13. November 2018 · Actualia · Tagungsbericht

Nachwuchsforscher*innen der Sektion Naturstoffe trafen sich auf Burg Warberg

Vor allem Nachwuchskräfte waren unter den 50 Teilnehmenden des Workshops der Sektion Pflanzliche Naturstoffe der DBG, die im Oktober auf der niedersächsischen Burg Warberg zusammen gekommen waren. Ute Wittstock und Ludger Beerhues fassen die vielfältigen Themen und Schwerpunkte rund um den Sekundärstoffwechsel zusammen und erklären, welche Maßnahmen es dem Nachwuchs erleichterten, in die wissenschaftliche Diskussion einzusteigen.

Hinter den dicken Mauern der 800 Jahre alten Burg Warberg, eingebettet in den Buchenwald des Elm, trafen sich vom 1.-3. Oktober 2018 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zum zweijährlichen Workshop der Sektion Naturstoffe. Unter den 50 Teilnehmenden waren 36 Promovierende, sieben Postdocs und sieben Professorinnen und Professoren aus 15 verschiedenen Institutionen. Der langjährigen Tradition folgend hielten fast alle Promovierenden und einige Postdocs Kurzvorträge, die ausgiebig zur Diskussion standen. Um Diskussionen, Erfahrungsaustausch und Vernetzung der Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler stärker in den Mittelpunkt zu rücken, hatten die Organisatoren dafür viel Zeit eingeplant.

Diskussion auf Augenhöhe

Auf jede einstündige Sitzung mit drei Vorträgen und Diskussion folgte eine halbstündige Pause, die für lebhafte Gespräche genutzt wurde. Die Moderation der Vortragssitzungen hatten die Organisatoren den Promovierenden ihres eigenen Instituts übertragen, die diese Aufgabe souverän meisterten. Gleichzeitig wurde durch die "Diskussion auf Augenhöhe" die Hemmschwelle der Teilnehmenden reduziert, aktiv in die Diskussion einzusteigen. Rege wurde von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, den Austausch in entspannter Atmosphäre bei den gemeinsamen Mahlzeiten und in den Abendstunden im Gewölbekeller der Burg fortzusetzen. Am ersten Abend erwartete die Teilnehmenden zunächst der spannende Vortrag über die Erforschung der vielfältigen Bedeutung von Benzoxazinoiden für organismische Interaktionen, den Prof. Jonathan Gershenzon vom Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie in Jena hielt.

Ökologie, Evolution, Biotechnologie

Das Programm des Workshops führte die Diversität der pflanzlichen Naturstoffe und ihrer Funktionen eindrucksvoll vor Augen. Um den unterschiedlichen Themenfeldern gleichviel Aufmerksamkeit zu schenken, wurden die Kurzvorträge und Poster bewusst nicht in Themenblöcke untergliedert, sondern in zufälliger Reihenfolge präsentiert. So wechselten Vorträge zur Biosynthese mit solchen zur Ökologie und Präsentationen zur Biotechnologie mit solchen zur Evolution ab.

Aufschwung durch Genom- und Transkriptom-Studien

In vielen Vorträgen wurde deutlich, dass der Zugang zu Genom- und Transkriptom-Informationen der Erforschung von Biosynthesewegen in Nicht-Modellpflanzen einen enormen Aufschwung verliehen hat. Dies wird in Zukunft sicher von großer Bedeutung für die Produktion pflanzlicher Wirkstoffe z.B. für medizinische Zwecke sein. Die biotechnologische Produktion stand bereits im Mittelpunkt einiger Vorträge. Auch Untersuchungen zur Evolution der großen strukturellen Diversität der Sekundärstoffe und ihrer ökologischen Bedeutung profitieren von der Verfügbarkeit eines immer größer werdenden Spektrums an pflanzlichen Genomen und Transkriptomen.

Methoden- und How-To-Austausch

Neben dem ausladenden Spektrum der Themen moderner Naturstoffforschung waren für die Nachwuchsforschenden zudem die methodischen Herangehensweisen und technischen Lösungsansätze von großem Interesse. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass dieser Workshop als Diskussionsforum für Nachwuchsforschende über die gesamte Breite der Naturstoffforschung sehr sinnvoll und hilfreich ist und unbedingt fortgeführt werden sollte.
Als Organisatoren danken wir allen Teilnehmenden für die hochwertigen Präsentationen und die intensiven Diskussionen, die hoffentlich zu vielen Zusammenarbeiten führen werden. Für die großzügige finanzielle Unterstützung des Workshops danken wir der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) und einer Reihe von Firmen, insbesondere der Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG.
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Im November 2018
Prof. Dr. Ute Wittstock und Prof. Dr. Ludger Beerhues, Institut für Pharmazeutische Biologie, TU Braunschweig


Das Gruppenbild der Teilnehmenden entstand im Innenhof der Burg. Foto: Markus Ehbrecht
Poonam Singh, Doktorandin am Institut für Pharmazeutische Biologie der TU Braunschweig, moderiert eine Vortragssitzung. Foto: Christian Bunzel