Forschungsergebnis

Wie Bakterien das Immunsystem von Pflanzen überlisten

Wie es bakteriellen Krankheitserregern gelingt, pflanzliche Abwehrmechanismen effektiv zu überwinden, haben Forschende analysiert und sind auf ein überraschendes Ergebnis gestoßen: Die Erreger kapern winzige Kompartimente in Pflanzenzellen – sogenannte Processing Bodies oder P-Bodies – um die Proteinproduktion genau dann abzuschalten, wenn die Pflanze sie am dringendsten benötigt. Diese bislang unbekannte Strategie des Pflanzenpathogens Pseudomonas syringae beschreiben die Forschenden der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Prof. Dr. Suayb Üstün kürzlich in der Zeitschrift Science Advances.

Quelle: RUB
Forschungsergebnis

Wie nützliche Pilze in Getreide-Wurzeln eindringen ohne eine starke Immunreaktion auszulösen

Der Wurzelendophyt Serendipita indica nutzt ein spezialisiertes Enzymmodul, um die Zellwände von Gräsern umzugestalten und die Symbiose mit einkeimblättrigen Wirtspflanzen wie Gerste zu fördern. Das zeigt eine Studie in der Zeitschrift Molecular Plant, die vor ein paar Tagen erschien. Die Forschenden belegen außerdem, dass dieser Prozess sorgfältig koordiniert werden muss, da Xylanfragmente die Immunaktivierung verstärken können. Dabei wirken mehrere Enzyme zusammen: Als Erstes setzen Xylanasen Zellwandfragmente frei, während SiAXE und andere Enzyme diese Moleküle weiterverarbeiten, und so die Besiedlung der Wirtspflanze unterstützen und gleichzeitig eine anhaltende Immunstimulation begrenzen. Insgesamt liefert die Arbeit des Teams um Prof. Dr. Alga Zuccaro vom Cluster of Excellence on Plant Sciences (CEPLAS) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf neue Einblicke in die Mechanismen, mit denen S. indica die Anpassung an den Wirt und die Immunverträglichkeit in Einklang bringt, und zeigt damit die große Bedeutung von Grundlagenforschung für eine zukünftige, nachhaltige Landwirtschaft.

Quelle: CEPLAS
Forschungsergebnis

Wie der Klimawandel die Nährstoffdynamik in Seen und Stauseen beeinflusst

Eine veränderte Nährstoffdynamik wegen erhöhter Wassertemperaturen und veränderter Schichtungsverhältnisse durch den Klimawandel begünstigt das Wachstum schädlicher Algenblüten. Das ist das Ergebnis einer neuen Langzeitstudie unter Federführung eines Teams um Prof. Dr. Stefan Peiffer am Lehrstuhl für Hydrologie des Bayreuther Zentrums für Ökologie und Umweltforschung (BAYCEER) der Universität Bayreuth, die im fränkischen Seenland durchgeführt wurde. Über ihre Erkenntnisse berichten die Forschenden im Fachjournal Water Resources Research. „Zum ersten Mal konnten wir anhand realer Langzeit-Daten zeigen, dass die erhöhte Wassertemperatur aufgrund des Klimawandels zu einem höheren Risiko für schädliche Blaualgenblüten führt aufgrund der Änderung der Schichtungsdynamik und der Erhöhung der seeinternen Phosphorrücklösung aus dem Sediment", resümiert Peiffer. "Damit betonen unsere Ergebnisse die Dringlichkeit, Klimafolgen für die Gesundheit und Renaturierung von Seen weltweit zu berücksichtigen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich der Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten verstärken wird“, sagt der Hydologe.

Quelle: Uni Bayreuth