Artikel zur Kategorie Nachwuchsförderung


28. Jul 2015

First Eduard Strasburger-Workshop for young plant scientists

Small Natural Products in Ecology and Evolution

From 21st to 23rd September 2014 (2 p.m. to 2 p.m.) the first Eduard Strasburger-Workshop of the German Botanical Society (DBG) will take place in Nuremberg, Germany. Entitled “Linking the biochemistry of small natural products to ecology and evolution” it is organized from young plant biologists for young plant biologists exclusively. The location where the participants will meet is the Hostel in Nuremberg located in the famous 500 year-old castle. Please send your application until 31st August to the organizers Dr. Nadine Meitinger and M.Sc. Daniel Geiger from the Department Biology at the Institute of Pharmaceutical Biology of the Friedrich-Alexander-University Erlangen-Nuremberg (FAU).
Application form (pdf)

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29. Mär 2012

Praktikanten für Doktoranden: Drei Stipendiaten unterstützt

Auch dieses Jahr fördert die DBG ausländische Studierende, die einer hiesigen Doktorandin oder einem Doktoranden zur Hand gehen. Organisiert wird der Austausch, bei dem Nordamerikanische und Britische Studierende in deutsche Hochschulen und pflanzenwissenschaftliche Labore schnuppern, vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). In diesem „Research Internships in Science and Engineering (RISE)“ genannten Programm koordiniert der DAAD die Zusammenführung der Doktoranden-Praktikanten-Paare und erstellt das Ranking unter den eingegangenen Bewerbungen. Drei dieser Stipendien in diesem Jahr finanziert wieder die DBG.

Details zu RISE

Bericht über eine frühere Doktoranden-Praktikanten-Zusammenarbeit in den Pflanzenwissenschaften

Details beim DAAD

04. Jan 2013

DBG übernimmt drei Patenschaften

Auch dieses Jahr übernimmt die DBG wieder drei Patenschaften für Nachwuchsforscherinnen und -forscher im Rahmen des RISE-Programms (Research Intership in Science and Engineering) des DAAD. Das heißt sie ermöglicht drei jungen Wissenschaftlern einen Mitarbeiter für die eigene Dissertation für sich gewinnen zu können.
Wie das RISE-Programm funktioniert

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21. Sep 2011

Drei ausgezeichnete Nachwuchsforscher

Hans-Henning Kunz analysiert derzeit das Verhalten weiterer Mutanten der Ackerschmalwand, die besondere Stoffwechselwege nutzen. Foto: Susanne Thielen

Zur Eröffnung der Botanikertagung 2011 hat die DBG Preise an drei hervorragende Nachwuchswissenschaftler verliehen:

Eduard Strasburger-Preis 2011
an
Dr. Hans-Henning Kunz
Biochemische Charakterisierung der Fettsäure-Beta-Oxidation als Teil des Dunkelstoffwechsels von Arabidopsis thaliana. Dissertation, Universität Köln
mehr in der Pressemitteilung und in der Laudatio (pdf)

Wilhelm Pfeffer-Preis 2011
an
Dr. Marco Todesco
Overt and Cryptic Natural Genetic Variation in Arabidopsis thaliana. Dissertation, MPI Tübingen
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Horst Wiehe-Preis 2011
an
Dr. Alexandra C. Furch
Calcium-regulierter Verschluss der Siebelemente. Dissertation, Justus-Liebig-Universität Gießen
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17. Sep 2009

Preisverleihungen an herausragende Nachwuchkräfte

Strasburger-Preisträgerin Marion Eisenhut bestimmt Zwischenprodukte des Stoffwechsels in einer Blaualgen-Probe mit einer Hochleistungs-Flüssigkeits-Chromatographie-Anlage (HPLC). Foto: Mika Keränen

Alle zwei Jahre verleiht die Gesellschaft Wissenschaftspreise an junge Forschende, um deren herausragende Leistungen in den Pflanzenwissenschaften zu würdigen.

Den Strasburger-Preis erhielt Dr. Marion Eisenhut für ihre Arbeit: Eisenhut M, Ruth W, Haimovich M, Bauwe H, Kaplan A, Hagemann M (2008): The photorespiratory glycolate metabolism is essential for cyanobacteria and might have been conveyed endosymbiontically to plants. erschienen in PNAS
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Der Wilhelm-Pfeffer-Preis ging an Dr. Eva Nowack für ihre Doktorarbeit „Paulinella chromatophora - a Model for the Acquisition of Photosynthesis by Eukaryotes“, die 2009 im Cuvillier Verlag Göttingen erschien
mehr in der Pressemitteilung und in der Laudatio (pdf, 0,1 MB)

Der Horst-Wiehe-Preis wurde Dr. Martin Lysak verliehen für seine Arbeit "Mechanisms of chromosome number reduction in Arabidopsis thaliana and related Brassicaceae species", erschienen in PNAS
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18. Okt 2007

Preise für herausragenden Nachwuchs

Dr. Bationa Shahollari erhielt den Wilhelm-Pfeffer-Preis aus den Händen von Laudator Professor Christian Wilhelm, dem Präsident der Wilhelm Pfeffer-Stiftung.

Alle zwei Jahre verleiht die DBG Preise an NachwuchswissenschaftlerInnen, um deren besondere Leistungen auf dem Gebiet der Pflanzenwissenschaften zu würdigen.

Der Strasburger-Preis ging an Dr. Ansgar Kahmen

die Laudatio (pdf-Datei) hielt der Präsident der DBG, Prof. Dr. Ulf-Ingo Flügge

Den Horst-Wiehe-Preis erhielt Dr. Iris Finkemeier

Die Laudatio (pdf-Datei) hielt der Präsident der DBG, Prof. Dr. Ulf-Ingo Flügge

Der Wilhelm-Pfeffer-Preis wurde Dr. Bationa Shahollari verliehen. 

Die Laudatio (pdf-Datei) hielt der Präsident der Wilhelm-Pfeffer-Stiftung,
Prof. Dr. Christian Wilhelm

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21. Jun 2007

Die RISE-Initiative fördert Auslandskontakte

Die DBG übernimmt Patenschaften, um den Austausch junger WissenschaftlerInnen zu fördern. Dazu unterstützt die Gesellschaft das RISE-Programm (Research Internship in Science and Engineering) des Deutsch Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Wie das RISE-Programm die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland, USA, Canada und Großbritannien fördert, stellt Dr. Christian Schäfer vom DAAD in Bonn vor.

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11. Dez 2007

DBG übernimmt drei Patenschaften

Im kommenden Jahr wird die DBG wieder drei Patenschaften im Rahmen des RISE-Programms (Research Intership in Science and Engineering) des DAAD übernehmen, meldet der Schatzmeister der Gesellschaft.

Auszeichnungen und Wissenschaftspreise

Wissenschaftler*innen im frühen Karrierestadium zu fördern ist eines der Hauptziele der DBG. Dazu verleiht sie Preise für herausragende wissenschaftliche Arbeiten angehender Forscherinnen und Forscher. So kann sie mehr Aufmerksamkeit auf sie lenken und ihrer Karriere Auftrieb verleihen. Die DBG

Jedes Jahr verleiht die Gesellschaft Preise für die besten pflanzenwissenschaftlichen Master-Arbeiten, die an den daran teilnehmenden Hochschulen angefertigt wurden.

Eduard Strasburger Workshop

Angehende Pflanzenforscher und Pfanzenfoscherinnen können sich um die Ausrichtung des „Eduard Strasburger-Workshops - von jungen Wissenschaftler*innen für junge Wissenschaftler*innen“ bewerben. Dieses Format eines DBG-getragenen Workshops zur Förderung junger Pflanzenwissenschaftler soll durch eine kleine Gruppe Graduierter unter der Schirmherrschaft einer wissenschaftlichen Einrichtung organisiert werden, etwa zwei Tage dauern und für etwa 25-40 Teilnehmende ausgerichtet werden. Die DBG stellt dafür jeweils bis zu 5.000 Euro zur Verfügung.

Außerdem kann man sich um die Ausrichtung eines Eduard Strasburger-Workshops zu Hot Topics bewerben.

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Reisekosten-Stipendien

Die Gesellschaft vergibt Reisekostenzuschüsse an Wissenschaftler*innen im frühen Karrierestadium, die mit einem Vortrag oder Poster am Kongress der DBG, der Botanik-Tagung teilnehmen. Antragstermine und Modalitäten werden den Mitgliedern jeweils im Newsletter und im Intranet bekannt gegeben.

Auslandskontakte (RISE)

Die Gesellschaft unterstützte viele Jahre lang das RISE-Programm (Research Internship in Science and Engeneering) des Deutsch Akademischen Austauschdienstes (DAAD): junge Nachwuchskräfte aus Übersee oder Großbritannien forschen mehrere Wochen gemeinsam mit Doktorandinnen und Doktoranden an einer deutschen Hochschule. Deutsche können sich auch für Praktika in Nordamerika bewerben.

Momentan keine Beteiligung der DBG.

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Preisträgerinnen und Preisträger des Preises für die beste Veröffentlichung

Folgende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhielten den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung. Die Wilhem Pfeffer-Stiftung verleiht diese Auszeichnung im zwei-Jahres-Turnus für Veröffentlichungen, die aus einer Master-, Diplom- oder Doktorarbeit hervorgingen.

Preisträgerin Preisträger

Award Winner

Titel der Arbeit
Referenz

Title

Jahr

Year

Dr. Katharina Bursch

Bursch, K., Toledo-Ortiz, G., Pireyre, M., Lohr, M., Braatz, C., Johansson, H. (2020):  
Identification of BBX proteins as rate-limiting cofactors of HY5. Nature Plants, 6, 921–928. DOI: https://doi.org/10.1038/s41477-020-0725-0
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2021

Dr. Norbert Bittner

Bittner, N., Hundacker, J., Achotegui-Castells, A., Anderbrant, O., Hilker, M. (2019): Defense of Scots pine against sawfly eggs (Diprion pini) is primed by exposure to sawfly sex pheromones. PNAS, 116, 24668-24675. DOI: https://doi.org/10.1073/pnas.1910991116
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2020

Dr. Jutta Baldauf

Baldauf J.A., C. Marcon, A. Lithio, H. Schoof, D. Nettleton, F. Hochholdinger (2018): Single-Parent Expression is a general mechanism driving extensive complementation of non-syntenic genes in maize hybrids. Current Biology 28, 431–437. DOI: https://doi.org/10.1016/j.cub.2017.12.027
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2019

Dr. Aleksandra Sapala

Sapala A., A. Runions, A.-L. Routier-Kierzkowska, M. Das Gupta, L. Hong, H. Hofhuis, S. Verger, G. Mosca, C.-B. Li, A. Hay, O. Hamant, A.H.K. Roeder, M. Tsiantis, P. Prusinkiewicz, R. S. Smith (2018): Why plants make puzzle cells, and how their shape emerges. eLife. DOI: https://doi.org/10.7554/eLife.32794
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2019

Dr. Katja Meyer

Meyer K., T. Köster, C. Nolte, C. Weinholdt, M. Lewinski, I. Grosse, D. Staiger (2017): Adaptation of iCLIP to plants determines the binding landscape of the clock-regulated RNA-binding protein AtGRP7. Genome Biology 18, 204.
https://doi.org/10.1186/s13059-017-1332-x
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2018

Dr. Max Lauterbach

Lauterbach, M., Schmidt, H., Billakurthi, K., Hankeln, T., Westhoff, P. Gowik, U., Kadereit, G (2017): De novo Transcriptome Assembly and Comparison of C3, C3-C4, and C4 Species of Tribe Salsoleae (Chenopodiaceae). Front. Plant Sci. 8, 1939. https://doi.org/10.3389/fpls.2017.01939  
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2018

Dr. Meret Huber

M. Huber, J. Epping, C. Schulze Gronover, J. Fricke, Z. Aziz, T. Brillatz, M. Swyers, T.G. Köllner, H. Vogel, A. Hammerbacher, D. Triebwasser-Freese, C. A. M. Robert, K. Verhoeven, V. Preite, J. Gershenzon, M. Erb (2016): A Latex Metabolite Benefits Plant Fitness under Root Herbivore Attack. Plos Biology. doi: 10.1371/journal.pbio.1002332

2016 [1]

Dr. Bettina Ohse

Ohse B, Hammerbacher A, Seele C, Meldau S, Reichelt M, Ortmann S, Wirth C (2016) Salivary cues: Simulated roe deer browsing induces systemic changes in phytohormones and defense chemistry in wild-grown maple and beech saplings. Functional Ecology. doi: 10.1111/1365-2435.12717

2016 [1]

Dr. Maria Will

Will M and Claßen-Bockhoff R (2014): Why Africa matters: evolution of OldWorld Salvia (Lamiaceae) in Africa. Annals of Botany 114: 61–83 doi: 10.1093/aob/mcu081

2014
[1]

Dr. David Heckmann

Heckmann D, Schulze S, Denton A, Gowik U, Westhoff P, Weber APM, Lercher MJ (2013): Predicting C4 Photosynthesis Evolution:
Modular, Individually Adaptive Steps on a Mount Fuji Fitness Landscape. Cell, 153, 1579–1588. doi: 10.1016/j.cell.2013.04.058

2014
[1]

Dr. Katharine G. Rascher
&
Christine Hellmann

Katherine G. Rascher, Christine Hellmann, Cristina Máguas, Christiane Werner (2012): Community scale 15N isoscapes: tracing the spatial impact of an exotic N2-fixing invader. Ecology Letters 15: 484–491. doi: 10.1111/j.1461-0248.2012.01761.x

2012 [4]

Dr. Michelle Ast
&
Dr. Ansgar Gruber

M. Ast, A. Gruber, S. Schmitz-Esser, H. E. Neuhaus, P. G. Kroth, M. Hoern & I. Haferkamp (2009): Diatom plastid depend on nucleotide import from the cytosol. PNAS 106, 3621-3626.

2010 [3]

Dr. Katharina Bräutigam

K. Bräutigam, L. Dietzel, T. Kleine, E. Ströher, D. Wormuth, K.-J. Dietz, D. Radke, M. Wirtz, R. Hell, P. Dörmann, A. Nunes-Nesi, N. Schauer, A. R. Fernie, S. N. Oliver, P. Geigenberger, D. Leister, T. Pfannschmidt (2009): Dynamic plastid redox signals integrate gene expression and metabolism to induce distinct metabolic states in photosynthetic acclimation in Arabidopsis“ Plant Cell 21, 2715-2732.

2010 [2]

Dr. Jyothilakshmi Vadassery

Vadassery J, Ranf, S. Drzewiecki, C, Mithöfer A, Mazars, C, Scheel, D, Lee, J. Oelmüller R (2009): “A cell wall extract from the endophytic fungus Piriformospora indica promotes growth of Arabidopsis seedlings and induces intracellular calcium elevation in roots”. Plant Journal 59, 193-206.

2010 [1]

Dr. Susanne Horn

S. Horn, K. Ehlers, G. Fritzsch, M.C. Gil-Rodriguez, C. Wilhelm & R. Schnetter (2007): Synchroma grande spec. Nov (Synchromophyceae class. Nov. Heterokontophyta): An Amoeboid Marine Alga with Unique Plastid Complexes. Protist 158, 277-293, 2007

2008 [2]

Dr. Holger Kreft

H. Kreft & W. Jetz (2007): Global Patterns and determinants of vascular plant diversity. PNAS, 104: 5925-5930.

2008 [2]

Dr. Uwe Simon,
Tübingen

"The intercellular biotrophic leaf pathogen Cymadothea trofolii locally degrades pectins, but not cellulose or xyloglyucan in the cell walls of Trifolium repens"
New Phytologist 165, 243-260, 2005

2006 [1]

Dr. Eva Nowack,
Köln

E.C.M. Nowack, B. Podola, M. Melkonian: "The 96-well Twin-Layer System:  A novel Approach in the Cultivation of Algae"
Protist 156, 239-251, 2005

2006 [1]

[1] ausgezeichnet mit / awarded with 500,- €
[2] ausgezeichnet mit / awarded with 1.000,- €
[3] ausgezeichnet mit jeweils / awarded with 1.000,- € each
[4] ausgezeichnet mit jeweils / awarded with 250,- € each

Eduard Strasburger-Preis der DBG

Mit dem Strasburger-Preis wird alle zwei Jahre eine hervorragende und originelle Leistung eines promovierten Wissenschaftlers oder einer promovierten Wissenschaftlerin aus dem Gesamtbereich der Botanik ausgezeichnet.

Der Preis wird vom Verlag Springer Spektrum bereitgestellt, der diese Stiftung vom Gustav Fischer Verlag übernahm. Die Stiftung wurde aus Anlass der 100jährigen Wiederkehr des Erscheinens der ersten Auflage des "Lehrbuchs der Botanik für Hochschulen" von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck und A. F. Wilhelm Schimper aus dem Jahr 1894 eingerichtet.

Jury

Die Auswahl des/der Preisträgers/in erfolgt durch eine Jury. Diese besteht aus den Autoren der zum Bewerbungstermin um den Strasburger-Preis in Planung befindlichen Auflage des Strasburgers "Lehrbuch der Botanik" sowie dem Präsidenten der DBG und dem Biologielektor von Springer Spektrum.

Der Preis wird seit 1994 von der Deutschen Botanischen Gesellschaft e.V. (DBG) gemäß der Satzung (pdf-file, 0,1 MB) verliehen.

Der Preis umfasst

  • einer Urkunde mit dem Namen des/der Preisträgers/in, dem Titel der preisgekrönten Arbeit und der Unterschrift des Präsidenten der DBG sowie
  • ein Preisgeld von 2.500 Euro.

Der Preis wird während der Eröffnungssitzung der Jahrestagung der DBG (Botanikertagung) vom Vorsitzenden vergeben.

Nachwuchskräfte vorschlagen

Kandidatinnen und Kadnidaten für den Strasburger-Preis können von allen habilitierten Mitgliedern der DBG benannt werden. Der/Die Preisträger/in darf das 35. Lebensjahr bei Einreichung der Bewerbung noch nicht vollendet haben. Die Vorschläge müssen jeweils bis zum 1. Dezember des einer DBG-Tagung vorausgehenden Jahres bei Springer Spektrum eingereicht werden. Eine Eigenbewerbung ist nicht möglich. Weitere Einzelheiten über die Bewerbungsmodalitäten sind in der Satzung (pdf) angegeben.

Termine und Ausschreibung

Die Ausschreibung des Preises erfolgt auf der Website der DBG.

Preiträgerinnen und Preisträger des Strasburger-Preises

Die DBG verleiht den 1994 vom Spektrum Akademischer Verlag (nun Springer-Spektrum) gestifteten Eduard-Strasburger Preis im zwei-Jahres-Turnus für eine herausragende botanische Arbeit einer oder eines Promovierten. Folgende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhielten diese Auszeichnung bislang:

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Förderpreis der Horst Wiehe-Stiftung

Der Horst Wiehe-Preis wird alle zwei Jahre für eine herausragende wissenschaftliche Arbeit über ein ausschliesslich botanisches Thema verliehen. Berücksichtigt werden nur Arbeiten junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bis zur erfolgten Habilitation oder hervorragende Dissertationen.

Der Preis besteht aus:

  • Einer Urkunde, die den Namen des/der Preisträgers/in sowie den Titel der preisgekrönten Arbeit enthält und vom Präsidenten der Gesellschaft unterzeichnet ist.
  • Aus einem Geldbetrag von Euro 1.500,- (eintausendfünfhundert). Mit dem Anwachsen des Stiftungskapitals kann der Betrag schrittweise erhöht werden

Der Preis kann auf zwei Preisträger*innen verteilt werden.

Stiftungsgründer

Der Braunschweiger Horst Wiehe hat der DBG einen Gesamtbetrag in Höhe von 50.000 DM (25.564,50 Euro) gestiftet, aus dem der Horst Wiehe-Förderpreis verliehen werden soll. Der Gesamtvorstand hat am 2.10.1990 der Annahme der Stiftung zugestimmt, für welche Horst Wiehe eine Satzung vorgegeben hat.

Preiträgerinnen und Preisträger des Horst Wiehe-Preises

Die DBG verleiht den Horst Wiehe-Preis im zwei-Jahres-Turnus für eine herausragende Dissertation. Folgende Wissenschaftler erhielten diese Auszeichnung bislang:

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Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit

Einmal jährlich verleiht die DBG einen Preis für die „beste“ botanische Master-Arbeit, die an jeder der daran teilnehmenden Hochschulen abgegeben wurde. Der Preis umfasst eine Urkunde und ein Preisgeld in Höhe von 100 Euro.

Bewerbungs- und Vergabemodus

Dazu reichen die Antragstellenden ihre Arbeit an den an jeder Hochschule genannten Repräsentanten der DBG ganzjährig ein. Dieser entscheidet gemeinsam mit weiteren botanisch interessierten Hochschullehrenden derselben Hochschule im Oktober, welches die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit eines Jahres ist. Vor Ort wird auch entschieden, wie dieser Preis überreicht wird, etwa während der Jahresfeier der Fakultät, im Laufe einer Absolventenfeier oder im persönlichen Gespräch. Die ausgezeichneten Arbeiten werden mit Namen, Thema und einer knappen Zusammenfassung im Internetauftritt der DBG genannt werden.

Veröffentlichung einer Zusammenfassung

Die auf der Website der DBG zu veröffentlichende schriftliche Zusammenfassung der mit dem Preis ausgezeichneten Master-Arbeit soll neben dem Namen des Preisträgers/der Preisträgerin und dem Titel der ausgezeichneten Arbeit einen einleitenden Satz enthalten, ein bis zwei Sätze zur Methodik und dann die Ergebnisse in wenigen Sätzen allgemeinverständlich zusammenfassen und mit einem kleinen Fazit bzw. Ausblick enden. Im Internet haben wir außerdem die Möglichkeit, dies mit dem einem bis zwei Grafiken als „Appetizer“ zu ergänzen. Bitte nennen Sie auch einen Link unter dem die Arbeit im Web zu finden ist, damit interessierte Leser tiefer in die Materie einsteigen können. Bitte schicken Sie den Text als Word-Dokument und die Bilder als Originale innerhalb von vier Wochen an die folgende Adresse: masterarbeit[at]deutsche-botanische-gesellschaft.de 

Preiträgerinnen und Preisträger

Seit dem Jahr 2014 verleiht die Deutsche Botanische Gesellschaft jedes Jahr Preise für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an jeder der daran teilnehmenden Hochschule vergeben wird. Folgende Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher erhielten diese Auszeichnung bislang:

Christodoulos Filippis

Christodoulos Filippis erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt im Jahr 2014 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Untersuchungen zur Rolle von PaRCF1 und PaRCF2 bei der Organisation von Atmungskettensuperkomplexen bei Podospora anserina’ "

Wie er herausfand, ist das Protein PaRCF1 essentiell für die Bildung Komplex-IV-enthaltender Superkomplexe in dem Pilz Podospora anserina

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Sophie Steinhagen

Lichtmikroskopische Aufnahmen von Cryptochlora perforans: Abgebildet ist das amöboide, frei bewegliche Stadium in differentiellem Interferenzkontrast. Erkennbar sind die aus Zellplasma bestehenden Pseudopodien, welche sich zur Nahrungsaufnahme ins Medium erstrecken und der Ortsveränderung dienen (Maßstab 20 µm). Aufnahme: Reinhard Schnetter, Uni Gießen

Sophie Steinhagen erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Justus-Liebig-Universität Gießen im Jahr 2014 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Ultrastructure of cells of Cryptochlora perforans (Chlorarachniophyta)"

Ihr gelang der erste Nachweis des zusätzlichen Zellkerns in der grünen Amöbe Cryptochlora perforans

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Christian Köttig

Christian Köttig erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Technischen Universität München im Jahr 2014 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Redoxregulation von Proteinphosphatasen des Typs 2C"

Er untersuchte die Redoxregulation der Proteinphosphatasen ABI1, ABI2, HAB1 und PP2CA durch Wasserstoffperoxid

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Maximilian Lauterbach

Max Lauterbach fotografiert Zygophyllum botulifolium in der Nähe von Toorberg im südafrikanischen Breede River District. Foto: Dirk Bellstedt.

Maximilian Lauterbach erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Jahr 2014 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Wüsten-Pflanzen der Gruppe Zygophyllum s.l. zeigen enorme Vielfalt und evolutionäre Flexibilität in ihrer Blattanatomie"

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Florian Ulm

1. Corema album, ein natives Heidekrautgewächs, in dieser Arbeit als Bioindikator verwendet. 2. Acacia longifolia, eine invasive Leguminose aus Australien. 3. Das Primärdünensystem im Süden von Portugal (Pinheiro da Cruz, N 38°15.2’ W 8°45.8’). Zu sehen ist das Ökosystem ohne Invasion. Fotos: Florian Ulm.

Florian Ulm erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Kaiserslautern im Jahr 2014 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Below ground processes of a native and an invasive legume as a driver for nitrogen distribution on community scale"

Weil er beschrieb, wie Veränderungen in der Rhizosphäre den Erfolg einer pflanzlichen Invasion beeinflussen

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Sebastian Wittek

Modifizierung zelleigener Plastiden in Prosoaulax. A Transmissionselektronische (TEM) Aufnahme einer Zelle im Nahrungsüberfluss mit reduzierten Plastiden (rP) und Nahrungsvakuolen (Nv). B Lichtmikroskopische (LM) Aufnahme einer Zelle im Nahrungsüberfluss. C Detailaufnahme eines reduzierten Plastiden. D TEM Aufnahme einer Zelle in Nahrungsknappheit mit stark vergrößerten Plastiden (P). E LM Aufnahme einer Zelle mit stark vergrößerten Plastiden. F Detailaufnahme eines stark vergrößerten Plastiden. Aufnahmen: Sebastian Wittek.

Sebastian Wittek erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität zu Köln im Jahr 2014 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Prosoaulax – A Dinoflagellate with Mysterious Plastids"

Er zeigte, dass manche mixotrophe Prosoaulax-Dinoflagellaten ihre Plastiden nutzen um Nahrungsmangel zu überbrücken.

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Klaus Herburger

Lichtmikroskopische Aufnahmen (DIC) von Zellfilamenten einiger der im Rahmen der Masterarbeit untersuchten streptophytischen Grünalgen. (a) Klebsormidium crenulatum, (b) Klebsormidium nitens „Bot. Garden II“, (c) Zygnema sp. „Saalach“ und (d) Zygnema sp. „Elmau-Alm“. Maßstabbalken = 20 µm. Aufnahmen: Klaus Herburger

Klaus Herburger erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck im Jahr 20xx erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Zellwandkomponenten und ökophysiologische Charakterisierung der streptophytischen Grünalgen Klebsormidium sp. und Zygnema sp."

Der Preisträger stellte die zellulären und physiologischen Anpassungen von Grünalgen an das Landleben dar

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Simon Fraas

Abbildung 1 a: Scanner-Aufbau für Wurzelwachstumsmessung. b: Typische Rohbilder der Wurzeln junger Arabidopsis-thaliana Pflanze. c: Scanner-Aufbau für Hypokotyle. d: Gescanntes Hypokotyl. e-h: Verarbeitungsprozess der Bilder: Ein Rohbild einer Wurzel (e) wird zunächst in eine reine Schwarz-Weiß-Darstellung verwandelt (f), skelettiert (g) und die Wurzellänge anhand des Linienzuges der Mittelachse exakt ermittelt (h). Aufnahmen: Simon Fraas

Simon Fraas erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Hamburg im Jahr 2014 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Hansa-Trace - Ein System zur automatischen Hochdurchsatz-Erfassung der schnellen Wachstumseffekte bei Arabidopsis thaliana L. HEYNH"

Die Software Hansa-Trace misst schnelles Wurzelwachstum und unterstützt Hochdurchsatz-Phänotypisierung

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Marcel Kansy

Marcel Kansy erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Leipzig im Jahr 2014 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Einfluss von Lipiden auf die Struktur und Funktion von Photosystem II"

Wie er herausfand, unterstützen Lipide der Chloroplastenmembran die Struktur und Funktion des Photosystems II oder leiten dessen Auflösung ein

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Frederic D. Schramm

Subzelluläre Lokalisation von Pex12-eGFP-Fusionsproteinen in der Diatomee Phaeodactylum tricornutum. Durch die Lokalisierung des fluoreszenz-markierten Membranproteins Pex12 können die Peroxisomen visualisiert werden. Diese befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur komplexen Plastide, einem charakteristischen Organell der Diatomeen. DIC, Differentialinterferenzkontrast, PAF, Plastidenautofluoreszenz, Overlay, Überlagerung der beiden Fluoreszenzkanäle. Der Maßstabsbalken entspricht 10 µm. Aufnahme: Frederic D. Schramm

Frederic D. Schramm erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Philipps-Universität Marburg im Jahr 2014 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Analysis of the peroxisomal membrane proteome of the diatom Phaeodactylum tricornutum and in vivo localization studies of putative peroxisomal proteins"

Damit gewährte er einen Einblick in das Proteom der Peroxisomen der Kieselalge Phaeodactylum tricornutum

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Verena Lauströer

Experimental set-up: climate chamber and pots for single and competition plants. Photo: Verena Lauströer

Verena Lauströer erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Bielefeld im Jahr 2014 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Influence of mycotrophic degree on growth response for two plant species in single and competition treatments under conditions promoting parasitism by arbuscular mycorrhizal fungi"

New understanding of species-specific reactions dependent on mycotrophy level on AMF induced parasitism-promoting conditions

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Friedrich Kirsch

Friedrich Kirsch erhielt den Preis für die beste botanische Master-Arbeit, die an der Universität Rostock im Jahr 2014 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Integration des cyanobakteriellen Glyceratwegs aus Synechocystis sp. PCC6803 in die Photorespiration von Arabidopsis thaliana"

Er fand einen cyanobakteriellen "Bypass" der pflanzlichen Photorespiration

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09. Sep 2015

Ausgezeichnete Nachwuchsforscher

Der Präsident der DBG, Professor Karl-Josef Dietz, gratulierte den Preisträgern, Dr. Jonas Zimmermann, Dr. Manuel Steinbauer und Dr. Andreas Fleischmann (v.l.n.r)

DBG verleiht drei Wissenschaftspreise

Zur Eröffnung der Botanikertagung 2015 wurden die drei Preise der DBG zur Auszeichnung hervorragender Nachwuchswissenschaftler verliehen:

Eduard Strasburger-Preis 2015
an
Dr. Andreas Fleischmann
Evolution of genome size and chromosome number in the carnivorous plant genus Genlisea (Lentibulariaceae), with a new estimate of the minimum genome size in angiosperms. Ann Bot. 114(8): 1651-1663
mehr in der Pressemitteilung und in der Laudatio (pdf)

Wilhelm Pfeffer-Preis 2015
an
Dr. Manuel Steinbauer
The Effect of Spatial and Environmental Drivers on Patterns in Species Richness and Composition, Dissertation Uni Bayreuth
mehr in der Pressemitteilung und in der Laudatio (pdf)

Horst Wiehe-Preis 2015
an
Dr. Jonas Zimmermann
Design and valuation of DNA-Barcoding high throughput methods for analyzing diatom diversity: a test case along a south-north gradient in Central Europe (Rivers Lusatian Neisse/Oder), Dissertation Uni Giessen
mehr in der Pressemitteilung

RISE

Zehn Jahre lang übernahm die Gesellschaft Patenschaften, um den Austausch junger WissenschaftlerInnen zu fördern. Die DBG unterstützte in dieser Form das RISE-Programm (Research Internship in Science and Engineering) des Deutsch Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in den Jahren 2005 bis 2015, von dem es zwei Varianten gibt:

Gäste in Deutschland

Amerikanische, kanadische und britische Studierende besuchen deutsche Hochschulen und Institute und arbeiten mit hiesigen Doktorandinnen und Doktoranden zusammen. Von der Kooperation profitieren beide. Oder wie es eine Teilnehmerin formulierte: "The internship furthered my career in three major ways."

Deutsche in Nordamerika

Deutsche Studierende können auch ein Projekt während eines Praktikums in Nordamerika realisieren.

Was das Praktikum in Deutschland den Graduierten und den Gästen bringt

Hintergrund zum RISE-Prorgamm des DAAD (s. Actualia 2007)

Wie eine Amerikanerin ihren Aufenthalt hier zusammenfasst: "...an experience of a lifetime"

direkt zum RISE-Programm des DAAD

Learning by doing

Die Hände helfen: Die Amerikanerin Erin Stempinksi war überrascht, wie wenige Worte ausreichen, um ihrem Mentor Eike Mayland-Quellhorst etwas zu erklären. Foto: Volker Wissemann, Universität Gießen

Endlich eine helfende Hand bei der eigenen Doktorarbeit. Was wie ein Traum klingt, ermöglicht der DAAD: Die DBG sponserte viele Jahre jeweils drei RISE-Stipendien für ausländische Studierende, die deutsche Graduierte bei der Forschung unterstützten. Was das für die Beteiligten bringt, beschreibt die Redakteurin der Gesellschaft. Zusätzlich verrät sie Tipps und Tricks, wie man einen Praktikanten für sich gewinnt, denn diese sollte man ein wenig locken.

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16. Okt 2013

Drei ausgezeichnete Nachwuchsforscher

Dr. Adrian Alder analysiert in der Dunkelkammer Intermediate der Strigolacton Biosynthese mit einem Gerät für die Hochleistungs-Flüssigkeits-Chromatographie (HPLC). Foto: Salim Al-Babili, Universität Freiburg

Drei Nachwuchsforschenden verlieh die DBG Preise für ihre hervorragenden Arbieten am Eröffnungstag der Botanikertagung 2013:

Eduard Strasburger-Preis 2013
an
Dr. Adrian Alder
The path from β-carotene to carlactone, a strigolactone-like plant hormone. Erschien in der Zeitschrift Science und ist Teil seiner Dissertation
mehr in der Pressemitteilung und in der Laudatio (pdf)

Wilhelm Pfeffer-Preis 2013
an
Dr. Dominik Großkinsky
Characterisation of Cytokinin mediated Resistance and Biocontrol Effects against Pseudomonas syringae in Arabidopsis and Tobacco. Dissertation an der Uni Graz
mehr in der Pressemitteilung und in der Laudatio (pdf)

Horst Wiehe-Preis 2013
an
Dr. Martin Bringmann
Identification of novel components that connect cellulose synthases to the cytoskeleton
mehr in der Pressemitteilung und in der Laudatio (pdf)

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15. Jul 2013

Ziele und Adressen für Exkursionen und Praktika

Studierende suchen Praktikumsplätze, Dozenten Exkursionsziele. Daher haben wir die Erfahrungen und Ideen von Kolleginnen und Kollegen für Sie zusammengestellt. Die unten stehende Tabelle entstand während der Umfrage unter den DBG-Mitgliedern im Jahr 2012. Die Angaben erfolgen ohne Gewähr. Ergänzungen, Verbesserungen und Präzisierungen sind stets willkommen, damit diese "Keimzelle" der Information sich weiter entwickeln kann. Wir hoffen, Sie mit diesen Informationen zu unterstützen.

Bitte ergänzen oder präzisieren Sie die Liste und schreiben Sie uns eine E-Mail: Exkurs_Prakt[at]deutsche-botanische-gesellschaft.de Herzlichen Dank!

zur Tabelle "Exkursionen und Praktika" (pdf)

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Christoph Hahn

Viele Grünkohlsorten unterscheiden sich sowohl in Farbe, Form und Krausheit ihrer Blätter als auch in Wuchshöhe und -form. Foto: Christoph Hahn, Vera Mageney

Christoph Hahn erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Oldenburg im Jahr 2015 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Die Vielfältigkeit von Grünkohl: Untersuchung des Glucosinolatgehaltes und Analyse von Verwandtschaftsverhältnissen"

Die Arbeit vergleicht den Gehalt von fünf Glucosinolaten in 25 verschiedenen Grünkohlsorten mit deren Verwandtschaftsbeziehungen. Sie verdeutlichen die Diversität von Grünkohl und die Bedeutung eines umfassenden Genpools für die Züchtung neuer Sorten.

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Eva Laura von der Heyde

Lichtmikroskopische Aufnahme der Alge Volvox carteri während der embryonalen Zellteilungen (links) und im adulten Stadium (rechts). Die vielzelligen Grünalgen besitzen zwei verschiedene Zelltypen. An der Kugeloberfläche befinden sich etwa 2000 kleine, somatische Zellen (Körperzellen), welche sowohl einfache „Augen“, als auch je zwei Flagellen zur Fortbewegung besitzen. Die einzelnen somatischen Zellen sind den einzelligen Vorfahren der Volvocales vermutlich sehr ähnlich. Innerhalb der Sphäroide befinden sich deutlich größere, reproduktive Zellen, die sich durch eine Reihe von Zellteilungen zu den Tochtersphäroiden der nächsten Generation entwickeln. Foto: Eva L. von der Heyde

Eva Laura von der Heyde erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Bielefeld im Jahr 2015 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Untersuchung artspezifischer Genfamilien in Volvox carteri"

Sie identifizierte und untersuchte diejenigen Genfamilien der vielzelligen Grünalge Volvox carteri, die im Laufe der Evolution von einzelligen Organismen zu Vielzellern neu entstanden sind und die somit für vielzelliges Leben von entscheidender Bedeutung sein könnten.

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Christoph Tim Krannich

Christoph Tim Krannich erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Rostock im Jahr 2015 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Rolle des Ethylensignalweges im Hinblick auf Trockentoleranz und Lagerung von Kartoffeln"

Molekulare SSR-Marker für die praktische Züchtung wurden entwickelt und an zwei Kartoffelsortimenten getestet, wobei ein Marker signifikant mit Trockentoleranz assoziiert war.

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Franziska Walther

Der Erstfund von Mazus pumilus in Deutschland wächst in Pflasterfugen der Frankfurter Innenstadt. Foto: K. Stich

Franziska Walther erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Goethe-Universität Frankfurt im Jahr 2015 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Flora und Vegetation von Pflasterfugen in Frankfurt am Main"

Auf nur 1 % der Stadtfläche fand sie fast ein Viertel aller bislang für Frankfurt am Main gemeldeten Sippen auch in Fugen, darunter ein spontanes Vorkommen von Mazus pumilus, der Erstfund dieser Sippe in Deutschland.

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Stefanie Jung

Stefanie Janine Jung erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Justus-Liebig-Universität Gießen im Jahr 2015 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Salztoleranz und genetische Variabilität von Prunus serotina Ehrh."

Wie sie herausfand, kann der Erfolg der invasiven Pflanze nicht durch eine erhöhte Salztoleranz erklärt werden, obwohl die Spätblühende Traubenkirsche in verschiedenen Entwicklungsstadien unterschiedlich tolerant gegenüber salzhaltigen Aerosolen ist.

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Johanna Kozak

Schnitt und Grundriss des Transekts im Untersuchungsgebiet Brüeltobel, Appenzeller Alpen- mit Angabe der Pflanzengrößen (y-Achse). Grafik: Johanna Kozak

Johanna Kozak erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Technischen Universität München (TUM) im Jahr 2015 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Zwergwüchsige, subalpine Nadelwälder auf Permafrostlinsen unterhalb der Baumgrenze in den Schweizer Alpen"

Die erste pflanzensoziologische Analyse der zwergwüchsigen Pflanzen deutet auf zwei verschiedene Gesellschaftsausprägungen hin, die nun weiter analysiert werden können.

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Barbara Jakobs

Barbara Jakobs erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Konstanz im Jahr 2015 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Charakterisierung der physiologischen Funktion der mitochondrialen Protease DEG10 in Arabidopsis thaliana"

Sie belegte mit einer Kombination physiologischer genetischer Analysen erstmals, dass das Protein DEG10 eine wichtige Rolle für das Wurzelwachstum in der Ackerschmalwand spielt, insbesondere bei Temperaturstress.

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28. Jan 2016

DBG würdigt beste Master-Arbeiten

Die Deutsche Botanische Gesellschaft hat die Preise für die besten pflanzenwissenschaftlichen Master-Arbeiten des vergangenen Jahres verliehen, deren Kurzfassungen nun auf der Website stehen. Neben den Namen der Preisträgerinnen und Preisträger sind auch die Titel und die Zusammenfassungen der Ergebnisse abrufbar. Die Arbeiten entstanden an sieben Universitäten:

  • Wie Glucosinolatgehalte und Verwandtschaft verschiedener Grünkohlsorten zusammenhängen
  • Warum sich der Erfolg der invasiven Prunus serotina nicht durch höhere Salztoleranz erklären lässt, obwohl die Spätblühende Traubenkirsche in verschiedenen Entwicklungsstadien unterschiedlich tolerant gegenüber salzhaltigen Aerosolen ist
  • Die erste pflanzensoziologische Analyse der zwergwüchsigen Nadelhölzer im schweizer „Hexenwäldli“ lieferte Hinweise auf zwei verschiedene Gesellschaften
  • Welche molekularen SSR-Marker für die praktische Kartoffel-Züchtung entwickelt wurden und was der Test an zwei Kartoffelsortimenten ergab
  • In Frankfurts Pflasterfugen kommen auf 1 % der Stadtfläche nicht nur fast ein Viertel aller bislang in der Stadt gemeldeten Sippen vor, dort ist eine Pflanze erstmals auch in Deutschland nachgewiesen worden
  • In der vielzelligen Grünalge Volvox carteri sind nun diejenigen Genfamilien charakterisiert, die im Laufe der Evolution von einzelligen Organismen zu Vielzellern neu entstanden sind
  • Erste Belege über die physiologische Funktion der Protease DEG10 zeigt deren Rolle beim Wurzelwachstum in Arabidopsis, insbesondere unter Temperaturstress.
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09. Nov 2016

Nachhaltige Ausgestaltung des „Nachwuchspaktes" erwünscht

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen begrüßt, dass Bund und Länder mit dem Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (sog. „Nachwuchspakt“) die Situation junger Wissenschaftler in Deutschland verbessern und damit das deutsche Wissenschaftssystem im internationalen Wettbewerb stärken möchten. Bei der Ausgestaltung des Nachwuchspaktes komme es jetzt darauf an, die langfristige Wirksamkeit des Programms und seine bestmögliche Passung zu bestehenden erfolgreichen Fördermaßnahmen durch ein wissenschaftsgeleitetes Monitoring sicherzustellen. Für dieses Monitoring sollten rechtzeitig ein Auftrag erteilt und die erforderlichen Ressourcen eingeplant werden. Die Leopoldina veröffentlichte die gemeinsame Stellungnahme der Allianz der Wissenschaftsorganisationen.
Quelle: Leopoldina

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2014

Im Jahr 2014 bewerteten die Repräsentaten der DBG an 13 Hochschulen Master-Arbeiten aus der Botanik und den Pflanzenwissenschaften. Den Preis für die jeweils beste Master-Arbeit des Jahres erhielten (in alphabetischer Reihenfolge):

Philip Albers (FU Berlin):
In vivo regulation of Arabidopsis thaliana CPK5 in plant pathogen defense
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Christodoulos Filippis (Goethe-Universität Frankfurt):
Untersuchungen zur Rolle von PaRCF1 und PaRCF2 bei der Organisation von Atmungskettensuperkomplexen bei Podospora anserina
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Simon Fraas (Universität Hamburg):
Hansa-Trace - Ein System zur automatischen Hochdurchsatz-Erfassung der schnellen Wachstums-effekte bei Arabidopsis thaliana L HEYNH
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Klaus Herburger (Universität Innsbruck):
Zellwandkomponenten und ökophysiologische Charakterisierung der streptophytischen Grünalgen Klebsormidium sp. und Zygnema sp.
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Marcel Kansy (Universität Leipzig):
Einfluss von Lipiden auf die Struktur und Funktion von Photosystem II
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Friedrich Kirsch (Universität Rostock):
Integration des cyanobakteriellen Glyceratwegs aus Synechocystis sp. PCC6803 in die Photorespiration von Arabidopsis thaliana
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Christian Köttig (TU München):
Redoxregulation von Proteinposphatasen des Typs C2
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Verena Lauströer (Universität Bielefeld):Influence of mycotrophic degree on growth response for two plant species in single and competition treatments under conditions promoting parasitism by arbuscular mycorrhizal fungimore in the summary with images

Maximilian Lauterbach (Johannes Gutenberg-Universität Mainz):
Phylogeny and biogeography of Zygophyllum s.l. (Zygophyllaceae)
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Frederic Schramm (Philipps-Universität Marburg):
Analysis of the peroxisomal membrane proteome of the diatom Phaeodactylum tricornutum and in vivo localization studies of putative peroxisomal proteins
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Sophie Steinhagen (Justus-Liebig-Universität Giessen):
Ultrastruktur der Zellen von Cryptochlora perforans (Chlorarachniophyta)
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Florian Ulm (TU Kaiserslautern):
Below ground processes of a native and an invasive legume as a driver for nitrogen distribution on community scale
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Sebastian Wittek (Universität zu Köln):
Prosoaulax, a dinoflagellate with mysterious plastids
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2015

Im Jahr 2015 bewerteten die Repräsentaten der DBG an sechs Hochschulen Master-Arbeiten aus der Botanik und den Pflanzenwissenschaften. Den Preis für die jeweils beste Master-Arbeit des Jahres erhielten (in alphabetischer Reihenfolge):

Christoph Hahn (Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg):
Die Vielfältigkeit von Grünkohl: Untersuchung des Glucosinolatgehaltes und Analyse von Verwandtschaftsverhältnissen
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Barbara Jakobs (Universität Konstanz):
Charakterisierung der physiologischen Funktion der mitochondrialen Protease DEG10 in Arabidopsis thaliana
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Stefanie Jung (Justus-Liebig-Universität Gießen):
Salztoleranz und genetische Variabilität von Prunus serotina Erh.
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Johanna Kozak (Technische Universität München):
Zwergwüchsige, subalpine Nadelwälder auf Permafrostlinsen unterhalb der Baumgrenze in den Schweizer Alpen
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Christoph Tim Krannich (Universität Rostock):
Rolle des Ethylensignalweges im Hinblick auf Trockentoleranz und Lagerung von Kartoffeln
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Franziska Walther (Goethe-Universität Frankfurt):
Flora und Vegetation von Pflasterfugen in Frankfurt am Main
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Eva Laura von der Heyde (Universität Bielefeld):
Untersuchung artspezifischer Genfamilien in Volvox carteri
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Paulina Anna Zigelski

Phänotypische Vielfalt von Syzygium guineense (s.l.) S. benguellense (mitte links) und S. cordatum (oben rechts). Diese morphologische Diversität ist eine Folge der Anpassung an verschiedene Habitate des südlichen Afrika, z.B. Flüsse, Schwemmflächen, offene Grasländer, mehr oder weniger offene Wälder und Gebirge. Fotos: Paulina Zigelski

Paulina Anna Zigelski erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Hamburg im Jahr 2016 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Molekulare Biogeographie des Syzygium guineense Komplexes: Wie Umwelt und Genetik die ‚Suffrutizierung‘ in Afrikas Miombo Region bedingen"

Erstmals wurden die Ursprünge der „unterirdischen Bäume“ im südlichen Afrika anhand einer Model-Art im Detail untersucht: Bei ihrer Entstehung spielen genetische und ökologische Faktoren eine tragende Rolle.

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Dominika Kundel (Universität Konstanz)

Dominika Kundel nimmt die Wachstumsparameter auf. Foto: Andreas Basler, Forschungsinstitut für biologischen Landbau Schweiz (FiBL)

Dominika Kundel erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Konstanz im Jahr 2016 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Auswirkung der Applikation von Bio-Effektoren auf das Wachstum von Mais und Effekt von Bio-Effektoren auf die Gemeinschaft der Wurzel assoziierten arbuskulärer Mykorrhiza Pilze."

Bio-Effektoren wie pflanzliche Extrakte und kleinste Bodenlebewesen könnten die Düngerpraxis verbessern und damit die Landwirtschaft. Der eingesetzte qPCR-Ansatz bewährte sich und kann zur Quantifizierung verschiedener arbuskuläre Mykorrhizapilze Arten angewendet werden.

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2016

Im Jahr 2016 bewerteten die Repräsentaten der DBG an den teilnehmenden Hochschulen Master-Arbeiten aus der Botanik und den Pflanzenwissenschaften. Den Preis für die jeweils beste Master-Arbeit des Jahres erhielten (in alphabetischer Reihenfolge):

Herbert Braunschmid (Universität Salzburg)
Divergent floral traits and pollinators of Cypripedium calceolus L.
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Ina Burghardt (Goethe Universität Frankfurt)
Der Einfluss drei plastidärer Immunophiline auf die Lichtanpassung von Arabidopsis thaliana.
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Dominika Kundel (Universität Konstanz)
Auswirkung der Applikation von Bio-Effektoren auf das Wachstum von Mais und Effekt von Bio-Effektoren auf die Gemeinschaft der Wurzel assoziierten arbuskulärer Mykorrhiza Pilze.
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Laura Mosebach (Universität Münster)
Regulation des photosynthetischen Elektronen Transports in Chlamydomonas reinhardtii in Abhängigkeit von PGRL1 und PGR5
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Wilena Telman (Universität Bielefeld)
Zur Funktion des 2-Cystein Peroxiredoxins und des Cyclophilin 20-3 innerhalb des Redox-regulatorischen Netzwerks von A. thaliana.
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Paulina Anna Zigelski (Universität Hamburg)
“Molekulare Biogeographie des Syzygium guineense Komplexes: Wie Umwelt und Genetik die ‚Suffrutizierung‘ in Afrikas Miombo Region bedingen“
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Laura Mosebach Universität Münster

Der photosynthetische Apparat. Linearer Elektronentransport (LEF), cyclischer Elektronentransport (CEF) und die Funktion des transmembranen Protonengradienten. Elektronentransfer und Protonentranslokation sind gekoppelt, sodass LEF und CEF zur Bildung des Protonengradienten beitragen. LEF beinhaltet Wasserspaltung und NADPH Produktion. Der Protonengradient treibt ATP Synthese, induziert nicht-photochemisches Quenching (qE) und übt photosynthetische Kontrolle aus. LHC = Lichtsammelkomplex; PS = Photosystem; Cyt b6f = Cytochrom b6f Komplex; PC = Plastocyanin; FDX = Ferredoxin; FNR = FDX:NADP+ Reduktase; ATPase = CF1-F0-ATP-Synthase; PGRL1 = PGR5-ähnlicher photosynthetischer Phänotyp; PGR5 = Protonengradient Regulation 5. Oben links: Chlamydomonas reinhardtii Quelle der Algenzelle: Pflanzenforschung.de (http://www.pflanzenforschung.de/de/themen/pflanzen-im-fokus/chlamydomonas/) Grafik: Laura Mosebach

Laura Mosebach erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Münster im Jahr 2016 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Regulation des photosynthetischen Elektronen Transports in Chlamydomonas reinhardtii in Abhängigkeit von PGRL1 und PGR5

Die Proteine PGRL1 und PGR5 tragen möglicherweise zur Bindung der Ferredoxin:NADP+ Reduktase (FNR) an die Thylakoidmembran der Alge bei, an der der photosynthetische Elektronentransport stattfindet

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Ina Burghardt (Goethe Universität Frankfurt)

State I-State II-Transition-Messungen der fkbp-Mutante. Pflanzen wurden in State I gebracht. Danach wurde die Antennenbewegung als Quotient der aktuellen Maximalfluoreszenz / Start-Maximalfluoreszenz über die Zeit als Falschfarbenbild (links, nach 10 min) oder graphisch (rechts) dargestellt. Grafik: Ina Burghardt

Ina Burghardt erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Goethe-Universität Frankfurt im Jahr 2016 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Der Einfluss drei plastidärer Immunophiline auf die Lichtanpassung von Arabidopsis thaliana."

Für plastidäre Immunophiline des FKBP-Typs wird eine Rolle in der Assemblierung und Regulation von Photosynthese-Komplexen vermutet. In dieser Arbeit zeigte sich, dass eine Null-Mutation eines dieser Gene zum Verlust der Bewegung der Hauptlichtsammelantenne (LHC II) führt, obwohl die dafür zuständige STN7-Kinase aktiv ist.

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Wilena Telman (Universität Bielefeld)

Wilena Telman erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Bielefeld im Jahr 2016 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Zur Funktion des 2-Cystein Peroxiredoxins und des Cyclophilins 20-3 innerhalb des Redox-regulatorischen Netzwerks von A. thaliana"

Wie die Arbeit zeigt, beeinflusst das chloroplastidäre 2-CysPrx-Cyp20-3-Modul die Redox-, Protein- und Thiolhomöostase bei der zellulären Stressanpassung.

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Herbert Braunschmid (Universität Salzburg)

Gemessene Blütenmerkmale: Länge und Höhe des Labellums; Breite der zentralen Öffnung (a) und Höhe des hinteren Ausgangs (b, mit einer Biene, die den Ausgang verlässt). Foto: Herbert Braunschmid

Herbert Braunschmid erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Salzburg im Jahr 2016 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Divergierende Blütenmerkmale und Bestäuber von Cypripedium calceolus L."

Die Arbeit analysiert, ob sich die Blütenmerkmale des Gelben Frauenschuhs (Cypripedium calceolus) wegen des Selektionsdrucks verschiedener Bestäuber auf verschiedenen Höhenstufen unterscheiden.

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12. Feb 2017

Eduard Strasburger-Workshop

Von Nachwuchswissenschaftlern für Nachwuchswissenschaftler

Wenn Sie Postdoc oder Doktorand sind, eine Idee für einen Workshop über eine aktuelle pflanzenwissenschaftliche Thematik mit interdisziplinären Ansätzen haben und eine Plattform für einen lebendigen Austausch von Doktoranden untereinander veranstalten möchten, schicken Sie Ihr Konzept bitte an den Vorstand der DBG, der Ihre Veranstaltung im Rahmen eines Eduard Strasburger-Workshops mit bis zu 5.000 € unterstützt. Bitte wenden Sie sich jederzeit an den Präsidenten der DBG. Der zweite Eduard Strasburger-Workshop fand im September 2016 in München statt und hatte den Titel "Phylogenomics - The next generation of evolutionary botany". In ihrer Tagungsnachlese thematisieren die Organisatorinnen Susann Wicke und Dörte Harpke nicht nur die Tagungsschwerpunkte sondern auch die Sorgen der Nachwuchskräfte.

Details im aktuellen Ausschreibungstext (pdf)

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13. Feb 2017

Kostenzuschuss für die Botanikertagung

Die DBG vergibt auch dieses Jahr wieder Zuschüsse für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die mit einem Vortrag oder einem Poster an der Botanikertagung teilnehmen. Sie ist Studierenden sowie nicht voll vergüteten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vorbehalten, die Mitglied der DBG sind.

Reisekostenzuschuss: Details und Antragsformular im Intranet

> erst Mitglied werden

11. Apr 2017

Einladung: Eduard Strasburger Workshop 2017

Im Sommer diskutieren Nachwuchsforscherinnen und -forscher die Themen Kommunikation und Konflikt, die durch zwei Genome in einer Zelle entstehen. Dazu findet am 30. August und 1. September 2017 in Bremen der dritte Eduard-Strasburger Workshop mit dem Titel Two genomes in one cell - communication and conflict statt. Der von der DBG geförderte Workshop dient dem Austausch der Nachwuchskräfte, bringt sie mit etablierten Forschenden zusammen und ermöglicht ihnen in einem geschützten Rahmen ihre wissenschaftlichen Kenntnisse zu diskutieren, zu vertiefen und ihr Netzwerk auszubauen. Anmeldeschluss für das begehrte Format, das von jungen Wissenschatlern der Universitäten Bremen und Oldenburg (Dr. Dawit Girma Tekleyohans, M.Sc. Thomas Nakel, M.Sc. Niklas Buhk) organisiert wird, ist der 31. Juli 2017.

> Poster (pdf-Datei)

> Einladung und Thema (pdf-Datei)

> Anmeldung (pdf-Datei)

> Details auf der Website: http://www.uni-bremen.de/en/molgen/strasburger-2017.html">http://www.uni-bremen.de/en/molgen/strasburger-2017.html

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Posterpreise Botanikertagung 2017

Aus den 235 während der Botanikertagung 2017 in Kiel präsentierten Poster wählten Fach-Jurys die besten aus. Folgende Poster von Nachwuchskräften erhielten eine Urkunde und den Betrag von 135 Euro, weil sich die Gründung der Deutschen Botanischen Gesellschaft in diesem Jahr zum 135ten Mal jährt.

Alle ausgezeichneten Nachwuchstalente und die von ihnen vorgestellten Poster (pdf-Datei)

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12. Feb 2017

Eduard Strasburger-Workshop

Von Nachwuchswissenschaftlern für Nachwuchswissenschaftler

Wenn Sie Postdoc oder Doktorand sind, eine Idee für einen Workshop über eine aktuelle pflanzenwissenschaftliche Thematik mit interdisziplinären Ansätzen haben und eine Plattform für einen lebendigen Austausch von Doktoranden untereinander veranstalten möchten, schicken Sie Ihr Konzept bitte an den Vorstand der DBG, der Ihre Veranstaltung im Rahmen eines Eduard Strasburger-Workshops mit bis zu 5.000 € unterstützt. Bitte wenden Sie sich jederzeit an den Präsidenten der DBG. Der zweite Eduard Strasburger-Workshop fand im September 2016 in München statt und hatte den Titel "Phylogenomics - The next generation of evolutionary botany". In ihrer Tagungsnachlese thematisieren die Organisatorinnen Susann Wicke und Dörte Harpke nicht nur die Tagungsschwerpunkte sondern auch die Sorgen der Nachwuchskräfte.

Details im aktuellen Ausschreibungstext (pdf)

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13. Feb 2017

Kostenzuschuss für die Botanikertagung

Die DBG vergibt auch dieses Jahr wieder Zuschüsse für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die mit einem Vortrag oder einem Poster an der Botanikertagung teilnehmen. Sie ist Studierenden sowie nicht voll vergüteten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vorbehalten, die Mitglied der DBG sind.

Reisekostenzuschuss: Details und Antragsformular im Intranet

> erst Mitglied werden

11. Apr 2017

Einladung: Eduard Strasburger Workshop 2017

Im Sommer diskutieren Nachwuchsforscherinnen und -forscher die Themen Kommunikation und Konflikt, die durch zwei Genome in einer Zelle entstehen. Dazu findet am 30. August und 1. September 2017 in Bremen der dritte Eduard-Strasburger Workshop mit dem Titel Two genomes in one cell - communication and conflict statt. Der von der DBG geförderte Workshop dient dem Austausch der Nachwuchskräfte, bringt sie mit etablierten Forschenden zusammen und ermöglicht ihnen in einem geschützten Rahmen ihre wissenschaftlichen Kenntnisse zu diskutieren, zu vertiefen und ihr Netzwerk auszubauen. Anmeldeschluss für das begehrte Format, das von jungen Wissenschatlern der Universitäten Bremen und Oldenburg (Dr. Dawit Girma Tekleyohans, M.Sc. Thomas Nakel, M.Sc. Niklas Buhk) organisiert wird, ist der 31. Juli 2017.

> Poster (pdf-Datei)

> Einladung und Thema (pdf-Datei)

> Anmeldung (pdf-Datei)

> Details auf der Website: http://www.uni-bremen.de/en/molgen/strasburger-2017.html">http://www.uni-bremen.de/en/molgen/strasburger-2017.html

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25. Okt 2017

PBE2018: Reisestipendien für den Nachwuchs

Der Europäische Dachverband für Pflanzenwissenschaften FESPB (Federation of European Societies of Plant Biology) vergibt Reisestipendien für Nachwuchskräfte, wie beispielsweise den FESPB travel grants for students and post-docs. Dazu müssen sie an einer Universität / einem wissenschaftlichen Institut in einem der Länder arbeiten, aus denen die Mitgliedsgesellschaften der FESPB stammen, etwa Deutschland oder Österreich. Den Stipendiaten winken ein freier Eintritt zum Kongress Plant Biology Europe (PBE) 2018 sowie freie Unterkunft für vier Nächte. Bewerbungsschluss ist der 20. Januar 2018. Die Gewinner werden am 28. Februar bekannt gegeben. Auf der Website sind weitere Stipendien genannt.

zu den Stipendien

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03. Nov 2017

Strasburger-Workshop: Kooperation und Konflikt zweier Genome

Die Teilnehmenden am dritten Workshop zur Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses waren aus mehr als fünf Ländern angereist. Foto: Niklas Buhk

Der 3. Eduard Strasburger Workshop mit dem Titel Two Genomes in one Cell - Communication and Conflict lockte mehr als 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Polyploidie- und Hybridisierungsforschung nach Bremen. Dort thematisierten sie, welche Schwierigkeiten Zellen meistern, die ihre Chromosomensätze mischen oder gar vervielfältigen. Der Workshop fand vom 30. August und 1. September 2017 statt unter der Regie der Nachwuchswissenschaftler Dawit Girma Tekleyohans, Niklas Buhk und Thomas Nakel der Universitäten Oldenburg und Bremen. Die vorwiegend jungen Nachwuchskräfte reisten aus mehreren Nationen an, darunter Deutschland, Österreich, Schweiz, Schweden und Pakistan, was die internationale Relevanz des Themas unterstreicht. Die Organisatoren berichten in ihrer Tagungsnachlese unter anderem über neue Modellpflanzen, einen Genomschock, eine Methode zum Nachweis von drei Eltern und in welcher Weise junge Forschende bevorzugt wurden.

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2017

Im Jahr 2017 bewerteten die Repräsentaten der DBG an mehreren Hochschulen Master-Arbeiten aus Botanik und Pflanzenwissenschaften. Den Preis für die jeweils beste Master-Arbeit des Jahres erhielten bislang (in alphabetischer Reihenfolge):

Anže Žerdoner Čalasan (Ludwig-Maximilians-Universität München)
Morphological, phylogenetic and taxonomic analysis of selected Trachelomonas (Euglenida) strains
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Jan Hendrik Hoerner (Universität Bielefeld)
Allelopathic effects of the invasive plant Erodium cicutarium on agricultural crop plants
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Hannah Elisa Krawczyk (Universität Münster)
Influence of complex-type N-glycosylation on brassinosteroid signaling in Arabidopsis thaliana
mehr in der Zusammenfassung mit Bild

Birte Peters (Universität Salzburg)
Epiphytic bacteria on lettuce affect the feeding behavior of an invasive pest slug
mehr in der Zusammenfassung mit zwei Bildern

Anike Schaller (Universität Kiel)
Untersuchungen zur Rolle von WHIRLY-Proteinen in der Kommunikation zwischen Zellkern und Organellen
mehr in der Zusammenfassung mit Bild

Linda Titkemeier (Carl von Ossietzky-University Oldenburg)
Entwicklung geeigneter Lernhilfen für die Pflanzenbestimmungsübungen
mehr in der Zusammenfassung

Anže Žerdoner Čalasan (Ludwig-Maximilians-Universität München)

Abb. C: Elektronenmikroskopische Aufnahme von Trachelomonas Zellen in verschiedenen ontogenetischen Stadien. Abb. F: Lichtmikroskopische Aufnahme einer Trachelomonas Zelle während des Schlüpfens. Aufnahmen: Anže Žerdoner Čalasan, LMU

Anže Žerdoner Čalasan erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Ludwig-Maximilians-Universität München im Jahr 2017 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Morphologische, phylogenetische und taxonomische Analyse von ausgewählten Trachelomonas (Euglenida) Stämmen"

Anže Žerdoner Čalasan klärte die Identität dreier vor mehr als 100 Jahren beschriebener Taxa von Trachelomonas und konnte dabei auch genetische Informationen zur eindeutigen Artenbestimmung generieren.

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Jan Hendrik Hoerner (Universität Bielefeld)

A) Die Modelpflanze Erodium cicutarium (L.) L’Hér. ex Aiton. B) Die gelappten Kotyledonen sind ein wichtiges Erkennungsmerkmal, welches E. cicutarium von anderen Arten der Gattung unterscheidet. C) Die behaarte und spitze Samenhülse begünstigt Zoochorie. D) Aufwickelnde Granne des trockenen und reifen E. cicutarium Samens. Gelang der Samen auf den Boden, sorgt Feuchtigkeit dafür die spiralförmige Struktur zu entwinden und bohrt den Samen mit der spitzen Samenhülse voran in den Boden. Grafik: Jan Hendrik Hoerner

Jan Hendrik Hoerner erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Bielefeld im Jahr 2017 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Allelopathische Effekte der invasiven Pflanze Erodium cicutarium auf landwirtschaftliche Nutzpflanzen"

Der invasive Reiherschnabel (Erodium cicutarium) verringert die Erntemengen zahlreicher Nutzpflanzen Nordamerikas teils drastisch. Jan Hendrik Hoerner untersuchte, welchen Anteil sogenannte Allelopathika daran haben, also von den Reiherschnäbeln produzierte chemische Substanzen, welche die Entwicklung anderer Pflanzen beeinflusst. Er trennte phenolische Verbindungen auf und zeigte deren wachstumshemmende Wirkung, die sich bereits in sehr geringen Konzentrationen entfaltete.

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Hannah Elisa Krawczyk (Universität Münster)

Hannah Elisa Krawczyk erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster im Jahr 2017 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Einfluss der komplexen N-Glykosylierung auf die Brassinosteroid-Signalweiterleitung in Arabidopsis thaliana"

Hannah Elisa Krawczyk untersuchte, welche Funktionen N-glykosylierte Proteinen in Pflanzen haben. Sie fand nun einen Zusammenhang zwischen der Unfähigkeit komplexe oder hybride N-Glykane im Golgi-Apparat bilden zu können und einer veränderten Sensibilität gegenüber den beiden Pflanzenhormonen Brassinolid (BL) und Abscisinsäure (ABA).

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Birte Peters (Universität Salzburg)

Eine Nacktschnecke Arion vulgaris im Verhaltens-Bioassay mit sterilen Salatblättern, die mit unterschiedlichen Bakterienstämmen beimpft waren. Foto: Birte Peters

Birte Peters erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Salzburg im Jahr 2017 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Epiphytic bacteria on lettuce affect the feeding behavior of an invasive pest slug"

Die Studie zeigt zum ersten Mal, dass natürlich vorkommende Bakterien, die mit der Blattoberfläche von Salatblättern assoziiert sind, einen Einfluss auf das Fressverhalten von Nacktschnecken haben, eines generalistischen Herbivoren.

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Anike Schaller (Universität Kiel)

Um die Entwicklung von Chloroplasten zu unterbinden, wurden Keimlinge von Arabidopsis thaliana auf Medium mit dem Translations-Hemmstoff-Spectinomycin angezogen: A, B Kontrollpflanzen ohne Hemmstoff; C, D Keimlinge mit Hemmstoff. Bilder und copyright: Anike Schaller, Uni Kiel

Anike Schaller erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Jahr 2017 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Untersuchung zur Rolle von WHIRLY-Proteinen in der Kommunikation zwischen Zellkern und Organellen"

Wie Schaller zeigte, führt eine Hemmung der Chloroplastenentwicklung dazu, dass im Zellkern verstärkt Gene aktiv werden, die für mitochondriale Anti-Stress-Proteine wie WHIRLY2 kodieren.

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26. Jan 2018

DBG würdigt beste Master-Arbeiten

Die Uni Bielefeld verlieh Urkunden für die besten Master-Arbeiten des Jahres 2017, darunter für die beste pflanzenwissenschaftliche Masterarbeit, die die Deutsche Botanische Gesellschaft an Jan Hendrik Hoerner verlieh (dritter von rechts). An der Bielefelder Veranstaltung nahmen 13 Fakultäten mit etwa 3.000 Absolventinnen und Absolventen teil. Foto und Copyright: Ch. Weische, Uni Bielefeld am 6.12.2017

Warum invasive Nacktschnecken manche Salatköpfe verschlingen und andere verschmähen war Thema einer der ausgezeichneten Masterarbeiten (kleiner Tipp: es liegt nicht direkt am Salat). Die anderen thematisierten, welche Funktionen N-glykosylierte Proteine in Pflanzen haben, was auf genetischer Ebene passiert, wenn die Entwicklung der Chloroplasten gehemmt wird, oder welche Substanzen einer invasiven Pflanze erhebliche Ernteausfälle verursachen. Und eine Arbeit klärte die Identität dreier schon vor mehr als 100 Jahren beschriebenen Taxa der einzelligen Trachelomonas Algen. Bereits zum vierten Mal hat die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) damit Preise für die besten pflanzenwissenschaftlichen Master-Arbeiten verliehen. Sie gingen dieses Jahr an drei Biologinnen und zwei Biologen an den Universitäten Bielefeld, Münster, Salzburg, Kiel sowie an der Münchner LMU. Die Kurzfassungen der Arbeiten und Bilder stehen nun auf der Website zum Abruf bereit.

Zur Übersicht aller ausgezeichneten MSc Arbeiten

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18. Jan 2018

Neue Einstein-Programme für internationale Spitzenberufungen

Die Einstein Stiftung Berlin ergänzt ihr Förderportfolio um weitere Förderprogramme: Mit Hilfe von „Einstein-Profil-Professuren“ sollen an den Berliner Universitäten zusätzliche Stellen geschaffen werden, die für den Wissenschaftsstandort von strategischer Bedeutung sind. Zur Förderung der Wissenschaftsfreiheit sollen zudem zeitlich befristet „Einstein-Gastprofessuren“ sowie „Einstein Junior Scholarships“ ermöglicht werden.
Quelle: Einstein Stiftung

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20. Feb 2018

Einladung: Eduard Strasburger Workshop Mitochondrien

Vom 17. bis 19. April diskutieren Nachwuchsforscherinnen und -forscher die Funktion der Mitochondrien als Kraftwerke der Pflanze an der Uni Bonn. Anmeldungen für den von der DBG geförderten Eduard-Strasburger Workshop mit dem Titel Power Plants in Plants – Mitochondrial Functions in the Green Lineage sind ab sofort möglich. Die Organisatorinnen, Dr. Stefanie Müller-Schüssele und Dr. Mareike Schallenberg-Rüdinger, freuen sich auf Ihre Anmeldung bis zum 10. März 2018 und einen interessanten Workshop.

> Poster: speakers and schedule (pdf-Datei)

> Anmeldung (Word-dotx-Datei)

> Venue: Bonn University, Institute for Cellular and Molecular Biology (IZMB), Kirschallee 1, 53115 Bonn, Germany

21. Mär 2018

Programm: Eduard Strasburger Workshop Mitochondrien

Das Programm des Eduard-Strasburger Workshops mit dem Titel Power Plants in Plants – Mitochondrial Functions in the Green Lineage ist fertig und informiert über RednerInnen und die Titel der Vorträge sowie über den Tagungsort und den öffentlichen Nahverkehr. Die Organisatorinnen, Dr. Stefanie Müller-Schüssele und Dr. Mareike Schallenberg-Rüdinger, freuen sich auf eine interessante Tagung vom 17. bis 19. April 2018 on Bonn.

> Programm (pdf-Datei)

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Linda Titkemeier (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)

Linda Titkemeier erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg im Jahr 2017 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Entwicklung geeigneter Lernhilfen für die Pflanzenbestimmungsübungen.
Eine Studie zur Erfassung der Kenntnisse von Schülern und Studenten im Bereich Pflanzenaufbau/Artenkenntnis."

Diese Arbeit untersucht erstmals den Wissenszuwachs von Biologiestudierenden durch Pflanzenbestimmungskurse und thematisiert darauf aufbauend Möglichkeiten zur weiteren Lernsteigerung.

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26. Jan 2018

DBG würdigt beste Master-Arbeiten

Die Uni Bielefeld verlieh Urkunden für die besten Master-Arbeiten des Jahres 2017, darunter für die beste pflanzenwissenschaftliche Masterarbeit, die die Deutsche Botanische Gesellschaft an Jan Hendrik Hoerner verlieh (dritter von rechts). An der Bielefelder Veranstaltung nahmen 13 Fakultäten mit etwa 3.000 Absolventinnen und Absolventen teil. Foto und Copyright: Ch. Weische, Uni Bielefeld am 6.12.2017

Warum invasive Nacktschnecken manche Salatköpfe verschlingen und andere verschmähen war Thema einer der ausgezeichneten Masterarbeiten (kleiner Tipp: es liegt nicht direkt am Salat). Die anderen thematisierten, welche Funktionen N-glykosylierte Proteine in Pflanzen haben, was auf genetischer Ebene passiert, wenn die Entwicklung der Chloroplasten gehemmt wird, oder welche Substanzen einer invasiven Pflanze erhebliche Ernteausfälle verursachen. Und eine Arbeit klärte die Identität dreier schon vor mehr als 100 Jahren beschriebenen Taxa der einzelligen Trachelomonas Algen. Bereits zum vierten Mal hat die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) damit Preise für die besten pflanzenwissenschaftlichen Master-Arbeiten verliehen. Sie gingen dieses Jahr an drei Biologinnen und zwei Biologen an den Universitäten Bielefeld, Münster, Salzburg, Kiel sowie an der Münchner LMU. Die Kurzfassungen der Arbeiten und Bilder stehen nun auf der Website zum Abruf bereit.
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20. Feb 2018

Einladung: Eduard Strasburger Workshop Mitochondrien

Vom 17. bis 19. April diskutieren Nachwuchsforscherinnen und -forscher die Funktion der Mitochondrien als Kraftwerke der Pflanze an der Uni Bonn. Anmeldungen für den von der DBG geförderten Eduard-Strasburger Workshop mit dem Titel Power Plants in Plants – Mitochondrial Functions in the Green Lineage sind ab sofort möglich. Die Organisatorinnen, Dr. Stefanie Müller-Schüssele und Dr. Mareike Schallenberg-Rüdinger, freuen sich auf Ihre Anmeldung bis zum 10. März 2018 und einen interessanten Workshop.

> Poster: speakers and schedule (pdf-Datei)

> Anmeldung (Word-dotx-Datei)

> Venue: Bonn University, Institute for Cellular and Molecular Biology (IZMB), Kirschallee 1, 53115 Bonn, Germany

21. Mär 2018

Programm: Eduard Strasburger Workshop Mitochondrien

Das Programm des Eduard-Strasburger Workshops mit dem Titel Power Plants in Plants – Mitochondrial Functions in the Green Lineage ist fertig und informiert über RednerInnen und die Titel der Vorträge sowie über den Tagungsort und den öffentlichen Nahverkehr. Die Organisatorinnen, Dr. Stefanie Müller-Schüssele und Dr. Mareike Schallenberg-Rüdinger, freuen sich auf eine interessante Tagung vom 17. bis 19. April 2018 on Bonn.

> Programm (pdf-Datei)

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07. Sep 2018

Best-Paper-Preis: Empfänger ausgewählt

Dr. Katja Meyer und Dr. Max Lauterbach erhalten den Best Paper-Preis der DBG. Fotos: Janina Lüders (r) und privat

Die DBG zeichnet die beiden Nachwuchswissenschaftler Dr. Katja Meyer (Uni Bielefeld, AG Prof. D. Staiger) und Dr. Max Lauterbach (Uni Mainz, AG Prof. G. Kadereit, nun Australien) mit dem Nachwuchs-Preis für beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung 2018 aus. Meyer passte die iCLIP-Technik (individual nucleotide resolution crosslinking and immunoprecipitation) an Pflanzen an und zeigte im Fachmagazin Genome Biology (DOI: 10.1186/s13059-017-1332-x), dass das RNA-Bindeprotein AtGRP7 tagesrhythmische mRNAs reguliert. Lauterbach verglich im Journal Frontiers in Plant Science (DOI: 10.3389/fpls.2017.01939) fünf Arten von Chenopodien und identifizierte dabei Gene, die bisher in der C4-Photosynthese unbekannt waren. Die beiden Preisträger werden die Urkunden der Wilhelm-Pfeffer-Stiftung der DBG im kommenden Jahr während der Botanikertagung in Rostock entgegen nehmen. Ihre Preisgelder erhalten sie bereits jetzt.

mehr zu den Nachwuchspreisen der DBG

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2018

Im Jahr 2018 bewerteten die Repräsentaten der DBG an den folgenden Hochschulen Master-Arbeiten aus der Botanik und den Pflanzenwissenschaften. Den Preis für die jeweils beste Master-Arbeit des Jahres erhielten (in alphabetischer Reihenfolge):

Benjamin Al (TU München)
Elucidation of the biological significance of post-translational modifications of Arabidopsis TRAPPII tethering complex proteins
mehr in der Zusammenfassung

Mareike Busche (Universität Bielefeld)
Funktionelle Charakterisierung von zwei Flavonolsynthasen und einer Anthocyanidinsynthase aus Musa acuminata
mehr in der Zusammenfassung mit Bild

Michael Gasper (Universität Münster)
Einfluss der Lysin-Deacetylierung auf die Samenkeimungsphysiologie von Arabidopsis thaliana
mehr in der Zusammenfassung mit Bild

Marc Halder (Universität Konstanz)
Untersuchungen zum kompetitiven Vorteil eines funktionsfähigen NPQs in Phaeodactylum tricornutum
mehr in der Zusammenfassung

Stefan Lucius (Universität Rostock):
Charakterisierung des Phänotyps von Arabidopsis-antisense-PGPase-Pflanzen nach Expression cyanobakterieller PGPasen
mehr in der Zusammenfassung

Fabian-Philipp Sylvester (FU Berlin)
Gezieltes „genome editing“ via CRISPR/Cas9 und Charakterisierung von CDPKs in der Stressantwort
mehr in der Zusammenfassung

Fabian-Philipp Sylvester (FU Berlin)

Fabian-Philipp Sylvester erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der FU Berlin im Jahr 2018 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Gezieltes „genome editing“ via CRISPR/Cas9 und Charakterisierung von CDPKs in der Stressantwort"

Diese Arbeit zeigt das große Potential des CRISPR/Cas9-Systems hinsichtlich der Untersuchung von gekoppelt vererbten Isoformen einer Genfamilie, hier anhand eines CDPK Gen-Clusters von Arabidopsis thaliana. Mit diesem System gelang es Sylvester, erstmals auch eine Dreifachmutante, mit einer weiteren CDPK Isoform, zu erzeugen.

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Stefan Lucius (Universität Rostock)

Stefan Lucius erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Rostock im Jahr 2018 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Charakterisierung des Phänotyps von Arabidopsis-antisense-PGPase-Pflanzen nach Expression cyanobakterieller PGPasen"

In dieser Arbeit wurde untersucht, inwieweit die Expression vier potentieller 2-Phosphoglykolat-Phosphatasen (PGPasen) aus dem Cyanobakterium Synechocystis sp. PCC 6803 eine Komplementation des photorespiratorischen Phänotyps von Arabidopsis thaliana-antisense-PGPase-Pflanzen ermöglicht.

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Marc Adam Halder (Universität Konstanz)

Marc Adam Halder erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Konstanz im Jahr 2018 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Investigating the competitive advantage of functional NPQ in Phaeodactylum tricornutum"

Unter naturnah simulierten Lichtbedingungen wurde in Kompetitionsexperimenten erstmals der Einfluss des Nicht Photochemischen Quenchings auf die Wachstumsperformance einer Kieselalge untersucht.

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Michael Gasper (Universität Münster)

Arabidopsis thaliana Col-0 Samen vor (A) und nach (B) Vollendung der Keimung (weißer Balken = 500 µM). Die Keimung im engeren Sinne ist beendet, wenn die Radikula des Embryos das mikropylare Endosperm durchdringt.

Michael Gasper erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Münster im Jahr 2018 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Einfluss der Lysin-Deacetylierung auf die Samenkeimungsphysiologie von Arabidopsis thaliana"

Die chemische Inhibierung der Lysin Deacetylasen während der Samenkeimung führte zu einer Verringerung der Keimungsgeschwindigkeit. Genetische Analysen zeigten, dass die Lysin Deacetylasen hormonelle Signale während der Samenkeimung beeinflussen können.

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Benjamin Al (TU München)

Benjamin Al  erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der TU München im Jahr 2018 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Elucidation of the biological significance of post-translational modifications of Arabidopsis TRAPPII tethering complex proteins"

Al charakterisierte das Modul TRAPPII, das eine entscheidende Komponente für die Stressphysiologie und Anpassungsfähigkeit von Pflanzen ist

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Mareike Busche (Universität Bielefeld)

A) Eine der untersuchten Bananen-Pflanzen. B) Das Blatt der Pflanze weist verschiedene Pigmentierungen auf. Rote Segmente könnten auf die Akkumulation von Anthocyanen zurückzuführen sein.

Mareike Busche erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Bielefeld im Jahr 2018 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der ausgezeichneten Arbeit

"Funktionelle Charakterisierung von zwei Flavonolsynthasen und einer Anthocyanidinsynthase aus Musa acuminata"

Die Arbeit trägt zum Verständnis der Synthese von Flavonolen und Anthocyanidinen in Musa acuminata (Banane) bei und bietet eine Grundlage für weitere Forschung zur erhöhten Produktion von Flavonoiden durch die Analyse zweier beteiligter Enzyme.

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17. Jan 2019

Empfängerinnen der Best-Paper-Preise

Dr. Aleksandra Sapala (links) und Dr. Jutta Baldauf erhalten zu gleichen Teilen den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung 2018. Fotos: privat und Barbara Frommann, Uni Bonn.

Die beiden Pflanzenforscherinnen Dr. Aleksandra Sapala (MPI für Pflanzenzüchtungsforschung Köln, AG Dr. Richard Smith, Prof. Miltos Tsiantis) und Dr. Jutta Baldauf (Uni Bonn, AG Prof. Frank Hochholdinger) werden den Nachwuchs-Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung erhalten. Sapala belegte im Fachmagazin eLife (DOI: 10.7554/eLife.32794) mithilfe von Computersimulationen, warum Pflanzen puzzleförmige Zellen bilden und welche Vorteile diese Form mit sich bringt. Sie zeigte damit auch, dass in der Entwicklung von Pflanzen Physik eine ebenso wichtige Rolle spielt, wie Biochemie und Genetik. Baldauf zeigte mit Kreuzungen von Mais-Inzuchtlinien im Fachmagazin Current Biology (DOI: 10.1016/j.cub.2017.12.027), dass in deren ertragreicheren Nachkommen rund 500 Gene mehr aktiv waren als in den Elternpflanzen und hat damit eine Erklärung für den sog. Heterosis-Effekt entdeckt. Sie identifizierte außerdem evolutionsbiologisch junge Gene, die als Marker für zukünftige Züchtungen dienen können. Angesichts der vielen guten Publikationen verleiht die DBG den Best-Paper-Preis der DBG-eigenen Wilhelm-Pfeffer-Stiftung im Jahr 2018 zweimal (s.a. hier) an herausragende Nachwuchsforscher*innen. Die Stiftung hofft, mit den Stiftungserträgen auch in Zukunft je zwei Preisvergaberunden pro Jahr realisieren zu können, um mehr Aufmerksamkeit für die Forschungsleistungen junger Wissenschaftler*innen in der DBG zu erzeugen. Die beiden o.g. Preisträgerinnen werden die Urkunden der Wilhelm-Pfeffer-Stiftung der DBG während der diesjährigen Botanikertagung in Rostock entgegen nehmen. Ihre Preisgelder erhielten sie bereits.

mehr zu den Nachwuchspreisen der DBG

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22. Jan 2019

DBG schreibt drei Nachwuchspreise aus

Für ihre begehrten Nachwuchspreise bittet die DBG wieder um Nominierungen geeigneter Kandidat*innen der Pflanzenwissenschaften. Mit dem seit 1994 vom Verlag Springer Spektrum gestifteten Strasburger-Preis soll eine hervorragende und originelle Leistung von promovierten Pflanzenforscher*innen ausgezeichnet werden. Für den Wilhelm Pfeffer-Preis der gleichnamigen Stiftung bittet die DBG um Hinweise auf herausragende Dissertationen. Mit dem Horst Wiehe-Förderpreis wird eine hervorragende Publikation oder Dissertation ausgezeichnet. Vorschlagsberechtigt sind (habilitierte) Mitglieder der DBG. Auch Außenstehende haben ein Vorschlagsrecht; Selbstvorschläge sind teils ebenfalls möglich.

Zusammenfassung: Übersicht (pdf)

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02. Jul 2019

50 Reise-Stipendien für Labor-Besuche

Die DBG vergibt Reise-Stipendien für junge Wissenschaftler*innen, die ein anderes Labor aufsuchen, etwa um dort neue Methoden und Techniken zu erlernen oder um Pilotstudien anzuschieben, in Höhe von bis zu 400 Euro.

> Bewerbungsverfahren: Reise-Stipendium

> Auszahlung des Stipendiums

> Zum online-Bewerbungsformular

04. Jul 2019

50 Reise-Stipendien für Labor-Besuche

Grafik: delalidela, iStockphoto

Exklusiv für Mitglieder steht ein neues Förderinstrument für angehende Pflanzenwissenschaftler*innen zum Abruf bereit, die ein anderes Labor besuchen möchten. Etwa um dort neue Methoden und Techniken zu erlernen oder um Pilotstudien anzuschieben und denen dafür keine eigenen Fördermittel zur Verfügung stehen. Dazu vergibt die DBG bis zu 50 Reise-Stipendien pro Jahr für junge Wissenschaftler*innen in Höhe von bis zu je 400 Euro. Das Präsidium der DBG entscheidet über die Bewilligung der Stipendien.

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02. Jul 2019

50 Reise-Stipendien für Labor-Besuche

Die DBG vergibt Reise-Stipendien für junge Wissenschaftler*innen, die ein anderes Labor aufsuchen, etwa um dort neue Methoden und Techniken zu erlernen oder um Pilotstudien anzuschieben, in Höhe von bis zu 400 Euro.

> Bewerbungsverfahren: Reise-Stipendium

> Auszahlung des Stipendiums

> Zum online-Bewerbungsformular

09. Sep 2019

Auszeichnungen für vier Pflanzenforscherinnen und -forscher

Die vier Preistragenden (von oben links im Uhrzeigersinn): Dr. Constantin Mario Zohner, Dr. Eva-Sophie Wallner, Dr. Moisés Expósito Alonso und Dr. Jessica Lee Erickson. Fotos: Jaimie Crowther, Jörg Abendroth, Tobias Jung und Carolin Alfs

Wie sich der Klimawandel auf den Blattaustrieb von Gehölzen und das Überleben von Blumen auswirkt, welche Substanzen die Form von Plastiden beeinflussen und welche Eiweiße den Startschuss für die Phloem-Entwicklung geben, sind die Themen der vier Forschenden, die mit den diesjährigen Wissenschaftspreisen der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) ausgezeichnet werden. Dr. Constantin Mario Zohner, Dr. Jessica Lee Erickson, Dr. Moisés Expósito Alonso und Dr. Eva-Sophie Wallner erhalten ihre Auszeichnungen während der Botanikertagung vom 16. bis 19. September in Rostock, wo sie den mehr als 420 angemeldeten Pflanzenforscherinnen und –forschern ihre Ergebnisse vorstellen werden.

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09. Sep 2019

Auszeichnungen für vier Pflanzenforscherinnen und -forscher

Die vier Preistragenden (von oben links im Uhrzeigersinn): Dr. Constantin Mario Zohner, Dr. Eva-Sophie Wallner, Dr. Moisés Expósito Alonso und Dr. Jessica Lee Erickson. Fotos: Jaimie Crowther, Jörg Abendroth, Tobias Jung und Carolin Alfs

Wie sich der Klimawandel auf den Blattaustrieb von Gehölzen und das Überleben von Blumen auswirkt, welche Substanzen die Form von Plastiden beeinflussen und welche Eiweiße den Startschuss für die Phloem-Entwicklung geben, sind die Themen der vier Forschenden, die mit den diesjährigen Wissenschaftspreisen der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) ausgezeichnet werden. Dr. Constantin Mario Zohner, Dr. Jessica Lee Erickson, Dr. Moisés Expósito Alonso und Dr. Eva-Sophie Wallner erhalten ihre Auszeichnungen während der Botanikertagung vom 16. bis 19. September in Rostock, wo sie den mehr als 420 angemeldeten Pflanzenforscherinnen und –forschern ihre Ergebnisse vorstellen werden.

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26. Sep 2019

Posterpreise Botanikertagung 2019

Die Preisträgerinnen und Preisträger der Poster-Preise und des Nicon-Poster-Preises 2019. Foto: Thomas Rahr

Aus den mehr als 190 während der Botanikertagung 2019 in Rostock präsentierten wissenschaftlichen Poster wählten die Teilnehmenden die besten aus. Eine Fachjury zählte die vergebenen Stimmen aus. Folgende Poster von Nachwuchskräften erhielten eine Urkunde und den Betrag von je 137 Euro, weil sich die Gründung der Deutschen Botanischen Gesellschaft in diesem Jahr zum 137ten Mal jährt.

Alle ausgezeichneten Nachwuchstalente und die von ihnen vorgestellten Poster (pdf-Datei)

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2019

Im Jahr 2019 bewerteten die Repräsentant*innen der DBG an folgenden Hochschulen Master-Arbeiten aus der Botanik und den Pflanzenwissenschaften. Den Preis für die jeweils beste Master-Arbeit des Jahres erhielten (in alphabetischer Reihenfolge):

Helen Ballasus (Universität Leipzig)
Arteffekte auf Temperaturregulationsmechanismen in den Baumkronen am Leipziger Auwaldkran
mehr in der Zusammenfassung mit Bildern

Mary Beyer (Paris-Lodron-Universität Salzburg)
Fungiert Schwer-Metall-Hyperakkumulation in Noccaea caerulescens als Abwehrmechanismus gegen Herbivoren?
mehr in der Zusammenfassung  

Paul David Grünhofer (Universität Bonn)
Bildung und chemische Zusammensetzung von Suberin in Pappelwurzeln
mehr in der Zusammenfassung

Natalie Hering (Karlsruher Institut für Technologie, KIT)
In-situ Hybridisierung in Salvia Blüten und nahverwandten Lamiaceae Arten zur Detektion von Entwicklungsgenen
mehr in der Zusammenfassung

Jannes Höpke (Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg)
Die komplizierte Artgrenze zwichen Veronica spicata und V. orchidea (Plantaginaceae)
mehr in der Zusammenfassung mit Bild

Melanie Kastl (Universität Köln)
Functional characterization of the Ustilago maydis organ-specific effectors: UMAG05306 and UMAG11060
mehr in der Zusammenfassung

Cathrin Manz (Philipps-Universität Marburg)
Diversitätsbewertung der Ektomykorrhiza bildenden Gattung Russula in tropischen Bergwäldern in Panama
mehr in der Zusammenfassung mit Bild

Erik Pischke (Universität Rostock in Kooperation mit der Uni Bayreuth)
Die Rolle der Leucin-Biosynthese für die Blei-Toleranz in Arabidopsis thaliana
mehr in der Zusammenfassung

Felix Rehms (Westfälische Wilhelms-Universität Münster)
Entwicklung und Anwendung genetisch codierter Fluoreszenzsensoren für Hypoxie-Untersuchungen in Pflanzen
mehr in der Zusammenfassung

Nicola Schmidt (Technische Universität Dresden)
Charakterisierung des endogenen Pflanzenpararetrovirus beetEPRV3 im Genom der Zuckerrübe Beta vulgaris, einem Vertreter der Florendoviren aus der Familie der Caulimoviridae
mehr in der Zusammenfassung mit Bild

Philipp Zamzow (Universität Bielefeld)
Entwicklung und Bewertung ausgewählter Streuobstbestände der Stadt Bergkamen zwischen 1990 und 2018
mehr in der Zusammenfassung mit Bildern

Felix Rehms (Universität Münster)

Felix Rehms erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Westfälische Wilhelms-Universität Münster im Jahr 2019 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

 

Titel:

Entwicklung und Anwendung genetisch codierter Fluoreszenzsensoren für Hypoxie-Untersuchungen in Pflanzen

Rehms wies eine Akkumulation des sekundären Botenstoffes Ca2+ in energiearmen Zellen und eine darauffolgende Calcium-Signal-Weiterleitung während andauernder Sauerstoff-Restriktion in Arabidopsis thaliana Keimlingen nach. Darüber hinaus dokumentierte er den Beginn der Entwicklung von genetisch codierten fluoreszenten Sauerstoffsensoren für die Verwendung in Pflanzen.

In Anbetracht der Häufung von Extremniederschlägen und Fluten im Rahmen des Klimawandels wird die Toleranz gegenüber Sauerstoffmangel (Hypoxie, der vermutlich heftigste mit Flutungen einhergehende Pflanzenstress) ein immer wichtigeres landwirtschaftliches Züchtungsmerkmal, dessen Mechanismen bisher noch weitgehend unbekannt sind.

Um die Rolle von Second Messengers in der pflanzlichen Wahrnehmung und Signalweiterleitung von Hypoxie-Zuständen beziehungsweise der (durch Inhibition der aeroben Atmung) resultierenden Energiekrise aufzuklären wurden im Rahmen dieser Arbeit genetisch codierte fluoreszierende Sensoren der cytosolischen Konzentration von Ca2+ und ATP verwendet. Diese ermöglichten die mikroskopische Untersuchung von „überfluteten“ Arabidopsis thaliana Keimlingen in räumlicher und zeitlicher Auflösung.

Auf diese Art und Weise konnten mehrere Ca2+-Wellen angezeigt werden, die mutmaßlich durch den Zusammenbruch des zellulären Energiehaushaltes und daraus folgender Beeinträchtigung von aktiven Transportprozessen zur Aufrechterhaltung von Ionengradienten ausgelöst wurden. Ausgehend von den ersten ATP-erschöpften Geweben und Zellen können sich diese Wellen durch den gesamten Keimling ausbreiten. Die Dynamik der Wellen und der Vergleich mit der ATP-Konzentration deutet dabei darauf hin, dass die Signal-Propagation ein aktiver Prozess ist, der nicht ausschließlich auf Energiemangel und passivem Ionen-Einstrom beruht.

Zusätzlich wurde im Rahmen dieser Arbeit mit der Entwicklung von genetisch codierten fluoreszierenden Sauerstoff-Indikatoren begonnen. Solche Sauerstoff-Sensoren könnten in jedwedem Gewebe exprimiert und in-vivo verwendet werden. Anders als bisherige chemische oder physikalische Messmöglichkeiten wird dadurch kein zusätzlicher Stress erzeugt. Insofern wären sie ideal zur Aufklärung der Sauerstoff-Abhängigkeit von Signalen in hypoxischen Pflanzen. Die Unabhängigkeit von pflanzlichen Adaptions- und Wachstumsmechanismen ermöglicht außerdem möglicherweise die Identifikation von hypoxische Gewebe-Nischen, die nicht durch hypoxische Marker-Gene angezeigt werden.

 

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Felix Rehms fertigte die Arbeit am Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen (IBBP), Abteilung Molekulargenetik und Zellbiologie der Pflanzen, in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jörg Kudla an.

Jannes Höpke (Universität Oldenburg)

Links: Jannes Hökpe herbarisiert Pflanzen in der Süd-Ukraine. Foto: Simon Pfanzelt Rechts: Veronica barrelieri subsp. crassifolia an dessen Typus-Lokalität (SW Rumänien). Foto: Jannes Höpke

Jannes Höpke erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg im Jahr 2019 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel:

Die komplizierte Artgrenze zwichen Veronica spicata und V. orchidea (Plantaginaceae)

Höpke untersuchte ob die beiden Arten Ähriger Ehrenpreis (Veronica spicata) und der verwandte Veronica orchidea natürlich hybridisieren. Zum ersten mal wurde systematisch der Einfluss von fehlenden Daten und fehlender Allel-Dosis-Information vergleichend für populationsgenetische Methoden wie PCA/PCoA und STRUCTURE verglichen. Zudem konnte erstmals Material von den Typen Lokalitäten der Arten V. barrelieri subsp. crassifolia und V. tzesnae untersucht werden.

Das Ziel war es die potentiell hybridisierenden Arten Veronica spicata und V. orchidea (Plantaginaceae) bezüglich Ihrer komplizierten Artabgrenzung zu untersuchen. Hierfür wurden die beiden Arten, zusammen mit anderen morphologisch nahstehenden Arten, mittels Genotyping-by-Sequencing (GBS) analysiert. Die gleiche Fragestellung wurde von Bardy et al. (2011) mittels der AFLP-Methode bereits nachgegangen, jedoch konnten diese Ergebnisse nicht exakt reproduziert werden. Um dies besser zu verstehen im Hinblick auf gemischte Ploidiegerade, dem Einfluss von fehlenden Daten und fehlender Allel-Dosis-Information auf populationsgenetische Analyse-Methoden, wurden Simulationen und Untersuchungen von den GBS-Daten durchgeführt, um die Hintergründe für die Unterschiede herauszufinden. Dabei wurde ein Fehler im Programm ipyrad herausgearbeitet, die Bedeutung von Paralogen analysiert und Unterschiede zwischen der Codierung von AFLP und diploidisierten SNP-Daten herausgearbeitet. 

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Jannes Höpke fertigte die Arbeit am Institut für Biologie und Umweltwissenschaften in der Arbeitsgruppe Biodiversität und Evolution der Pflanzen von Prof. Dr. Dirk Albach an.

Mary Beyer (Paris-Lodron-Universität Salzburg)

Mary Beyer erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Paris-Lodron-Universität Salzburg im Jahr 2019 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel:

Fungiert Schwer-Metall-Hyperakkumulation in Noccaea caerulescens als Abwehrmechanismus gegen Herbivoren?

Wie sie herausfand können Schwermetalle eine abschreckende Wirkung auf Herbivoren haben, was wiederum die elemental defence hypothesis unterstützt. Allerdings zeigten die Fraßversuche auch, dass die Wirkung dieses Effektes stark von der Art des Schwermetalls und der Spezies des Herbivoren abhängt.

Das Ziel dieser Studie war es neue Erkenntnisse zur elemental defence hypothesis zu erlangen. Nach dieser Theorie fungieren Schwermettale als Abwehrmechanismus, indem sie Herbivoren & Pathogene abwehren oder abtöten, was zu einer verstärkten Akkumulation in bestimmen Pflanzen (Hyperakkumulatoren) führte. Hierzu wurden ein free choice feeding trial mit vier verschiedenen Herbivoren (Arion vulgaris, Vanessa cardui, Plutella xylostella und Pieris rapae) durchgeführt. Den Herbivoren wurde dabei Pflanzen der Spezies Noccaea caerulescens angeboten, welche mit verschieden Nickel- & Zink-Konzentrationen behandelt wurden. Anschließend wurde der Fraßschaden an jeder Pflanze ermittelt was wiederrum Aufschluss darüber gab, ob Nickel und/oder Zink eine abschreckende Wirkung auf das Fressverhalten dieser Herbivoren haben.

Die Ergebnisse zeigen, dass eine signifikante Korrelation zwischen dem Zink-Gehalt in Pflanzen und dem Fressverhalten von Herbivoren besteht. Der Fraßschaden ist bei mit Zink behandelten Pflanzen bis zu 20% geringer als bei unbehandelten Pflanzen. Allerdings haben mit Nickel behandelte Pflanzen nicht denselben, eindeutigen Effekt gezeigt, auch wenn eine Tendenz zu erkennen war, dass Pflanzen mit hohem Nickel-Gehalt von manchen Herbivoren eher vermieden wurden. Dies zeigt, dass die Wirkung der akkumulierten Schwermetalle stark von der Art des Schwermetalls und der Spezies des Herbivoren abhängt.

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Mary Beyer fertigte die Arbeit am Institut für Ökologie und Evolution der Universität Salzburg in der Arbeitsgruppe von Prof. Hans-Peter Comes an.

Nathalie Hering (KIT Karlsruhe)

Nathalie Hering erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) im Jahr 2019 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel:

In-situ Hybridisierung in Salvia Blüten und nahverwandten Lamiaceae Arten zur Detektion von Entwicklungsgenen

Sie beschreibt das unerwartete Vorkommen von B-Klassen Identitätsgenen im Ovar adulter Salvia Blüten sowie nahverwandter Lamiaceaen.

Die Blüte stellt eine evolutionäre Schlüssel-Innovation zur Arterhaltung dar, da eine bestimmte Interaktion zwischen Blüte und Bestäuber für viele Arten der Schlüssel ist, ihre genetische Linie zu bewahren. Innerhalb der Blütenentwicklung soll es sogenannte Genes of Speciation geben, welche maßgeblich am Aufbau von Reproduktionsbarrieren beteiligt sind. Anhand deren könnte die Debatte um das Artkonzept gelöst werden, da eine Analyse dieser Gene es ermöglichen könnte, die Arten systematisch korrekt zu klassifizieren. Um die Blütenentwicklung in Salvia und nahverwandten Lamiaceaen verstehen zu können, wurde das zeitliche und räumliche Expressionsmuster beteiligter homöotischer Gene vergleichend betrachtet. Innerhalb dieser Arbeit wurde die Expression der B-Klassen Entwicklungsgene GLOBOSA (GLO) und DEFICIENS (DEF) in adulten Salvia Blüten sowie nahverwandten Lamiaceaen qualitativ und quantitativ sowie mit Hilfe der in-situ Hybridisierung (ISH) untersucht. Die ISH ist eine molekularbiologische Methode zum spezifischen Nachweis von Nukleinsäuren in der Zelle von histologischen Schnittpräparaten in vivo. Mithilfe dieser Methode konnten die Entwicklungsgene GLO und DEF erfolgreich im Ovar und Staubblatt von Blüten der Lamiaceaen via ISH lokalisiert werden.

Das Vorkommen des B-Klassen Identitätsgens GLO in den Staubblättern entspricht dem ABC-Modell nach Coen und Meyerowitz. Die unerwartete Lokalisierung der beiden Entwicklungsgene GLO und DEF im Ovar könnte auf ein evolutionär junges, unbekanntes Protein hindeuten oder aber auf eine Repression der Entwicklungsgene durch eine unbekannte microRNA im vierten Blütenkreis hinweisen. Das Vorkommen der Entwicklungsgene in der Blüte wird durch die qualitative und quantitative Genexpressionsanalyse bestätigt. Genaue zeitliche Expressionsmuster der Entwicklungsgene konnten nicht detektiert werden, lediglich dass diese Gene vermehrt in späten Entwicklungsstadien der Blüte vorkommen. Dennoch lässt das Vorkommen des Entwicklungsgens DEF im Blatt eine frühe Involvierung in das kombinatorische Netzwerk der Blütenentwicklung offen, neben seiner eigentlichen Funktion als B-Klassen Identitätsgen.

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Nathalie Hering fertigte die Arbeit am Botanischen Institut I, Abteilung für Biodiversität des Karlsruher Instituts für Technologie in der Arbeitsgruppe von Herrn Prof. Dr. Nick an.

Philipp Zamzow (Universität Bielefeld)

Eine Streuobstfläche mit gutem Pflegestatus. Die Bäume zeigen ein regelmäßiges Zurückschneiden der Äste und sind von Schutzzäunen umgeben. Der Unterwuchs wird nicht zu oft gemäht und die Nähe zu einem Wald ist gegeben. Aufnahme vom 23.05.2018. Foto: Philipp Zamzow

Philipp Zamzow erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Bielefeld im Jahr 2019 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel der Arbeit: Entwicklung und Bewertung ausgewählter Streuobstbestände der Stadt Bergkamen zwischen 1990 und 2018

In dieser Arbeit wurden zwei Aspekte genauer untersucht: Zum einen wurde die Entwicklung und der aktuelle Zustand der Streuobstflächen Bergkamens festgehalten und überprüft, was in der bisherigen Stadtgeschichte nur einmal im Jahr 1990 stattfand, zum anderen diente diese Arbeit einer Überprüfung der festgelegten Minimumkriterien des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) für die Unterschutzstellung von Streuobstwiesen- und weiden.

Zu den Ergebnissen sowie zum Plan der untersuchten Flächen

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Paul David Grünhofer (Universität Bonn)

Paul David Grünhofer erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn im Jahr 2019 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel:

Bildung und chemische Zusammensetzung von Suberin in Pappelwurzeln

Grünhofer analysierte, wann und wo Suberin in die Zellwände von Pappelwurzeln eingelagert wird und wie dies chemisch zusammengesetzt ist. Ein Großteil der Ergebnisse umfasst Kontroll- sowie osmotische Stressbedingungen.

Suberinisierung des Wurzelgewebes dient der Pflanze als Schutzmechanismus gegenüber vielzähligen biotischen sowie abiotischen Stressfaktoren. Mittels in-vitro Gewebekulturen, hydroponischen Aufbauten, Fluoreszenzmikroskopie und Gaschromatographie wurde die gewebespezifische Bildung von Suberin unter Kontroll- und Stressbedingungen untersucht. Der Hauptfokus lag zunächst auf dem Etablieren einer wissenschaftlich standardisierten und reproduzierbaren Vorgehensweise zur Gewinnung und unkomplizierten Behandlung von Pappelwurzeln mit verschiedenen Stressszenarien, um eine solide Basis für zukünftige Untersuchungen zu legen. Darüber hinaus konnte unter Zuhilfenahme von Fluoreszenzmikroskopie bereits gezeigt werden, dass unter Einfluss von mildem osmotischem Stress (-0,4 MPa) die Suberinisierung in Pappelwurzeln früher beginnt, also verschoben in Richtung der Wurzelspitze, als unter Kontrollbedingungen. Eine analytische Aufbereitung und gaschromatographische Untersuchung des gewonnenen Wurzelgewebes zeigte eine bemerkenswert hohe Übereinstimmung der Suberinkomposition mit dem häufig verwendeten Modellorganismus Arabidopsis thaliana. Eine quantitative Auswertung, also die Beantwortung der Frage ob der leichte osmotische Stress eine tatsächlich erhöhte Suberinisierung induziert, konnte innerhalb der Arbeit aus zeitlichen Gründen nicht fertiggestellt werden. Diese, sowie auch Tests mit stärkeren osmotischen Potenzialen (-0,6 MPa und ‑0,8 MPa) und Behandlungen der Wurzeln mit Salzstress folgen jedoch in der nahtlos angeschlossenen Doktorarbeit. Interessant sind diese Fragestellungen vor allem, da durch die steigenden Temperaturen in der Zukunft Wasser- (repräsentiert durch osmotischen Stress) und dadurch bedingt auch Salzstress in den Böden deutlich häufiger vorzufinden sein werden.

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Paul David Grünhofer fertigte die Arbeit am Institut für Zelluläre und Molekulare Botanik (IZMB) in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Lukas Schreiber an.

Nicola Schmidt (Technische Universität Dresden)

Rübenpflanzen waren das Studienobjekt von Nicola Schmidt, die sie im Gewächshaus des Biologischen Instituts der TU Dresden untersuchte.

Nicola Schmidt erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Technischen Universität Dresden im Jahr 2019 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel:

Charakterisierung des endogenen Pflanzenpararetrovirus beetEPRV3 im Genom der Zuckerrübe Beta vulgaris, einem Vertreter der Florendoviren aus der Familie der Caulimoviridae

Erstmals wurden die drei Endopararetrovirus-Familien im Zuckerrübengenom beschrieben und mit Fokus auf die Familie beetEPRV3 auf ihre Eigenschaften untersucht. Es wurde deutlich, dass sich alle beetEPRV-Familien in ihrer elementaren Struktur voneinander unterscheiden, was erste Rückschlüsse auf deren evolutionäre Entwicklung zuließ. Zudem wurde eine Einbettung der viralen Sequenzen in äußerst AT-reiche Heterochromatinbereiche festgestellt. Aufgrund dieser Tatsache konnten Hypothesen aufgestellt werden, die die fehlende Virulenz der beetEPRVs erklären.

Endopararetroviren (EPRVs) sind im Tier- und Pflanzenreich weit verbreitet und zeichnen sich durch eine Integration ihrer DNA ins Wirtsgenom aus. Eine Reaktivierung kann Krankheitsbilder auslösen, so zum Beispiel bekannt bei Tabak oder Petunie. Mithilfe umfassender bioinformatischer Methoden erfolgte in dieser Arbeit eine Identifizierung der EPRVs im Zuckerrübengenom und deren phylogenetische Zuordnung zu den Florendoviren, einer sehr abundanten Gattung der Caulimoviridae. Für alle drei Familien wurde die Elementstruktur rekonstruiert, wobei sich herausstellte, dass zwei Familien (beetEPRV1 und beetEPRV3) intakte Kopien besitzen, während die dritte Virus-Familie (beetEPRV2) deutlich fragmentierter ist. Die Familie beetEPPRV3 wurde darüber hinaus mittels molekularbiologischer und cytogenetischer Methoden wie der Southern-Hybridisierung und der Fluoreszenz in situ Hybridisierung untersucht. Es zeigte sich, dass EPRVs dieser Familie häufig in stark kompaktierten, repetitiven und somit schwer zugänglichen DNA-Bereichen akkumulieren, wodurch sie einer Eliminierung aus dem Zuckerrüben-Genom entgehen konnten. Diese Erkenntnisse tragen zum Verständnis der Virulenzentstehung von EPRVs bei, die in einigen Wirtspflanzen über lange Zeit erhalten geblieben ist.

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Nicola Schmidt fertigte die Arbeit am Lehrstuhl für Zell- und Molekularbiologie der Pflanzen in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Thomas Schmidt an.

Erik Pischke (Universität Rostock)

Erik Pischke erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Rostock im Jahr 2019 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Die Rolle der Leucin-Biosynthese für die Blei-Toleranz in Arabidopsis thaliana

Das Schwermetall Blei kann das Wachstum von verschiedenen Ökotypen und Mutanten von Arabidopsis thaliana (dt. Acker-Schmalwand) beeinflussen und eine essentielle Rolle spielt dabei ein Enzym, welches Teil des Leucin-Biosyntheseweges ist.


Um die molekularen Mechanismen für eine Blei-Toleranz zu identifizieren, wurde die natürliche Varianz von verschiedenen Ökotypen von A. thaliana gegenüber Blei getestet. Dafür wurden sogenannte Liquid Seedling Assays (Flüssig-Wachstumsversuche) durchgeführt und die Länge der Wurzel von Pflanzen, die unter Bleistress angezogen wurden, konnten gemessen werden. Genomweite Assoziierungsstudien wiesen auf Enzyme des Leucin-Biosyntheseweges hin und daher wurden entsprechende Mutanten untersucht. Diese zeigten eine ausgeprägte Hypersensitivität gegenüber dem Schwermetall im Vergleich zum Referanz-Wildtyp. Der beobachtete Phänotyp konnte durch eine Leucin-Zugabe im Medium anteilig komplementiert werden. Weiterführende Experimente werden zum Ziel haben, die grundlegenden genetischen und metabolischen Hintergründe für den Einfluss von Blei auf die Leucin-Biosynthese in A. thaliana zu klären.

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Erik Pischke fertigte die externe Masterarbeit der Universität Rostock am Lehrstuhl für Pflanzengenetik von Prof. Dr. Renate Horn in Kooperation mit der Universität Bayreuth am Lehrstuhl für Pflanzenphysiologie in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Stephan Clemens an.

Helen Ballasus (Universität Leipzig)

Zusammenfassung der Master-Arbeit. Grafik: Helen Ballasus

Helen Ballasus erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Leipzig im Jahr 2019 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Arteffekte auf Temperaturregulationsmechanismen in den Baumkronen am Leipziger Auwaldkran

Prozesse, die das Kronen-Mikroklima wesentlich kontrollieren und beeinflussen, hängen mit der Art und ihren spezifischen strukturellen und physiologischen Merkmalsausprägungen und mit meteorologischen Prädiktoren in Abhängigkeit von der vertikalen Kronen-Architektur zusammen.

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Melanie Kastl (Universität zu Köln)

Melanie Kastl erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität zu Köln im Jahr 2019 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Funktionelle Charakterisierung der Ustilago maydis organspezifischen Effektoren: UMAG05306 und UMAG11060

Zwei Effektoren des Maisbeulenbrandpilzes, Ustilago maydis, wurden in planta lokalisiert sowie deren (mögliche) Ziele identifiziert und beschrieben.

Ustilago maydis parasitiert alle oberirdischen Teile der Maispflanze durch Induktion der Tumorbildung. Zur Etablierung der Biotrophie sekretiert U. maydis Effektoren, die die pflanzlichen Immunantworten inhibieren und den Metabolismus des Wirts modellieren. Co-immunpräzipitations-Experimente und Lokalisationsanalysen mit fluoreszenzmarkierten Effektoren wurden durchgeführt, um die zwei U. maydis Effektoren UMAG05306 und UMAG11060 funktionell zu charakterisieren. Wir haben gezeigt, dass beide Effektoren während der Wirtskolonisierung sekretiert werden und an der Pilzvirulenz beteiligt sind. Außerdem haben Interaktionsanalysen dargelegt, dass UMAG05306 mit dem pflanzlichen Zytoskelett interagiert / es modelliert, während UMAG11060 mit Komponenten der Wirts-Verteidigung interagiert, um die pflanzliche Immunantwort zu supprimieren. Das Verständnis wie Pilze mit dem Pflanzenimmunsystem interferieren wird helfen Resistenz- und Anfälligkeits- Mechanismen zu verstehen.

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Melanie Kastl fertigte die Arbeit am Botanischen Institut / Lehrstuhl für Terrestrische Mikrobiologie in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Gunther Döhlemann an.

28. Jan 2020

DBG zeichnet beste Master-Arbeiten aus

Prof. Dr. Christian Wirth (Betreuer der Master-Arbeit), Preisträgerin Hellen Bellasus, Ronny Richter (Co-Betreuer der Master-Arbeit), Prof. Dr. Alexandra Weigelt (Jury-Mitglied), Prof. Dr. Severin Sasso (Ansprechpartner der DBG an der Uni Leipzig) (v.l.n.r.). Foto: Anja Kahl

Temperaturregulation in Baumkronen, wie Schwermetalle Herbivoren beeinflussen, natürliche Artbildung, die Entwicklung von Fluoreszenzsensoren, ein Zuckerrübenvirus, die (Bio-)Synthese und Chemie von Suberin und Leucin sowie die Wandlung von Streuobstbeständen in der Stadt waren die Themen der zehn ausgezeichneten Master-Arbeiten, die die DBG 2019 prämierte. Die DBG hat damit zum sechsten Mal die mit je 100 Euro dotierten Preise für die besten pflanzenwissenschaftlichen Master-Arbeiten vergeben, die teils während akademischer Abschlussfeiern oder an den Universitäts-Lehrstühlen übergeben wurden. Die Arbeiten fertigten die Preistragenden an den Universitäten Bayreuth, Bielefeld, Bonn, Dresden, Köln, Leipzig, Münster, Oldenburg, Rostock, Salzburg, sowie am Karlsruher Institut für Technologie an. Das Präsidium der DBG dankt allen Jurymitgliedern an den Hochschulen.

Zur Übersicht aller ausgezeichneten MSc Arbeiten

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22. Mär 2020

Strasburger-Workshop: Wie freundliche und feindliche Mikroben mit Pflanzen interagieren

Die Teilnehmenden wanderten am zweiten Tag zur nahegelegenen Burgruine Drachenfels im Siebengebirge, die auf 321 Meter Höhe liegt. Foto: Sebastian Klenner

Ihre Ergebnisse und Forschungsarbeiten über die vielfältigen Interaktionen zwischen (Nutz-)Pflanzen und Mikroben tauschten knapp 20 angehende Wissenschaftler*innen aus drei Ländern im Februar in Königswinter aus. Die Tagung thematisierte sowohl Symbiosen als auch Pflanzen-Pathogene. Eine externe Vortragende berichtete über Jobs außerhalb von Universtäten und ein Mitmach-Workshop ermunterte die Teilnehmenden über Chancen und Risiken der öffentlichen Kommunikation ihrer Forschungsthemen nachzudenken. Einig war man sich, dass es ein großes Interesse an der Interaktions-Forschung geben sollte, da diese dazu beiträgt, anwenderfreundliche Lösungen für den Erhalt der Pflanzengesundheit und der Ertragsmengen zu bieten. Die fünf Organisator*innen des Eduard-Strasburger-Workshops der DBG von angehenden Nachwuchskräften der Sektion für Interaktionen für andere junge Pflanzenwissenschaftler*innen fassen die Veranstaltung zusammen.

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Beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung

Die Wilhelm Pfeffer-Stiftung prämiert alle zwei Jahre - im Wechsel mit dem Wilhelm-Pfeffer-Preis - die beste Veröffentlichung des Jahres mit einem Preis von 1.000 Euro. Der Preis für die beste Veröffentlichung der Wilhelm Pfeffer-Stiftung ist nur zu vergeben für Publikationen, die aus Diplom-, Masterarbeiten oder Promotionen hervorgegangen sind.

Die Preistragenden und die ausgezeichnete Veröffentlichung werden während der Botanikertagung vorgestellt und die Arbeit auf der Website der DBG präsentiert.

Vorschlagsberechtigt sind alle DBG-Mitglieder, auch Selbstvorschläge sind möglich. Der Preis ist teilbar. Ein Anrecht auf den Preis, salopp auch Best-Paper-Preis genannt, besteht nicht. 

Bewerbung

Folgende Unterlagen sind für eine erfolgreiche Bewerbung einzureichen:

  • Publikation (als pdf-Datei)
  • Gutachten der Reviewer des Journals
  • Kurzgutachten des/der betreuenden Hochschullehrers/-in (ca. eine Seite).
    Dieses Gutachten soll auch eine Aussage enthalten, in welchem Rahmen (Master-/Diplom-/Promotionsarbeit) die Veröffentlichung entstanden ist.

Termine

Bewerbungen können einmal im Jahr eingereicht werden (i.d.R. zum 31. März). Bewerbungen richten Sie bitte an den Präsidenten (siehe: Vorstand) der Wilhelm Pfeffer-Stiftung. Die Ausschreibungen werden jeweils auf der Website der DBG veröffentlicht.

27. Jan 2020

Ausschreibung: Preis für das beste pflanzenwissenschaftliche Paper

Der Vorstand der Wilhelm-Pfeffer-Stiftung der DBG bittet um Nominierungen für den diesjährigen Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung („Best-Paper-Preis“). Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung wird für herausragende Publikationen des Vorjahres vergeben, die aus einer Master-, Diplom- oder Promotionsarbeit hervorgegangen sind. Der/die Preisträger*in und die ausgezeichnete Veröffentlichung werden am Eröffnungstag der Botanikertagung 2021 vorgestellt und auf der Website präsentiert. Bewerbungsschluss ist der 31. März 2020. Bitte senden Sie die erforderlichen Unterlagen in elektronischer Form an den Präsidenten der Stiftung, Professor Severin Sasso.

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Cathrin Manz (Philipps-Universität Marburg)

Verschiedene Russula-Arten aus Panama. Links: eine neue Art aus der Subsektion Roseinae. Mitte: Eine Art aus der Subsektion Cyanoxanthinae. Rechts: Eine Art aus der Untergattung Heterophyllidiae. Fotos: Felix Hampe

Cathrin Manz erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Philipps-Universität Marburg im Jahr 2019 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: "Diversitätsbewertung der Ektomykorrhiza bildenden Gattung Russula in tropischen Bergwäldern in Panama"

Manz analysierte erstmals die Vielfalt von Russula-Arten („Täublinge“) in den Bergregenwäldern Panamas. Mehr als 45 Arten wurden neu für Panama nachgewiesen, unter denen sich zahlreiche für die Wissenschaft neue Arten befinden.

Die Vielfalt der Ektomykorrhizapilze in den Tropen ist noch weitgehend unerforscht, obwohl sie eine Schlüsselkomponente der Ökosysteme tropischer Bergwälder darstellen. In dieser Studie wurden 106 Belege von Arten der Gattung Russula („Täublinge“) in Chiriquí, Panama, gesammelt und im frischen Zustand beschrieben. Die Proben wurden mit phylogenetischen Methoden unter Verwendung des universellen Pilz-Barcodes ITS analysiert. Der resultierende phylogenetische Baum enthüllte eine Gesamtzahl von 90 Russula-Arten in Panama, von denen 47 Arten neu für dieses Land erfasst werden konnten. Unter diesen Aufsammlungen befinden sich viele mutmaßlich neue Arten. Eine Auswahl von vier neuen Russula-Arten aus der Subsektion Roseinae wurden morphologisch mit Licht- und Rasterelektronenmikroskopie im Rahmen der Masterarbeit analysiert. Fünf Muster bezüglich Ektomykorrhiza-Partnern und geographischer Verbreitung wurden aufgezeigt. Angesichts des Verlusts von Lebensräumen und des Klimawandels ist es heute mehr denn je notwendig, Proben mit den dazugehörigen Daten zu sammeln, zu herbarisieren und diese Ressourcen offen zu teilen. Andernfalls werden viele Arten unbemerkt aussterben.

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Cathrin Manz fertigte die Arbeit am Fachbereich Biologie in der Arbeitsgruppe Mykologie von Karl-Heinz Rexer an.

20. Feb 2020

Preis für Wissenschaftskommunikation an Robert Hoffie

Robert Hoffie, Doktorand am IPK. Foto: Iris Koeppel

Unsere Sektion Pflanzenphysiologie und Molekularbiologie in der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) hat erstmals einen Preis für Wissenschaftskommunikation verliehen. Die Auszeichnung ging an Robert Hoffie, Doktorand am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben (IPK). Als @ForscherRobert engagiert sich der Pflanzenforscher in Sozialen Medien, erklärt geduldig den Stand der Forschung über moderne Methoden in der Pflanzenforschung und scheut - wenn es nötig ist - auch nicht die Auseinandersetzung mit Politikern. „Wenige andere Pflanzenwissenschaftler sind so engagiert in den sozialen Netzwerken wie Robert Hoffie“, sagte Prof. Dr. Stefan Rensing, Sprecher der Sektion. Er wünsche sich mehr Wissenschaftler wie Robert Hoffie, die unsere Themen in die Öffentlichkeit tragen und unsere Sichtbarkeit erhöhen.
Die Auszeichnung verlieh die Sektion am 13. Februar, während der jährlichen Konferenz Molecular Biology of Plants in Dabringhausen (Nordrhein-Westfalen). „Der Preis ist für mich Motivation und Bestätigung zugleich“, erklärte Robert Hoffie. Denn der aktuelle Stand der Wissenschaft sei das Beste, was wir haben, um zu fundierten Einschätzungen zu kommen. "Worauf, wenn nicht darauf, sollen wir unsere Einschätzungen denn künftig sonst stützen?“ fragt sich der 28-Jährige. Zwar könne die Wissenschaft nicht die Politik ersetzen, werde aber selbst immer mehr zu einem gesellschaftlichen Akteur.

Quelle: IPK beim idw

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Nora Stingl (Universität Marburg)

Nora Stingl erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Philipps Universität Marburg im Jahr 2020 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Etablierung und Optimierung von neuen Modellorganismen zur Erforschung der frühen Landpflanzenevolution

Stingl etablierte erfolgreich drei neue Modellorganismen und optimierte deren Kultivierung für künftige Untersuchungen zum Landgang der ersten Pflanzen.

Die Etablierung von neuen Modellorganismen ist entscheidend um den Landgang der Pflanzen zu untersuchen, welcher das Fundament der Natur, wie wir sie kennen, gelegt hat. Es ist allgemein akzeptiert, dass eine Gruppe der Charophyta, genauer des ZCC Paraphylums, den Vorfahren der Landpflanzen hervorbrachte. Da noch keine Modellorganismen in dieser Gruppe etabliert sind, wurden drei Organismen als potentielle Modellorganismen ausgesucht: Chara braunii, Spirogyra pratensis und Mougeotia scalaris. Innerhalb dieser Arbeit konnten Protokolle zur Kultivierung im Labor für alle drei Organismen entwickelt werden. Zusätzlich konnte die sexuelle Reproduktion von C. braunii und S. pratensis wiederholt erfolgreich induziert werden und es wurde ein Protokoll zur Keimung von C. braunii Oosporen etabliert.

Die Bryophyta gelten als Schwestertaxon der Gefäßpflanzen und das Hornmoos Anthoceros agrestis ist bereits als Modellorganismus etabliert. In dieser Arbeit wurden Studien zur in vitro Kultivierung durchgeführt und es konnte unterschiedliches Wachstums- und Keimungsverhalten zwischen axenischen und nicht-axenischen Kulturen beobachtet werden.

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Nora Stingl fertigte die Arbeit am Institut für Biologie in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Stefan A. Rensing an.

Levke Valena Höche (Universität Kiel)

In dieser Arbeit wurden die kombinierten Effekte von Inzucht, Geschlecht und geographischem Ursprungsgebiet auf morphologische Blütenmerkmale und den Blütenduft von Silene latifolia untersucht. Grafik: Levke Valena Höche

Levke Valena Höche erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Jahr 2020 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Der kombinierte Effekt von Populationsherkunft und Inzucht auf pflanzliche Merkmale, die bestäubende Insekten anziehen

Inzucht kann die Produktion von Blütenduftstoffen und morphologische Blütenmerkmalen negativ beeinflussen. Die Magnitude dieses Effektes hängt stark vom Geschlecht der Pflanzenindividuen und der geographischen Herkunft der Populationen ab.

Die Attraktivität einer Blüte für Bestäuber wird von einer Kombination morphologischer und olfaktorischer Merkmale bestimmt. Pflanzliche Inzucht kann diese Merkmale negative beeinflussen und diese Effekte können sowohl innerhalb einer Population zwischen weiblichen und männlichen Pflanzen, als auch zwischen Populationen verschiedener geographischer Herkünfte variieren.

In dieser Arbeit wurden Unterschiede in morphologischen und olfaktorischen Blütenmerkmalen in ausgekreutzten und ingezüchteten, männlichen und weiblichen Individuen der diözischen Pflanzenart Silene latifolia aus acht europäischen und acht nordamerikanischen Populationen aufgenommen. Zusätzlich wurden Besuchsraten dämmerungsaktiver Bestäuber quantifiziert.

Inzucht reduzierte die Anzahl der Blüten und deren Größe, sowie die Menge an Fliederaldehyden, die essenziell für die chemische Kommunikation mit Dämmerungsaktiven Faltern sind. Diese Effekte waren bei weiblichen Individuen teilweise stärker ausgeprägt als bei männlichen und variierten zwischen Populationen verschiedener Herkünfte. Diese Effekte spiegelten sich jedoch nicht in den Bestäuberbesuchsraten wider, die aus logistischen Gründen nur über einen sehr kleinen Zeitraum im Spätsommer beobachtet werden konnten. Die Ergebnisse unterstützen, dass Inzucht das Potenzial hat die Attraktivität einer Blüte für bestäubende Insekten zu vermindern, und, dass die zugrundeliegende genetische Architektur von geschlechtsspezifischer Selektion und der evolutionären Historie einer Population geformt wird.

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Levke Valena Höche fertigte die Arbeit am Institut für Ökosystemforschung in der Abteilung Geobotanik unter der Betreuung von Dr. Karin Schrieber an.

Joelle Kröll (Universität Innsbruck)

Die beiden bislang als Unterarten bezeichneten Formen sollten als zwei eigene Arten betrachtet werden. Die Linke S. (pubescens subsp.) pubescens, kommt im Osten der Pyrenäen vor, entlang der mehr oder weniger durchgehenden Bergkette südlich und östlich des Cerdanya/Cerdagne-Tals. Die rechte Art S. (pubescens subsp.) iratiana kommt auf den höchsten Gipfeln und Kämmen der zentralen und westlichen Pyrenäen vor. Fotos: Pau Carnicero

Joelle Kröll erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck im Jahr 2020 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Allopolyploidie, Introgression und morphologische Differenzierung in der in den Pyrenäen endemischen Art Saxifraga pubescens

Mehrere Datenquellen enträtseln die bisher unscheinbare Vielfalt eines Endemiten, der in den höchsten Regionen der Pyrenäen vorkommt: von einer Art zu zweien, Genomduplikationen und wiederkehrende Hybridisierung

Hybridisierung ist eine wichtige evolutionäre Kraft in Pflanzen, die entweder zu einem Verlust an Differenzierung durch introgressive Hybridisierung oder zu einer Erhöhung der Diversität aufgrund der Entwicklung einer neuen evolutionären Entität durch Artbildung führen kann. Damit letzteres stattfinden kann, müssen Hybride zwei große Herausforderungen bewältigen: die Hybridsterilität und die Rückkreuzung mit den Elternlinien. Ein Weg, um beide Probleme zu überwinden, ist die Allopolyploidie. Saxifraga pubescens ist eine alpine Pflanze, die in den Pyrenäen endemisch ist und an Bergkämmen, Gipfeln und freiliegenden Gesteinen in den höchsten Bereichen des Gebirges vorkommt. Laut lokalen Bestimmungsbüchern gibt es zwei Unterarten mit allopatrischer Verteilung: subsp. pubescens und subsp. iratiana. Kürzlich durchgeführte Feldstudien haben jedoch gezeigt, dass 1) Populationen mit unklarer Identifizierung und 2) ein nicht allopatrisches Verteilungsmuster zwischen den beiden Unterarten gegeben ist. Darüber hinaus scheint eine Hybridisierung mit anderen gemeinsam vorkommenden Saxifraga-Arten zu erfolgen. Saxifraga pubescens ist eine gute Modellart, um zur wenig bekannten biogeographischen Geschichte der alpinen Pflanzen der Pyrenäen beizutragen. Da die Art in einigen Gebieten sowohl in Spanien als auch in Frankreich geschützt ist, muss die intraspezifische Systematik von S. pubescens geklärt werden. Zu diesem Zweck verbinden wir morphologische Daten, relative Genomgrößen und molekulare Daten aus der RAD- und der Plastid-DNA-Sequenzierung miteinander, um auf die evolutionäre und biogeographische Geschichte der Art zu schließen und einen kongruenten Systematikrahmen zu schaffen. Wir haben in dieser Arbeit sowohl vereinzelte Hybriden in Populationen von S. pubescens als auch ganze Populationen, die nur aus Hybriden bestehen, entdeckt. Die sogenannte homoploide Hybridisierung scheint der Ursprung der vereinzelten Hybride zu sein, während die Hybrid-Populationen aus Allopolyploiden bestehen, was auf die Fertilität der Hybride und damit auf ihr Potenzial, schließlich neue Arten zu bilden, hinweist. Die Morphologie ermöglicht die korrekte Identifizierung der beiden Unterarten sowie der Hybriden, mit Ausnahme von Individuen mit unausgeglichener Introgression. Darüber hinaus ergeben die molekularen Daten, dass beide Unterarten monophyletisch sind, während die Art selbst jedoch polyphyletisch ist. Außerdem weisen sie darauf hin, dass die beiden Unterarten durchweg gut differenzierte Entitäten sind und als zwei separate Arten anerkannt werden sollten.

Die Master-Arbeit von Joelle Kröll ist hier veröffentlicht: https://diglib.uibk.ac.at/ulbtirolhs/download/pdf/5341778?originalFilename=true

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Joelle Kröll fertigte die Arbeit am Institut für Botanik bei Univ.-Prof. Mag. Dr. Ilse Kranner (Institutsleiterin) in der Arbeitsgruppe von Univ.-Prof. Mag. Dr. Peter Schönswetter (Stellvertretender Institutsleiter) und Ass. Dr. Pau Carnicero an.

Johanna Knab (Universität Erlangen-Nürnberg)

Konfokalmikroskopische Aufnahme einer Physcomitrium patens Protonemazelle, in deren Plasmamembran ein ChR-2-XXL-GFP Fusionsprotein akkumuliert (grün). Chloroplasten zeigen rote Autofluoreszenz. Maßstab: 15 μm. Aufnahme: Johanna Knab

Johanna Knab erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) im Jahr 2020 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Untersuchungen an CNGC-Kanälen in Physcomitrium patens, sowie Erstellung von optogenetischen Linien und eines pH Markers zum Live-Cell Imaging

Lokaler Ca2+-Import durch CNGC-Kanäle scheint das Spitzenwachstum im Moos (Physcomitrium patens) Protonemata zu beeinflussen und kann durch ein neu etabliertes optogenetisches System untersucht werden.

Pflanzliche „durch zyklische Nukleotide-gesteuerte Kanäle“ (CNGCs) regulieren viele biologische Prozesse von der Pflanzenentwicklung bis hin zum Spitzenwachstum und zu Immunantworten. Im Moos Physcomitrium patens sind acht CNGCs bekannt, deren Funktionen weitgehend unerforscht sind, während in Arabidopsis thaliana bereits eine Beteiligung verschiedener CNGCs am Spitzenwachstum von Wurzelhaaren und Pollenschläuchen gezeigt werden konnte. Um den Einfluss von CNGC Kanälen auf das Spitzenwachstum von Moos-Protonemata zu untersuchen, wurden verschiedene P. patens CNGC Knock-Out Linien mittels CRISPR/Cas Behandlung generiert. Es konnten vier verschiedene cngc Einzel-KO-Linien, zwei cngc Doppel-KO-Linien und eine cngc Triple-KO-Linie erzeugt werden. Die restlichen vier CNGC Gene konnten bisher noch nicht ausgeschaltet werden, was auf essentielle Funktionen dieser Kanäle hinweisen könnte. Die Untersuchung der etablierten cngc KO-linien hat gezeigt, dass drei P. patens CNGCs tatsächlich das Spitzenwachstum in Protonemata beeinflussen. cngc-b, cngc-c und cngc-h Einzel-KO-Linien zeigten eine signifikante Verlängerung von Protonemata-Zellen, genauso wie zwei der cngc-Doppel-KO-Linien. Dieser Effekt war besonders ausgeprägt in der cngc-b/cngc-c Doppel-KO-Linie zu beobachten, was auf additive funktionelle Interaktionen zwischen CNGCc und CNGCb hindeutet.

Darüber hinaus wurden Experimente zur Etablierung eines optogenetischen Systems in P. patens durchgeführt. Die Optogenetik stellt eine zellbiologische Methode dar, mit der sich Prozesse in lebenden Zellen unter dem Einsatz von lichtempfindlichen Proteinen durch Lichtimpulse steuern lassen. In Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. Nagel von der Universität Würzburg wurden transgene P. patens Linien generiert, die ein rekombinantes Channelrhodopsin fusioniert mit einem grün-fluoreszierenden Protein (ChR-2-XXL::GFP) exprimieren. Ähnliche Channelrhodopsine wurden bereits erfolgreich in der Neurobiologie zur Generierung lichtinduzierter Aktionspotentiale eingesetzt. Channelrhodopsin-2 ist ein lichtgesteuerter Kationen-Kanal aus der einzelligen Grünalge Chlamydomonas reinhardtii. Auf der Basis dieses Proteins hat Herr Prof. Dr. Nagel den ChR-2-XXL Kanal entwickelt, der Blaulicht-kontrollierte lokale Stimulation vom Ca2+-Import über die Plasmamembran erlaubt. Dieser Kanal konnte zum ersten Mal in P. patens erfolgreich exprimiert werden und zeigte die gewünschte Lokalisation in der Plasmamembran. Außerdem konnte gezeigt werden, dass eine an eine Chloroplasten-Targeting Sequenz gekoppelte Dioxygenase tatsächlich in Chloroplasten importiert wird, wo sie ausgehend von ß-Carotin Retinal synthetisieren kann, das für die Funktion des ChR-2-XXL Kanals essentiell ist. Mit diesem System solle es jetzt möglich sein, Auswirkungen lokaler durch Blaulicht-Stimulation ausgelöster Zelldepolarisation auf das Spitzenwachstum zu untersuchen.

Am FAU Lehrstuhl für Zellbiologie wird seit vielen Jahren die Rolle von Rac/Rop abhängigen Signalkaskaden in der Kontrolle des Spitzenwachstums von Pflanzenzellen untersucht. Die oben beschriebenen Arbeiten bilden eine hervorragende Grundlage für die zukünftige Untersuchung von funktionellen Interaktionen zwischen Rac/Rop- und Ca2+-abhängigen Signalkaskaden im Moos P. patens.

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Johanna Knab fertigte die Arbeit am FAU-Lehrstuhl für Zellbiologie unter der Aufsicht von Dr. Maria Ntefidou in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Benedikt Kost an.

Lara Hoepfner (Universität Münster)

Adhäsion und Gleiten von Chlamydomonas reinhardtii an eine Oberfläche mittels zwei Flagellen. Mittels TIRF Mikroskopie können diese Dynamiken sichtbar gemacht und analysiert werden (unten). Grafik: Lara Hoepfner

Lara Hoepfner erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Westfälische Wilhelms-Universität Münster im Jahr 2020 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Funktion von Protein N-Glykosylierung in Flagellen vermitteltem Zellgleiten

Veränderte N-Glykosylierung von membranständigen Flagellenproteinen beeinflusst ihre Adhäsion an Oberflächen aber hindert Zellen nicht am Gleiten.

Der Biflagellat Chlamydomonas reinhardtii ist ein beliebter Modelorganismus in der Cilienforschung. Mit ihren Flagellen/Cilien können Zellen dank glykosylierten Membranproteinen an Oberflächen adhärieren und daran entlang gleiten.  

Mittels Massenspektrometrie und Fluoreszenz Mikroskopie wurden Mutanten mit veränderter N-Glykosylierung untersucht mit Hinblick auf Veränderungen im Flagellen-Proteom sowie ihrer Fähigkeit an Oberflächen zu adhärieren und daran entlang zu gleiten. Des Weiteren wurde die Rolle des Flagellen-Membran-Glycoproteins (FMG1-B) im Gleiten mit selbigen Methoden anhand einer knock-down-Mutante analysiert.

Eine veränderte Glykosylierung führt zwar zu einer verringerten Adhäsion, jedoch werden weder Flagellenproteom-Zusammensetzung noch das Gleiten signifikant beeinflusst. Außerdem zeigten die in dieser Arbeit generierten Daten, dass FMG1-B eine möglicherweise geringere Rolle in der Gleitbewegung spielt als seit langem angenommen.

In Zukunft gilt es weitere N-Glykosylierungsmutanten hinsichtlich ihrer Adhäsion und Gleitbewegung zu analysieren und herauszufinden welches N-glycosylierte Protein anstatt oder neben FMG1-B für Adhäsion und Gleiten verantwortlich ist.    

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Lara Hoepfner fertigte die Arbeit am Institut für Biochemie und Biotechnologie der Pflanzen in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Michael Hippler an.

2020

Im Jahr 2020 bewerteten die Repräsentaten der DBG an den Hochschulen Master-Arbeiten aus der Botanik und den Pflanzenwissenschaften. Den Preis für die jeweils beste Master-Arbeit des Jahres erhielten (in alphabetischer Reihenfolge):

Claudia Banse (Humboldt Universität Berlin)
Hämbindung an der GBP sorgt für Feedback-Regulation in der Tetrapyrrolsynthese

Susanne Elisabeth Bleser (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Characteristics of CAM-photosynthesis and anatomic-physiological features of leaves in Aeonium (Crassulaceae)

Nicole Graumann (Universität Bielefeld)
Gene editing mittels CRISPR/Cas9-vermittelter Mutagenese in der Grünalge Volvox carteri

Levke Valena Höche (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)
Der kombinierte Effekt von Populationsherkunft und Inzucht auf pflanzliche Merkmale, die bestäubende Insekten anziehen
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Lara Hoepfner (Westfälische Wilhelms-Universität Münster)
Funktion von Protein N-Glykosylierung in Flagellen vermitteltem Zellgleiten
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Johanna Knab (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, FAU)
Untersuchungen an CNGC-Kanälen in Physcomitrium patens, sowie Erstellung von optogenetischen Linien und eines pH Markers zum Live-Cell Imaging
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Joelle Kröll (Leopold-Franzens-Universität Innsbruck)
Allopolyploidie, Introgression und morphologische Differenzierung in der in den Pyrenäen endemischen Art Saxifraga pubescens
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Elena Lesch (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)
Die Evolution von RNA-Editing-Faktoren in Moosen und funktionale Tests ihrer Funktionen in verschiedenen Modellsystemen
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Fabian Munder (Universität Hamburg)
Elucidating the Mechanism of Protein Translocation into Peroxisomes: Biophysical, Structural and in vivo Characterization of two Peroxisomal Biogenesis Proteins from Arabidopsis thaliana

Mara Schultz (Universität Rostock)
Die Rolle des Proteins HliR1 in Synechocystis sp. PCC 6803 bei der Stressantwort bei Starklichtverhältnissen
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Nora Stingl (Philipps Universität Marburg)
Etablierung und Optimierung von neuen Modellorganismen zur Erforschung der frühen Landpflanzenevolution
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Johanna Wiedener (Universität Leipzig)
Untersuchung eines mixed species-Kultivierungskonzepts für eine kontinuierliche, Photosynthese-getriebene Wasserstoffproduktion
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Mara Schultz (Universität Rostock)

Aufgrund der aktuellen Reisebeschränkungen erhielt Mara Schultz ihre Urkunde nicht an der Universität Rostock von Frau Professorin Birgit Piechulla, sondern von DBG-Präsident Andreas Weber an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der neuen Wirkungsstätte von Schultz. Foto: privat

Mara Schultz erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Rostock im Jahr 2020 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Die Rolle des Proteins HliR1 in Synechocystis sp. PCC 6803 bei der Stressantwort bei Starklichtverhältnissen

Schultz charakterisierte die physiologische Rolle des kürzlich neu annotierten kleinen Proteins HliR1 und belegte dessen Bedeutung während Starklichtstress bei Synechocystis sp. PCC 6803.

Das kleine Protein HliR1 wurde erstmals durch Baumgartner et al. (BMC Microbiol 28:2016) im Genom von Synechocystis annotiert, wo hlir1 vor dem Gen für die Superoxiddismutase (SOD) lokalisiert ist. SOD ist in der Zelle an der Entfernung von reaktiven Sauerstoffspezies beteiligt, welche insbesondere bei Starklichtstress auftreten.

Zur Analyse der physiologischen Rolle von HliR1 in Synechocystis standen mehrere Mutanten zur Verfügung, in denen der Protein-kodierende bzw. RNA-kodierende Teil von hliR1 deletiert waren. Weiterhin wurde ein Stamm untersucht, in dem HliR1 in der Mutante exprimiert wurde. Diese Stämme hat Schultz bezüglich des Wachstumes unter verschiedenen Bedingungen phänotypisch, biochemisch und molekularbiologisch charakterisiert. Außerdem wurde angestrebt, Interaktionen von HliR1 mit anderen Proteinen nachzuweisen.

Die physiologischen Untersuchungen zeigten, dass HliR1 eine wichtige Rolle bei Starklichtstress spielt. Die Mutante mit deletierter Protein-kodierender Sequenz konnte nicht bei Starklicht wachsen, während die Expression von hliR1 in dieser Mutante den Phänotyp aufhob. Allerdings konnten weder Änderungen der SOD-Aktivität noch eine HliR1-SOD Interaktion nachgewiesen werden, die diesen Phänotyp erklärt hätten. Untersuchung von Protein-Protein Interaktionen legen nahe, dass HliR1 mit verschiedenen Proteinen, die an Aufbau und Reparatur von Photosystem II beteiligt sind, interagieren könnte. Dieser Befund deutet an, das HliR1 eine Rolle bei der Reparatur des Photosystems II unter Starklichtstress spielen könnte.

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Mara Schultz fertigte die Arbeit am Institut für Biowissenschaften in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Martin Hagemann an.

Johanna Wiedener (Universität Leipzig)

Schematische Abbildung eines mixed species-Ansatzes von Synechocystis sp. PCC 6803 (Syn6803) und einem heterotrophen, aeroben Bakterium, um Sauerstoff aus der Reaktion zu entfernen, damit eine Wasserstoffbildung durch das Cyanobakterium möglich ist (oben) und Co-Kultivierung als Biofilm in einem Kapillar-Reakor (unten). Grafik und Foto: Johanna Wiedener

Johanna Wiedener erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Leipzig im Jahr 2020 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Untersuchung eines ‚mixed species’ Kultivierungskonzepts für eine kontinuierliche, Photosynthese-getriebene Wasserstoffproduktion

Eine Co-Kultivierung von photosynthetischen Cyanobakterien und Sauerstoff-veratmenden Bakterien ermöglicht eine licht-getriebene, kontinuierliche Wasserstoffproduktion aus Wasser.

Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft. Neben einer technischen Herstellung von Wasserstoff durch Elektrolyse von Wasser mittels erneuerbarer Energien (Solar-/Windkraft), sind auch biologische Ansätze möglich. Vielversprechend sind dabei Cyanobakterien, die mittels Licht ebenfalls Wasser spalten können um damit Elektronen für Biosynthesen zu ,,gewinnen‘‘. Dieser Prozess ist als oxygene Photosynthese bekannt. In Cyanobakterien können dabei die aus der Wasserspaltung gewonnen Elektronen alternativ auch in die enzymatische Synthese von Wasserstoff ,,fließen‘‘.

Die vorliegende Arbeit widmete sich der lichtabhängigen Wasserstoffproduktion im Modelstamm Synechocystis sp. PCC 6803 - und im speziellen dem Dilemma, dass die zur Wasserstoffproduktion nötigen Hydrogenasen Elektronen aus der Photosynthese beziehen, aber gleichzeitig durch den bei der Photosynthese ebenfalls entstehenden Sauerstoff inaktiviert werden. In der Masterarbeit wurde erstmals das Milieu durch Co-Kultivierung von Synechocystis mit einem heterotrophen Bakterium anaerob gehalten und dadurch eine über mehrere Stunden messbare Wasserstoffsynthese erreicht. Dabei konnte zweifelsfrei belegt werden, dass die Elektronen für die Wasserstoffsynthese tatsächlich aus der photosynthetischen Wasserspaltung stammen. Darüber hinaus konnten die Beobachtungen auch auf ein alternatives Kultivierungskonzept übertragen werden: einen bakteriellen Biofilm. Multi-species-Biofilme stellen die natürliche Lebensweise von Mikroorganismen dar und bieten den Vorteil einer verbesserten Toleranz gegenüber ungünstigen Umweltbedingungen. Aus technischer Sicht ermöglichen Sie eine langfristige, stabile Kultivierung von Mikroorganismen, da diese, solange es genügend Nährstoffquellen gibt, alle erforderlichen Elemente selbst herstellen, sich somit also selbst regenerieren können. In Biofilmen konnte sogar nach mehreren Wochen noch eine signifikante Wasserstoffsynthese dokumentiert werden. Es wurde dabei belegt, dass es tatsächlich der cyanbakterielle Partner ist, der diesen Wasserstoff produziert. Wenngleich noch viele Probleme zu lösen sind, wurde im Rahmen dieser Arbeit der biologische Ansatz zur Produktion von Wasserstoff einen bedeutenden Schritt in Richtung einer Anwendung gebracht.

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Johanna Wiedener fertigte die Arbeit am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) Leipzig im Department Solare Materialen in der Abteilung von Prof. Andreas Schmid unter der Leitung von PD Dr. Stephan Klähn an.

Elena Lesch (Universität Bonn)

PPR78 vermittelt C-zu-U-RNA-Editing im Modellmoos Physcomitrium patens an zwei Stellen: cox1eU755SL und rps14eU137SL. Der Editingfaktor bleibt in Moosen allerdings auch konserviert, wenn Editing gar nicht mehr nötig ist, weil bereits ein U in der RNA steht oder das Editing abwesend oder stark reduziert ist, wie hier exemplarisch für Anomodon attenuatus gezeigt. Eine weitere Editingstelle, die die Konservierung eines PPR78 Orthologs erklären könnte, wurde identifiziert: ccmFNeU1465RC. In Hypnum cupressiforme wird keine der drei Stellen editiert und PPR78 ist möglicherweise verloren gegangen. Eingebracht ins Bakterium Escherichia coli war PPR78 in der Lage, C-zu-U Editing an allen drei Zielsequenzen durchzuführen. Grafik: Elena Lesch

Elena Lesch erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn im Jahr 2020 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Die Evolution von RNA-Editing-Faktoren in Moosen und funktionale Tests ihrer Funktionen in verschiedenen Modellsystemen

Die Expression von RNA-Editing-Faktoren aus Moosen in evolutionär weit entfernten Modellorganismen gibt Aufschluss über ihre Funktion und Koevolution mit ihren Zielsequenzen

RNA-Editing verändert die Sequenzen der RNA-Kopien der Gene in den Chloroplasten und Mitochondrien der Pflanzen. An spezifischen Stellen wird das RNA-Nukleotid Cytidin (C) in Uridin (U) verwandelt. Verantwortlich sind so genannte PPR-Proteine (Pentatricopeptid-Repeat), die an ihre Ziele in den RNAs binden und dort ein C in ein U verwandeln. Ein solcher Faktor ist PPR78 mit seinen zwei Editingstellen in den RNAs für cox1 und rps14 in den Mitochondrien des Modellmooses Physcomitrium patens. Verblüffender Weise bleibt PPR78 in der Evolution der Moose vorhanden, wenn das RNA-Editing gar nicht mehr nötig ist, weil ein U von vornherein schon in der RNA vorhanden ist (entsprechend einem T in der DNA der Gene) oder sehr stark reduziert ist (siehe Abbildung). So ergab sich die Vermutung, dass PPR78 eine weitere, noch unbekannte Aufgabe hat. Mit bioinformatischen Methoden konnte ein weiteres Editing-Ziel für PPR78 in der ccmFN-RNA vorhergesagt und nachgewiesen werden. PPR78 konnte außerdem erfolgreich ins Bakterium Escherichia coli eingeschleust werden, das als bakterielles Modellsystem jüngst von uns etabliert worden ist (Oldenkott et al. [1]), und war dort in der Lage, nicht nur in seinen ursprünglich aus dem Modellmoos Physcomitrium patens bekannten Zielen in cox1 und rps14 an der richtigen Stelle ein C in U zu verwandeln sondern auch in seinem ganz neu erkannten Ziel in der ccmFN-RNA. Damit eröffnen sich viele weitere Möglichkeiten, in der Zukunft mit passenden PPR-Proteinen ganz zielgenau die Sequenzen von RNAs in verschiedensten Organismen zu verändern.

[1] Oldenkott, B., Yang, Y., Lesch, E., Knoop, V., Schallenberg-Rüdinger, M. (2019): Plant-type pentatricopeptide repeat proteins with a DYW domain drive C-to-U RNA editing in Escherichia coli. Commun Biol 2, 85. https://doi.org/10.1038/s42003-019-0328-3

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Elena Lesch fertigte die Arbeit am Institut für Zelluläre und Molekulare Botanik in der Arbeitsgruppe „Molekulare Evolution“ an und wurde von Prof. Dr. Volker Knoop und Dr. Mareike Schallenberg-Rüdinger betreut.

21. Jan 2021

Auszeichnungen für beste Master-Arbeiten verliehen

Die Preisträger*innen erhielten die Urkunden für ihre genetischen, physiologischen oder evolutionsbiologischen Forschungsarbeiten. Viele umfassten mehrere Disziplinen. Fotos: Preisträger*innen bzw. Kontaktpersonen an den Universitäten

Auch wenn  die Verleihungen und die Übergabe der Urkunden dieses Jahr Pandemie-bedingt auf Distanz und nicht bei Abschlussfeiern stattfanden, konnte die DBG wieder mehrere herausragende Master-Abschlussarbeiten in den Pflanzenwissenschaften auszeichnen. Die vielfältigen Arbeiten aus den 12 Hochschulen, von denen die DBG Mitteilungen erhielt, thematisierten: 

  • CAM-Photosynthese und physiologische Charakteristika
  • Pflanzenmerkmale und Attraktivität für bestäubende Insekten
  • wie eine Glykosilierung die Geißel-Bewegung beeinflusst
  • Evolution der RNA im Moos Physcomitrium patens
  • Tetrapyrrol-Synthese
  • in vivo-Analyse der Protein Translokation in Peroxisomen
  • physiologische Stressantwort in Synechocystis
  • neue Modellorganismen zur Erforschung der frühen Landpflanzen-Evolution
  • wie Genom-Duplikationen und wiederkehrende Hybridisierung die Artbildung beeinflusst
  • zwei neue Methoden: neu etabliertes optogenetisches System, Genom-Editierung mittels CRISPR/Cas9 in der Grünalge Volvox carteri
  • wie man kontinuierlich Wasserstoff produzieren könnte, wenn man verschiedene Organismen geschickt miteinander kombiniert.

Die DBG dank den Kontaktpersonen an den Universitäten, für Ihr Engagement bei der Auswahl der besten Master-Arbeiten des vergangenen Jahres, die in diesem Jahr mehrheitlich an weibliche Forschende verliehen wurden.

Zu den Titeln, Preisträger*innen, Bildern und Abstracts

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17. Mär 2021

Erster HOT-TOPIC Workshop thematisiert RNA

RNAs in Pflanzen werden das Thema des ersten Eduard-Strasburger HOT-TOPIC Workshops sein. Unter dem Titel It’s in your RNA - Emerging new techniques to unravel transcriptional and post-transcriptional regulation in plants on a global scale (Es ist in deiner RNA - Innovative Methoden zur Entschluesselung transkriptioneller und post-transkriptioneller Regulation in Pflanzen) soll die DBG-geförderte Veranstaltung für den wissenschaftlichen Nachwuchs am 18. und 19. November 2021 am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld möglichst in Präsenz stattfinden. Sobald die eingeladenen Rednerinnen und Redner sowie Programm und Website der von Dr. Marlene Reichel und Dr. Elisabeth Fitzek-Campbell (beide Universität Bielefeld) organisierten Konferenz stehen und die Registrierung eröffnet ist, werden wir sie unterrichten.

2021

Im Jahr 2021 bewerteten die Repräsentaten der DBG der einzelnen Hochschulen Master-Arbeiten aus Pflanzenwissenschaft und Botanik. Den Preis für die jeweils beste Master-Arbeit des Jahres erhielten (in alphabetischer Reihenfolge):

Paul Buschbeck (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Klonierung und funktionelle Charakterisierung von Enzymen der Violaxanthin-Synthese aus Chromalveolaten
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David Clara (Universität Innsbruck)
Tragen natürlich vorkommende bakterielle Samen-Mikroorganismen zur Keimung von Sojabohnen bei?
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Josephine Dieckmann (Universität Rostock)
Ist die 2-Phosphoglycolat vermittelte Regulation der ADP-Glucose-Pyrophosphorylase an der Bewegung der Stomata beteiligt?

Maxim Faroux (Universität Kiel)
The aquaporin PIP2;1 as a potential interaction partner of PSKR1
(dt: Das Aquaporin PIP2;1 als potenzieller Interaktionspartner von PSKR1)
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Maleen Hartenstein (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)
Untersuchung der interspezifischen Plasmodesmata und anatomische Charakterisierung der Infektionsstellen zwischen Cuscuta reflexa und ihren Wirtspflanzen
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Anna-Sophie Hawranek (Universität Wien)
Der Einfluss wiederkehrender Ursprünge und des Genflusses auf die genetische Struktur allopolyploider Knabenkräuter (Dactylorhiza, Orchidaceae)
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Jessica Klekar (TU Dresden)
Karyotyp-Evolution in der Gattung Beta
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Madita Knieper (Universität Bielefeld)
Die Funktion des Cyclophilins CYP20-3 im Redox-regulatorischen Netzwerk des Chloroplasten
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Julia Metzsch (Justus-Liebig-Universität Gießen)
Untersuchung zum Status von Jurinea cyanoides (L.) Rchb., in einem naturschutzfachlichen Kontext
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Kristina Munzert (Philipps-Universität Marburg)
Charakterisierung von Mutanten, welche die Hypersuszeptibilität von stärkefreien Arabidopsis thaliana gegenüber Colletotrichum higginsianum unterdrücken
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Lea-Franziska Reekers (Westfälische Wilhelms-Universität Münster)
A detailed localization analysis of enzymes involved in Lewis a-epitope formation in Arabidopsis thaliana
(dt. Eine detaillierte Analyse der Enzyme, die in die Synthese von Lewis a-Epitopen in Arabidopsis thaliana involviert sind)
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Ronja Rüdel (Universität Salzburg)
Experimentelle Evolution von Zinktoleranz bei Pseudomonas syringae und deren Einfluss auf die Infektion von Zink-akkumulierenden Pflanzen
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Michelle Schlösser (Universität Bonn)
Charakterisierung der ER-lokalisierten Glutaredoxine GRXC3 und GRXC4 in Arabidopsis
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Sebastian Triesch (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
Evolution differentieller Genexpression in Brassicaceen mit C3-C4 intermediärer Photosynthese
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Dorothea Vesely (Universität Leipzig):
Investigation of terpene biosynthesis in cyanobacteria (dt. Untersuchungen zur Terpen-Biosynthese in Cyanobakterien).
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Raphael von Büren (Universität Basel)
Contrasting habitat requirements of the abundant alpine tussock graminoids Carex curvula and Nardus stricta
(Dt.: Unterschiedliche Habitatansprüche der beiden häufigen alpinen Horstgräsern Carex curvula und Nardus stricta)
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Julia Metzsch (Justus-Liebig-Universität Gießen)

Die bedrohte Art Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides) in einem Naturschutzgebiet in Süddeutschland. Foto: Julia Metzsch

Julia Metzsch erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Justus-Liebig-Universität Gießen im Jahr 2021 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: "Untersuchung zum Status von Jurinea cyanoides (L.) Rchb., in einem naturschutzfachlichen Kontext"

Die Arbeit untersucht Ursachen zum Rückgang der seltenen Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides) und soll so einen Beitrag zum Schutz der Art leisten.

Jurinea cyanoides (L.) Rchb. ist eine in Deutschland beheimatete und bedrohte Art, deren Bestände trotz diverser naturschutzfachlicher Maßnahmen weiterhin rückläufig sind. In dieser Arbeit wurde daher ein Überblick über den Status der bedrohten Art gegeben und mögliche Gründe für den Rückgang von J. cyanoides identifiziert.

Hierzu wurde eine populationsgenetische Analyse mittels AFLP (Amplified Fragment Length Polymorphism) durchgeführt und anhand von Artenlisten eine vergleichende Standortcharakterisierung gemacht. Zum Abschluss wurden die aktuellen Schutzmaßnahmen bewertet.

Die Ergebnisse zeigten, dass ein Rückgang von J. cyanoides aufgrund von populationsgenetischen Faktoren ausgeschlossen werden konnte, während die Standortcharakterisierungen keine eindeutigen Ergebnisse lieferten. Weiterhin stellte die Beweidung durch Schafe und Esel eine positiv bewertete Maßnahme dar, während von einer Einzäunung der Flächen eher abzuraten ist.

Durch die hier gewonnenen Erkenntnisse soll ein Beitrag zum Schutz der bedrohten Art J. cyanoides  geleistet werden.

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Julia Metzsch fertigte die Arbeit am Institut für Botanik in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Volker Wissemann (Justus-Liebig Universität Gießen) und in Kooperation mit Prof. Dr. Birgit Gemeinholzer (Universität Kassel) an.
 

Maleen Hartenstein (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)

Konfokalmikroskopische Aufnahme eines Querschnittes durch ein Haustorium von Cuscuta reflexa, 8 Tage nach der Infektion von Arabidopsis thaliana. C. reflexa verbindet sich mit dem Leitgewebe ihres Wirtes. Die Zellwände wurden mit Pseudo-Schiff Propidiumiodid gefärbt. Längenstandard: 150 µm. Aufnahme: Maleen Hartenstein

Maleen Hartenstein erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Jahr 2021 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Untersuchung der interspezifischen Plasmodesmata und anatomische Charakterisierung der Infektionsstellen zwischen Cuscuta reflexa und ihren Wirtspflanzen

Die parasitäre Pflanze Cuscuta reflexa manipuliert ihren Wirt und induziert die Bildung interspezifischer Plasmodesmata, um ungehinderten Zugang zu den Assimilaten ihrer Wirtspflanze zu erhalten.

Plasmodesmata sind essentiell für die Zell-Zell-Kommunikation und den Austausch von Makromolekülen zwischen benachbarten Zellen und Geweben in höheren Pflanzen. Die parasitisch lebende Pflanze Cuscuta reflexa (dt. Teufelszwirn, Kleeseide) geht zu ihren Wirtspflanzen symplastische Verbindungen über Plasmodesmata ein. C. reflexa ist ein Sprossparasit ohne Wurzeln und Blätter und somit vollständig abhängig von den Nährstoffen seiner Wirte. Um Zugang zu den Assimilaten der Wirtspflanzen zu erhalten, dringt C. reflexa mit Haustorien in das Wirtsgewebe ein. Aus den Haustorien wachsen Suchhyphen aus, die über Plasmodesmata eine direkte Verbindung zum Leitgewebe des Wirtes schaffen. C. reflexa wird daher als Modell zu Untersuchung neugebildeter interspezifischer Plasmodesmata verwendet.

In dieser Arbeit wurden unter anderem anatomische Analysen der Kontaktstellen zwischen den Suchhyphen von C. reflexa und dem Assimilat-leitenden Phloem des Wirtes durchgeführt. Dafür wurde die Pseudo-Schiff Propidiumiodid (PS-PI)-Färbung als Methode zu Visualisierung der interspezifischen Kontakte etabliert. Mithilfe der PS-PI-Färbung konnte unter anderem die charakteristische Handstruktur einer Suchhyphe von C. reflexa visualisiert werden, die spezifisch in Kontakt mit Phloemzellen des Wirtes getreten ist. Zudem wurden für weitere Untersuchungen der Infektionsstellen verschiedene Markerlinien mit C. reflexa infiziert. Dadurch konnte gezeigt werden, dass durch C. reflexa die Bildung neuen Phloemgewebes im Wirt induziert wird. Zudem wurde durch die Infektion einer weiteren Markerlinie ersichtlich, dass C. reflexa die Bildung neuer Plasmodesmata im Phloem und im Rindengewebe des Wirtes induziert. Außerdem wurde gezeigt, dass C. reflexa in der Lage ist symplastische Verbindungen zur cher1-Mutante herzustellen, obwohl diese in der Bildung von Plasmodesmata gestört ist. Zuletzt wurde nachgewiesen, dass im Verlauf einer Infektion mit C. reflexa die Expression einiger Plasmodesmata-assoziierter Gene aus A. thaliana induziert wird.

Das Signal, das die Bildung von Plasmodesmata zwischen Wirt und Parasit auslöst, ist jedoch noch unbekannt und daher Gegenstand zukünftiger Untersuchungen.

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Maleen Hartenstein fertigte die Arbeit am Lehrstuhl für Molekulare Pflanzenphysiologie unter der Betreuung von PD Dr. Ruth Stadler in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Markus Albert an.

Anna-Sophie Hawranek (Universität Wien)

Links: Analysen der genetischen Populationsstruktur sowie Berechnungen von Migrationsraten zeigen stärkeren Genfluss von den diploiden Elternarten zu ihren tetraploiden Tochterarten im Vergleich zur gegensätzlichen Richtung. Auch zwischen den drei Tetraploiden findet, unseren Daten, aber auch anderen Studien zufolge (z.B. Balao et al. 2016 Heredity 116 S. 351-361), bis heute ein Austausch genetischen Materials statt. Rechts: Die evolutionäre Geschichte der drei analysierten allotetraploiden Knabenkräuter offenbart sich in unabhängigen Ursprüngen während Wärmeperioden des Quartärs. Wie bereits zuvor gezeigt (Brandrud et al. 2020 Systematic Biology 69, S. 91-109), deuten auch unsere Analysen auf Dactylorhiza majalis als älteste Art, gefolgt von D. traunsteineri und der jüngsten Art D. purpurella hin. Die effektive Populationsgröße Ne (jener sich fortpflanzender Anteil einer Population) spiegelt sowohl das Alter als auch die unterschiedlichen Verbreitungsmuster der drei Arten wieder. Dactylorhiza majalis und D. traunsteineri zeigen im Vergleich zu D. purpurella eine wesentlich höhere Ne. Die jüngere D. traunsteineri überragt jedoch unseren Berechnungen zufolge die ältere D. majalis – eine Beobachtung, welche durch den höheren Grad an Kontinuität des Verbreitungsgebietes von D. majalis erklärt werden kann. Im Gegensatz dazu wächst D. traunsteineri in drei disjunkten Arealen. Grafiken: Anna-Sophie Hawranek

Anna-Sophie Hawranek erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Wien im Jahr 2021 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Der Einfluss wiederkehrender Ursprünge und des Genflusses auf die genetische Struktur allopolyploider Knabenkräuter (Dactylorhiza, Orchidaceae)

Die Arbeit analysiert die evolutionäre Geschichte dreier allotetraploider Knabenkräuter, welche von denselben Elternarten abstammen, basierend auf genomischen Daten, fortgeschrittenen bioinformatischen Analysen und Koaleszenzmethoden.

Die vollständige Genomduplikation, welche zu Polyploidie führt, prägt die Evolution sowohl von Pflanzen als auch von anderen Organismengruppen. Die Eurasischen Knabenkräuter stellen aufgrund der Knappheit ihrer bevorzugten Habitate, gefährdete Arten dar – fünf dieser Arten wurden in dieser Studie näher untersucht: die drei allotetraploiden Schwesternarten Dactylorhiza majalis, D. purpurella und D. traunsteineri gemeinsam mit ihren diploiden Elternarten D. fuchsii und D. incarnata.

In der vorgestellten Studie dient ein Referenzgenom von Dactylorhiza incarnata (der väterlichen Art) als Basis um genomweite Sequenzen von mehr als 200 Individuen der drei Tetraploiden analysieren zu können. Speziell auf Polyploide abgestimmte bioinformatische Programme ermöglichen dabei populationsgenetische Fragestellungen unter Berücksichtigung des tetraploiden Chromosomensatzes zu adressieren.

Wie anhand von populationsgenetischen Clusteranalysen ersichtlich, prägen einerseits geographische Isolation, andererseits überlappende Verbreitungsareale die genetische Struktur der allopolyploiden Knabenkräuter. Weiters findet signifikant mehr Genfluss von den diploiden Elternarten zu den Allopolyploiden statt als umgekehrt, doch auch unter den Allopolyploiden gibt es einen beträchtlichen Austausch genetischen Materials, sodass die drei vorgestellten Arten zumindest noch nicht vollständig reproduktiv isoliert sind, obgleich zumindest drei verschiedene, den drei beschriebenen Arten weitgehend zuordenbare, Genpools ersichtlich sind.

Trotz der Häufigkeit von Polyploidie auf (makro)evolutionärer Ebene, kommt die Entstehung polyploider Arten dennoch nur selten vor. Zusätzlich weisen polyploide Populationen im Anfangsstadium geringe Größen und wenig genetische Variation auf. Dieser enge Genpool kann durch Kreuzung mit verwandten Arten erweitert werden und dies scheint auch bei den Knabenkräutern der Fall zu sein.

Ein Blick weiter zurück in die Vergangenheit offenbart drei unabhängige Ursprünge aus denselben Elternarten innerhalb verschiedener Interglazialperioden, also den Wärmeperioden, während des Quartärs. Demographische Modellierungen bestätigen bereits zuvor erlangte Ergebnisse bezüglich der Entstehungsreihenfolge der Polyploiden: mit ca. 594.000 Jahren ist D. majalis, eine kräftige, große Orchidee mit kontinentaleuropäischer Verbreitung, die älteste der drei Arten. Dactylorhiza traunsteineri wird auf ca. 430.000 Jahre geschätzt, sie zeigt ein verstreutes Verbreitungsgebiet mit einem allopatrischen (also von den anderen beiden Arten isolierten) Gebiet in Skandinavien, einer mit D. majalis sympatrischen Zone in den Alpen und einem zweiten sympatrischen Areal mit D. purpurella auf den Britischen Inseln. Dieses sogenannte disjunkte Verbreitungsmuster trägt zur höheren genetischen Variation bei und könnte sich in der (im Vergleich zu D. majalis) größeren effektiven Populationsgröße widerspiegeln. Die jüngste der drei untersuchten Arten ist D. purpurella mit ca. 3.100 Jahren, sie kommt auf den Britischen Inseln sowie in Teilen von Westskandinavien vor.

Der gewählte methodologische Ansatz fußend auf Bayesianischer Analyse, polyploide Genomsequenzen erst ihren diploiden Ursprüngen zuzuordnen, um sie dann getrennt voneinander als diploide Datensätze zu analysieren, wird in dieser Arbeit beschrieben. Spezielle bioinformatische Skripte zur Datenverarbeitung wurden dem Anhang der Arbeit beigefügt.

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Anna-Sophie Hawranek fertigte die Arbeit am Department für Botanik und Biodiversitätsforschung in der Arbeitsgruppe von Assoc.-Prof. Dr. Ovidiu Paun an.

Weiterlesen in Hawraneks Master-Arbeit: https://plantgenomics.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/p_plantgenomics/News/Hawranek_DactThesis.pdf

Jessica Klekar (TU Dresden)

Ausgewählte Rübenarten der Sektionen Beta (obere Reihe) und Corollinae (untere Reihe) im Vergleich. Alle Pflanzen wurden unter Gewächshausbedingungen kultiviert, adulte Pflanzen sind älter als ein Jahr, Jungpflanzen sind circa vier Monate alt. Aufnahmen: J. Klekar

Jessica Klekar erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der TU Dresden im Jahr 2021 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Karyotyp-Evolution in der Gattung Beta

Durch Barcoding der Chromosomen von Zuckerrüben und eng verwandten Arten konnten grob strukturelle Veränderungen als Artgrenzen nachgewiesen werden.

Die Zytogenetik als wichtiges Teilgebiet der Genetik beschäftigt sich mit der Chromosomenstruktur und -zusammensetzung, um diese mit phänotypischen Erscheinungen zu verknüpfen. Bei den meisten Pflanzen lassen sich die Chromosomen anhand einfacher Färbungen oder ähnlichem nicht unterscheiden, sodass eine Karyotypisierung oftmals weitere Markierungsverfahren erfordert. Mithilfe 45-nukleotidlanger Oligo-Sequenzen wurde ein zweifarbiger Barcode zur Identifikation der neun Chromosomenpaare der Zuckerrübe Beta vulgaris mittels Fluoreszenz-in situ-Hybridisierung (FISH) entwickelt und auf das Erbgut der nah verwandten Arten angewendet. Neben der Bestätigung der perizentrischen Inversion auf Chromosom 5 von Beta patula konnte eine parazentrische Inversion auf Chromosom 7 von Beta macrocarpa anhand eines veränderten Barcodes identifiziert werden. Die gewonnenen Kenntnisse über die strukturellen chromosomalen Unterschiede zwischen den Arten sind nicht ausschließlich als Artgrenzen zu verstehen, sondern können auch Hinweise für die hohe Heterogenität der Wildarten sein. Dies könnte züchterische Relevanz erlangen, falls auf den betroffenen Chromosomen der Wildarten Resistenzgene gegenüber Krankheiten identifiziert werden können, welche in der kultivierten Zuckerrübe nicht (mehr) vorhanden sind.

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Jessica Klekar fertigte die Arbeit am Lehrstuhl für Zell- und Molekularbiologie der Pflanzen in der Arbeitsgruppe von Dr. Tony Heitkam an.

Kristina Munzert (Philipps-Universität Marburg)

Beispielhafte Darstellung des Screenings der Hypersuszeptibilitäts-Suppressor Mutanten im stärkefreien A. thaliana Hintergrund. Die Pflanzen wurden nach 12 Tagen mit C. higginsianum infiziert, um auf resistente Mutanten im Vergleich zur stärkefreien A. thaliana-Mutante pgm (rote Marker) zu selektieren. Foto: Kristina Munzert

Kristina S. Munzert erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Philipps-Universität Marburg im Jahr 2021 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: "Charakterisierung von Mutanten, welche die Hypersuszeptibilität von stärkefreien Arabidopsis thaliana gegenüber Colletotrichum higginsianum unterdrücken"

Munzert kartierte Arabidopsis-Suppressor-Mutanten Kohlenhydrat-abhängiger Pathogen-Hypersuszeptibilität und charakterisierte Veränderungen in der Pathogenabwehr dieser Linien.

Stärkefreie Arabidopsis-Pflanzen zeigen eine stark erhöhte Suszeptibilität gegenüber dem hemibiotrophen Pathogen C. higginsianum, da die mangelnde Kohlenhydrat-Verfügbarkeit die Abwehrreaktion der Pflanze limitiert. Davon betroffen sind z.B. die Zusammensetzung der pflanzlichen Zellwand als Penetrationsbarriere, sowie die Produktion von Sekundärmetaboliten für die Pathogenabwehr. Mittels eines vorwärtsgenetischen Ansatzes konnten EMS-mutagenisierte stärkefreie Pflanzen identifiziert werden, die eine Suppression der Hypersuszeptibilität zeigten. Die selektierten Mutanten wurden über biochemische Analysen und Infektionsassays untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass sich die erhöhte Resistenz teilweise in der frühen biotrophen Interaktion mit C. higginsianum etabliert und dass es zu Veränderung in der Zellwandzusammensetzung, sowie in der Produktion von Sekundärmetaboliten kam. Die spezifischen Veränderungen in Pektin- und Hemizellulosepolymeren der Zellwand könnten den Penetrationserfolg von C. higginsianum direkt beeinträchtigen oder die induzierte Abwehrantwort der Pflanze beeinflussen. Erhöhte Mengen des Phytohormons Salicylsäure und des Phytoalexins Camalexin wurden teilweise unabhängig von einer Pathogeninfektion detektiert und könnten auf ein Priming der Mutanten mit Abwehrstoffen vor der Infektion hindeuten und eine früh etablierte Resistenz begründen. Neben der physiologischen Charakterisierung wurden die ursächlichen Mutationen im Genom der selektierten Mutanten mittels Next-Generation Sequencing kartiert.

Die von Colletotrichum spp. ausgelöste Anthraknose ist eine stark ertragsmindernde Pflanzenkrankheit, deren Effekte durch ein besseres Verständnis der pflanzlichen Abwehr nach Befall mit Colletotrichum spp. gemindert werden könnten.

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Kristina S. Munzert fertigte die Arbeit am Fachbereich Biologie der Philipps-Universität Marburg unter Aufsicht von Dr. Timo Engelsdorf in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Lars Voll an.

Ronja Rüdel (Universität Salzburg)

Ronja Rüdel erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Paris Lodron Universität Salzburg im Jahr 2021 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: "Experimentelle Evolution von Zinktoleranz bei Pseudomonas syringae und deren Einfluss auf die Infektion von Zink-akkumulierenden Pflanzen"

Wie Rüdel zeigt, sind Pflanzenpathogene in der Lage, rasch höhere Zink-Toleranzen zu entwickeln und damit Schwermetall-hyperakkumulierende Pflanzen zu infizieren, selbst wenn diese erhöhte Mengen an Zink einlagern. Dieses Ergebnis unterstützt die elemental defence hypothesis und legt einen Zusammenhang zwischen Pflanzenpathogenen und der Evolution von Schwermetalleinlagerung in Pflanzen nahe.

Die verstärkte Speicherung von Schwermetallen im Blattgewebe kann als Schutzmechanismus der Pflanze gegen Pathogene dienen, was als elemental defence hypothesis bekannt ist. Das Ziel dieser Studie war es, die Metallhyperakkumulation in einen coevolutionären Zusammenhang mit Pflanzenpathogenen zu bringen. 

In dieser Studie wurde ein Pseudomonas syringae pv. maculicola Laborstamm in vitro auf erhöhten Zinkkonzentrationen evolviert, um Stämme mit einer höheren Zinktoleranz zu erhalten. Die evolvierten Bakterienstämme wurden dann in vitro auf ihre tatsächliche Zinktoleranz hin getestet. Schließlich folgten Infektionsversuche mit der Zink-akkumulierenden Pflanze Noccaea caerulescens, um die Virulenz der evolvierten, zinktoleranten Bakterienstämme in diesen Pflanzen zu untersuchen.

Die Ergebnisse dieser Studie belegen, dass es möglich ist, Bakterienstämme in nur wenigen Runden experimenteller Evolution zu einer höheren Zinktoleranz zu evolvieren. Die evolvierten Stämme waren in der Lage, Pflanzen zu infizieren, die mittlere bis hohe Zinkkonzentrationen angereichert hatten, während der ursprüngliche Pseudomonas syringae Stamm bei diesen Pflanzen reduzierte Wachstumsraten aufwies. Diese Ergebnisse unterstützen die elemental defence hypothesis und beleuchten coevolutionäre Prozesse zwischen Pflanzenpathogenen und dem Merkmal der Schwermetall-Hyperakkumulierung in Pflanzen.

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Ronja Rüdel fertigte die Arbeit am Fachbereich für Biowissenschaften der Universität Salzburg unter der Betreuung durch Dr. Anja Hörger in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Hans-Peter Comes an.

Sebastian Triesch (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)

GUS-Färbung eines Arabidopsis thaliana Blattes. In zwei gentechnisch veränderten A. thaliana Linien wurde das GUS-Reportergen unter der Kontrolle zweier regulatorischen Elemente (Promotoren) exprimiert. Die C3-Variante des Promotors bewirkt eine GUS-vermittelte Blaufärbung des gesamten Blattes. Der regulatorische Bereich aus der C3-C4 intermediären Pflanze besitzt eine strukturelle genetische Variation und vermittelt GUS-Färbung nur entlang der Blattadern. Aufnahme: Sebastian Triesch

Sebastian Triesch erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf im Jahr 2021 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Evolution differentieller Genexpression in Brassicaceen mit C3-C4 intermediärer Photosynthese

C3-C4-intermediäre Pflanzen erlauben einen Einblick in die Evolution der hochkomplexen C4 Photosynthese. In dieser Arbeit wurden genetische Mechanismen untersucht, die der C3-C4 intermediären Photosynthese unterliegen.

Die Photosynthese, der zentrale Weg der Energiegewinnung der Pflanzen, leidet unter der Affinität des Enzyms Rubisco zu atmosphärischem Sauerstoff. Wenn Rubisco mit Sauerstoff reagiert, kommt es zur Bildung toxischer Nebenprodukte. In der Evolution entstand daher über 60-mal unabhängig voneinander die so genannte C4 Photosynthese, eine effizientere Form des pflanzlichen Stoffwechsels. Die C4-Photosynthese ist hoch komplex und kommt nur in wenigen wichtigen Kulturpflanzen vor. Um ihre Evolution besser zu verstehen und die genetischen Mechanismen zu finden, die ihr zugrunde liegen, können Pflanzen helfen, die sich evolutionär „auf dem Weg“ zur C4 Photosynthese befinden. Zu diesen C3-C4 intermediären Pflanzen gehört zum Beispiel Diplotaxis tenuifolia, auch Rucola genannt. 

Um die genetischen Grundlagen der C3-C4 intermediären Photosynthese zu untersuchen, wurden die Genome von über 20 Arten aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) verwendet. Im speziellen wurden genetische Merkmale gesucht, die mit dem Auftreten des C3-C4 intermediären Phänotyps korrelieren.

Eine wichtige Strategie in der Evolution der C3-C4 intermediären Photosynthese ist die zell-spezifische Aktivität bestimmter Gene. In der Arbeit konnte gezeigt werden, dass ein Gen, das eine wichtige Rolle in der Photosynthese spielt, in C3-C4 Pflanzen nur entlang der Blattvenen aktiv ist (s. Bild). In C3-Pflanzen dagegen ist das Gen im ganzen Blatt aktiv. Auf genetischer Ebene konnte gezeigt werden, dass im regulatorischen Bereich (Promotor) des Gens selektiv nur in C3-C4 Pflanzen eine strukturelle genetische Variation vorliegt. Interessant ist, dass in drei verschiedenen Spezies mit C3-C4 intermediärer Photosynthese jeweils verschiedene Ausprägungen dieser Variationen vorliegen. In der Evolution der C3-C4 Photosynthese wurden daher vermutlich unabhängig voneinander dieselben genetischen Mechanismen gefunden, um die Aktivität des Zielgens spezifisch entlang der Blattadern zu verlagern.

Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen nicht nur, wie die Evolution ähnliche genetische Lösungen für bestehende Probleme findet, sie weisen auch auf mögliche Ansatzpunkte für die gentechnische Veränderung von Pflanzen hin. Hochkomplexe Phänotypen wie die C4 Photosynthese lassen sich dann in Kulturpflanzen einbringen, wenn die grundlegenden genetischen Mechanismen verstanden wurden, die zur natürlichen Evolution der Merkmale geführt haben.

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Sebastian Triesch fertigte die Arbeit am Institut am Institut für Biochemie der Pflanzen (Cluster of Excellence on Plant Sciences, CEPLAS) von Prof. Dr. Andreas P. M. Weber an.

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Paul Buschbeck (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

β-Carotin ist ein obligates Edukt für die Synthese des Xanthophylls Violaxanthin (A). Die beiden Hydroxy-Gruppen in der Strukturformel von Violaxanthin sind grün und die beiden Epoxid-Gruppen rot unterlegt. In B ist ein Blatt der Tabakpflanze Nicotiana benthamiana abgebildet, das auf der rechten Blatthälfte mit einer Agrobakterien-Suspension infiltriert wurde. Die Agrobakterien vermittelten die Transformation der Blattzellen mit Genen der ungewöhnlichen Violaxanthin-Synthese aus chromalveolaten Algen, deren Genprodukte die Umwandlung von β-Carotin zu Violaxanthin katalysieren. Die heterologe Expression dieser Gene führte im Vergleich zum Wildtyp der unbehandelten Blatthälfte zu mehr als einer Verdopplung des Violaxanthin-Gehalts (C , HPLC-Chromatogramm normiert auf Chlorophyll a). Dabei wurde die intermediäre Bildung von Zeaxanthin umgangen, die in der endogenen Violaxanthin-Synthese der Landpflanzen erforderlich ist. Grafik: Paul Buschbeck

Paul Buschbeck erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Jahr 2021 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Klonierung und funktionelle Charakterisierung von Enzymen der Violaxanthin-Synthese aus Chromalveolaten

Die transiente Implementierung eines neuartigen Violaxanthin-Syntheseweges in Tabakblätter mittels heterologer Expression algaler Enzyme führte zu einer Verdopplung des Violaxanthin-Gehalts im Vergleich zum Tabak-Wildtyp.

Das Superphylum der Chromalveolaten beschreibt eine polyphyletische Gruppe von Algen, deren Plastiden ursprünglich aus der sekundären Endosymbiose mit einem frühen Rotalgen-Vertreter hervorgegangen sind. Im Photosyntheseapparat der Chromalveolaten ist im Vergleich zu den Grünalgen oder Landpflanzen vor allem die hohe Pigmentdiversität auffällig. Diese Vielfalt betrifft insbesondere die Stoffklasse der Carotinoide, die zu den lipophilen Pigmenten gehören. Ein obligates Intermediat für die Biosynthese vieler wichtiger Carotinoide der Chromalveolaten ist das Xanthophyll Violaxanthin.

Die Synthese von Violaxanthin verläuft in Landpflanzen über die Hydroxylierung von β-Carotin zu Zeaxanthin und die nachfolgende Epoxidierung von Zeaxanthin zu Violaxanthin. Interessanterweise führten frühere Untersuchungen zu der Hypothese, dass einige Chromalveolaten über eine alternative Violaxanthin-Biosynthese verfügen könnten, die sich von dem Syntheseweg der Landpflanzen unterscheidet.

Um diese Hypothese zu überprüfen, wurde eine in vivo-Charakterisierung der Substratspezifität von Enzymen aus verschiedenen Chromalveolaten durchgeführt, die an der Violaxanthin-Synthese beteiligt sein könnten. Die entsprechenden algalen Gene wurden kloniert und mittels Agrobakterien-vermittelter Transformation heterolog in Tabakblättern exprimiert. In Tabakblättern akkumuliert ein gewisser Anteil an β-Carotin, das den heterologen Enzymen bei Zielsteuerung in die Plastiden als Ort der endogenen Carotinoid-Biosynthese zugänglich ist und somit als Substrat dienen kann. Anhand der mittels HPLC gemessenen Pigmentstöchiometrien in den transformierten Tabakblättern konnten Aussagen zur Substratspezifität der heterologen Enzyme abgeleitet werden.

Auf diesem Wege wurde mit algalen Enzymen ein alternativer Violaxanthin-Biosyntheseweg unter Umgehung von intermediärem Zeaxanthin transient in Tabakblätter implementiert. Der Violaxanthin-Gehalt in den transformierten Tabakblättern konnte dabei im Vergleich zum Wildtyp mehr als verdoppelt werden. Durch die Bestimmung der Substratspezifitäten der entsprechenden Enzyme wurde der Nachweis erbracht, dass Chromalveolaten wie beispielsweise die bekannte Kieselalge Phaeodactylum tricornutum die genetische Ausstattung für die Katalyse eines alternativen Violaxanthin-Syntheseweges besitzen, bei dem die intermediäre Bildung von Zeaxanthin umgangen wird. Durch diese Erkenntnis ergeben sich weitere interessante Forschungsansätze wie zum Beispiel die Frage nach dem Selektionsdruck, der zu der Entwicklung einer alternativen Violaxanthin-Synthese bei Chromalveolaten führte.

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Paul Buschbeck fertigte die Arbeit am Institut für Molekulare Physiologie in der Arbeitsgruppe von Dr. Martin Lohr an.
 

Raphael von Büren (Universität Basel)

Vegetationsaufnahme an windexponierter Mikrosite (2805 m.ü.M.), mit Blick auf das Rhonetal im schweizerischen Wallis. Foto: Raphael von Büren

Raphael von Büren erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Basel im Jahr 2021 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: "Contrasting habitat requirements of the abundant alpine tussock graminoids Carex curvula and Nardus stricta" (dt: "Unterschiedliche Habitatansprüche der beiden häufigen alpinen Horstgräsern Carex curvula und Nardus stricta")

Winterfröste (bei fehlender Schneebedeckung) und unterschiedliche Frostresistenzen sind verantwortlich für die Verteilung von Carex curvula und Nardus stricta in der alpinen Stufe. Dies erweitert das Verständnis der fundamentalen Nische der zwei häufigsten Graminoiden in den Alpen.

Ziel: „Wo und wieso existiert eine Art“ ist eine grundlegende Frage der Pflanzenökologie. Dennoch sind physiologische Verbreitungsgrenzen alpiner Pflanzenarten noch weitgehend unerforscht. Mein Ziel ist es, die Verbreitungsgrenzen der beiden häufigsten Graminoiden auf sauren Böden oberhalb der klimatischen Baumgrenze in den europäischen Alpen zu identifizieren: Carex curvula ssp. curvula (Cyperaceae) und Nardus stricta (Poaceae).

Methoden: Bodentemperaturen (-3 cm) und andere Umweltvariablen wurden in situ mit hoher räumlich-zeitlicher Auflösung gemessen, was zu 115 gut charakterisierten Mikrosites führte (thermische Bedingungen, Schneebedeckungsdauer, Bodenchemie, Vegetationszusammensetzung, Landolt-Indikatorwerte). Indem ich diese Beobachtungsdaten mit der Frostresistenz (Elektrolyt-Leackage, Tetrazolium-Vitalfärbung, Überlebenstest) an 38 dieser Mikrosites kombinierte, versuchte ich, die Verteilung der beiden Graminoiden mechanistisch zu erklären.

Ergebnisse: Carex und Nardus trennten sich entlang verschiedener Mikrosites auf. Weder die Bodenchemie (pH, C/N-Verhältnis, Phosphor) noch die Wachstumsgradstunden und die Dauer der Vegetationsperiode (also das Datum der Schneeschmelze) spielten eine entscheidende Rolle. Das Vorkommen wurde stark durch niedrige Bodentemperaturminima im Winter beeinflusst. Carex trat an Standorten mit und ohne schützende Schneedecke auf und widerstand niedrigen Bodentemperaturen (-13 °C). An Mikrosites mit kurzer Schneebedeckungsdauer und Bodenminimumtemperaturen unter -5 °C fehlte Nardus. Leakage-Analysen ergaben eine höhere Frostresistenz von Carex-Blättern (mittlerer LT50: -16,1 °C) im Vergleich zu Nardus-Blättern (-13,3 °C) während der Vegetationsperiode. Gegen Ende der Vegetationsperiode wurde bei beiden Arten eine Frostabhärtung beobachtet. Die Tetrazolium-Vitalfärbung zeigte eine höhere Frostresistenz in jungen (unterirdischen) Trieben von Carex im Vergleich zu Nardus, wobei die Apikalmeristeme die niedrigsten Temperaturen tolerierten. Eine vitales Apikalmeristem allein kann jedoch das Nachwachsen nach dem Winter nicht gewährleisten. Entscheidend waren intakte Gefässgewebe (Phloem, Xylem) und Wurzeln, die alle weniger frostresistent sind als apikales Gewebe.

Wichtigste Schlussfolgerungen: Die Verbreitungsgrenzen wurden durch thermische Extremwerte (scharfe Schwellenwerte für das Überleben) und nicht durch den graduellen Einfluss der Bodentemperatur (thermische Wachstumsbeschränkungen) definiert. Die Studie unterstreicht die Bedeutung (I) in situ gemessener mikroklimatischer Daten in topographisch vielfältigen alpinen Regionen sowie (II) der Frostresistenz einer Art, um ihre Überlebensfähigkeit am Rand ihrer fundamentalen Nische zu erforschen.

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Raphael von Büren fertigte die Arbeit am Departement für Umweltwissenschaften in der Forschungsgruppe Physiologische Pflanzenökologie PPE (Prof. Dr. Ansgar Kahmen) unter der Betreuung von Dr. Erika Hiltbrunner an.

> zur Aufnahme Tetrazolium-gefärbter Sprosse beider Gräser

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Maxim Faroux (Universität Kiel)

FRET-Analysen haben gezeigt, dass das Aquaporin PIP2;1 (lila) in räumlicher Nähe zu dem Phytosulfokinrezeptor PSKR1 (rot) in der Plasmamembran vorkommt. Außerdem phosphoryliert die Kinasedomäne (KD) von PSKR1 in vitro cytosolische Fragmente von PIP2;1. Grafik: Maxim Faroux (CAU Kiel)

Maxim Faroux erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Kiel im Jahr 2021 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: The aquaporin PIP2;1 as a potential interaction partner of PSKR1 (dt: Das Aquaporin PIP2;1 als potenzieller Interaktionspartner von PSKR1)

Das Aquaporin PIP2;1 befindet sich nahe PSKR1 in der Plasmamembran und kann daher ein Substrat von PSKR1 sein.

The peptide hormone phytosulfokine (PSK) is perceived by the membrane-bound LRR-receptor kinases PSKR1 and PSKR2 in Arabidopsis thaliana. Plants lacking both receptors are smaller. Three types of Förster resonance energy transfer (FRET) analyses were established to study proximity between PSKR1 and PIP2;1: FRET sensitized emission (FRET SE), using both confocal laser scanning microscopy and a plate reader, and FRET acceptor photobleaching (FRET AB). Data from FRET AB indicated spatial proximity between PIP2;1 and PSKR1 and phosphorylation of PIP2;1 by the kinase domain of PSKR1 was shown in vitro. Phosphosite mapping and functional analysis of the PIP2;1 phosphosites will provide insight into PIP2;1 regulation by PSKR1.

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Maxim Faroux fertigte die Arbeit am botanischen Institut in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Margret Sauter an.

Exklusiv für Wissenschaftler*innen im frühen Karrierestadium

Die DBG unterstützt auf Antrag das Zusammenkommen von Wissenschaftler*innen im frühen Karrierestadium, um deren wissenschaftlichen Austausch zu fördern. Der Gesellschaft liegt vor allem daran, die interdisziplinäre und sektionsübergreifende Netzwerkbildung von Wissenschaftler*innen zu unterstützen.

Wissenschaftliche Themen und Zielsetzung

  • Fachlich oder methodisch ausgerichtete Tagung aus den Pflanzenwissenschaften
  • Sektions-/fachgebietsübergreifende Themen sind besonders erwünscht
  • Plattform für Wissenstransfer und Ergebnisdiskussion
  • Für Wissenschaftler*innen im frühen Karrierestatus
  • Meist zweitägige Dauer inklusive eines Abends zum Netzwerkeln
  • Rund 25-40 Teilnehmer

Organisation und Förderungsumfang

  • Jährliche Ausschreibung und Bekanntmachung unter allen Mitgliedern der DBG
  • Fördervolumen bis zu 5.000 Euro je Antrag (gut begründet auch bis 10.000 Euro, siehe auch Strasburger Hot-Topic-Tagung)
  • Antragstellung durch eine Gruppe von Doktoranden*innen und Postdocs, die als Organisationskomitee unter der Schirmherrschaft von einer/einem etablierten Wissenschaftler*in agiert
  • Formloser Nachweis der Kosten mit Belegen

Bewerbung und Fragen

  • Ausschreibung im Internet der DBG
  • Richten Sie Ihre Bewerbung und Nachfragen bitte per E-Mail an das Generalsekretariat der DBG
  • Außendarstellung
  • Die DBG veröffentlicht die Mitglieder des Organisationskomitees
  • Jedes Organisationsteam wird einen Tagungsbericht auf der Website der DBG publizieren
  • Der Workshop wird als fortlaufende Veranstaltung dargestellt

Vorschläge können jederzeit eingereicht werden

Wenn Sie den Eduard Strasburger-Workshop ausrichten möchten, bewerben Sie sich bitte mit unten genannten Unterlagen.

David Clara (Universität Innsbruck)

Sojabohnen-Samen (links) und ihre mikrobielle Gemeinschaft (oben: als Bakterien-Kolonien gezeigt) bilden eine biologische Einheit. Welche Rolle spielen im Sameninneren vorkommende Bakterien bei der erfolgreichen Keimung (rechts: gekeimte Sojabohnen-Samen)? Grafik: David Clara

David Clara erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Innsbruck im Jahr 2021 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: "Tragen natürlich vorkommende bakterielle Samen-Mikroorganismen zur Keimung von Sojabohnen bei?"

Wir haben im Unterschied zu vorherigen Studien im Samen natürlich vorkommende bakterielle Endophyten isoliert und ihre Rolle während des Keimungsprozesses analysiert.

Samen interagieren dynamisch mit ihrer mikrobiellen Gemeinschaft (i.e., der Mikrobiota), die unter anderem aus Endophyten (i.e., Mikroorganismen, die mindestens einen Teil ihres Lebens in inneren Samenstrukturen verbringen) besteht. Wie diese zur Keimung beitragen, ist unklar. Wir isolierten eine große Bakterienanzahl aus Sojabohnen-Keimblättern und -Embryos verschiedener Kultursorten während des Keimungsprozesses, welche dann molekularbiologisch charakterisiert wurden. Des Weiteren modifizierten wir die Samen-Mikrobiota und beobachteten die Auswirkungen auf die Keimung. Die molekulare Charakterisierung ergab eine hohe bakterielle Endophyten-Diversität, die sich zwischen Samenstrukturen und Kultursorten unterschied. Eine Reduktion der Samen-Mikrobiota hatte keine Auswirkungen auf die Keimung unter sterilen suboptimalen Bedingungen. Selektive Veränderungen der Samen-Mikrobiota durch Inokulation führten teilweise zu schnellerer und besserer Keimung, was auf das Potential bestimmter Bakteriengruppen hinweist. Ein besseres Verständnis der Interaktionen zwischen Samen und Endophyten eröffnet die Möglichkeit, Samen mit einer optimierten Mikrobiota auszustatten.

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Ganze Arbeit lesen bei der Uni Innsbruck: https://diglib.uibk.ac.at/ulbtirolhs/download/pdf/6554723?originalFilename=true

David Clara fertigte die Arbeit am Institut für Botanik in der Arbeitsgruppe von Univ.-Prof. Dr. Ilse Kranner an unter der Betreuung von assoz. Prof. Thomas Roach und Dr. Davide Gerna.

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Madita Sophie Knieper (Universität Bielefeld)

Die Peptidyl-Prolyl-cis/trans-Isomerase CYP20-3 ist ein wichtiger Knotenpunkt im Redox-regulatorischen Netzwerk des Chloroplasten und wirkt sich unter Anderem durch Interaktion mit SAT1 bzw. 2-CP auf die Thiolsynthese sowie die Entgiftung von ROS aus. Das Oxylipin 12-Oxophytodiensäure, welches in einem mehrstufigen Prozess aus α-Linolensäure synthetisiert wird, zeigt einen Redox-abhängigen regulatorischen Effekt auf die Aktivität von Cyp20-3. Proteinstrukturen wurden mittels SWISS MODEL erstellt und basieren auf folgenden Templates: 1f8n.1.A (LOX2), 1zvc.1.A (AOC2), 3.cli.1.A (AOS), 4vrf.1.A (Cyp20-3), 6jvu.1.A (SAT1) und 5zte.1.A (2-CP). Graphik: Madita Knieper

Madita Sophie Knieper erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Bielefeld im Jahr 2021 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Die Funktion des Cyclophilins CYP20-3 im Redox-regulatorischen Netzwerk des Chloroplasten

Die Arbeit zeigt die Redox-abhängige Modulation der Aktivität der Peptidyl-Prolyl-cis/trans-Isomerase CYP20-3, einem regulatorischen Knotenpunkt im Thiol-abhängigen Redox-Netzwerk des Chloroplasten, durch das Oxylipin 12-Oxophytodiensäure, welche eine enge Kopplung von Stressoren wie etwa Verwundung und Schutzmechanismen wie erhöhte Thiolsynthese nahelegt.

Der Chloroplast ist nicht nur ein metabolisch zentrales Kompartiment der Pflanzenzelle sondern fungiert als Umweltsensor, der u.a. Redox- und hormonelle Regulation koordiniert. Das im Stroma des Chloroplasten lokalisierte Cyclophilin CYP20-3 ist ein Protein mit mindestens vier Funktionen: Target der Thiol-Redox-Regulation, Bindepartner des 2-Cystein Peroxiredoxins, Rezeptor für Oxylipine und Regulator des Cystein-Synthasekomplexes. Ihm kommt eine wichtige Funktion bei der pflanzlichen Reaktion auf oxidativen Stress zu.

Das α-β-ungesättigte zyklische Keton 12-Oxophytodiensäure (12-OPDA) wird im Chloroplasten durch eine kurze Enzymkaskade aus 13-Lipoxygenasen, Allenoxid-Synthase und Allenoxid-Cyclase mit α-Linolensäure als Ausgangssubstrat synthetisiert. Die Synthese wird im Starklicht, nach Verwundung und anderen Stresseinwirkungen stimuliert. 12-OPDA ist eigenständiger Regulator und zusätzlich Vorstufe der Jasmonsäure.

Um die regulatorische Funktion des 12-OPDA auf die Aktivität von CYP20-3 tiefergehend zu untersuchen, wurde 12-OPDA mittels der rekombinant hergestellten Enzyme synthetisiert und über rp-HPLC gereinigt. Daraufhin wurde CYP20-3 Wildtyp-Protein sowie zwei CysteinàSerin-Varianten mit 12-OPDA inkubiert und die Peptidyl-Prolyl-cis/trans-Isomerase-Aktivität photometrisch vermessen. Überraschend führte die Inkubation mit 12-OPDA zu einem ambivalenten Effekt auf die katalytische Aktivität des CYP20-3. Während reduziertes Protein gehemmt wurde, wurde oxidiertes durch 12-OPDA aktiviert. Dieses Muster ließ sich sowohl für das Wildtyp-Protein als auch für eine der CysteináSerin-Varianten (C129S) beobachten; eine andere Variante (C176S) hingegen zeigte keinerlei Aktivitätsänderung durch 12-ODPA. Daher kann gefolgert werden, dass der Cystein-Rest 176 essentiell für die Bindung von 12-OPDA an CYP20-3 ist.

Diese und weitere Ergebnisse der Arbeit vertiefen unser Verständnis des Zusammenspiels zwischen 12-OPDA und Thiol-Redoxregulation am Beispiel des CYP20-3. CYP20-3 ist ein Knotenpunkt der Signalintegration unter verschiedenen Stressbedingungen.

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Madita Sophie Knieper fertigte die Arbeit an der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld in der Arbeitsgruppe von Herrn Prof. Dr. Karl-Josef Dietz an.

Lea-Franziska Reekers (Universität Münster)

Lea-Franziska Reekers erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster im Jahr 2021 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Eine detaillierte Analyse der Enzyme, die in die Synthese von Lewis a-Epitopen in Arabidopsis thaliana involviert sind

Die Studie zeigt erstmals eine Möglichkeit, die Voll­längen­version der Arabidopsis Galactosyltransferase 1 (GalT1) zu visualisieren, was – neben dem Studium der eigenen Lokalisation – es auch erlaubt, eine mögliche Interaktion mit dem Folge­enzym Fucosyl­transferase c (FucTc) zu untersuchen.

N-Glykane werden co-translational auf naszierende Glykoproteine im ER-Lumen übertragen (Abeijon and Hirschberg, 1992; Helenius and Aebi, 2002) und auf ihrem Weg durch den Golgi-Apparat weiter modifiziert (Faye et al., 1989). Die letzten Modifikationen in Pflanzenzellen werden von den Membran­verankerten Proteinen FucTc und GalT1 synthetisiert, was in komplexen N-Glykanen mit terminalen Lewis a-Epitopen resultiert (Fitchette-Laine et al., 1997; Leonard et al., 2002). Diese Epitope sekretierter pflanzlicher Glyko­proteine wurden immunologisch nur am TGN und in der Plasmamembran/Zellwand detektiert. Jedoch lokalisierte Arabidopsis FucTc als C-terminale Reporterfusion nicht nur im Golgi-Apparat, sondern hauptsächlich am peri­nukleären ER (Rips et al., 2017).

In meiner Arbeit habe ich eine mögliche Ursache für dieses Phänomen durch die Analyse diverser Reporterfusionen mittels CLSM-Mikroskopie nach transienter Expression in Protoplasten untersucht. Die Protoplasten wurden entweder aus A. thaliana Wildtyp oder KO-Mutanten gewonnen, die ich mithilfe des CRISPR/Cas9-Systems für die GALT1 und FUCTc Gene hergestellt hatte. Dadurch konnte ich zeigen, dass GalT1 (Strasser et al. 2007), welche als Volllängenversion zuvor noch nie sichtbar gemacht werden konnte, ein Faktor ist, der es FucTc erlaubt vom perinukleären ER zum Golgi zu gelangen. Zudem scheint auch FucTc die Lokalisierung von GalT1 zu be­ein­flussen, was zusätzlich für eine Interaktion der beiden Enzyme im sekretorischen System spricht. Meine Arbeit hat damit zur Lösung eines Rätsels der pflanzlichen Zellbiologie beigetragen.

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Lea-Franziska Reekers fertigte die Arbeit am Institut für Biologie & Biotechnologie der Pflanzen (IBBP, WWU Münster) in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Antje von Schaewen an.

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Referenzen

Abeijon, C., & Hirschberg, C. B. (1992). Topography of glycosylation reactions in the endoplasmic reticulum. Trends in Biochemical Sciences, 17(1), 32–36. doi.org/10.1016/0968-0004(92)90424-8


Faye, L., Johnson, K. D., Sturm, A., & Chrispeels, M. J. (1989). Structure, biosynthesis, and function of asparagine‐linked glycans on plant glycoproteins. Physiologia Plantarum, 75(2), 309–314. doi.org/10.1111/j.1399-3054.1989.tb06187.x


Fitchette-Laine, A.-C., Gomord, V., Cabanes, M., Michalski, J.-C., Saint Macary, M., Foucher, B., Cavelier, B., Hawes, C., Lerouge, P., & Faye, L. (1997). N-glycans harboring the Lewis a epitope are expressed at the surface of plant cells. The Plant Journal, 12(6), 1411–1417. doi.org/10.1046/j.1365-313x.1997.12061411.x


Helenius, J., & Aebi, M. (2002). Transmembrane movement of dolichol linked carbohydrates during N-glycoprotein biosynthesis in the endoplasmic reticulum. Seminars in Cell and Developmental Biology, 13(3), 171–178. doi.org/10.1016/S1084-9521(02)00045-9


Leonard, R., Costa, G., Darrambide, E., Lhernould, S., Fleurat-Lessard, P., Carlue, M., Gomord, V., Faye, L., & Maftah, A. (2002). The presence of Lewis a epitopes in Arabidopsis thaliana glycoconjugates depends on an active  4-fucosyltransferase gene. Glycobiology, 12(5), 299–306. doi.org/10.1093/glycob/12.5.299


Rips, S., Frank, M., Elting, A., Offenborn, J. N., & von Schaewen, A. (2017). Golgi α1,4-fucosyltransferase of Arabidopsis thaliana partially localizes at the nuclear envelope. Traffic, 18(10), 646–657. doi.org/10.1111/tra.12506


Strasser, R., Bondili, J. S., Vavra, U., Schoberer, J., Svoboda, B., Glössl, J., Léonard, R., Stadlmann, J., Altmann, F., Steinkellner, H., & Mach, L. (2007). A unique β1,3-galactosyltransferase is indispensable for the biosynthesis of N-glycans containing Lewis a structures in Arabidopsis thaliana. Plant Cell, 19(7), 2278–2292. doi.org/10.1105/tpc.107.052985

Michelle Schlösser (Universität Bonn)

A: Verschiedene Algorithmen sagen für AtGRXC4 unterschiedliche Topologien oder auch die Sekretion als lösliches Protein vorher. B: Schematische Illustration der Redox-basierten Topologie Analyse (ReTA) bei der GRXC3 und GRXC4 am N- und C-Terminus mit roGFP2 fusioniert wurden. Die binär auszulesende Fluoreszenz von roGFP2 zeigt unmittelbar die Lokalisation im ER (oxidiert) oder im Cytosol (reduziert) an. C: Expression N- und C-terminaler Fusionen von GRXC4 mit roGFP2 in Nicotiana tabacum. Nach Aufnahme von zwei Bildern mit Anregung bei 405 nm (magenta) und 488 nm (grün) zeigt die Mischfarbe der überlagerten Einzelbilder (Merge) die Orientierung des Proteins in der Membran eindeutig an (grün: Cytosol; magenta: ER Lumen). Grafiken: Michelle Schlößer

Michelle Schlösser erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Bonn im Jahr 2021 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Charakterisierung der ER-lokalisierten Glutaredoxine GRXC3 und GRXC4 in Arabidopsis

Arabidopsis thaliana GRXC3 und GRXC4 sind Typ II-Membranproteine im ER-Lumen mit hoher in vitro Oxidationsaktivität gegenüber roGFP2 als Substrat, was vermuten lässt, dass die beiden Oxidoreduktasen an der Oxidation von Protein Thiolen im ER beteiligt sind.

Glutaredoxine der Klasse I (GRXs) sind kleine Oxidoreduktasen, die reduziertes Glutathion (GSH) als Cofaktor verwenden, um Substratproteine zu reduzieren oder zu oxidieren. Das Arabidopsis Genom kodiert für sechs GRXs der Klasse I, von denen man allgemein annimmt, dass GRXC3 und GRXC4 sekretiert werden. Einige Algorithmen zur Vorhersage von Transmembranproteinen sagen jedoch beide Proteine als Membranproteine mit einer einzelnen N-terminalen Transmembrandomäne (TMD) voraus, wenn auch mit unterschiedlichen Orientierungen in der Membran als Typ-I- oder Typ-II-Proteine. Während ein solcher Membrananker verhindern könnte, dass die Proteine sekretiert werden, erfordert die weitere funktionelle Analyse auch Kenntnisse über die Orientierung des Proteins relativ zur jeweiligen Membran. Die Fusion von GRXC3 und GRXC4 mit Redox-sensitivem GFP2 (roGFP2) an ihren N- und C-Termini und die transiente Expression in Tabak-Blättern zeigen, dass beide Proteine Typ II ER-Membranproteine sind, deren katalytische Domänen zum Lumen hin orientiert ist. Zusätzliche Studien, bei denen nur die TMDs mit roGFP2 fusioniert wurden, zeigten, dass die TMDs alleine ausreichen, um roGFP2 im ER zu halten, und daher wahrscheinlich als Membrananker fungieren, die gleichzeitig die Lokalisierung beider Proteine auf das ER beschränken.

Um die Funktion von GRXC3 und GRXC4 weiter zu untersuchen, wurden beide Proteine als rekombinante Proteine synthetisiert und aufgereinigt. Wie die cytosolischen Isoformen der gleichen Proteinfamilie sind beide Proteine in der Lage, roGFP2 als künstliches Substratprotein reversibel zu reduzieren und zu oxidieren. Überraschenderweise scheinen jedoch die katalytischen Eigenschaften von GRXC3 und GRXC4 im Vergleich zum cytosolischen GRXC1 in Richtung der oxidierenden Reaktionen verschoben zu sein, bei denen die Zugabe von Glutathiondisulfid zur Oxidation von roGFP2 führt.

Zusammenfassend zeigt diese Studie die Lokalisierung von GRXC3 und GRXC4, wobei die katalytischen Funktionen wahrscheinlich an der oxidativen Proteinfaltung im ER beteiligt sind. Die Ergebnisse dieser Masterarbeit bilden somit die Grundlage für die weitere funktionelle Analyse dieser Proteine.

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Michelle Schlösser fertigte die Arbeit am Institut am Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (INRES) der Universität Bonn unter Anleitung von Dr. José Ugalde und Prof. Dr. Andreas Meyer an.

Dorothea Vesely (Universität Leipzig)

Preisträgerin Dorothea Vesely erhielt die Urkunde aus den Händen von Prof. Severin Sasso (rechts), Arbeitsgruppenleiter und Ansprechpartner der DBG an der Uni Leipzig. Dr. Raimund Nagel leitete das Forschungsprojekt der ausgezeichneten Master-Arbeit.

Dorothea Vesely erhielt den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Master-Arbeit, die an der Universität Leipzig im Jahr 2021 erstellt wurde, von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Titel: Untersuchungen zur Terpen-Biosynthese in Cyanobakterien

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Dorothea Vesely fertigte ihre Arbeit am Institut für Biologie unter der Betreuung von Dr. Raimund Nagel in der Arbeitsgruppe von Prof. Severin Sasso an.

11. Jan 2022

Beste Master-Arbeiten ausgezeichnet

Die Ausgezeichneten erhielten Urkunden von den Ansprechpartnern der DBG in den Universitäten. Die Fotos zeigen zwei der Übergaben sowie Einblicke in die diversen Forschungsprojekte. Fotos (im Uhrzeigersinn von links oben): Raphael von Büren, Maleen Hartenstein, Maxim Faroux, Julia Metzsch, Andreas Holzinger, Paul Buschbeck, Andreas Weber

16 herausragende pflanzenwissenschaftliche Masterarbeiten hat die DBG im zurückliegenden Jahr ausgezeichnet. Darin untersuchten die zwölf Preisträgerinnen und vier Preisträger folgende Themen und Fragestellungen, die unsere vielfältigen Disziplinen pflanzenwissenschaftlicher Forschung wiederspiegeln:

Wo Parasiten ihre Pflanzenwirte infizieren; wie sich Abwehrstrategien von Pflanzen gegen pathogene Bakterien entwickelten; Pflanzen-Mikroben-Interaktionen; Evolution der C3-C4 intermediären Photosynthese; Lokalisation von Membran-Transportproteinen; genetische Struktur allopolyploider Knabenkräuter; die Karyotyp-Evolution bei Zuckerrüben; Funktion des Cyclophilins im Redox-regulatorischen Netzwerk; der Status der bedrohten Sand-Silberscharte; Biosynthese von Terpenen in Cyanobakterien; funktionelle Charakterisierung der Enzyme der Violaxanthin-Biosynthese; Pathogensuszeptibilität und -abwehr in Arabidopsis-Suppressor-Mutanten; Lokalisierung der in der Lewis-Epitop-Formation involvierten Enzyme; Glutaredoxine sowie Habitat-Ansprüche alpiner Horstgräser.

Die inzwischen zum achten Mal verliehene Auszeichnung ist mit einer Urkunde und einem Preisgeld dotiert und wurde von den DBG-Ansprechpartnern an den teilnehmenden Hochschulen koordiniert. Die DBG gratuliert allen Preisträgerinnen und Preisträgern, dankt den Koordinator*innen und wünscht den Ausgezeichneten viel Erfolg für ihre weiteren Karrieren.

Alle Preisträgerinnen und Preisträger sowie die Titel der ausgezeichneten Arbeiten sind hier genannt

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BT22: Bewerbung Reisestipendium 2022

Die DBG vergibt maximal 100 Reise-Stipendien für junge Wissenschaftler*innen, die aktiv an der Botanik-Tagung (28 August bis 1 September 2022 in Bonn) teilnehmen, in Höhe von bis zu 350 Euro.

Voraussetzungen

  • Sie sind Mitglied der DBG (Sie können noch bis zur Einreichung des Antrags Mitglied werden)
  • Sie sind Nachwuchswissenschaftler*in und haben keine volle Stelle inne
  • Sie arbeiten an einem pflanzenwissenschaftlichen Thema
  • Sie nehmen aktiv an der Botanik-Tagung teil und stellen ein Poster vor oder halten einen (Kurz-)Vortrag
  • Sie weisen nach der Tagung Ihre Ausgaben durch Belege nach
  • Mehrfachfinanzierungen sind ausgeschlossen

Beantragung

Füllen Sie bitte das > Antrags-Formular aus, das an den Schatzmeister der Gesellschaft weitergeleitet wird. Sie erhalten eine kurze Bestätigung des Einganges Ihrer Bewerbung.

Abgabe-Termin

Die Stipendien werden in der Reihenfolge des Einganges vergeben, spätestens bis zum 24. Mai 2022. Schnell sein lohnt sich also. 

Entscheidung

Sie werden vom Ausgang Ihrer Bewerbung unterrichtet.

Erstattet werden

Reisekosten
Die DBG erstattet entweder ein Bahnticket 2. Klasse, ein Busticket oder eine Fahrtkostenpauschale bei PKW-Nutzung. Bitte wählen Sie die jeweils günstigere Variante aus.

Übernachtungskosten
Die DBG übernimmt die Übernachtungskosten maximal bis zu den vom Finanzamt festgelegten Sätzen.

Tagungsgebühr

Die DBG übernimmt die Tagungsgebühr.

Wilhelm Pfeffer-Preis der DBG

Für eine herausragende Dissertation aus dem gesamten Gebiet der Botanik verleiht die DBG den Wilhelm Pfeffer-Preis zur Anerkennung und Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Der Preis der Wilhelm Pfeffer-Stiftung umfasst

  • eine Urkunde, die den Namen der Preisträgerin bzw. des Preisträgers, den Titel der preisgekrönten Arbeit sowie ihren Erscheinungsort und das Erscheinungsdatum enthält und von der/dem Vorsitzenden des Stiftungsvorstands unterzeichnet ist.
  • einen Geldbetrag in Höhe von 2500,- Euro
  • einen Reiskostenzuschuss an die Preisträgerin bzw. den Preisträger zur Teilnahme an der Botanikertagung. Die Preisüberreichung findet während der Botanikertagung statt.

Eine Teilung des Preises ist ausgeschlossen.

Ausschreibung

Die Auschreibungen und Bewerbungsfristen werden jeweils aktuell auf der Website der DBG bekannt gegeben.

Kandidaten vorschlagen

Vorschläge zur Auszeichnung einer Dissertation können nur von ordentlichen Mitgliedern und von Ehrenmitgliedern der Deutschen Botanischen Gesellschaft gemacht werden. Selbstvorschläge sind ausgeschlossen.

Die Vorschläge sind schriftlich zu begründen. Dissertation, Lebenslauf und gegebenenfalls Schriftenverzeichnis der/des Vorgeschlagenen sind beizufügen.

Die Preisträgerinnen oder Preisträger sollen an einer wissenschaftlichen Hochschule promoviert worden sein. Sie sollen zum Zeitpunkt ihrer Promotion in der Regel das 30. Lebensjahr nicht überschritten haben (ggf. um Wehr-, Zivildienst- oder Kindererziehungszeiten verlängert). Die Promotion soll zum Stichtag der Einreichung der Vorschläge nicht länger als drei Jahre zurückliegen.

Die Preisträgerin oder der Preisträger ist gehalten, im Anschluss an die Preisverleihung ihre preisgekrönte Arbeit in einem halbstündigen Vortrag vorzustellen, der in das Programm der Jahrestagung der Deutschen Botanischen Gesellschaft aufgenommen wird (Botanikertagung). Das Manuskript des Vortrages ist der Redaktion der Zeitschrift Plant Biology zur Veröffentlichung einzureichen.

Der Vorschlag für den Pfeffer-Preis muss mit den vollständigen Unterlagen als elektronische Ausfertigung jeweils bei der im Ausschreibungstext genannten Person eingegangen sein.

Begutachtung und Termin

Informationen über das Begutachtungs- und Auswahlverfahren sind der Satzung der Wilhelm Pfeffer-Stiftung zu entnehmen (erstmals publiziert in Plant Biology 7 (2005), Nr. 6, Seite N15-N17).

01. Feb 2022

50 Reise-Stipendien für Labor-Besuche

Die DBG vergibt Reise-Stipendien für junge Wissenschaftler*innen, die ein anderes Labor aufsuchen, etwa um dort neue Methoden und Techniken zu erlernen oder um Pilotstudien anzuschieben, in Höhe von bis zu 400 Euro.

> Bewerbungsverfahren: Reise-Stipendium

> Auszahlung des Stipendiums

> Zum online-Bewerbungsformular

01. Feb 2022

BT22: Bewerbung Reisestipendium 2022

Die DBG vergibt maximal 100 Reise-Stipendien für junge Wissenschaftler*innen, die aktiv an der Botanik-Tagung (28 August bis 1 September 2022 in Bonn) teilnehmen, in Höhe von bis zu 350 Euro.

Voraussetzungen

  • Sie sind Mitglied der DBG (Sie können noch bis zur Einreichung des Antrags Mitglied werden)
  • Sie sind Nachwuchswissenschaftler*in und haben keine volle Stelle inne
  • Sie arbeiten an einem pflanzenwissenschaftlichen Thema
  • Sie nehmen aktiv an der Botanik-Tagung teil und stellen ein Poster vor oder halten einen (Kurz-)Vortrag
  • Sie weisen nach der Tagung Ihre Ausgaben durch Belege nach
  • Mehrfachfinanzierungen sind ausgeschlossen

Beantragung

Füllen Sie bitte das > Antrags-Formular aus, das an den Schatzmeister der Gesellschaft weitergeleitet wird. Sie erhalten eine kurze Bestätigung des Einganges Ihrer Bewerbung.

Abgabe-Termin

Die Stipendien werden in der Reihenfolge des Einganges vergeben, spätestens bis zum 24. Mai 2022. Schnell sein lohnt sich also. 

Entscheidung

Sie werden vom Ausgang Ihrer Bewerbung unterrichtet.

Erstattet werden

Reisekosten
Die DBG erstattet entweder ein Bahnticket 2. Klasse, ein Busticket oder eine Fahrtkostenpauschale bei PKW-Nutzung. Bitte wählen Sie die jeweils günstigere Variante aus.

Übernachtungskosten
Die DBG übernimmt die Übernachtungskosten maximal bis zu den vom Finanzamt festgelegten Sätzen.

Tagungsgebühr

Die DBG übernimmt die Tagungsgebühr.

> Bewerbungsformular

> Auszahlung des Stipendiums