02. Dezember 2016 · News · Meinung

Ethischer Code für Konferenzen

Der an der kalifornischen Carnegie Institution for Science in Stanford forschende deutsche Pflanzenwissenschaftler Wolf Frommer befürchtet im Fachjournal The Scientist, dass es in Zukunft nur noch langweilige Konferenzen geben wird, wenn nicht ein ethischer Code für diese eingeführt werde. Dieser soll den Vortragenden und Poster-Präsentierenden garantieren, dass ihre vorgezeigte und noch nicht publizierten Daten, Grafiken und Ergebnisse nicht mit mobilen Geräten aufgezeichnet und ohne Einverständis des Urhebers weiterverbreitet werden. Wenn es diese früher übliche Verhaltensregel auf Konferenzen nicht mehr gebe, werden in Zukunft wohl nur noch bereits publizierte Ergebnisse präsentiert werden, was eine anregende Diskussion verhindert. Er selbst habe bei Tagungen um die Einhaltung dieser Verhaltensregel gebeten, war wiederholt ignoriert worden und erntete für dieses Statement Entrüstung in der Kommentarspalte beim Scientist.
Quelle: The Scientist

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03. Dezember 2016 · News · Politik

UN-Konvention zur biologischen Vielfalt sucht Definition für Synthetische Biologie

Was ist eigentlich Synthetische Biologie? Ein wirklich neues Phänomen oder lediglich eine technische Weiterentwicklung? Die Frage sollte auf der diesjährigen UN-Vertragsstaatenkonferenz zu biologischen Vielfalt CBD in Cancun beantwortet werden. Denn sonst entsteht ein Kontrollvakuum mit großen Risiken, befürchtet Dr. Ricarda Steinbrecher, Molekulargenetikerin und Entwicklungsbiologin. Das Vakuum würde Ökosysteme und die Lebenssituation vieler Menschen in Entwicklungsländern betreffen, meldet das Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung (Ne-Fo) in einer Pressemitteilung über ihr Interview mit der Biologin.
Quelle: NeFo

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02. Dezember 2016 · News · Politik · Publikation

Elseviers Angebot widerspricht Open Access und fairen Preisen

Nach mehrmonatigen intensiven Verhandlungen hat der Verlag Elsevier der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen ein erstes Angebot für eine bundesweite Lizenz für den Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen vorgelegt. Das Angebot entspricht nach Überzeugung der Allianz nicht den Prinzipien von Open Access und einer fairen Preisgestaltung. Das melden die Organisationen in einer gemeinsamen Erklärung heute, abzurufen bei der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.
Quelle: Leoplodina (pdf-Datei)

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01. Dezember 2016 · News · Politik

Biodiversität offensiv verteidigen

Um eine Trendwende beim ungebremsten Verlust der biologischen Vielfalt zu bewirken, müssen die globalen Naturschutzziele von den zuständigen Politikressorts übernommen werden. Einen Anfang soll eine gemeinsame Erklärung der höchsten Staatenvertreter am 3.12. noch im Vorfeld der UN-Vertragstaatenkonferenz zur biologischen Vielfalt machen. In Deutschland geht das Umweltministerium in die "Naturschutzoffensive". Wie man sich die Überzeugungsarbeit in der Bundespolitik vorstellt, erklärt Dr. Elsa Nickel, Abteilungsleiterin „Naturschutz und nachhaltige Naturnutzung“ des BMUB im Interview des Netzwerk-Forums zur Biodiversitätsforschung (Ne-Fo). Woran dies bisher scheiterte und was helfen würde, erklärt Politologe Dr. Norman Laws von der Leuphana Universität Lüneburg. Wie Sebastian Tilch von NeFo kommentiert würde ein Machtwort der Kanzlerin auch hier helfen.
Quelle: NeFo

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01. Dezember 2016 · News · Politik

Gentechnikgesetz: Änderungsentwurf im Bundestag

Damit der Anbau von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen in Deutschland verboten werden kann, legt die Bundesregierung nun einen Entwurf zur Änderung des Gentechnikgesetzes vor. Hiermit soll insbesondere die Ausnahmeregelung „Opt-out“ gesetzlich verankert werden. Aber auch im Hinblick auf den Forschungszweig der Synthetischen Biologie sind Änderungen vorgesehen. Nun beschäftigt sich der Bundestag mit dem Entwurf, meldet das Portal Biotechnologie. Am morgigen Freitag wird der Änderungsentwurf in den Bundestagsausschüssen und am 16. Dezember im Bundesrat diskutiert werden.
Quelle: Biotechnologie.de

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01. Dezember 2016 · News · Projekt

Genom-Editierung in der Landwirtschaft

Im dreijährigen Projekt „Ethische, rechtliche und sozioökonomische Aspekte der Genom-Editierung in der Agrarwirtschaft“ (ELSA-GEA) werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen untersuchen, welchen Nutzen und welche Risiken Genom-Editierung für die Landwirtschaft bringen. Thematisieren werden sie auch, wie das Thema rechtlich und ethisch bewertet wird und welchen wirtschaftlichen und sozialen Einfluss dies im deutschsprachigen Raum hat. Dazu hat sich am ersten Dezember ein Forschungsteam am Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam getroffen, um aus unterschiedlichen Perspektiven über die Genom-Editierung in der Landwirtschaft zu diskutieren, wie etwa über die CRISPR/Cas9-Technik. Mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geht das Forscherteam nun diesen Fragen nach und teilt seine Ergebnisse im Internet und im offenen Dialog, meldet die PLANT 2030 Geschäftsstelle am MPI Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam beim Informationsdienst Wissenschaft (idw).
Quelle: idw

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01. Dezember 2016 · News · Forschungsorte

Stammbäume vor 150 Jahren in Jena entwickelt

Faksimile vom „Stammbaum des Menschen“ des Zoologen Ernst Haeckel. Foto: Jan-Peter Kasper, FSU

Wie visualisiert man Vielfalt? Mit dieser Frage sahen sich Biologen bereits im 19. Jahrhundert konfrontiert, als ihnen nicht nur die Diversität der Pflanzen- und Tierarten bewusst wurde, sondern auch, dass diese miteinander in Verbindung stehen. Die Antwort lieferte schließlich Ernst Haeckel. Der berühmte Gelehrte schuf ausgehend von der Darwinschen Evolutionstheorie vor genau 150 Jahren in Jena den ersten Darwinschen phylogenetischen Stammbaum der Organismen und veröffentlichte ihn in seiner Schrift „Generelle Morphologie der Organismen“. In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature erinnern die Wissenschaftshistoriker und Biologiedidaktiker Prof. Dr. Uwe Hoßfeld und Dr. Georgy S. Levit von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) an dieses Jubiläum des „Tree of Life“ (Baum des Lebens), wie ein Stammbaum im englischen Sprachraum bezeichnet wird.
Quelle: FSU

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30. November 2016 · News · Forschungsergebnis

Intensivierte Landwirtschaft führt überall zu den gleichen Arten

Der Kriechende Hauhechel, Ononis repens, ist eine Wirtspflanze der Weichwanze (Macrotylus paykulli), die seinen Pflanzensaft aussaugt. Beide Arten verschwinden, wenn die Flächen intensiver bewirtschaftet werden. Foto: Ekkehard Wachmann

Wo Menschen Grünlandflächen intensiver bewirtschaften, nimmt nicht nur die Artenvielfalt ab, sondern die Landschaft wird eintöniger und schließlich bleiben überall die gleichen Arten übrig. Somit wird die Natur ihre „Leistungen“ von der Bodenbildung für die Nahrungsproduktion bis zur Schädlingsbekämpfung nicht mehr erbringen können. Unter Leitung der Technischen Universität München (TUM) haben 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erstmals untersucht, welche Konsequenzen intensivere Landnutzung über Artengruppen hinweg auf Landschaftsebene hat. Darunter auch Forschende des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv). Ihre Ergebnisse publizierten sie im Fachmagazin Nature.
Quelle: TUM

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30. November 2016 · News · Veranstaltung

Dokumentation: Vorträge InnoPlanta Forum

Die vier Vorträge des 15. InnoPlanta Forums, das am 29. September 2016 am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben stattfand, sind auf der Website abrufbar. Das Forum dieses Jahr hatte unter dem Motto "Moderne Pflanzenzüchtung - Quo vadis?" gestanden.

  • "Moderne Pflanzenzüchtung - Quo vadis?"
  • "Neue Züchtungstechnologien - CRISPR/Cas 9 macht alles neu?"
  • "Sachlicher Diskurs oder Ideologie? - Der Widerstand gegen die moderne Pflanzenzüchtung in Deutschland und der EU"
  • "Wohin geht die Reise? - Regulierung der neuen Züchtungstechniken in der EU und weltweit"

Der Verein InnoPlanta fördert die Aktivitäten von landwirtschaftlichen Betrieben, Unternehmen, wissenschaftlichen Institutionen, Gebietskörperschaften und von Organisationen, die der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung der Pflanzenbiotechnologie und der modernen Pflanzenzucht dienen.
Quelle: InnoPlanta

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30. November 2016 · News · Veranstaltung

Podcasts der Vortragsreihe „Vom Urweizen der Steinzeit zu den Genpflanzen der Zukunft“

Das veranstaltende Exzellenzcluster für Pflanzenwissenschaften CEPLAS der o.g. Vortragsreihe bietet auf seiner Website die Aufzeichnung von fünf Vorträgen, die im Rahmen seiner öffentlichen Vortragsreihe übers Jahr 2016 verteilt mitgeschnitten wurden.

  • Vom Jäger und Sammler zum Ackerbauern und Viehzüchter
  • Genfähren und Genscheren – der Werkzeugkasten der modernen Pflanzenzüchtung
  • Pflanzen und Mikroben – Freunde oder Feinde?
  • Natur oder Wirtschaftsfaktor - die Rolle der Nutzpflanzen im globalen Wirtschaftssystem
  • Herausforderungen der Zukunft – die Rolle der Nutzpflanzen im globalen Kontext

CEPLAS ist eine Kooperation der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Universität Köln, des Max-Planck-Instituts für Pflanzenzüchtungsforschung und des Forschungszentrums Jülich.
Quelle: CEPLAS

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30. November 2016 · News · Publikation

Pflanzenkrankheiten als globales Problem

Mutterkorn, Kaffeerost und Gelber Drache: Was für den Laien nach reiner Wortspielerei klingt, hat verheerende Auswirkungen für Pflanzen, Menschen und das gesamte Weltwirtschaftssystem. Welche Viren, Pilze und Insekten die wichtigsten Nutzpflanzen bedrohen, wie die Wissenschaft sie bekämpft und welche weitreichenden Umwälzungen Pflanzenepidemien nach sich ziehen, zeigt Prof. Dr. Thomas Miedaner von der Universität Hohenheim in seinem Buch "Pflanzenkrankheiten, die die Welt beweg(t)en" – anschaulich erklärt und reich bebildert.
Quelle: Uni Hohenheim

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30. November 2016 · News · Politik

Gesetz zu GVO-Verbot vorgelegt

Der Anbau von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) soll in Deutschland verboten werden können. Die Bundesregierung legt dazu einen Entwurf zur Änderung des Gentechnikgesetzes (18/10459) vor, der die rechtssichere Grundlage für die sogenannte "Opt-out"-Regelung schaffen soll. Mit "Opt-out" ist eine Ausnahmeregelung für die EU-Mitgliedstaaten gemeint, nationale Anbauverbote oder Beschränkungen für GVO, die in der EU zugelassen sind, beschließen zu dürfen. Jeder Mitgliedsstaat soll dadurch selbst über den GVO-Anbau in seinem Hoheitsgebiet entscheiden. Die Änderung des Gentechnikgesetzes erfolgt auf Basis der Richtlinie (EU) 2015/412 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März 2015 zur Änderung der Richtlinie 2001/18/EG.
Quelle: Bundestag

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29. November 2016 · News · Forschungsergebnis

Biologen entschlüsseln Ursprung von Spaltöffnungen

Die Fluoreszenz-Mikroskopie des Mooses Physcomitrella macht zwei seiner Spaltöffnungen sichtbar (grün fluoreszierend) sowie das Chlorophyll der Chlorplasten (rot, Autofluoreszenz). Foto: Dr. Stefanie Mueller

Ein internationales Forschungsteam hat aufgedeckt, welcher genetische Mechanismus die evolutionäre Entwicklung von Stomata – Spaltöffnungen, über die Pflanzen Kohlendioxid aufnehmen sowie Wasserdampf und Sauerstoff abgeben – ursprünglich ermöglicht hat. Dies gelang den Forscherinnen und Forschern, indem sie den für Blütenpflanzen wie die Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) schon zuvor bekannten Vorgang im Kleinen Blasenmützenmoos (Physcomitrella patens) entschlüsselten und dabei Parallelen aufzeigten, die sie auf einen gemeinsamen Vorfahren von Blütenpflanze und Moos zurückführen. Das Team unter der Leitung der Biologen Prof. Dr. Ralf Reski von der Universität Freiburg und Prof. David J. Beerling von der Universität Sheffield/England hat seine Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature Plants veröffentlicht.
Quelle: Uni Freiburg

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29. November 2016 · News · Politik

Umweltministerium will engen Rahmen für neue Gentechniken

Das Umweltministerium sieht neue gentechnische Methoden wie etwa CRISPR/Cas9 in der Landwirtschaft skeptisch und pocht auf strenge Zulassungsprüfungen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Quelle: Reuters

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28. November 2016 · News · Förderung · Politik

Neuorientierung der Forschungsförderung für synthetische Biologie gefordert

Um die Chancen der synthetischen Biologie für den Standort Deutschland zu nutzen, soll sich die Forschungsförderung auf die breite Entwicklung neuer molekularbiologischer Bausteine und Methoden konzentrieren. Die Nutzung dieser Werkzeuge für innovative Produkte und Dienstleistungen soll nachgeschaltet sein – das fordern die Mitglieder der DECHEMA-Fachgruppe Systembiologie und Synthetische Biologie in ihrem neuen Positionspapier „Innovationsmotor Synthetische Biologie“. Wie werden aus Forschungsergebnissen in der synthetischen Biologie praktische Anwendungen? Indem man den Forschern möglichst große Freiheit für die Entwicklung von neuen Forschungswerkzeugen aus der Grundlagenforschung lässt. In der einseitigen Anwendungsorientierung der Forschungsförderung sehen die Wissenschaftler eine Hürde, die die volle Nutzung der Potenziale der synthetischen Biologie behindert. Sie rufen die Fördermittelgeber daher dazu auf, themenoffene Ausschreibungen, Graduiertenschulen und Maßnahmen zum erleichterten Austausch von Doktoranden zwischen Hochschule und Unternehmen zu unterstützen.
Quelle: Dechema

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28. November 2016 · News · Köpfe und Karrieren

Strasburger Preisträger erhält weiteren Preis

Dr. Andreas Fleischmann von der Botanischen Staatssammlung München (SNSB) erhielt am 16. November in Genf den mit 3.000 Schweizer Franken dotierten Augustin-Pyramus-de-Candolle-Preis 2016 für seine im Dezember 2012 veröffentlichte Monographie zur Gattung Genlisea (Reusenfallen, Familie Wasserschlauchgewächse, Lentibulariaceae). Für die „Monograph of the genus Genlisea“ betitelte Abhandlung hatte er bereits im Jahr 2015 den Eduard Strasburger-Preis der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) erhalten.
Quelle: SNSB

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29. November 2016 · News · Forschungsergebnis

Polyploidisierung von Pflanzen schafft Variation

Unter bestimmten Umweltbedingungen können zufällige Verluste von Erbsubstanz innerhalb eines Gens auch einen positiven Effekt für die Pflanze haben. Forschende haben entdeckt, dass eine solche zufällige Deletion im asiatischen Raps (Brassica napus) wiederum zufällig durch zahlreiche Rückkreuzungen mit dem Rapsvorfahren Rübsen (Brassica rapa) asiatischen Raps dazu befähigt, auch in kühleren Regionen zu wachsen und mehr Öl zu bilden. Die im Fachmagazin Molecular Plant erschiene Studie stellt das Portal Pflanzenforschung vor.
Quelle: Pflanzenforschung.de

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