News · Forschungsergebnis · Politik

Technologischer Fortschritt ermöglicht nachhaltigere landwirtschaftliche Systeme

Wie ein visionsgeleiteter Wandel von Agrartechnik, Politik und Praxis gelingen kann, diskutiert der Exzellenzcluster PhenoRob der Universität Bonn in einem neuen wissenschaftlichen Artikel. Foto und (c): Volker Lannert, Uni Bonn

Die Landwirtschaft produziert so viel Nahrung wie nie zuvor, belastet aber gleichzeitig Klima, Böden und Biodiversität. Ein Forschungsteam des Exzellenzclusters PhenoRob der Universität Bonn stellt in einem nun erschienenen Artikel im Journal Agricultural Systems dar, welche entscheidende Rolle technologische Innovationen für eine nachhaltige Landwirtschaft der Zukunft spielen, und warum diese durch kluge Politiken und neue Geschäftsmodelle begleitet werden müssen.

Quelle: Uni Bonn
News · Forschungsergebnis · Politik

Natur, Gesellschaft und Wirtschaft zusammendenken: Neues Konzept nachhaltiger Entwicklung gefordert

Das neue Modell nachhaltiger Entwicklung: Natur, Wirtschaft und Gesellschaft inkl. Rückkopplungsschleifen. Grafik und (c): CORDIO East Africa

Was bedeutet eigentlich der Begriff nachhaltige Entwicklung? Bislang basierte der Nachhaltigkeitsrahmen auf einem Drei-Säulen-Modell, das Natur, Gesellschaft und Wirtschaft voneinander trennt. Doch das scheint vor dem Hintergrund des beschleunigten Klimawandels, des Verlusts der biologischen Vielfalt und der Ungleichheiten zwischen den Menschen nicht mehr zweckmäßig. Eine Gruppe renommierter Forschender, die sich so wie Prof. Dr. Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) seit vielen Jahre im Weltbiodiversitätsrat (IPBES) engagieren, fordern in Nature Communications Sustainability eine grundlegende Neuausrichtung der Art und Weise, wie die Menschheit nachhaltige Entwicklung versteht und verfolgt. Um dies zu erreichen empfehlen die Autorinnen und Autoren vier wesentliche Veränderungen.

Quelle: UFZ
News

Neue Podcast Staffel: „Genome Editing – WieWasWozu? Perspektiven im Dialog"

In den neuen Folgen vom Podcast, der Wissen schafft, geben Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen Antworten auf häufig gestellte Fragen. Die Staffel  „Genome Editing – WieWasWozu? Perspektiven im Dialog" startet mit Episode 1: Vergessene Nutzpflanzen: Hirse und Kichererbse zwischen Ernährung, Politik und neuen Züchtungsmethoden. Darin kommen Prof. Dr. Matin Qaim und Prof. Dr. Holger Puchta zu Wort. 
Ein Special zur aktuellen Einigung im EU-Trilogverfahren ist bereits online. Weitere Folgen erscheinen in Kürze. Eine Episode zur Rolle von Sprache und Bildern beleuchtet zudem, wie Kommunikation Wahrnehmung und Akzeptanz prägt.

Quelle: VBIO.de
News · Forschungsergebnis

Wälder unter Klimastress: Warum Bäume trotz Frühstart weniger wachsen

Der Klimawandel lässt Bäume im Frühling früher austreiben als noch vor zehn Jahren. Trotzdem nimmt das Wachstum einiger Baumarten ab. Trotz des früheren Saisonstarts verzeichnen die häufigsten Schweizer Baumarten einen abnehmenden Wachstumstrend, weil Hitze und Trockenheit die Zahl der effektiven Wachstumstage verringern. Fichten, Weißtannen und Buchen sind besonders betroffen. Das zeigt eine Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, die nun im Fachmagazin Global Change Biology veröffentlicht wurde. Ein geringeres Wachstum bedeutet weniger Kohlenstoffspeicherung und neue Herausforderungen für die Waldnutzung.

Quelle: WSL
News · Forschungsergebnis

Neuer CRISPR-Mechanismus schneidet für die Proteinbildung wichtige tRNA

Kryo-Elektronenmikroskopstruktur der Nuklease Cas12a3, die den Schwanz einer Transfer-RNA (tRNA) spaltet. Grafik und (c): Biao Yuan, HZI

Gemeinsam mit dem Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) und der Utah State University (USU) in Logan, USA, haben die Forschenden des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) in Würzburg eine gänzlich neue CRISPR-Abwehrstrategie entdeckt: Im Gegensatz zu bekannten Nukleasen schneidet Cas12a3 spezifisch für die Proteinbildung wichtige Transfer-Ribonukleinsäuren (tRNA, von engl. transfer ribonucleic acid), um infizierte Zellen lahmzulegen. Seine Ergebnisse hat das Team heute im Fachmagazin Nature veröffentlicht.

Quelle: HZI
News · Projekt

Gartenabfall und Ernterückstände in Kunststoff verwandeln

Um erstmalig komplett biobasiertes Polybutylensuccinat zu erhalten, braucht es eine Spezialchemikalie. Die Forschenden arbeiten an einer neuartigen Technologie. Foto und (c): Matthias Knust, Uni Oldenburg

Aus nachwachsenden Rohstoffen wie Grünschnitt, Heu und Algen, wollen Forschende der Universität Oldenburg Bioplastik entwickeln. Ziel des Projektes: Kunststoffe aus 100 Prozent organischen Abfällen herstellen, die biologisch komplett abbaubar sind und sich für medizinische Produkte, Bauteile von Autos, Isolierungen und Verpackungen eignen. Das Forschungsteam der neuen Nachwuchsgruppe um die Chemikerin Dr. Melanie Walther möchte dafür ökologisch nachhaltige und anwendungsnahe Ansätze miteinander kombinieren: Geplant ist, eine kostengünstige und gleichzeitig energieeffiziente Technologie zu entwickeln, mit deren Hilfe neue Kunststoffe auf Basis von Polybutylensuccinat (PBS) entstehen, die zu 100 Prozent aus organischen Abfällen bestehen. Das Bundesforschungsministerium (BMFTR) fördert das Vorhaben „EcoPBS“ mit rund 2,7 Millionen Euro.

Quelle: Uni Oldenburg
News · Forschungsergebnis

Wie ein Pilz Gewebewucherungen in Mais erzeugt

Gallen an Mais (links). Unter dem Mikroskop wird die durch die Infektion veränderte Gewebestruktur sichtbar (Mitte). Wenn die Pflanze Arabidopsis thaliana (rechts) Tip4 bildet, wandeln sich Seitenwurzeln in gallenartige Ansammlungen undifferenzierter Zellen um. Fotos und (c): AG Djamei, Uni Bonn

Wenn der Pilz Ustilago maydis eine Maispflanze befällt, bilden sich am Ort der Infektion tumorähnliche Gewebewucherungen. Wie der Erreger seinen Wirt dazu bringt, war bislang ein Rätsel. Eine aktuelle Studie der Universität Bonn zeigt nun, dass er dazu ein Programm der Pflanze für die Bildung der Seitenwurzeln zweckentfremdet, um in den Mais-Blättern die Zellteilungsaktivität zu erhöhen und so typischen Gallen zu erzeugen. Die Ergebnisse des Teams um Dr. Mamoona Khan und Prof. Dr. Armin Djamei vom INRES-Institut der Universität Bonn in der Abteilung Pflanzenpathologie, sind in der Fachzeitschrift New Phytologist erschienen.

Quelle: Uni Bonn
News · Anwendung

Mobiles Labor für die Früherkennung von Schaderregern im Obst- und Weinbau

Durch den Klimawandel eingeschleppte Schaderreger gefährden den Weinbau in Deutschland. Foto und (c): Fraunhofer IFF

Einige Schädlinge und Krankheiten sind für Pflanzen und Bäume so gefährlich, dass ihre Verbreitung sofort unterbunden werden muss. Fraunhofer-Forschende suchen gemeinsam mit Partnern nach Wegen, befallene Reben, Aprikosen-, Apfel- und Birnbäume frühzeitig zu erkennen, damit zeitnah geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Ein mobiles Labor, der PhenoTruck®, hilft bei der schnellen und sicheren Identifizierung der Schadorganismen direkt vor Ort. Dort werden bei der Analyse der Krankheitssymptome Methoden des Maschinellen Lernens, drohnengestützte Multispektralsensorik, Hyperspektralsensorik und molekularbiologische Tests intelligent in einer hochmobilen Plattform, dem PhenoTruck®, kombiniert.

Quelle: Fraunhofer