Application · Research Result

Ethical Collectomics: Die Vermessung der Natur

Ausschnitt aus einem Herbariumbogen des Wilden Stiefmütterchens (Viola tricolor L. subsp. curtisii (E.Forst.) Syme) aus dem Herbarium Haussknecht. Foto und (c): Kristin Victor, Senckenberg

Eine neue Studie betont, dass der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Biodiversitätsforschung von Ethik, Fairness und globaler Zusammenarbeit geleitet sein sollte. Das Forschungsteam um Erstautor Dr. Kamil E. Frankiewicz von der Universität Warschau und Letztautor Dr. Sebastian Gebauer von Senckenberg stellt dafür das Konzept der Ethical Collectomics vor. Es soll sicherstellen, dass die Digitalisierung und KI-gestützte Analyse wissenschaftlicher Sammlungen allen Ländern und indigenen Gemeinschaften gleichermaßen zugutekommt. Zudem enthält die im Fachmagazin BioScience veröffentlichte Studie konkrete Handlungsempfehlungen zum verantwortungsvollen Umgang mit Sammlungen und zu deren Nutzung.

Quelle: Senckenberg
Research Result

Diversität im Wald: Mehr Arten durch Totholz und Lücken

Links der Ausgangzustand: ein monotoner Wald. Nach den Eingriffen der Forschenden gab es Totholz und Lücken im Blätterdach, was der Vogel- und Fledermausvielfalt zugutekommt. Foto und (c): Clara Wild

Unordnung bringt mehr Leben in den Wald: Darauf reagieren Vögel und Fledermäuse unterschiedlich. Eine Forschungsgruppe aus dem Biozentrum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) hat nun gemeinsam mit Forschenden der Universitäten Marburg und München sowie des Nationalparks Bayerischer Wald im Projekt BETA FOR untersucht, wie sich gezielte Eingriffe zur Wiederherstellung einer abwechslungsreicheren Waldstruktur auf die Vielfalt an Fledermäusen und Vögeln auswirken. Das Team des Waldökologen Professor Jörg Müller zeigt: Wenn der Mensch im Wald Lücken im Blätterdach schafft und Totholz liegen lässt, steigert das den Reichtum beider Artengruppen auf Ebene der Waldlandschaft. Dabei reagieren Vögel und Fledermäuse aber unterschiedlich auf die Veränderungen in ihrem Lebensraum. Die Ergebnisse veröffentlichte das Team in Current Biology.

Quelle: JMU
Project

Kaffeeanbau im Klimawandel: Kann KI Kleinbauern helfen?

Ein Mann fotografiert den Zweig einer Kaffeepflanze. Anhand der Anzahl der Kaffeekirschen schätzt die KI-gestützte App "Croppie" den nächsten Ernteertrag ab. Foto und (c): Marcela Ibañez-Diaz

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Göttingen erhält einen Climate Change AI Innovation Grant für das Projekt Can AI technologies increase farmer’s resilience to climate change? Impact evaluation of Croppie. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Göttingen sowie der EAFIT-Universität und des Centro Internacional de Agricultura Tropical (CIAT) in Kolumbien wollen erforschen, ob die KI-gestützte App Croppie Kleinbauern im Kaffeeanbau unterstützten kann, die besonders anfällig für die Folgen der globalen Erwärmung sind. Die App generiert aus Fotos Einschätzungen zur Höhe des Kaffeeertrags. Mit diesen Informationen sollen die Kleinbauern frühzeitig auf Verluste reagieren können. Das Vorhaben wird ein Jahr lang mit umgerechnet rund 129.000 Euro (150.000 US-Dollar) gefördert.

Quelle: Uni Göttingen
Citizen Science · Publication

Handbuch erschienen: "Citizen Science – Gemeinsam Forschen"

Handbuch zu Citizen Science. Foto und (c): Springer

Citizen Science gewinnt im Wissenschaftsbetrieb in Deutschland, der Schweiz und Österreich an Bedeutung. Soziale Medien, Apps oder mobile Sensorik eröffnen neue Möglichkeiten, interessierte Bürgerinnen und Bürger aktiv an Forschung zu beteiligen. Allerdings fehlte bislang ein praxistauglicher Überblick über Strategien, Strukturen, Arbeitsprozesse, Potenziale und Grenzen von Citizen-Science-Projekten. Diese Lücke schließt das Open-Access-Handbuch „Citizen Science – Gemeinsam forschen!“, das ein Gremium von Herausgeberinnen und Herausgebern verschiedenster Institutionen veröffentlicht hat, darunter das UFZ und das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv).

Quelle: UFZ