Actualia der DBG
Actualia · Tagungsbericht

Molecular Biology of Plants Conference 2024

190 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler teilten und diskutierten ihre Ergebnisse während der Molecular Biology of Plants Conference (MBP2024) an der Sportschule Hennef. Foto: José Ugalde

Die 37. Tagung Molekularbiologie der Pflanzen (MBP2024) fand vom 4. bis 7. März 2024 in der Sportschule Hennef (bei Bonn) statt. Tagungspräsidentin Ute Höcker (Universität zu Köln) berichtet über wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Höhepunkte der Tagung. Dazu zählten die beiden Keynotes über männlich-weibliche Interaktionen während der Endospermentwicklung und wie Kartoffelpflanzen die oberirdische Knollenbildung verhindern. Sie nennt auch die Gewinnerinnen und Gewinner der Preise für die besten Vorträge, die besten Poster und für Wissenschaftskommunikation sowie zur Karriere-Tipp-Session und den Ausgang des Fußballspiels zwischen einem PI-Team und einem Team aus Doktorand*innen und PostDocs. Die Sportschule Hennef hat sich als neuer Tagungsort einmal mehr als erstklassiger Ersatz für unseren bisherigen in Dabringhausen erwiesen.

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Actualia · Tagungsbericht

22. Mitteldeutsche Pflanzenphysiologie-Tagung 2024

Gruppenfoto der Konferenz. Foto: Julie Zedler

Dieses Jahr fand die Mitteldeutsche Pflanzenphysiologietagung zum 22. mal statt und wurde an der Friedrich-Schiller-Universität Jena ausgerichtet. Über 70 Teilnehmende – ein Großteil Wissenschaftler*innen im frühen Karrierestadium (BSc, MSc Studierende, Promovierende) - kamen zusammen, um den neuesten Stand von Projekten der Pflanzenwissenschaften in Dresden, Halle, Leipzig und Jena zu erfahren. Insgesamt wurden 16 Vorträge und 9 Poster vorgestellt, welche Einblicke in diverse Forschungsthemen von Grundlagenforschung bis zu anwendungsorientierter Forschung und von unizellulären Cyanobakterien bis hin zu höheren Pflanzen boten. Die Keynote-Sprecherin Julia Kehr (Universität Hamburg) berichtete über aktuelle Forschung beim long-distance RNA Signaling in Pflanzen, was auch im Live-stream verfolgt werden konnte. Die Organisierenden um Alexandra Furch und Julie Zedler blicken auf eine lebhafte Tagung zurück, welche viele Diskussionen angeregt hat und danken der DBG für die Unterstützung unserer Wissenschaftler*innen im frühen Karrierestadium.

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Actualia

Nachruf: Professor Dr. Friedrich Ehrendorfer (1927 – 2023)

Friedrich Ehrendorfer, Ehrenmitglied der Gesellschaft seit 2000. Foto: privat

Unser Ehrenmitglied, der Evolutionsforscher, Pionier der Karyotaxonomie, Lehrbuchautor und Initiator der Florenkartierung Mitteleuropas, Professor Friedrich Ehrendorfer, ist am 28. November 2023 im 97. Lebensjahr gestorben. Ehrendorfer klärte an der Universität Wien nicht nur die komplexe Evolution und Verwandtschaft unter Labkräutern und Rötegewächsen mit multidisziplinären Ansätzen auf, sondern verfasste mehr als 200 Publikationen und zwei Kapitel in Strasburgers Lehrbuch der Botanik. Er vertiefte sich bereits in taxonomische Fragestellungen auch wenn diese Fachrichtung seinerzeit als unseriös galt und erst später Anerkennung erfuhr. Die Exkursionen des Pflanzenkenners waren bei den Studierenden beliebt, erinnert Ehrendorfers Mitarbeiter, der Taxonom Prof. Manfred A. Fischer in seinem Nachruf. Ehrendorfer erhielt mehrere Auszeichnungen für sein wissenschaftliches Werk, das in seinen zahlreichen Publikationen und in den von ihm ausgebildeten Taxonominnen und Taxonomen weiterlebt.

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Actualia · Nachwuchsförderung

Ausschreibung der drei DBG-Nachwuchspreise

Für ihre begehrten Nachwuchspreise bittet unsere Gesellschaft wieder um Nominierungen geeigneter Kandidat*innen aus den Pflanzenwissenschaften. Mit dem seit 1994 vom Verlag Springer Spektrum gestifteten Strasburger-Preis soll eine hervorragende und originelle Leistung eines promovierten Pflanzenforschers / einer Pflanzenforscherin ausgezeichnet werden. Für den Wilhelm Pfeffer-Preis unserer gleichnamigen Stiftung bittet die DBG ihre Mitglieder um Hinweise auf herausragende Dissertationen. Mit dem Horst Wiehe-Förderpreis wird eine hervorragende Publikation oder Dissertation ausgezeichnet. Vorschlagsberechtigt sind (habilitierte) Mitglieder der DBG (Strasburger-Preis). Auch Außenstehende haben ein Vorschlagsrecht (Pfeffer-Preis); Selbstvorschläge sind ebenfalls möglich (Wiehe-Preis): siehe Übersicht der Wissenschaftspreise der DBG. Bewerbungsschluss für die drei Auszeichnungen ist jeweils der 1. Mai 2024.

Zusammenfassung: Übersicht (pdf)

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Actualia · Botanik-Tagung

Einladung zur internationalen Botanik-Tagung (BT2024)

Zur diesjährigen Botanik-Tagung, International Conference of the German Society for Plant Sciences, laden Prof. Dr. Edgar Peiter und sein Organisationsteam vom 15. bis 19. September nach Halle/Saale ein. Das Programm umfasst 29 international führende Plenar- und Keynote-Speaker, die die gesamte Breite der Pflanzenwissenschaften repräsentieren, von Molekülen bis hin zu Ökosystemen. Das diesjährige Motto Growing Solutions for Growing Challenges spiegelt das Potential wieder, welches die Pflanzenwissenschaften zur Lösung existenzbedrohender Herausforderungen beitragen können: etwa zur CO2-Senkung sowie zu Anpassungen von Nutzpflanzen an den fortschreitenden Klimawandel. Die Botanik-Tagung fördert den wissenschaftlichen Austausch zum erweiterten Verständnis von Pflanzen und hilft bei der Transformation des Wissens in widerstandsfähige Nutzpflanzen und Ökosysteme. Workshops, das vielseitige Programm sowie die Stadt Halle laden dazu ein, wissenschaftliche Diskussionen bis tief in die Nacht fortzusetzen. 

> Welcome Note auf der Tagungs-Website lesen

> Konferenz-Website: Botanik-Tagung.de

> Zum Konferenz-Poster mit allen Plenar- und Keynote-Speakers sowie Sessions (pdf)

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Actualia · Botanik-Tagung · Nachwuchsförderung

BT2024: 60 Reise-Stipendien für ECRs

Update vom 8. April 2024: alle 60 Stipendien sind bereits vergeben.

Um möglichst vielen Pflanzenwissenschaftler*innen im frühen Karrierestadium (ECR) die Teilnahme zu ermöglichen, vergibt unsere DBG bis zu 60 Reise-Stipendien für Mitglieder, die mit einem Poster oder einem Vortrag aktiv an der Botanik-Tagung (BT2024, International Conference of the German Society for Plant Sciences, 15. bis 19. September 2024 in Halle) teilnehmen, in Höhe von jeweils bis zu 400 Euro. Erstattungsfähig sind die Reisekosten, Übernachtungskosten und die Kongressgebühren. Die Stipendien werden nach der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben und müssen bis spätestens 25. Mai 2024 beantragt werden. Schnell sein lohnt sich also.

Details im Intranet (Log-In erforderlich)

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Actualia · DBG · Nachwuchsförderung

DBG zeichnet 18 Master-Arbeiten aus

Abbildungen aus den ausgezeichneten Master-Arbeiten sowie Überreichung der Preis-Urkunden an den Universitäten Bonn, Hannover, Oldenburg, Heidelberg, Aachen, Erlangen-Nürnberg und Leipzig. © Grafiken, Fotos und weitere Informationen: siehe Links in der Übersichtsseite

Von Schädlingsabwehr über ein Lehrmodell zum Anfassen, eine Datenbank, mit der jeder zum Arterhalt beitragen kann, der Suche nach Resistenzen in Nutzpflanzen bis hin zu den Auswirkungen von Mikroplastik sowie Trockenstress erstreckten sich die Themen der pflanzenwissenschaftlichen Master-Arbeiten, die die DBG im vergangenen Jahr ausgezeichnet hat. Die 18 Preise für die Abschlussarbeiten der teilnehmenden Hochschulen gingen dieses Jahr an acht Wissenschaftlerinnen und zehn Wissenschaftler. Die folgende Übersicht nennt alle Preistragenden und die von ihnen erforschten Themen.

Zu den Preistragenden und ihren Themen

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Actualia · DBG

Online-Treffen: Mitgestaltung durch ECR und etablierte Mitglieder angekündigt

Grafik: Alexandra Koch, Pixabay, bearbeitet

Beim ersten Town Hall Meeting der DBG am 9. Januar waren unsere Mitglieder eingeladen, sich online zu den Plänen der Weiterentwicklung unserer wissenschaftlichen Gesellschaft einzubringen. Präsident Prof. Andreas Weber stellte einleitend die Ergebnisse des Strategie-Treffens des Präsidiums vor und bat die Anwesenden – unter ihnen zwei ehemalige DBG-Präsidenten – die Vorschläge um ihre Ideen und Wünsche zu erweitern. Diese umfassten unter anderem die Einbindung von Forschenden im frühen Karrierestadium (early career researchers, ECRs) ins Präsidium (inkl. Satzungsänderung) und in die vielfältigen Aktivitäten der DBG. Vorgeschlagen wurde u.a. ein ECR-Treffen während der kommenden Botanik-Tagung in Halle sowie neben den schon jetzt möglichen Strasburger-(Hot-Topic)-Workshops für ECRs beispielsweise für Neuberufene sich im Rahmen eines Online-Seminars vorzustellen. Weber bat auch um Bewerbungen für die Neubesetzung von zwei Positionen im DBG-Präsidium, das im Sommer bei der Botanik-Tagung turnusgemäß neu gewählt wird, und um Nominierungen für die Wissenschaftspreise der DBG, mit denen herausragende Arbeiten von ECRs ausgezeichnet werden. Die Chefredakteurin unseres Journals Plant Biology, Prof. Christiane Werner, machte auf die Publikationsmöglichkeiten sowie auf Special Issues zu einzelnen Forschungsthemen aufmerksam. Mit Dank für die eingebrachten Ideen und Vorschläge, die nun vom Präsidium vorangetrieben werden, verabschiedete Weber die Teilnehmenden der etwa einstündigen Zusammenkunft. Wem nach dem Treffen weitere Ideen und Anregungen kamen, kann sich gerne an eines der Präsidiumsmitglieder wenden.

Actualia · Tagungsbericht

Symposium ehrt den Gründungspräsidenten der Deutschen Botanischen Gesellschaft

Wissenschaftler Nathanael Pringsheim (1823 - 1894) hat den Befruchtungsvorgang erstmals live in Algen beobachtet. Foto: Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätsbibliothek, gemeinfrei

Anlässlich des 200. Geburtstages des Algenwissenschaftlers Nathanael Pringsheim (30.11.1823 - 6.10.1894) veranstaltete das Matthias-Schleiden-Institut an der Universität Jena, an dem Pringsheim etwa vier Jahre als Professor forschte, am 19. Dezember ein Symposium. In ihren einführenden Worten reihte Algenforscherin Professorin Dr. Maria Mittag (Friedrich-Schiller-Universität Jena) Pringsheim in die Reihe der herausragenden Professoren des Jenaer Instituts ein. Unser Präsident, Prof. Dr. Andreas Weber (HHU Düsseldorf), berichtete über die Geschichte unserer Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG), die Pringsheim im Jahr 1882 in Berlin gegründet hatte, unter dem Titel „Von 1882 bis 2023: 141 Jahre Förderung der Pflanzenwissenschaften“. Pringsheim leitete unsere DBG bis zu seinem Tod im Jahr 1894. Vor allem prägte er den Übergang von einem Verein zu einer wissenschaftlichen Gesellschaft maßgeblich [1]. Weiterhin führte Prof. Dr. Andreas Deutsch (TU Dresden) in die sexuelle Revolution der Algenforschung ein und nannte bedeutende wissenschaftliche Erkenntnisse, die Pringsheim den Algen entlockte: "Nathanael Pringsheim konnte in einer unscheinbaren Alge beobachten, wie männliche Geschlechtszellen gezielt auf weibliche Eizellen zuschwammen und sich mit ihnen vereinigten. Diese im Jahr 1855 gemachte Entdeckung war eine wissenschaftliche Sensation“, schreibt Deutsch in seinem aktuellen Buch [2]. Dies sei die erste direkte Beobachtung des Befruchtungsprozesses in einem lebenden Organismus gewesen.

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[1] Ekkehard Höxtermann (Hrsg., 2007): 125 Jahre Deutsche Botanische Gesellschaft. Festschrift anlässlich der Botanikertagung in Hamburg. Basilisken-Presse, Marburg

[2] Andreas Deutsch (2023): Urformen der Sexualität. Wie Nathanael Pringsheim den Algen die Unschuld nahm. GNT-Verlag, Diepholz

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Actualia · Tagungsbericht

Treffen der DBG-Sektion Pflanzliche Naturstoffe

Benjamin Chavez vom IPK Gatersleben stellte neue Ergebnisse zur Tropanalkaloid-Biosynthese vor. Foto: Maike Petersen

Die Forschung von Wissenschaftler*innen im frühen Karrierestadium und ihre Vernetzung standen im Mittelpunkt der Tagung Specialized products from plants and microbes – a natural source for biologically active compounds der Sektion Pflanzliche Naturstoffe der DBG. Kompetent und enthusiastisch präsentierten und diskutierten die mehr als zwanzig Teilnehmenden ihre Forschungsthemen aus dem weiten Gebiet der pflanzlichen und mikrobiellen Naturstoffe. Prof. Dr. Maike Petersen und Prof. Dr. Ute Wittstock fassen die Themen und Forschungsschwerpunkte zusammen und stellen heraus, in welcher Weise die Teilnehmenden von der Zusammenkunft profitierten, die die DBG finanziell gefördert hat.

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Actualia · DBG

Erfolge und Strategien für die DBG

Über die DNA unserer wissenschaftlichen Gesellschaft berieten sich die Mitglieder des DBG-Präsidiums, der Sektionen und weitere in der DBG Engagierte (v.l.n.r): Prof. Dr. Caroline Müller (DBG Generalsekretärin), Prof. Dr. Jutta Ludwig-Müller (Herausgeberin der Actualia), Prof. Dr. Edgar Peiter (Tagungspräsident), Prof. Dr. Christian Zörb (im Präsidium der Federation of European Societies of Plant Biology, FESPB), Prof. Dr. Andreas Weber (DBG Präsident), Prof. Dr. Raimund Tenhaken (DBG Schatzmeister), Prof. Dr. Iris Finkemeier (DBG Präsidium), Dr. Thomas Leya (Sektion Phykologie), Dr. Sophie de Vries (Sektion Interaktionen) und Prof. Dr. Ute Wittstock (Sektion Pflanzliche Naturstoffe). Foto: Esther Schwarz-Weig

Förderungen für Forschende im frühen Karrierestadium (ECR), Mitgestaltungsmöglichkeiten für Mitglieder, Workshops für Weiterbildungen sowie das Thema Outreach in Politik und Gesellschaft waren nur einige der Punkte, die bei einem Präsidiumstreffen auf den Prüfstand gestellt wurden. Mit Moderation unserer Kommunikatorin, Dr. Esther Schwarz-Weig, stellten die Teilnehmenden zum einen zusammen, was sie an unserer DBG begeistert. Zum anderen entwickelten sie Lösungen, um auf die Herausforderungen wissenschaftlicher Gesellschaften zu reagieren, die sich durch den Wandel in der Forschung, des Publikationswesens, der Wissenschaftspolitik sowie der Netzwerkbildung und Kommunikation ergeben. Um alle darüber zu informieren und ihr aktives Mitwirken zu ermöglichen, wird es demnächst ein digitales Town-Hall-Meeting für alle Mitglieder geben.

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Actualia · Tagungsbericht

Symposium “Plant evolution in a changing world”

Fast 100 Teilnehmende kamen zum Symposium und ließen sich vor dem Gewächshaus des Botanischen Gartens der Universität Gießen von der Fotografin ablichten. Foto: Annalena Kurzweil

Das Symposium unserer Sektion Biodiversität und Evolutionsbiologie fand vom 23. bis 26. August an der Universität Gießen im Vortragsgebäude der Herrmann Hoffmann Akademie statt. Insgesamt nahmen 94 Wissenschaftler*innen teil (nach nur vier kurzfristige Absagen), darunter waren 34 Studierende. Mit zwei internationalen Keynote-Speakern konnten die Organisatoren Prof. Dr. Volker Wissemann, Prof. Dr. Elvira Hörandl, Dr. Anže Žerdoner Čalasan und Dr. Natalia Tkach ein europäisches Publikum begrüßen, wobei die meisten Teilnehmenden aus Deutschland kamen. Das Programm umfasste 19 Vorträge und 21 Poster von Studierenden. Das Geschlechterverhältnis bei den eingeladenen Vortragenden war 2:2, und es präsentierten 17 weibliche vs. 13 männliche Redner, was die starke Präsenz von Frauen in den frühen Karrierestufen der Systematik widerspiegelt. Elvira Hörandl fasst die wissenschaftlichen Höhepunkte zusammen, nennt die ausgezeichneten Preisträger*innen und berichtet über das Treffen der Sektion mit Wahlen der Sprecher*innen.

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Actualia · Tagungsbericht

Workshop Plant Evolution: chances and challenges in a changing world

Ein Teil der Teilnehmenden kam vor dem Veranstaltungsgebäude zusammen, dem Zentrum für molekulare Biowissenschaften (ZMB) der Universität Kiel: Foto: Foto: Rosemary Wilson

Am 6. und 7. Juli kamen mehr als 50 Forschende am Kieler Zentrum für Pflanzenwissenschaften zusammen zum Workshop Evolution der Pflanzen mit besonderem Augenmerk auf die Anpassungen von Pflanzen an die Landlebensweise. Das Programm mit Keynotes internationaler Expert*innen, Kurzvorträgen von Forschenden im frühen Karrierestadium sowie zwei Poster-Sessions deckte ein breites Spektrum an Themen ab und regte zu lebhaften Diskussionen und Austausch an. Organisatorin Prof. Dr. Birgit Classen fasst die Themen des Workshops und der Forschungsdisziplin in Englisch zusammen und berichtet, warum Grundlagenforschung zu den Anpassungen an das Landleben vor Millionen von Jahren auch für aktuelle und angewandte Fragestellungen wichtig ist.

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Actualia · Tagungsbericht

Mitteldeutsche Pflanzenphysiologie-Tagung 2023

Die Mitglieder der Pflanzenphysiologie-Gruppen von vier Universitäten diskutierten ihre jüngsten Forschungsergebnisse. Foto: Torsten Jakob

Mehr als 50 Forschende trafen sich in Leipzig, darunter zahlreiche Forschende im frühen Karrierestadium, und diskutierten ausgiebig pflanzenphysiologische Themen. Sie präsentierten ihr Forschungsthemen und erhielten Feedback und Anregungen von anderen Forschenden aus verwandten Forschungsdisziplinen. Die Themen führten über die verschiedensten Organismengruppen von einzelligen Cyanobakterien und Mikroalgen bis hin zu Gefäßpflanzen. Auch wenn die meisten Vorträge der Grundlagenforschung entstammten, wurden die Präsentationen aus der Angewandten Forschung am lebhaftesten diskutiert. Über die Tagung, die konkreten Themen der Vorträge und in welcher Weise die angehenden Forscherinnen und Forscher von der DBG-geförderten Tagung profitierten, berichten Dr. Raimund Nagel und Dr. Torsten Jakob aus dem Organisationsteam um Prof. Dr. Severin Sasso.

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Actualia · Tagungsbericht

European Plant Cytoskeletal Club (EPCC) 2023

Ein Teil der 60 Teilnehmenden kam vor dem Leibniz Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) zusammen. Photo: Katharina Bürstenbinder's lab

Mehrere Dutzend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehr als zehn Ländern kamen im Juni in Halle (Saale) zusammen, um die neuesten Ergebnisse der Zytoskelett-Forschung an Pflanzen zu diskutieren. Organisatorin Katharina Bürstenbinder berichtet über die aktuellen Schwerpunkte in dieser Forschungsdisziplin, die mit Preisen ausgezeichneten Präsentationen und in welcher Form die vielen teilnehmenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im frühen Karrierestadium von dem Treffen profitierten, das von unserer DBG gefördert worden war.

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Actualia · Tagungsbericht

Plant Science Student Conference (PSSC) 2023

Ein Teil der mehr als 100 Teilnehmenden der diesjährigen PSSC in Gatersleben. Foto: IPK Gatersleben

Die diesjährige Plant Science Student Conference fand vom 3. bis 4. Juli 2023 am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben statt, zum ersten Mal wieder in Präsenz seit 2019. Bei der Konzeption der 18ten PSSC fokussierten das Organisationsteam bestehend aus Doktorand*innen des IPK auf eine Intensivierung der Kooperationen mit Doktorand*innen des Leibniz-Instituts für Pflanzenbiochemie (IPB) Halle, Cluster of Excellence on Plant Sciences (CEPLAS) und anderen Instituten. Insgesamt hatten sich 100 Teilnehmer*innen – fast ausschließlich Doktorand*innen - registriert und erfreulicherweise kamen auch fast alle zur Konferenz. Zusammen mit eingeladenen Sprecher*innen wie Wilma van Esse (Wageningen), Tobias Züst (Zürich), Cathy Westhues (Göttingen) und Elliot Heffner (Corteva R&D) genossen alle Teilnehmer*innen die freundliche und konstruktive Atmosphäre vor Ort.
Das Konzept der Konferenz kombinierte Impulse von führenden Wissenschaftler*innen mit Einblicken in die Forschung der Doktorand*innen und Workshops zur Verbesserung der Hard und Soft Skills. Die Anwesenheit von Repräsentant*innen der Sponsoring-Partner ermöglichte überdies aktuelle Forschungsthemen mit Vertreter*innen aus der Industrie zu diskutieren. Stephanie Frohn berichtet über die wissenschaftlichen Schwerpunkte der u.a. von der DBG geförderten Tagung.

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Actualia · Köpfe und Karrieren

Ausgezeichnet: Wie Eiweiße die korrekte Zellteilung koordinieren

Die Preisträgerin Dr. Pratibha Kumari analysiert Pflanzenquerschnitte am Lichtmikroskop, um die Anatomie der Zellen zu untersuchen. Foto: Anne Honsel, UPSC

Die Wilhelm-Pfeffer-Stiftung unserer Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) verleiht Dr. Prathiba Kumari den mit 1.000 Euro dotierten Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung. „Frau Dr. Kumari hat in der veröffentlichten Arbeit eine Klasse von Proteinen identifiziert, welche die korrekte Festlegung der Zellteilungsebene regulieren und damit eine Schlüsselrolle bei der pflanzlichen Zellteilung spielen“, begründet das Präsidium der Stiftung seine Entscheidung. Diese IQD-Proteine sind mit dem inneren Zytoskelett-Gerüst der Pflanzenzellen verknüpft und damit Teil eines Navigationssystems, das den räumlichen Verlauf der Zellteilung koordiniert. Entsprechend zeigen Pflanzen mit fehlenden IQD-Proteinen auffällig chaotisch angeordnete Wurzelzellen. Mit ihrem in der Zeitschrift Nature Plants ("IQ67 DOMAIN proteins facilitate preprophase band formation and division-plane orientation"; DOI: 10.1038/s41477-021-00923-z) veröffentlichten Fachartikel hat Dr. Kumari aus der Arbeitsgruppe von Dr. Katharina Bürstenbinder vom Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle unser Verständnis der Zellteilung in der Modellpflanze Arabidopsis thaliana und damit von Pflanzenwachstum und -entwicklung maßgeblich erweitert. Dr. Kumari, die inzwischen als PostDoc am Umeå Plant Science Centre der Universität für Agrarwissenschaften (SLU) in Schweden forscht, wird die Urkunde auf der Botanik-Tagung 2024 in Halle verliehen werden, das Preisgeld erhält die Pflanzenforscherin schon jetzt.

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Actualia

Nachruf: Professor Dr. August Wilhelm Alfermann (1942 - 2023)

Prof. Dr. August Wilhelm Alfermann bei einer Tagung der Sektion Pflanzliche Naturstoffe, mit freundlicher Genehmigung der Familie Alfermann. Foto: Maike Petersen

Im Winter verstarb Professor Alfermann, eines der Gründungsmitglieder unserer Sektion Pflanzliche Naturstoffe. In ihrem Nachruf erinnert Prof. Dr. Maike Petersen nicht nur an einen Pionier der Produktion medizinischer Wirkstoffe für das Herz und gegen Krebs und einen Erforscher pflanzlicher Biosynthesewege, sondern auch an einen herzlichen Menschen: Alfermann hatte stets ein offenes Ohr und förderte viele junge Wissenschaftler*innen. An seinem Institut an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf entstanden so zahlreiche Freundschaften und sogar Ehen.

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DBG Update

VBIO-Rückblick - März 2024

Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO) berichtet in der Zusammenfassung seiner Aktititäten im vergangenen Monat u.a. über die Ars legendi Preisträgerin 2024 im Fachberich Biologie, Nina Keul von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Sie lehrt disziplinübergreifend in den Studiengängen „Marine Geoscience“ sowie „Biological Oceanography“ und entwickelte dazu vielfältige und innovative Lehrformate, um die forschungsorientierte Ausbildung zu schärfen. Außerdem verweist der Dachverband auf seinen nächsten Online-Fortbildungsvortrag in der Reihe Faszination Biologie, bei dem Pflanzenwissenschaftler Prof. Dr. Jörg-Peter Schnitzler am 24. April präsentiert: „Der Duft der Pflanzen – ein flüchtiges Alphabet zur Kommunikation mit ihrer Umwelt“. Sowie die Veranstaltung Softskill Seminar "Master/Promotion in Biologie: was nun, was tun?" mit Prof. Dr. Gerhard Haszprunar am 6. Mai.

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DBG · Newsletter

Newsletter Nr. 71

Wie Pflanzengene und Zuckertransporter das Mikrobiom mitbestimmen, wie ein neuer Lebensraum die pflanzliche Abwehr beeinflusst und welche pflanzenwissenschaftliche Forschungsgruppe gerade frisch bewilligt wurde, steht in den ersten Rubriken.
DBG asks you to nominate early career candidates for our three prestigious science awards. They will be invited to Halle to present their findings at our Botanik-Tagung. Thanks to conference chair Edgar Peiter and the great team around him, we can already look forward to meeting you and your team members at our well-known Botanik-Tagung, our International Plant Science Conference in Halle in September. Join this largest conference in the heart of Europe entitled “Growing Solutions for Growing Challenges”. Discuss latest research results with the people behind papers, mingle with your scientific community, and get an update on neighboring scientific disciplines. One of the recommended reviews in our journal Plant Biology summarizes gene editing tools targeting on genes to develop disease‐resistant plants and the other on the world’s largest mimicry system. Please also note the various deadlines listed in the two conference sections of our newsletter, some of them will expire soon.

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VBIO-Rückblick - Februar 2024

Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) hat das Positionspapier „Wissenschaftskommunikation“ vorgelegt. Es skizziert die Besonderheiten der Biologie und formuliert Empfehlungen an Forschungsfördernde, Hochschulen, Akademien sowie Wissenschafts- und Bildungspolitik. Der Dachverband plädiert u.a. für die stärkere Professionalisierung von Wissenschaftler*innen sowie grundlegende biologisch-fachliche Qualifikationen von Vermittelnden aus der Kommunikation. Neu ist auch die inzwischen 11., völlig überarbeiteten Auflage, des VBIO-Bandes „Perspektiven – Berufsbilder von und für Biologen“. Terminhinweise und Nachrichten aus Hochschul- und Forschungspolitik ergänzen den Rückblick auf den Monat Februar.

Link zur Februar-Ausgabe (LogIn erforderlich)

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VBIO-Rückblick - Januar 2024

Im Dezember kommentierte der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) den Rohentwurf „messbare Ziele Klimaanpassungsstrategie“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV). Im gleichen Monat gemahnte der Biologie-Dachverband im Konzert mit weiteren mathematisch-naturwissenschaftlichen Gesellschaften, dass Wissenschaft verbinde und ein offener Diskurs sowie die internationale Zusammenarbeit unabdingbar seien. Sie seien bestürzt über die antidemokratischen und nationalistischen Ansätze in Deutschland, die einzelne Personen und ganze Gruppen bedrohen und ausgrenzen. Eine  Zusammenstellung aus Hochschul- und Wissenschaftspolitik desselben Monats runden die Rückschau ab.

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DBG · Newsletter

Newsletter Nr. 70

Wann der älteste komplexe Vorfahre von Landpflanzen und Algen lebte, wie mehr Fettsäuren in Samen transportiert werden und mit welchem Trick es gelang, gezielt Protonen in Zellen zu schicken und dabei einen neuen Säuresensor zu entdecken, steht in der Forschungsrubrik. Wie man Roboter im eigenen Labor mit Sprache zur Arbeit antreibt und welche Themen jüngst Forschungsfinanzierung ergatterten, steht in der zweiten Rubrik.
DBG’s international Botanik-Tagung conference is getting more and more interesting every day, since not only 29 internationally leading plenary and keynote speakers are expected to attend but the event also offers to meet your scientific family and the people behind papers. Since first-come-first-serve travel grants are already in the making, we suggest to think about your participation already now.
Recently our DBG has awarded 18 master theses. In short DBG will be looking for nominations to award exceptional plant scientists and invite the awardees to Halle.
A review on the ecology, physiology, and emerging technologies on mycorrhization in trees in our journal Plant Biology as well as a conference overview rounds of the Newsletter.

zum 70. Newsletter (LogIn erforderlich)

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VBIO-Rückblick - Dezember 2023

Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO) berichtet über seine Stellungnahme im schriftlichen Anhörungsverfahren und die Vorschläge zur Konkretisierung der „verbindlichen fachlich-inhaltlichen Aspekte“ sowie zu den neu definierten Kompetenzbereichen im Fach Biologie sowie über das erste Treffen der Nachwuchsorganisation. Außerdem erinnert der Dachverband an das nahende Bewerbungsende des Ars legendi-Fakultätenpreises für Biologie am 26. Januar 2024.

Link zum Rückbilck auf Dezember (LogIn erforderlich)

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DBG · Veranstaltung

Invitation: DBG's first Town Hall Meeting

Dear members of the German Society for Plant Sciences,

you are invited to participate in the first town hall meeting of our society on 9th January 2024 at 3 p.m. Topics:

  • News about our society (short report from strategy workshop of board, change of “Satzung” etc)
  • Possibilities for engagement in the DBG board
  • Possibilities for early career researchers
  • Reminder: Workshops, prizes
  • Plant Biology Journal (faces behind the papers,...)
  • Your suggestions and ideas

Join via Zoom (see link in your e-mail or in the Newsletter in our Intranet).

Andreas Weber and DBG's board

DBG · Newsletter

Newsletter Nr. 69

Ob früher tatsächlich mehr Lametta war, ist nicht wissenschaftlich untersucht. Dass es noch viel früher jedoch eine größere Blütenvielfalt gab, steht in den Forschungsergebnissen. Erfahren Sie, wie Kannenpflanzen zu Fleischfressern wurden, vor welcher Institutstüre man Arabidopsis neues Wissen entlockte, wie Pflanzen Stress abbauen und warum der Geschmack eines Grünkohls nicht dem eines anderen Grünkohls gleicht. Außerdem: Vier laufende Ausschreibungen, wo Gelder und Belohnungen winken, sowie zwei Einladungen unserer DBG (eine bereits im Januar!).
The recommended review summarizes allelopathy and allelobiosis. Both have never been systematically reviewed thus far. Moreover the authors provide recent research on the application of allelopathy and allelobiosis in agroecosystems in future studies.

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VBIO-Rückblick - November 2023

Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO) berichtet u.a. vom Parlamentarischen Abend zur Nachhaltigkeit, bei dem mehrere naturwissenschaftlicher Dachverbände Bundestagsabgeordnete informierten, vor welchen Herausforderungen rund um eine nachhaltige Transformation wir alle stehen, woran aktuell geforscht wird und wie neue Erkenntnisse und Technologien dazu beitragen, unsere Zukunft nachhaltig zu gestalten. Außerdem hat der VBIO sich für eine Stärkung der MINT-Bildung eingesetzt und war an einem offenen Brief zum Gentechnikrecht beteiligt. Nachrichten aus der (Hochschul- und Wissenschafts-)Politik runden den Rückblick ab.

Link zur November Ausgabe (LogIn erforderlich)

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VBIO-Rückblick - Oktober 2023

Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO) berichtet über seine Aktivitäten des vergangenen Monats: von der Bundesdelegiertenkonferenz Ende Oktober, vom Treffen der VBIO-Landesverbände sowie von seinem Ministerien-übergreifen Fachgespräch zu digitalen Sequenzinformationen. Der Dachverband ermuntert, sich für den Ars legendi Fakultätenpreis für Biologie zu bewerben oder jemanden zu nominieren. Nachrichten aus der Wissenschaftspolitik schließen den Rückblick ab.

Link zur Oktober-Ausgabe (LogIn erforderlich)

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DBG · Newsletter

Newsletter Nr. 68

Wie statistische Verfahren helfen können, stressresistente Weizensorten ausfindig zu machen, was dem Erhalt der Artenvielfalt in Deutschland nützt, wie ein Pflanzenhormon die Stickstoffaufnahme über Wurzeln steuert und welcher Rezeptor wilden Kartoffelsorten Resistenz gegenüber Knollenfäule verleiht, sind nur einige der Themen in der Forschungsrubrik.
Wie unsere Zeitschrift Plant Biology dabei hilft unsere Anliegen zu realisieren, warum unsere DBG Sie und Euch demnächst zu einem Town Hall Meeting einlädt und was Sie bei der FESPB abrufen können, steht in der DBG-Rubrik. Wir ermuntern außerdem zur Mitbestimmung, wer in Zukunft über Ihre und Eure Förderanträge bei der DFG entscheidet.
One review is recommended by the Editors of our journal Plant Biology around Editor in Chief, Professor Christiane Werner: The paper summarizes how plants under hypoxia/anoxia ensure a steady oxygen supply to their cells and identifies three types of pressurized (convective) flows. Moreover, guest editors and our Editor in Chief are inviting papers for two Special Issues of our journal. 

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DBG · Newsletter

Newsletter Nr. 67

Welches Gen der Gerste im Klimawandel hilft, wie Licht das Wachstum von Pflanzenwurzeln steuert, mit welcher Methodenkombination sich Elemente in einzelnen Zelltypen nachverfolgen lassen und wie sich Stammzellen der Wurzel vor Salzstress schützen, steht in unseren Forschungsnachrichten.
Die DBG nimmt ausführlich Stellung zum Vorschlag der EU-Kommission zur Regulierung der Nutzung von mit neuen genomischen Techniken (NGT) erzeugten Pflanzen-Sorten, schätzt die einzelnen Punkte des Vorschlags wissenschaftlich ein und schlägt Präzisierungen vor.
DBG announces the scientist who receives our Award for the Best Plant Science Paper. Two of our Sections are looking forward to their upcoming conferences this summer.
Two reviews are recommended by the Editors of our journal Plant Biology around Editor in Chief, Professor Christiane Werner:
One paper summarizes how gibberellin molecular metabolism orchestrates plant development and the other provides an inventory of the genetics underlying wheat grain protein content and grain protein deviation, which are of interest in breeding programs.

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DBG · Politik

Stellungnahme: DBG zum Regulierungsvorschlag der EU für Neue Genomische Techniken

Die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) begrüßt den Vorschlag der EU-Kommission vom 5. Juli 2023 zur Regulierung der Nutzung von mit neuen genomischen Techniken (NGT) erzeugten Sorten, um das Gentechnik-Recht an den aktuellen Wissensstand anzupassen. Es hat sich aus wissenschaftlicher Sicht als sinnvoll erwiesen, neue Pflanzensorten nach ihren Eigenschaften und nicht nach Art ihrer Erzeugung zu bewerten. Die DBG schätzt die Vorschläge der EU zur Kategorisierung und den einzelnen genetischen Änderungen im Folgenden ein und schlägt konkrete Präzisierungen vor.

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Umfrage zeigt hohen Bedarf an Freilandstudien mit gentechnisch veränderten Pflanzen

Abbildung 1: Häufigkeit der Pflanzenarten oder Pflanzengattungen, die in Freilandstudien untersucht werden sollten. Insgesamt wurden 229 Antworten gegeben. Die Kategorie Bäume umfasst Pappel, Fagus, Picea und Sequoiadendron.

Eine online-Befragung unter Pflanzenwissenschaftler*innen in Deutschland zeigt großen Bedarf an Freilandstudien mit gentechnisch veränderten Pflanzen. Nur mit Studien im Freiland lassen sich aussagekräftige Ergebnisse z.B. zur Ertragsbildung sowie Klima- und Stresstoleranz gewinnen. Vor gezielter Zerstörung gesicherte Freilandflächen (sog. Protected Sites) sind ein Lösungsansatz. Für 83 Prozent der Teilnehmer*innen an der Umfrage eröffnen sich damit neue Forschungsperspektiven. Die Einrichtung solcher zerstörungssicheren Freilandflächen kann die internationale Konkurrenzsituation der Pflanzenwissenschaften in Deutschland grundlegend verbessern. Dies ist wichtig, weil derzeit auch genomeditierte Pflanzen unter die Regularien des Gentechnikgesetzes fallen. Deshalb besteht dringender Handlungsbedarf  ̶̶  unabhängig von einer zukünftigen, an den Stand wissenschaftlicher Erkenntnis angepassten Neuregulierung genomeditierter Pflanzen in der EU.

zu den Ergebnissen und Abbildungen

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Wochen-Chronik
News · Forschungsergebnis

Bormangel: Raps reagiert wie bei Infektionen und Schädlingsbefall

Rapspflanzen brauchen Bor, um gut zu wachsen; Bormangel hat verheerende Auswirkungen. Foto: Manuela Désirée Bienert, TUM

Die Reaktion auf anhaltenden oder akuten kurzzeitigen Bormangel ähnelt der Antwort von Raps auf Schädlinge und Infektionen, zeigt eine neue Studie. Einen Bormangel sieht man den betroffenen Pflanzen äußerlich lange nicht an, insbesondere in der Wachstumsphase vor der Blüte. Trotzdem hat dieser schwerwiegende Folgen: Zuerst hemmt der Mangel das Wurzelwachstum, dann verkümmern die Blüten und sterben schließlich vorzeitig ab. Enorme Ertragsverluste können damit verbunden sein. Um die zugrundeliegenden Mechanismen zu verstehen, haben Forschende der Technischen Universität München (TUM), der Universität Bielefeld, und des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) untersucht, welche Gene bei Bormangel und welche bei ausreichender Versorgung aktiv sind. Die Ergebnisse, die in der Zeitschrift Physiologia Plantarum erschienen, legen die Grundlage für die Züchtung von Pflanzen, die besser mit Bormangel umgehen können, und für die Vermeidung von Ertragsverlusten, die durch Bormangel verursacht werden.

Quelle: TUM

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News · Förderung · Köpfe und Karrieren

ERC Advanced Grant für gentechnische Veränderungen in Mitochondrien

Prof. Dr. Ralph Bock. Foto und (c): sevens + maltry, MPI

Prof. Dr. Ralph Bock vom Max-Planck-Institut (MPI) für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam erhält einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC) in Höhe von 2,5 Mio € zur Entwicklung molekulargenetischer Forschungsmethoden. Das Forschungsprojekt „PlaMitEng“ soll es erstmals ermöglichen, gezielt gentechnische Veränderungen im Genom von Mitochondrien durchzuführen. Es sollen Selektionssysteme entwickelt werden, die es erlauben, Pflanzenzellen mit veränderten Mitochondrien von solchen mit veränderten Chloroplasten oder Zellkernen zu unterscheiden. „Die Möglichkeit, pflanzliche Mitochondriengenome zu verändern, wird sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der angewandten Forschung völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Mitochondrien und ihre Genome bieten auch ein einzigartiges Potenzial für Biotechnologie und synthetische Biologie, und dieses Potenzial ließe sich dann endlich umfassend nutzen,“ so Ralph Bock, der Leiter des Forschungsprojekts.

Quelle: MPI für Molekulare Pflanzenphysiologie

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News · Forschungsergebnis

Hybride Intelligenz kann Biodiversität & Landwirtschaft vereinen

Biodiversität erhalten ohne landwirtschaftliche Produktivität zu reduzieren: Bislang scheiterte die Quadratur dieses Kreises daran, dass das sozialökologische System der Landwirtschaft hochkomplex ist und die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt mit herkömmlichen Methoden nur schwer zu erfassen sind. Dank neuer Technologie zeigt ein Forschungsteam der Technischen Universität München (TUM) und der Universität Hohenheim in Stuttgart einen vielversprechenden Weg auf, die bisherigen Gegensätze zu versöhnen. Dabei setzen die Mitglieder des Teams auf eine Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz in Kombination mit kollektivem, menschlichem Urteilsvermögen: die Nutzung von hybrider Intelligenz, die sie in der Fachzeitschrift Nature Food vorstellen.

Quelle: TUM

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News · Förderung · Köpfe und Karrieren

ERC Advanced Grant für Modellierung räumlicher Koexistenz von Baumarten

Dr. Thorsten Wiegand. Foto: Sebastian Wiedling, UFZ

Der Ökosystemmodellierer Dr. Thorsten Wiegand vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) hat vom Europäischen Forschungsrat (ERC) rund 2,5 Millionen Euro für Forschung in der Disziplin theoretische Ökologie erhalten. In den nächsten fünf Jahren wird er gemeinsam mit seinem UFZ-Kollegen Prof. Andreas Huth eine Theorie zum Verständnis der räumlichen Dynamik und Stabilität von artenreichen Wäldern entwickeln. Dies ist schon der zweite ERC Advanced Grant für die Wissenschaftler.

Quelle: UFZ

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News · Förderung · Köpfe und Karrieren

ERC Advanced Grant zur Steigerung der Photosynthese-Effizienz

Prof. Dr. Tobias Erb erhält einen der ERC Advanced Grants für Forschungen zur Photosynthese. Foto: David Ausserhofer

Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat heute die Gewinnerinnen und Gewinner seiner Ausschreibung für die Advanced Grants 2024 bekannt gegeben. Prof. Tobias Erb, Direktor am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg, erhält die prestigeträchtige Förderung in Höhe von rund 2,8 Millionen Euro für sein Projekt "pro2neo-RUBISCO". „Trotz Jahrmilliarden der Evolution steckt die Photosynthese heute in einer Zwickmühle“, sagt Tobias Erb. „Der zentrale Schritt der Photosynthese, die Umwandlung von CO2 durch das Enzym Rubisco, ist langsam und fehlerbehaftet. Das schränkt die Effizienz der Photosynthese ein und sorgt für dramatische Ertragseinbußen in der Landwirtschaft“. Im Projekt pro2neo-RUBISCO wollen Tobias Erb und sein Team die Evolutionsgeschichte der Rubisco untersuchen, den molekularen Mechanismus des Enzyms aufklären und mit Hilfe der Synthetischen Biologie neue Alternativen zum Enzym entwerfen, um langfristig die Effizienz der Photosynthese zu steigern.

Quelle: MPI für terrestrische Mikrobiologie

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News · Förderung · Köpfe und Karrieren

ERC Advanced Grant für Stickstoff-fixierende Enzyme und Technik

Der Europäische Forschungsrat (ERC) wird den Biochemiker Prof. Dr. Oliver Einsle von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg über fünf Jahre hinweg im Rahmen eines ERC Advanced Grants mit rund drei Millionen Euro fördern. Einsle untersucht, wie Pflanzen mithilfe von Enzymen Stickstoff fixieren können und arbeitet damit an einer natürlichen Alternative zum industriellen Haber-Bosch-Verfahren. Er forscht daran, wie man die Stickstoffixierung von Hülsenfruchtpflanzen auf ander Pflanzen übertragen könnte, die keinen Stickstoff aus der Luft fixieren können. "Um diese Fähigkeit perspektivisch auf andere Pflanzen übertragen zu können, arbeiten mein interdisziplinäres Team und ich daran, Enzyme auf molekularer Ebene so zu optimieren, dass sie auch in anderen Organismen funktionsfähig sind,“ sagt Einsle.

Quelle: Uni Freiburg

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News · Anwendung

Neue Webkarten für Wald-Ökosystem-Leistungen

Die neuen Webkarten für Wald-Öko-System-Leistungen (WÖSL) zeigen sowohl biophysische Informationen verschiedener WÖSL in Europa als auch WÖSL-Innovationen und Politikstrategien zur Förderung ihrer Bereitstellung, die im Rahmen des Horizon 2020 Projektes InnoForESt identifiziert wurden. Diese umfassen zum Beispiel Erosionsschutz, Bestäubung, Bereitstellung von Lebensraum und Erholungsleistungen wie auch Produkt-, Markt- und Serviceinnovationen. Das meldet die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE).

Quelle: HNEE

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News · Forschungsergebnis

Einheimische Gehölze für etwa ein Drittel der Insekten in Deutschland unverzichtbar

Larven der Ebereschenblattwespe (Pristiphora geniculata) an einer Vogelbeere (Sorbus aucuparia). Foto: Matthias Nuß

Mehrere Tausend einheimische Insektenarten in Deutschland hängen von einheimischen Gehölzen ab. Allerdings werden in der Bundesrepublik im Zusammenhang mit Anpassungen an den Klimawandel zunehmend gebietsfremde Baumarten gepflanzt. Das Senckenberg-Forschungsteam zeigt in Kooperation mit weiteren Wissenschaftlern, dass die Verwendung einheimischer Baumarten unabdingbar ist, um dem Rückgang einheimischer Insektenarten zu begegnen. Die Ergebnisse haben sie in der Zeitschrift des Bundesamtes für Naturschutz „Natur und Landschaft“ veröffentlicht.

Quelle: Senckenberg

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News · Forschungsergebnis

Diversifizierte Landwirtschaft zahlt sich aus

Eine diversifizierte Landwirtschaft nützt sowohl Mensch und Umwelt - und zahlt sich aus. Hier beim biologischen Anbau von Erdbeeren in Kalifornien mit Blühstreifen aus Wildblumen. Foto: Claire Kremen, University of British Columbia

Schluss mit einer einseitigen industriellen Landwirtschaft, denn eine diversifizierte Landwirtschaft nützt sowohl Mensch und Umwelt, zeigt eine aktuelle Studie. Die umfangreiche globale Studie unter der Leitung der Universität Hohenheim in Stuttgart und der Universität Kopenhagen in Dänemark hat weltweit die Auswirkungen einer diversifizierten Landwirtschaft untersucht. Die Mischung von Viehhaltung und Ackerbau, die Integration von Blühstreifen und Bäumen, sowie Wasser- und Bodenschutz und vieles mehr: Die positiven Effekte nehmen mit jeder Maßnahme zu, während negative Auswirkungen kaum zu finden sind. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse, an denen u.a. auch das Leibniz Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) beteiligt war, heute in der aktuellen Ausgabe von Science.

Quelle: Uni Hohenheim

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News · Forschungsergebnis

Wundheilung: mechanische Kräfte orientieren die Zellteilung

Pflanzen sind sehr widerstandsfähig und überleben auch in rauen Umgebungen. Das liegt unter anderem am bemerkenswert effizienten Wundheilungsprozess – den Wissenschafter*innen schon seit mehr als hundert Jahren untersuchen. Eine neue Studie des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) zeigt nun, dass der Prozess weniger kompliziert ist als gedacht und durch Druck sowie mechanische Kräfte angetrieben wird. Die Ergebnisse, die nun im Fachjournal Developmental Cell veröffentlicht sind, könnten praktische Anwendungen in der Landwirtschaft haben.

Quelle: ISTA

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News · Forschungsergebnis

Wie Pflanzen ihre Photosynthese auf Lichtänderungen anpassen

Das Forschungsteam entschlüsselte den molekularen Mechanismus, mit deren Hilfe die Pflanze die beiden Teilprozesse der Photosynthese miteinander synchronisiert. Grafik: Tobias Rindfleisch, Uni Bergen, Bing-Copilot

Das Forschungsteam hat nun erstmals einen molekularen Mechanismus aufgedeckt, über den die beiden Module der Photosynthese, die sog. Licht- und Kohlenstoffreaktion, ihre Aktivitäten über den „Thylakoid-K+-Exchange-Antiporter 3“ (KEA3) miteinander synchronisieren. Das hat das Forschungsteam aus Bergen, Bochum, Düsseldorf, Münster und Potsdam hat unter Leitung von Prof. Dr. Ute Armbruster der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) sowohl Computersimulationen als auch verschiedene experimentelle Ansätze henutzt, unter anderem Biosensoren. In der Fachzeitschrift Nature Communications beschreiben sie einen entscheidenden molekularen Mechanismus, der die beteiligten Prozesse synchronisiert und der Pflanzen dabei hilft ihre Photosynthese auf Lichtänderungen anpassen.

Quelle: HHU

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News · Forschungsergebnis

Wie Grünalgen und Bakterien gemeinsam zum Klimaschutz beitragen

Wildtyp-Stämme der Grünalge Chlamydomonas reinhardtii in Flüssigkultur. Foto: Jens Meyer, Uni Jena

Ein neu entdecktes Bakterium bildet ein Team mit einer Grünalge, das sich gegenseitig beim Wachstum unterstützt. Das Bakterium Mycetocola lacteus hilft der Mikroalge Chlamydomonas reinhardtii außerdem dabei, den Giftstoff eines anderen, schädlichen Bakteriums zu neutralisieren. Das grundlegende Verständnis des Zusammenspiels von Algen und Bakterien spielt auch beim Klimaschutz eine wichtige Rolle, da es dazu beitragen kann, diese ökologisch wichtige Partnerschaft zu verstehen und somit zu schützen. Die Ergebnisse der Studie werden am 5. April in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht. "Während das Bakterium bestimmte überlebenswichtige B-Vitamine und eine schwefelhaltige Aminosäure erhält, wird das Wachstum der Grünalge optimiert“, sagt Prof. Dr. Maria Mittag, Professorin für Allgemeine Botanik der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Neben Landpflanzen produzieren Algen und Cyanobakterien einen großen Teil des Sauerstoffs und binden etwa die Hälfte des Kohlendioxids in der Atmosphäre durch Photosynthese. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für das Leben auf der Erde“, stellt Mittag fest. 

Quelle: Uni Jena

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News · Forschungsergebnis

Mais wehrt sich gegen Arsen im Boden

Maispflanzen im Feldexperiment bei Liesberg, Baselland. Foto: Veronica Caggìa, Uni Basel

Wenn Kulturpflanzen auf arsenhaltigen Böden wachsen, sammelt sich das giftige Element in der Nahrungskette an. Eine Studie im Fachmagazin PNAS mit Beteiligung der Universität Basel hat nun einen Mechanismus nachgewiesen, mit dem Maispflanzen die Aufnahme von Arsen reduzieren: Dafür verantwortlich ist ein spezieller Wirkstoff, den Wurzeln - wie ein Gegengift - in den Boden abgeben.

Quelle: Uni Basel

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News · Forschungsergebnis

Schlüssel-Gen für giftiges Alkaloid in Gerste entdeckt

Mithilfe der Modellpflanze Nicotiana benthamiana gelang den Forscherinnen und Forschern die Entdeckung des bislang fehlenden Schlüsselschritts zur Bildung des giftigen Alkaloids Gramin in Gerste. Foto und (c): Jakob Franke

Gerste ist weltweit eine der wichtigsten Getreidekulturen. Viele Sorten produzieren ein giftiges Alkaloid namens Gramin. Dies schränkt die Nutzung als Futtermittel ein, schützt Gerste aber vor Krankheitserregern und Insekten. Bisher war die genetische Grundlage der Gramin-Biosynthese nicht geklärt, daher konnte die Produktion nicht gesteuert und diese Möglichkeit nicht für die Züchtung genutzt werden. Nun ist es Forschungsgruppen des IPK Leibniz-Instituts und der Leibniz Universität Hannover gelungen, den kompletten Biosyntheseweg von Gramin zu entschlüsseln. Damit wird nicht nur die Produktion in Modellorganismen möglich, sondern kann umgekehrt auch in Gerste unterbunden werden. Die Ergebnisse wurden heute in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht.

Quelle: Uni Hannover

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News · Forschungsergebnis

Studie zeigt Verbindung von Kalzium in pflanzlicher und tierischer Immunität

Forschende haben verblüffende Parallelen zwischen der Immunantwort von Pflanzen und Tieren entdeckt: Proteinfamilien, die in beiden Lebensformen ähnlich sind, sind auf den Kalziumgehalt angewiesen, um eine Immunreaktion auszulösen. Das berichten die Forschenden unter Federführeng des Instituts für Pflanzenwissenschaften und Mitglied im CEPLAS Exzellenzcluster für Pflanzenwissenschaften in einer Veröffentlichung in der Fachzeitschrift Cell Host & Microbe. Eine aktuelle Studie gibt Aufschluss darüber, wie bestimmte Immunproteine Pflanzen widerstandsfähig gegen Krankheiten machen.

Quelle: Uni Köln beim idw

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News · Forschungsergebnis

Wie Pflanzen mit Stress umgehen - Vom Spleißen zum Überleben

Ein internationales Forschungsteam hat untersucht, auf welche Weise Pflanzen die Genexpression verändern, wenn sich ihre Umwelt ändert. Wie die letzte Woche in The Plant Cell veröffentlichte Studie zeigt, reagieren Pflanzen flexibel auf verschiedene Arten von Stress. Sie können die Genexpression auf der Ebene des alternativen Spleißens anpassen, damit sie überleben können. Dazu hatten die Biotechnologin Dr. Julieta Mateos von der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld und Prof. Dr. Dorothee Staiger bei Arabidopsis untersucht, wie die genetische Information in den Zellen verarbeitet wird, insbesondere beim sogenannten alternativen Spleißen von RNA.

Quelle: Uni Bielefeld

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News · Förderung

Neues DFG-Forschungsprogramm zu pflanzlichen Anpassungen an den globalen Wandel

Zur Untersuchung der Stressbiologie von Pflanzen nutzen die Forschenden verschiedene wilde und kultivierte Pflanzenarten als Modellorganismen, darunter zum Beispiel Quinoa, Gerste und Meersenf (v.l.n.r.). Fotos und (c): Bob Ramsak, CC BY-SA 4.0 Deed, Cliff, CC BY 2.0 Deed, Jürgen Howaldt, CC BY-SA 2.0 DE Deed

Deutsche Forschungsgemeinschaft hat gestern die Förderung der neuen Forschungsgruppe „PlantsCoChallenge“ zur Untersuchung der Mechanismen, mit denen Pflanzen auf biotischen und abiotischen Stress reagieren, bekannt gegeben (s.u.). Die neue Forschungsgruppe (FOR) 5640 „PlantsCoChallenge: Physiologische und evolutionäre Anpassung von Pflanzen an zusammenwirkende abiotische und biotische Faktoren“ untersucht die Folgen von Klimawandel und Umweltstress auf die Pflanzengesundheit, sowohl bei Nutz- als auch bei Wildpflanzenarten. Das interdisziplinäre Forschungsteam plant im Speziellen die physiologischen und evolutionären Anpassungen von Pflanzen an unterschiedliche Stressfaktoren wie zum Beispiel Trockenheit, erhöhte Temperaturen und auch das verstärkte Auftreten von Krankheitserregern in aquatischen und terrestrischen Ökosystemen zu untersuchen. Dabei betrachten sie insbesondere die zentrale Rolle des Mikrobioms, also die in und auf Pflanzen angesiedelten Mikroorganismen, bei der Ausprägung pflanzlicher Mechanismen zur Stressabwehr. Ein einzigartiges Merkmal des Forschungsprogramms ist die Untersuchung der Stressbiologie von Pflanzen sowohl in aquatischen als auch in terrestrischen Pflanzensystemen. Es wird von Forschenden der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) geleitet und für vier Jahre mit mehr als vier Millionen Euro erhalten. Sprecherin ist Professorin Dr. Eva Holtgrewe-Stukenbrock.

Quelle: CAU

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News · Förderung

Neue Forschungsgruppe zur Anpassung an multiple Stressoren

Wegen der zunehmenden Auswirkungen des globalen Wandels auf die weltweiten Ökosysteme sind Pflanzen vielfältigen Kombinationen von Stressfaktoren ausgesetzt. Die neue Forschungsgruppe „Physiologische und evolutionäre Anpassung von Pflanzen an zusammenwirkende abiotische und biotische Faktoren“ will ein genaueres Verständnis der Reaktionen von Pflanzen auf die verschiedenen Kombinationen von Stress erlangen. Neuartig ist hierbei der Ansatz, die Beobachtungen nicht nur auf Modellpflanzen zu stützen, sondern auf Nutzpflanzen sowie auf Pflanzen im Süßwasser und in marinen Ökosystemen. Diese sollen zudem nicht nur im Labor und Gewächshaus erforscht werden, sondern auch in ihrer natürlichen Umgebung. Sprecherin der neuen Forschungsgruppe ist Professorin Dr. Eva Holtgrewe-Stukenbrock von der Universität zu Kiel. Die Forschungsgruppe ist eine der 13 heute neu von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligten Forschungsgruppen.

Quelle: DFG

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News · Forschungsergebnis

Entschlüsselung der männlichen Geschlechtsbestimmung in Braunalgen

Mikroskopische Ansicht reifer Gametophytenfäden der Braunalge Ectocarpus sp. Die Geschlechtszellen werden in sog. plurilokulären Gametangien produziert - Strukturen, die bei der Reife dicker und dunkelbraun werden. Aufnahme und (c): Dr. Rémy Luthringer, MPI für Biologie Tübingen

Forschende haben Neuland betreten und gezeigt, dass ein HMG-Box-Gen in Braunalgen für die Bestimmung des männlichen Geschlechts entscheidend ist. Dieser Durchbruch erweitert das Verständnis der Mechanismen zur Geschlechtsbestimmung in eukaryotischen Organismen erheblich. Bislang waren die Gene, die maßgeblich zur Geschlechtsbestimmung beitragen, nur bei einigen wenigen Wirbeltieren und Pflanzen identifiziert worden. Die von Forschenden des Max-Planck-Instituts für Biologie in Tübingen in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studie beleuchtet die evolutionären Parallelen in den Entwicklungswegen zwischen Tieren und Algen, obwohl sie vor Millionen von Jahren unabhängig voneinander entstanden sind. Sie unterstreicht die wiederkehrende Verwendung eines gemeinsamen genetischen „Bausatzes“ für lebenswichtige biologische Funktionen bei weit voneinander entfernten Abstammungslinien. Die Forschungsergebnisse bieten nicht nur tiefere Einblicke in die Fortpflanzungsbiologie von Braunalgen, sondern decken auch entfernte evolutionäre Konvergenzen auf.

Quelle: MPI für Biologie

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News · Anwendung · Forschungsergebnis

Agrarumweltpolitiken aller Länder auf einen Blick

Wer analysieren will, braucht Daten: Forschende der Universität Bonn und ETH Zürich haben eine Datenbank veröffentlicht, die über 6.000 Agrar-Umwelt-Politiken enthält. Damit erhalten Forschende aber auch Politiker und Unternehmen die Möglichkeit, den verschiedensten Fragenstellungen nachzugehen. Dies demonstrieren die Forschenden anhand der Beispiele, wie die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes mit der Einführung von Agrar-Umwelt-Politiken zusammenhängt oder welchen Einfluss nationale Strategien auf die Bodenerosion haben. Die Studie wurde nun in Nature Food veröffentlicht. Die Datenbank ist öffentlich zugänglich unter: https://zenodo.org/records/10842614 

Quelle: Uni Bonn

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News · Projekt

Mit salztoleranten Pflanzen gegen die Folgen des Klimawandels

Das EU-Projekt Aquacombine widmet sich unter Beteiligung der Leibniz Universität Hannover dem Potenzial von Halophyten

Gourmets schätzen die Spitzen des Queller, einer schmackhaften Pflanze, auch Meeresspargel genannt. Bislang fristete er ehr ein Nischendasein. Für die industrielle Massenproduktion von Lebensmitteln wird die Pflanze, die auf Salzwiesen oder im Watt wächst, bislang nicht genutzt. Dabei haben Pflanzen wie der Europäische Queller (Salicornia europaea) viele Qualitäten – das ist das Ergebnis des europaweiten Forschungsprojekts Aquacombine, in dem sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehr als vier Jahre lang mit dem Potenzial von Halophyten befasst haben. So dient Queller nicht nur als Nahrung, sondern verfügt über wertvolle Polyphenole, kann als Filter in salzhaltigem Wasser eingesetzt werden und trägt darüber hinaus durch sein Wurzelwerk maßgeblich zum Küstenschutz bei. Das Institut für Botanik an der Leibniz Universität Hannover (LUH) war unter Leitung von Prof. Dr. Jutta Papenbrock im EU-Programms Horizon 2020 als einer von 17 Projektpartnern dabei. Die Vorteile: Halophyten brauchen kein Süßwasser und wachsen an Küsten oder in Salzwüsten, also auch dort, wo andere Pflanzen nicht gedeihen. Dabei benötigt die Pflanze wenig Platz. Versuche am Institut für Botanik der LUH mit einer eigens aufgebauten Pilotanlage zeigten, dass die Aufzucht auch in einem Gewächshaus mit Kunstlicht möglich ist und dass sich der Ertrag unter günstigen Bedingungen, wie einer optimalen Salzkonzentration in der Nährlösung, erheblich steigern lässt, was langfristig für die Produktion von Queller in großem Umfang wichtig wäre. Hinzu kommt, dass gerade Salicornia nicht nur schmackhaft ist, sondern auch gesund: Die Pflanze ist reich an Polyphenolen, diese wirken antioxidativ und entzündungshemmend. Mithilfe molekularbiologischer Techniken haben die Forschenden ausßerdem das Geheimnis der außergewöhnlichen Salztoleranz des Europäischen Quellers beschrieben.

Quelle: LUH

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News · Forschungsergebnis

Maisgene kontrollieren winzige Helfer im Boden

Blicken auf die Wurzel eines Maiskeimlings: Prof. Dr. Frank Hochholdinger (links) und Dr. Peng Yu (rechts) von der Abteilung für funktionelle Genomik der Nutzpflanzen an der Universität Bonn. Foto: Volker Lannert, Uni Bonn

Winzlinge wie Bakterien und Pilze helfen Pflanzenwurzeln bei ihrer Arbeit und fördern ihre Gesundheit. Eine gängige Vorstellung ist, dass die Zusammensetzung dieser Mikroben von den Bodeneigenschaften abhängt. Jedoch hat nun ein internationales Forschungsteam unter Federführung der Universität Bonn an verschiedenen lokalen Maissorten herausgefunden, dass die Erbanlagen der Pflanze ebenfalls dazu beitragen, welche Mikroorganismen sich an der Wurzel tummeln. Die Ergebnisse, die nun in der Fachzeitschrift Nature Plants veröffentlicht sind, könnten künftig dabei helfen, besser an Dürre und Nährstoffmangel angepasste Maissorten zu züchten.

Quelle: Uni Bonn

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News · Forschungsergebnis

Im Pflanzenblatt organisieren Zellen selbst eine optimale Fläche für Photosynthese

Welche genetischen Mechanismen das flächige Wachstum der Blätter steuern, haben Dr. Emanuele Scacchi und Professorin Marja Timmermans vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen der Universität Tübingen analysiert. Gemeinsam mit einem internationalen Team schildern sie im Fachblatt Nature Plants, wie eine Art eingebautes GPS jede Blattzelle über ihre relative Position im wachsenden Blatt informiert. Das Ordnungsmuster entspricht einem biologischen Konzept der Selbstorganisation, das der legendäre Mathematiker und Denker Alan Turing vorhergesagt hatte. In der aktuellen Studie hatte ein Team aus der Mathematik und praktischen Biologie zusammengearbeitet, um mit Hilfe von Computermodellen, Methoden der molekularen Genetik und bildgebenden Verfahren am lebenden Organismus die Prozesse zu verfolgen. Das Team entdeckte, dass im wachsenden Blatt sogenannte kleine RNAs eine entscheidende Rolle bei der Steuerung spielen. Als mobile Boten sind sie bei der Kommunikation der Zellen untereinander im Einsatz und helfen den Zellen, ihre relative Position zueinander im Gefüge wahrzunehmen – wie ein GPS. Außerdem übermitteln die kleinen RNAs Informationen, über die koordiniert wird, welche Gene jeweils an der Ober- und Unterseite aktiviert oder gehemmt werden müssen, damit das Blatt die richtige Form und Funktion erhält.

Quelle: Uni Tübingen

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News · Veranstaltung

Vortrag: Der Duft der Pflanzen – ein flüchtiges Alphabet zur Kommunikation mit ihrer Umwelt

Duftstoffmessungen bei Pflanzen. Foto und (c): Jörg-Peter Schnitzler

Die Online-Fortbildungsreihe "Faszination Biologie" des Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) wird am 23. April 2024 von 17.00 bis 19.00 Uhr fortgeführt mit dem Thema: „Der Duft der Pflanzen – ein flüchtiges Alphabet zur Kommunikation mit ihrer Umwelt“. Dieses wissenschaftliche Webinar richtet sich nicht nur an Unterrichtende, sondern an alle Interessierten. Darin wird Prof. Dr. Jörg-Peter Schnitzler vom Helmholtz-Zentrum München beispielsweise beantworten, welche pflanzlichen Duftstoffe („volatile organic compounds“, VOCs) werden unter sich ändernden Umweltbedingungen emittiert? Welche biochemischen Prozesse und Strukturen sind daran beteiligt? Welche Aufgaben haben VOCs, insbesondere Terpenoide, für die Pflanze selbst? Was weiß man über die Erkennung und Wahrnehmung dieser Verbindung sowie über die Signalverarbeitung? Gibt es Möglichkeiten für eine biotechnologische Nutzung und welche Rolle können diese Kommunikationsmöglichkeiten bei neuen nachhaltigen Pflanzenschutzkonzepten spielen, etwa beim Smart Agriculture? Der VBIO bittet um möglichst frühzeitige Anmeldung zum online-Vortrag.

Quelle: VBIO

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News · Citizen Science

Citizen Science: Pflanzen im Wandel der Umwelt

Seit Ende 2023 können sich interessierte Bürgerwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aktiv an einem Forschungsprojekt der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) beteiligen. Im Projekt „PUKI“ („Pflanze, Umwelt, Klima, Interaktion“, siehe: www.puki.hhu.de) sind sie eingeladen, bestimmte Pflanzen in ihrer Umgebung zu finden, zu fotografieren, zu vermessen und Proben zu sammeln. Die Botanikerinnen und Botaniker der HHU wollen damit die Anpassungsfähigkeit von Pflanzenarten an Umweltbedingungen erforschen. Vier Pflanzenarten stehen auf dem Untersuchungsprogramm: Die Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana), das Viermännige Schaumkraut (Cardamine hirsuta), das Gewöhnliche Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) und der Schmalblättrige Doppelsame (Diplotaxis tenuifolia). „Diese Pflanzen sind auf den ersten Blick unscheinbar. Sie sind aber deshalb für uns so interessant, weil sie an vielen außergewöhnlichen Orten gerade in Städten zu finden sind; so wachsen sie selbst in Betonritzen,“ sagt Koordinator Dr. Bruno Walther.

Quelle: HHU

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News · Forschungsergebnis

Genetischer Anteil an der Zusammensetzung des Mikrobioms um Mais-Wurzeln

Maispflanzen, die in dem an der Universität Bonn durchgeführten Experiment unter Trockenstress wachsen. Foto: Dr. Peng Yu, Uni Bonn

Wie ein internationales Forschungsteam an Maispflanzen herausfand, tragen nicht nur die Eigenschaften des Bodens, sondern auch die Erbanlagen der Pflanze dazu bei, welche der Mikroben sich an der Wurzel tummeln. Dies wurde auch durch den Einsatz des Werkzeugkastens der quantitativen Genetik ermöglicht. Die Ergebnisse der Studie unter Federführung der Universität Bonn (siehe Meldung oben) und unter Beteiligung des IPK Leibniz-Institutes sind im Journal Nature Plants erschienen und könnten helfen, besser an Dürre und Nährstoffmangel angepasste Maissorten zu züchten.

Quelle: IPK (pdf)

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News · Forschungsergebnis

Genomsequenz der Schattenmorelle entschlüsselt

Die Steppenkirsche, hier als blühender Strauch, ist nachweislich ein Elternteil der heutigen Sauerkirscharten. Foto (von oben): Thomas Wöhner, JKI

Mit neuartigen Technologien hat ein Forschungsteam das komplexe Erbgut der bedeutenden Sauerkirschsorte Prunus cerasus L. untersucht. Das Team unter Federführung des Julius Kühn-Instituts (JKI), der Universität Greifswald und der niederländischen Firma KeyGene zieht im Fachjournal Frontiers in Plant Science Rückschlüsse auf Entstehung der Obstart, das ein umpfangreiches, tetraploides Genom hat. In der Publikation beschreiben die Forschenden, wie sie mittels einer neuartigen Technologie, mit der lange DNA-Sequenzen erzeugt werden können, sowie Bioinformatik-Kniffen die Bausteine des Erbguts entschlüsselt haben. Mit der Genomsequenz der Schattenmorelle liegen nun alle wichtigen genetischen Daten vor, um Rückschlüsse auf die Entstehung der Sauerkirschen zu ziehen.

Quelle: JKI

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News · Politik

EU: Vielversprechende Technologiefelder Biotechnologie und Bioproduktion

Die EU-Kommission hat heute eine Reihe gezielter Maßnahmen zur Förderung der Biotechnologie und der Bioproduktion in der EU vorgeschlagen. In ihrer Mitteilung über die Natur als Fundament der Zukunft werden die damit in Zusammenhang stehenden Herausforderungen und Hürden aufgezeigt und Vorschläge unterbreitet, wie diese im Einklang mit der Mitteilung über die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der EU angegangen werden können. Wegen der Fortschritte im Bereich der Biowissenschaften, die mithilfe von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz (KI) erzielt werden, und der Möglichkeiten, die sich aus biobasierten Lösungen zur Behebung gesellschaftlicher Probleme ergeben, zählen Biotechnologie und Bioproduktion zu den vielversprechendsten technologischen Gebieten dieses Jahrhunderts. Biotechnologie und Bioproduktion können die EU dabei unterstützen, die Umgestaltung ihres Agrar-, Forst-, Energie-, Lebensmittel- und Futtermittelsektors sowie ihrer Industrien voranzutreiben. Außerdem können sie einen Beitrag zu einer wettbewerbsfähigeren und widerstandsfähigeren EU leisten, die ihren Bürgerinnen und Bürgern eine bessere Gesundheitsversorgung bietet und ihren grünen und ihren digitalen Wandel erfolgreich voranbringt.

Quelle: EU Kommission

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News · Forschungsergebnis

Wie minimalistische Moleküle des pflanzlichen Immunsystems aktiviert werden

Substrat-induzierte Tröpfchenbildung einer pflanzlichen TIR-Domäne in vitro. Das TIR-Domänenprotein RPP1 wurde mit dem fluoreszierenden GFP verbunden, um die Tröpfchenbildung nach Zugabe von NAD+ oder ATP fluoreszenzmikroskopisch sichtbar zu machen. Aufnahme: Wen Song und Li Liu

Die Phasentrennung, die beim Mischen von Öl und Wasser auftritt, spielt auch im Immunsystem von Pflanzen eine wichtige Rolle. Demnach muss eine wichtige Gruppe von Immunproteinen sich in Tröpfchen kondensieren, um aktiviert zu werden und dadurch Pflanzen vor Infektionen mit mikrobiellen Krankheitserregern zu schützen. Die Forschenden um Jijie Chai von der Westlake University, China, Jane Parker und Paul Schulze-Lefert vom Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln (MPIPZ), haben nun herausgefunden, dass sich die Toll/Interleukin-1-Rezeptor(TIR)-Domänen-Proteine bei steigender Konzentration in den Pflanzenzellen wie Öltropfen im Wasser verteilen - ein typisches Merkmal von Proteinen, die sich untereinander vernetzen - und so die immunbedingte Zelltodreaktion auslösen. Außerdem sind diese Protein-Ensembles in Pflanzenzellen nicht statisch, da sich die TIR-Domänen-Proteine ständig in die Tröpfchen hinein und aus ihnen heraus bewegen. Durch die Konzentration und Organisation von Enzymansammlungen ist die Phasentrennung ein wirksames Mittel zur Verfielfachung der TIR-Enzymaktivität. Obwohl bekannt war, dass dieses Phänomen für pflanzliche Immunreaktionen wichtig ist, war bisher unklar, warum. Die Studie ist in der Zeitschrift Nature veröffentlicht.

Quelle: MPIPZ

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News · Forschungsergebnis

Pflanzenbestimmung per App ermöglicht phänologisches Monitoring

Märzenbecher im Isserstedter Forst. Foto: S. Hejja, MPI für Biogeochemie

Pflanzenbeobachtungen, die mit Pflanzenbestimmungs-Apps wie Flora Incognita gesammelt werden, erlauben Aussagen über die Entwicklungsstadien von Pflanzen - sowohl kleinräumig als auch europaweit. Das zeigen Forschende des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena und der Technischen Universität Ilmenau. Demnach können Pflanzenbestimmungen mit kostenlosen Smartphone-Apps wie Flora Incognita oder Meldedaten aus Plattformen wie iNaturalist Unterschiede in der Phänologie von Pflanzenarten abbilden und sind damit als neue, wachsende Datenquelle für weitere Forschungsfragen sehr gut geeignet. Die Studie ist am 6. März im Fachjournal npj Biodiversity  erschienen.

Quelle: MPI für Biogeochemie

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News · Forschungsergebnis

Simulation zeigt Verbreitung und Verbleib von Phytoplankton im Elbe-Ästuar

Das Elbeästuar. Foto: Uni Hamburg, GRK2530

Ein neues Modell des Elbe-Ästuars, welches die Bewegung von Phytoplankton untersucht, haben Forschende des Fachbereichs Biologie der Universität Hamburg sowie aus Neuseeland entworfen. Das neue Modell basiert auf Individuen des Elbe-Ästuars, das mögliche Rückhaltemechanismen für Phytoplankton untersucht. „Unsere Simulationen zeigen, dass das Aufsteigen in der Wassersäule den Fortbestand begünstigt und dass Flussufer und Marschen für das Überleben von Phytoplankton-Populationen von wesentlicher Bedeutung sind“, sagt Doktorand Laurin Steidle vom Graduiertenkolleg 2530 der Universität Hamburg. Grund dafür ist, dass Phytoplankton-Organismen mit starkem Auftrieb oder dem Potenzial, sich in der Wassersäule nach oben zu bewegen, eher in flache Gebiete in der Nähe der Flussufer oder der Marschen transportiert werden, die Zufluchtsorte vor starken Strömungen bieten. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin Nonlinear Processes in Geophysics veröffentlicht und tragen zum Verständnis bei, das für ein besseres ökosystembasiertes Management von Ästuaren erforderlich ist.

Quelle: Uni Hamburg

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News · Veranstaltung

Ernährung der Zukunft: Welche Rolle spielen gentechnisch veränderte Pflanzen?

Am 20. März suchen Podiumsteilnehmende in der Bundeskunsthalle gemeinsam nach Antworten auf folgendes Spannungfeld: Seit über einer Generation wird darüber gestritten, ob Pflanzen gentechnisch verändert werden dürfen. Die neuen Methoden der Genomeditierung erlauben eine präzise Veränderung innerhalb des Genoms der Pflanze. Aus Sicht der Wissenschaft sind solche Veränderungen, die auch durch klassische Züchtung hätten entstehen können, unbedenklich. Zudem bieten genomische Techniken die Möglichkeit, etwa dürretolerante Kulturpflanzen zu züchten oder solche, die weniger Pflanzenschutzmittel benötigen oder frei von Allergenen sind. Die neuen Techniken bieten damit die Chance, den weltweit steigenden Bedarf an Lebensmitteln durch eine effizientere Produktion nachhaltig zu sichern. In Deutschland steht das Label „Ohne Gentechnik“ oft in einer Reihe mit Gütesiegeln, die ein Produkt als qualitätvoll und gesund auszeichnen, obwohl es keinerlei Aussagen über den ernährungsphysiologischen Wert eines Produkts zulässt. So wird Sicherheit in Bezug auf vermeintliche Gesundheitsrisiken suggeriert und es steigt die Gefahr, dass Gentechnik per se als gefährlich und gesundheitsschädlich wahrgenommen wird. Warum ist das so? Wie kann man das Vertrauen in Produkte mit „grüner Gentechnik“ und deren gesundheitliche Unbedenklichkeit stärken? Was kann die Akzeptanz in der Bevölkerung erhöhen? Und können wir uns den Verzicht auf eine effizientere Landwirtschaft angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung und durch den Klimawandel bedingte Ernteeinbrüche noch leisten? Das diskutieren die Soziologin Professorin Dr. Jana Rückert-John (Hochschule Fulda), Expertin für die Soziologie des Essens, der Agrarökonom Professor Dr. Matin Qaim (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) und der Präsident des Vereins Bioland e.V., Jan Plagge. Das Publikum ist eingeladen, Fragen zu stellen und sich zu den Expert*innen an den Tisch zu setzen, um mit ihnen zu diskutieren. Moderiert wird die Diskussion von Christina Sartori und Tobias Altehenger. Die Veranstaltung wird auch online per Livestream übertragen. Zum YouTube-Kanal der DFG, auf dem der „Enter Science“-Livestream zu sehen sein wird:
www.youtube.com/user/DFGScienceTV

Quelle: DFG

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News · Köpfe und Karrieren

Pflanzen in der Antarktis würden Harry Potter hören

14 Monate lang lebte die Astro-Botanikerin Jess Bunchek in der Antarktis. Mit dem online-Magazin der Uni Bremen, up2date., spricht sie über ihr abenteuerliches Leben als Wissenschaftlerin. Die US-Amerikanerin promoviert beim DLR-Institut für Raumfahrtsysteme und der Humans on Mars Initiative der Uni Bremen. Ihr Job: in dem Gewächshaus-Container „EDEN ISS“ der Neumayer Station III in der Antarktis soll sie Pflanzen züchten, damit das Überwinterungsteam an diesem lebensfeindlichen Ort etwas Frisches zu essen hat. Der Container steht etwa 400 Meter von der Station entfernt auf einer Plattform – mitten im ewigen Eis. Am Beispiel der Antarktis simuliert die Botanikerin, ob und wie es möglich ist, dass sich Menschen beispielsweise auf einer Raumstation oder auf dem Mars, mit frischer, vitaminreicher Nahrung versorgen können. Wer Jess Bunchek und ihre Forschung näher kennen lernen möchte, hat am Donnerstag, 14. März 2024, die Gelegenheit dazu.

Quelle: Uni Bremen

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News · Projekt

WiVitis möchte Anbau pilzwiderstandsfähiger Wein-Rebsorten fördern

Mit pilzwiderstandsfähigen Rebsorten lassen sich bis zu achtzig Prozent der eingesezten Pflanzenschutzmittel im Weinbau einsparen. Foto: Kaufmann, JKI

Mit Blick auf den Klimawandel möchte das am JKI koordinierte, internationale Verbundprojekt den Anbau pilzwiderstandsfähiger Rebsorten (PIWIs) fördern. Pilzwiderstandsfähige Rebsorten (PIWI) ermöglichen es, diesen weinbaulichen Herausforderungen umweltgerecht zu begegnen und den Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen im Weinbau zu erhöhen. Ein Schwerpunkt der JKI-Rebenzüchtung ist die Grauschimmelfäule. Das internationale INTERREG-Forschungsprojekt WiVitis setzt sich u.a. zum Ziel den Anbau und die Popularität der PIWI-Reben im Weinbau zu steigern. Koordiniert wird das seit letztem Jahr laufende EU-Projekt vom JKI-Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof in Siebeldingen. Kooperationspartner sind WBI Freiburg, DLR Rheinpfalz, INRAE Colmar, FiBL Schweiz, NI Lab der Schweiz.

Quelle: JKI beim Informationsdienst Wissenschaft

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News · Forschungsergebnis

Als ausgestorben deklarierte kleinste Seerose der Welt in Ruanda wiederentdeckt

Die kleinste Seerose Nymphaea thermarum wird nun besonders geschützt. Foto: Siegmar Seidel, Uni Koblenz

Die kleinste Seerose der Welt ist doch nicht ausgestorben und wird nun besonders geschützt. Die Seerose Nymphaea thermarum, deren Blüte nicht größer als ein Ein-Cent-Stück groß wird, ist ein Lokal-Endemit, die weltweit in der Natur lediglich in Quellbächen wächst - in einem Gebiet, das kleiner als ein Fußballfeld ist. Somit galt diese Pflanze seit ihrer Entdeckung als extrem gefährdet, da nahegelegene Landwirtschaft und Bergbau ihren Lebensraum stark einengten. Durch intensiver werdende Landwirtschaft und durch Ausweitung des Bergbaugebiets kam es zum Verschwinden der Seerosen-Art in der Natur. Zuletzt wurde sie noch im Jahr 2008 in ihrem natürlichen Lebensraum gesehen, sie wurde aber im Jahr 2010 durch die International Union for Conservation of Nature (IUCN) als ausgestorben-in-der-Natur deklariert. Im Juli / August 2023 entdeckten Forschende der Universität Koblenz unweit des ursprünglichen Standorts eine neue oder überlebende Population dieser kleinsten Seerose der Welt. Die Freude über ihre Wiederentdeckung ist auch bei ihrem Erstentdecker Prof. Dr. Eberhard Fischer groß. Über die Widerentdeckung berichten sie im Februar im Fachjournal Oryx.  

Quelle: Uni Koblenz

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News · Forschungsergebnis

Weintrauben der Sorte Muscaris: Molekulares Geheimnis um Litschi-Note gelüftet

Erstmals ist es Forschenden gelungen, die Geruchsstoffe zu identifizieren, die für die charakteristische Litschi-Note von Trauben der Rebsorte Muscaris verantwortlich sind. Die neuen Erkenntnisse sind Basis für weitere Studien, die untersuchen, inwieweit die aromarelevanten Verbindungen aus den Trauben in Wein übergehen. Gleichzeitig bieten sie eine wissenschaftliche Grundlage für die gezielte Züchtung innovativer und widerstandsfähiger Rebsorten mit ausgeprägt fruchtigen Aromaeigenschaften. „Die Ergebnisse unserer Geruchsstoffanalysen sind wegweisend für die weitere Aromaforschung an Rebsorten wie Muscaris. Die frei verfügbaren Studiendaten [im Journal of Agricultural and Food Chemistry] eröffnen zudem neue Perspektiven für die Zukunft des Weinbaus, da sich fruchtige Weine einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreuen“, resümiert Studienleiter Martin Steinhaus, der am Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie die Arbeitsgruppe Food Metabolome Chemistry leitet.

Quelle: Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie

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News · Forschungsergebnis

Neue Lebensräume beeinflussen Pflanzenabwehr

Duftsammlung von den Spitzwegerichtpflanzen. Foto: Sybille Unsicker, MPI-ICE

Ob sich die chemische Verteidigung von Pflanzen verändert, wenn sie sich in neuen geographischen Regionen etablieren, hat ein internationales Team von Forschenden analysiert. Gewächshausversuche mit Populationen des Spitzwegerichs (Plangato lanceolata) aus verschiedenen Ländern und Kontinenten, zeigten, dass eingewanderte bzw. eingeführte Spitzwegerich-Populationen unter Berücksichtigung von Klimafaktoren ihres Lebensraums eine höhere chemische Abwehrkraft aufwiesen, ohne dass ihr Wachstum beeinträchtigt war. Das zeigen die Arbeitsgruppen um Sybille Unsicker von der Universität Kiel und ehemalige Gruppenleiterin am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie (MPI-ICE) und Christiane Roscher, die am Umweltforschungszentrum UFZ und dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung iDiv forscht. Die im Fachjournal Functional Ecology veröffentlichten Ergebnisse widerlegen gängige Theorien und belegen, wie schwierig es ist, allgemeingültige Annahmen in der Ökologie zu formulieren.

Quelle: MPI-ICE

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News · Forschungsergebnis

Neue Formel zur Berechnung von Ökosystem-Dienstleistungen

Regierungen suchen weltweit neue Ansätze, um den Nutzen und Wert von Ökosystemen angemessen zu bewerten. Dies soll helfen, die Konsequenzen von Naturzerstörung in politischen Entscheidungsprozessen sichtbarer zu machen. Ursprünglich im Auftrag der britischen Regierung hat ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Moritz Drupp von der Universität Hamburg vom Exzellenzcluster Climate, Climatic Change, and Society (CLICCS) nun einen neuen Berechnungsansatz vorgeschlagen. In bisherigen Rechenmethoden wird lediglich der heutige finanzielle Gegenwert von Ökosystemdienstleistungen einbezogen. Tatsächlich aber steigt die Wertschätzung für Natur mit der Zeit. „Unsere Studie stellt Regierungen eine Formel zur Verfügung, mit denen die zukünftigen Werte von knappen Ökosystemdienstleitungen abgeschätzt und in Entscheidungen berücksichtigt werden können“, so Drupp. Zwei Faktoren bestimmen diese Wertanpassung maßgeblich. Werden diese Faktoren berücksichtigt, muss der Wert von Ökosystemdienstleistungen in heutigen Kosten-Nutzen-Analysen sehr viel höher angesetzt werden; nach der neu entwickelten Formel allein um mehr als 130 Prozent, wenn lediglich das steigende Einkommen über die kommenden 100 Jahre berücksichtig wird. Die Wertanpassung für schrumpfende Ökosysteme fällt nochmals höher aus. Die neue Formal mit Beteiligung der Uni Leipzig stellen die Forschenden im Fachmagazin Science vor.

Quelle: Uni Hamburg

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News · Forschungsergebnis

Waldwirtschaft im Klimawandel: Extremes Wetter erhöht Investitionsrisiko

Stürme, Trockenheit und Schädlingsbefall sorgen für Waldschäden im Harz. Foto: Carola Paul, Uni Göttingen

Ob eine Steigerung der Baumartenvielfalt als Anpassungsstrategie aus forstbetrieblicher Perspektive auch unter kurzfristigeren extremen Wetterereignissen vielversprechend ist, hat ein interdisziplinäres Forschungsteam der Universität Göttingen, der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt und dem Natural Resources Institute Finland (Luke) nun untersucht. Die Ergebnisse offenbaren ein Investitionsrisiko: Weil eine Pflanzung und Pflege vielfältiger Wälder teurer ist, werden die Kosten für die Wiederbewaldung oft nicht mehr durch die spätere Holznutzung gedeckt, wenn Störungen das Wachstum der Bäume frühzeitig beenden. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Scientific Reports erschienen.

Quelle: Uni Göttingen

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News · Forschungsergebnis

Mikroalge mit ungewöhnlichem Chloroplasten

Schnitt durch eine Zelle der Mikroalge Prorocentrum cordatum. Der Zellkern mit den Chromosomen befindet sich auf der rechten Seite. Ein einzelner Chloroplast umhüllt praktisch das gesamte Zellinnere. Aufnahme: AG Allgemeine und Molekulare Mikrobiologie, Uni Oldenburg

Eine besondere Organisation der Photosynthese zeigt die einzellige Meeresalge Prorocentrum cordatum, die auch in Algenblüten vorkommt. Ein Forschungsteam um den Mikrobiologen Prof. Dr. Ralf Rabus von der Universität Oldenburg hat die ungewöhnliche Zellbiologie der weltweit verbreiteten Art aus der Gruppe der Dinoflagellaten („Panzergeißler“) erstmals sowohl auf molekularbiologischer Ebene als auch mit bildgebenden Verfahren detailliert untersucht. Wie das Team jetzt in der Zeitschrift Plant Physiology berichtet, ist die Photosynthese der Einzeller ungewöhnlich organisiert, was ihnen helfen könnte, mit wechselnden Lichtverhältnissen im Meer zurecht zu kommen. Demnach hat die Alge eine besondere dreidimensionale Form der Chloroplasten, dessen Form einem Fass ähnelt und der 40 Prozent des Zellvolumens einnimmt, wie das Team mit Hauptautorin Jana Kalvelage mit einem Rasterelektronenmikroskop mit fokussiertem Ionenstrahl der Ludwig-Maximilians-Universität München herausfand. Bei P. cordatum identifizierte das Team eine einzelne, aus zahlreichen Proteinen zusammengesetzte große Struktur, einen sogenannten Megakomplex, in dem die Sonnenenergie in biochemische Energie umgewandelt wird - anders als in Pflanzen wie etwa Arabidopsis, wo die verschiedenen Schritte der Photosynthese räumlich getrennt ablaufen. Die Ergebnisse der Studie könnten dazu beitragen, das Auftreten schädlicher Algenblüten, die durch den Klimawandel möglicherweise begünstigt werden, in Zukunft besser zu verstehen.

Quelle: Uni Oldenburg

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News · Ausbildung · Werkzeuge

Anpassung von Pflanzen an den Klimawandel erfahrbar machen

Um die Auswirkungen des Klimawandels konkret erfahrbar zu machen, haben Forscher*innen der TH Köln und der Universität zu Köln gemeinsam mit Studierenden eine technische Lösung entwickelt, mit der Experimente durchgeführt und die Ergebnisse mithilfe einer Software visualisiert werden können. Die entwickelte Software ist nach Projektende als Open Educational Resource frei nutzbar und kann zum Beispiel in der Lehre eingesetzt werden. „Unser gemeinsamer Ansatz war es, die Auswirkungen von Dürren und Überflutungen auf Pflanzenwachstum und Biodiversität anschaulich darzustellen. Durch problemorientiertes Lernen haben wir den Studierenden die Zusammenhänge vermittelt, so dass sie selbst Experimente planen und durchführen konnten. Dazu fand ein interdisziplinärer Austausch zwischen Studierenden aus den Fachbereichen Biologie und Ingenieurwissenschaften statt“, erklärt Prof. Dr. Marcel Bucher vom Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität zu Köln. Die Plattform mit Informationen zu den Experimenten ist bei der Uni Köln frei zugänglich: https://innobiodiv.uni-koeln.de/

Quelle: TH Köln

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News · Forschungsorte

Neues Zentrum für Synthetische Genomik

Die Anwendung und Entwicklung neuer Technologien der DNA-Synthese voranzutreiben, um den Weg für die Herstellung ganzer künstlicher Genome zu ebnen – das ist das Ziel eines neuen interdisziplinären Zentrums, das an der Universität Heidelberg, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) entsteht. Im Center for Synthetic Genomics sollen neue Entwicklungen in der Synthetischen Genomik durch Grundlagenforschung und Technologieentwicklung unter Einsatz von Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) angestoßen werden. Langfristig soll es so möglich werden, lange DNA-Sequenzen für Anwendungen in der Forschung, den Nanomaterialwissenschaften oder der Medizin zu entwerfen und herzustellen. Erster Sprecher des neuen Zentrums ist der Systembiologe Professor Michael Knop, stellvertretender Direktor des Zentrums für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH). Den Aufbau fördert die Carl-Zeiss-Stiftung (CZS) über einen Zeitraum von sechs Jahren mit insgesamt zwölf Millionen Euro.

Quelle: KIT

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Stellenangebote
Offene Stellen

Wissenschaftliche Mitarbeit (PostDoc, m/w/d)

Steuerung und Verschaltung des plastidären Schutzsystems in der Umweltstabilisierung von Pflanzen

Freie Universität (FU) Berlin, Pflanzenphysiologie, Berlin-Dahlem, Germany

Start: Juli - September 2024

Deadline: 30 April 2024

Details: FU Berlin

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Offene Stellen

Scientific data manager / PostDoc level (f/m/d)

Crop Improvement: Cassava Source-Sink Project

Friedrich-Alexander-Universitity Erlangen-Nürnberg, Biochemistry group, Erlangen, Germany

Start: as soon as possible

Deadline: 30 April 2024

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Offene Stellen

W3 Professur (m/w/d)

Molekulare Pflanzenbiologie

Technische Universität Braunschweig, Fakultät für Lebenswissenschaften, Braunschweig, Deutschland

Start: zum nächstmöglichen Zeitpunkt

Deadline: 6 Mai 2024

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Offene Stellen

PhD position (f/m/d)

Dissection of sulfurtransferase-mediated persulfidation in plant mitochondria

University of Bonn, Faculty of Agriculture, Chemical Signalling group, Bonn, Germany

Deadline: 17 May 2024

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DBG-Veranstaltungen
Empfohlen
Plant Biology · DBG

CRISPR‐Cas9 and beyond - review summarizes target genes for developing disease‐resistant plants

Genome-editing technology is a promising strategy for protecting food security against yield losses of crops due to unpredictable climate change and plant diseases.

In their paper the authors Park et al. provide a brief overview of recent progress in genome-editing technologies, including zinc-finger nucleases (ZFNs), transcription activator-like effector nucleases (TALENs), and clustered regularly interspaced short palindromic repeats (CRISPR)-associated protein 9 (Cas9) technologies. They classify disease resistant mutants of Arabidopsis thaliana and several crop plants based on the roles or functions of the mutated genes in plant immunity and suggest potential target genes for molecular breeding of genome-edited disease-resistant plants. Genome editing technologies are resilient tools for sustainable development and promising solutions for coping with climate change and population increases.

Read whole paper in our scientific journal Plant Biology (2024) DOI: 10.1111/plb.13625

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Plant Biology · DBG

Review: the world’s largest mimicry system

Mimics of pollen, anthers, stamens, and androecia, their models and pollen eating bees and hoverflies constitute the world’s largest mimicry system.

In the open access paper "pollen, anther, stamen, and androecium mimicry" authors Lunau, De Camargo and Brito review the hypotheses, why the yellow UV-absorbing floral centre is so frequent in angiosperms. They review the pollen, anther, stamen, and androecium mimicry (PASAM) hypotheses, present new and published data on pollenating and pollen-collecting pollinators’ responses to PASAM structures and discuss how widespread these systems are around the globe. Their ultimate goal is to promote the idea that PASAM is a plausible first approach to understanding floral colour patterns in angiosperms.

Read whole paper in our scientific journal Plant Biology (2024) DOI: 10.1111/plb.13628

Plant Biology · DBG

Review: Mycorrhization in trees - ecology, physiology, and emerging technologies

Mycorrhization in trees impacts ecological and physiological dynamics of a forest ecosystem.

The paper summarizes the ecological and physiological significance of mycorrhization. As the authors Chaudhury et al. describe: Dual mycorrhization relationships in trees and even triple relationships among trees, mycorrhizal fungi and bacteria offer an interesting physiological system to understand how plants interact with other organisms for better survival. Besides, studies indicate additional roles of mycorrhization in learning, memorizing and communication between host trees through a common mycorrhizal network (CMN). Recent observations in trees suggest that mycorrhization may even promote tolerance to multiple abiotic (e.g., drought, salt, heavy metal stress) and biotic (e.g. fungi) stresses. Due to the extent of physiological reliance, local adaptation of trees is heavily impacted by the mycorrhizal community. This knowledge opens the possibility of a non-GMO avenue to promote tree growth and development. Indeed, mycorrhization could impact growth of trees in nurseries and subsequent survival of the inoculated trees in field conditions.

Read whole paper in our scientific journal Plant Biology (2024) DOI: 10.1111/plb.13613

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Plant Biology · DBG

Review on allelopathy and allelobiosis: efficient and economical alternatives in agroecosystems

The paper summarizes allelopathy and allelobiosis in inter-specific, intra-specific, plant-microorganism, and plant-insect context, and discusses the involved substances, their mechanisms, as well as environmental factors influencing allelopathic/signal molecule production and spread.

In their review authors Han et al. summarize and classify allelochemicals and chemical signals according to their function and structure in relation to environmental factors and generation and diffusion of such signals, since allelopathy and allelobiosis have never been systematically reviewed thus far. Moreover the authors provide recent research on the application of allelopathy and allelobiosis in agroecosystems in future studies.

Read whole paper in our scientific journal Plant Biology (2023) DOI: 10.1111/plb.13582 

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Plant Biology · DBG

Review: Oxygen transport in plants under hypoxia/anoxia - diffusion and convection

In waterlogged environments, plant root aeration mainly relies on diffusion through aerenchyma, although some emergent and floating-leaved plants utilize pressurized flows to facilitate gas movement within their stems and rhizomes

In the article "An overview of oxygen transport in plants: diffusion and convection" author G. G. Striker summarizes how plants under hypoxia/anoxia ensure a steady oxygen supply to their cells and identifies three types of pressurized (convective) flows: humidity-induced pressurization (positive pressure), thermal osmosis (positive pressure with air flow against the heat gradient), and venturi-induced suction (negative pressure) caused by wind passing over broken culms.

Read whole paper in our scientific journal Plant Biology (2023) DOI: 10.1111/plb.13558.

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Plant Biology · DBG

Review: Divergence of non-flying mammal-pollinated plants

The pollination system and evolutionary transition of Mucuna in Asia are unique, reflecting the divergence of the non-flying mammal-pollinated plants

In the article "Evolution of a non-flying mammal-dependent pollination system in Asian Mucuna (Fabaceae)" author S. Kobayashi summarizes the available knowledge of pollination in Asian Mucuna (Fabaceae), a genus mainly distributed in the tropics, and discusses the evolution of plants pollinated by non-flying mammals in Asia. Nineteen pollinator species have been recorded and pollination systems have been categorized into four types. An examination of the relationship between Mucuna species and their pollinators from the lineage perspective revealed that all species in Mucuna, subgenus Macrocarpa, which are distributed in Asia, are pollinated exclusively by non-flying mammals, f.e. from squirrel species.

Read whole paper in our scientific journal Plant Biology (2023) DOI: 10.1111/plb.13557.

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Plant Biology · DBG

Review: Genetics underlying wheat grain protein content and grain protein deviation

Independent studies converge on genomic regions significantly associated with wheat grain protein content and grain protein deviation

In their review "Recent advances in the genetics underlying wheat grain protein content (GPC) and grain protein deviation (GPD) in hexaploid wheat", the authors Paina and Gregersen summarize the scientific findings about the genetics underlying wheat GPC and GPD, representing the relationship between grain protein content and yield), together with the performance of genomic prediction models characterizing these traits. A total of 364 significant loci related to GPC and GPD are positioned on the hexaploid wheat genome, one of the most important global crops which therefore is of major interest in breeding programs.

Read whole paper in our scientific journal Plant Biology (2023) DOI: 10.1111/plb.13550 (Open Access)

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Plant Biology · DBG

Review: How gibberellin molecular metabolism orchestrates plant development

Gibberellin pathways have emerged as multi-signals integrators for plant development through complex feedback regulations and cross-talks

In their article "Molecular gibberellin (GA) pathways as conserved integrators for adaptive responses" Bouré and Arnaud summarize the elements of GA metabolism and signalling pathways, with emphasis on the key role of the GA/GID1/DELLA complex as a conserved developmental integrator. They also discuss how the GA signalling pathway - together with feedback regulation on GA metabolism -  contributes to the integration of endogenous and exogenous signals to provide an adaptive output.

Read whole paper in our scientific journal Plant Biology (2023). DOI: 10.1111/plb.13549.

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Plant Biology · DBG

Review: Vulnerability, resilience, and adaptive capacity of Mediterranean forests under climate change

Factors that affect vulnerability and mechanisms that influence resilience of forests.

The autors Touhami et al. review the current state of knowledge on the effects of climate change on sclerophyllous and semi-deciduous forest ecosystems in Tunisia. They found alarming results concerning the tree cover lost to fires, as well as shifted phenological parameters like start and end of the green season. And they call upon scientists, policymakers, and managers to adapt Mediterranean forests to climate change.

Read whole paper in our scientific journal Plant Biology (2023). DOI: 10.1111/plb.13524

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Plant Biology · DBG

Review: How proline functions under high temperatures and how genetic engineering may help to develop temperature-smart crops

Proline aids in various activities associated with plant growth and development under extreme temperatures, and genetic engineering of proline biosynthesis genes may aid in the design of temperature-smart future crops.

In their review "assessment of proline function in higher plants under extreme temperatures" authors Raza, Charagh, Abbas et al conclude that exogenous application of proline and genetic engineering of proline genes promise ways to develop temperature-smart future crop plants to combat impending climate change crisis.

Read whole paper in our scientific journal Plant Biology (2023). DOI: 10.1111/plb.13510

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Plant Biology · DBG

Review: How metabolism of plant lipids and plant responses to abiotic stressors interact

The review summarizes the interactions between plant lipids and abiotic stressors.

In their review "Functions and interaction of plant lipid signalling under abiotic stresses" the authors Liang, Huang, Liu, Chen and Li describe the metabolism of plant lipids and discuss their involvement in plant responses to abiotic stress. Thereby they also provide necessary background for further research on the interactions between plant lipids and abiotic stress. Several summary diagrams as well as a comprehensive model of interactions between plant lipids and abiotic stresses is summarized in a graph.

Read whole paper in our scientific journal Plant Biology 2023, DOI: 10.1111/plb.13507

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Plant Biology · DBG

Review: Rice anther tapetum - a vital reproductive cell layer for sporopollenin biosynthesis and pollen exine patterning

Summary of the regulation of tapetum and pollen formation, focused on the role of AT-Hook DNA binding proteins in tapetal and exine patterning

Findings on rice tapetum development, including genomic, transcriptomic and proteomic studies are reviewed by the authors Tariq, Yaseen, Xu, Rehman, Bibi and Uzair. They also describe tapetal programmed cell death (PCD), sporopollenin biosynthesis, ROS activity for tapetum
function and its role in male reproductive development. They summarize the role of the tapetum in male fertility using rice as a model system, and provide information that can be applied in rice hybridization and that of other major crops.

Read whole paper open access in our scientific journal Plant Biology (2022). DOI: 10.1111/plb.13485

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Plant Biology · DBG

Review: Plant water uptake modelling - added value of cross-disciplinary approaches

Factors influencing water uptake and complementary interdisciplinary hybrid models of plant water uptake

The authors Dubbert, Couvreur, Kübert, and Werner summarize how interdisciplinary hybrid plant water uptake models add the value of a broader conceptual view of soil-plant feedbacks of water, nutrient and carbon cycling. The main goal is to highlight how the four dominant model approaches can be and have been used to create interdisciplinary hybrid models enabling a holistic system understanding that also embeds plant water uptake plasticity into a broader conceptual view of soil–plant feedbacks of water, nutrient and carbon cycling, or reflects observed drought responses of plant–soil feedbacks and their dynamics under, that is, drought.

Read whole paper open access in our scientific journal Plant Biology 25 (2021) 32–42. DOI: 10.1111/plb.13478.

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Plant Biology · DBG

Review: Grass species with smoke-released seed dormancy: A response to climate and fire regime but not photosynthetic pathway

Among worldwide grass species, four types of smoke-assisted seed dormancy release can be recognized, based on % with C4 photosynthesis, vegetation type, rainfall seasonality, and type and frequency of fire

In the review author Lamont summarizes the worldwide literature for reports on germination responses among grasses, whose photosynthetic pathway was known, to treatment by smoke and obtained information for 217 species and 126 genera. Thus, even though C3 and C4 grasses are equally capable of expressing smoke sensitivity, their response depends on the region’s climate and fire regime that also dictate which photosynthetic pathway dominates.

Read whole paper in our scientific journal Plant Biology DOI: 10.1111/plb.13479

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Plant Biology · DBG

Viewpoint: Is a spice missing from the recipe? The intra-cellular localization of vanillin biosynthesis needs further investigations

The biosynthesis of the flavor compound Vanillin is still controversial; specifically the role of the last enzyme of the pathway, vanillin synthase

Authors Diamond, Barnabé and Desgagné-Penix raise questions on the interpretation of data obtained from the technique used and on the true localization of the biosynthetic enzymes in V. planifolia. They discuss the findings surrounding the cellular-localization and activity of enzymes of vanillin biosynthesis. This will help to further understand the pathway and urge for additional research study to resolve the current debate in the biosynthesis of the most popular flavor compound in the world.

Read whole viewpoint in our scientific journal Plant Biology DOI: 10.1111/plb.13465

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Newsroom
Pressemitteilung

Alge des Jahres 2024: Sargassum – von schädigenden Massenblüten zum nachhaltigen Rohstoff

Sargassum fluitans. Die gut sichbaren Schwimmblasen erlauben ein Treiben an der Meeresoberfläche. Foto: Miriam Philippi

Die Weltmeere beherbergen zahlreiche Algenarten, von mikroskopisch kleinen Einzellern bis hin zu meterlangen Seetangen. Zu letzteren gehört auch die freischwimmende Braunalge Sargassum (Golftang), die mit ihren Massenblüten die Oberfläche des atlantischen Ozeans von Afrika bis Amerika durchspannen kann. Dr. Mar Fernández-Méndez und Dr. Miriam Philippi vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven (AWI), erforschen die Kohlenstoff- und Nährstoffkreisläufe dieser Massenblüten, deren Funktion als vielfältiger, artenreicher Lebensraum sowie ihr Potenzial, erdölbasierte Stoffe zu ersetzen und gleichzeitig CO2 zu binden. Die Sargassum-Arten, S. natans und S. fluitans, kommen ausschließlich als freischwimmende Algen vor, was sie zu einer Besonderheit unter den Großalgen macht. Die Algenforscher*innen der Deutschen Botanischen Gesellschaft haben Sargassum deshalb zur Alge des Jahres 2024 gekürt.

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DBG · Politik

Stellungnahme: DBG zum Regulierungsvorschlag der EU für Neue Genomische Techniken

Die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) begrüßt den Vorschlag der EU-Kommission vom 5. Juli 2023 zur Regulierung der Nutzung von mit neuen genomischen Techniken (NGT) erzeugten Sorten, um das Gentechnik-Recht an den aktuellen Wissensstand anzupassen. Es hat sich aus wissenschaftlicher Sicht als sinnvoll erwiesen, neue Pflanzensorten nach ihren Eigenschaften und nicht nach Art ihrer Erzeugung zu bewerten. Die DBG schätzt die Vorschläge der EU zur Kategorisierung und den einzelnen genetischen Änderungen im Folgenden ein und schlägt konkrete Präzisierungen vor.

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Pressemitteilung

Alge des Jahres 2023: Die landlebende Jochalge Serritaenia baut ihren eigenen Sonnenschirm

Serritaenia-Kolonien auf den Blättchen des Frauenhaarmooses, gesammelt im Oberbergischen Land. Foto: Sebastian Hess

Die feuchten Wälder des ozeanisch geprägten westlichen Deutschlands beherbergen eine reiche Algenflora. Anna Busch und Dr. Sebastian Hess von der Universität zu Köln untersuchen seit einigen Jahren schwärzliche Überzüge auf Moosen, Totholz und Baumstämmen. Diese entpuppten sich durch ihre mikroskopischen und genetischen Analysen als eine neue Mikroalgen-Gattung mit einer bis dato unbekannten und ziemlich einzigartigen Sonnenschutzstrategie. Wie die Biolog*innen herausfanden, bilden die Algen farbige Gallerthüllen, die effizient Licht und UV-Strahlung blocken und so ein Leben an Land ermöglichen. Busch und Hess, die der „Sonnenschirmalge“ auch einen wissenschaftlichen Namen verliehen haben, sind Mitglieder der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft. Diese kürte die Gattung Serritaenia aufgrund ihrer bemerkenswerten Fähigkeiten zur Alge des Jahres 2023.

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DBG · Pressemitteilung

Drei Wissenschaftspreise verliehen: Photosynthese, Fertilität und Pfropfen

Die drei Preistragenden (von oben links im Uhrzeigersinn): Dr. Rabea Meyberg, Dr. Meike Hüdig und M.Sc. Kai Steffen Bartusch. Fotos: Rabea Meyberg, Manuel Balparda, Syahfitri Retno Wulandari

Wie ein effizientes Enzym der Photosynthese funktioniert, warum sich ein Moos nicht mehr sexuell vermehren konnte, und wie Temperatur und ein Hormon das Ergebnis beim Pfropfen verbessern, sind die Themen der drei Forschenden, die mit den diesjährigen Wissenschaftspreisen der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) ausgezeichnet werden. Dr. Meike Hüdig, Dr. Rabea Meyberg und M.Sc. Kai Steffen Bartusch erhalten ihre Auszeichnungen während der Botanik-Tagung, International Conference of the German Society for Plant Sciences, vom 28. August bis 1. September in Bonn. Die mit jeweils 2.000 bis 2.500 Euro dotierten Preise für Forscherinnen und Forscher im frühen Karrierestadium sollen die wissenschaftliche Laufbahn der drei beflügeln, wie schon die früher verliehenen Auszeichnungen der DBG.

Details zu den Forschungsergebnissen, Papern und alle Fotos

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Pressemitteilung · Sektionen

Alge des Jahres 2022: Panzergeißler Stylodinium droht zu verschwinden, bevor seine kuriose Lebensweise erforscht ist

Die kugelförmige Alge Stylodinium cf. bavariense aus den ehemaligen Torfstichen nahe des bayerischen Seeon heftet sich mit einem Stiel an eine fadenförmige Alge, nachdem sie ihr schwimmendes Stadium aufgegeben hat. Lichtmikroskopische Aufnahme: Corinna Romeikat, Ludwig-Maximilians-Universität München

Eine im Verborgenen heimischer Moore lebende Alge namens Stylodinium haben Forschende zur Alge des Jahres 2022 gewählt. Sie heftet sich an andere Algen an, auch wenn sie eigentlich selbst schwimmen kann, und gibt daher Rätsel auf. Doch der einzellige Panzergeißler droht gemeinsam mit seinem Lebensraum zu verschwinden, noch bevor seine den Aufsitzerpflanzen im Regenwald ähnliche Lebensweise erforscht ist. Stylodinium dient außerdem der Erkennung ökologisch intakter Moor-Gewässer. Die Stielalge kann der Biodiversitäts- und Klimaforschung dienen, wenn deren Arten zweifelsfrei bestimmbar werden. Daran arbeiten Teams um Prof. Dr. Marc Gottschling von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und Dr. Urban Tillmann vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Beide Algenforscher sind Mitglieder der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG), in der all jene Wissenschaftler*innen organisiert sind, die Stylodinium zur Alge des Jahres gewählt haben.

Die Alge des Jahres 2022 stellen die beteiligten Forscher*innen auf der Website der Sektion Phykologie in Text und Bild vor.

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Pressemitteilung

Alge des Jahres 2021: Schlauchalge Vaucheria velutina verändert das Wattenmeer

Die sich rasch ausbreitende Alge Vaucheria velutina häuft über sandigem Wattboden große Mengen Schlick an (linke Seite). Am Horizont liegt die Insel Sylt. Foto: Karsten Reise

Weit draußen im Sylter Watt, wo sonst Seehunde auf Sandbänken dösen, steckte der Wattforscher Karsten Reise vom Alfred-Wegener-Institut dieses Jahr unverhofft in weichem Schlick fest. Hier entdeckte er im Sommer erstmals Schlauchalgen, die über weite Flächen verbreitet waren und sonst nur am Ufer wachsen. In den Vaucheria-Algen verfängt sich der Schlick, wodurch die Gänge der Wattwürmer verstopft werden. Somit verändert sich das Weltnaturerbe Wattenmeer. Wie Nataliya Rybalka von der Universität Göttingen durch molekulargenetische Analysen herausfand, stammen die gelbgrünen Vaucheria velutina Algen von nur einem Mutter-Organismus ab. Die von diesem Klon besiedelten Areale dehnten sich schnell auf einer Fläche von mehr als 280 Fußballfeldern aus. Aufgrund ihrer plötzlichen Dominanz und den absehbaren ökologischen Folgen haben Algenforscher in der Sektion Phykologie in der Deutschen Botanischen Gesellschaft Vaucheria velutina zur Alge des Jahres 2021 gewählt.

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Pressemitteilung

Chromera velia, autonomer Verwandter prominenter Parasiten ist Alge des Jahres 2020

Die Alge Chromera velia im Lichtmikroskop. Die Chloroplasten mit dem einzigartigen genetischen Code erscheinen im Lichtmikroskop goldbraun. Aufnahme: Miroslav Oborník

Die Alge Chromera velia lebt im australischen Great Barrier Reef in Gesellschaft von Korallen. Sie ist verwandt mit Parasiten wie den Malaria-Erregern. Die Alge kann jedoch ohne Wirt leben, wohingegen Parasiten von ihren Wirten abhängig sind. Chromera velia verbindet die Lebensweise freilebender Algen mit der von Parasiten. Sie hilft so die Evolution der Krankheitserreger zu verstehen. Algenforscherinnen und Algenforscher der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) haben Chromera velia nun zur Alge des Jahres 2020 gewählt.

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DBG · Pressemitteilung

Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) fordert eine nachhaltige Ressourcen- und Klimapolitik

Entscheidungen über die Ressourcen unserer Erde müssen nachhaltig und wissenschaftsbasiert sein. Zur Eröffnung der Botanikertagung an der Universität Rostock, zu der sich mehr als 420 Pflanzenforschende angemeldet haben, fordert das Präsidium der Deutschen Botanischen Gesellschaft die Beteiligten am Klimakabinett und alle Parteien auf, nachhaltige und mutige Entscheidungen zu treffen, um die Ressourcen unseres Planeten und das Klima nachhaltig zu schützen.

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DBG · Nachwuchsförderung · Presse · Pressemitteilung

Auszeichnungen für vier Pflanzenforscherinnen und -forscher

Die vier Preistragenden (von oben links im Uhrzeigersinn): Dr. Constantin Mario Zohner, Dr. Eva-Sophie Wallner, Dr. Moisés Expósito Alonso und Dr. Jessica Lee Erickson. Fotos: Jaimie Crowther, Jörg Abendroth, Tobias Jung und Carolin Alfs

Wie sich der Klimawandel auf den Blattaustrieb von Gehölzen und das Überleben von Blumen auswirkt, welche Substanzen die Form von Plastiden beeinflussen und welche Eiweiße den Startschuss für die Phloem-Entwicklung geben, sind die Themen der vier Forschenden, die mit den diesjährigen Wissenschaftspreisen der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) ausgezeichnet werden. Dr. Constantin Mario Zohner, Dr. Jessica Lee Erickson, Dr. Moisés Expósito Alonso und Dr. Eva-Sophie Wallner erhalten ihre Auszeichnungen während der Botanikertagung vom 16. bis 19. September in Rostock, wo sie den mehr als 420 angemeldeten Pflanzenforscherinnen und –forschern ihre Ergebnisse vorstellen werden.

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Pressemitteilung · Sektionen

Seit 200 Jahren bekannt und noch voller Rätsel: Die blutrote Schneealge ist Alge des Jahres 2019

Die leuchtend roten Schneefelder, die die Blutschneealgen enthalten, erstrecken sich über weite Flächen, wie hier auf dem Doktorbreen-Gletscher in Spitzbergen im August 2004. Foto: Thomas Leya

Die Alge Chlamydomonas nivalis, die auf der ganzen Welt Schnee blutrot zu färben vermag, haben Forschende zur Alge des Jahres gewählt. Auch 200 Jahre nach einer Expedition, bei der Kapitän John Ross auf einer Polarfahrt den Roten Schnee zeichnete und den Verursacher im Mikroskop zu erkennen suchte, gibt die Alge weiterhin Rätsel auf. Schneealgenexperte Dr. Thomas Leya vom Potsdamer Fraunhofer IZI-BB erklärt, warum das so ist und wo der winzige Einzeller zu entdecken ist. Leya ist Mitglied der Sektion Phykologie, in der die Algenforscher der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) organisiert sind, die Chlamydomonas nivalis zur Alge des Jahres 2019 gewählt haben.

Wie sich die Schneealge Chlamydomonas nivalis trotz ihrer Auffälligkeit immer wieder zu verbergen versteht stellt die Sektion Phykologie in Text und Bild (auch zum Download) auf ihrer Website vor.

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Über die DBG

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Die DBG ist das größte Netzwerk für Pflanzenwissenschaften und Botanik im deutschsprachigen Raum. Als gemeinnützige Gesellschaft vertritt sie alle Fachdisziplinen und fördert die Wissenschaft. Sie ist eine der ältesten, aktiven Botanischen Gesellschaften der Welt, fördert Wissenschaftler*innen im frühen Karrierestadium, vereint alle Forschungsgenerationen und unterstützt den Austausch ihrer mehr als 1.000 Mitglieder.

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