Vielfalt im Dorf, Ödnis auf der Wiese
Bayerische Wiesen sind laut einer neuen Studie der Universität Würzburg die eintönigsten Insekten-Habitate. Überraschenderweise bieten Äcker und Siedlungen oft mehr Vielfalt als das Grünland. Dazu hatte ein Forschungsteam unter Federführung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) in einer umfassenden Analyse die bayerische Insektenwelt untersucht. Auf 179 über den Freistaat verteilten Flächen haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mittels modernster DNA-Bestimmungsmethoden rund 12.000 genetische Einheiten aus 450 Familien identifiziert. Das überraschende Ergebnis: „Entgegen unserer Erwartung, dass Siedlungen oder Äcker die geringste Vielfalt zwischen zwei geographischen Standorten aufweisen, belegt unsere Studie, dass ausgerechnet Wiesen den höchsten Grad an Homogenisierung zeigen“, erklärt Jörg Müller. Sein Team hat die Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.