Forschungsergebnis

Das Erbe der Landpflanzen

Die Schmuckalgen (Zygnematophyceae), die nächsten lebenden Verwandten der Landpflanzen unter den Algen, kommen in vielen verschiedenen Formen vor. Dazu zählen auch Arten, die lediglich aus einer einzigen Zelle bestehen. Aufnahmen und (c): modifiziert von Bierenbroodspot et al. 2026 mit Genehmigung von PLOS Biology (2026), DOI: 10.1371/journal.pbio.3004005

Wie sahen Algen aus, aus denen sich die ersten Landpflanzen entwickelten? Ein Forschungsteam hat eine für diese Frage wichtigsten Algengruppen genauer untersucht: die Schmuckalgen (Zygnematophyceae), die nächsten lebenden Verwandten der Landpflanzen. Sie umfassen zahlreiche Arten, die nur aus einer einzelnen Zelle bestehen. Hinter ihrem einfachen Aussehen verbergen sich jedoch wichtige Schlüssel für das Verständnis der Pflanzenentwicklung. Dazu erstellten die Forschenden 43 neue Transkriptome – also Sammlungen der in den Zellen aktiven Gene – aus Stämmen, die eine breite Artenvielfalt der Zygnematophyten abdecken. Diese Daten kombinierten sie mit öffentlich zugänglichen Sequenzen, um daraus einen Datensatz mit mehr als 100 Arten und 2.000 Genen zu erstellen. So gewann das Team mithilfe eines umfassenden Datensatzes Einblicke in die Evolution der Mehrzelligkeit: Das mehrzellige Wachstum dieser Algen entstand nicht durch einen einzigen evolutionären Übergang, sondern parallel und unabhängig voneinander. Allen gemein ist jedoch, dass ihre Entwicklung wahrscheinlich aus einer einzelligen Alge hervorging. Die Ergebnisse unterstreichen, dass eine Vielfalt an Algenarten nötig ist, um die Entwicklung der Landpflanzen zu verstehen. Das Team um Prof. Dr. Jan de Vries von der Universität Göttingen veröffentlichte seine Ergebnisse in der Fachzeitschrift PLOS Biology.

Quelle: Uni Göttingen
Forschungsergebnis

Wie Calciummangel das Pflanzenwachstum mindert

Wenn es Pflanzen an Calcium mangelt, entstehen Qualitäts- und Ernteverluste. Dieses Problem werde durch den Klimawandel noch verstärkt. Prof. Dr. Christian Zörb, Agrarwissenschaftler an der Universität Hohenheim und Sprecher unserer Sektion Angewandte Botanik, bemerkt, dass diese strukturgebenden Eigenschaften von Calcium in der biologischen Forschung bislang wenig Beachtung finden: „Wenn es um Calcium geht, steht meist seine Rolle bei der Signalübertragung im Vordergrund. Seine Bedeutung für die Zellstruktur wird dagegen kaum berücksichtigt.“ Gemeinsam mit Prof. Dr. Christoph-Martin Geilfus der Hochschule Geisenheim University veröffentlichte er daher einen Übersichtsartikel zu den Folgen von Calciummangel für das Pflanzenwachstum in der Fachzeitschrift Trends in Plant Science über Ursachen der Mangelerscheinungen und Management-Strategien zu deren Behebung.

Quelle: Uni Hohenheim
Forschungsergebnis

Blaualgen-Schlamm als Quelle von Treibhausgasen

Massenentwicklung von Cyanobakterien in einem See. Foto und (c): Angelina Tittmann, IGB

In manchen Regionen der Erde treten Cyanobakterien, auch Blaualgen genannt, so massiv auf, dass die Algenteppiche großflächig „abgeerntet” werden, um die Wasserqualität zu verbessern und weiterhin Trinkwasser zu gewinnen. Wie eine Studie jedoch zeigt, lassen sich dadurch die Treibhausgas-Emissionen nicht vermeiden. Ebenso wie die betroffenen Seen setzt auch der abgeerntete Blaualgen-Schlamm Methan frei, insbesondere, wenn er noch viel Feuchtigkeit enthält. Die Ergebnisse der Zusammenarbeit zweier chinesischer Forschungseinrichtungen mit dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) wurden im Journal of Cleaner Production veröffentlicht.

Quelle: IGB