Forschungsergebnis

Steigendes CO₂ verändert Weizenproteine und Backqualität

Steigende Kohlendioxidkonzentrationen verändern nicht nur Wachstum und Ertrag von Weizen, sondern auch die Zusammensetzung seiner Proteine. Eine zusammen mit Forschenden des Forschungszentrums (FZ) Jülich durchgeführte Freilandstudie zeigt: Unter erhöhtem CO₂ nahm die Menge wichtiger Glutenproteine ab – ebenso die Backqualität. Gleichzeitig stieg der Gehalt bestimmter Amylase/Trypsin-Inhibitoren (ATI), also von Proteinen, die bei weizenbezogenen Erkrankungen eine Rolle spielen können. Wie stark sich der Weizen verändert, hängt allerdings entscheidend von der Sorte ab, berichtet das Forschungsteam in der Fachzeitschrift Food Chemistry.

Quelle: FZ Jülich

Früher Wachstumsvorsprung entscheidet über Zukunft

Bereits geringe Größenunterschiede zu seinen Konkurrenten könnten die Entwicklung des Buchenkeimlings für Jahrzehnte prägen. Foto und (c): Christina Hackmann

Der Kampf um Ressourcen im Wald groß. Besonders nach sog. Mastjahren, in denen Pflanzen sehr viele Keimlinge produzieren, beginnt ein „Wett-Wachsen“. Ob Höhenunterschiede zwischen den kleinen Bäumen im ersten Jahr ihres Lebens für ihre künftige Entwicklung relevant sind, selbst wenn sie nur ein bis zwei Zentimeter betragen, war bisher jedoch unklar. Forschende der Universität Göttingen konnten nun zeigen: Buchenkeimlinge, die am Ende ihres ersten Lebensjahres etwas größer sind als ihre unmittelbaren Nachbarn, haben auch zwei Jahrzehnte später eine höhere Überlebenschance. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Journal of Ecology erschienen.

Quelle: Uni Göttingen
Forschungsergebnis

Wie Pflanzen unfreiwillig Schadpilze unterstützen

Der Maisbrandpilz Ustilago maydis verursacht charakteristische Geschwulste an Maispflanzen (Mitte). Entscheidend für die Infektion ist ein ungewöhnliches Signalsystem: Ein vom Pilz abgegebenes Protein enthält ein verborgenes Peptid (rot), das erst durch pflanzliche Enzyme freigesetzt wird. Das Peptid aktiviert anschließend den G-Protein-gekoppelten Rezeptor Gpe1 in der Pilzmembran (schematisch dargestellt) und signalisiert dem Pilz, dass er das Pflanzengewebe erreicht hat. Grafik und (c): Florian Altegoer, HHU

Ein Schadpilz wie Ustilago maydis hat es nicht einfach, um eine Maispflanze zu befallen. Eine Gruppe von Forschenden hat nun den Mechanismus entschlüsselt, mit dem der Pilz erkennt, dass er erfolgreich in die Pflanze eingedrungen ist. Ist ihm dies gelungen, leitet der Pilz einen komplexen Wachstumsprozess ein, wie die Forschenden der Mikrobiologie unter Federführung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) in der Fachzeitschrift Nature Communications erläutern. „Der Pilz nutzt ausgerechnet Enzyme seiner Wirtspflanze, um zu registrieren, dass er erfolgreich ins Pflanzengewebe vorgedrungen ist“, sagt Gabriel Mendoza-Rojas, Mitarbeiter in Dr. Florian Altegoer Gruppe und Erstautor der Studie.

Quelle: HHU
Forschungsergebnis

Alpine Moore unter Druck

Alpenmoore wie dieses sind wichtige Kohlenstoffspeicher und Lebensräume, zugleich aber klein, verstreut und schwer zu überwachen. Foto und (c): Simon Drollinger

Moore in den Alpen sind meist klein, verstreut und schwer zugänglich. Deshalb fehlen häufig aktuelle Angaben zu ihrer Ausdehnung und ihrem Zustand. Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat nun einen länderübergreifenden Ansatz zur Erkennung speziell dieser Moore entwickelt. Der Vergleich mit offiziellen Karten zeigt, dass das Modell viele Moore kleiner abgrenzt als bisher kartiert – besonders dort, wo Luftbilder sichtbare Störungshinweise zeigen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Communications Earth & Environment erschienen.

Quelle: Uni Göttingen
Forschungsergebnis

Art fossiler Holzkohle aus der Kreidezeit entschlüsselt

Künstlerische Darstellung saisonaler Brände in farnreichen Sphagnum-Torfmooren und gemäßigten Regenwäldern in der Westantarktis während der Oberkreidezeit. Darstellung und (c): McKay, CC-BY 4.0

Forschende haben aus einer winzigen Holzkohleprobe aus Sedimentkernen der Westantarktis die Baumart identifiziert. Die Probe liefert den bislang ältesten Beleg für wiederkehrende Waldbrände in der Erdgeschichte. Die Probe ist rund 90 Millionen Jahre alt – und damit 35 Millionen Jahre älter als der bisher bekannte Rekordfund, wie das Thünen-Institut in einer im Fachmagazin Communications Earth & Environment erschienenen Studie berichtet.

Quelle: Thünen