Forschungsergebnis

Krankheitsresistenter Reis für den Einsatz in Ostafrika

Reispflanzen in den Gewächshäusern der HHU. Foto und (c): Yugander Arra, HHU

Mit der „markergestützten Züchtung“ hat eine Forschungskooperation Varianten von afrikanischen Elite-Reissorten entwickelt, die gegen die gefährliche Reiskrankheit „Weißblättrigkeit“ (englisch Bacterial Leaf Blight, kurz BB) resistent sind. Die Ansätze, die die Forschenden der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) in Zusammenarbeit mit französischen Partnern dabei verfolgten, stellen sie nun in der Fachzeitschrift Rice vor. Das Team des von Prof. Dr. Wolf B. Frommer vom Institut für Molekulare Physiologie der HHU geleiteten internationalen Forschungsprojekts Healthy Crops mit ihrer Leiterin Dr. Eliza Loo (Preisträgerin unseres Eduard Strasburger-Preises 2024) hat einen Weg gefunden, das krankmachende Bakterium Xanthomonas oryzae pv. oryzae (Xoo) von seiner Nährstoffversorgung abzuschneiden. Prof. Frommer: „Damit unsere Linien schnell zu den Landwirten kommen, haben wir mithilfe der sogenannten markergestützten Rückkreuzungszüchtung (MAB) Resistenzgene in drei in Afrika verbreitete Elitereissorten eingebracht.“ Diese moderne Züchtungsmethode nutzt genetische Marker, um gezielt gewünschte Eigenschaften in Pflanzen schneller und präziser als in klassischer Züchtung zu etablieren. So verkürzen sich die typischen Entwicklungszeiten drastisch.

Quelle: HHU
Forschungsergebnis · Politik

Funktion des Ozeans als Klimaregulator steht unter Druck

Der Ozean nimmt derzeit rund ein Drittel der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen und etwa 90 Prozent der Wärme auf, die durch den Klimawandel zusätzlich im Erdsystem verbleibt. Doch seine Funktion als Klimaregulator steht unter Druck. Foto und (c): Michael Sswat, GEOMAR

Der Ozean nimmt einen gewaltigen Teil des von Menschen emittierten Kohlendioxids (CO2) und der zusätzlichen Wärme auf. Damit puffert er den Klimawandel ab. Doch diese Kapazität ist begrenzt. Der heute veröffentlichte Climate Technology Progress Report des Copenhagen Climate Centre des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP-CCC) fordert verstärkte Investitionen in „Ocean Carbon Intelligence“, also in Ozeanbeobachtung und Datenanalysen, um die Dynamik des Kohlenstoffkreislaufs im Ozean besser zu verstehen. Der Bericht erscheint im Vorfeld der Weltklimakonferenz COP31 und wird dort im Rahmen einer UNEP-Veranstaltung vorgestellt. Das Kapitel über die Grundlagen der Kohlenstoffaufnahme im Ozean verantworten als Leitautorinnen die beiden GEOMAR-Forscherinnen Dr. Nadine Mengis und Dr. Judith Ziegler. Der Climate Technology Progress Report (CTPR) erscheint jährlich und wird vor der Weltklimakonferenz COP veröffentlicht. Er wird vom Copenhagen Climate Centre des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP-CCC) in Zusammenarbeit mit dem Climate Technology Centre and Network (CTCN) und dem Technology Executive Committee (TEC) des Klimarahmens der Vereinten Nationen erstellt. Der Bericht analysiert, welche Voraussetzungen die Entwicklung und den Transfer von Klimatechnologien voranbringen und wo Lücken bestehen. Die Ausgabe 2026 widmet sich Technologien, die die Aufnahme und langfristige Speicherung von Kohlenstoff im Ozean schützen oder verbessern. Die Erstellung wird vom dänischen Außenministerium unterstützt. 

Quelle: GEOMAR
Forschungsergebnis

Biodiversitäts-Hotspots in Südwestdeutschland verlieren an Artenvielfalt

Verbreitung des Kleinen Knabenkrauts (Anacamptis morio) in Baden-Württemberg im Vergleich: Die linke Karte zeigt die Nachweise vor dem Jahr 2000, die rechte Karte Nachweise seit 2000. Die Gegenüberstellung macht den deutlichen Rückgang der Art sichtbar. Grafiken, Foto und (c): Mike Thiv, SMNS

Der Klimawandel und die veränderte Landnutzung beeinflussen Lebensräume und somit auch die Pflanzenvielfalt. Um die Folgen dieser Entwicklungen besser zu verstehen, sind langfristige und flächendeckende Daten unerlässlich. Eine einzigartige Grundlage dafür bietet die vom Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart (SMNS) koordinierte „Floristische Kartierung Baden-Württemberg”. Die im Rahmen dieses Citizen-Science-Projekts über fünf Jahrzehnte erhobenen Daten dokumentieren anhand von über 2,5 Millionen Pflanzenbeobachtungen deutliche Veränderungen der Flora Südwestdeutschlands. Ein Forschungsteam des Naturkundemuseums Stuttgart und der Universität Hohenheim hat diese Daten nun gemeinsam analysiert. Die Ergebnisse der gemeinsamen Auswertung zeigen: Zwar haben einige Gebiete in Südwestdeutschland Pflanzenarten hinzugewonnen, besonders vielfältige Gebiete – Hotspots der Diversität – verloren jedoch tendenziell an Vielfalt. Veröffentlicht wurde die Studie im Fachmagazin Global Change Biology.

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Forschungsergebnis

Thermisches Priming stärkt Hitzetoleranz und Ertrag von Tomaten nach erneutem Hitzestress

Tomaten im Gewächshaus des IGZ. Foto und (c): sevens[+]maltry, IGZ

Tomaten können sich auf wiederkehrenden Hitzestress vorbereiten. Forschende konnten sowohl unter kontrollierten als auch unter Feldbedingungen zeigen, dass ein moderater Hitzestress die Reaktion von Tomaten auf erneuten Hitzestress verbessert und den Fruchtertrag signifikant steigern kann. Durch thermisches Priming werden Pflanzen als Reaktion auf einen anfänglichen moderaten Hitzestress umprogrammiert, sodass sie das Gedächtnis an das Stressereignis mehrere Tage lang bewahren und sowohl schneller als auch effektiver auf nachfolgenden Hitzestress reagieren können. Die schützende Wirkung des Primings hielt dabei länger an als bei der Modellpflanze Arabidopsis thaliana, was belegt, dass die Dauer des thermischen Gedächtnisses artspezifische Unterschiede aufweist. Zudem identifizierte das Team des Leibniz-Instituts für Gartenbauwissenschaften (IGZ) in einer in der Fachzeitschrift The Plant Journal veröffentlichten Studie zentrale molekulare Regulatoren des thermischen Stressgedächtnisses.

Quelle: IGZ