen der Gattung Genlisea (Reusenfallen) so gründlich untersuchte, dass diese sich zu neuen Modellorganismen für Genomstudien mausern können, erhält Dr. Andreas Fleischmann den diesjährigen Strasburger-Preis der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG). Diese fleischfressenden Pflanzen eignen sich besonders dafür zu erforschen, wie und warum es einige Organismen schaffen, ihren gesamten Bauplan und ihre gesamte Erbinformation auf sehr wenig „Speicherplatz“ unterzubringen, während andere − oft sogar nahe verwandte Arten − dafür ein Vielfaches mehr benötigen. Diese Frage beschäftigt Evolutionsbiologen schon lange. Fleischmann erhält den mit 2.500 Euro dotierten, von Springer Spektrum gestifteten Strasburger-Preis, am Montag, den 31. August 2015 während der diesjährigen Botanikertagung in Freising aus den Händen des Präsidenten der DBG, Prof. Dr. Karl-Josef Dietz.

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26. Aug 2015 · DBG · Pressemitteilung

Ausgezeichnet: DNA-Barcoding zur Gewässergüteanalyse mit Kieselalgen

Jonas Zimmernann erhält den Horst Wiehe-Preis der Deutschen Botanischen Gesellschaft. Foto: privat

Jonas Zimmermann erhält Horst Wiehe-Preis der Deutschen Botanischen Gesellschaft

Weil er das DNA-Barcoding als neue Methode für Gewässergüteanalysen mit Kieselalgen etablierte, erhält Dr. Jonas Zimmermann den diesjährigen Horst Wiehe-Förderpreis der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG). In seiner Dissertation identifizierte Zimmermann diejenigen Abschnitte auf der Erbsubstanz, die sich als zuverlässige Marker für das DNA-Barcoding eignen, einer mit den Strichcodes auf Waren im Supermarkt vergleichbaren Erkennungsmethode. Dabei entdeckte er auch vier neue Arten von Kieselalgen in Berliner Gewässern, die der Wissenschaft bis dato völlig unbekannt waren. Die neue Methode wird in Zukunft Umweltanalysen erleichtern, die zur Überwachung von Gewässern in der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) vorgeschrieben sind. Da er gleichzeitig bestehende Referenz-Datenbanken verbesserte, profitieren nicht nur Umweltbiologen sondern auch alle Kieselalgenforscher von seiner Arbeit. Zimmermann, der inzwischen am Botanischen Garten und Botanischen Museum in Berlin (BGBM) arbeitet, erhält den mit 2.000 Euro dotierten Nachwuchspreis während der Botanikertagung am Montag, den 31. August 2015, in München aus den Händen von Prof. Dr. Karl-Josef Dietz, dem Präsidenten der DBG.

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26. Aug 2015 · DBG · Pressemitteilung

Ausgezeichnet: Endemische Pflanzen in Inseln auf Inseln

Manuel Steinbauer erhält den Wilhelm Pfeffer-Preis 2015 für seine herausragende, theoretische Arbeit zu den Verbreitungsmustern von Pflanzen am 31. August während der Botanikertagung in Freising.

Wilhelm Pfeffer-Preis der DBG geht an Dr. Manuel Steinbauer

Weil er herausfand, wo auf Inseln besonders viele, nur dort lebende, endemische Pflanzen vorkommen und ökologische Theorien weiterentwickelte, erhält der Biogeograph Dr. Manuel Steinbauer von der Universität Bayreuth den diesjährigen, mit 2.500 Euro dotierten Wilhelm Pfeffer-Preis der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG).

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05. Jan 2015 · Pressemitteilung · Sektionen

Meersalat Ulva kommt nur mit den richtigen Bakterien in Form

Ulva wächst bandförmig oder wie ein Salatblatt. Fotos und © Thomas Wichard, Universität Jena

Er wächst bandförmig oder wie ein Salatblatt, aber nur wenn Bakterien die Differenzierungs- und Entwicklungsprogramme der Grünalge anwerfen. Wie die Alge dies sicherstellt, schildert die Sektion Phykologie in Text und Bild auf ihrer Website.

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06. Jan 2014 · Pressemitteilung · Sektionen

Chlamydomonas reinhardtii - schneller Schwimmer steht Modell

Das Video zeigt die schraubenförmigen Schwimmbewegungen von Chlamydomonas reinhardtii im Lichtmikroskop.

Der auf der ganzen Welt verbreitete Einzeller misst Licht, schwimmt schneller als der Weltrekordhalter im Brustschwimmen. Die winzige Alge mauserte sich zum Modell-Organismus, an dem die Forschergemeinde ganz verschiedene Dinge untersucht. Sogar neue Forschungszweige in der Neurobiologie und Medizin etablierten sich ausgehend von der Alge: etwa die Optogenetik, die genetisch modifizierte Zellen als Lichtschalter einsetzt. Die Sektion Phykologie stellt das Modell in Text, Bild und Video auf ihrer Website vor.

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Über die DBG

Portrait

Die DBG ist das größte Netzwerk für Pflanzenwissenschaften und Botanik im deutschsprachigen Raum. Als gemeinnützige Gesellschaft vertritt sie alle Fachdisziplinen und fördert die Wissenschaft. Sie ist eine der ältesten, aktiven Botanischen Gesellschaften der Welt, bringt Nachwuchskräfte voran, vereint alle Forschergenerationen und unterstützt den Austausch ihrer rund 950 Mitglieder.

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