04. Aug 2016 · News · Forschungsergebnis

Kalkalgen: Adressschild für Calcium

Die Kalkalge Pleurochrysis carterae, bildet Kalkschuppen auf ihrer Zelloberfläche. Abbildung: André Scheffel u. Damien Faivre, MPI für molekulare Pflanzenphysiologie

Kalkalgen sind Baumeister der Nanowelt: Nur mit Kalk, Proteinen und Zuckern erschaffen sie präzise geformten Kalkplättchen. Forschende der Potsdamer Max-Planck-Institute für molekulare Pflanzenphysiologie und für Kolloid- und Grenzflächenforschung haben nun einen entscheidenden Mechanismus entdeckt, wie die Kalkalge Pleurochrysis carterae solche filigranen Konstruktionen erzeugt. Bislang hielt man die chemische Struktur der Bodenplatte für ausschlaggebend, damit sich die Kalk-Kristalle nur am Rand der Kalkschuppen bilden. „Wir haben einen biochemischen Mechanismus entdeckt, der bewirkt, dass sich die Kristalle dort bilden, wo sie gebraucht werden“, erklärt André Scheffel. Damit die Kalk-Kristalle an der richtigen Stelle entstehen, kommt es auf die löslichen negativ geladenen Vielfachzucker an. Diese transportieren das positiv geladene Calcium jedoch kein Calciumcarbonat zum Rand der Bodenplatte und lagern sich mit ihm dort in Form kleiner Klümpchen ab. Proteine sind an der Navigation demnach nicht beteiligt, schreiben die Forschenden im Fachjournal Science. Die Erkenntnisse treffen vermutlich auch für Muscheln, Seeigel und Seesterne zu und könnten auch für andere Produkte der Biomineralisation etwa in Knochen oder Zähnen relevant sein.
Quelle: MPG

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04. Aug 2016 · News · Veranstaltung

Tübingen: Botanischer Garten über weltweite Beziehungen der Pflanzennutzung

Die Ausstellung mit Stationenpfad „Die Frucht der Arbeit – Pflanzennutzung im Spannungsfeld der Globalisierung“ wird von Sonntag, 14. August 2016, an im Botanischen Garten Tübingen gezeigt. Mit Blick auf die Pflanzenvielfalt im Botanischen Garten beleuchtet die Installation das weltumspannende und häufig konfliktbehaftete Beziehungsgefüge moderner Pflanzennutzung. Geschichten aus den Produktionsländern unserer exotischen Alltagspflanzen wie Kaffee, Kakao und Banane verdeutlichen die Verbindungen zwischen unserem Lebensstil und der Lebenssituation vieler Menschen in den Herkunftsländern rund um den Erdball. Die Ausstellung soll den Besucherinnen und Besuchern einen Perspektivwechsel vom Konsumenten zum Produzenten ermöglichen. Die zehn Stationen der Ausstellung stehen direkt vor einzelnen Pflanzen im Gartenareal. Öffnungszeiten und weitere Details auf der Website des Botanischen Gartens in Tübingen.
Quelle: Uni Tübingen

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04. Aug 2016 · News · Ausbildung

Verhandlungen für bundesweite Lizenzierung der Wissenschaftsverlage angelaufen

„Erstmals nehmen nun die großen deutschen Wissenschaftseinrichtungen Verhandlungen mit einem der bedeutenden Wissenschaftsverlage auf, um fairere Konditionen für den Literaturerwerb zu erreichen“, sagte der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Horst Hippler, heute in Berlin. Ziel des Projekts DEAL ist der Abschluss bundesweiter Lizenzverträge für das gesamte elektronische Zeitschriftenportfolio der großen Wissenschaftsverlage. Zugleich soll eine Open-Access-Komponente implementiert werden. Die Verhandlungen mit Elsevier für einen deutschlandweiten Lizenzvertrag sind nun angelaufen. Ziel ist der Abschluss eines Vertrages mit Laufzeit ab dem 1. Januar 2017. Mit den Verlagen Springer Nature und Wiley werden in diesem Jahr erste Sondierungsgespräche geführt.
Quelle: HRK

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02. Aug 2016 · News · Forschungsergebnis

Biodiversitätsverlust bedroht Ökosystemfunktionen

Wo der globale Biodiversitätsverlust bereits die kritische Grenze überschritten hat, haben Forschende im Fachjournal Science dargelegt. Zur Berechnung des globalen Biodiversitätsverlustes analysierten sie mehr als 2,38 Millionen Daten über mehr als 39.000 Arten aus über 18.000 Lokalitäten. In einigen Teilen der Welt ist der Verlust bereits so stark, so dass überlebenswichtige Ökosystemfunktionen nicht mehr aufrechterhalten werden können, zitiert das Portal Pflanzenforschung aus der Studie.
Quelle: Pflanzenforschung.de

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01. Aug 2016 · News · Forschungsergebnis

Genom: Es kommt nicht auf die Größe an

Drei Strategien der Genomgrößenevolution. Grafik: Ingo Schubert, Katrin Lipfert, IPK

Warum verändern sich Genomgrößen, Chromosomenzahlen sowie die Anzahl der Gene unabhängig voneinander während der Evolution von Lebensformen? Warum unterscheiden sich verschiedene Arten hinsichtlich dieser Merkmale z.T. erheblich, ohne dass das mit Verweis auf die Komplexität der jeweiligen Lebensformen erklärbar wäre? Die Lösung dieses Rätsels lag bisher im Dunkeln. Forschende vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben (IPK) stellen im Fachjournal Trends in Plant Science nun eine Erklärung für dieses Phänomen vor. Demnach hängen Genomgröße und Chromosomenzahl mit den jeweils in der Population bevorzugten Reparaturmechanismen für das Beheben von Doppelstrangbrüchen in der DNA zusammen. Das meldet das IPK beim Informationsdienst Wissenschaft (idw).
Quelle: idw

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