26. Juli 2019 · Actualia

Plant Science Student Conference (PSSC) 2019

Die 15. Studierenden-Konferenz für Pflanzenforschung fand dieses Jahr am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) in Halle unter dem Motto Let Science Bloom statt. Dieses jährliche Treffen sticht vor allem durch sein einmaliges Konzept hervor: Es handelt sich hierbei um eine Konferenz von und ausschließlich für Doktorand*innen. Die Nachwuchswissenschaftler*innen des jeweiligen Institutes sind von Anfang an selbst für die Planung und Organisation verantwortlich. So konnten 90 Doktorand*innen auch in diesem Jahr fünf herausragende Professoren und Gruppenleiter überzeugen als Gastsprechende vorzutragen und konkrete Karriere-Tipps zu geben.

Was Banken, die Politik und Unternehmensgründende wissen sollten

Über pflanzliche Metabolite berichtete Prof. Mark Stitt vom Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam, erklärte, was Banken und die Politik noch von Arabidopsis lernen können und gab so neue Denkanstöße für weitere Forschung auf diesem Gebiet. Er berichte dabei über den Energiehaushalt von Arabidopsis und deren Anpassungsfähigkeit an einen veränderten Tag- und Nachtcyclus und sog dabei Parallelen zu dem Bänkerdasein. Als ein weiterer hervorragender Forscher auf seinem Gebiet teilte Dr. Bernd Schneider vom Max Planck Institut für chemische Ökologie in Jena neben seinem Wissen über Phenylphenalenone, auch sein Erfahrungsschatz mit den Teilnehmenden hinsichtlich einer akademischen Laufbahn und eine richtige Herangehensweise an eine entsprechende Karriere.

Prof. Henrik Toft Simonsen von der Technischen Universität Dänemark gab Einblicke in die Produktion von Sekundärmetaboliten in Moos unter dem Motto Fast, fat and fragrant moss. Er demonstrierte wie es seiner Arbeitsgruppe gelang, Physcomitrella patens so zu konstruieren, dass die Ausbeute an Duftstoffen signifikant gesteigert werden konnte. Neben seiner Forschung stellte er zusätzlich sein Unternehmen MossTech vor, welches sich zum Ziel gesetzt hat Moos als neue grüne Zellfabriken für die Produktion von Proteinen, Lipiden und Feinchemikalien zu nutzen und gab somit Einblicke in die industrielle Anwendung von seiner Forschung. Weitere Vorträge von Prof. Michael Hothorn aus Genf und Prof. Marcel Quint aus Halle regten die Teilnehmenden zu einem regen Austausch an.

Doktorand*innen werden aktiv

Die aktive Teilnahme der Teilnehmer erfolgte in diesem Jahr auf unterschiedlichem Wege. Neben den klassischen Vorträgen, konnten Doktorand*innen, die noch am Anfang ihrer Promotion stehen, in einem Minivortrag ihr Thema vorstellen und so auf sich aufmerksam machen. Ein weiteres neues Konzept bestand aus den sog. Flashtalks, in denen die Doktorand*innen die Möglichkeit hatten, ihre Poster zu bewerben.

Aus dem Karriere-Nähkästchen geplaudert

Highlight der Konferenz war die Talkshow Career Planning, in der Dr. Bernd Schneider, Prof. Henrik Toft Simonsen, Prof. Tina Romeis (Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie Halle), Prof. Mark Stitt und Prof. Michael Hothorn den Teilnehmenden Rede und Antwort standen. Hier ging es neben forschungsrelevanten Aspekten vor allem um die persönliche Erfahrung in der industriellen und akademischen Laufbahn der Gastsprechenden. So inspirierten die Redner*innen nicht nur die Teilnehmenden mit ihrer Forschung, sondern teilten auch wichtige Karriere-Erlebnisse und -entscheidungen auf lockere Art und Weise mit den Teilnehmenden.

Wir danken der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) für die finanzielle Förderung der PSSC 2019 und freuen uns, dass die PSSC auch im kommenden Jahr erneut stattfinden wird. Wir sind jetzt schon gespannt auf die wissenschaftlichen Vorträge und Anregungen, dann im Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben.

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Im Juli 2019
Anja Knorrscheidt, Doktorandenvertreterin des IPB Halle


Zur 15. PSSC kamen Nachwuchswissenschaftler*innen in Halle am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) zusammen, um sich über ihre Forschungsergebnisse auszutauschen und um neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Pflanzenbiochemie zu erlangen. Foto: Jonas Kessel
Während der zwei eineinhalbstündigen Poster-Sessions diskutierten die Teilnehmenden über ihre in den Doktorarbeiten gewonnenen Ergebnisse. Foto: Jonas Kessel