03. Dez 2021 · News · Forschungsergebnis

Springkräuter sind kreativ bei der Artenbildung

Links eine Blüte der vogelbestäubten Art Impatiens gesneroidea, - rechts eine Blüte von der insektenbestäubten Impatiens purpureoviolacea und in der Mitte eine Blüte des seltenen Hybriden aus beiden Arten (Impatiens x troupinii). Foto und (c): Eberhard Fischer, Uni Koblenz

Wie entstehen neue Arten? Ein internationales Team von Forschenden unter Federführung der Universitäten Bonn und Koblenz hat an einer kleinen Gruppe von zehn eng verwandten Arten ostafrikanischer Springkräuter gezeigt, dass diese sich auf sehr unterschiedlichen Wegen im Zuge der Evolution verändern. Unter anderem verdoppelte sich mehrfach das gesamte Erbgut, und drastische Veränderungen der Blüten führten zu einem Wechsel der Bestäuber. Zusammen mit anderen Artenbildungsmechanismen erläutern die Forschenden, wie aufgrund dieser Mechanismen neue Arten entstanden sind. „Diese erstaunliche Vielfalt an Mechanismen, die man aus den Lehrbüchern der Evolution von Arten kennt, wurde dabei in einem evolutionär kurzen Zeitraum kombiniert“, sagt Dr. Stefan Abrahamczyk vom Nees-Instituts der Universität Bonn. Das könne ein Hinweis darauf sein, warum Springkräuter weltweit zu den größten Pflanzengattungen gehören. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Ecology and Evolution erschienen.

Quelle: Uni Bonn

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02. Dez 2021 · News · Forschungsergebnis

Pflanzenschädling entgeht dem Immunsystem seines Wirts durch Angriff auf das Mikrobiom

Ein niederländisch-deutsches Forschungsteam hat entdeckt, wie der pathogene Pilz Verticillium dahliae das Immunsystem von Pflanzen außer Kraft setzt: Durch die Freisetzung eines Effektormoleküls greift er das Mikrobiom seines Wirts an und entgeht so in einer kritischen Phase seines Reproduktionszyklus der Zerstörung. Das schildert das Team in seiner Studie An ancient antimicrobial protein co-opted by a fungal plant pathogen for in planta mycobiome manipulation, die in der Fachzeitschrift PNAS erschien.

Quelle: Uni Köln

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02. Dez 2021 · News · Publikation

Klassiker der Pflanzenbestimmung – auf dem Stand des 21. Jahrhunderts

Auch der Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) ist in dem 1.000 Seiten starken Buch zu finden. Foto: Christiane Ritz, Senckenberg

Die „Exkursionsflora von Deutschland“, der „Rothmaler“ geht in die 22. Auflage. Das klassische Bestimmungsbuch für alle wildwachsenden Pflanzen baut wesentlich auf der Expertise von Citizen Scientists, Datenbanken und Chromosomenanalysen auf. Die Neuausgabe verzeichnet mehr als 40 Fachautor*innen für die Bestimmungsschlüssel. Zu den Herausgeber*innen zählen auch die Senckenberger*innen Christiane Ritz und Karsten Wesche aus Görlitz.  

Quelle: Senckenberg

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02. Dez 2021 · Pressemitteilung · Sektionen

Alge des Jahres 2022: Panzergeißler Stylodinium droht zu verschwinden, bevor seine kuriose Lebensweise erforscht ist

Die kugelförmige Alge Stylodinium cf. bavariense aus den ehemaligen Torfstichen nahe des bayerischen Seeon heftet sich mit einem Stiel an eine fadenförmige Alge, nachdem sie ihr schwimmendes Stadium aufgegeben hat. Lichtmikroskopische Aufnahme: Corinna Romeikat, Ludwig-Maximilians-Universität München

Eine im Verborgenen heimischer Moore lebende Alge namens Stylodinium haben Forschende zur Alge des Jahres 2022 gewählt. Sie heftet sich an andere Algen an, auch wenn sie eigentlich selbst schwimmen kann, und gibt daher Rätsel auf. Doch der einzellige Panzergeißler droht gemeinsam mit seinem Lebensraum zu verschwinden, noch bevor seine den Aufsitzerpflanzen im Regenwald ähnliche Lebensweise erforscht ist. Stylodinium dient außerdem der Erkennung ökologisch intakter Moor-Gewässer. Die Stielalge kann der Biodiversitäts- und Klimaforschung dienen, wenn deren Arten zweifelsfrei bestimmbar werden. Daran arbeiten Teams um Prof. Dr. Marc Gottschling von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und Dr. Urban Tillmann vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Beide Algenforscher sind Mitglieder der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG), in der all jene Wissenschaftler*innen organisiert sind, die Stylodinium zur Alge des Jahres gewählt haben.

Die Alge des Jahres 2022 stellen die beteiligten Forscher*innen auf der Website der Sektion Phykologie in Text und Bild vor.

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01. Dez 2021 · News · Köpfe und Karrieren

Neuer Heisenberg-Professor ist schädigenden Pilzen auf der Spur

Prof. Dr. Kai Heimel. Foto: privat

Der Göttinger Biologe Prof. Dr. Kai Heimel hat eine Heisenberg-Professur der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhalten. Die Professur für Mikrobielle Zellbiologie ist am Institut für Mikrobiologie und Genetik der Universität Göttingen angesiedelt und beschäftigt sich mit den molekularen Grundlagen der Kommunikation zwischen Pilzen, die Pflanzenkrankheiten hervorrufen, und ihren Wirtspflanzen. Unter anderem untersucht er mit seinem Team den Pilz Ustilago Maydis, der Mais befällt und als Pflanzenschädling gilt.

Quelle: Uni Göttingen

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01. Dez 2021 · News · Anwendung

Mobiler Unkraut-Killer in der Baumschule

Die im AMU-Bot verbauten LiDAR-Scanner (roter Pfeil) senden während der Fahrt kontinuierlich Laserimpulse aus, mit deren Hilfe das System die Position der Pflanzenreihen erkennt. Foto und (c): Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Fraunhofer

Fraunhofer-Forschende haben mit Partnern eine Plattform zur vollautomatischen Entfernung von Unkraut entwickelt. Das mobile Robotersystem AMU-Bot navigiert mit optischen Sensoren und entfernt Unkraut mechanisch, also ohne Einsatz von Chemie. Daneben arbeiten die Forschenden bereits an einem umfassenden, datengestützten Ökosystem für eine ressourcenschonende und umweltfreundliche Automatisierung der Landwirtschaft.

Quelle: Fraunhofer

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30. Nov 2021 · News · Politik

Empfehlungen für Das Grüne Band – Rückgrat der europäischen Biodiversität

Nationalpark Thayatal. Foto und (c): Stefan Fuchs, Uni Wien

Das Grüne Band Europa (EGB), eine Naturschutzinitiative im ehemaligen Grenzgebiet des "Eisernen Vorhangs", ist eines der größten Verbundsysteme geschützter Naturräume in Europa. Im Interreg Projekt "DaRe to Connect (D2C)" erarbeitete die Universität Wien gemeinsam mit zehn Partnerorganisationen aus acht europäischen Ländern der Donauregion und unter Beteiligung des Umweltbundesamts Empfehlungen, um diese Naturräume künftig noch besser zu vernetzen. Wie eine gemeinsame europäische Schutzstrategie aussehen könnte und Lücken im größten europäischen Lebensraumverbund geschlossen werden können, wurde von den Projektpartnern kürzlich bei der Abschlusskonferenz vorgestellt.

Quelle: Uni Wien

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30. Nov 2021 · News · Forschungsergebnis

Fleischarme Kost hat viele Vorteile

Konzept: In der Studie wurden vier Ernährungsformen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Gesundheit, die Umwelt und das Tierwohl miteinander verglichen. Grafik und (c): Juliana Paris, Uni Bonn

Was ist besser: den Fleischkonsum moderat zu reduzieren und mehr Obst, Gemüse und Vollkornprodukte zu essen, wie es die Deutsche Gesellschaft für Ernährung anrät? Es unseren südlichen Nachbarn nachzutun und öfter mal zu Fisch und Meeresfrüchten zu greifen? Oder gar komplett auf vegane Ernährung umzustellen? Eine neue Studie der Universität Bonn zeigt, dass die Antwort auf diese Fragen nicht so eindeutig ausfällt, wie man denken könnte – je nachdem, welche Auswirkungen man sich genau anschaut. Die Ergebnisse publizierten die Forschenden der Universität Bonn in der Zeitschrift Science of The Total Environment.

Quelle: Uni Bonn

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30. Nov 2021 · News · Ausschreibung · Förderung

Forschungsaufruf: Alternative Proteinquellen für die menschliche Ernährung

Im Programm zur Innovationsförderung (Modul A) und in der Eiweißpflanzenstrategie (Modul B) unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die alternative Proteinquellen für die menschliche Ernährung erschließen und einsetzen. Projektskizzen können bis zum 23. Februar 2022 bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) eingereicht werden.
Weitere Informationen:
https://www.ble.de/ptble/innovationsfoerderung-bmel (Modul A)
https://www.ble.de/eiweisspflanzenstrategie (Modul B)

Quelle: BLE

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29. Nov 2021 · News · Forschungsergebnis

Überraschung bei Genomanalyse der kryptischen Algen-Art Chlorokybus

Dr. Tatyana Darienko, Universität Göttingen, Mitautorin der Studie, sammelt die grünen Biofilme auf den Bäumen und Felsen, die der natürliche Lebensraum der seltenen Alge Chlorokybus sind.

Alle Landpflanzen sind aus einem einzigen evolutionären Ereignis hervorgegangen: Süßwasseralgen fassten an Land Fuß und brachten eine erstaunliche Artenvielfalt von Pflanzen auf der Erde hervor. Die Gruppe von Algen, aus der später die Landpflanzen hervorgingen, lebte und entwickelte sich jedoch bereits seit über einer Milliarde Jahren sowohl in Süßwasser- als auch in Landlebensräumen. Eine winzige Gruppe der heutzutage noch existierenden Algenvertreter, welche das am weitesten entfernte Verwandtschaftsverhältnis zu Landpflanzen aufweisen, wurde nun genauer unter die Lupe genommen. Dazu hatten sich Forscherinnen und Forscher der Universität Göttingen auf eine Gattung dieser seltenen Algen, Chlorokybus, konzentriert, welche „Zellpakete“ bildet und in feuchten Böden und Felsspalten lebt. Sie entdeckten, dass Chlorokybus nicht, wie bisher angenommen, eine, sondern mindestens fünf verschiedene Arten enthält. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B erschienen. „Die Erfassung der tatsächlichen Artenvielfalt dieser Algengruppe ist von entscheidender Bedeutung, um die Anpassung und die Entwicklung der Landpflanzen und ihrer Algenverwandten zu erklären“, sagt Prof. Dr. Jan de Vries von der Universität Göttingen.

Quelle: Uni Göttingen

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