05. Dezember 2018 · Actualia · Tagungsbericht

Pflanzliche Mitochondrien in neuem Licht

Das diesjährige Treffen des deutschen pflanzlichen Mitochondrien Netzwerkes GPMN (German Plant Mitochondria Network) fand vom 25. bis 26. Oktober 2018 auf Schloss Mickeln in Düsseldorf statt. Die 35 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie Professorinnen und Professoren diskutierten zwei Tage mit dem Fokus auf pflanzliche Mitochondrien nicht nur über die neuesten Forschungsergebnisse, sondern auch die zukünftigen Strategien des Netzwerks. Die Organisatorinnen Dr. Jessica Schmitz und PD Dr. Veronica G. Maurino von der Universität Düsseldorf (AG Molekulare Physiologie und Biotechnologie der Pflanzen) fassen im Tagungsbericht die Inhalte, wissenschaftlichen Highlights und die ausgezeichneten Beiträge zusammen.

Die Forschergruppen des deutschen Mitochondrien Netzwerks treffen sich in halbjährlichen Abständen um die gemeinsamen Wissenschaftsprojekte zu besprechen und voran zu treiben. Dieses Jahr fand das Treffen in größerem Rahmen in Form eines zweitägigen Meetings im Tagungshaus Schloss Mickeln der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf statt. Im Zentrum des Treffens von Experten der Pflanzenphysiologie, Biochemie und Zellbiologie stand vor allem die Steuerung des mitochondriellen Energiestoffwechsels im Zusammenspiel mit der photosynthetischen Aktivität.  Insgesamt gab es an den zwei Tagen 14 wissenschaftliche Vorträge, eine Poster-Session und eine große offene Diskussionsrunde.

Evolution, dynamische Anpassungen und Stoffwechsel

Eröffnet wurde das Meeting von Emmy Noether Stipendiatin Dr. Eva Nowack (Universität Düsseldorf), die wichtige neue Einblicke in die Evolution von Organellen gab. Die Vortragsrunde mit dem Schwerpunkt dynamischer Anpassung der mitochondriellen Aktivität wurde durch Professorin Ute Vothknecht (Universität Bonn) eingeleitet, die über Kalzium als Signalmolekül und Ähnlichkeiten und Unterschiede zu Chloroplasten sprach. Professor Adriano Nunes-Nesi (Universität Federal de Viçosa, Brasilien) sprach in der nächsten Vortragsrunde über Transportwege von Nicotinamidadenindinukleotid im Hinblick auf den mitochondriellen Stoffwechsel. Die Schwerpunkthemen wurden durch weitere exzellente Vorträge der Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler vertieft, bei der sich die anschließenden Diskussionen durch eine besonders hilfsbereite und interessierte Atmosphäre auszeichneten. Thematisch neu waren die Forschungen zur Steuerung der mitochondriellen Funktionen im Rahmen der symbiotischen Stickstofffixierung durch Rhizobia Bakterien. Weitere Beiträge zu den besonders aktuellen Thema CRISPR/Cas9 Mutagenese, Epitop gestützte Aufreinigung von Mitochondrien oder auch mitochondrielle RNA Editierung in dem Moos Physcomitrella patens wurden in der einstündigen Poster-Session ausgiebig diskutiert.

Am Folgetag stand die Zukunft des Netzwerkes im Fokus. Es wurden in einer ergebnisorientierten Runde nicht nur die wissenschaftliche Zusammenarbeit, der Austausch von Ergebnissen, sondern auch die langfristige Weiterentwicklung des Netzwerkes besprochen und ein längerer Zeitplan entwickelt.

Auszeichnung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Dank der freundlichen Unterstützung der DBG erhielten 11 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler Reisestipendien. Zudem konnten Preise für hervorragende Beiträge vergeben werden. Die durch die DBG gestifteten Preise für die besten Beiträge gingen an:

  • Patrik Künzler, AG Braun, Universität Hannover für seinen Vortrag: Mitochondrial metabolism in symbiotic nitrogen fixation
  • Meike Hüdig, AG Maurino, Universität Düsseldorf für ihr Poster: The evolution of NAD-malic enzyme from a TCA cycle-associated enzyme to a C4 decarboxylase in the genus Cleome

Zusammen mit der finanziellen Unterstützung des Exzellenzclusters für Pflanzenwissenschaften CEPLAS war das gesamte Meeting für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenlos.

Fazit

Das Meeting des deutschen pflanzlichen Mitochondria Netzwerks eröffnete viele neue Einblicke in die laufenden Forschungsarbeiten und förderte in entscheidender Weise die Vertiefung der interuniversitären Kooperation zwischen den beteiligten Forschergruppen. Dabei profitierten insbesondere die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler von den synergistischen Effekten, die nur durch die fachübergreifenden Diskussionen mit Experten aus den verschiedenen Fachrichtungen entstehen konnten. Alle waren sich einig, dass solch eine intensive Zusammenarbeit ohne regelmäßige persönliche Treffen nicht möglich wäre und freuen sich auf das nächste Meeting im Herbst 2019 in Münster, bei dem Professorin Iris Finkemeier und Professor Markus Schwarzländer freundlicherweise die Organisation übernehmen.

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Im November 2018, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, AG Molekulare Physiologie und Biotechnologie der Pflanzen http://www.pmpb.hhu.de/


Die Teilnehmenden des Mitochondrien-Meetings vor Schloss Mickeln. Foto: Fatiha Atanjaoui
In der Poster-Session wurden die wissenschaftlichen Beiträge intensiv diskutiert. Foto: Fatiha Atanjaoui