Actualia der DBG
07. Sep 2018 · Actualia · DBG · Köpfe und Karrieren · Nachwuchsförderung

Best-Paper-Preis: Empfänger ausgewählt

Dr. Katja Meyer und Dr. Max Lauterbach erhalten den Best Paper-Preis der DBG. Fotos: Janina Lüders (r) und privat

Die DBG zeichnet die beiden Nachwuchswissenschaftler Dr. Katja Meyer (Uni Bielefeld, AG Prof. D. Staiger) und Dr. Max Lauterbach (Uni Mainz, AG Prof. G. Kadereit, nun Australien) mit dem Nachwuchs-Preis für beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung 2018 aus. Meyer passte die iCLIP-Technik (individual nucleotide resolution crosslinking and immunoprecipitation) an Pflanzen an und zeigte im Fachmagazin Genome Biology (DOI: 10.1186/s13059-017-1332-x), dass das RNA-Bindeprotein AtGRP7 tagesrhythmische mRNAs reguliert. Lauterbach verglich im Journal Frontiers in Plant Science (DOI: 10.3389/fpls.2017.01939) fünf Arten von Chenopodien und identifizierte dabei Gene, die bisher in der C4-Photosynthese unbekannt waren. Die beiden Preisträger werden die Urkunden der Wilhelm-Pfeffer-Stiftung der DBG im kommenden Jahr während der Botanikertagung in Rostock entgegen nehmen. Ihre Preisgelder erhalten sie bereits jetzt.

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10. Aug 2018 · Actualia · DBG · Politik

Statement der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) zum EuGH Urteil über Genom-Editierung

Viele Mitglieder der DBG sind enttäuscht vom Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zur Genom-Editierung bei Pflanzen und der Bewertung ihre Produkte als gentechnisch veränderte Organismen einzustufen. Viele Kommentare spiegeln die Besorgnis wider, dass diese Entscheidung andauernde und irreparable Nachteile für Forschung und Entwicklung der nötigen ertragreichen und Dürre-, Überschwemmungs- und Nährstoffmangel-toleranten Pflanzengenotypen in Europa nach sich zieht.

Tatsächlich muss die Diskussion darüber beschleunigt werden. Vor allem aber müssen jenseits der Judikative, die den gesetzlichen Rahmen lediglich auslegt und eine der möglichen Interpretationen gewählt hat, die beiden grundsätzlichen Adressaten wieder in den Blick genommen werden: die Öffentlichkeit und die Legislative.

In vielfach ausgewogener Weise wurden die Chancen der Genom-Editierung nach dem Urteil des EuGH in den Medien diskutiert. Dieses Momentum gilt es zu nutzen und auszubauen. Letztendlich müssen vorteilhafte Pflanzen im Feld überzeugen, die mit einer sehr geringen Anzahl an Sequenz-Editierungen die Erträge sichern oder die Nahrungsqualität erhöhen. In Anbetracht des besorgniserregend trockenen und heißen Sommers als Indikator des Klimawandels reift hoffentlich auch in der breiten Öffentlichkeit die Erkenntnis, dass alle sicheren Wege genutzt werden müssen, um unsere Nahrungssicherheit zu realisieren und nachhaltige Anbauweisen zu entwickeln.

Darüber hinaus ist die Legislative anzusprechen, um über gesetzgeberische Maßnahmen eine angemessene Regulierung gegebenenfalls innerhalb des Gentechnikgesetzes zu bewirken, das noch aus dem Jahr 2001 stammt. Der offene Brief von mehr als 60 wissenschaftlichen Institutionen und Forscherpersönlichkeiten an den EU-Kommissionspräsidenten Junker mit Anregungen zur Bewertung neuer Züchtungsmethoden ist eine solche Maßnahme. Die auch von der DBG gezeichneten Vorschläge ermöglichen es dem öffentlichen und privaten Forschungssektor in der EU, im Interesse von Verbrauchern, Züchtern, Landwirten, Wirtschaft und Umwelt, wieder an die Spitze der Innovationen in der Pflanzenzüchtung zu gelangen (siehe: offener Brief, pdf).

Allerdings stellt sich auch die Frage, ob die Namen der Technologien wie „Gentechnik“ und „Genom-Editierung“ vertrauensfördernd sind. Nur Transparenz und Vertrauen zwischen Politik, Gesellschaft und Wissenschaft wird die Basis schaffen, den optimalen Raum zur Entwicklung und Akzeptanz neuer Kulturpflanzen zu schaffen. Was wir brauchen sind kluge sowie sachgerechte Regulierungen und „geneditiert“ als Qualitätslabel.

09. Aug 2018 · Actualia · Ehrenmitglied

Nachruf: Professor Dr. Dr. Otto Ludwig Lange (1927-2017)

Professor Dr. rer. nat. Dr. h.c. mult. Otto Ludwig Lange während der Aufnahmen für den arte/hr Film „Die verletzliche Haut der Erde“, 2010. Foto: Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Dr. Heribert Schöller, corvusFilm

Der Inhaber des Lehrstuhls für Botanik an der Universität Würzburg etablierte die seinerzeit neue Forschungsdisziplin der Ökophysiologie, in der er die Fähigkeiten von Algen, Moose und Flechten (Kryptogamen) und Gefäßpflanzen zu ergründen suchte. Lange interessierten vor allem die physiologischen, biophysikalischen und biochemischen Anpassungen der Pflanzen an Ihre Umgebung. Aufgrund seiner wissenschaftlichen Leistungen erhielt das Ehrenmitglied der DBG zahlreiche Auszeichnungen. Sein Schüler und späterer Kollege, Professor Dr. Burkard Büdel, erinnert in seinem Nachruf an Leben und wissenschaftliches Werk, Langes wertschätzendes Wesen, das anderen half wo immer es ging, und seinen hohen Anspruch an die Wissenschaftlichkeit.

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17. Mai 2018 · Actualia · Tagungsbericht

Strasburger-Workshop: Mitochondrien, Kraftpakete der Pflanzen

Die Teilnehmenden des Eduard Strasburger-Workshops stellten sich am 2. Tag der Veranstaltung zum Gruppenfoto im Innenhof des Instituts für Zelluläre und Molekulare Botanik der Universität Bonn auf. Foto: Dietrich Dmitriev

Die Funktionen pflanzlicher Mitochondrien und anderer Organellen thematisierte der vierte Eduard Strasburger Workshop an der Uni Bonn. Die beiden Organisatorinnen, Dr. Stefanie Müller-Schüssele und Dr. Mareike Schallenberg-Rüdinger, berichten in ihrer Tagungsnachlese von den wertvollen Tipps und Erfahrungen, die vor allem die NachwuchsforscherInnen zur grafischen Darstellung von Forschungsergebnissen sowie zum Elevator Pitching und zur Poster-Präsentation erhielten. Die Vorträge etablierter Forschender brachten eine rege Diskussion in Gang, sodass auch fortgeschrittene Teilnehmende viel wertvolles Feedback und den ein oder anderen neuen Blickwinkel auf ihre Arbeit erhielten.

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17. Apr 2018 · Actualia · Tagungsbericht

Tagung Molekularbiologie der Pflanzen in Dabringhausen

Bei fast frühlingshaftem Wetter stellte sich ein Teil der Teilnehmenden auf der Terrasse des Tagungshotels zum Gruppenfoto. Foto: SPPMB

Die 31. Tagung „Molekularbiologie der Pflanzen“ der Sektion für Pflanzenphysiologie und Molekularbiologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft fand vom 20. bis 23. Februar 2018 statt. Die Organisatoren, Dorothee Staiger, Katja Meyer und Alexander Steffen, berichten in ihrer Tagungsnachlese über die wesentlichen Forschungsergebnisse, die auf der Tagung präsentiert wurden, und die Preisträgerinnen und Preisträger der Reinhold von Sengbusch-Preise.

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22. Mär 2018 · Actualia · Tagungsbericht

17. Tagung der Sektion Phykologie

Bei herrlichem Sonnenschein stellten sich die Teilnehmenden zum Gruppenfoto vor das Haus der Berge. Foto: Kerstin Hoef-Emden

Über 100 Algenforscherinnen und -forscher aus sechs Ländern waren im März in Berchtesgaden zusammen gekommen, um sich über die jüngsten Forschungsergebnisse auszutauschen. Sie behandelten die ganze Vielfalt der Algenforschung in mehr als 40 Vorträgen und thematisierten Genome, Transkriptome, Metabolome, Metabarcoding sowie Aspekte zum Global Change neben Physiologie und angewandter Algenforschung. Der neu gewählte Beirat, Dr. Thomas Leya berichtet nicht nur über die Themen und Schwerpunkte, sondern auch über die Vorstandswahl, die preisgekrönten Nachwuchskräfte und erklärt, warum Professor Dr. Christian Wiencke mit der Ehren-Medaille der Sektion ausgezeichnet wurde.

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21. Mär 2018 · Actualia · Nachwuchsförderung · Veranstaltung

Programm: Eduard Strasburger Workshop Mitochondrien

Das Programm des Eduard-Strasburger Workshops mit dem Titel Power Plants in Plants – Mitochondrial Functions in the Green Lineage ist fertig und informiert über RednerInnen und die Titel der Vorträge sowie über den Tagungsort und den öffentlichen Nahverkehr. Die Organisatorinnen, Dr. Stefanie Müller-Schüssele und Dr. Mareike Schallenberg-Rüdinger, freuen sich auf eine interessante Tagung vom 17. bis 19. April 2018 on Bonn.

> Programm (pdf-Datei)

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20. Feb 2018 · Actualia · Nachwuchsförderung · Veranstaltung

Einladung: Eduard Strasburger Workshop Mitochondrien

Vom 17. bis 19. April diskutieren Nachwuchsforscherinnen und -forscher die Funktion der Mitochondrien als Kraftwerke der Pflanze an der Uni Bonn. Anmeldungen für den von der DBG geförderten Eduard-Strasburger Workshop mit dem Titel Power Plants in Plants – Mitochondrial Functions in the Green Lineage sind ab sofort möglich. Die Organisatorinnen, Dr. Stefanie Müller-Schüssele und Dr. Mareike Schallenberg-Rüdinger, freuen sich auf Ihre Anmeldung bis zum 10. März 2018 und einen interessanten Workshop.

> Poster: speakers and schedule (pdf-Datei)

> Anmeldung (Word-dotx-Datei)

> Venue: Bonn University, Institute for Cellular and Molecular Biology (IZMB), Kirschallee 1, 53115 Bonn, Germany

15. Feb 2018 · Actualia · Tagungsbericht

Mitteldeutsche Pflanzenphysiologie-Tagung

Die Teilnehmenden der 16. Mitteldeutschen Pflanzenphysiologie-Tagung stellten sich im Biologie-Bau der TU Dresden zur Aufnahme. Foto: Susann Auer

Mit ungebremstem Erfolg fand die Mitteldeutsche Pflanzenphysiologie-Tagung nun bereits zum 16. Mal mit etwa 60 Teilnehmenden statt – diesmal am 9. und 10. Februar 2018 in Dresden. Dort erweiterte sich der Kreis der pflanzenphysiologisch arbeitenden Gruppen um zwei weitere aus Halle, was die Themenvielfalt noch einmal breiter und spannender machte. Von der Tagung für Nachwuchsforscherinnen und –forscher berichtet Organisatorin Prof. Dr. Jutta Ludwig-Müller. Die Dresdner Professorin nennt die Forschungsschwerpunkte der Nachwuchskräfte, berichtet über „Okapi-“ und „Giraffen-“Mutanten und schildert, was die Vorträge der DBG-geförderten Zusammenkunft diesmal noch besser machte.

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26. Jan 2018 · Actualia · Köpfe und Karrieren · Nachwuchsförderung

DBG würdigt beste Master-Arbeiten

Die Uni Bielefeld verlieh Urkunden für die besten Master-Arbeiten des Jahres 2017, darunter für die beste pflanzenwissenschaftliche Masterarbeit, die die Deutsche Botanische Gesellschaft an Jan Hendrik Hoerner verlieh (dritter von rechts). An der Bielefelder Veranstaltung nahmen 13 Fakultäten mit etwa 3.000 Absolventinnen und Absolventen teil. Foto und Copyright: Ch. Weische, Uni Bielefeld am 6.12.2017

Warum invasive Nacktschnecken manche Salatköpfe verschlingen und andere verschmähen war Thema einer der ausgezeichneten Masterarbeiten (kleiner Tipp: es liegt nicht direkt am Salat). Die anderen thematisierten, welche Funktionen N-glykosylierte Proteine in Pflanzen haben, was auf genetischer Ebene passiert, wenn die Entwicklung der Chloroplasten gehemmt wird, oder welche Substanzen einer invasiven Pflanze erhebliche Ernteausfälle verursachen. Und eine Arbeit klärte die Identität dreier schon vor mehr als 100 Jahren beschriebenen Taxa der einzelligen Trachelomonas Algen. Bereits zum vierten Mal hat die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG) damit Preise für die besten pflanzenwissenschaftlichen Master-Arbeiten verliehen. Sie gingen dieses Jahr an drei Biologinnen und zwei Biologen an den Universitäten Bielefeld, Münster, Salzburg, Kiel sowie an der Münchner LMU. Die Kurzfassungen der Arbeiten und Bilder stehen nun auf der Website zum Abruf bereit.
Zur Übersicht aller ausgezeichneten MSc Arbeiten

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12. Dez 2017 · Actualia · DBG · Outreach

„Wissenschaft lebt von Netzwerken“

Prof. Dr. Karl-Josef Dietz. Foto: Kim-Christ

Die Wissenschaft wird derzeit von Kritikern herausgefordert. Gleichzeitig sollen die Pflanzenwissenschaften Lösungen für drängende Probleme der Menschheit finden. Anlässlich seiner Wiederwahl im September beschreibt der Präsident der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG), Professor Karl-Josef Dietz von der Uni Bielefeld, welche Herausforderungen es zu bewältigen gilt, was die DBG dazu beitragen kann und wie er einst selbst zum Pflanzenforscher wurde. Und er schildert warum die DBG sich – anders als früher – auch außerhalb der Wissenschaft für die Forschung einsetzt.

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08. Dez 2017 · Actualia · Tagungsbericht

10. Internationales Doktorandenkolleg für Entwicklungsbiologie

Die jungen Teilnehmenden tauschten sich intensiv über ihre wissenschaftliche Arbeit aus, sowohl untereinander als auch mit den geladenen etablierten Forschenden. Auch neue Kooperationen und Netzwerke sind schon Dank der PhD School entstanden. Foto: PhD School

Knapp 60 vorwiegend junge Forschende aus elf Ländern trafen sich zur zehnten International PhD School Plant Development, die in Retzbach nahe Würzburg stattfand. Professorin Rita Groß-Hardt schildert in ihrer Tagungsnachlese die Motivation der Gründungsväter, schildert das Konzept der Tagung und die technischen Fortschritte in der pflanzlichen Entwicklungsbiologie. Und sie nennt die beiden Preisträger für den besten Vortrag und das beste Poster zu den Themen Pflanzen mit drei Eltern sowie Epigenetik.

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07. Dez 2017 · Actualia · Tagungsbericht

Endosymbioseforscher am Bodensee

Viele Nachwuchsforscher tauschten sich mit Etablierten über (zell-)innere Symbiosen aus und kamen zum Foto auf dem Universitätscampus zusammen. Foto: Alexander Haas

In Konstanz am Bodensee traf sich vom 3. bis 6. September 2017 die Deutsche Sektion der International Society of Endocytobiology (ISE). Organisator Professor Peter Kroth berichtet in seiner Tagungsnachlese von Vorträgen über Zellen, Organellen und Symbiosen, den Sonderfall Plastiden und von Meeresschnecken, die sich Plastiden einverleiben und für sich nutzen. Die Teilnehmenden erinnerten sich in einem Ehrenvortrag an den Ulmer Professor Dr. Axel Brennicke, der vielen Forschenden weit über die Biologie hinaus bekannt war, und kürten Preisträger für beste Vorträge und Poster. 

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23. Nov 2017 · Actualia

Nachruf: Professor Dr. Otto Kandler (1920–2017)

Professor Dr. Dr. h.c. Otto Kandler mit dem Modell von Pseudomurein. Foto: privat, mit freundlicher Genehmigung der Familie Kandler

Ehrenmitglied der DBG Otto Kandler, Inhaber des Lehrstuhls für Botanik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, wurde als Kind für seine Darwin-Begeisterung bestraft, doch sein biologisches Interesse blieb. Er widmete sich zahlreichen Disziplinen: Er untersuchte Physiologie, Biochemie und Systematik von Pflanzen und Bakterien und entdeckte physiologische Prozesse, wie erstmals die lichtabhängige ATP-Bildung in vivo oder die Synthese verzweigt-kettiger Monosaccharide. Gemeinsam mit Carl Woese entwickelte er das Drei-Domänen-Konzept des Lebens. Kandler ist vor kurzem im Alter von 96 Jahren verstorben. Sein Schüler, Professor Dr. Widmar Tanner, erinnert in seinem Nachruf an Leben und wissenschaftliches Werk der vielfach ausgezeichneten, temperamentvollen und diskutier-freudigen Wissenschaftlerpersönlichkeit.

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21. Nov 2017 · Actualia · Tagungsbericht

Botanikertagung 2017: Dänische und internationale Perspektive

Ein Teil der Teilnehmer fand sich in einer Pause zum Gruppenfoto auf dem Campus der Universität Kiel (CAU) zusammen. Foto: Christian-Urban, CAU

„Pflanzenwissenschaften in einer sich wandelnden Welt“, war das Motto, unter dem die diesjährige Botanikertagung vom 17. bis zum 21. September an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) in Kiel stattfand. Erstmals war die Tagung in enger Kooperation mit dänischen Kollegen durchgeführt worden, die vom interdisziplinären Konzept begeistert waren. Tagungspräsidentin Professorin Karin Krupinska berichtet in ihrer Tagungsnachlese außerdem von den Vorteilen für Nachwuchswissenschaftler und warum der interdisziplinäre Austausch wichtig bleibt, um die Zukunft zu sichern.

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07. Nov 2017 · Actualia · Tagungsbericht

Symposium zum Andenken an Prof. Diter von Wettstein

Mehr als 50 Forschende gedachten dem Forscher, die schon vor der Start der Botanikertagung teils aus Übersee nach Kiel gereist waren. Foto: Karl-Heinz Kogel

Diter von Wettstein war ein renommierter Pflanzengenetiker und -züchter, der 13. April 2017 nach einem erfüllten Leben als Wissenschaftler im Alter von 87 Jahren in Kopenhagen verstarb. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler gedachten seiner in einem wissenschaftlichen Satellitensymposium vor der diesjährigen Botanikertagung der DBG am 17. September in Kiel. In seinem Bericht erinnern die Organisatoren Prof. Karl-Heinz Kogel (Gießen), Prof. Mats Hansson (Lund) und Prof. Karin Krupinska (Kiel) an Wettsteins berufliche Stationen, Forschungsthemen und Auszeichnungen und spannen eine Brücke hin zu den aktuellen Forschungsthemen und –vorträgen der Wegbegleiter von Wettsteins.

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03. Nov 2017 · Actualia · Nachwuchsförderung

Strasburger-Workshop: Kooperation und Konflikt zweier Genome

Die Teilnehmenden am dritten Workshop zur Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses waren aus mehr als fünf Ländern angereist. Foto: Niklas Buhk

Der 3. Eduard Strasburger Workshop mit dem Titel Two Genomes in one Cell - Communication and Conflict lockte mehr als 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Polyploidie- und Hybridisierungsforschung nach Bremen. Dort thematisierten sie, welche Schwierigkeiten Zellen meistern, die ihre Chromosomensätze mischen oder gar vervielfältigen. Der Workshop fand vom 30. August und 1. September 2017 statt unter der Regie der Nachwuchswissenschaftler Dawit Girma Tekleyohans, Niklas Buhk und Thomas Nakel der Universitäten Oldenburg und Bremen. Die vorwiegend jungen Nachwuchskräfte reisten aus mehreren Nationen an, darunter Deutschland, Österreich, Schweiz, Schweden und Pakistan, was die internationale Relevanz des Themas unterstreicht. Die Organisatoren berichten in ihrer Tagungsnachlese unter anderem über neue Modellpflanzen, einen Genomschock, eine Methode zum Nachweis von drei Eltern und in welcher Weise junge Forschende bevorzugt wurden.

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02. Nov 2017 · Actualia · Tagungsbericht

N-term 2017: Proteinspezialisten treffen sich in Halle

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von „N-term 2017“ kurz nach der Aufforderung ...and now, show your favorite N-terminal amino acid in single-letter code! Foto: Antje Hellmuth, IPB Halle

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt thematisierten vom 11.-13. September 2017 am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle/Saale das Schicksal von Proteinen. Die Tagung N-term 2017 – Proteostasis via the N-terminus lockte über 100 SpezialistInnen zu über 40 Vorträgen aus Tier- und Pflanzenwissenschaften sowie Medizin und Biotechnologie in die Saalestadt. Trotz dieser vermeintlich unterschiedlichen Fachgebiete vereinte die Experten die Proteinhomöostase oder Proteostase, also die Regulierung von Eiweißen in lebenden Zellen. Hauptorganisator Nico Dissmeyer berichtet in seiner Tagungsnachlese über das erste interdisziplinäre Zusammentreffen der Proteinexperten, die besten Poster und Vorträge sowie über ein Forschungsthema, in dem die Pflanzenwissenschaften stark vertreten sind. Eine Fortführung der Tagung ist bereits geplant.

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29. Sep 2017 · Actualia

Fotos: Botanikertagung 2017 in Kiel

Alle Bilder der Tagung.

Im Intranet sind nun die Aufnahmen der Botanikertagung 2017 verfügbar. Herzlichen Dank an alle Fotografinnen und Fotografen.

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Actualia · Botanikertagung · Nachwuchsförderung

Posterpreise Botanikertagung 2017

Aus den 235 während der Botanikertagung 2017 in Kiel präsentierten Poster wählten Fach-Jurys die besten aus. Folgende Poster von Nachwuchskräften erhielten eine Urkunde und den Betrag von 135 Euro, weil sich die Gründung der Deutschen Botanischen Gesellschaft in diesem Jahr zum 135ten Mal jährt.

Alle ausgezeichneten Nachwuchstalente und die von ihnen vorgestellten Poster (pdf-Datei)

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DBG Update
12. Okt 2018 · DBG · Newsletter

Newsletter Nr. 38

Eine neu Tomate voller guter Eigenschaften, zwei neue Mess-Methoden und vier frisch geförderte Forschungsverbünde sind Themen in den Forschungsnachrichten. Außerdem: wo es Förderung für ÖkologInnen gibt.
Die DBG reagiert auf das Urteil des EuGH zur Regulierung Genom-editierter Pflanzen, hat Nachwuchskräfte ausgezeichnet und bittet um Vorschläge für die nächste Preisverleihung, um die Pflanzenforschung an den Universitäten zu stärken. Die größte Sektion der DBG lädt zu ihrer Jahrestagung.

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12. Okt 2018

VBIO-Aktuell - September

Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin e.V. (VBIO) berichtet über sein 2. Fachgespräch ABS (Access and Benefit Sharing) das thematisierte, wie mit den bestehenden Regelungen für physische genetische Ressourcen so umgegangen werden kann, dass kontraproduktive Effekte in der Forschung minimiert werden. Zudem weist er auf die Ausschreibung zum Ars legendi-Preis hin, und nennt fasst Preise, Initiativen und Meldungen aus der Wissenschaftspolitik zusammen.

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12. Sep 2018

VBIO-Aktuell - August

Tätigkeitsbericht: Nach dem EuGH-Urteil über moderne Gentechnik (bspw. Genome Editing) hat der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) gesprochen. Der Biologen-Dachverband bat außerdem Bundesumweltministerin Svenja Schulze um Erläuterungen zu der Einrichtung der Fachstelle Umwelt und Gentechnik. Der Dachverband, in dem auch die DBG Mitglied ist, bleibt im Dialog. Weiteres über Forschungspolitik und die Aktivitäten des VBIO runden den Rückblick ab.

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09. Aug 2018

VBIO-Aktuell - Juli

Auch der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin e.V. (VBIO) ist enttäuscht über das Urteil des Europäischen Gerichtshofes zum Genom Editing. Die Unterscheidung zwischen „in vitro“ und „in vivo“-Mutagenese in der vom Gericht vorgenommenen Weise ist für den Verband sachlich nicht gerechtfertigt. Zur Landtagswahl in Hessen bereitet der Verband wieder "Wahlprüfsteine" vor, d.h. Fragen, wie sich die politischen Parteien auf Landesebene zu biowissenschaftlichen bzw. biopolitischen Problemen positionieren und bittet dazu um Vorschläge bis 15. August. Zusammenfassungen aktueller Themen der Forschungspolitik und Biowissenschaften runden den Bericht des Biologie-Dachverbandes ab.

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10. Jul 2018

VBIO-Aktuell - Juni

Diesmal verweist der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin e.V. (VBIO) auf seine gemeinsam mit über 50 internationalen Organisationen gezeichnete Erklärung zu Digitalen Sequenzinformationen sowie auf sein Statement zum Cartagena-Protokoll, das der Dachverband gemeinsam mit der German Association of Synthetic Biology (GASB) für die Beratungsvorlage zum 22. SBSTTA-Treffen vorbereitet hat. Informationen über weitere Themen aus anderen Feldern der Forschungspolitik runden den Tätigkeitsbericht ab.

zu den Themen des VBIO im Intranet (LogIn)

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06. Jul 2018 · DBG · Newsletter

Newsletter Nr. 37

Ein neu entdeckter, sich immer wieder selbst justierender Regulationsweg, könnte in vielen Pflanzen und Organen eine Rolle spielen. Die als vorteilhaft erachteten Symbiosen können auch wieder verschwinden. Und was Bäumen verhilft so alt zu werden, sind Themen in den Forschungsnachrichten.

Politisch engagieren sich viele WissenschatlerInnen und das Präsidium der DBG an mehreren Fronten: NobelpreisträgerInnen setzen sich für Grüne Gentechnik ein, weil das EuGH demnächst darüber entscheiden wird, ob CRISPR-Pflanzen ohne Fremd-DNA als gentechnisch veränderte Organismen einzustufen sind oder nicht. Gleichzeitig kämpfen Molekularbiologen um den international freien Zugang zu DNA-Sequenzen, über den diese Woche verhandelt wird.

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13. Jun 2018

VBIO-Aktuell - Mai

Wie der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin e.V. (VBIO) berichtet sind seine Positionen zum Genome Editing, die der Verband gemeinsam mit dem Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik an die Entscheidungsträger vor der Entscheidung des EUGH versandte, positiv aufgenommen worden. Kurzinformationen zu anderen Schwerpunkten der Forschungspolitik und der Rückblick auf diejenigen Themen, die der Dachverband im Auge behält, runden die Zusammenschau ab.

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20. Mai 2018 · DBG · Newsletter

Newsletter Nr. 36

Wie Pflanzen schnappen, Energie zwischenspeichern und welche Fähigkeiten bereits ursprüngliche Pflanzen hatten, sind Themen der Forschungsnews. Besonders hervorheben möchten wir auch den unermüdlichen Elan, mit dem sich Forschende dafür engagieren, dass wissenschaftliche Fakten anerkannt werden.

Die DBG informiert über ihren Einsatz für Forschungsgelder und organisatorische Maßnahmen zur Harmonisierung in der EU. Sie wartet mit zwei Tagungsberichten auf und lädt Sie ein, sich um eine Förderung Ihrer Tagungen zu bewerben.

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14. Mai 2018

VBIO-Aktuell - April

Im seinem Nachrichten-Rückblick auf den Monat April verweist der VBIO auf sein Dossier zum Genome Editing, das die Haltungen der EU-Kommission, der europäischen Regierungen und des europäischen Gerichtshofes enthält und außerdem die Standpunkte deutscher Behörden, der Wissenschaft und den eigenen Standpunkt des Biowissenschafts-Dachverbandes zusammenfasst. Auch enthalten: Eine Studie zu den ungleichen Chancen auf Hochschulbildung in Akademiker- vs. nicht-Akademiker-Familien. Weitere Themen über Forschungspolitik im Allgemeinen und die Aktivitäten des Bio-Dachverbandes im Speziellen runden den Rückblick ab.

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13. Apr 2018 · DBG · Politik

DBG fordert mehr Forschungsförderung der EU für 2021-27

Die Deutsche Botanische Gesellschaft unterstützt die Initiative More Funds For Research&Innovation. Deren Manifest ruft dazu auf, deutlich mehr Finanzmittel für Forschung und Innovation für die Jahre 2021 bis 2027 (in Multiannual Financial Framework, MFF) durch die EU bereit zu stellen; besonders für die wichtigen Schwerpunkte Landwirtschaftspolitik, Zusammenhalt und Wettbewerbsfähigkeit. Denn nur so kann dringend notwendige Forschung geleistet werden. Bekanntermaßen war das Budget im Forschungs-Programm Horizon 2020 deutlich unterfinanziert und das darf sich nicht wiederholen. Nur ausreichende Investitionen helfen, hochwertige und qualitativ wertvolle Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, Wachstum zu fördern und Arbeitslosigkeit zu reduzieren. Nur diese Maßnahmen werden ein nachhaltiges Wachstum der ganzen EU ermöglichen. Wissenschaft und Forschung kommen allen EU-Bürgern zugute. Neu entwickelte Produkte werden bald das Leben aller Menschen beeinflussen. Nur Forschung und Entwicklung werden die Wettbewerbsfähigkeit der EU erhalten bzw. die EU wieder auf Wachstumskurs bringen. Da dies nicht nur einzelne sondern sehr viele Disziplinen voranbringt, ist es wichtig, das Budget für künftige Forschung und Entwicklung zu steigern. Über die Mittel für den zukünftigen Haushalt wird der EU-Rat in den kommenden Monaten entschieden. Das o.g. Manifest haben bis zum heutigen Tag bereits 1518 Forschende, wissenschaftliche Gesellschaften, Forschungsverbünde sowie forschende Unternehmen unterzeichnet, auch der Präsident der DBG im Namen aller Mitglieder.

Weitere Informationen:

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12. Dez 2017 · Actualia · DBG · Outreach

„Wissenschaft lebt von Netzwerken“

Prof. Dr. Karl-Josef Dietz. Foto: Kim-Christ

Die Wissenschaft wird derzeit von Kritikern herausgefordert. Gleichzeitig sollen die Pflanzenwissenschaften Lösungen für drängende Probleme der Menschheit finden. Anlässlich seiner Wiederwahl im September beschreibt der Präsident der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG), Professor Karl-Josef Dietz von der Uni Bielefeld, welche Herausforderungen es zu bewältigen gilt, was die DBG dazu beitragen kann und wie er einst selbst zum Pflanzenforscher wurde. Und er schildert warum die DBG sich – anders als früher – auch außerhalb der Wissenschaft für die Forschung einsetzt.

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Wochen-Chronik
18. Okt 2018 · News · Forschungsergebnis

Wie Pflanzen ihren grünen Farbstoff Chlorophyll binden

Vier Wasserlösliche Chlorophyllproteine (hellbraun) bilden gemeinsam einen Hohlraum und binden darin vier Chlorophylle (grün). Darstellung und ©: Alessandro Agostini

Wie Pflanzenproteine die beiden Chlorophylle (a und b) mit ihren kleinen Strukturunterschieden erkennen und selektiv binden können, das war bisher weitgehend unklar. Forschende der Uni Mainz (JGU) sind zusammen mit japanischen Kollegen der Lösung dieses Rätsels ein Stück näher gekommen. Das Team um Prof. Dr. Harald Paulsen verwendete das sogenannte Wasserlösliche Chlorophyllprotein aus Blumenkohl und aus Virginischer Kresse als Modellprotein. Dieses Protein besitzt nur eine einzige Chlorophyll-Bindestelle pro Proteinmolekül und kann beide Varianten des Farbstoffs binden. Durch Variation der Aminosäuren in der Chlorophyll-Bindestelle änderte sich die Präferenz des Proteins für eine der beiden Farbstoff-Varianten. Im Extremfall machte der Austausch einer einzigen Aminosäure aus einem Chlorophyll-b- ein Chlorophyll-a-bindendes Protein; dabei änderten sich die relativen Bindestärken 40-fach, berichten sie im Fachmagazin Nature Plants. „Das erklärt noch nicht alles zur Spezifität für Chlorophyll a oder Chlorophyll b im Photosynthese-Apparat“, erklärt Paulsen. „Aber unsere Ergebnisse liefern wertvolle Hypothesen, die sich jetzt an Photosynthese-Proteinen testen lassen. Auf längere Sicht können diese Ergebnisse dazu beitragen, die Lichtsammlung in der Solartechnik zu verbessern.“
Quelle: JGU

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18. Okt 2018 · News · Forschungsergebnis

Gerste: Mehr Nährstoffe und Widerstandskraft durch größeres Wurzelsystem

Das Wurzelgeflecht der Wildtyp-Gerste (links) ist nicht so dicht wie das der transgenen Linien (rechts). Foto und ©: Eswarayya Ramireddy und Thomas Schmülling, FU Berlin

Forschenden vom Dahlem Centre of Plant Sciences der FU Berlin ist es gelungen, das Wurzelwachstum von Gerstenpflanzen gezielt so zu verändern, dass die Pflanzen toleranter gegen Trockenstress werden und mehr Nährstoffe im Spross und in den Körnern enthalten. Dazu hat das Team um Professor Thomas Schmülling und Eswarayya Ramireddy einen neuen Weg beschritten: Sie reduzierten den Gehalt des Pflanzenhormons Cytokinin in der Wurzel von Gerstenpflanzen. Cytokinin hemmt das Wurzelwachstum; die Pflanzen mit einem geringeren Cytokiningehalt bildeten daher ein größeres Wurzelsystem aus und reagierten dann weniger empfindlich auf Wassermangel (Trockenstress). Außerdem fanden die Wissenschaftler einen um bis zu 44% erhöhten Gehalt an Zink in den Samen, dies könnte eines der großen Mangelernährungsprobleme lösen. Die verbesserte Aufnahme von Nährstoffen aus dem Boden, könnte auch helfen, Dünger einzusparen, schließen die Forschenden aus ihren im PLANT 2030 Projekt ROOT erzielten Ergebnissen, die sie im Fachjournal Plant Physiology veröffentlichten. Das Portal Pflanzenforschung stellt die Studie vor.
Quelle: Pflanzenforschung.de

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17. Okt 2018 · News · Forschungsergebnis

Pflanzen stoßen das Treibhausgas Lachgas in klimarelevanten Mengen aus

Die untersuchten, sterilen Tabakpflanzen in der Klimakammer. Foto: Steffen Greiner, Uni Heidelberg, COS

Lachgas ist ein Treibhausgas, das Ozonschicht und Erdklima beeinflusst. Bislang haben Experten angenommen, dass dieses Gas mit der chemischen Formel N2O für Distickstoffmonoxid vorwiegend durch Mikroben im Boden gebildet wird. Um den N2O-Ausstoß von Pflanzen zu ermitteln, haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 34 verschiedene Pflanzen unter kontrollierten, geschlossenen Laborbedingungen untersucht. Dazu gehörten zum Beispiel Tabak, Mais oder Lavendel. Um eine Verunreinigung mit bakteriell erzeugtem Lachgas zu vermeiden, wurden die Experimente zum Teil unter sterilen Bedingungen durchgeführt. Das Ergebnis der Studie des interdisziplinären Forscherteams der TH Bingen und der Uni Heidelberg: Die Flora der Erde setzt Lachgas in klimarelevanten Mengen frei und trägt so zum Treibhauseffekt bei. Im Gegensatz zu der vom Menschen verursachten Klimaerwärmung ist dieser Prozess jedoch Teil eines natürlichen Effekts, bewerten die Forschenden ihre Ergebnisse im Fachjournal New Phytologist.
Quelle: Uni Heidelberg

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17. Okt 2018 · News · Forschungsergebnis

Pflanzenhormon Strigolacton ebenet Weg zu Space Farming

Wie lassen sich auf dem Mond oder auf anderen Planeten Nutzpflanzen wie Kartoffeln anpflanzen, wenn die Böden dort nährstoffarm sind und Schwerelosigkeit herrscht? Indem man das Pflanzenhormon Strigolacton nutzt, schlagen Forschende der Universität Zürich vor. Denn dieses Hormon fördert die Symbiose zwischen Pilzen und feinen Wurzeln und unterstützt so das Pflanzenwachstum – selbst unter erschwerten Bedingungen im All, wie sie im Fachmagazin Nature Microgravity zeigen.
Quelle: Uni Zürich

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16. Okt 2018 · News · Forschungsergebnis

Blütenpracht durch genetische Anpassung

Die 11 Akelei-Arten, deren Genome die Forschenden sequenzierten und miteinander verglichen. GMI

Die Sequenzierung der Genome von elf verschiedenen Akeleien lässt tief in Evolution blicken. Die genetische Verwandtschaft war bei den elf Pflanzen trotz großer geografischer Entfernung sehr hoch, berichten die Forschenden im Fachmagazin eLife. Was die Pflanzenforscher unter der Führung von Daniele Filiault aus dem Labor von Magnus Nordborg des Gregor Mendel Instituts (GMI) für Molekulare Pflanzenbiologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften jedoch erstaunte, war die Tatsache, dass sich eines der sieben Akelei-Chromosomen völlig anders entwickelt hat als der Rest. Zusammengefasst stellt diese Arbeit den Forschern Instrumente zur Verfügung um zu verstehen, wie die adaptive Radiation diese unglaubliche Blütenvielfalt bei der Akelei hervorgebracht hat.
Quelle: GMI

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16. Okt 2018 · News · Forschungsergebnis

Entscheidungsfindung bei einzelligen Algen: Sex oder Essen?

Die einzelligen Kieselalgen sammeln sich um ein Silikat-angereichertes Teilchen. Foto: Karen Grace Bondoc, FSU Jena

Einzellige Kieselalgen sind in der Lage, ihr Verhalten auf verschiedene äußere Reize auszurichten und dabei eigene Bedürfnisse abzuwägen. Dies fanden Forschende der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) und des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie (ICE) zusammen mit Partnern aus Belgien heraus. Die Algen sind zur Vermehrung auf Nährstoffe angewiesen, brauchen aber auch Paarungspartner. Diese finden sie indem sie Pheromonspuren folgen. Je nach Sättigung mit Nährstoffen oder der Notwendigkeit, sich sexuell zu vereinigen, lässt sich die Kieselalge Seminavis robusta entweder von Nährstoffen oder Sexualpheromonen anlocken und zeigt damit tatsächlich eine primitive Verhaltensbiologie, wie die Forschenden im Fachmagazin The ISME Journal zeigen.
Quelle: ICE

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15. Okt 2018 · News · Forschungsergebnis

Dürre und Hitzeanfälligkeit bei Mais und Weizen

Mit dem Klimawandel werden Extremwetter häufiger, die Hitze oder Dürre verursachen, unter denen die Pflanzen leiden. Foto: Wilfried Mirschel, ZALF

Wer Nutzpflanzen züchtet muss wissen, ob sie anfälliger für Hitze oder Dürre sind. Denn deren Schutzmechanismen gegen Trockenstress können sich stark von denen gegen Überhitzung unterscheiden und sich sogar gegenseitig ausschließen. Dr. Heidi Webber vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) hat nun mit einem internationalen Team untersucht, ob sich beobachtete Ertragsausfälle von Körnermais und Winterweizen zwischen 1984 und 2009 durch Hitze bzw. Dürre erklären lassen. Die daraus gewonnenen mathematischen Modelle wendeten sie dann für eine Prognose bis 2055 an. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Erträge von Körnermais zurückgehen werden, während die von Winterweizen steigen, was angesichts steigender Mengen von CO2 erwartet wurde. Es wurde angenommen, dass ein Anstieg von CO2 Mais dürreresistenter werden lässt. Die im Fachmagazin Nature Communications erschienene Studie deutet jedoch darauf hin, dass in extrem trockenen Jahren erhöhtes CO2 keinen Nutzen bei Dürreausfällen bringen wird. Eine Anpassung an den Klimawandel, sei es durch Züchtung, zunehmende Bewässerung, Umstellung auf neue Kulturen oder Versicherung gegen Verluste, ist daher von entscheidender Bedeutung. Die Erkenntnis, dass Dürre das größte Risiko für Ackerkulturen darstellt, kann Landwirten und politischen Entscheidungsträgern bei der Auswahl der Optionen helfen. Hier sieht Webber den besonderen Mehrwert der neuen Erkenntnisse.
Quelle: ZALF

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10. Okt 2018 · News · Veranstaltung

Algen Modelsysteme im Aufwind

Das Symposium Algal Model Systems on the rise: understanding and exploiting the algae to land plant transistion fokussiert auf die Evolution der Charophyta und die Präadaptationen, welche den Landgang ermöglichten. Dazu laden die Organisatoren Henrik Buschmann (Osnabrück) und Andreas Holzinger (Innsbruck) am 30. Juni 2019 ins spanische Sevilla. Das Treffen der Forschenden ist als Satelliten-Symposium vor der Haupttagung der Society for Experimental Biology (SEB 2.-5. Juli) konzipiert und wird von der DBG gefördert. Der inhaltliche Fokus liegt auf

  • Molecular biology of charophyte algae
  • Phylogenomics
  • Cell biology and EvoDevo of algae
  • CRISPR and transformation technology
  • Synthetic biology of algae
  • Terrestrialization and pre-adaptation

Quelle: SEB

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09. Okt 2018 · News · Forschungsergebnis

Gene für Blütenfarbe im Löwenmäulchen identifiziert

Löwenmäulchen. Foto: David Field

In die Pyrenäen blühen Löwenmäulchen der Art Antirrhinum majus teils magentafarben, teils gelb. Zwischen den Farbräumen gibt es einen Streifen mit gemischten Blühfarben. Warum es dort die seltenen Hybrid-Zonen gibt, und sich die Farbmuster langfristig nicht mischen, haben Forschende vom Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) im Fachjournal PNAS dargelegt. In DNA-Sequenzierungsdaten fanden sie die Gene, die für den Farbunterschied zwischen den Blüten verantwortlich sind. Die Farbfelder bleiben erhalten, weil Bienen es vorziehen, die häufigste Blütenfarbe zu bestäuben. Diese Auswahl zugunsten der häufigsten Blütenfarbe führt zu einer scharfen Trennung der Farb-Populationen und verhindert den Austausch von Genen, die sich in der Nähe der Blütenfarbe-Gene befinden.
Quelle: IST Austria

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09. Okt 2018 · News · Köpfe und Karrieren

Auszeichnung für zwei Pflanzenforscherinnen

Die Preisträgerinnen Dr. Janina Braatz (3. v. l.) und Mona Schreiber (2. v. r.). Foto: Julie-Sophie Himpe, IPK

Das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) hat heute zwei junge Pflanzenforscherinnen für ihre Dissertationen ausgezeichnet. Dr. Janina Braatz erhielt den mit 2.500 Euro dotierten Gaterslebener Forschungspreis für ihre Ergebnisse zum Einsatz von CRISPR/Cas9 und EMS-Mutagenese zur Verbesserung der Schotenplatzfestigkeit von Raps. Ihre Arbeit war die Grundlage für die erste wissenschaftliche Publikation zur Nutzung der Genom Editierung mit Hilfe der Genschere CRISPR/CAS9 in tetraploiden Raps.
Mona Schreiber wurde mit dem diesjährigen, mit 1.500 Euro dotierten Beagle Award ausgezeichnet, den sie u.a. für ihre Dissertation über hochkomplexe Pflanzengenome erhielt. Mit Hilfe des Next Generation Sequencing analysierte sie unter anderem mehrere tausend Jahre alte Gerstenproben, was neue Einblicke in den Ursprung unserer Kulturpflanzen erlaubt.
Quelle: IPK (pdf)

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08. Okt 2018 · News · Forschungsergebnis

Wurzelextrakt lässt Würmer länger leben

Ein Wurzelextrakt des Vielblütigen Knöterichs (Polygonum multiflorum) lässt den Fadenwurm C. elegans länger leben und schützt ihn vor oxidativem Stress. Das zeigen Forschende der Ernährungswissenschaften in der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Sie liefern damit wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit dieses Extraktes, der vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin und als Nahrungsergänzungsmittel verwendet wird. Gleichzeitig beschreiben sie erstmals die molekularen Signalwege, die der Wirkung des Extraktes zu Grunde liegen könnten. Ihre Studie erschien in der Fachzeitschrift Plants.
Quelle: MLU

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08. Okt 2018 · News · Politik

DFG: Standortbestimmung Synthetische Biologie

Die Ständige Senatskommission für Grundsatzfragen der Genforschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat eine Standortbestimmung zur Synthetischen Biologie veröffentlichten, die wesentliche wissenschaftliche Fortschritte auf diesem Gebiet beschreibt und mit Blick auf derzeitige gesellschaftliche Diskussionen einzuordnet. Die Analyse zeigt, dass die aktuellen wissenschaftlichen Fortschritte kein neues Gefährdungspotenzial erkennen lassen und somit durch bestehende gesetzliche Regelungen, insbesondere das Gentechnikgesetz, abgedeckt sind. Ebenso erwachsen aus den neuen Entwicklungen keine neuen ethischen Fragen, sie sind vielmehr bereits im Kontext der Debatten zur Gentechnologie und der Stammzellforschung erfasst. Mit der Standortbestimmung möchte die Senatskommission einen Beitrag zu einer sachlichen Diskussion der Chancen und Risiken der Synthetischen Biologie leisten und damit den satzungsgemäßen Auftrag der DFG zur wissenschaftlichen Politikberatung wahrnehmen.
Quelle: DFG

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05. Okt 2018 · News · Forschungsergebnis

Artenreiche Wälder speichern doppelt so viel Kohlenstoff wie Monokulturen

Die Untersuchungsflächen des Experiments BEF-China liegen in einem Berggebiet 400 Kilometer westlich von Shanghai. Foto: UZH

Artenreiche subtropische Wälder können doppelt so viel Kohlenstoff aufnehmen wie Monokulturen. Dies berichtet ein internationales Forscherteam im Fachjournal Science (DOI: 10.1126/science.aat6405). Die Studie wurde im Rahmen eines einmaligen Feldexperiments durchgeführt, das unter Federführung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Chinese Academy of Sciences betrieben wird. Es besteht aus eigens angelegten Wäldern in China mit insgesamt über 150.000 Bäumen. Die vor rund zehn Jahren angepflanzten Wälder unterscheiden sich in der Anzahl ihrer Baumarten. Die gewonnenen Ergebnisse sprechen aus Sicht der Forschenden dafür, bei Wiederaufforstungen viele verschiedene Baumarten zu verwenden. Damit könne sowohl Arten- als auch Klimaschutz betrieben werden.
Quelle: iDiv

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05. Okt 2018 · News

Ein Schritt zur biologischen Kriegsführung?

Ein Forschungsprogramm der Forschungsbehörde des amerikanischen Verteidigungsministeriums weckt die Befürchtung, dass Forschung für biologische Kriegsführung missbraucht werden könnte. In dem Projekt namens Insect Allies („Alliierte/Verbündete Insekten“) sollen Insekten als Transportmittel für Pflanzenviren dienen und diese auf landwirtschaftliche Nutzpflanzen übertragen. Die Viren können bereits auf den Feldern wachsende Pflanzen wie Mais oder Tomaten schnell und in großem Stil mittels so genannter Genomeditierung verändern. Wissenschaftler/innen des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön sowie der Unis Freiburg und Montpellier weisen im Fachmagazin Science darauf hin, dass ein solches System relativ leicht manipuliert und als biologische Waffe eingesetzt werden kann.
Quelle: Max-Planck-Gesellschaft

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05. Okt 2018 · News · Köpfe und Karrieren

Auszeichnung für Agrarwissenschaftler

Verleihung der Anton de Bary-Medaille: Prof. Dr. Johannes Hallmann, Vorsitzender der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft, und Prof. Dr. Andreas von Tiedemann, Universität Göttingen (von links). Foto: Robert Zech

Der Agrarwissenschaftler Prof. Dr. Andreas von Tiedemann von der Uni Göttingen hat die Anton de Bary-Medaille der Deutschen Phytomedizinischen Gesellschaft (DPG) erhalten. Die DPG ehrt ihn damit für sein langjähriges wissenschaftliches Wirken auf dem Gebiet der Pflanzenkrankheiten, insbesondere für seine Forschung zum Einfluss klimarelevanter Faktoren auf die Ausbreitung und Ausprägung von Pflanzenkrankheiten. Tiedemann entwickelte unter anderem Prognosesysteme für die Rapskrankheit Sclerotinia und die Taubährigkeit an Weizen. Um den integrierten Pflanzenschutz weiter zu verbessern, versucht er, in alten Pflanzensorten und Wildpflanzen resistente oder tolerante Genotypen zu finden, um sie für die Züchtung moderner krankheitsresistenter Sorten zu nutzen. Die Auszeichnung erhielt Tiedemann vom Vorsitzenden der DPG, Prof. Dr. Johannes Hallmann, in Hohenheim.
Quelle: Uni Göttingen

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04. Okt 2018 · News · Forschungsergebnis

Pflanzen wachsen immer früher und binden weniger anstatt mehr CO2

Satellitenbeobachtungen zeigen, dass warme Frühjahre zu mehr Produktivität der Vegetation im Frühling, aber in vielen Regionen zu geringerer Produktivität im Sommer und Herbst führen. Grafik: TU Wien

Der Wachstumsschub im Frühling beginnt bei Pflanzen immer früher, ergaben Satelliten- und Feldmessungen in Kombination mit Modellierungen. Doch anders als gedacht wird dadurch deutlich weniger CO2 von den Pflanzen aufgenommen. Bislang dachte man, dass dieses Phänomen den Klimawandel ehr verlangsamt, weil bei der Photosynthese mehr Kohlenstoff aus der Atmosphäre gebunden und mehr Biomasse produziert würde. Wie nun mit Hilfe der Satellitendatenauswertungen der TU Wien gezeigt werden konnte, trifft das aber nicht zu. Im Gegenteil: In vielen Gegenden der 41 Millionen Quadratmeter großen Untersuchungsfläche in nördlichen Ökosystemen führt ein warmer und vorverlegter Frühling sogar zu einem geringeren Pflanzenwachstum. Ihre Ergebnisse publizierten die Forschenden im Fachmagazin Nature (DOI: 10.1038/s41586-018-0555-7) gemeinsam mit Forschenden der Uni Augsburg, anderen Teilen Deutschlands sowie aus den USA, Japan, der Schweiz, Großbritannien, Australien, China und  Frankreich.
Quelle: TU Wien

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04. Okt 2018 · News · Forschungsergebnis

Kombinierbar wie Legosteine – Gen-Baukasten für Grünalgen

Die Grafik zeigt, wie der Baukasten funktioniert. Die einzelnen Gen-Bausteine lassen sich wie Legos kombinieren. Foto und Grafik: Schroda

Im Erbgut der Zellen geht es ähnlich zu wie in Fabriken: Gene steuern und regulieren die Protein-Produktion. In der Industrie ist dabei oft ein Baukasten-Prinzip sinnvoll, bei dem sich Fertigungsstraßen austauschen lassen, wenn ein anderes Produkt hergestellt werden soll. Auch Forscher arbeiten daran, Gen-Bausteine wie Legosteine unterschiedlich zu kombinieren. Einen solchen Bausatz mit 119 Gen-Funktionseinheiten für die Grünalge Chlamydomonas reinhardtii hat nun ein internationales Forscherteam mit Kaiserslauterer Biologinnen und Biologen erstellt. So lassen sich aus den Algen Minifabriken bauen, die etwa Farbpigmente oder medizinische Wirkstoffe herstellen. Das Besondere an der Studie: Bei der Alge handelt es sich um einen höheren Organismus (Eukaryonten). Bislang gab es solche Baukästen eher für einfachere Organismen wie Bakterien. Die Studie ist in der Fachzeitschrift ACS Synthetic Biology erschienen.
Quelle: TU Kaiserslautern

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04. Okt 2018 · Publikation

Vegetationsökologie: Kaukasus, Hindukusch und Aralsee

Der 21. Band der Bielefelder Ökologischen Beiträge (BÖB) Vegetation ecology of Caucasus, Hindu Kush and Aralsee enthält die Bestandsaufnahmen der Gebirgsflora der subnivalen, der nivalen und der hochalpinen Zonen im Kaukasus und Hindukusch und widmet sich der Sukkzession und Wiederbesiedlung der ausgetrockneten Ufer des Aralsees. Zu beziehen ist der Band über dessen Herausgeber, Prof. Dr. Siegmar Breckle von der Uni Bielefeld und die Gesellschaft für Forschung und Technologie (GFT), siehe vorvorletzte sowie letzte Seite der pdf-Datei.
Quelle: BÖB (pdf)

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04. Okt 2018 · News · Forschungsergebnis

Wie „Samentaxis“ Primaten anlocken

Die zu den Lemuren zählenden Rotbauchmakis sind ausschließlich auf Madagaskar heimisch. Foto: N. Rowe, Centre ValBio

Auf Madagaskar locken Pflanzen Lemuren als Samenausbreiter mit duftenden Früchten. Dabei unterscheidet sich der Duft reifer und unreifer Früchte erheblich, was den geruchsorientierten Primaten die Nahrungssuche erleichtert. Eher visuell ausgerichtete Samenverbreiter wie Vögel bleiben von dem Geruch der reifen Früchte dagegen unbeeindruckt. Das haben Ulmer Biologinnen und Biologen nun in der Fachzeitschrift Science Advances dargelegt. Sie folgern, dass sich dieses Beispiel der Ko-Evolution von Pflanzen und ihren bevorzugten "Samentaxis", den Lemuren, womöglich auf andere Systeme übertragen lässt.
Quelle: Uni Ulm

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02. Okt 2018 · News · Forschungsergebnis

Neue Tomate durch Genom-Editierung erschaffen

Die neue Zuchttomate (rechts) hat verschiedene Domestikations-Merkmale, die sie von der Wildpflanze (links) unterscheiden. Foto: Agustin Zsögön, Nature Biotechnology

Forschende aus Brasilien, den USA und Deutschland haben erstmals mit dem modernen Verfahren der Genom-Editierung aus einer Wildpflanze – dem Vorfahren unserer heutigen Tomate – innerhalb nur einer Generation eine neue Kulturpflanze geschaffen. Mit der Genschere CRISPR-Cas9 haben sie kleine genetische Veränderungen an sechs Genen eingeführt, sodass die Tochterpflanzen gleichzeitig verschiedene Nutzpflanzen-Merkmale aufweisen, ohne dass die wertvollen genetischen Eigenschaften der Wildpflanze verloren gingen. Ihre Ergebnisse, an denen auch ein Team um Prof. Dr. Jörg Kudla vom Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) beteiligt war, sind in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature Biotechnology veröffentlicht (Advance Online Publication, DOI: 10.1038/nbt.4272). Gleichzeitig ist der Gehalt an Lycopin in der neuen Tomate mehr als doppelt so hoch wie bei der wilden Ausgangsart und sogar mehr als fünfmal so hoch wie bei konventionellen Cocktailtomaten. „Das ist eine ganz entscheidende Neuerung, die man mit den konventionellen Kulturtomaten durch Zucht nicht erzielen kann. Lycopin kann helfen, Krebserkrankungen und Herz-Kreislauferkrankungen vorzubeugen", sagt Kudla.
Quelle: WWU

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02. Okt 2018 · News · Projekt

Besserer Schutz für gefährdete Wildpflanzen

Arnikablüte (Arnica montana) im Alpenvorland. Foto: Benjamin Schwarz

Ein bundesweites Netzwerk Botanischer Gärten arbeitet künftig daran, das Überleben von 92 gefährdeten Pflanzenarten in Deutschland zu sichern. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt "Wildpflanzenschutz Deutschland II" (WIPs-De II) im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt mit rund 4,2 Millionen Euro über die nächsten fünf Jahre. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) begleitet das Projekt inhaltlich. Das Projekt "Wildpflanzenschutz Deutschland II" verfolgt drei sich ergänzende Strategien: Zunächst wird Saatgut an den Wildstandorten bundesweit gesammelt und in dezentralen Saatgutgenbanken eingelagert. In den fünf beteiligten Botanischen Gärten werden dann sogenannte Erhaltungs- und Vermehrungskulturen angelegt, um in einem dritten Schritt mit diesem Material gefährdete Bestände an ihren natürlichen Standorten zu stärken. Bereits von 2013 bis 2018 hat sich das Verbundprojekt "Wildpflanzenschutz Deutschland" dem umfassenden Schutz von 15 gefährdeten Arten gewidmet, darunter Arnika, Sumpf-Enzian und Breitblättriges Knabenkraut. Die Liste der 15 Arten wurde nun auf insgesamt 92 Arten erweitert. "WIPs-De II" setzt das Projekt bis 2023 fort.
Quelle: BfN

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02. Okt 2018 · News · Förderung · Politik

Gesamtstrategie Bioökonomie für 2019

Die Bundesregierung setzt mit einem umfassenden Bioökonomie-Konzept auf den verstärkten Einsatz biologischer Ressourcen und umweltschonender Produktionsverfahren in allen Wirtschaftsbereichen. Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, und die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, haben sich nun darauf verständigt, ihre strategischen Aktivitäten für den Wandel hin zu einer biobasierten Wirtschaft in einer Strategie politisch zu bündeln. Kernthemen der Gesamtstrategie zur Bioökonomie sind die nachhaltige Ausgestaltung der land- und forstwirtschaftlichen Produktion und die Entwicklung innovativer biobasierter Alternativen zu bestehenden Produkten und Prozessen sowie länderübergreifende Kooperationen. Aussagen über Forschungsschwerpunkte sind darin leider (noch) nicht zu finden. Die Bundesministerinnen werden die Gesamtstrategie erst im nächsten Jahr vorlegen, berichtet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Bislang existieren zwei getrennte Strategien der Bundesregierung, die "Nationale Forschungsstrategie Bioökonomie 2030" vom BMBF und die "Nationale Politikstrategie Bioökonomie" vom BMEL.
Quelle: BMBF

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News

Rückblick auf KW 38

Einbahnstraße für das Salz

Plötzlicher Kälteeinbruch vor 12700 Jahren am Mittelmeer

Pflanzenwirkstoff für verletzte Nerven

Neue Forschergruppe zum Stoffwechsel-Switch

Alle Nachrichten dieser Woche

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News

Rückblick auf KW 37

Neuer Genregulations-Mechanismus entdeckt

Wann Pflanzen und Mikroorganismen kooperieren oder konkurrieren

Pflanzengenetiker zum EuGH-Entscheid "wissenschaftlich nicht nachvollziehbar"

Schwerpunkt-Programm Rhizosphäre gestartet

Alle Nachrichten dieser Woche

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News

Rückblick auf KW 36

Maniok mit verbesserter Stärke dank CRISPR/Cas9

Neuer Eisentransporter bei Getreide-assoziierten Bakterien entdeckt

Kalzium-Taxis: Transportproteine für Photosynthese identifiziert

Verringerung der Stickstoffeinträge verhindert Algenblüten in Seen

Alle Nachrichten dieser Woche

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News

Rückblick auf KW 35

Moleküle der Blätter als Marker für Mykorrhiza-Pilze 

Biologische Globalisierung bedroht entlegene Inseln 

Auch Evolutionsgeschichte der Pflanzen beeinflußt Biomasseproduktion  

Wie der Wald mit dem Hitzesommer zurechtkommt 

Alle Nachrichten dieser Woche

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News

Rückblick auf KW 34

Warum sich Bäume Gene "ausborgen"  

Trockentolerante Braugerste entwickelt  

Artenreiche Wälder kompensieren die Klimabelastungen besser  

Bedeutung des „Ozeanwetters“ für Ökosysteme 

Alle Nachrichten dieser Woche

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News

Rückblick auf KW 33

Wie Maispflanzen sich ihr eigenes Verderben bereiten

Erbgut des Weizens vollständig kartiert

Weizen hat ein fünfmal umfangreicheres Erbgut als der Mensch

Erster Transkript-Atlas sämtlicher Weizengene erweitert die Perspektiven für Forschung und Züchtung

Neue Methode zur Altersbestimmung feiner Baumwurzeln 

Alle Nachrichten dieser Woche

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News

Rückblick auf KW 32

Schrumpfender Lebensraum stört Zusammenspiel der Arten

Pflanzen steuern Fotosynthese unabhängig ihrer Herkunft einheitlich

Pflanzen und Tiere dirigieren ihr Zusammenleben gemeinsam

Petition: Entscheidung zum Genom-Editing des EuGH

Alle Nachrichten dieser Woche

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News

Rückblick auf KW 31

Frostschutz in lebenden Eis-Algen studiert

Erbgut des Teufelszwirn enthält auch Fremd-DNA

Wurzelentwicklung neu beschrieben

Leistung der Wälder von Tieren und Pilzen gefördert

Alle Nachrichten dieser Woche

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News

Rückblick auf KW 30

Blattläuse manipulieren ihren Pflanzensaft

Europäischer Gerichtshof beurteilt Genome Editing als GMO

An Land vor unserer Zeit

Raubverleger und Pseudo-Zeitschriften

Flechten und Moose tragen zum globalen Wasserkreislauf bei

Alle Nachrichten dieser Woche

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News

Rückblick auf KW 39

Die Tundra wächst

Stressreaktion und flüchtige Substanzen in Echtzeit gemessen

Genom-Verdoppelung treibt Evolution von Pflanzen voran 

Klimawandel dürfte Ökosysteme massiv beschädigen 

Alle Nachrichten dieser Woche

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Stellenangebote
10. Okt 2018 · Offene Stellen

PostDoc position

Crop-beneficial microbes interaction

University of Copenhagen, Department of Plant and Environmental Sciences (Prof. Roitsch), Copenhagen, Danmark

Start: 1 January 2019

Deadline: 24 October 2018

Details: University of Copenhagen

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10. Okt 2018 · Offene Stellen

Leitende Mitarbeiterin / Leitender Mitarbeiter

IT-Fachbereich und digitale Strategie Naturkundemuseum

Naturkunde Museum Stuttgart, Stuttgart, Deutschland

Start: 1 Januar 2019

Deadline: 9 November 2018

Details (pdf)

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08. Okt 2018 · Offene Stellen

Research Assistant / PhD student

Establishment of Charales and Zygnematales as models

requires biology background and in computer/NGS affinity

Philipps-Universität Marburg, Plant Cell Biology, Marburg, Deutschland

Start: as soon as possible

Daedline: 2 November 2018

Details: Marburg University (pdf)

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08. Okt 2018 · Offene Stellen

Research Assistant / PhD student

Evolutionary and Systematic Botany

University of Regensburg, Institute of Plant Sciences, Regensburg, Germany

Start: 1 January 2019

Deadline: 4 November 2018

Details (pdf)

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08. Okt 2018 · Offene Stellen

3 Group Leader positions

Plant Chromosome Biology

Max-Planck Society (MPG), Max Planck Institute for Plant Breeding Research (MPIZ), Cologne, Germany

Start: second half of 2019

Deadline: 22 November 2018

Details: MPG

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05. Okt 2018 · Offene Stellen

PostDoc position

Transcriptional regulation of arbuscular mycorrhiza development

ERC project “Regulatory networks of plant cell rearrangement during symbiont accommodation – RECEIVE”
Weihenstephan Campus of the Technical University in Freising, close to Munich, Germany

Deadline: Review starts at 31 October 2018; applications accepted until a suitable candidate has been identified

Details (pdf)

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05. Okt 2018 · Offene Stellen

PhD position

Transcriptional regulation in arbuscular mycorrhiza development

Weihenstephan Campus of the Technical University in Freising, close to Munich, Germany

Deadline: Review starts at 31 October 2018; applications accepted until a suitable candidate has been identified

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01. Okt 2018 · Offene Stellen

PhD position

Evolution of genetic redundancy in Capsella rubella and Arabidopsis thaliana

University of Potsdam, Institute of Biochemistry and Biology, Potsdam, Germany

Start: 1 January 2019

Details (pdf)

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30. Sep 2018 · Offene Stellen

Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Optimierung der Kultur von Mutanten der Grünalge Chlamydomonas zur stabilen Glykolatproduktion

Universität Leipzig, Institut für Biologie, Pflanzenphysiologie, Leipzig, Deutschland

Start: 1 November 2018

Deadline: 15 Oktober 2018

Details (pdf)

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27. Sep 2018 · Offene Stellen

Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Pflanzenökologie und Geobotanik

Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Biologie, AG Pflanzenökologie, Marburg, Deutschland

Start: schnellstmöglich

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21. Sep 2018 · Offene Stellen

PostDoc position

Mass spectrometry-based plant proteomics

University of Münster (WWU), Institute of Plant Biology and Biotechnology, Münster, Germany

Deadline: 28 October 2018

Details: WWU

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20. Sep 2018 · Offene Stellen

Wissenschaftliche Mitarbeiterin / wissenschaftlicher Mitarbeiter

Molekulare Mechanismen der Clusterwurzelbildung der Weißlupine

Universität Hohenheim, Institut für Kulturpflanzenwissenschaften, Abteilung Ernährungsphysiologie der Kulturpflanzen, Hohenheim bei Stuttgart, Deutschland

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14. Sep 2018 · Offene Stellen

Coordinator (PostDoc)

For a new Master Programme in Plant Sciences

University of Münster (Westfälische Wilhelms-Universität, WWU), Faculty of Biology, Institute of Plant Biology and Biotechnology (IBBP), Münster, Germany  

Deadline: 22 October 2018

Details: WWU

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13. Sep 2018 · Offene Stellen

Full Professorship (W3)

Biochemistry and Physiology of Plants

Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), Faculty of Biology, Plant Sciences, Munich, Germany

Start: 1 April 2020

Deadline: 31 October 2018

Details: LMU

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07. Sep 2018 · Offene Stellen

PhD position

Plant Molecular Biology

Humboldt-Universität zu Berlin, Department of Plant Cell and Molecular Biology, Berlin, Germany

Deadline: 16 October 2018

(engl. offer - pdf)

Details: Humboldt University

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04. Sep 2018 · Offene Stellen

2 PhD positions

Cryptochrome photoreceptors in the green alga Chlamydomonas reinhardtii: Versatility of functions and mechanisms

Friedrich Schiller University Jena, Matthias Schleiden Institute of Genetics, Bioinformatics and Molecular Botany, Jena, Germany

Deadline: 19 October 2018

Details (pdf)

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Portrait

Die DBG ist das größte Netzwerk für Pflanzenwissenschaften und Botanik im deutschsprachigen Raum. Als gemeinnützige Gesellschaft vertritt sie alle Fachdisziplinen und fördert die Wissenschaft. Sie ist eine der ältesten, aktiven Botanischen Gesellschaften der Welt, bringt Nachwuchskräfte voran, vereint alle Forschergenerationen und unterstützt den Austausch ihrer rund 950 Mitglieder.

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