15. April 2011 · Actualia · Tagungsbericht

24. Tagung "Molekularbiologie der Pflanzen" 2011

Viele Pflanzenphysiologen und Molekularbiologen waren nach Dabringhausen gereist, um sich über die neusten Trends und Themen auszutauschen. Die Teilnehmer diskutierten über Membranbiologie, Organellen, Molekularphysiologie, Phytopathologie, Hormone, Genexpression, Zellbiologie, Signaltransduktion und Entwicklungsbiologie der Pflanzen. Der Bericht beschreibt auch, inwieweit die angenehme Umgebung dazu beitrug, wissenschaftliche Kontakte zu vertiefen und neue Kooperationen zu planen.
Eine Tagungsnachlese von Professor Jörg Kudla und Dr. Stefan Weinl

Vom 22. bis 25. Februar 2011 fand die 24. Tagung „Molekularbiologie der Pflanzen“ in Dabringhausen statt. Seit 1988 treffen sich jährlich Doktorandinnen und Doktoranden mit Wissenschaftler/innen der molekularen Pflanzenwissenschaften aus Deutschland und dem angrenzenden Ausland, um ihre Ergebnisse vorzustellen und in wissenschaftlichen Austausch zu treten. Auch in diesem Jahr verbrachten wieder über 150 Teilnehmer vier Tage im idyllischen Haus Maria in der Aue im Bergischen Land. Sie hörten über 50 Vorträge und erörterten fast 80 Poster. Die Tagung bot viel Raum zur Anbahnung und Vertiefung wissenschaftlicher Kooperationen und Kontakte.

Wie C3- zu C4-Pflanzen wurden

Die Arbeitsgruppe von Prof. Jörg Kudla aus dem Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen der Universität Münster organisierte die diesjährige Tagung. Wissenschaftliche Highlights waren die Vorträge von Professor Klaus Apel (Cornell University, USA) und Professor Peter Westhoff (Universität Düsseldorf), die als Sprecher gewonnen werden konnten. In ihren ansprechenden Vorträgen präsentierten sie „Chloroplasten und Stressadaption“ und „Der Weg von C3 zu C4 Pflanzen“. In der  „Farewell Lecture“ berichtete der scheidende Organisator Professor Ivo Feußner über neue Ansätze zur Untersuchung pflanzlicher Pathogeninfektionen.

Programm mit Stoff für Diskussionen

Das umfangreiche Vortragsprogramm enthielt neun thematische Schwerpunkte, von Membranbiologie über Organellen bis Molekularphysiologie, Phytopathologie, Hormone, Genexpression, Zellbiologie, Signaltransduktion und Entwicklung [2]. Die im letzten Jahr erfolgreich eingeführte Möglichkeit, die Beiträge in englischer Sprache zu präsentieren, hat sich auch in diesem Jahr bewährt. So können auch nicht-deutsche Wissenschaftler/innen aktiv an der Tagung teilnehmen. Das umfassende Programm wissenschaftlicher und hochklassiger Vorträge sowie Poster bot viel Stoff für den wissenschaftlichen Austausch.

Im Sinne der wissenschaftlichen Exzellenz waren - wie in jedem Jahr - auch 2011 die Reinhold-von-Sengbusch Preise ein Höhepunkt, die von der Familie von Sengbusch gestiftet werden. Es wurden Preise für die drei besten Posterpräsentationen und die besten Vorträge an junge Doktorandinnen und Doktoranden vergeben für Ihre anschaulichen und wissenschaftlich hervorragenden Vorträge und Poster. Die begehrten Auszeichnungen werden seit langem von der Familie von Sengbusch gestiftet, wofür einmal mehr unser Dank ausgesprochen werden soll. Unser Dank gilt an dieser Stelle selbstverständlich auch allen weiteren Sponsoren der Tagung, die ebenfalls zum Gelingen beigetragen haben.

Rahmen für den wissenschaftlichen Austausch

Neben dem wissenschaftlichen Programm erfreute sich auch in diesem Jahr die abendliche Freizeitgestaltung wieder großer Beliebtheit. Es luden Schänke, Kegelbahn und Disko zum Verweilen und Tanzen ein. Die Tagung „Molekularbiologie der Pflanzen“ trägt durch ihre einzigartige Atmosphäre, die angenehme Tagungsstätte mit exzellenter Verpflegung und den inzwischen bestehenden kleinen Traditionen dazu bei, dass ein reger wissenschaftlicher und persönlicher Austausch der in Deutschland arbeitenden pflanzlichen Molekularbiologen stattfindet und regelmäßig erweitert sowie vertieft werden kann.

Vorfreude aufs Jubiläum

Im kommenden Jahr jährt sich die Tagung bereits zum 25. Mal und dieses Jubiläum soll natürlich gebührend gefeiert werden. Die Jubiläums-Tagung wird vom 28. Februar bis 2. März 2012 stattfinden und von Professor Ralf Mendel aus Braunschweig organisiert. Wir freuen uns schon auf ein spannendes Jubiläumsprogramm!

Münster, im April 2011, Professor Jörg Kudla und Dr. Stefan Weinl, Molecular Genetics and Cell Biology of Plants, Uni Münster


Über 150 überwiegend junge Molekularbiologen und Pflanzenphysiologen trafen sich mit etablierten Forscherinnen und Forschern, um aktuelle Themen zu diskutieren. Foto: Marion Rehers (zum vergrößern bitte anklicken)
Für ihre herausragenden Vorträge erhielten Blen Beyene (Uni Bayreuth), Ulrich Wenig (Uni Erlangen) und Dirk Jessen (Uni Göttingen, v.l.n.r.) Urkunden über den Reinhold-von-Sengbusch Preis, der ihnen von Professor Günter von Sengenbusch (li) überreicht wurde. Professor Jörg Kudla (re) moderierte die Preisverleihung. Foto: Marion Rehers
Professor Günter von Sengenbusch (re) und Organisator Professor Jörg Kudla (li) überreichten den Reinhold-von-Sengbusch Preis für ausgezeichnete Posterpräsentationen an Rena Isemer (Uni Kiel), Meike Siebers (Uni Bonn) und Benjamin Pommerrenig (Uni Erlangen, v.l.n.r.). Foto: Marion Rehers