Wissenschaftlicher Beirat des NAP fordert Umsetzung des Integrierten Pflanzenschutzes
Der Wissenschaftliche Beirat des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) fordert eine stringente Umsetzung des Integrierten Pflanzenschutzes (IPS) in Deutschland. In seiner Stellungnahme „Integrierter Pflanzenschutz: Kluft zwischen Anspruch und Realität“ vom Mai 2026 kommt das Gremium zu dem Schluss, dass die seit 2012 gesetzlich vorgeschriebene Umsetzung des Integrierten Pflanzenschutzes bislang nicht die erhoffte Entlastung für die Natur entfaltet hat. Ohne ein konsequentes und sofortiges Umsteuern seien die internationalen Umwelt- und Biodiversitätsziele bis zum Jahr 2030 nicht mehr zu erreichen. Mit einem Integrierten Pflanzenschutz sollen Schädlinge und Krankheiten vorrangig durch vorbeugende, biologische und kulturtechnische Maßnahmen kontrolliert werden. Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sollen nur als letztes Mittel eingesetzt werden. Nach Einschätzung des zwölfköpfigen Expertengremiums wird dieses Prinzip jedoch in vielen Bereichen der landwirtschaftlichen Praxis nicht ausreichend umgesetzt. „Trotz der gesetzlichen Verankerung des Integrierten Pflanzenschutzes vor mehr als einem Jahrzehnt ist weder eine deutliche Verringerung der eingesetzten Wirkstoffmengen an Pflanzenschutzmitteln noch eine umfassende Reduktion der Risiken für Umwelt und Biodiversität festzustellen“, betont Carsten Brühl, federführender Autor der Stellungnahme und Professor an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU), wie die Uni heute beim idw mitteilt.