DBG · Nachwuchsförderung

Philipp Zamzow (Universität Bielefeld)

Philipp Zamzow erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Bielefeld im Jahr 2019 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der Arbeit: Entwicklung und Bewertung ausgewählter Streuobstbestände der Stadt Bergkamen zwischen 1990 und 2018

In dieser Arbeit wurden zwei Aspekte genauer untersucht: Zum einen wurde die Entwicklung und der aktuelle Zustand der Streuobstflächen Bergkamens festgehalten und überprüft, was in der bisherigen Stadtgeschichte nur einmal im Jahr 1990 stattfand, zum anderen diente diese Arbeit einer Überprüfung der festgelegten Minimumkriterien des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) für die Unterschutzstellung von Streuobstwiesen- und weiden.

Zu den Ergebnissen sowie zum Plan der untersuchten Flächen

Streuobstbestände gelten, aufgrund ihrer einzigarten, diversitätsfördernden Eigenschaften und Vielfältigkeit, als Lebensraum für eine weite Spanne an unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten. In den letzten Jahrzehnten kam es hier durch den Ausbau verschiedener Verkehrssysteme und Siedlungsflächen, vor allem im ländlichen Raum, zur Zersiedelung und Zerschneidung vieler Streuobstflächen. Um einem weiteren Rückgang entgegen zu wirken, wurden deshalb Kriterien festgelegt, in denen Streuobstbestände den Schutz eines anerkannten Lebensraumtyps erhalten sollen. Diese Arbeit widmet sich diesen Kriterien der Schutzwürdigkeit von Obstbeständen, welche durch das Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz aufgestellt wurden. Um diese Bewertung durchführen zu können, wurden sowohl ein detaillierter Kartierungsbogen als auch ein sachgerechtes Bewertungssystem entwickelt. Die Ergebnisse zeigen, dass Kriterien, welche nur einzelne Aspekte ins Gewicht nehmen, nicht zielführend sind. Wie auch bei anderen Lebensräumen, ist es das Zusammenspiel vieler Aspekte, welches zur Einzigartigkeit führt. Jeder Obstbestand braucht daher eine fundierte, alle Aspekte einbeziehende Bewertung bevor ein Ausschluss von der Schutzwürdigkeit gefordert werden sollte. Für die Erhaltung und generelle zukünftige Entwicklung von Streuobstbeständen ist es zunächst wichtig die momentan ablaufende, landesweite Erfassung schnell fertigzustellen, entsprechende Maßnahmen zum Schutz der noch erhaltenen Streuobstflächen zu ergreifen und die Entwicklung ab sofort auch sorgfältig statistisch festzuhalten. Weiterhin ist es notwendig eine breitere Aufklärungsarbeit im Vertragsnaturschutz und den Agrarumweltmaßnahmen zu leisten.

___

Philipp Zamzow fertigte die Arbeit an der Uni Bielefeld, Fakultät für Biologie, in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Kreis Unna & Dortmund sowie dem Umweltamt der Stadt Bergkamen unter der Leitung von Dr. Stefanie Boltersdorf an.


Eine Streuobstfläche mit gutem Pflegestatus. Die Bäume zeigen ein regelmäßiges Zurückschneiden der Äste und sind von Schutzzäunen umgeben. Der Unterwuchs wird nicht zu oft gemäht und die Nähe zu einem Wald ist gegeben. Aufnahme vom 23.05.2018. Foto: Philipp Zamzow
Lage der Streuobstflächen von 1990 und 2017 im Stadtgebiet Bergkamens. Orange & rot dargestellt sind die Flächen von 2017; Grün & Hellgrün die Streuobstflächen von 1990. Die digitalen Daten wurden bereitgestellt von der Biologischen Station Kreis Unna & Dortmund; die analogen Karten vom Umweltamt Bergkamens (Land NRWB, 2018). Grafik: Philipp Zamzow