06. Jul 2018 · News · Forschungsergebnis

Neuer Mechanismus der Fotosynthese-Regulation

Annika Brünje, Prof. Dr. Iris Finkemeier und Dr. Ines Lassowskat (v. l.). Foto und ©: Jonas Giese, WWU

Ein Deutsch-finnisches Team von PflanzenphysiologInnen zeigt: ein bisland unbekannter Mechanismus ermöglicht das Umschalten zwischen den Fotosystemen I und II, die bei Licht unterschiedlicher Wellenlänge optimal arbeiten. Es hat eine Protein-Acetyltransferase (nuclear shuttle interacting, NSI) identifiziert, die bei dieser Regulation eine wichtige Rolle spielt. Dieses Enzym reguliert Eiweiße, indem es Acetylgruppen anhängt. Das Team um die Pflanzenphysiologin Prof. Dr. Iris Finkemeier, Doktorandin Annika Brünje und Post-Doktorandin Ines Lassowskat von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) hat die an der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) gewonnenen Ergebnisse im Fachjournal Plant Cell veröffentlicht.
Quelle: WWU

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06. Jul 2018 · News · Forschungsergebnis

Hitzewellen können Küstenökosysteme verändern

Seegras (Zostera marina) in Pflanztöpfen in einem der 12 Benthokosmen an der Kiellinie während eines Langzeitexperiments zur Auswirkung von Hitzewellen auf Küstenökosystem. Foto: Christian Pansch, GEOMAR (CC BY 4.0)

Modellrechnungen sagen als Folge des Klimawandels eine Zunahme von Extremereignissen wie zum Beispiel Hitzewellen voraus. Mit einem Langzeit-Experiment in der Kieler Benthokosmen-Versuchsanlage haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel klare Hinweise gefunden, dass bereits Ereignisse von wenigen Tagen oder Wochen Länge Küstenökosysteme langfristig verändern können. Die Ergebnisse der Studie haben sie im Fachjournal Global Change Biology (DOI: doi.org/10.1111/gcb.14282) veröffentlicht.
Quelle: GEOMAR

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06. Jul 2018 · News · Projekt

Ökosysteme im Klimawandel

Kalkmagerrasen in Unterfranken mit einem (Goldene Acht, Colias hyale). Dieser Lebensraum ist durch Stickstoffeintrag und den Klimawandel besonders gefährdet. Foto: Ingolf Steffan-Dewenter

Wie wirkt sich der Klimawandel auf Artenvielfalt und Ökosystemleistungen in Bayern aus? Wie beeinflussen Klimaunterschiede und die Beschaffenheit einer Landschaft die Artenvielfalt und die Leistungen eines Ökosystems? Welche Wechselwirkungen gibt es zwischen den klimatischen Rahmenbedingungen und der Landnutzung? Mildert Biodiversität auf Populations-, Artengemeinschafts- und Landschaftsebene die Folgen des Klimawandels und klimatischer Extremereignisse ab? Mit welchen Strategien kann man den Auswirkungen begegnen? Danach fragt der neue bayerische Forschungsverbund LandKlif, den der Freistaat mit 2,6 Millionen Euro fördert. "All diese Veränderungen stellen für die Wissenschaft eine große Herausforderung dar," sagt Professor Ingolf Steffan-Dewenter, vom Lehrstuhl Tierökologie und Tropenbiologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Die vielen offenen Fragen könnten nur durch fächerübergreifende Kooperationen beantwortet werden. Professor Steffan-Dewenter koordiniert den Verbund. Daran beteiligt sind vier Forschungsgruppen der JMU, zwei von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, zwei von der Technischen Universität München sowie jeweils eine von den Universitäten Augsburg und Bayreuth. Der Freistaat Bayern fördert den Verbund mit insgesamt 2,6 Millionen Euro, davon gehen 1,4 Millionen an die JMU.
Quelle: JMU

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06. Jul 2018 · News · Politik

Vor EuGH-Entscheid: Debatte über Genome Editing

Einige der Umwelt- und Industrieverbände, die sich vor dem am 25. Juli erwarteten Entscheid des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zur Regulierung Genom-editierter Pflanzen zu Wort gemeldet haben, nennt ein Artikel des Bioökonomie-Portals. Das von der Bundesregierung finanzierte Portal nennt dabei die relevante Frage: Entscheidet das Produkt oder der Produktionsweg darüber, ob eine Pflanze als gentechnisch veränderter Organismus (GVO), zählt oder nicht. Organisationen aus Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz fordern, dass alle Verfahren, die unter Begriffen wie Genome Editing, zielgerichtete Mutagenese oder neuere Mutagenese-Verfahren laufen, als Gentechnik reguliert und sogar alle Produkte daraus als GVOs bezeichnet werden sollen. Die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) hält dagegen, daß eine pauschale Einordnung als Gentechnik wissenschaftlich nicht gerechtfertigt ist und daher im Einzelfall entscheiden werden muss.
Quelle: Bioökonomie

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04. Jul 2018 · News · Veranstaltung

Erste Food for Future Konferenz in Köln

Zur 1st Cologne Conference on Food for Future werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Akademie und Industrie erwartet, die innovative Möglichkeiten der Lebensmittelproduktion diskutieren und neue Forschungswege erörtern, die zur Ernährungssicherheit beitragen können. Die Tagung, die vom 5. bis 7. September 2018 im Rautenstrauch-Joest-Museum stattfindet, thematisiert die Schwepunkte Orphan Crops, Functional Food und Innovative Food Sources & Production Systems. Die Liste der eingeladenen Sprecherinnen und Sprecher umfasst:

  • Dieter Birnbacher Universität Düsseldorf, Germany
  • Allen Van Deynze University of California, Davis, USA
  • Ian Graham University of York, UK
  • Arnold van Huis Wageningen University & Research, Netherlands
  • Cathie Martin John Innes Centre, UK
  • Johnathan Napier Rothamsted Research, UK
  • Mikaela Neequaye Quadram Institute, UK
  • Ulrich Schurr Forschungszentrum Jülich, Germany
  • Alison Smith University of Cambridge, UK
  • Uwe Sonnewald Universität Erlangen-Nürnberg, Germany
  • Zerihun Tadele University of Bern, Switzerland
  • Christopher Zeppenfeld SWARM Nutrition GmbH, Germany

Anmeldungen und das Einreichen von Abstracts sind bis zum 31. Juli möglich.
Zur Konferenz-Website

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03. Jul 2018 · News · Politik

Wie das Nagoya Protocol nicht nach hinten losgeht

Schweizer Forschende warnen im Fachjournal Nature Ecology & Evolution, dass das Nagoya Protocol der internationalen Biodiversitätskonvention (CBD) den artenreichen Ländern im Süden ehr schaden als nutzen könnte, obwohl es sie eigentlich beschützen soll. Denn das Protokoll führt zu paradoxen Konsequenzen, wenn auch die nicht-gewinnorientierte Forschung diesem unterworfen werden wird. Sie schlagen stattdessen Maßnahmen vor, die dies verhindern können. Das Journal Nature Plants bietet einen Link (via: twitter.com/NaturePlants/status/1014091713961451521), mit dem der Kommentar frei zur Verfügung steht rdcu.be/2nS6.
Quelle: Nature Ecology & Evolution

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03. Jul 2018 · News · In den Medien · Politik

Nobelpreisträger setzt sich für Grüne Gentechnik ein

Grüne Gentechnik und gentechnisch modifizierte Pflanzen sind eine Schlüsseltechnik für die Welternährung der Zukunft. Dafür setzt sich der Medizin-Nobel-Preisträger Sir Richard Roberts während der Lindauer Nobelpreisträgertagung ein. Ihm geht es um die Ärmsten der Welt. Er prangert das Verhalten der Anti-Gentechnik-Aktivisten an, die Kampagnen gegen die Technik führten und den Menschen Angst machen. Dies hätte ihnen viele Spenden eingebracht. Er verlangt deshalb eine Entschuldigung von Greenpeace, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Der FAZ erklärt er auch, warum er seinen Studierenden den "Großmuttertest" machen lässt und warum sich die Ergebnisse der Forschungs-Community so langsam und schlecht durchsetzen. Das Video seiner Ansprache ist in der Mediathek der Nobelpreisträger-Tagung (Lindau Nobel) abzurufen.
Quelle: FAZ und Lindau Nobel

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03. Jul 2018 · News · Köpfe und Karrieren

Pflanzenphysiologin Waltraud Schulze erhält Freiraum für Forschung

Prof. Dr. Waltraud Schulze wird von Dr. Stefan Hofmann der Gips-Schüle-Stiftung mit dem Preis "Freiräume für die Forschung" ausgezeichnet. Foto: Boris Lehner, Uni Hohenheim

Prof. Dr. Waltraud Schulze erhält die mit 150.000-Euro dotierte Auszeichnung „Freiräume für die Forschung“ von der Gips-Schüle-Stiftung. Am Dienstagnachmittag empfing Prof. Schulze, Leiterin des Fachgebiets Systembiologie der Pflanze an der Uni Hohenheim, den diesjährigen Preis aus der Hand des Stiftungsvorstands Dr. Stefan Hofmann im Balkonsaal des Hohenheimer Schlosses. Eine Forschergruppe, erweiterbar auf einen Sonderforschungsbereich der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) – das ist das Ziel, das Schulze nun anstrebt. Mit ihrer Grundlagenforschung will Schulze klären, welche Mechanismen Pflanzen entwickelten, um sich an variable Umwelten anzupassen. Daher schwanken die Biomasse oder die Menge an Speicherstoffen stark. „Das ist in der Landwirtschaft ein Problem, denn auch der Ertrag ist davon betroffen. Und in Zeiten des Klimawandels gilt das in besonderem Maße“, betont Prof. Dr. Schulze. „Wir wollen deshalb besser verstehen, warum diese Eigenschaften variabel oder stabil sind, und die zugrundeliegenden molekularen und biochemischen Prozesse untersuchen. Für die Pflanzenzüchtung ist dieses Verständnis von zunehmender Bedeutung.“
Quelle: Universität Hohenheim

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03. Jul 2018 · News · Tagungsbericht

Wertschöpfung in Agrar- und Ernährungsbranche wird digitaler

Referentinnen und Organisatoren der AgriFood 4.0 mit Ministerin Barbara Otte-Kinast (Mitte). Foto: Kokenge, KFoto

Schnitzel produzierende 3D-Drucker und künstliche Intelligenz im Kühlschrank sind nur zwei Entwicklungen, die die traditionsreiche Lebensmittelbranche signifikant verändern können. Die Digitalisierung wird großen Einfluss darauf haben, wie Lebensmittel zukünftig hergestellt und nachgefragt werden. Datengestützte Technologien werden sich immer mehr durchsetzen und auch Auswirkungen auf die Agrar- und Ernährungswirtschaft zeigen. Welche Chancen und Risiken damit verbunden sind, haben Fachleute und die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast auf der Konferenz AgriFood 4.0 am 2. Juli 2018 in Vechta mit 120 Teilnehmenden diskutiert.
Quelle: Uni Vechta

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02. Jul 2018 · News · Forschungsergebnis

Palmöl: Kosten-Nutzen und Lösungsansätze

Aus der Tiefe entnimmt Dr. Thomas Guillaume Bodenproben. Foto: Th. Guillaume

Palmöl gehört zu unserem Alltag – es wird für Lebensmittel, Kosmetika und als Biokraftstoff verwendet. Die ökologischen und sozialen Kosten für die Palmölproduktion sind jedoch hoch. Jedes Jahr werden tausende Hektar Regenwald und andere Waldökosysteme in Ölpalmplantagen umgewandelt, um den welt-weit wachsenden Bedarf zu decken. Forscherinnen und Forscher der Universität Göttingen haben in einer Studie die Umweltauswirkungen des Ölpalmenanbaus in Indonesien untersucht. Neben einer Kosten-Nutzen-Analyse bieten die Autorinnen und Autoren umweltfreundlichere Lösungsansätze: Um kurzfristige Umweltauswirkungen der Monokulturen zu verringern, schlagen die Autorinnen und Autoren vor, Wälder nur dann in Ölpalmplantagen umzuwandeln, wenn das geschlagene Holz nicht verbrannt, sondern zum Beispiel für Bauzwecke genutzt werden kann. Zudem sollte eine reichlich vorhandene Schicht aus Pflanzenabfällen auf dem Boden belassen werden, um als natürlicher Dünger zu fungieren und den Oberflächenabfluss zu reduzieren. Abfälle aus Palmölmühlen können als zusätzlicher organischer Dünger in den Plantagen dienen. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Nature Communications erschienen.
Quelle: Uni Göttingen

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02. Jul 2018 · News · In den Medien

Algen als Alleskönner

Algen dienen als Lebensmittel, nachhaltige Kleidung und Energielieferant. Das Leben auf der Erde wäre ohne Algen gar nicht enstanden. Daher widmet der Südwestrundfunk (SWR) den Algen eine Matinee. Interviewt wurde auch der Rostocker Phykologe Ulf Karsten, der u.a. den Einfluss und Fähigkeiten von Algen als Pioniere in Bodenkrusten untersucht. Die Podcasts sind einzeln abrufbar, sodass jeder sein Lieblingsthema separat nachhören kann: Von Algen-Produktionsanlagen, über ein Algenhaus, Weedburger und Algen als Superfood, die erste Meeresalgen-Farm, Kunst mit Algen, unerwünschte Algen bis hin zu Algen für Kleidungsstücke.

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02. Jul 2018 · News · Projekt

SFB Chemisches Beziehungsgeflecht verlängert

Im SFB "ChemBioSys" erforschen Jenaer Wissenschaftler fundamentale Kontrollmechanismen in komplexen Biosystemen. Im Bild: Doktorandin Arite Bigalke überprüft Algenkulturen. Foto: Jan-Peter Kasper, Uni Jena

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Sonderforschungsbereiches (SFB) ChemSys haben eine zweite Förderphase bewilligt bekommen und untersuchen in 21 Einzelprojekten die komplexen Kommunikationswege und Wechselbeziehungen verschiedener Organismen und ihrer Umwelt. Im Fokus stehen dabei Naturstoffe, die hier als Vermittler dienen – praktisch als chemische Sprache der Natur. Seit dem 1. Juli 2018 setzt die 2014 gestartete Kooperation der Arbeitsgruppen der Universität Jena, des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (HKI), des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie und der Universität Potsdam ihre Arbeit fort. Bislang wurden vor allem Kommunikationsmechanismen zwischen einzelnen Organismen bzw. zwischen zwei Arten analysiert. Dieser SFB fokussiert jedoch auf die komplexen Beziehungsnetzwerke in ihrer Gesamtheit. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt den Verbund in den kommenden vier Jahren mit weiteren rund 9,5 Millionen Euro.
Quelle: Uni Jena

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02. Jul 2018 · News · Publikation

Open-Access vs. der Würgegriff der Verlage

Die Open-Access-Spezialistin der Uni Konstanz erklärt im Interview mit dem Laborjournal , ob Open Access in der Wissenschafts-Gemeinde angekommen ist und welche Probleme noch gelöst werden müssen. Und wie Forschende erkennen, ob eine solche Zeitschrift seriös ist.
Quelle: Laborjournal

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