10. Aug 2018 · Actualia · DBG · Politik

Statement der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) zum EuGH Urteil über Genom-Editierung

Viele Mitglieder der DBG sind enttäuscht vom Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zur Genom-Editierung bei Pflanzen und der Bewertung ihre Produkte als gentechnisch veränderte Organismen einzustufen. Viele Kommentare spiegeln die Besorgnis wider, dass diese Entscheidung andauernde und irreparable Nachteile für Forschung und Entwicklung der nötigen ertragreichen und Dürre-, Überschwemmungs- und Nährstoffmangel-toleranten Pflanzengenotypen in Europa nach sich zieht.

Tatsächlich muss die Diskussion darüber beschleunigt werden. Vor allem aber müssen jenseits der Judikative, die den gesetzlichen Rahmen lediglich auslegt und eine der möglichen Interpretationen gewählt hat, die beiden grundsätzlichen Adressaten wieder in den Blick genommen werden: die Öffentlichkeit und die Legislative.

In vielfach ausgewogener Weise wurden die Chancen der Genom-Editierung nach dem Urteil des EuGH in den Medien diskutiert. Dieses Momentum gilt es zu nutzen und auszubauen. Letztendlich müssen vorteilhafte Pflanzen im Feld überzeugen, die mit einer sehr geringen Anzahl an Sequenz-Editierungen die Erträge sichern oder die Nahrungsqualität erhöhen. In Anbetracht des besorgniserregend trockenen und heißen Sommers als Indikator des Klimawandels reift hoffentlich auch in der breiten Öffentlichkeit die Erkenntnis, dass alle sicheren Wege genutzt werden müssen, um unsere Nahrungssicherheit zu realisieren und nachhaltige Anbauweisen zu entwickeln.

Darüber hinaus ist die Legislative anzusprechen, um über gesetzgeberische Maßnahmen eine angemessene Regulierung gegebenenfalls innerhalb des Gentechnikgesetzes zu bewirken, das noch aus dem Jahr 2001 stammt. Der offene Brief von mehr als 60 wissenschaftlichen Institutionen und Forscherpersönlichkeiten an den EU-Kommissionspräsidenten Junker mit Anregungen zur Bewertung neuer Züchtungsmethoden ist eine solche Maßnahme. Die auch von der DBG gezeichneten Vorschläge ermöglichen es dem öffentlichen und privaten Forschungssektor in der EU, im Interesse von Verbrauchern, Züchtern, Landwirten, Wirtschaft und Umwelt, wieder an die Spitze der Innovationen in der Pflanzenzüchtung zu gelangen (siehe: offener Brief, pdf).

Allerdings stellt sich auch die Frage, ob die Namen der Technologien wie „Gentechnik“ und „Genom-Editierung“ vertrauensfördernd sind. Nur Transparenz und Vertrauen zwischen Politik, Gesellschaft und Wissenschaft wird die Basis schaffen, den optimalen Raum zur Entwicklung und Akzeptanz neuer Kulturpflanzen zu schaffen. Was wir brauchen sind kluge sowie sachgerechte Regulierungen und „geneditiert“ als Qualitätslabel.

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09. Aug 2018 · Actualia · Ehrenmitglied

Nachruf: Professor Dr. Dr. Otto Ludwig Lange (1927-2017)

Professor Dr. rer. nat. Dr. h.c. mult. Otto Ludwig Lange während der Aufnahmen für den arte/hr Film „Die verletzliche Haut der Erde“, 2010. Foto: Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Dr. Heribert Schöller, corvusFilm

Der Inhaber des Lehrstuhls für Botanik an der Universität Würzburg etablierte die seinerzeit neue Forschungsdisziplin der Ökophysiologie, in der er die Fähigkeiten von Algen, Moose und Flechten (Kryptogamen) und Gefäßpflanzen zu ergründen suchte. Lange interessierten vor allem die physiologischen, biophysikalischen und biochemischen Anpassungen der Pflanzen an Ihre Umgebung. Aufgrund seiner wissenschaftlichen Leistungen erhielt das Ehrenmitglied der DBG zahlreiche Auszeichnungen. Sein Schüler und späterer Kollege, Professor Dr. Burkard Büdel, erinnert in seinem Nachruf an Leben und wissenschaftliches Werk, Langes wertschätzendes Wesen, das anderen half wo immer es ging, und seinen hohen Anspruch an die Wissenschaftlichkeit.

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17. Mai 2018 · Actualia · Tagungsbericht

Strasburger-Workshop: Mitochondrien, Kraftpakete der Pflanzen

Die Teilnehmenden des Eduard Strasburger-Workshops stellten sich am 2. Tag der Veranstaltung zum Gruppenfoto im Innenhof des Instituts für Zelluläre und Molekulare Botanik der Universität Bonn auf. Foto: Dietrich Dmitriev

Die Funktionen pflanzlicher Mitochondrien und anderer Organellen thematisierte der vierte Eduard Strasburger Workshop an der Uni Bonn. Die beiden Organisatorinnen, Dr. Stefanie Müller-Schüssele und Dr. Mareike Schallenberg-Rüdinger, berichten in ihrer Tagungsnachlese von den wertvollen Tipps und Erfahrungen, die vor allem die NachwuchsforscherInnen zur grafischen Darstellung von Forschungsergebnissen sowie zum Elevator Pitching und zur Poster-Präsentation erhielten. Die Vorträge etablierter Forschender brachten eine rege Diskussion in Gang, sodass auch fortgeschrittene Teilnehmende viel wertvolles Feedback und den ein oder anderen neuen Blickwinkel auf ihre Arbeit erhielten.

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17. Apr 2018 · Actualia · Tagungsbericht

Tagung Molekularbiologie der Pflanzen in Dabringhausen

Bei fast frühlingshaftem Wetter stellte sich ein Teil der Teilnehmenden auf der Terrasse des Tagungshotels zum Gruppenfoto. Foto: SPPMB

Die 31. Tagung „Molekularbiologie der Pflanzen“ der Sektion für Pflanzenphysiologie und Molekularbiologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft fand vom 20. bis 23. Februar 2018 statt. Die Organisatoren, Dorothee Staiger, Katja Meyer und Alexander Steffen, berichten in ihrer Tagungsnachlese über die wesentlichen Forschungsergebnisse, die auf der Tagung präsentiert wurden, und die Preisträgerinnen und Preisträger der Reinhold von Sengbusch-Preise.

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22. Mär 2018 · Actualia · Tagungsbericht

17. Tagung der Sektion Phykologie

Bei herrlichem Sonnenschein stellten sich die Teilnehmenden zum Gruppenfoto vor das Haus der Berge. Foto: Kerstin Hoef-Emden

Über 100 Algenforscherinnen und -forscher aus sechs Ländern waren im März in Berchtesgaden zusammen gekommen, um sich über die jüngsten Forschungsergebnisse auszutauschen. Sie behandelten die ganze Vielfalt der Algenforschung in mehr als 40 Vorträgen und thematisierten Genome, Transkriptome, Metabolome, Metabarcoding sowie Aspekte zum Global Change neben Physiologie und angewandter Algenforschung. Der neu gewählte Beirat, Dr. Thomas Leya berichtet nicht nur über die Themen und Schwerpunkte, sondern auch über die Vorstandswahl, die preisgekrönten Nachwuchskräfte und erklärt, warum Professor Dr. Christian Wiencke mit der Ehren-Medaille der Sektion ausgezeichnet wurde.

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21. Mär 2018 · Actualia · Nachwuchsförderung · Veranstaltung

Programm: Eduard Strasburger Workshop Mitochondrien

Das Programm des Eduard-Strasburger Workshops mit dem Titel Power Plants in Plants – Mitochondrial Functions in the Green Lineage ist fertig und informiert über RednerInnen und die Titel der Vorträge sowie über den Tagungsort und den öffentlichen Nahverkehr. Die Organisatorinnen, Dr. Stefanie Müller-Schüssele und Dr. Mareike Schallenberg-Rüdinger, freuen sich auf eine interessante Tagung vom 17. bis 19. April 2018 on Bonn.

> Programm (pdf-Datei)

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20. Feb 2018 · Actualia · Nachwuchsförderung · Veranstaltung

Einladung: Eduard Strasburger Workshop Mitochondrien

Vom 17. bis 19. April diskutieren Nachwuchsforscherinnen und -forscher die Funktion der Mitochondrien als Kraftwerke der Pflanze an der Uni Bonn. Anmeldungen für den von der DBG geförderten Eduard-Strasburger Workshop mit dem Titel Power Plants in Plants – Mitochondrial Functions in the Green Lineage sind ab sofort möglich. Die Organisatorinnen, Dr. Stefanie Müller-Schüssele und Dr. Mareike Schallenberg-Rüdinger, freuen sich auf Ihre Anmeldung bis zum 10. März 2018 und einen interessanten Workshop.

> Poster: speakers and schedule (pdf-Datei)

> Anmeldung (Word-dotx-Datei)

> Venue: Bonn University, Institute for Cellular and Molecular Biology (IZMB), Kirschallee 1, 53115 Bonn, Germany

15. Feb 2018 · Actualia · Tagungsbericht

Mitteldeutsche Pflanzenphysiologie-Tagung

Die Teilnehmenden der 16. Mitteldeutschen Pflanzenphysiologie-Tagung stellten sich im Biologie-Bau der TU Dresden zur Aufnahme. Foto: Susann Auer

Mit ungebremstem Erfolg fand die Mitteldeutsche Pflanzenphysiologie-Tagung nun bereits zum 16. Mal mit etwa 60 Teilnehmenden statt – diesmal am 9. und 10. Februar 2018 in Dresden. Dort erweiterte sich der Kreis der pflanzenphysiologisch arbeitenden Gruppen um zwei weitere aus Halle, was die Themenvielfalt noch einmal breiter und spannender machte. Von der Tagung für Nachwuchsforscherinnen und –forscher berichtet Organisatorin Prof. Dr. Jutta Ludwig-Müller. Die Dresdner Professorin nennt die Forschungsschwerpunkte der Nachwuchskräfte, berichtet über „Okapi-“ und „Giraffen-“Mutanten und schildert, was die Vorträge der DBG-geförderten Zusammenkunft diesmal noch besser machte.

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26. Jan 2018 · Actualia · Köpfe und Karrieren · Nachwuchsförderung

DBG würdigt beste Master-Arbeiten

Die Uni Bielefeld verlieh Urkunden für die besten Master-Arbeiten des Jahres 2017, darunter für die beste pflanzenwissenschaftliche Masterarbeit, die die Deutsche Botanische Gesellschaft an Jan Hendrik Hoerner verlieh (dritter von rechts). An der Bielefelder Veranstaltung nahmen 13 Fakultäten mit etwa 3.000 Absolventinnen und Absolventen teil. Foto und Copyright: Ch. Weische, Uni Bielefeld am 6.12.2017

Warum invasive Nacktschnecken manche Salatköpfe verschlingen und andere verschmähen war Thema einer der ausgezeichneten Masterarbeiten (kleiner Tipp: es liegt nicht direkt am Salat). Die anderen thematisierten, welche Funktionen N-glykosylierte Proteine in Pflanzen haben, was auf genetischer Ebene passiert, wenn die Entwicklung der Chloroplasten gehemmt wird, oder welche Substanzen einer invasiven Pflanze erhebliche Ernteausfälle verursachen. Und eine Arbeit klärte die Identität dreier schon vor mehr als 100 Jahren beschriebenen Taxa der einzelligen Trachelomonas Algen. Bereits zum vierten Mal hat die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) damit Preise für die besten pflanzenwissenschaftlichen Master-Arbeiten verliehen. Sie gingen dieses Jahr an drei Biologinnen und zwei Biologen an den Universitäten Bielefeld, Münster, Salzburg, Kiel sowie an der Münchner LMU. Die Kurzfassungen der Arbeiten und Bilder stehen nun auf der Website zum Abruf bereit.
Zur Übersicht aller ausgezeichneten MSc Arbeiten

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03. Jan 2018 · Actualia · Tagungsbericht

From Tree Physiology to Ecosystem Physiology

80 Teilnehmende aus dem In- und Ausland kamen zum Symposium in das Schloss Reinach, Munzigen bei Freiburg. Foto: Cornelia Herschbach, Uni Freiburg

Zum zweitägigen Symposium „From tree pyhsiology to ecosystem physiology“ kamen die Forschenden vom 28. bis zum 29. September nach Munzingen in der Nähe Freiburgs zusammen, das anlässlich der Emeritierung von Professor Heinz Rennenberg veranstaltet wurde. Für internationales Flair sorgten 23 Teilnehmende, die aus Übersee und dem europäischen Ausland angereist waren. 10 Plenarvorträge international ausgewiesener Experten sorgten für ein hohes wissenschaftliches Niveau der Tagung. Organisatorin Professorin Christiane Werner und ihre Kollegin Professorin Cornelia Herschbach nennen in ihrem Bericht die Rednerinnen und Redner sowie die übergeordneten Themen.

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02. Jan 2018 · Actualia

Zwei neue Präsidiumsmitglieder im Amt

Caroline Müller (links) und Birgit Piechulla wurden einstimmig ins Präsidium der DBG gewählt. Fotos: privat

Seit erstem Januar arbeitet der Vorstand der Gesellschaft in teilweise neuer Besetzung. Zu den neun schon länger amtierenden Vorstandsmitgliedern kommen seit Anfang des Jahres zwei neue Pflanzenwissenschaftlerinnen, die während der Botanikertagung vergangenen September während der Botanikertagung in Kiel einstimmig gewählt worden waren: Professorin für chemische Ökologie, Dr. Caroline Müller von der Uni Bielefeld, als neue Generalsekretärin der DBG und die Professorin Dr. Birgit Piechulla von der Uni Rostock als Mitglied des erweiterten Vorstands.
siehe: Vorstellung der beiden Neuen nach deren Wahl im letzten Jahr

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