07. April 2008 · Actualia · Tagungsbericht

Mitteldeutsches Pflanzenphysiologen-Treffen & „Symposium on plant signal transduction”

(Sonderforschungsbereich 604)

(22. - 23. 2. 2008 in Jena)

Eine Tagungsnachlese von PD Dr. Thomas Pfannschmidt, Jena

Wie Pflanzen und Algen ihre Umgebung wahrnehmen, diese Information auf zellulärer Ebene weitergeben und verarbeiten und anschließend auch noch entsprechende Antworten auslösen, ist ein wichtiges Forschungsfeld in den molekularen Pflanzenwissenschaften. Auf dem "Mitteldeutschen Pflanzenphysiologen-Treffen" wurden die vielfältigen Facetten dieses Gebietes in großer Breite sichtbar. Das Meeting, bei dem Wissenschaftler aus Halle, Jena, Leipzig und Dresden zusammenkamen, war auch in seiner sechsten Auflage wieder ein voller Erfolg.

Forum für Nachwuchskräfte

Traditionell ist diese Tagung vor allem darauf bedacht, dem wissenschaftlichen Nachwuchs, d.h. Diplomanden, Doktoranden und jungen PostDocs die Möglichkeit zu geben, eigene Forschungsergebnisse in einem Tagungsrahmen zu präsentieren und zu diskutieren. Das von Ralf Oelmüller, Lehrstuhlinhaber für Pflanzenphysiologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, organisierte Treffen hatte diesmal seinen Fokus vor allem auf das Gebiet „Plant signal transduction“ gerichtet und wurde deshalb sowohl von der Deutschen Botanischen Gesellschaft als auch vom Jenaer Sonderforschungsbereich 604 „Multifunktionale Signalproteine“ finanziell unterstützt. Dadurch war es auch in diesem Jahr möglich, eine weitgehende finanzielle Förderung der Studenten zu gewährleisten und ihnen die Teilnahme zu erleichtern.

Plant signal transduction

Das wissenschaftliche Programm umfasste 32 Vorträge, die sich auf 6 Sessions verteilten. Zum Schwerpunkt-Themengebiet „Plant signal transduction“ gab es zwei Sessions mit mehreren Beiträge über Pflanze-Pathogen- und Pflanze-Pilz-Interaktionen sowie zu circadianer Rhythmik. „Photosynthese, growth and stress in algae“ beschäftigte sich mit Chloroplastenbewegung und Thermoluminescence und FTIR Spektroskopie-Messungen von Photosynthese zur Stressdetektion. Der erste Tag schloss wissenschaftlich mit einer Session über neue molekulare Zusammenhänge in der Blütenbildung. Anschließend gab es dann einen sozialen Abend, an dem die Teilnehmer genügend Zeit hatten, sich persönlich über das gehörte auszutauschen und die eine oder andere Zusammenarbeit zu besprechen.

Studierende als "Session-Chairs"

Der folgende Tag begann mit Beiträgen zum Thema „Stress, senescence and organellar import“, in der es um Chloroplasten als Proteinproduzenten, Stresssensoren und Zielorte des Proteinimports ging. Den Tagungsabschluss bildete eine Session zum Thema „Intraorganellar communication und gene expression“, in der es schwerpunktmäßig um Redoxsignale aus Organellen und ihren Interaktionen mit dem Zellkern ging. Um den Nachwuchscharakter der Tagung zu betonen, fungierten bei allen Sessions Studenten nicht nur als Sprecher sondern auch als „Chair“ und leiteten die insgesamt sehr lebhaften Diskussionen.

Internationale Gäste

Neben der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses wurde das Meeting auch als Plattform für die Erweiterung wissenschaftlicher Kontakte in die neuen Mitgliedsländer der EU wahrgenommen. So wurden  mit A. Katarzyna Banas und O. Sztatelman zwei Wissenschaftlerinnen der Universität Krakau und mit V. Zarsky und F. Cvrckova zwei Wissenschaftler der Universität Prag als besondere Gäste begrüßt. Prof. Viktor Zarsky hielt einen Rahmenvortrag zum Thema „Exocyst complex in plant polarity and morphogenesis“ und konnte dabei eindrucksvoll das hohe wissenschaftliche Niveau der Gäste demonstrieren. Mit den Gastsprechern bekam die Tagung zusätzlich einen internationalen Charakter, weshalb alle Vorträge auf Englisch gehalten wurden, eine Übung, die die Nachwuchswissenschaftler mit Bravur bewältigten. Positiver Nebeneffekt war, dass damit die Tagung auch für die zunehmende Zahl ausländischer Doktoranden aus den Jenaer Instituten geöffnet wurde.

Ausblick

Die nächste Tagung im Jahr 2009 soll dann wieder in Halle stattfinden.  Mit Sicherheit wird auch hier wieder eine hohe Beteiligung zu erwarten sein, denn alle Beteiligten waren vom hohen Niveau und der thematischen Vielfalt der Tagung beeindruckt.