Research Result

Biosynthese von Chinin aufgeklärt

Forschende Tingan Zhou, Sarah O’Connor und Blaise Kimbadi Lombe im Gewächshaus. Foto und (c): Angela Overmeyer, MPI für chemische Ökologie

Jahrhundertelang galt es als Rätsel: Wie genau bildet der Chinarindenbaum seine wertvollen Alkaloide – darunter das lebensrettende Chinin gegen Malaria? Ein Forschungsteam ist diesem Geheimnis auf die Spur gekommen. In einer neuen Studie zeigen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie die Pflanze schrittweise das komplexe molekulare Gerüst aufbaut, das für Chinin charakteristisch ist. Die Forschenden identifizierten die Enzyme, die für die Aktivierung der chemischen Reaktionen innerhalb der Pflanze verantwortlich sind. Die in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Studie von Forschenden des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der University of Georgia eröffnet neue Möglichkeiten für eine nachhaltige und effiziente Laborproduktion von Naturstoffen wie Chinin und verwandten Wirkstoffen.

Quelle: MPI für chemische Ökologie
Research Result

Pflanzenwandel folgt Klimawandel: Berggipfel reagieren am schnellsten auf Erwärmung

In Höhenlagen reagierten Pflanzengemeinschaft am schnellsten auf die Erwärmung. Foto und (c): Gernot Kunz

Ökosysteme in Europa reagieren unterschiedlich auf die Klimaerwärmung: In Berglagen schrumpfen die Bestände kälteangepasster Pflanzenarten besonders schnell, während sich Wälder und Grasländer deutlich langsamer verändern. In allen untersuchten Ökosystemen hängen Pflanzengemeinschaften der Klimaerwärmung zeitlich hinterher („Klimaschuld”). Dies ist das Ergebnis einer Studie, die in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde. Die neue Studie basiert auf einer umfangreichen Datenbank mit mehr als 6.000 Langzeitbeobachtungsflächen – von Irland bis zur Ukraine und von Norwegen bis Spanien. Der Vergleich aktueller mit historischen Daten zeigt, dass einzelne Ökosysteme unterschiedlich auf die lokale Erwärmung reagieren. Die Forschungsarbeit wurde beim Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) initiiert und von der Universität Gent geleitet. Beteiligt waren Forscherinnen und Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), der Universität Leipzig, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Senckenberg Instituts für Pflanzenvielfalt Jena (SIP).

Quelle: iDiv
Research Result

Forschung auf Augenhöhe im Amazonas mit neuer Palmenart

Die Karte, wo die neue Palme Attalea táam zu finden ist, entstand in gemeinschaftlicher Zusammenarbeit mit den Cacua. Foto und (c): Juan Carlos Copete

Forschende der Universität Zürich haben im Urwald Kolumbiens eine bisher unbekannte Palmenart entdeckt und beschrieben. In enger Zusammenarbeit mit der indigenen Gemeinschaft vor Ort kartographierten sie deren Vorkommen und unterzogen ihre Studie einem lokalen Peer-Review-Prozess. Die Beschreibung und ein Foto der neuen Art namens Attalea taam (Arecaceae) ist im Fachmagazin Phytotaxa veröffentlicht.

Quelle: Uni Zürich 
People and Careers

Phykologin Karin Glaser leitet Nationales Monitoringzentrum zur Biodiversität

Die Zentrale des Nationalen Monitoringzentrums zur Biodiversität (NMZB) steht seit dem 1. März 2026 unter der Leitung von Dr. Karin Glaser, wie das NMZB heute bekanntgab. In ihrer Funktion verantwortet sie die strategische Weiterentwicklung und Koordination des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings. Ziel des NMZB ist es, bestehende Monitoringaktivitäten aus Forschung und Praxis besser zu vernetzen, Lücken zu identifizieren und ein umfassendes Gesamtbild zum Zustand und zu den Veränderungen der biologischen Vielfalt zu schaffen. Glaser ist die zweite Vorsitzende unserer Sektion Phykologie, war Juniorprofessorin für Biologie und Ökologie an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. In der Biodiversitätsforschung ist Glaser seit ihrer Promotion tätig. Schwerpunktmäßig befasste sie sich dabei mit molekularen und morphologischen Methoden zur Erfassung der Bodenbiodiversität, insbesondere der Diversität und ökophysiologischen Leistungen terrestrischer Mikroalgen.

Quelle: NMZB
Research locations

Innovationszentrum für Agrarsystem-Transformation (IAT) eröffnet

Wie kann Landwirtschaft wettbewerbsfähig, umweltschonend und klimaresilient sein und zugleich Versorgungs- und Ernährungssicherheit auch in Krisenzeiten gewährleisten? Mit dem heute im Futurium in Berlin feierlich eröffneten Innovationszentrum für Agrarsystemtransformation (IAT) gehen das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), die Universität Kassel, die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Hochschule Geisenheim gemeinsam neue Wege. In fünf Regionen in Brandenburg und Hessen – den Reallaboren – werden künftig gemeinsam mit Praxisakteuren innovative Lösungen für zentrale Herausforderungen in Landwirtschaft und Ernährungssystemen entwickelt und unter realen Bedingungen erprobt. Auch um Lösungen zu finden, die eine verlässliche Versorgung sichern, wirtschaftlich tragfähig bleiben und zugleich ihren Beitrag zu Klimaschutz und Ressourcenschonung leisten. Dies gelingt langfristig nur mit innovativen Praktiken, die auf gesunde Böden und Landschaften aufbauen. Genau hier setzt das IAT an. Mit einer gemeinsamen Forschung und neuen Service- und Infrastrukturen unterstützt es Akteure im Agrar- und Ernährungssystem dabei, ihre Produktionsweisen und Kooperationsstrukturen so weiterzuentwickeln, dass sie klimaangepasst, ressourcenschonend und wirtschaftlich stabil arbeiten können.

Quelle: ZALF
Research Result

Photorespiration trägt zur epigenetischen Steuerung von Pflanzen bei

Die Photorespiration galt bislang als ein besonders verschwenderisches Nebenerzeugnis der Photosynthese. Dieser Vorgang spielt jedoch eine wichtige Rolle für den Erhalt des pflanzlichen Epigenoms, das in Reaktion auf Umwelteinflüsse steuert, welche Gene ein- oder ausgeschaltet werden. Das zeigen Untersuchungen, die Forschende des Helmholtz Zentrums München, der Technischen Universität München und der Universität Heidelberg durchgeführt und im Fachmagazin Nature Plants veröffentlicht haben. Damit schlagen die Forschenden eine Brücke zwischen Stoffwechsel und Genregulation und gewinnen neue Erkenntnisse zur pflanzlichen Reaktion auf Umwelteinflüsse.

Quelle: Uni Heidelberg
Research Result

Nicht jeder Wald kühlt die Erde

Im Kampf gegen die Klimakrise setzen Staaten große Hoffnungen in Aufforstungsprojekte. In einer Studie zeigen Forschende der ETH Zürich, dass der Standort der Aufforstung meist entscheidender ist als die Anzahl Bäume: Werden Wälder strategisch geschickt platziert, könnte der gleiche Kühleffekt bei halb so großem Flächenverbrauch erzielt werden. Für ihre Modellierung haben die Forschenden drei bestehende und in den Klimawissenschaften oft genutzte Aufforstungsszenarien ausgewählt, die unterschiedliche ökonomische und ökologische Annahmen über Aufforstungsmöglichkeiten treffen. Die Forschenden haben für die drei Szenarien berechnet, welche biochemischen und biophysikalischen Temperatureffekte die Aufforstungen bis im Jahr 2100 hätten – und wie sich diese auf das globale Klimasystem auswirken würden. Die Ergebnisse waren verblüffend: Obwohl sich die aufgeforstete Fläche um 450 Millionen Hektar unterschied, erzielten zwei der untersuchten Szenarien nahezu die gleiche globale Abkühlung. Der Unterschied entspricht einer Fläche, die etwa so groß ist wie alle EU-Staaten zusammen. "Dass wir den gleichen Klimaeffekt mit signifikant weniger Land erreichen können, zeigt, dass es wichtiger ist, wo wir pflanzen, als wie viel wir pflanzen", sagt Nora Fahrenbach, Doktorandin in der Gruppe von Jnglin Wills und Erstautorin der Studie, die im Fachmagazin Communincations Earth & Environment veröffentlicht wurde. 

Quelle: ETH Zürich