Wie der Erreger der Kohlhernie ein erst kürzlich bekannt gewordenes Abwehrmolekül der Pflanze ausschaltet, hat nun ein Forschungsteam auf molekularer Ebene entschlüsselt. Die Pflanzenkrankheit Kohlhernie verursacht massive Ernteausfälle beispielsweise bei Raps, Kohlrabi, Broccoli und Blumenkohl. Zudem kann der Erreger über Jahre infektiös im Boden verweilen. Pflanzenforscherinnen der TU Dresden um Prof. Dr. Jutta Ludwig-Müller ist nun gemeinsam mit Forschern der Universitäten Göttingen und Duisburg-Essen gelungen, den molekularen Mechanismus eines weiteren Angriffspunktes des Erregers Plasmodiophora brassicae zu entschlüsseln. Um die Pflanzen zu besiedeln, modifiziert ein Enzym des einzelligen Protisten die Abwehrmoleküle seiner Wirtspflanzen. Dabei schaltet eine Methyltransferase des Erregers nicht nur den pflanzlichen Abwehrstoff Salizylsäure aus, sondern – wie in dieser Studie erstmals gezeigt – methyliert sie auch einen zweiten Abwehrstoff, nämlich das erst seit kurzem als Teil des pflanzlichen Immunsystems bekannte Molekül N-Hydroxypipecolinsäure. Die Studie wurde im Labor mit der nahe verwandten Modellpflanze Arabidopsis thaliana durchgeführt, die ebenfalls vom Erreger der Kohlhernie massiv befallen wird. Die aktuelle Aufdeckung des molekularen Biosyntheseweges der Methyltransferase, eröffnet der Forschung und der Pflanzenzucht nun neue Ansatzpunkte, wie die pflanzliche Abwehr in Zukunft vielleicht ertüchtigt werden kann. Die Ergebnisse veröffentlichte das Forschungsteam im Fachmagazin Journal of Experimental Botany.