Forschungsergebnis

15 Millionen Jahre alte Lianen-Blüten geben Einblick in die Entwicklung tropischer Regenwälder

Lianenblüte (Ayenia zhangpuensis) in Bernstein. Foto und (c): Renata Xieting

Kletterpflanzen waren bereits im Miozän vor 15 Millionen Jahren ein fester Bestandteil tropischer Regenwälder, wie in Bernstein erhaltene Blüten aus Südostchina belegen. Forschende aus China, Frankreich, Deutschland und Österreich rekonstruieren anhand der außergewöhnlich gut erhaltenen Fossilien die Biodiversität eines vergangenen Ökosystems. Die Fossilien gehören zur Gattung Ayenia (Sektion Vahihara) aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Eine der Blüten wird als neue fossile Art Ayenia zhangpuensis beschrieben, das zweite Exemplar wird vorläufig Ayenia sp. zugeordnet. Mithilfe von Lichtmikroskopie und Röntgentomografie konnten die Forschenden die filigranen Blütenstrukturen im Detail untersuchen. Die Studie mit Beteiligung von Forschenden des Museums für Naturkunde (MfN), Leibniz-Instituts für Evolutions- und Biodiversitätsforschung in Berlin, ist im Fachjournal Annals of Botany erschienen.

Quelle: MfN
Projekt

Citizen-Science-Projekt „Verborgene Vielfalt – Sichtbare Wirkung?

Die Biologin Dr. Ruth Jakobs leitet das Citizen-Science-Projekt „Verborgene Vielfalt – Sichtbare Wirkung?“ Foto und (c): Yannik Raasch

Wissenschaft findet längst nicht mehr nur im Labor statt. Immer häufiger tragen auch Bürger*innen dazu bei, neue Erkenntnisse zu gewinnen. Im Citizen-Science-Projekt „Verborgene Vielfalt – Sichtbare Wirkung?“ haben 65 Freiwillige gemeinsam mit Forschenden der Universität Bielefeld rund 1.000 Datensätze gesammelt. Das DFG-geförderte Projekt (FOR 3000) an der Universität Bielefeld untersucht, wie sich die chemische Vielfalt des Rainfarns auf Insekten auswirkt. Die Datenerhebung endet Anfang September. Anschließend beginnen die Laboranalysen und die wissenschaftliche Auswertung. Ein Meilenstein für das Projekt und ein Beispiel dafür, wie Forschung gemeinsam mit der Gesellschaft gelingt. 

Quelle: Uni Bielefeld
Forschungsergebnis

Wasserstand bestimmt Reaktion in Mooren auf Wärme

An gesunden Moorstandorten tragen Sphagnum-Torfmoose zur Aufnahme und Speicherung von CO₂ bei. Foto und (c): Biosphere-Atmosphere Interaction research group

Wie stark Moore auf steigende Temperaturen reagieren, hängt von ihrem Wasserstand ab. Dies hat ein Forschungsteam unter Leitung der Uni Münster gezeigt. Je niedriger der Wasserstand, desto stärker nimmt bei Wärme die CO₂-Freisetzung zu. Ein höherer Wasserstand kann diesen Effekt jedoch abschwächen. Die Ergebnisse basieren auf dem bislang größten Datensatz zu jährlichen CO₂-Bilanzen von Mooren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature Communications erschienen.

Quelle: Uni Münster
Forschungsergebnis

Zielkonflikt in der Waldbewirtschaftung

Messgeräte zur Messung verschiedener Ökosystemfunktionen im Boden und an den Bäumen auf den Versuchsflächen des Graduiertenkollegs „EnriCo“. Foto und (c): Christina Hackmann

Steigende Anforderungen an den Schutz der Biodiversität erfordern eine angepasste Bewirtschaftung von Wäldern. Doch wie lassen sich dabei Artenvielfalt und wirtschaftliche Nutzung möglichst gut miteinander vereinbaren? Dieser Frage ist ein Forschungsteam der Universität Göttingen in niedersächsischen Wäldern nachgegangen. Die Analysen zeigen: Besonders Mischbestände mit heimischen Baumarten wie der Buche und kleinräumig beigemischter Douglasie erweisen sich als wirksamer Kompromiss zwischen ökonomischen Zielen und Naturschutz. Allerdings gehen höhere Biodiversitätsziele mit wirtschaftlichen Einbußen einher, sodass finanzielle Ausgleichsmechanismen erforderlich sind. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Ambio veröffentlicht.

Quelle: Uni Göttingen
Forschungsergebnis

Blühstreifen versus Öko-Landbau

Blühstreifen an konventionell bewirtschaftetem Winterweizen bei Göttingen. Foto und (c): Costanza Geppert

Blühstreifen aus Wildblumen und ökologischer Landbau sind Maßnahmen aus den Agrarumweltprogrammen der Europäischen Union, die Landwirtinnen und Landwirte für umweltschonende und nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden finanziell fördern. Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat untersucht, welche ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile beide Anbaumethoden auf Feldern mit Winterweizen mit sich bringen. Das Team fand heraus, dass die Äcker beim ökologischen Landbau die meisten wildwachsenden Pflanzenarten beherbergten, auch wenn Blühstreifen unter Einbeziehung der ausgesäten Pflanzenarten ähnlich viele Arten erreichten. Wirtschaftlich gesehen waren die Bio-Flächen am rentabelsten. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Journal of Applied Ecology veröffentlicht.

Quelle: Uni Göttingen
Forschungsergebnis

Beweise für urzeitliche Waldbrände nahe des Südpols

Visualisierung des Ökosystems in der Antarktis vor etwa 90 Millionen Jahren. Forschungen zeigen, dass es damals regelmäßig Waldbrände nahe des Südpols gab. Zeichnung und (c): James McKay, AWI

Vor 90 Millionen Jahren war das Erdklima so warm, dass sogar in der heute eisigen Antarktis Dinosaurier durch sumpfige Regenwälder zogen. Ein Forschungsteam hat nun in einem Sedimentbohrkern Beweise für regelmäßige Waldbrände in der kreidezeitlichen Antarktis nahe des Südpols gefunden. Die Feuer begünstigten offenbar die Ausbreitung von frühen Torfmooren in den feuchten Sumpfwäldern. Diese urzeitliche Ko-Evolution von Feuer und Vermoorung liefert wertvolle Informationen über die Entstehung und Erhalt von Hochmooren, die heute durch den Klimawandel und zunehmende Trockenheit akut bedroht sind. Dies wurde mit Beteiligung Forschender vom Alfred-Wegener-Institut (AWI), Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung nun im Fachmagazin Communications Earth & Environment veröffentlicht.

Quelle: AWI
Projekt

Photosynthese aus dem All beobachten

Mit dem Satellit der ESA-Mission FLEX aus dem All die Photosynthese zu beobachten soll helfen, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Pflanzen besser zu verstehen. Foto und (c): ESA / CC BY-SA IGO 3.0

Mit der ESA-Mission FLEX beginnt eine neue Ära der Pflanzenforschung aus dem All. Der eigens für die Beobachtung der Photosynthese entwickelte Satellit soll zeigen, wie Pflanzen weltweit auf Trockenheit, Hitze und andere Umweltstressoren reagieren. Die Erkenntnisse können dazu beitragen, eine klimaresiliente Landwirtschaft zu entwickeln, natürliche Ökosysteme besser zu schützen und langfristig die Ernährungssicherheit zu stärken. Das Forschungszentrum (FZ) Jülich betreibt das deutsche FLEX-Projektbüro, bringt seine wissenschaftliche Expertise in die Mission ein und bereitet Forschende auf die Nutzung der frei verfügbaren Satellitendaten vor.

Quelle: FZ Jülich
Köpfe und Karrieren

ERC Starting Grant für Meret Huber

Prof. Dr. Meret Huber. Foto und (c): Stefan F. Sämmer, JGU

Prof. Dr. Meret Huber, Professorin für Evolutionäre Ökologie der Pflanzen und Direktorin des Botanischen Gartens der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), hat vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) einen ERC Starting Grant erhalten und kann nun mit einer Förderung von 1,5 Millionen Euro für fünf Jahre rechnen. Huber erhält das Geld für ihr Projekt Plant Metabolites as Keystone Traits (METABOKEY), mit dem sie erforschen möchte, wie pflanzliche Inhaltsstoffe das Zusammenleben verschiedener Arten beeinflussen und dadurch ganze Lebensgemeinschaften verändern können. Mit seinen Starting Grants fördert der ERC exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler am Beginn einer unabhängigen Karriere. Huber hatte im Jahr 2016 den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung unserer Wilhelm-Pfeffer-Stiftung erhalten.

Quelle: JGU