15. November 2011 · Actualia · Tagungsbericht

MOSS2011 - Moosforschende im Schwarzwald

Im September kamen 120 Forscherinnen und Forscher zusammen, um die jüngsten Fortschritte der Moos-Forschung zu diskutieren. Im Hochschwarzwald tauschten sie sich insbesondere über die Modellpflanze Kleines Blasenmützenmoos (Physcomitrella patens) sowie über andere Laub- und Lebermoose aus. Abschließend evaluierten die Teilnehmer die Tagung: sie waren nicht nur mit dem wissenschaftlichen Inhalt und dem Austausch mit anderen Forschenden sehr zufrieden.
Eine Tagungsnachlese von adj. Professor Dr. Stefan Rensing

Vom 11. bis 15. September fand die jährliche, internationale Tagung der Moosforscher im Schwarzwald statt. Die Mehrzahl der Beiträge drehte sich - wie gewohnt - um die Modellpflanze Physcomitrella patens, jedoch waren auch Vorträge und Poster zu anderen Laub- und Lebermoosen vertreten.

Teilnehmer aus 20 Ländern

Der Tagungsort im Leistungszentrum Herzogenhorn mitten im Schwarzwald fand großen Zuspruch: mit mehr als 120 Teilnehmern war es bislang die am besten besuchte Tagung dieser Art. Die Teilnehmer kamen aus 20 verschiedenen Ländern angereist, vor allem aus Nord- und Südamerika, Europa und Asien. Neben 14 ProfessorInnen und 47 promovierten WissenschaftlerInnen war die Tagung auch beim Nachwuchs sehr beliebt.

Durch die Unterstützung der Tagung seitens der Sponsoren, wie der DBG, konnten insgesamt 15 Teilnahmestipendien an Doktoranden und Postdocs vergeben werden; darunter vier aus Mitteln der DBG - herzlichen Dank dafür. Nach Abstimmung aller Teilnehmer ging der Preis für das beste Poster an Omar Saleh aus Freiburg für seinen Beitrag "A cytokinin-dependent microRNA534a-PpBOP1/2 regulatory network controls juvenile-to-adult phase transition in P. patens".

Kleines Blasenmützenmoos als Modell & Leuchtturm

Die räumliche Abgeschlossenheit in der Natur des Hochschwarzwaldes bot die viel Gelegenheit zur Interaktion. Zudem zeigten etliche Vorträge aus dem Bereich Ressourcenentwicklung und evo-devo, daß P. patens, das kleine Blasenmützenmoos, in der Riege der erstklassigen pflanzlichen Modellorganismen angekommen ist. Das Programm und die Abstracts können auf der Website der Tagung eingesehen werden. Besonders erfreulich ist, daß P. patens beim Joint Genome Institute als "plant flagship genome" geführt wird. Das bald verfügbare V3 Genom wird mit seinen Pseudochromosomen einen Quantensprung bedeuten; zudem ist das Moos eine von fünf Pflanzen, für die ein Expressionsatlas mit neuer Sequenziertechnologie erstellt wird. Expressionsprofile auf Basis von Microarrays sind bereits in Genevestigator online verfügbar.

Die Evaluation der Tagung ergab, dass die Teilnehmer mit dem wissenschaftlichen Inhalt und dem Austausch mit anderen Forschern sehr zufrieden waren (siehe Grafik). Die Vorträge und Poster wurden generell als gut bewertet. Der Tagungsort und das "Drumherum" wurden ebenfalls als sehr gut bewertet.

Freiburg, im November 2011, adj. Professor Dr. Stefan Rensing, Uni Freiburg


120 Nachwuchsforscher und erfahrene Mooswissenschaftler diskutierten im September die jüngsten Trends. Foto: MOSS2011 (zum Vergrößern bitte anklicken)
Umfrage zur Qualität der Veranstaltung. Zum Vergrößern bitte anklicken. Grafik: Stefan Rensing