Forschungsergebnis

Wüstenalge hilft, Anpassung von Pflanzen an extreme Umwelt zu verstehen

Um das Wachstum und die physiologischen Eigenschaften von schnell wachsenden Algen zu untersuchen, nutzen Haim Treves und sein Team modernste Hochdurchsatz-Kultivierungssysteme. Foto und (c): Thomas Koziel, RPTU

Die einzellige Grünalge Chlorella ohadii aus den Sanddünen der Negev-Wüste trotzt ihrer lebensfeindlichen Umwelt: brennender Sonne, tagsüber Höchsttemperaturen bis 60 Grad, nachts Abkühlung bis auf Minusgrade und Wasser, das nur morgens für kurze Zeit in Form von Tautropfen verfügbar ist. Professor Itzik Ohad, der Mentor von Haim Treves, hat sie vor über einem Jahrzehnt aus der biologischen Sandkruste der Wüste isoliert. Wie die robuste Alge ihre außergewöhnliche Effizienz und Wachstumsgeschwindigkeit erreicht, hat Haim Treves durch detaillierte physiologische, biochemische und molekularbiologische Untersuchungen aufgedeckt. Umfangreiche Genom-, Protein- und Stoffwechselanalysen lieferten Einblicke in die Mechanismen, die ihr außergewöhnliches Wachstum und ihre hohe Widerstandsfähigkeit ermöglichen. „Ein Beispiel sind die außergewöhnlich hohen Stoffwechselraten. In der Wüste hat die Grünalge jeden Morgen weniger als eine Stunde Zeit zum Wachsen. Sie muss schnell und flexibel auf die wechselnden Bedingungen reagieren. Das gelingt ihr dadurch, dass die vom Licht angetriebenen Redox-Reaktionen superschnell ablaufen“, erklärt Treves. Ihre gesammelten Erkenntnisse haben die Forschenden von der Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) jetzt in der Fachzeitschrift New Phytologist veröffentlicht.

Quelle: RPTU
Forschungsergebnis

Gleiche Pflanzenart, andere Chemie

Die Zusammensetzung an Terpenen (verschiedene Farben) unterscheidet sich zwischen Tanacetum vulgare-Pflanzen von drei Chemotypen vor Allem zwischen den Blüten und Blättern. Die Wurzeln haben dagegen ähnlichere Profile. Grafik und (c): Caroline Müller

Pflanzen derselben Art können sich chemisch deutlich unterscheiden und damit auch in Geruch, Geschmack oder sogar ihrer Giftigkeit. Eine Studie zeigt nun: Der Begriff „Chemotyp“ wird bislang nicht einheitlich verwendet. Die Forschenden der Universität Bielefeld schlagen klare Kriterien vor, um chemische Unterschiede innerhalb einer Pflanzenart eindeutig zu beschreiben. Für eine eindeutige Zuordnung sollten Forschende angeben, welches Pflanzenorgan und welche Stoffgruppe sie untersucht haben. Klare Definitionen verbessern die Vergleichbarkeit von Forschung und sind auch für Arzneipflanzen, Landwirtschaft und Pflanzenschutz relevant. Die an Rainfarn (Tanacetum vulgare) gewonnenen Ergebnisse veröffentlichte das Forschungsteam im Juni im Fachmagazin Trends in Plant Science.

Quelle: Uni Bielefeld