Research Result

Amazonas-Regenwald reagiert auf El-Niño-Dürre mit neuen chemischen Schutzstoffen

Ein 80 Meter hoher Messturm nahe der Forschungsstation ATTO im brasilianischen Regenwald, 150 Kilometer nordöstlich von Manaus. In 23 Metern Höhe, direkt über dem Kronendach, entnahm das Forschungsteam alle eineinhalb bis drei Stunden Luftproben. Foto und (c): Dom Jack, MPI für Chemie

Wie sich der tropische Wald in Brasilien unter extremem Trockenstress chemisch anpasst, zeigt eine neue Studie. Diese Reaktion hält auch noch lange nach Ende der Dürre an. Im Verlauf des El-Niño-Ereignisses 2023–2024 stiegen die Sesquiterpen-Emissionen um 122 Prozent, während sich die Isopren- und Monoterpen-Werte kaum veränderten. In der Regenzeit nach der Dürre setzten die Bäume unerwartet spezielle weniger flüchtige Alkohole frei. Das spricht dafür, dass der Wald seinen chemischen Schutzmechanismus weit über das akute Stressereignis hinaus aufrechterhält. Das berichten Forschende unter Leitung des Max-Planck-Instituts (MPI) für Chemie in Mainz, die in Nature Communications Earth & Environment.

Quelle: MPI für Chemie
Project · Event

Hightech für den Acker: Neue Ansätze für klimafeste Ernten

Zwei Teilnehmende der Tagung am DroughtSpotter XXL, einer Anlage zur hochpräzisen Messung und Beobachtung von Pflanzen unter Trockenstress. Foto und (c): Megan Pope

Zwischenbilanz zieht das Team des Graduiertenkollegs Accelerating Crop Genetic Gain (IRTG 2843), bei einer Tagung vom 1. bis 5. Juni 2026. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Kolleg will dazu beitragen, die landwirtschaftliche Produktion trotz Klimawandel vor allem bei bisher vernachlässigten Nutzpflanzen zu sichern. Die Forschende aus Deutschland und Australien entwickeln gemeinsam innovative Methoden für die Pflanzenzüchtung, um angesichts einer steigenden Weltbevölkerung zur globalen Ernährungssicherung beizutragen. Bei der Tagung des Graduiertenkollegs an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) kommen über 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der JLU, der University of Queensland (UQ, Australien) sowie den Partnerinstitutionen Julius Kühn-Institut in Quedlinburg und der Hochschule Geisenheim University zusammen, um sich über die jüngsten Erfolge auszutauschen. So konnten in Deutschland sowie Australien bereits zahlreiche neuartige Methoden entwickelt und erfolgreich in die vorbereitende Züchtung (Prebreeding) sowie in die Züchtung für Leguminosen wie Ackerbohnen und Mungbohnen sowie für die Sorghum-Hirse und andere wichtige Getreidearten eingebracht werden. Beim Prebreeding wird genetisches Material aus Wildarten oder historischen Sorten eingekreuzt und aufbereitet, um gewünschte Eigenschaften in die Zuchtlinie zu bringen.

Quelle: JLU
Politics

Leopoldina-Fokuspapier zu Pflanzenschutz-Wirkstoffen

Für sichere Erträge in der Landwirtschaft leisten Pflanzenschutzmittel einen wichtigen Beitrag. Ihre Wirkstoffe können jedoch die Umwelt belasten und die Gesundheit des Menschen beeinträchtigen. Daher muss jeder Wirkstoff ein strenges Zulassungsverfahren auf EU-Ebene durchlaufen. Die EU will dies nun vereinfachen und die derzeit noch für zehn Jahre geltende Zulassungsbegrenzung entfristen. Ein heute veröffentlichter Policy Brief in der Reihe „Leopoldina Fokus“ der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina schätzt die geplanten Lockerungen kritisch ein. Das aktuelle Schutzniveau für Mensch und Umwelt könne dann nicht mehr gewahrt werden, so die beteiligten Autorinnen und Autoren.

Quelle: Leopoldina
Project

Wenn Berlins Grünflächen plötzlich braun werden

Warum trocknen Böden in der Stadt mitunter innerhalb weniger Tage extrem aus? Welche Folgen hat das für Parks, Grünflächen und Straßenbäume? Und wie lassen sich Schäden künftig vermeiden? Diesen Fragen widmet sich das neue Forschungsprojekt „SafeWaterVeg“ am Fachgebiet Ökohydrologie der Technischen Universität Berlin, das im April 2026 gestartet ist. Unter der Leitung von Ökohydrologin Prof. Eva Paton und Dr. Pedro Alencar untersucht ein interdisziplinäres Team die Ursachen, Dynamiken und Auswirkungen sogenannter Blitzdürren im urbanen Raum – mit dem Ziel, deren Vorhersage zu verbessern und die Widerstandsfähigkeit des Stadtgrüns zu stärken. Denn Blitzdürren sind ein Gefahr für urbane Ökosysteme.

Quelle: TU Berlin
People and Careers

Susana Coelho zum Mitglied der Leopoldina ernannt

Susana Coelho, Direktorin der Abteilung für Entwicklung und Evolution der Algen am Max-Planck-Institut für Biologie Tübingen. Foto und (c): Jean-Claude Winkler

Die Leopoldina, die Nationale Akademie der Wissenschaften, hat die Biologin Susana Coelho, in Anerkennung ihrer herausragenden Beiträge auf den Gebieten der Genetik, Molekularbiologie und Zellbiologie zum Mitglied gewählt. Dies gab die 1652 gegründete Akademie kürzlich bekannt. Seit 2020 ist Susana Coelho Direktorin der Abteilung für Entwicklung und Evolution der Algen am Max-Planck-Institut für Biologie in Tübingen. Die Wissenschaftlerin und ihr Team konzentrieren sich auf die molekularen und evolutionären Mechanismen hinter den komplexen Entwicklungsmustern und Fortpflanzungsmerkmalen von Braun- und Rotalgen sowie auf den Ursprung und die Evolution der Vielfalt sexueller Systeme bei Eukaryoten.

Quelle: MPI für Biologie
Funding

DFG fördert zehn neue und verlängert elf bestehende Graduiertenkollegs

Unter den zehn neu von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Graduiertenkollegs (GRK) ist kein rein pflanzenwissenschaftlich ausgerichtetes. Zusätzlich zu den zehn Einrichtungen stimmte der Bewilligungsausschuss für die Verlängerung von elf Graduiertenkollegs für jeweils eine weitere Förderperiode, darunter ein GRK mit pflanzenwissenschaftlicher Beteiligung namens STRESSistance (GRK 2737) und dem Titel "Molekulare Mechanismen der Stress-Resistenz von Membranen und Kompartimenten", an der RPTU Kaiserslautern-Landau. Die neuen GRK werden ab Herbst 2026 zunächst fünf Jahre mit insgesamt rund 70 Millionen Euro gefördert, wie die DFG heute bekannt gab.

Quelle: DFG