Stressabwehr bei Pflanzen: Ionenkanäle mit zentraler Rolle identifiziert
PEC-Ionenkanäle ermöglichen eine schnelle Übertragung von Stress-Signalen in die Chloroplasten und verstärken damit die Abwehr bei wiederkehrendem Stress. Sie vermitteln nämlich schnelle Ionenströme in den Chloroplasten, die die Forschenden mithilfe elektrophysiologischer Messungen an isolierten Chloroplasten zum ersten Mal in Arabidopsis direkt nachverfolgen konnten. Dabei übertragen PEC-Kanäle auch einen Teil der stressinduzierten Calciumsignale vom Cytosol in das Innere der Chloroplasten. Die durch Fraßfeinde oder Pathogene aktivierte Jasmonsäure-Synthese induziert nach wenigen Stunden und über mehrere Tage hinweg die vermehrte Produktion von PEC-Kanälen. „Hält der Stress an oder wiederholt sich – zum Beispiel durch einen erneuten Stress-Trigger – kann dadurch im Chloroplasten ein stärkeres Calciumsignal ausgelöst werden“, sagt Erstautorin Susanne Mühlbauer. „PECs helfen der Pflanze somit dabei, sich durch einen ersten Stress auf weitere Angriffe vorzubereiten und ihre Abwehr nachhaltig zu verstärken“, resümiert Studien-Leiter Professor Hans-Henning Kunz von der Ludwig-Maximilians-Universität München, der die Daten gemeinsam mit seinem Team sowie Professor Christian Grimm (LMU) und dessen Team im Fachjournal PNAS veröffentlichte.