Viele Hülsenfrüchtler decken ihren Stickstoff-Bedarf über eine Symbiose: Sie beherbergen Bakterien, die Luftstickstoff binden und der Pflanze verfügbar machen. Wie ein mehrjähriger Hülsenfrüchtler diese Symbiose steuert, ohne ihre bakteriellen Partner dabei zu zerstören, war bislang weitgehend unklar. Ein internationales Team unter Leitung der Technischen Universität Braunschweig hat nun einen bisher unbekannten Mechanismus beschrieben: Sie entdeckten in den Wurzelknöllchen der Robinie eine ungewöhnliche Gruppe von Peptiden, die die Stickstofffixierung der Bakterien stark anregen. Diese Peptide werden gebildet, sobald die Bakterien die Wurzeln besiedeln. Laborversuche zeigten, dass Bakterien, die den Peptiden ausgesetzt sind, ihre Genaktivität deutlich in Richtung Stickstofffixierung verschieben. „Besonders an den neu entdeckten Peptiden ist, dass sie die Knöllchenbakterien nicht so weit beeinträchtigen, dass sie sich nicht mehr fortpflanzen können. Das unterscheidet sie von allen bisher bekannten Peptiden, mit denen andere Vertreter der Hülsenfrüchtler ihre Symbiose kontrollieren“, sagt Robert Hänsch vom Institut für Pflanzenbiologie der TU Braunschweig. Damit geht die Robinie den umgekehrten Weg im Vergleich zu einjährigen Pflanzen: Die Bakterien bleiben lebens- und teilungsfähig und werden zu dauerhaften Mitbewohnern, wie die Forschenden im Fachjournal Science Advances belegen.