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Mit Satelliten Waldschäden schneller erkennen

Diagramm mit Störungsflächen nach Hauptbaumarten und Störungsjahren. Grafik und (c): Karsten Dunger, Thünen-Institut

Sturm, Dürre, Schädlingsbefall: Fachleute müssen schnell und detailliert wissen, wo welche Waldflächen geschädigt wurden, damit die Beräumung und aktive Wiederbewaldung zügig beginnen kann. Dafür hat das Thünen-Institut für Waldökosysteme das Fernerkundungsbasierte Nationale Erfassungssystem für Waldschäden (FNEWs) deutlich weiterentwickelt. Dabei nutzen die Forschenden Daten des europäischen Erdbeobachtungsatelliten Sentinel 2, um abgestorbene Waldflächen automatisiert zu erfassen und zu visualisieren. Sie fließen ein in das Fernerkundungsbasierte Nationale Erfassungssystem für Waldschäden (FNEWs). Das satellitengestützte Monitoring ergänzt bestehende Waldmonitoring– und Inventursysteme um jährliche, kleinteilig und flächendeckend erhobene Informationen zu Störungsgebieten im Wald. Das Modell zur Erstellung der Schadenskarten wird laufend weiter optimiert und validiert. Daher können neue methodische Verbesserungen auch rückwirkend zu Anpassungen in den Ergebnissen führen. „Damit stellen wir sicher, dass Schädigungen im Wald stets nach dem neuesten Stand der Wissenschaft erhoben und zugleich qualitätsgeprüft werden,“ sagt Dr. Katja Oehmichen vom Thünen-Institut für Waldökosysteme.

Quelle: Thünen
Funding · People and Careers

Förderung für optimierte pflanzliche Mikrobiome

Dr. Eliza Loo wird durch den Klaus Tschira Boost-Fund gefördert. Foto und (c): Hamid Rouina, HHU

Die Pflanzenforscherin Dr. Eliza Loo, Arbeitsgruppenleiterin am Institut für Molekulare Physiologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), wird für die kommenden zwei Jahre für ein Projekt zu mikrobiellen Gemeinschaften bei Nutzpflanzen gefördert. Ziel der im Rahmen des Klaus Tschira Boost-Funds geförderten Forschung ist es, diese Gemeinschaften zu optimieren. Loo erhielt unseren Eduard Strasburger Preis für Forschende im frühen Karrierestadium im Jahr 2024 weil sie herausfand, dass sich die an Pflanzenwurzeln siedelnden Mikroben in einzelne Abschnitte unterteilen lassen, ähnlich dem menschlichen Darm. Nun möchte sie mit dem Boost-Fund in Höhe von 120.000 Euro für zwei Jahre im Projekt Predicitve Rhizobiome Networks for Functional Microbiome Engineering die Interaktion von Mikroorganismen untersuchen. Sie will darin wurzelassoziierte Mikroorganismen (das „Rhizobiom“) kartieren sowie deren Stoffwechselaktivität untersuchen. Auf dieser Grundlage sollen Interaktionsnetzwerke erstellt werden, die die mikrobielle Integration vorhersagen können. "Letztlich geht es darum, das Mikrobiom zu optimieren und möglichst effektive Bioinokulazien für die Nutzpflanzenentwicklung bereitzustellen,“ sagt Loo.

Quelle: HHU
Research Result

Vegetationsmuster und Ökosystem-Resilienz

Tigerbuschlandschaft in Niger. Foto und (c): Vincent van Zeijst, Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Bestimmte Muster können entweder eine erhöhte oder eine verminderte Widerstandsfähigkeit des Ökosystems anzeigen. In Trockengebieten führt erhöhter Umweltstress häufig zu einer Veränderung der Vegetationsdecke: von einheitlichem Bewuchs hin zu Fleckenmustern. Einige theoretische Studien legen nahe, dass diese räumliche Selbstorganisation der Vegetation Ökosystemen hilft, die Wüstenbildung zu verzögern oder ihr sogar zu entgehen. Doch dies ist nicht generell so. Das zeigen Wissenschaftler des Center for Advanced Systems Understanding (CASUS) am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) mit einem neuen Theorieansatz, der bisher vernachlässigte, aber für die Erfassung der tatsächlichen Gegebenheiten relevante Parameter berücksichtigt. Die Ergebnisse veröffentlichten die beiden Froscher in der Zeitschrift PNAS.

Quelle: HZDR
People and Careers

Damit Weizen und Raps widerstandsfähiger werden

Prof. Dr. Andreas Stahl, der Leiter des Fachinstituts für Resistenzforschung und Stresstoleranz am Julius Kühn-Institut in Quedlinburg, ist zum 1. April 2026 auf die Professur für Resistenz und Toleranz von Kulturpflanzen an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) berufen worden. Es handelt sich um eine gemeinsame Berufung mit dem Julius Kühn-Institut (JKI), dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen. Forschende der JLU und des JKI arbeiten schon lange intensiv zusammen, insbesondere zu Fragen der Pflanzenzüchtung. Seit dem Jahr 2022 besteht eine Kooperationsvereinbarung zwischen den beiden Einrichtungen.

Quelle: JLU
Research Result

Agrarproduktion ist Hauptursache für verheerende Waldbrände in Südamerikas Trockenwäldern

Großflächige Brände im südamerikanischen Chaco, eine der größten Trockenwaldregionen der Welt, die sich über die Länder Argentinien, Bolivien und Paraguay erstreckt. Das Foto wurde im September 2011 im argentinischen Chaco aufgenommen. Foto und (c): Julieta Decarre, HU Berlin

Ein internationales Forschungsteam hat mit Hilfe von Satellitendaten die Feuergeschichte des Gran Chaco, einer der größten Trockenwaldregionen der Welt rekonstruiert. Demnach sind Brände vor allem auf die Ausweitung der Landwirtschaft und Rinderzucht zurückzuführen und nur in begrenztem Maße auf Klimaveränderungen. Die Ergebnisse hat das Team unter Leitung der Humboldt-Universität zu Berlin in Zusammenarbeit mit Partner*innen aus Bolivien und Argentinien im Fachjournal Nature Sustainability veröffentlicht.

Quelle: HU Berlin
Funding

Fünf Millionen Euro für die Waldforschung

Forschende beobachten seit Jahren, dass die heutigen Wirtschaftswälder in Mitteleuropa zu gleichförmig aussehen: Die meisten sind mittelalt, mit dichtem Kronenschluss und ohne Totholz. Doch in jüngerer Zeit führen naturschutzorientierte Konzepte der Forstwirtschaft und immer mehr Störungen, etwa durch Windbruch oder Borkenkäferbefall, wieder für mehr Vielfalt. Besser verstehen, welche Folgen die Homogenisierung der Wälder hat und wie man sie rückgängig machen kann: Daran arbeitet die Forschungsgruppe BETA FOR. An elf Standorten in Deutschland untersuchen Fachleute aus Ökologie, Forstwissenschaft, Fernerkundung, chemischer Ökologie und Statistik zum ersten Mal experimentell, ob und wie eine größere strukturelle Vielfalt auch zu mehr Biodiversität und Multifunktionalität führt. Seit 2022 fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Arbeit dieser Gruppe und hat nun die Weiterförderung für vier Jahre mit über fünf Millionen Euro bewilligt. 

Quelle: Uni Würzburg
People and Careers

Mendel-Medaille für den Agrarökologen Teja Tscharntke

Die Artenvielfalt ist von der Bewirtschaftungsweise landwirtschaftlicher Flächen und den Ökosystemen in der sie umgebenden Landschaft abhängig. Nutzpflanzen profitieren von Bestäubungsleistungen zahlreicher Tiere. Pflanzenfressende Insekten werden von ihren natürlichen Feinden unter Kontrolle gehalten. Wie schwindende Artenvielfalt die Landwirtschaft sowohl in gemäßigten als auch tropischen Klimazonen beeinträchtigt, untersucht der Soziologe und Biologe Teja Tscharntke der Georg-August-Universität Göttingen, der seit dem Jahr 2015 jedes Jahr „Highly Cited Researcher“ ist. Für seine grundlegenden Beiträge zur Agrarökologie ehrt ihn die Leopoldina mit der Mendel-Medaille 2026, die er am 14. März an der Leopoldina erhalten wird.

Quelle: Leopoldina
Methods · Research Result

Instrument zur Analyse des pflanzlichen Aktin-Zytoskeletts entwickelt

Ein Forschungsteam hat einen computergestützten Ansatz und ein dazugehöriges Tool entwickelt, mit dem sich die Aktin-Filamentstrukturen in Pflanzenzellen detailliert analysieren und rekonstruieren lassen. Das „Graph of Filaments over Time“ (GraFT) genannte Instrument könnte die Untersuchung fadenförmiger Strukturen in Pflanzenzellen revolutionieren, da es eine automatisierte und hochpräzise Verfolgung und Nachverfolgung von Filamentstrukturen ermöglicht. Die Ergebnisse der Erprobung von GraFT, das ein Team um den Potsdamer Bioinformatiker Prof. Dr. Zoran Nikoloski entwickelt hat, wurden nun in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht.

Quelle: Uni Potsdam
Project

Planktonblüte in der Labradorsee analysieren

Im Frühjahr beginnt in der Labradorsee zwischen Grönland und Kanada eine der wichtigsten Phasen des Jahres im Ozean: Milliarden mikroskopisch kleiner Algen vermehren sich rasant und bilden eine riesige Phytoplanktonblüte. Per Satellitenbild ist dieses Phänomen als grün-blaue Verfärbung der Meeresoberfläche zu erkennen. Die Planktonblüte bildet die Grundlage vieler mariner Nahrungsnetze und wirkt zugleich als Kohlenstoffsenke, indem sie zur Aufnahme von CO2 aus der Atmosphäre beiträgt. Am Freitag ist die Expedition MSM142 mit dem Forschungsschiff MARIA S. MERIAN von Nuuk (Grönland) in die Labradorsee gestartet. Unter der Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel untersucht ein internationales Forschungsteam, wie Strömungen, Wirbel und Fronten im subpolaren Nordatlantik Wärme, Süßwasser und Nährstoffe transportieren. Die Expedition verbindet Forschungen zur Frühjahrsblüte in der Labradorsee mit Langzeitbeobachtungen großer Strömungssysteme. Forschende des GEOMAR beteiligen sich mit Messprogrammen zu physikalischer Ozeanographie und Biogeochemie. 

Quelle: GEOMAR
Funding

Neue Gruppe analysiert Hydraulik und Pflanzenwachstum in Reaktion auf Trockenheit

Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) am Freitag bekannt gab, wird eine der 14 neuen Forschungsgruppen SOPHY „Der Einfluss der Hydraulik von Boden und Pflanze auf Transpiration und Pflanzenwachstum in Reaktion auf Trockenheit" gefördert, die unter der Leitung von Professor Dr. Mutez Ali Ahmed an der TU München im Rahmen der D-A-CH-Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanziert werden wird.

Quelle: DFG