25 Mar 2020 · Actualia (engl.) · Conference Gleanings

Molecular Biology of Plants 2020

Plant scientists from Germany, Austria and UK met in Dabringhausen despite the stormy weather in February. They discussed latest research results. Photo: Pavlína Miklankova

Sorry, Molecular Biology of Plants conference report in German only

Die 33. Tagung Molecular Biology of Plants unserer Sektion Pflanzenphysiologie und Molekularbiologie fand vom 11. bis 14. Februar 2020 wieder in Dabringhausen im Bergischen Land statt. Organisator Prof. Dr. Rüdiger Hell berichtet über die Themenschwerpunkte der von DBG und GBM geförderten Tagung und nennt die ausgezeichneten Preisträger*innen der Poster- und Vortragspreise.

Traditionell orientiert sich die Tagung Molekularbiologie der Pflanzen an der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Möglichkeit eigene Ergebnisse als Vortrag oder Poster zu präsentieren bildet den Ausgangspunkt für wissenschaftliche Gespräche mit etablierten Wissenschaftlern. Diese diesjährige Tagung fand unter den heraufziehenden Vorzeichen der Corona-Epidemie statt, die viele zu diesem Zeitpunkt noch in sehr weiter Ferne wähnten.

Unter den mehr als 140 Teilnehmenden (die meisten aus Deutschland, sowie UK und Österreich) waren mehr als 50 Prozent Pre- und PostDocs sowie mehrere Master-Studierenden. Tatsächlich wurden genau die Hälfte der Vorträge von dieser Personengruppe gehalten sowie mehr als ein Drittel von Gruppenleitenden auf dem Weg zur Professur.

Potential der Grundlagenforschung für Biotechnologie und Züchtung

Das Programm war in neun Sektionen unterteilt, die wie in jedem Jahr ein breites Spektrum der molekularen Pflanzenbiologie umfassten. Stark vertreten war auch in diesem Jahr die Forschung an biotischen Interaktionen.

Den Eröffnungsvortrag hielt George Ratcliffe von der Universität Oxford über das Thema Fluxes in Metabolic Networks. In einer gelungenen Kombination von mathematischen und instrumentellen Grundlagen mit wichtigen Fragestellungen des Energiestoffwechsels und des Wachstums vermittelte er die Bedeutung der Flux-Analysen für weite Bereiche der Pflanzenbiologie. Der traditionelle von-Sengbusch-Vortrag erinnert immer wieder an das enorme Potential der Grundlagenforschung für die Anwendung in Pflanzenzüchtung und Biotechnologie. Alan Tissier (IPB Halle) verband diesen Spannungsbogen in eindrucksvoller Weise mit seinen persönlichen Erfahrungen in Wirtschaft und Akademia und nützlichem Rat für den Nachwuchs in seinem Vortrag From DNA recombination to glandular trichomes: a journey from southern France to Halle an der Saale. Der eingeladene Vortrag Defense priming in the lab and field von Uwe Conrath (Aachen) leitete in stimulierender Weise die letzte Session Anwendungen und technischen Fortschritte ein. Wie im vergangenen Jahr eingeführt, fanden die Posterpräsentationen abends in entspanntem Rahmen statt. Es kam zu langen und intensiven Gesprächen, die nach Ende der Präsentation noch lange fortgesetzt wurden.

Ausgezeichnete Vorträge und Poster

Die von Sengbusch Erbengemeinschaft unterstützt dankenswerterweise nun schon viele Jahre den Nachwuchs mit gut dotierten Preisen für Doktorand*innen und junge PostDocs. Aus den mit einem roten Punkt gekennzeichneten Beiträgen wählten alle Tagungsteilnehmenden in geheimer Abstimmung die Preistragenden für die Vortrags- und Posterpreise ermittelt. Die Preise wurden den Söhnen Kurt und Günter von Sengbusch im Namen der Erbengemeinschaft überreicht. Drei Preise für beste Vorträge gingen an

  • Elena Lesch (Bonn): Function and evolution of mitochondrial C‐to‐U RNA editing factor PPR78 elucidated with recombinant approaches in Physcomitrella patens and Escherichia coli
  • Rabea Meyberg (Marburg): Characterization of evolutionarily conserved key players affecting eukaryotic flagellar motility and fertility using a moss model
  • Christina Martins Rodriguez (Kaiserslautern): Chilling lessons: Teaching the sugar beet how to cope with cold

Die prämierten Poster wurden von

  • Alexander Beesley (Aachen): Engineering coumarin biosynthesis providing disease resistance in crops
  • Hannah Krawczyk (Göttingen): Identification of a putative plant lipid droplet tethering complex involved in cellular  organisation
  • und Isabelle Metzen (Köln): The effect of plant genetic factors on the spatial heterogeneity of microbiota in the maize  mycorrhizosphere  

präsentiert.

Erstmals verliehener Preis für Wissenschaftskommunikation

Ein weiterer Höhepunkt war die erstmalige Verleihung des #scicomm Preises für Wissenskommunikation der Sektion. Der Preisträger Robert Hoffie erforscht als Doktorand am IPK Gatersleben die Virusresistenz bei Gerste. Er wurde für sein erfolgreiches Engagement für Pflanzenbiotechnologie in sozialen Netzwerken ausgezeichnet.

Den Abschiedsvortrag hielt Stefan Rensing (Marburg), der nun aus dem Organisationskomitee ausscheiden wird, aber als Sprecher der Sektion Pflanzenphysiologie der Tagung eng verbunden bleibt. Sein Vortrag There and back again - a tale of plant evolution stellte in eindrucksvoller Weise dar wie im Verlauf der Evolution der Pflanzen neue Eigenschaften entwickelt wurden, die letztlich zur Eroberung des Landes und den Kormophyten führten von denen wir alle heute leben. Wertvolle Hinweise für alle, die sich ihren Weg in der Pflanzenbiologie bahnen machten den Vortrag zu einem Erlebnis.

Kommende Tagung

Nach der Tagung ist vor der Tagung: Marcel Quint kündigte als Organisator die 34. Tagung für den 16.-19.02.2021 (Faschingswoche) in Dabringhausen an. Neu im Organisationsteam ist Andreas Meyer (Bonn). Viele Teilnehmende kommunizierten und begleiteten die Tagung aktiv auf Twitter (siehe: https://twitter.com/search?q=(%23MBP2020)%20until%3A2020-02-15%20since%3A2020-02-01&src=typed_query&f=live). Großer Dank gebührt der von-Sengbusch-Erbengemeinschaft, unserer Muttergesellschaft Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG), der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) und dem Fonds der Chemischen Industrie (FCI), sowie allen weiteren Sponsoren.

Fazit

Wie ihre Vorgänger war die 33. Tagung intensiv, informationsgetragen und durch die wissenschaftlichen Interaktionen zwischen den Teilnehmenden gekennzeichnet. Das traditionelle Konzept, starke Forschungsergebnisse mit Nachwuchsforscher*innen und erfahrenen Wissenschaftler*innen an einem Ort mit vielen Kommunikationsmöglichkeiten in Dabringhausen zusammen zu führen, hat sich wieder einmal bestens bewährt.

----
Im März 2020, Prof. Dr. Rüdiger Hell, Heidelberg University, Centre for Organismal Studies (COS), Department of Molecular Biology of Plants

Back