Research Result

Amazonas: Wo räuberische Mikroalgen ein Erfolgsmodell sind

Das Plankton der Amazonas-Flussfahne beherbergt erstaunliche Ernährungs-Allrounder, die gleichzeitig Photosynthese betreiben und räuberisch Beute machen. Die Mikroskopaufnahme zeigt überwiegend Dinoflagellaten der Gattung Triops, die damit Erfolg haben. Foto und (c): Ana Fernández Carrera, IOW

In der riesigen Flussfahne des Amazonas leben mikroskopisch kleine Algen mit einer überraschend flexible Überlebensstrategie: Sie kombinieren Photosynthese mit der Aufnahme organischer Stoffe und sogar dem „Verzehr“ anderer Mikroorganismen. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) zeigt nun, dass diese Mixotrophie insbesondere am äußeren, weit im Meer gelegenen Rand der Flussfahne dominiert. Die Studie erschien kürzlich im Nature-Fachjournal Communications Biology und beleuchten einen bislang unterschätzten Mechanismus im Nahrungsnetz und Kohlenstoffkreislauf eines der größten flussbeeinflussten Meeresökosysteme.

Quelle: IOW
Event

Wie sind Boden und Pflanze über das Mikrobiom miteinander vernetzt?

Die Online-Webinarreihe „Faszination Biologie“ des Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) gibt am 26. Mai 2026 von 17.00 bis 19.00 Uhr einen Einblick in das Thema: „Wie sind Boden und Pflanze über das Mikrobiom miteinander vernetzt?“, mit Prof. Dr. Kornelia Smalla (Institut für Epidemiologie und Pathogendiagnostik, Julius Kühn-Institut). Dieses wissenschaftliche Webinar richtet sich nicht nur an Unterrichtende, sondern an alle Interessierten. Bitte registrieren Sie sich so rasch wie möglich – spätestens am Veranstaltungstag bis 16 Uhr. Bei Anmeldung nach 16 Uhr kann eine Teilnahme nicht garantiert werden.

Quelle: VBIO
Event

Forschung mit Potenzial zur Bewältigung der planetaren Krise

Eine Jury von 100 weltweit führenden Nachhaltigkeitsexpert*innen unter der Leitung von Professor Johan Rockström hat Dr. Gustavo Brant Paterno aus der Abteilung Biodiversität, Makroökologie und Biogeographie an der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Georg-August-Universität Göttingen als Deutschlands National Champion des Frontiers Planet Prize 2026 und damit als herausragenden Experten auf seinem Forschungsgebiet ausgezeichnet. Das meldet die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW). Am Freitag, 24. April 2026, findet an der BBAW eine Veranstaltung unter Beteiligung des National Champions 2026 statt. Die Diskussion des Abends zum Thema „Planetare Grenzen im Anthropozän“ widmet sich der Frage, wie sich ökologische Belastungsgrenzen der Erde wissenschaftlich bestimmen und politisch wirksam machen lassen. Um Anmeldung wird gebeten.

Quelle: BBAW beim idw
Research Result

Klimawandel verändert Europas Pflanzenwelt je nach Ökosystem unterschiedlich

Der Klimawandel wirkt sich unterschiedlich aus: In Gebirgen gehen selbst wärmeliebende Arten zurück, während in Wäldern und Grasländern vor allem solche Arten zunehmen. Das zeigt eine internationale Studie mit Beteiligung der Universität Bremen, die im März im Fachjournal Nature veröffentlicht wurde. „Grundlage der Analyse ist eine der bislang umfassendsten Datensammlungen zu Vegetationsveränderungen in Europa“, hebt Professor Martin Diekmann von der Universität Bremen hervor, Leiter der Arbeitsgruppe „Vegetationsökologie & Naturschutzbiologie“. Die Forschenden werteten mehr als 6.000 Dauer- und quasi Dauerbeobachtungsflächen in Wäldern, Grasländern und alpinen Gipfelregionen aus. Die Ergebnisse zeigen: Thermophilisierung verläuft je nach Lebensraum unterschiedlich. Für Europa liefert die Arbeit nach Einschätzung der Forschenden einen bislang einzigartigen Vergleich der Reaktionen unterschiedlicher Ökosysteme auf den Klimawandel.

Quelle: Uni Bremen
Research Result

Rotbuche treibt immer früher aus

Die Rotbuche gehört zu den Spätzündern im Wald. Meist treibt sie Ende April die ersten Blätter aus. Auswertungen am Thünen-Institut für Waldökosysteme zeigen nun, dass der Austrieb Jahr für Jahr früher beginnt. Das belegen Daten der vergangenen 25 Jahre aus dem intensiven forstlichen Umweltmonitoring-Programm Level II. Die Entwicklung ist nach Ansicht von Forschenden des Thünen-Instituts für Waldökosysteme in Eberswalde, wo Level II koordiniert wird, ein weiteres sichtbares Zeichen des Klimawandels in heimischen Wäldern. „Der verfrühte Austrieb bringt Chancen und Risiken mit. Er verlängert die Wachstumsphase, erhöht aber auch die Gefahr von Spätfrostschäden“, sagt Dr. Tanja Sanders, die am Eberswalder Institut das Level-II-Programm leitet. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Scientific Reports veröffentlicht.

Quelle: Thünen
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Wie der Maisbeulenbrand-Pilz infiziert

Dr. Florian Altegoer am Institut für Mikrobiologie der HHU. Foto und (c): Steffen Köhler, HHU

Mit einem Exploration Grant der Boehringer Ingelheim Stiftung (BIS) wird der Biologe Dr. Florian Altegoer erforschen, wie der Pilz Ustilago maydis erkennt, wann er eine Infektion in Maispflanzen auslösen kann. Altegoer, Nachwuchsgruppenleiter am Institut für Mikrobiologie der Heinrich-Heine-Universität erklärt: „GPCRs [G-Protein gekoppelte Rezeptoren] sind beim Menschen sehr gut untersucht, sie stellen zentrale Angriffspunkte für viele Medikamente dar. Diese Rezeptoren gibt es genauso auch bei Pilzen, wo deren Rolle bisher aber wenig erforscht ist.“ Mit den 210.000 Euro des Grants will er in den kommenden zwei Jahren die molekularen Grundlagen den für die Wirtszelle unfreiwilligen Kommunikationsmechanismus analysieren. Dazu möchte er die Struktur des Gpe1-Rezeptors mithilfe der Kryo-Elektronenmikroskopie aufklären und auf der Basis den Aktivierungsmechanismus entschlüsseln. „Langfristig möchten wir verstehen, wie spezifische Kommunikationssignale zwischen Pilzen und ihren Wirten funktionieren", sagt Altegoer. "Dieses Wissen kann helfen, gezielt in solche Prozesse einzugreifen und neue Ansatzpunkte für die Bekämpfung von Pilzinfektionen zu entwickeln.“

Quelle: HHU