Selbstaktivierung gehört zur Erfolgsstrategie parasitischer Unkräuter
Die Ästige Sommerwurz (Phelipanche ramosa), die als Modellart der aktuellen Studie verwendet wurde, entwickelt nach etwa zwei Monaten an den Wurzeln einer Rapspflanze (verschwommen im Hintergrund), verzweigte, nicht grüne Blütenstände, die letztlich Tausende von winzigen Samen freigeben. Foto und (c): Susann Wicke
Parasitische Unkräuter entziehen ihren Wirtspflanzen Wasser und Nährstoffe. Doch was macht diese Parasiten so erfolgreich? Ein Team um Prof. Dr. Susann Wicke vom Institut für Evolution und Biodiversität der Universität Münster hat untersucht, wie bestimmte Schmarotzerpflanzen ihre Saugorgane entwickeln, mit denen sie sich an die Wurzeln anderer Pflanzen anheften und ihnen Nährstoffe entziehen. Ein Fazit: Die Parasiten bilden bereits in ihren Samen verschiedene Stoffe und setzen sie frei. Sie stoßen damit die Entwicklung ihrer Saugorgane, fachsprachlich Haustorien genannt, auch ohne einen Wirt an. So gelangen die jungen Parasiten sehr früh in einen Zustand, in dem sie besonders schnell und wirksam an eine Wirtspflanze andocken. Diese Aktivierung aus sich selbst heraus steigert ihre Fähigkeit, den Wirt erfolgreich zu befallen – ein zentraler Punkt, der erklärt, warum diese Unkräuter in der Landwirtschaft schwer zu kontrollieren sind. Die Ergebnisse wurden in Science Advances veröffentlicht.