Berliner Pflanzen-Forschungsinstitut nach mehr als 100 Jahren umgewidmet
Hauptgebäude der Angewandten Genetik des Dahlem Centre of Plant Sciences (DCPS). Foto und (c): Bernd Wannenmacher, FU Berlin
Die Pflanzenwissenschaften verlieren mit der Schließung der Angewandten Genetik des Instituts für Biologie der Freien Universität Berlin Ende vergangenen Jahres einen historischen Standort (siehe Bericht im Tagesspiegel). Zu Beginn der 1920er Jahre zog das wenige Jahre zuvor gegründete Institut für Vererbungslehre in das neu errichtete Gebäude der Königlich Preußischen Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin-Dahlem ein. Das Institut wurde damals als Erstes seiner Art in Deutschland gegründet, um die Anwendung der neu entdeckten Mendelschen Regeln in der Landwirtschaft zu untersuchen. Seitdem wurden mehr als ein Jahrhundert lang das Erbgut, der Zellaufbau, die Entwicklung und die Züchtung von Pflanzen erforscht. 1972 wechselte die Einrichtung unter dem Namen 'Angewandte Genetik' an das Institut für Biologie der FU Berlin. Seit 2009 war die Angewandte Genetik Teil des Dahlem Centre of Plant Sciences (DCPS) der FU Berlin. Zuletzt vertraten dort Prof. Dr. Thomas Schmülling die Molekulare Entwicklungsbiologie der Pflanzen und Prof. Dr. Reinhard Kunze die Molekulargenetik der Pflanzen. Nun werden, mehr als 100 Jahre nach dem Erstbezug, die Gebäude einer neuen Bestimmung zugeführt und sollen – so Schmülling – nach der Renovierung u.a. von der Professur für Angewandte Zoologie und Ökologie der Tiere genutzt werden.