17. April 2018 · Actualia (engl.) · Conference Gleanings

Conference Molecular Biology of Plants in Dabringhausen

Sorry, in German only

Die 31. Tagung „Molekularbiologie der Pflanzen“ der Sektion für Pflanzenphysiologie und Molekularbiologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft fand vom 20. bis 23. Februar 2018 statt. Die Organisatoren, Dorothee Staiger, Katja Meyer und Alexander Steffen, berichten in ihrer Tagungsnachlese über die wesentlichen Forschungsergebnisse, die auf der Tagung präsentiert wurden, und die Preisträgerinnen und Preisträger der Reinhold von Sengbusch-Preise.

Mehr als 150 Teilnehmende waren in das Tagungshotel „Maria in der Aue“ in Dabringhausen im Bergischen Land zusammengekommen. Die diesjährige Organisatorin Dorothee Staiger (Universität Bielefeld) begrüßte die Gäste und eröffnete die Tagung mit einem kurzen Rückblick auf die 31-jährige Geschichte der Sektionstagung. Im anschließenden Eröffnungsvortrag präsentierte Paula Duque vom Instituto Gulbenkian de Ciencia, Oeiras, Portugal, die Bedeutung von post-transkriptioneller Kontrolle in der Abszissinsäure-vermittelten Genexpression.

Vorreiterin des Genome Editings zu Gast

Einer der Höhepunkte der Tagung war der Festvortrag von Caixia Gao von der Chinese Academy of Sciences, Peking, einer der Vorreiterinnen des CRISPR/Cas vermittelten genome editings bei Nutzpflanzen, wie Weizen, Reis und Mais. Bei den ersten Ansätzen wurde die Nuklease zusammen mit der RNA, die die Nuklease zur gewünschten Stelle im Genom führt, stabil in transgenen Pflanzen exprimiert. Inzwischen kann man nur noch die RNA, die für die Nuklease codiert, und die RNA zur Erkennung einführen, die dann relativ schnell wieder abgebaut werden. Als neueste Errungenschaft kann man präassemblierte Komplexe aus der Nuklease und der RNA zum gezielten genome editing einsetzten, so dass die Pflanzen kein Transgen mehr tragen.

Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete in ihrer Wissensrubrik über dieses brisante Thema. Die promovierte Biologin und Wissenschaftsjournalistin Hildegard Kaulen, die von der Veranstalterin zur Tagung eingeladen worden war, wies auf die potentielle Bedeutung dieser Ansätze für die Landwirtschaft auch hier in Europa hin.

Sebastian Marquardt vom Center of Plant Sciences in Kopenhagen berichtete von völlig neuen Beobachtungen. So fand er heraus, dass Gene durch Transkription von benachbarten nicht-codierenden Bereichen abgeschaltet werden können.

In seinem launigen „Farewell-Vortrag“ über die Photorespiration und die Frage, ob sie wirklich so schlecht sei, wie wir das lernen (und lehren) berichtete Andreas Weber über unerwartete Beobachtungen, die im Laufe der Jahrzehnte dazu gemacht wurden, und wie diese sich langsam zu einem kohärenten Bild zusammenfügen. Damit verabschiedete er sich aus der Tagungsorganisation. Nochmals ein herzliches Dankeschön für sein Engagement in den letzten drei Jahren!

Forum für Nachwuchskräfte

Neben den genannten Gastrednern wurden 50 weitere ausgewählte Vorträge präsentiert. In diesem Jahr berichteten überwiegend Nachwuchswissenschaftler, darunter zahlreiche Doktorandinnen und Doktoranden, über die aktuellen und bislang unveröffentlichten Ergebnisse ihrer Projekte und stellten sie zur Diskussion.

Ein Schwerpunkt der diesjährigen Tagung lag auf der RNA-basierten Regulation mit zahlreichen Beiträgen über kürzlich entdeckte Akteure wie long non-coding RNAs und zirkuläre RNAs. Weitere Beiträge adressierten  Signaltransduktion in so verschiedenen Pflanzen und Algen wie Arabidopsis, Tomate, Physcomitrella und Chlamydomonas, die pflanzliche Antwort auf Pathogen-Angriff, neue Erkenntnisse aus der Welt der Organellen sowie innovative Methoden zur Durchführung von genomweiten Studien.

Auch die fast 70 Posterbeiträge deckten ein breites Spektrum der modernen Molekularbiologie ab. Wie bereits im Vorjahr stimmten auch dieses Jahr alle Teilnehmenden der Tagung über die Preisträger der Reinhold von Sengbusch-Preise ab.

Ausgezeichnet

Die Reinhold von Sengbusch-Posterpreise wurden dieses Jahr verliehen an:

  • Emese Xochitl Szabo (Universität Oldenburg): Distinct characteristics and functions of plant circular RNAs
  • Lara Ostermann (Universität Bonn): A novel red fluorescent redox sensor with a highly negative midpoint potential for live cell imaging
  • Katja Meyer (Universität Bielefeld): Genome-wide view on RNA-protein interactions by iCLIP

Die Reinhold von Sengbusch-Vortragspreise 2018 gingen an:

  • Anchilie Mangilet (Universität Oldenburg): Function of U1 snRNP in post-transcriptional regulation of gene expression
  • Franziska Kuhnert (Heinrich-Heine Universität Düsseldorf): Rapid isolation of plant mitochondria from Arabidopsis thaliana for metabolite analyses and proteomics
  • Jan Knop (Universität Hamburg): Function and structure of a guarded immune signaling ubiquitin ligase

Wir bedanken uns herzlich bei allen Helferinnen und Helfern, der Familie von Sengbusch, unseren Sponsoren, der DBG als Förderer und logistischem Partner, sowie allen Teilnehmenden. Nur durch diese Unterstützung ist die Tagung zu einer erfolgreichen und inspirierenden Veranstaltung geworden. Ein besonderes Highlight war wie immer die Partynacht mit unseren zwei DJs, Stefan Rensing und Alexis Maizel, auch ihnen gilt ein besonderer Dank!
Wir freuen uns schon auf die 32. Tagung, die vom 18.– 21. Februar  2019 am selben Ort stattfinden wird, und wünschen Stefan Rensing (Universität Marburg) und seinem Organisations-Team viel Erfolg!

--
April 2017
Professor Dr. Dorothee Staiger, Dr. Katja Meyer, Dr. Alexander Steffen, Universität Bielefeld: https://www.uni-bielefeld.de/biologie/Zellphysiologie


Part of the participants. Photo: SPPMB
Reinhold von Sengbusch-Awards. Photo: SPPMB