Research Result

Wärmeres Meerwasser schwächt die natürliche Kohlenstoffspeicherung von Seegraswiesen

Installation von Inkubationskammern im Aquarium, um die Produktion von gelöstem organischem Kohlenstoff in Makrophyten-Gemeinschaften zu quantifizieren. Foto und (c): Hauke Reuter, ZMT

Steigende Meerestemperaturen könnten die Fähigkeit von Wasserpflanzen zur langfristigen Speicherung von Kohlenstoff deutlich verringern. Das zeigt eine Studie im Fachjournal Communications Earth & Environment, an der auch das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) beteiligt war. Forschende aus Spanien und Deutschland untersuchten in den ZMT-Laboren, wie sich höhere Wassertemperaturen auf gelösten organischen Kohlenstoff auswirken, der von Seegräsern und Meeresalgen abgegeben wird. Die Ergebnisse zeigen: Mit steigender Temperatur nimmt besonders der Anteil jener Kohlenstoffverbindungen ab, die normalerweise über längere Zeit im Meer erhalten bleiben und so zum Klimaschutz beitragen.

Quelle: ZMT beim idw
Research Result

Photosynthese: Neue Erkenntnisse zu einem zentralen Verstärker der CO2-Fixierung

Bauanleitung für eine verbesserte Photosynthese: Durch die Fusion des Photosynthese-Enzyms Rubisco (oben) mit dem Protein EPYC1 (unten) entstehen Kondensate (rechts), die die Aktivität von Rubisco steigern. Aufnahme und (c): Andreas Küffner, MPI für multidisziplinäre Naturwissenschaften

Grünalgen erhöhen die Effizienz der CO2-Fixierung mithilfe des Pyrenoids – eines flüssigen Tropfens im Chloroplasten, der CO2 in unmittelbarer Nähe des Photosynthese-Enzyms Rubisco konzentriert. Forschende des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie und der Universität Marburg reduzierten dieses Organell auf seine einfachste Form und entschlüsselten seine Evolution durch die Rekonstruktion uralter Proteine. Die vergangenen Freitag im Fachmagazin Nature Plants veröffentlichten Erkenntnisse liefern einen entscheidenden Baustein für die gezielte Verbesserung der Photosynthese in Nutzpflanzen.

Quelle: MPI für terrestrische Mikrobiologie
Research Result

Verbessertes Referenzgenom unterstützt Züchtung von Roggen und Weizen

Die neue, hochwertige Referenzgenom-Sequenz von Roggen bietet eine gute Grundlage für Züchtungsfortschritte u.a. für Roggen. Foto: N. Stein, IPK

Ein internationales Forschungsteam hat durch die Publikation einer hochqualitativen Referenzgenom-Sequenz die Grundlagen für Forschung und Züchtung erheblich verbessert: Die Sequenz repräsentiert erstmals die vollständigen Zentromere aller sieben Chromosomenpaare. Die Zentromere sind für die korrekte Verteilung der Erbinformation bei der Zellteilung von Bedeutung. Die Ergebnisse der Studie unter Führung des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) sind jetzt im Fachmagazin Nature Communications veröffentlicht worden.

Quelle: IPK (pdf)
Research Result

Warum Äpfel anders auf den Klimawandel reagieren als Weizen

Der Klimawandel verändert die Erträge landwirtschaftlicher Kulturpflanzen – jedoch nicht bei allen Pflanzen gleichermaßen. Forschende der Technischen Universität München (TUM) fanden heraus, dass Erträge auch davon beeinflusst werden, wie stark Pflanzen auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen sind. Die Ergebnisse der Anfang Juni im Fachmagazin Ecology and Evolution erschienenen Studie zeigen, wie sich die Landwirtschaft an den Klimawandel anpassen muss.

Quelle: TUM
Application · Research Result

Agri-PV & Agroforst: Ackerpflanzen vertragen Beschattung besser als gedacht

Auch typische Sonnenpflanzen können ihre Photosynthese unter Teilbeschattung in Agroforst- und Agri-PV-Systemen anpassen. Foto und (c): Markus Pflugfelder, Uni Hohenheim

Typische Sonnenkulturen sind anpassungsfähiger als bislang angenommen: Wie eine Feldstudie zeigt können sich Gerste, Ackerbohnen, Kartoffeln, Kohl und Mais unter den Beschattungsbedingungen von Agroforst- und Agri-Photovoltaik-Systemen physiologisch an Beschattung anpassen. Ihr Lichtbedarf sinkt unter der typischen Teilbeschattung deutlich. Damit können die Pflanzen bei geringerer Lichtverfügbarkeit CO2 besser zur Photosynthese nutzen. Für die Forschenden ist diese Anpassungsfähigkeit, die schon in konventionellen Sorten vorhanden ist, ein vielversprechender Ausgangspunkt für die gezielte Auswahl und Züchtung von Agri-PV- und Agroforst-Nutzpflanzen. Details der Studie der Universität Hohenheim in Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich erschienen im European Journal of Agronomy.

Quelle: Uni Hohenheim
Research Result

Hessischer Wald im Langzeitcheck: Was nach dem Kahlschlag geschieht

Baumbestand aus Eichen, Buchen und Hainbuchen auf der 1946 gerodeten Kiefern-Waldfläche, eine Krautschicht fehlt weitgehend. Foto und (c): Gregor, Senckenberg

Eine über sieben Jahrzehnte laufende Langzeitstudie zeigt, wie sich Waldflächen nach einem Kahlschlag entwickeln können. Auf drei eng benachbarten Untersuchungsflächen nahe der Ortschaft Schlitz in Oberhessen nahm die Pflanzenvielfalt im Laufe der Jahrzehnte insgesamt deutlich ab, wobei insbesondere nährstoffarme Waldarten verschwanden. Als wichtige Ursachen sehen die Forschenden die zunehmende Beschattung und Nährstoffanreicherung. Zugleich zeigt die Studie, dass alte Wälder nicht nur für die Artenvielfalt bedeutsam sind, sondern auch langfristig große Mengen Kohlenstoff speichern können. Veröffentlicht sind die Ergebnisse der Forschenden der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung im Fachmagazin Phytocoenologia.

Quelle: Senckenberg
Politics

Neues Positionspapier empfiehlt Integriertes Feuermanagement und eine nationale Konferenz

Brand bei Zell am Harmersbach und Biberach (Baden) am 11. August 2026. In Südwestdeutschland ist das Brandrisiko durch die langanhaltende Trockenheit in diesem Jahr stark erhöht. Foto und (c): Lena Himmelsbach, GFMC

Zur Unterstützung politischer Entscheidungen legt das Global Fire Monitoring Center des Max-Planck-Instituts für Chemie und der Universität Freiburg ein Positionspapier mit einer Neubewertung der Landschaftsbrände in Deutschland vor – verbunden mit der Empfehlung, eine fachübergreifende nationale Konferenz zur Klimakrise einzurichten. Gemeinsame Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Chemie und der Universität Freiburg.

Quelle: MPI für Chemie