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Evolution: Supergen steuert Spiegelbild-Blüten

Anordnung der Blütenorgane bei der südafrikanischen Schmetterlingslilie Wachendorfia thyrsiflora. Die pinken Pfeilspitzen zeigen auf die Griffel, die blauen Pfeilspitzen auf die gegenständigen Staubblätter. Foto und (c): AG Genetik, Uni Potsdam

Die Links-Rechts-Asymmetrie bei südafrikanischen Schmetterlingslilien (Gattung Wachendorfia) gilt seit über einem Jahrhundert als klassisches evolutionsbiologisches Rätsel. Durch die spiegelbildliche Anordnung der Blütenorgane können die Pflanzen effizient fremdbestäubt werden. Den Forschenden gelang es nachzuweisen, dass in Wachendorfia-Arten ein „Supergen“ darüber entscheidet, ob die Pflanzen dauerhaft links- oder rechtsseitig verbogene Griffel und Staubblätter ausbilden. In diesem Supergen liegen zwei Schlüsselfaktoren, die jeweils die Ausrichtung von Staubblättern und Griffeln steuern und so eine präzise, spiegelbildliche Platzierung der Geschlechtsorgane ermöglichen. Die Ergebnisse des internationalen Teams unter Leitung der Universität Potsdam in Zusammenarbeit mit den Universitäten Kapstadt und Wageningen erschien in der Fachzeitschrift Science.

Quelle: Uni Potsdam
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Molekulare Präzisionswerkzeuge gegen verborgenen Hunger

Pigmentierter Reis mit geringem (rot), hohem (wechselnd rote und schwarze) und sehr hohem (schwarze) Gehalt an Anthocyanen, die wichtige Phytonährstoffe sind und sowohl in Pflanzen als auch im menschlichen Körper als schützende Antioxidantien wirken. Foto und (c): N. Sreenivasulu & R. N. Tiozon, IRRI

Mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit leiden an Unterversorgung mit Mikronährstoffen – was auch als „verborgener Hunger“ bezeichnet wird. Der Grund: Über Jahrtausende wurden unsere Nutzpflanzen vor allem auf höhere Erträge gezüchtet. Ihre Fähigkeit, Vitamine zu bilden und Spurenelemente anzureichern, wurde dabei weitgehend vernachlässigt. Ein Artikel im Juni in der Fachzeitschrift Nature zeigt, wie neueste Fortschritte in der Gentechnologie dazu beitragen können, die Nahrungsqualität wichtiger Grundnahrungspflanzen zu verbessern und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel zu stärken. Die Autorinnen und Autoren des Artikels – Dominique Van Der Straeten von der Universität Gent, Alisdair Fernie vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie (MPI-MP) und ihre Kolleginnen und Kollegen – beschreiben, wie CRISPR-Cas und verwandte genetische Technologien den Vitamin- und Mineralstoffgehalt von Nutzpflanzen gezielt verbessern können.

Quelle: MPI-MP
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Wenn Natur nicht nur erholt, sondern auch stärkt

Die Grafik zeigt zwei mögliche Wirkungen von Naturerlebnissen. Die rote gestrichelte Linie stellt einen Leistungs- oder Stimmungseinbruch durch Stress dar. Nach dem Aufenthalt in der Natur (vertikale gestrichelte Linie) zeigt die blaue Kurve, wie sich Menschen von dieser Belastung erholen und wieder ihr normales Niveau erreichen. Die grüne Kurve verdeutlicht, dass Natur auch dann positive Effekte haben kann, wenn keine vorherige Belastung vorlag: Stimmung und geistige Leistungsfähigkeit können sich über das normale Ausgangsniveau hinaus verbessern. Nach Prugger & Kühn (2026, original image licensed under CC BY 4.0). Grafik und (c): Max-Institut für Bildungsforschung, CC BY 4.0

Die bisherige Forschung unterschätzt möglicherweise die Fähigkeit natürlicher Umgebungen, Konzentration und Wohlbefinden auch ohne vorherige Erschöpfung zu fördern. Das zeigt eine Übersichtsarbeit des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung. Denn Doch natürliche Umgebungen könnten noch mehr leisten als beim Abschalten und Erholen zu helfen: Sie fördern möglicherweise Stimmung und geistige Leistungsfähigkeit auch dann, wenn Menschen nicht zuvor gestresst oder erschöpft waren. Zu diesem Schluss kommt eine im Journal of Environmental Psychology veröffentlichte Übersichtsarbeit von Wissenschaftlerinnen des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung.

Quelle: MPI für Bildungsforschung
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Trockenheit verändert Schädlingsbefall

Die Rübenfliege ist ein verbreiteter Schädling der Zuckerrübe. Foto und (c): Shahinoor Rahman

Trockenperioden stellen die Landwirtschaft vor steigende Herausforderungen: Sie beeinflussen nicht nur das Wachstum von Kulturpflanzen, sondern auch deren Wechselwirkungen mit Schädlingen. Ein Forschungsteam der Universität Göttingen hat untersucht, wie verschiedene Stufen von Trockenheit die Anfälligkeit von Zuckerrüben gegenüber der schädigenden Rübenfliege beeinflussen. Die Studie zeigt, dass mäßige Trockenheit die Entwicklung der Larven fördert, während sich starke Trockenheit sowohl auf die Pflanzen als auch auf die Schädlinge nachteilig auswirkt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Journal of Experimental Botany veröffentlicht.

Quelle: Uni Göttingen
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Neue Strategien zum Erhalt einheimischer Kakaosorten

Links: Einheimischer Kakaobaum, der mit der kommerziellen Sorte CCN-51 veredelt wurde. Am Fuß des Stammes ist noch eine Schote des ursprünglichen Baumes zu sehen. Rechts: Kakaobaum, den die Forschenden mit einheimischen Blanco de Piura-Genotypen veredelt. Fotos und (c): Teja Tscharntke und Fredy Yovera

Der Massenanbau von Kakao verdrängt in Anbauländern wie Peru häufig einheimische Sorten. Doch lokale Kakaosorten liefern besonders aromatische Bohnen und tragen zur genetischen Vielfalt bei. Wie sich hoher Ertrag und genetische Vielfalt verbinden lassen, hat nun ein internationales Forschungsteam gezeigt: Sie veredelten ausgewachsene Bäume mit besonders ertragreichen Züchtungsvarianten, wodurch der Ertrag bereits nach drei Jahren um 59 Prozent stieg. Die Ergebnisse des Team unter Leitung der Universität Göttingen und der Forschungsorganisation Bioversity International wurden in der Fachzeitschrift Agronomy for Sustainable Development veröffentlicht.

Quelle: Uni Göttingen