News · Forschungsergebnis

Vielfalt im Dorf, Ödnis auf der Wiese

Wenn intensiv genutzte Flächen von naturnahen Strukturen umgeben sind, dienen diese Insekten als Rückzugsräume und tragen so dazu bei, die Artenvielfalt zu erhöhen. Foto und (c): Johannes Uhler, Uni Würzburg

Bayerische Wiesen sind laut einer neuen Studie der Universität Würzburg die eintönigsten Insekten-Habitate. Überraschenderweise bieten Äcker und Siedlungen oft mehr Vielfalt als das Grünland. Dazu hatte ein Forschungsteam unter Federführung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) in einer umfassenden Analyse die bayerische Insektenwelt untersucht. Auf 179 über den Freistaat verteilten Flächen haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mittels modernster DNA-Bestimmungsmethoden rund 12.000 genetische Einheiten aus 450 Familien identifiziert. Das überraschende Ergebnis: „Entgegen unserer Erwartung, dass Siedlungen oder Äcker die geringste Vielfalt zwischen zwei geographischen Standorten aufweisen, belegt unsere Studie, dass ausgerechnet Wiesen den höchsten Grad an Homogenisierung zeigen“, erklärt Jörg Müller. Sein Team hat die Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

Quelle: Uni Würzburg
News · Forschungsergebnis

Pilze infizieren Stickstoff-fixierende Blaualgen

Den Einfluss parasitärer Pilze auf die Physiologie und das Überleben von Blaualgen (Cyanobakterien) in der Ostsee haben Forschende näher untersucht. Solche Infektionen sind bereits aus Seen bekannt. Wie das Team unter Federführung des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) Anfang des Jahres im Fachjournal Nature Communications zeigt, kommt es durch die hohe Nährstoffbelastung der Ostsee regelmäßig zu hohen Vorkommen teils giftiger Cyanobakterien (Algenblüten) deren Abbau zu Sauerstoffmangel führt. Cyanobakterien spielen eine wichtige Rolle für den Stickstoffkreislauf, da einige von ihnen Stickstoff fixieren und so Nährstoffkonzentrationen in der Ostsee zusätzlich erhöhen.

Quelle: IOW (pdf)
News · Politik

Novellierung des Wissenschaftsfreiheitsgesetzes im Kabinett beschlossen

Die Bundesregierung hat den von der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) vorgelegten Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Wissenschaftsfreiheitsgesetzes im Kabinett beschlossen. Das deutsche Wissenschaftssystem steht in einem fortgesetzten internationalen Wettbewerb. Die außeruniversitäre Forschung in Deutschland ist daher auch weiterhin auf forschungsfreundliche Bedingungen angewiesen. Denn gemeinnützige, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sollen im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen können. Das Bundeskabinett hat deshalb eine Änderung des Wissenschaftsfreiheitsgesetzes beschlossen. Es soll insbesondere auch industrienahe, gemeinnützige Forschungseinrichtungen ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler künftig durch die Zahlung von Gehältern besserstellen dürfen als vergleichbare Bundesbeschäftigte. Das gilt für Einrichtungen, die Projektförderungen aus öffentlichen Mitteln erhalten, jedoch für die Gehaltszahlungen keine öffentlichen Mittel einsetzen. Die nun beschlossene Regelung sorgt auch dafür, dass künftig weniger Einzelanträge auf Ausnahmen von diesem sogenannten Besserstellungsverbot gestellt und geprüft werden müssen. Sie leistet also zugleich einen Beitrag zur Entbürokratisierung.

Quelle: BMFTR
News · Förderung · Politik

30 Millionen Euro für Forschungsdaten-Sicherung

Die Bundesregierung stellt rund 30 Millionen Euro für die Sicherung wichtiger Forschungsdatenbestände zur Verfügung. Die Fördermittel sollen über die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bereitgestellt werden und sind für „kurzfristige Maßnahmen zur Unterstützung bereits bestehender und aufgrund des Gefährdungspotentials unmittelbar zu veranlassender Datenrettungsmaßnahmen" gedacht. Dies antwortet die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Die ersten Anträge würden sich aktuell in der Begutachtungsphase befinden. Dies meldet der Kurznachrichtendienst Heute im Bundestag (hib).

Quelle: hib
News · Forschungsergebnis

Trockenstress von Bäumen aus der Luft erkennen

Mit Drohnen untersuchten die Forschenden die Stressreaktionen verschiedener Baumarten. Foto und (c): Petra D’Odorico, WSL

Zunehmende Hitze und Trockenheit setzen unsere Wälder unter Stress. Ein Forschungsteam um Ansgar Kahmen von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) hat mit Drohnenaufnahmen untersucht, wie einheimische Baumarten auf den Klimawandel reagieren. Die Messmethode öffnet neue Möglichkeiten, Wälder großflächig zu überwachen und artspezifische Strategien im Umgang mit Dürren zu dokumentieren. Darüber berichten die Forschenden im Fachjournal Agricultural and Forest Meteorology.

Quelle: WSL beim idw
News · Förderung · Politik

DFG-Senatskommission fordert stärkere Unterstützung für vielfältige Anbausysteme von Nutzpflanzen sowie mehr Forschungsförderung

Wie kann die deutsche Landwirtschaft nachhaltiger und widerstandsfähiger gegenüber externen Faktoren werden? Die Ständige Senatskommission zur Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen (SKAE) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) fordert in einer Stellungnahme stärkere politische Bemühungen zur Förderung von sogenannten diversifizierten Anbausystemen für Nutzpflanzen. Zudem plädieren die Wissenschaftler*innen für eine deutliche Ausweitung der Forschungsförderung, um langfristig die Effekte solcher Anbausysteme untersuchen und dadurch wissensbasierte Entscheidungen treffen zu können. Es ist die erste Stellungnahme der 2024 gegründeten und damit jüngsten Ständigen Senatskommission der DFG. Konkret benennt die Kommission sechs Themenfelder, die für eine erfolgreiche Transformation hin zu widerstandsfähigen Anbausystemen von zentraler Bedeutung sind:

  • Züchtung
  • Integrierte Systeme
  • Umwelt-, Ressourcen- und Klimaschutz
  • Resilienz der Landwirtschaft
  • Technische Innovation und Digitalisierung
  • Kosten-Nutzen-Analyse

„Übergeordnetes Ziel ist ein anpassungsfähiges Anbausystem, das langfristig Krisensicherheit hinsichtlich der Versorgung mit Nahrungsmitteln und ökologische Nachhaltigkeit gewährleistet“, betont Professorin Dr. Doris Vetterlein vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Vorsitzende der Senatskommission. „Aus unserer Sicht sind jetzt Forschung, Politik und Marktakteure gefragt. Nur so kann der Wandel hin zu einer resilienteren, nachhaltigeren und zukunftsfähigeren Landwirtschaft gelingen.“

Quelle: DFG