Forschungsergebnis

Vegetationsmuster und Ökosystem-Resilienz

Tigerbuschlandschaft in Niger. Foto und (c): Vincent van Zeijst, Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Bestimmte Muster können entweder eine erhöhte oder eine verminderte Widerstandsfähigkeit des Ökosystems anzeigen. In Trockengebieten führt erhöhter Umweltstress häufig zu einer Veränderung der Vegetationsdecke: von einheitlichem Bewuchs hin zu Fleckenmustern. Einige theoretische Studien legen nahe, dass diese räumliche Selbstorganisation der Vegetation Ökosystemen hilft, die Wüstenbildung zu verzögern oder ihr sogar zu entgehen. Doch dies ist nicht generell so. Das zeigen Wissenschaftler des Center for Advanced Systems Understanding (CASUS) am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) mit einem neuen Theorieansatz, der bisher vernachlässigte, aber für die Erfassung der tatsächlichen Gegebenheiten relevante Parameter berücksichtigt. Die Ergebnisse veröffentlichten die beiden Froscher in der Zeitschrift PNAS.

Quelle: HZDR
Forschungsergebnis

Agrarproduktion ist Hauptursache für verheerende Waldbrände in Südamerikas Trockenwäldern

Großflächige Brände im südamerikanischen Chaco, eine der größten Trockenwaldregionen der Welt, die sich über die Länder Argentinien, Bolivien und Paraguay erstreckt. Das Foto wurde im September 2011 im argentinischen Chaco aufgenommen. Foto und (c): Julieta Decarre, HU Berlin

Ein internationales Forschungsteam hat mit Hilfe von Satellitendaten die Feuergeschichte des Gran Chaco, einer der größten Trockenwaldregionen der Welt rekonstruiert. Demnach sind Brände vor allem auf die Ausweitung der Landwirtschaft und Rinderzucht zurückzuführen und nur in begrenztem Maße auf Klimaveränderungen. Die Ergebnisse hat das Team unter Leitung der Humboldt-Universität zu Berlin in Zusammenarbeit mit Partner*innen aus Bolivien und Argentinien im Fachjournal Nature Sustainability veröffentlicht.

Quelle: HU Berlin
Förderung

Fünf Millionen Euro für die Waldforschung

Forschende beobachten seit Jahren, dass die heutigen Wirtschaftswälder in Mitteleuropa zu gleichförmig aussehen: Die meisten sind mittelalt, mit dichtem Kronenschluss und ohne Totholz. Doch in jüngerer Zeit führen naturschutzorientierte Konzepte der Forstwirtschaft und immer mehr Störungen, etwa durch Windbruch oder Borkenkäferbefall, wieder für mehr Vielfalt. Besser verstehen, welche Folgen die Homogenisierung der Wälder hat und wie man sie rückgängig machen kann: Daran arbeitet die Forschungsgruppe BETA FOR. An elf Standorten in Deutschland untersuchen Fachleute aus Ökologie, Forstwissenschaft, Fernerkundung, chemischer Ökologie und Statistik zum ersten Mal experimentell, ob und wie eine größere strukturelle Vielfalt auch zu mehr Biodiversität und Multifunktionalität führt. Seit 2022 fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Arbeit dieser Gruppe und hat nun die Weiterförderung für vier Jahre mit über fünf Millionen Euro bewilligt. 

Quelle: Uni Würzburg
Köpfe und Karrieren

Mendel-Medaille für den Agrarökologen Teja Tscharntke

Die Artenvielfalt ist von der Bewirtschaftungsweise landwirtschaftlicher Flächen und den Ökosystemen in der sie umgebenden Landschaft abhängig. Nutzpflanzen profitieren von Bestäubungsleistungen zahlreicher Tiere. Pflanzenfressende Insekten werden von ihren natürlichen Feinden unter Kontrolle gehalten. Wie schwindende Artenvielfalt die Landwirtschaft sowohl in gemäßigten als auch tropischen Klimazonen beeinträchtigt, untersucht der Soziologe und Biologe Teja Tscharntke der Georg-August-Universität Göttingen, der seit dem Jahr 2015 jedes Jahr „Highly Cited Researcher“ ist. Für seine grundlegenden Beiträge zur Agrarökologie ehrt ihn die Leopoldina mit der Mendel-Medaille 2026, die er am 14. März an der Leopoldina erhalten wird.

Quelle: Leopoldina
Methoden · Forschungsergebnis

Instrument zur Analyse des pflanzlichen Aktin-Zytoskeletts entwickelt

Ein Forschungsteam hat einen computergestützten Ansatz und ein dazugehöriges Tool entwickelt, mit dem sich die Aktin-Filamentstrukturen in Pflanzenzellen detailliert analysieren und rekonstruieren lassen. Das „Graph of Filaments over Time“ (GraFT) genannte Instrument könnte die Untersuchung fadenförmiger Strukturen in Pflanzenzellen revolutionieren, da es eine automatisierte und hochpräzise Verfolgung und Nachverfolgung von Filamentstrukturen ermöglicht. Die Ergebnisse der Erprobung von GraFT, das ein Team um den Potsdamer Bioinformatiker Prof. Dr. Zoran Nikoloski entwickelt hat, wurden nun in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht.

Quelle: Uni Potsdam
Projekt

Planktonblüte in der Labradorsee analysieren

Im Frühjahr beginnt in der Labradorsee zwischen Grönland und Kanada eine der wichtigsten Phasen des Jahres im Ozean: Milliarden mikroskopisch kleiner Algen vermehren sich rasant und bilden eine riesige Phytoplanktonblüte. Per Satellitenbild ist dieses Phänomen als grün-blaue Verfärbung der Meeresoberfläche zu erkennen. Die Planktonblüte bildet die Grundlage vieler mariner Nahrungsnetze und wirkt zugleich als Kohlenstoffsenke, indem sie zur Aufnahme von CO2 aus der Atmosphäre beiträgt. Am Freitag ist die Expedition MSM142 mit dem Forschungsschiff MARIA S. MERIAN von Nuuk (Grönland) in die Labradorsee gestartet. Unter der Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel untersucht ein internationales Forschungsteam, wie Strömungen, Wirbel und Fronten im subpolaren Nordatlantik Wärme, Süßwasser und Nährstoffe transportieren. Die Expedition verbindet Forschungen zur Frühjahrsblüte in der Labradorsee mit Langzeitbeobachtungen großer Strömungssysteme. Forschende des GEOMAR beteiligen sich mit Messprogrammen zu physikalischer Ozeanographie und Biogeochemie. 

Quelle: GEOMAR
Förderung

Neue Gruppe analysiert Hydraulik und Pflanzenwachstum in Reaktion auf Trockenheit

Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) am Freitag bekannt gab, wird eine der 14 neuen Forschungsgruppen SOPHY „Der Einfluss der Hydraulik von Boden und Pflanze auf Transpiration und Pflanzenwachstum in Reaktion auf Trockenheit" gefördert, die unter der Leitung von Professor Dr. Mutez Ali Ahmed an der TU München im Rahmen der D-A-CH-Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanziert werden wird.

Quelle: DFG