Forschungsergebnis

Wie verborgene Viren in Algen erwachen und an künftige Generationen weitergegeben werden

Virus-Symptome bei der fadenförmigen Braunalge Ectocarpus sp., wobei die DNA-Färbung (blau) auf eine Virusvermehrung in den Fortpflanzungsstrukturen der Alge hinweist. Die Chlorophyll-Fluoreszenz ist rot dargestellt. Aufnahme und (c): Dr. Carole Duchêne, MPI für Biologie Tübingen

Forschende entdecken, dass Riesenviren im Genom eines mehrzelligen Wirts schlummern, auf ein Signal hin reaktiviert werden und wie ein Supergen vererbt werden können. Von Riesenviren war lange angenommen worden, sie existierten nur als flüchtige, frei lebende Partikel, die sich dauerhaft im Genom eines mehrzelligen Wirts einbetten, über Generationen hinweg ruhen und dann auf Kommando wieder aktiv werden können. Die Studie von Forschenden des Max-Planck-Institut für Biologie Tübingen stellt grundlegende Annahmen über die Funktionsweise von Riesenviren infrage und stellt im Fachjournal Nature Micobiology ein neues Modell zur Untersuchung viraler Latenz in komplexen Organismen vor. Wie sie zeigen, gibt es in der Braunalge Ectocarpus eine präzise Kontrolle über das Erwachen des Virus und eine doppelte Übertragungsstrategie: Das Virus reaktiviert sich nur in bestimmten Fortpflanzungszellen und unter bestimmten Temperaturbedingungen. Dann verwandelt es diese Zellen in Virusfabriken und blockiert gleichzeitig die Fortpflanzung des Wirts. Das Virus verbreitet sich sowohl vertikal (durch Vererbung) als auch horizontal (über infektiöse Partikel) und bietet damit ein neues Modell zur Erforschung der viralen Latenz, der Evolution und der Wechselwirkungen zwischen Wirt und Virus.

Quelle: MPI für Biologie Tübingen
Publikation · VBIO

VBIO-Jahresbericht 2025 erschienen

Der Jahresbericht des Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) gibt einen Einblick in die Aktivitäten 2025 und verdeutlicht seine Rolle als aktiver Akteur an der Schnittstelle von Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Der Dachverband berichtet von Veranstaltungen der Online-Reihe „Faszination Biologie“ über Karriereformate für den Nachwuchs bis hin zur Bakterien-Summerschool. Er setzte klare Impulse – etwa beim Schutz zentraler Datenbanken, beim Thema Access and Benefit Sharing oder in der Stellungnahme zur EU‑Strategie für die Life Sciences. Der VBIO wirkt für Wissenschaft, Gesellschaft und eine starke biowissenschaftliche Community. Abgerundet wird der Rückblick mit einem umfassenden Überblick über die Arbeit der Landesverbände, ihr Engagement in der Nachwuchsförderung sowie über die vielfältigen Angebote zu Beruf, Karriere und Weiterbildung. Ergänzt wird dies durch zentrale Zahlen und Fakten aus dem Verband, in dem auch unsere DBG Mitglied ist.

Quelle: VBIO