13. Dezember 2011 · Actualia · Tagungsbericht

Rückblick auf die Woche der Botanischen Gärten 2011

Dieses Jahr stand die Woche der Botanischen Gärten unter dem Motto „Was die Technik von Pflanzen lernen kann – Bionik in Botanischen Gärten“. 45 Gärten präsentierten diesen Sommer, was sich Stacheldraht, selbstreparierende Folien und Klettverschlüsse von den Pflanzen abgeschaut haben.
Eine Veranstaltungsnachlese von PD Dr. Stefan Schneckenburger

Dieses Jahr stand die Woche der Botanischen Gärten unter dem Motto „Was die Technik von Pflanzen lernen kann – Bionik in Botanischen Gärten“. Die Ausstellung, die nun bereits zum achten mal stattfand, wurde vom Verband der Botanischen Gärten organisiert und vom 11. – 19. Juni gezeigt. Insgesamt nahmen 45 Botanische Gärten und Einrichtungen teil. Viele präsentierten eine von Professor Thomas Speck und Dr. Olga Speck (Freiburg), Professor Christoph Neinhuis (Dresden) und Dr. Hendrik Bargel (Bayreuth) konzipierte Ausstellung “Bionik – von Pflanzen lernen für die Technik“, zu der Rahmenprogramme, Präsentationen, Vorträge und Führungen angeboten wurden.

Die Ausstellung umfasste 23 Postertafeln und 15 Infotafeln, die in der Nähe von Einzelpflanzen angebracht, einen Lehrpfad ergaben. Diverse interaktive Materialien wurden zum Download bereitgestellt. Einige Gärten haben mit diesen Tafeln dauerhafte Lehrpfade eingerichtet.

Stacheldraht und selbstreparierende Folien haben Pflanzen zum Vorbild

Das Spektrum der bionischen Themen reichte vom bekannten Lotoseffekt über den Stacheldraht (dessen Vorbild der  Milchorangenbaum, Maclura pomifera, ist) und den Klettverschluss (Vorbild: Kletten, Arctium spec.) bis hin zu selbstreparierenden Folien, die verschiedenen Lianen „abgeschaut“ sind. Dazu entstand eine reich bebilderte Broschüre, die die Inhalte der Ausstellungstafeln vertiefte und Essays zu übergreifenden Themen enthielt. Finanziell unterstützt wurde die Veranstaltung und hierbei besonders das Layout der Ausstellungstafeln und der Broschüre u. a. von der Deutschen Botanischen Gesellschaft.

Dank der Botanischen Gärten und Institute in Freiburg, Dresden und Bayreuth sowie der Unterstützung durch die DBG und weiterer Förderer wie u. a. BIOKON (Bionik Kompetenz Netz) oder dem BMBF konnte der Preis für die sich beteiligenden Gärten sehr moderat gehalten werden.

Große Resonanz

Eine semiquantitative Umfrage ergab eine sehr positive Einschätzung des Erfolges der Ausstellung. Die Resonanz in der lokalen Presse war oft hervorragend. Auch die überregionalen Medien berichteten häufiger über die Veranstaltungen als in den vergangenen Jahren. Mehrere Websites verlinkten auf die Ausstellung. Die Broschüren waren in manchen Gärten schnell ausverkauft. Aus dem Restbestand sind noch einzelne Broschüren zu erwerben [4]. Bis heute erreichen den Verband Nachfragen von Einrichtungen, die die Ausstellung auch nach der Woche der Botanischen Gärten 2011 noch erwerben oder zeigen möchten.

Nach dem Thema „Darwins Garten – Evolution entdecken“ im Darwin-Jahr 2009, war die diesjährige Bionik-Ausstellung die zweite Ausstellung, die aus den Reihen der Botanischen Gärten für die Botanischen Gärten entstand, beide erfuhren eine sehr freundliche und hilfreiche Unterstützung durch die Deutsche Botanische Gesellschaft.

Die Woche der Botanischen Gärten im kommenden Jahr wird unter dem Motto „Nachwachsende Rohstoffe: Pflanzen – Produkte – Perspektiven“ stehen und vom 9. bis 17. Juni 2012 stattfinden. Hierfür wird Professor Volker Wissemann aus Gießen gemeinsam mit seinen Mitarbeitern ein Ausstellung für die Botanischen Gärten erarbeiten. 2012 wird sich das Länderspektrum sogar erweitern, denn der Botanische Garten in Leiden will die Ausstellung übersetzen und ebenfalls zeigen.

Darmstadt, im Dezember 2011, PD Dr. Stefan Schneckenburger, Präsident des Verbands Botanischer Gärten, TU Darmstadt