08. Mai 2017 · Actualia · Tagungsbericht

30. Molekularbiologie der Pflanzen in Dabringhausen

Mehr als 150 Teilnehmende diskutierten vier Tage lang über aktuelle Forschung in pflanzlicher Molekularbiologie. Sie waren im traditionellen Ambiente des Hotels „Maria in der Aue“ in Dabringhausen zusammengekommen, wo die 30. Tagung „Molekularbiologie der Pflanzen“ der Sektion für Pflanzenphysiologie und Molekularbiologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft vom 21. bis 24. Februar 2017 stattfand. Die Organisatoren der Jubiläumszusammenkunft, Andreas Weber, Marion Eisenhut und Nicole Linka, schildern in ihrer Tagungsnachlese die herausragenden Vorträge und welche Proteine, Enzymreaktionen und Interaktionen zwischen verschiedenen Organismenreichen die Vortragenden mit molekularbiologischen Methoden untersuchen und welche der Beiträge mit Preisen ausgezeichnet wurden.

Der diesjährige Organisator und derzeitiger Sektionssprecher Andreas Weber (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) begrüßte die Gäste und eröffnete die Tagung mit einem kurzen historischen Rückblick auf die inzwischen 30-jährige Geschichte der Sektionstagung. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die geplante Sonderausgabe der Zeitschrift der DBG, Plant Biology, hingewiesen. Danny Ducat von der Michigan State University (East Lansing, USA) stellte in seinem Eröffnungsvortrag die aktuellsten synthetisch-biologischen Ansätze zur Nutzung von Cyanobakterien in Bioindustriellen Anwendungen vor.

Herausragend

Einer der Höhepunkte der Tagung war der Festvortrag von Manajit Hayer-Hartl (MPI für Biochemie, Martinsried). Sie demonstrierte eindrucksvoll, wie ihre Gruppe mit Hilfe von struktur- und molekularbiologischen Methoden Chaperone identifizieren konnte, die an der Reifung und dem „metabolic repair“ des zentralen pflanzliche Enzyms RuBisCO (Ribulose-1,5-Bisphosphat-Carboxylase/Oxygenase) beteiligt sind. Mit ihrem „Farewell-Vortrag“ über die Interaktion zwischen dem Kohlhernie-Erreger Plasmodiophora brassicae und seinem pflanzlichen Wirt verabschiedete sich Jutta Ludwig-Müller (TU Dresden) aus der Riege der Tagungsorganisatoren.

Themen

Neben den genannten Hauptreferenten hielten 50 weitere ausgewählte Rednerinnen und Redner hochinteressante und exzellente Vorträge. Unter ihnen zahlreiche Doktorandinnen und Doktoranden, die ihre aktuellen und bislang unveröffentlichten Ergebnisse vorstellten. Sie informierten unter anderem über die mathematische Modellierung von Stoffwechselwegen, neue Komponenten in der pflanzlichen Signaltransduktion bei biotischem oder abiotischem Stress, neue wegweisende molekularbiologische Methoden und über aktuelle Erkenntnisse in der Moos-Forschung mit der Modellpflanze Physcomitrella.
Das breite Spektrum der wissenschaftlichen Themen spiegelte sich auch in den mehr als 70 Posterbeiträgen wider. Während bisher ein Komitee unter Mitwirkung der Teilnehmer die Preisträger der Reinhold von Sengbusch-Preise ausgewählt hatte, mit denen die besten Beiträge des wissenschaftlichen Nachwuchses ausgezeichnet werden, bestimmten dieses Jahr ausschließlich die Tagungsteilnehmer die Preisträger.

Gepreist

Die Reinhold von Sengbusch-Posterpreise wurden verliehen an:

  • Emese Derzsó (Universität Kiel): ERF VII transcription factors maintain lateral root growth at hypoxic conditions in Arabidopsis.
  • Franziska Kretzschmar (Universität Göttingen): A lipid droplet-associated scaffold protein potentially involved in protein quality control.
  • Hannah Elisa Krawczyk (Universität Münster): Hidden phenotypes of N-glycosylation mutant cgl1-2.

Die Reinhold von Sengbusch-Vortragspreise gingen an:

  • Jana Christin Askani (Universität Heidelberg): The role of membrane tethering complexes in vacuole development in Arabidopsis thaliana.
  • Shanshan Wang (Universität Heidelberg): The redox regulation of glutathione and cysteine biosynthesis in Arabidopsis thaliana.
  • Daniela Pezzetta (Freie Universität Berlin): The cytokinin status influences phytochrome-dependent seed germination in Arabidopsis thaliana.

Ein Bild der Preisträgerinnen ist auf der Website der Sektion veröffentlicht.

Unser Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, der Familie von Sengbusch, unseren Sponsoren, der DBG als Förderer und logistischen Partner, sowie allen Teilnehmenden, die die 30. Jubiläumstagung zu einem außergewöhnlichen und motivierenden Ereignis gemacht haben.

Wir freuen uns schon jetzt auf die 31. Tagung, die vom 20. – 23. Februar 2018 wieder in Dabringhausen stattfinden wird, und wünschen Dorothee Staiger (Universität Bielefeld) und ihrem Team viel Erfolg!

Mai 2017

Professor Dr. Andreas Weber und Dr. Marion Eisenhut, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf


Die Teilnehmenden der Jubiläumstagung waren aus mehr als vier Ländern zusammengekommen. Foto: Nicole Linka
Organisator Andreas Weber begrüßte die Teilnehmenden der Jubiläumstagung. Foto: Nicole Linka
Das Organisationsteam Anja Nöcker, Marion Eisenhut und Nicole Linka (von links) empfing die Gäste in der Tagungslobby. Foto: Christopher Grefen