22. Mär 2019 · News · Forschungsergebnis

Wie verletzte Pflanzenzellen ihre Nachbarn warnen

Einzelne Wurzelzellen der Ackerschmalwand wurden mit einem hochfokussierten Laserstrahl verwundet, um die Immunreaktion der Pflanzen zu untersuchen. Foto: Uni Basel

Was passiert wenn eine Pflanze verletzt wird, schildert ein internationales Forschungsteam um Prof. Thomas Boller der Universitäten Basel und Gent in der Fachzeitschrift Science  (DOI: https://doi.org/10.1126/science.aar7486): Bei Verletzungen reagieren Pflanzen mindestens genauso schnell wie Tiere und Menschen. Sie besitzen ein hochentwickeltes zelluläres Kommunikationssystem, das innerhalb von Sekunden Alarm schlägt. Dabei setzen die Pflanzenzellen ein spezifisches Hormon frei, um Prozesse der Wundheilung und Infektionsabwehr in Gang zu bringen. Als Modellpflanze diente in der vorliegenden Studie die Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana). Die Erkenntnisse über das pflanzliche Immunsystem kann für neue Ansätze im nachhaltigen Pflanzenbau genutzt werden.

Quelle: Uni Basel

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22. Mär 2019 · News · Projekt

Plant³ - Bioökonomie für den Strukturwandel in der Region Vorpommern

Die Veredlung pflanzlicher Rohstoffe will ein Verbundvorhaben zum Motor des Wandels im östlichen Mecklenburg-Vorpommern werden lassen. Für für das Bündnis Plant³ stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in den kommenden fünf Jahren bis zu 15 Millionen Euro für einen biobasierten Strukturwandel in Vorpommern bereit. Hinter Plant³ als Bioökonomie-Region steht ein breites Bündnis, das von der Universität Greifswald, der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern und dem Wissenschafts- und Technologiepark Nord° Ost° (WITENO) geführt wird.

Quelle: Uni Greifswald

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22. Mär 2019 · News · Politik

Japan will gen-editierte Lebensmittel freigeben

In Kürze will Japan den Verkauf von gen-editierten Lebensmitteln ohne Sicherheitsbewertung genehmigen, schreibt das Fachjournal Science (DOI: https://doi.org/10.1126/science.aax3903). Dazu müssen diese bestimmte Kriterien erfüllen: es darf kein fremdes Genmaterial im editierten Organismus zurückbleiben. Schon vor einem Jahr hatte das Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten (U.S. Department of Agriculture, USDA) beschlossen, dass keine Überwachung für gen-editierte Lebensmittel nötig sei. In der EU dagegen ist ein Genehmigungsverfahren Pflicht.

Quelle: Science

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20. Mär 2019 · News · Forschungsergebnis

Pflanzen-Wirkstoff bremst aggressiven Augenkrebs

Das Forscherinnenteam um Prof. Evi Kostenis (Mitte), Prof. Dr. Gabriele M. König (links) und Suvi Annala (rechts) mit einer Korallenbeere. Foto: Volker Lannert, Uni Bonn

Pharmazeut*innen und Mediziner*innen haben bei einer bereits seit 30 Jahren bekannten Substanz aus den Blättern der Korallenbeere (Ardisia crenata) eine neue Fähigkeit entdeckt: Sie vermag die Teilungsaktivität der Zellen in Augentumoren zu unterbinden. In seinen Blättern beherbergt die Pflanze Bakterien, die ein natürliches Insektizid produzieren – ein Gift mit dem kryptischen Namen FR900359, abgekürzt FR. In der Fachzeitschrift Science Signaling (DOI: https://doi.org/10.1126/scisignal.aau5948) stellen die Forschenden der Universitäten Bonn und Magdeburg gemeinsam mit US-Kolleg*innen ihre Ergebnisse vor. Die Pflanze ist übrigens alles andere als selten: Zur Weihnachtszeit steht sie in vielen Gartencentern.

Quelle: Uni Bonn

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20. Mär 2019 · News · Anwendung · Forschungsergebnis

Optischer Sensor könnte Pflanzenzüchtung beschleunigen

Dr. Jan Behmann (links) und Dr. Matheus T. Kuska betrachten ein Reflexionsspektrum. Foto: Anna Brugger, INRES-Institut der Uni Bonn

Forschende der Uni Bonn haben in einer Pilotstudie untersucht, wie die Reflexions-Eigenschaften von Gerstenpflanzen, die mit Echtem Mehltau (eine Pilzkrankheit) infiziert waren, mit der Aktivität ihrer Gene zusammenhängen. Auch wenn Der endgültige Beweis, dass Gen-Aktivitäten sich durch spezifische Reflexionsmuster verraten, noch aussteht, sind die Froschenden froh zum ersten Mal gezeigt zu haben, dass mit Hilfe hyperspektraler Bilder solche Zusammenhänge aufgedeckt werden konnten. In Zukunft kann dies möglicherweise die Züchtung resistenter Sorten deutlich vereinfachen. Die Studie Die Studie der Forschenden vom Institut für Nutzpflanzenwissenschaft und Ressourcenschutz (INRES) ist in der Zeitschrift PLOS ONE (DOI: https://doi.org/10.1371/journal.pone.0213291) erschienen.

Quelle: Uni Bonn

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19. Mär 2019 · News · Projekt

Entwicklung Vogelgrippe-Impfstoff in Pflanzen

Produktion von Vogelgrippe-Antigen-Oligomeren in den Blättern der Tabakpflanze Nicotiana benthamiana. Schema: Hoang Trong Phan

Forschende des Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben haben in jahrelanger Zusammenarbeit mit dem Institute of Biotechnology (IBT) Hanoi eine Methode zur Produktion von Vogelgrippe-Vakzinen in Pflanzen entwickelt. Nun geht es in einem neuen Projekt um die praktische Anwendung der Ergebnisse der Grundlagenforschung und um die Entwicklung von preiswerten und stabilen Vogelgrippe-Vakzinen, um ggf. kommende Vogelgrippe-Epidemien abzuwenden. Das Projekt wird durch die Translatorik-Förderlinie der Else Kröner-Fresenius-Stiftung gefördert.

Quelle: IPK (pdf)

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19. Mär 2019 · News · Forschungsergebnis

Auenwälder von Sommertrockenheit und Konkurrenz bedroht

Von Eichen dominierter Auenwald. Foto: Albert Reif

Forschende warnen vor den Auswirkungen von Sommertrockenheit und Konkurrenz um Grundwasser auf Auenwälder. Wie ein Team vom Institut für Forstwissenschaften der Universität Freiburg zeigt, schadet die Entnahme von Grundwasser für Industrie und Haushalte den Auenwäldern in Europa zunehmend, angesichts intensiverer und längerer Trockenphasen im Sommer. Ausgangspunkt der Studie des Freiburger Teams war die Beobachtung, dass die Vitalität alter Bäume in den Eichenwäldern des Rheintals deutlich abgenommen und die Mortalität deutlich zugenommen zu haben schien. Die Arbeitsgruppe des Waldökologen Prof. Dr. Jürgen Bauhus untersuchte daraufhin, ob diese Trends sich auch anhand der Wachstumsverläufe der Bäume erkennen ließen und ob sie mit der vielerorts stattfindenden Grundwasserentnahme für Industrie und Haushalte zusammenhängen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Frontiers In Forests and Global Change (DOI: https://doi.org/10.3389/ffgc.2019.00005) veröffentlicht.

Quelle: Uni Freiburg

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19. Mär 2019 · News · Forschungsergebnis

Zwei Drittel weniger Tagfalter neben intensiv bewirtschafteten Flächen

Der Magerrasen-Perlmuttfalter (Boloria dia) kann nur auf naturnahen Trockrasenflächen angetroffen werden und ist deshalb durch die landwirtschaftliche Intensivierung bedroht. Foto: Schmitt, Senckenberg

Senckenberg-Wissenschaftler Thomas Schmitt hat in einem deutsch-polnischen Team die Auswirkungen verschiedener Landnutzungsmodelle auf die Schmetterlingsfauna untersucht. Die Forschenden zeigen, dass es auf Wiesen mit angrenzender intensiver Landwirtschaft nicht einmal die Hälfte der Tagfalterarten gibt, wie auf Flächen in Naturschutzgebieten. Die Zahl der Individuen sinkt sogar auf ein Drittel ab. In ihrer kürzlich im Fachjournal Insect Conservation and Diversity (DOI: https://doi.org/10.1111/icad.12343) erschienenen Studie unterstreichen die Wissenschaftler*innen die Notwendigkeit einer umweltverträglicheren Landwirtschaft.

Quelle: Senckenberg

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19. Mär 2019 · News · Projekt

Artenreiche Gärten sind Oasen im Siedlungsraum

Artenreicher Schrebergarten am Stadtrand von Zürich. Foto: David Frey, WSL

Grünräume wie Schreber- oder Hausgärten sind in städtischen Ballungszentren für viele Menschen ein Zufluchtsort. Gärten bieten Naturnähe, Ruhe und Erholung. Sie sind ein Hort der Biodiversität und haben grosse soziale Bedeutung, wie eine Umfrage der Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) und des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) ergab.

Quelle: WSL

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18. Mär 2019 · News · Projekt

Lupinen für Vielfalt im Energie-Pflanzenanbau

Gemischter Anbau von blau blühenden Anden-Lupinen mit Mais. Foto: Steffen Roux, JKI

Das Julius Kühn-Institut erprobt den kombinierten Anbau von Energiepflanzen und Leguminosen, wie Lupinen. Das soll den Düngereinsatz in Fruchtfolgen reduzieren, die Bodenqualität verbessern und macht die Felder attraktiver für nützliche Insekten. Im jetzt neu gestarteten Forschungsprojekt „LuMi-opt“ untersuchen Forschende des Julius Kühn-Instituts, wie sich die Vorzüge von Lupinen im Energiepflanzenanbau nutzen und u. a. die Stickstoffgaben beim Anbau von Energiemais reduzieren lassen. Dazu säen sie beispielsweise Mais zusammen mit Anden-Lupinen (Lupinus mutabilis) im Gemenge aus. An vier Standorten in Deutschland werden die Effekte des Kombi-Anbaus untersucht. Das Projekt wird gefördert über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit einer Gesamtsumme von 796.000 Euro. Es läuft vom 15. März 2019 bis zum 14. März 2022. Die Anbauversuche starten im März und April 2019.

Quelle: JKI

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18. Mär 2019 · News · Veranstaltung

Start der Pflanzen-Bioinformatiker-Tagung

Netzwerken und Erfahrungen austauschen am Rande der Konferenz. Foto: Julie-Sophie Himpe, IPK Gatersleben

Heute begann mit 112 Teilnehmenden aus 15 Ländern die 15. Gaterslebener Research Conference (GRC2019) am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben. Mit dem Titel GRC2019 – Applied Bioinformatics for Crops widmet sich die diesjährige Konferenz vom 18. bis 20. März der Bioinformatik in den Pflanzenwissenschaften. Die Forschung an Kulturpflanzen wird mit der Herausforderung großer Datenmengen konfrontiert. Die Bioinformatik hilft diese „Big Data“ zu strukturieren, zu integrieren und zu verknüpfen, aber auch besser zu analysieren, zu modellieren und zu visualisieren. Dabei kommen vermehrt Verfahren des maschinellen Lernens und der KI – der künstlichen Intelligenz – zum Einsatz. Aktuelle Hochdurchsatztechnologien in der Pflanzenforschung erzeugen immer größere Mengen hochdimensionaler Daten. Diese sollen den FAIR Prinzipien folgend auffindbar (findable), zugänglich (accessible), interoperabel (interoperable) und wiederverwendbar (re-usable) sein, um so neue und tiefere Einblicke in komplexe biologische Systeme wie unsere Kulturpflanzen, zu ermöglichen.

Quelle: IPK (pdf)

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