Globaler Genom-Atlas enthüllt das verborgene Leben in Seen
Winzige Einzeller säubern das Wasser, können es aber auch vergiften. Forschende der Universität Zürich haben nun anhand von DNA-Daten aus 362 Seen den ersten globalen Genom-Atlas erstellt, bereits im September in Nature Communications veröffentlicht und heute der Öffentlichkeit vorgestellt. Dazu wertete das Team um Letztautor Adrian-Stefan Andrei weltweit 3’400 DNA-Datensätze aus 362 Seen und Stauseen in 28 Ländern aus. In einer umfassenden internationalen Zusammenarbeit rekonstruierten die Forschenden fast 20’000 Genome der Mitochondrien, den Zell-Kraftwerken, von rund 3’660 Arten. Daraus entstand der erste globale Genom-Atlas dieser mikroskopisch kleinen Lebewesen in Seen und Stauseen. Der Atlas offenbart eine bislang weitgehend unbekannte Artenvielfalt: Für mehrere Algengruppen und ihre Verwandten erfassten die Forschenden sechs- bis über zwanzigmal so viele Arten, wie in der weltweit führenden genetischen Referenzdatenbank verzeichnet waren. Damit legen die Forschenden den Grundstein für eine bessere Überwachung von Gewässern.