Forschungsergebnis

Welternährung: Parasitenangriff auf Reis entschlüsselt

Forschende des KIT um Prof. Peter Nick haben entschlüsselt, wie der gefährliche Reisbrandpilz das Immunsystem der Pflanze austrickst. Foto und (c): Maren Riemann, KIT

Reis ist das Grundnahrungsmittel für rund die Hälfte der Weltbevölkerung. Doch jedes Jahr vernichtet eine Pilzkrankheit – der Reisbrand – Erntemengen, die 60 Millionen Menschen ernähren könnten. Wie der Erreger die Abwehr von Reispflanzen überlistet, haben nun Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) entschlüsselt. Die im Februar im Fachmagazin Journal of Experimental Botany veröffentlichten Ergebnisse, die heute der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, eröffnen neue Möglichkeiten, um Reis widerstandsfähiger zu machen – mit direkter Bedeutung für die globale Ernährungssicherheit.

Quelle: KIT
Forschungsergebnis

Umfassende Pflanzennutzung durch Regenwaldbewohner bereits lange vor dem Beginn der Landwirtschaft

Eingang zur Fa-Hien-Lena-Höhle, einer der wichtigsten archäologischen Stätten, die Gegenstand dieser Studie sind. Sie liegt auf einer Klippe und bietet einen Blick auf den umliegenden tropischen Regenwald. Foto und (c): Oshan Wedage

Pflanzenverzehr nahm bereits Tausende Jahre vor der Einführung der Landwirtschaft zu. Das zeigt eine aktuelle Studie, veröffentlicht in Nature Ecology & Evolution, über menschliche Populationen in den tropischen Regenwäldern Sri Lankas. Die Untersuchung von Forschenden des Max Planck Instituts für Geoanthropologie basiert auf menschlichen und tierischen Überresten aus der Zeit vor etwa 20.000 bis 3.000 Jahren und verwendet die Zinkisotopenanalyse des Zahnschmelzes, um die Position eines Organismus im Nahrungsnetz – die sogenannte trophische Position – sowie die Zusammensetzung der Ernährung zu rekonstruieren.

Quelle: MPI für Geoanthropologie
Forschungsergebnis

Gemeinsam für die Stadtnatur: City Nature Challenge liefert erneut wertvolle Daten zur Biodiversität in Berlin

Die diesjährige City Nature Challenge Ende April 2026 hat erneut eindrucksvoll gezeigt, wie groß das Interesse an der Erforschung der urbanen Natur ist: In Berlin wurden über 20.000 Beobachtungen von 2326 Arten dokumentiert. Das Ergebnis unterstreicht das außergewöhnliche Engagement von Bürger*innen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Vereinen und Fachleuten, die gemeinsam zur Erfassung der biologischen Vielfalt in der Hauptstadt beigetragen haben. Eine aktuelle Fachpublikation zu den Berliner Ergebnissen der Jahre 2023 und 2024 verdeutlicht, dass die Ergebnisse der City Nature Challenge substanziell zur Erfassung der Berliner Biodiversität beitragen. Eine nun veröffentlichte Studie (BMC Ecology and Evolution) macht deutlich, dass die City Nature Challenge in Berlin weit mehr ist als ein öffentlichkeitswirksames Mitmachformat. Sie liefert belastbare wissenschaftliche Daten zur biologischen Vielfalt im urbanen Raum, meldet das Museum für Naturkunde (MfN).

Quelle: MfN
Politik

Forschungsministerin stellt Roadmaps zur Umsetzung der Hightech Agenda vor - VBIO kommentiert

Mittwochmittag hat Technologieministerin Dorothee Bär (CSU) im Forschungsausschuss die ersten sechs Roadmaps für die Schlüsseltechnologien der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) vorgestellt, wie Heute im Bundestag (hib) berichtet. „Wir wollen in den Roadmaps die ersten wesentlichen Schritte nochmal konkretisieren - für unsere Wettbewerbsfähigkeit, für unsere Wertschöpfung, aber vor allem auch für unsere technologische Souveränität“, sagte Bär zu Beginn des Gesprächs. Mit der HTAD will die Bundesregierung Deutschland zum „Top-Technologieland“ machen und die Standortattraktivität für Forschung und Wirtschaft erhöhen. Ein besonderer Fokus der Agenda liegt dabei auf den sechs Schlüsseltechnologien (Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Mikroelektronik, Biotechnologie, Fusion und klimaneutrale Energieversorgung sowie Technologien für die klimaneutrale Mobilität). 
Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) kommentiert die Roadmap Biotechnologie: Ausgesprochen positiv sei, dass die Roadmap bestehende und geplante Impulse in einen Gesamtkontext bringt und sie mit Meilensteinen, Zeithorizonten, Indikatoren und Zielmarken versieht. Letzte sind unterschiedlich detailliert ausgearbeitet, nicht in allen Fällen mit einer zeitlichen oder statistischen Baseline versehen und unterschiedlich ambitioniert. Die Roadmap zur Biotechnologie sei ein Beleg für das in der aktuellen Situation politisch machbare. Der Biologie-Dachverband habe sich im Hinblick auf regulatorischer Umsetzung, aber auch bezüglich der verbindlichen Finanzierung, der föderalen Koordination und der Stärkung der biologischen Grundlagenforschung mehr Mut gewünscht.

Forschungsergebnis

Virale Latenz in komplexen Organismen: Wie verborgene Viren in Algen erwachen und sich zweifach verbreiten

Virus-Symptome bei der fadenförmigen Braunalge Ectocarpus sp., wobei die DNA-Färbung (blau) auf eine Virusvermehrung in den Fortpflanzungsstrukturen der Alge hinweist. Die Chlorophyll-Fluoreszenz ist rot dargestellt. Aufnahme und (c): Dr. Carole Duchêne, MPI für Biologie Tübingen

Forschende entdecken, dass Riesenviren im Genom eines mehrzelligen Wirts schlummern, auf ein Signal hin reaktiviert werden und wie ein Supergen vererbt werden können. Von Riesenviren war lange angenommen worden, sie existierten nur als flüchtige, frei lebende Partikel, die sich dauerhaft im Genom eines mehrzelligen Wirts einbetten, über Generationen hinweg ruhen und dann auf Kommando wieder aktiv werden können. Die Studie von Forschenden des Max-Planck-Institut für Biologie Tübingen stellt grundlegende Annahmen über die Funktionsweise von Riesenviren infrage und stellt im Fachjournal Nature Micobiology ein neues Modell zur Untersuchung viraler Latenz in komplexen Organismen vor. Wie sie zeigen, gibt es in der Braunalge Ectocarpus eine präzise Kontrolle über das Erwachen des Virus und eine doppelte Übertragungsstrategie: Das Virus reaktiviert sich nur in bestimmten Fortpflanzungszellen und unter bestimmten Temperaturbedingungen. Dann verwandelt es diese Zellen in Virusfabriken und blockiert gleichzeitig die Fortpflanzung des Wirts. Das Virus verbreitet sich sowohl vertikal (durch Vererbung) als auch horizontal (über infektiöse Partikel) und bietet damit ein neues Modell zur Erforschung der viralen Latenz, der Evolution und der Wechselwirkungen zwischen Wirt und Virus.

Quelle: MPI für Biologie Tübingen
Publikation · VBIO

VBIO-Jahresbericht 2025 erschienen

Der Jahresbericht des Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) gibt einen Einblick in die Aktivitäten 2025 und verdeutlicht seine Rolle als aktiver Akteur an der Schnittstelle von Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Der Dachverband berichtet von Veranstaltungen der Online-Reihe „Faszination Biologie“ über Karriereformate für den Nachwuchs bis hin zur Bakterien-Summerschool. Er setzte klare Impulse – etwa beim Schutz zentraler Datenbanken, beim Thema Access and Benefit Sharing oder in der Stellungnahme zur EU‑Strategie für die Life Sciences. Der VBIO wirkt für Wissenschaft, Gesellschaft und eine starke biowissenschaftliche Community. Abgerundet wird der Rückblick mit einem umfassenden Überblick über die Arbeit der Landesverbände, ihr Engagement in der Nachwuchsförderung sowie über die vielfältigen Angebote zu Beruf, Karriere und Weiterbildung. Ergänzt wird dies durch zentrale Zahlen und Fakten aus dem Verband, in dem auch unsere DBG Mitglied ist.

Quelle: VBIO