16. Okt 2015 · News · Forschungsergebnis

Koffeinierter Nektar lockt Honigbienen

Eine Biene labt sich am koffeinhaltigen Nektar einer Zitrusblüte. Foto: Uni Bern, © Creative Commons

Pflanzen, die ihren Nektar mit Koffein versetzen, können Bienen dazu bringen, mehr Artgenossinnen zu sich zu locken. Die Forschenden schließen daraus, dass Pflanzen ihren Nektar mit Koffein versetzen, um sozusagen minderwertige Ware loszuwerden. Das berichtet ein internationales Team von Biologinnen und Biologen um Margaret Jane Couvillon von der Universität Sussex und den Berner Forscher Roger Schürch im Fachjournal Current Biology.
Quelle: Uni Bern

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16. Okt 2015 · News · Forschungsergebnis

Wie aus Pflanzen lebende Tote werden

Der Befall mit Phytoplasmen bewirkt, dass die Pflanzen (hier: Astern) anstelle von Blüten (oben links), verkümmerte Blattstrukturen (oben rechts), sowie vegetative Triebe (unten) ausbilden. Fotos: Alan Lorance, Uni Jena

Zikaden bringen auch Unheil über die Pflanzen, wenn sie Bakterien übertragen, sogenannte Phytoplasmen, die den Lebenszyklus der Pflanzen zerstören. „Diese Pflanzen werden zu lebenden Toten“, berichtet Prof. Dr. Günter Theißen von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Statt Blüten bilden die befallenen Exemplare nur noch verkümmerte Blattstrukturen aus, eine geschlechtliche Fortpflanzung ist so nicht mehr möglich. Ihm und seinem Jenaer Team ist es jetzt gelungen, einen Beitrag zur Aufklärung der molekularbiologischen Grundlagen dieses Phänomens zu leisten. Im Fachjournal Trends in Plant Science erklären die Forschenden, wie die Parasiten derartig verheerend in die Entwicklung der Pflanzen eingreifen und ihnen ein Schicksal als „Zombie“ auferlegen (DOI: 10.1016/j.tplants.2015.08.004).
Quelle: Uni Jena

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16. Okt 2015 · News · Forschungsergebnis

Klimawandel verschiebt auch die längsten Bäume der Erde

Küstenmammut-bäume (Sequoia sempervirens) können bis 115 Meter hoch werden und bis zu sieben Meter im Durchmesser erreichen. Sie sind die höchsten Bäume der Erde. Foto: Save The Redwoods League, iDiv

Der Klimawandel wird das Ausbreitungsgebiet der Küstenmammutbäume in Kalifornien etwa 70 bis 200 Kilometer nach Norden verschieben. Südlich von San Francisco könnten die berühmten höchsten Bäume der Welt in einem Jahrzehnt ganz verschwinden, im Norden dagegen zunehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Fachjournal Global Change Biolology an der die Universität von Kalifornien und das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig mitgewirkt haben. Sie werteten historische Klimadaten aus, um aus globalen Klimamodellen genauere ökologische Vorhersagen möglich zu machen.
Quelle: iDiv

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15. Okt 2015 · News · Forschungsergebnis

Biodiversität schützt Ökosysteme vor Klimaextremen

Auf den Versuchsflächen an der Universität Bayreuth werden zeitgleich unterschiedliche Klimaverhältnisse simuliert. Foto: Anke Jentsch, Uni Bayreuth

Ökosysteme, die eine große Artenvielfalt aufweisen, sind besser gegen Dürre und andere extreme Wetterereignisse gewappnet als artenarme. Sie sind widerstandsfähiger gegenüber solchen Störungen. Denn das Wachstum der Pflanzen wird durch extreme Wetterereignisse umso weniger beeinträchtigt, je artenreicher die Gemeinschaften sind, in denen sie leben. Dies ergab eine Untersuchung mit mehr als 40 Graslandexperimenten in Europa und Nordamerika, unter Beteiligung von Forschenden des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig und der Universität Bayreuth. Die Studie erschien im Fachjournal Nature (doi: 10.1038/nature15374).

Quellen: Uni Bayreuth (pdf)

iDiv

Pflanzenforschung.de

15. Okt 2015 · News · Forschungsergebnis

Gentechnik-Verbote oft von christdemokratischen Regierungen initiiert

Christdemokratische Regierungen neigen EU-weit am stärksten zu Verboten von gentechnisch veränderten Organismen. Deutschland und zahlreiche weitere EU-Staaten haben bei der EU-Kommission jüngst Verbotsanträge für den Anbau genmanipulierter Pflanzen eingereicht. Verzichten die betroffenen Unternehmen nicht freiwillig auf den Anbau, kann dieser mit nationaler Gesetzgebung untersagt werden. Ob tatsächlich ein Verbot erlassen wird, hängt offenbar stark von der Regierungszusammensetzung des jeweiligen Landes ab: Sind Christdemokraten beteiligt, so ist die Wahrscheinlichkeit eines Verbots besonders hoch. Zu diesem Schluss kommt der Mannheimer Politikwissenschaftler Professor Marc Debus gemeinsam mit seiner Heidelberger Kollegin Professor Jale Tosun und der schwedischen Politikwissenschaftlerin Professor Hanna Bäck. Die Forscher haben für den Zeitraum von 1996 bis 2013 sämtliche Anbauverbote für gen- und biotechnisch veränderte Lebensmittel in den 27 heutigen EU-Staaten untersucht.
Quelle: Uni Mannheim

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15. Okt 2015 · News · Politik

Bundestag beschließt Beitritt Deutschlands zum Nagoya-Protokoll gegen Biopiraterie

Der Bundestag hat heute das Nagoya-Protokoll zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt in deutsches Recht umgesetzt. Bundesumweltministerin Hendricks: "Das Nagoya-Protokoll hilft, die illegale Nutzung genetischer Ressourcen von Tieren und Pflanzen zu bekämpfen. Das ist wichtig für den Naturschutz, insbesondere in den Entwicklungsländern." Das Abkommen enthält Regeln zum Zugang zu genetischen Ressourcen und deren Nutzung sowie der Verteilung der daraus entstehenden Vorteile, meldet das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Vor kurzem hatten Forschende im Bundestag den Gesetzentwurf als zu unkonkret kritisiert (vgl. Meldung vom 30.9.2015).
Quelle: BMUB

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13. Okt 2015 · News · Forschungsergebnis

Invasive Pflanze und Dürreperioden bedrohen mediterrane Baumbestände

Die Reaktion von Korkeichen, in deren Umfeld sich die strauchartige Lack-Zistrose (Cistus ladanifer) ausgebreitet hat, auf die Dürreperiode 2011/2012 hat das Team erforscht. Foto: Christiane Werner

Dürreperioden in halbtrockenen Wäldern, in denen sich strauchige Pflanzen ausgebreitet haben, gefährden das Ökosystem und damit den Baumbestand. Das ist das Ergebnis einer Studie, die ein internationales Team unter der Beteiligung von Prof. Dr. Christiane Werner vom Institut für Forstwissenschaften der Universität Freiburg in Portugal erarbeitet hat. Es ist das erste Mal, dass Forscherinnen und Forscher das Zusammenwirken der beiden Einflussfaktoren extreme Trockenheit und Pflanzeninvasion in mediterranen Waldgebieten untersucht haben. Dr. Maria C. Caldeira von der Universität Lissabon/Portugal leitete die Studie. Das Team hat die Ergebnisse in der Fachjournal Scientific Reports (doi: 10.1038/srep15110) veröffentlicht.
Quelle: Uni Freiburg

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13. Okt 2015 · News · Forschungsergebnis

Neuer Erkennungsrezeptor in der pflanzlichen Immunantwort

Um Krankheitserreger rechtzeitig zu erkennen, binden Pflanzen Bestandteile der Krankheitserreger an sogenannte Rezeptorproteine, die sich an der Oberfläche ihrer Zellen befinden. Forschende haben nun ein weit verbreitetes Erkennungsmuster entdeckt, das eine pflanzliche Immunreaktion auslösen kann: Das Peptidfragment nlp20 ist Bestandteil von Giften aus Bakterien, Pilzen und Oomyceten (Eipilzen). Ein prominenter Erreger, der diesen nlp20-enthaltenden Virulenzfaktor produziert, ist Phytophthora infestans, Verursacher der Kraut- und Knollenfäule bei Kartoffeln. Isabell Albert, Hannah Böhm, Thorsten Nürnberger und weitere Forschende des Zentrums für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP) an der Uni Tübingen haben nun gemeinsam mit einem internationalen Team diejenigen Gene in der Modellpflanze Arabidopsis thaliana identifiziert, die zur Erkennung von nlp20 wichtig sind. Überträgt man diese in Nutzpflanzen wie die Kartoffel, könnte dies deren Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern wie Phytophthora infestans reduzieren. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachjournal Nature Plants veröffentlicht (doi: 10.1038/nplants.2015.140).
Quelle: Uni Tübingen

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13. Okt 2015 · News · Ausschreibung

Nachwuchspreis für biologische Systematik

Den Bernhard-Rensch-Preis für eine herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Biologischen Systematik hat die Gesellschaft für Biologische Systematik (GfBS) ausgeschrieben. Botanische, paläontologische und zoologische Dissertationen und andere Arbeiten sind gleichermaßen erwünscht. Der Namensgeber Bernhard Rensch gilt neben den beiden bekannteren Ernst Mayr und Julian Huxley als einer der Wegbereiter der Synthetischen Evolutionstheorie, die heute als das Standardmodell der Evolution gilt. Bewerbungsschluss für den mit 1.500 Euro dotierten Preis ist der 30. November 2015; die Bewerbungsmodalitäten schildert die GfBS auf ihrer Website.

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13. Okt 2015 · News · Forschungsorte

Algentechnikum für die Produktion von Biokerosin und chemischen Wertstoffen eröffnet

Professor Thomas Brück im Algentechnikum auf dem Ludwig Bölkow Campus. Foto: Andreas Heddergott, TUM

Ein weltweit einmaliges Technikum für die Algenzucht hat die Technische Universität München (TUM) in Kooperation mit der Airbus Group auf dem Ludwig Bölkow Campus in Ottobrunn südlich von München aufgebaut. Hier sollen effiziente Verfahren zur Produktion von Biokerosin und chemischen Wertstoffen aus Algen erforscht werden. Heute wird das Technikum feierlich eröffnet.
Quelle: TUM

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12. Okt 2015 · News · Forschungsergebnis

Pflanze überlebt dank raffinierter Recycling-Strategie

Im Vergleich zum Wildtyp (WT, rechts oben) wächst die Pflanze mit ausgeschaltetem VTE6-Gen (vte6-1, rechts unten) deutlich langsamer. Foto und ©: Peter Dörmann, Uni Bonn

Die Acker-Schmalwand Arabidopsis schützt ihre Samen mit Vitamin E gegen oxidativen Stress und hält sie so länger keimfähig. Forschende der Universität Bonn haben nun gemeinsam mit Kollegen der Universitäten in Düsseldorf, Rostock und Florida ein Gen identifiziert, das an der Herstellung des Vitamins beteiligt ist. Dank dieses Gens kann die Pflanze Abbauprodukte des Chlorophylls als Baustein für die Vitamin-E-Synthese nutzen. Die Chlorophyll-Abbauprodukte scheinen toxisch zu sein; nur wenn die Pflanze sie kontinuierlich weiter verwertet, ist sie überlebensfähig. Die Ergebnisse erscheinen im Fachjournal The Plant Cell.
Quelle: Uni Bonn

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12. Okt 2015 · News · Forschungsergebnis

Verbesserte HIV-Antikörper aus gentechnisch veränderten Pflanzen

Tabakpflanzen können Antikörper gegen das AIDS-Virus präziser produzieren als die bisher genutzten tierischen Zellen. Die Publikation über die verbesserte Antiköperproduktion gegen Humane Immundefizienz-Virus (human immunodeficiency virus), abgekürzt HIV, erschien im Fachjournal PNAS. Das Portal Pflanzenforschung schildert die Details.
Quelle: Pflanzenforschung.de

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11. Okt 2015 · News · Forschungsergebnis

Algenvorfahre der Landpflanzen war bereits auf Symbiose eingerichtet

Wie die Eroberung des Landes durch Pflanzen vor 450 Millionen Jahren vor sich ging, ist noch nicht geklärt. Um herauszufinden, ob die Fähigkeit der Pflanzen mit Pilzen Symbiosen auszubilden, den Landgang begünstigte, hat ein internationales Team die Genome von zehn Grünalgen und primitiven Landpflanzen miteinander verglichen und die Ergebnisse im Fachjournal PNAS publiziert. Die Sektion Phykologie der DBG stellt die Arbeit auf ihrer Website vor und nennt den Link zu einem Video, das den Landgang schildert.
Quelle: Sektion Phykologie

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