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Deutsche Botanische Gesellschaft e. V.
Pflanzenwissenschaften - News im März 2013

28.3.2013

Forschungsergebnis

Biosprit-Pflanze Jatropha auf dem Prüfstand

Erst Heilsbringer, dann Teufelszeug: Die Biosprit-Pflanze Jatropha steht symbolisch für das Schicksal der gesamten Biokraftstoff-Industrie. Denn Biosprit ist nicht per se nachhaltig; er wird für steigende Nahrungsmittelpreise, Landraub und Biodiversitätsverlust verantwortlich gemacht. „Jatropha galt als Lösung dieser Probleme, doch unsere Studie zeigt, wie komplex eine Nachhaltigkeitsbewertung ist“, erläutert Prof. Dr. Stefan Schaltegger, Leiter des Centre for Sustainability Management (CSM) an der Leuphana Universität Lüneburg. In der weltweit größten Untersuchung zum Status quo des Jatropha-Anbaus zeichnen die Nachhaltigkeitswissenschaftler der Leuphana ein differenziertes Bild und betonen gleichzeitig die enormen Herausforderungen für den Sektor.

mehr bei der Leuphana

28.3.2013

Kommunikation

Helmholtz-Präsident fordert Beteiligung der Wissenschaftler in aktuellen Diskussionen

Der Helmholtz-Chef, Jürgen Mlynek, fordert Wissenschaftler in der deutschen Ausgabe des New Scientist auf, ihren Elfenbeinturm zu verlassen: Er wehrt sich gegen Tabus in der Debatte über neue Technologien. Die Bürger würden über umstrittene Verfahren wie Gentechnik oder Fracking nicht korrekt und umfassend informiert. "Ich sehe die Gefahr, dass dabei die öffentliche Meinungsbildung auf der Strecke bleibt", warnt der Physiker und langjährige Präsident der Humboldt-Universität Berlin. Nur Wissenschaftler hätten das Wissen. Mlynek sieht daher auch die Wissenschaftler in der Pflicht: "Wir Forscher kreisen allzu oft um uns selbst…Wir brauchen Wissenschaftler, die aktiv die Debatte mit der Gesellschaft suchen, keine Tabuthemen fürchten und ihrer Funktion aufzuklären gerecht werden."

mehr bei New Scientist

28.3.2013


Sibirisches Birkenwäldchen in der Waldsteppe (Sommer). Foto: N. Hölzel, Universität Münster

Projekt

SASCHA: Neue Strategien für die Waldsteppe

Die Moore, Wälder und Steppen in Westsibirien zählen zu den wichtigsten Kohlenstoffsenken der Welt. Weil in der Region der Bedarf an Ackerflächen zunimmt, droht der Kohlenstoff freigesetzt zu werden. Das könnte den Klimawandel beschleunigen. Wissenschaftler aus Deutschland und Russland wollen nun Fakten liefern, um den Landnutzungswandel nachhaltig zu gestalten. "Neue Strategien für die Waldsteppe" ist das Thema des jüngsten Porträts des Forschungsschwerpunkts „Nachhaltiges Landmanagement“, das das Projekt "SASCHA" vorstell, meldet das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) beim Informationsdienst Wissenschaft (idw)

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28.3.2013


Die Preisträger des 7. Poster-Awards Pflanzenbiotechnologie sind Natalie Laibach (links), Katja Herzog (nicht auf dem Bild) und Matthias Jost (rechts). Sie teilen sich den mit 1.500 € dotierten Preis für die herausragende Darstellung ihrer Forschungsergebnisse im Rahmen des PLANT 2030 Status Seminars 2013 in Potsdam. Foto: Arlt, Plant2030

Ausgezeichnet

7. Poster-Award Pflanzenbiotechnologie in Potsdam an Nachwuchswissenschaftler verliehen

Der Wissenschaftliche Beitrat „Pflanzenbiotechnologie der Zukunft“ (Scientific Advisory Board, SAB) hat zum siebten Mal seinen jährlichen Poster-Award an Nachwuchswissenschaftler im Rahmen des vom 6. bis 8. März in Potsdam durchgeführten PLANT 2030 Status Seminars verliehen. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 1.500 € wird vom Wirtschaftsverbund PflanzenInnovation e. V. zur Verfügung gestellt, um besonders ansprechend und interessant gestaltete Posterdarstellungen wissenschaftlicher Ergebnisse auszuzeichnen, schreibt die Geschäftsstelle PLANT 2030 mit Sitz am MPI für Molekulare Pflanzenphysiologie beim Informationsdienst Wissenschaft (idw).

mehr beim idw

27.3.2013

Forschungsergebnis

Genom der Rotalge Irisch Moos entschlüsselt

Die vielzellige Rotalge Irisch Moos zeichnet sich durch ein ungewöhnlich kompaktes Genom aus – das hat ein internationaler Forschungsverbund unter Marburger Beteiligung herausgefunden, der die Genomsequenz der Alge ermittelte. Die Schwestergruppe aller grünen Pflanzen hat im Laufe der Stammesgeschichte ihr Erbgut stark reduziert, vermuten die Wissenschaftler, deren Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins PNAS nachzulesen sind. Das Genom der Alge weist eine ungewöhnliche Struktur auf. Es enthält Regionen mit vielen Genen, die von Bereichen mit zahlreichen Wiederholungen und transponierbaren Elementen umgeben sind. Wie stark verdichtet das Genom ist, zeigt sich unter anderem daran, dass sehr wenige Introns enthalten sind, die vergleichsweise kurz sind. Die Forscher fanden auch keinerlei Hinweise darauf, dass umfangreiche Verdoppelungen des genetischen Materials vorliegen. Die auch als Knorpeltang (Chondrus crispus) bezeichnete Rotalge verfügt für viele Funktionen lediglich über eine Minimalausstattung an Genen.

mehr bei der Uni Marburg

27.3.2013

Forschungsergebnis

Vermeintliche Alge entpuppt sich als neuer Tierstamm

Nicht jeden Tag wird ein neuer Tierstamm entdeckt und noch viel seltener durch Botaniker. In der Zeitschrift PLoS ONE beschreiben die Arbeitsgruppen von Professor Melkonian (Köln) und Professor Medlin (Plymouth, England) Einzeller, die kleiner als 0,003 Millimeter und in allen Ozeanen der Welt verbreitet sind, als neuen Tierstamm Picozoa. Ursprünglich waren die sehr kleinen Organismen für Algen gehalten worden. Allerdings konnten Wissenschaftler sie bislang nur durch ihre DNA-Sequenzen charakterisieren und nicht im Labor kultivieren.

mehr bei der Uni Köln

27.3.2013

Forschungsergebnis

Ergebnisse aus der Krebsforschung helfen Landwirten

Wissenschaftler haben einen Schlüssel für Herbizidresistenz entdeckt. Das Enzym, das für die Resistenz von Feldunkräutern gegen zahlreiche Herbizide verantwortlich ist, existiert auch in menschlichen Tumorzellen. So wie es diese multiresistent gegen Krebsmedikamente macht, scheint die Gluthation-Transferase auch zwei Grasarten zu einer multiplen Herbizidresistenz zu verhelfen.

27.3.2013

Interview

Ein Zoologe wird Pflanzenforscher

lrich Wobus galt schon zu DDR-Zeiten als herausragender Wissenschaftler und Pionier der Gentechnik in der DDR. Seine Karriere als Pflanzenforscher begann im Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), dessen Leitung er nach der Wende für viele Jahre übernahm. Mit Pflanzenforschung.de spricht er über die Bedeutung pflanzlicher Vielfalt in der Landwirtschaft, Pflanzenforschung im System DDR und die Herausforderungen für Nachwuchswissenschaftler heute.

27.3.2013


Masterstudentin Sandra Wenzel von der Universität Jena begutachtet Mikroalgen, die den Wissenschaftlern der Forschergruppe als Modellorganismen dienen. Foto: Jan-Peter Kasper, FSU Jena.

Projekt

„Lichtschalter“ in Mikroalgen wird weiter gefördert

Anders als Landpflanzen etwa müssen einzellige Algen, die in unterschiedlichen Tiefen im Meer, Süßwasser oder feuchten Böden leben, mit extrem unterschiedlichen Lichtverhältnissen zurechtkommen. „Daher verfügen sie über ein großes Repertoire an unterschiedlichen Fotorezeptoren“, sagt Prof. Dr. Maria Mittag von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU). Welche physiologischen und molekularen Funktionen diese Rezeptor-Proteine ausfüllen und welche Prozesse durch sie reguliert werden, das wollen Prof. Mittag und ihre Kollegen gemeinsam mit einem interdisziplinären Team aus ganz Deutschland in den kommenden drei Jahren intensiv erforschen. Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gerade entschieden hat, wird die an der Universität Jena angesiedelte Forschergruppe „Licht-gesteuerte Reaktionen in einzelligen Modell-Algen“ für weitere drei Jahre mit insgesamt rund 2,5 Millionen Euro gefördert, deren Sprecherin Prof. Mittag ist.

mehr bei der FSU

26.3.2013

Projekt

Ungeahnte Einblicke in lebende Zellen mit innovativen Sensorsystemen

Im Projekt Sense-U entwickeln Ulmer Wissenschaftler um Juniorprofessor Steffen Strehle mithilfe von halbleitenden Nanostrukturen innovative Sensorsysteme. Die extrem kleinen Sensorelemente im Nanometerbereich (ein Nanometer entspricht einem Milliardstel Meter) sollen vielseitige biochemische Analysen möglich machen. Unter anderem können sie minimalinvasiv wie eine Nadel in lebende Zellen eingeführt werden. So erhoffen sich die Ulmer Forscher zum einen neue Erkenntnisse in der Zellbiologie. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt für vier Jahre mit 1,8 Millionen Euro, an dem auch Pflanzenwissenschaftler beteiligt sind.

mehr bei der Uni Ulm

26.3.2013


Naturnahe Elemente wie Obstbäume und größere Baumbestände sorgen für eine größere Biodiversität in Agrarlandschaften. Auf die landwirtschaftlichen Erträge wirkt sich das positiv aus. Foto: Susanne Schiele

Projekt

Ökosystem und Landwirtschaft

Die Kräfte der Natur nutzen, um die Erträge in der Landwirtschaft zu steigern: Wie das gehen kann, soll ein neuer internationaler Forschungsverbund zeigen. Ökologen vom Biozentrum der Uni Würzburg und der Uni Bayreuth sind am internationalen Projekt des neuen europäischen Forschungsverbundes „LIBERATION“ beteiligt, das Feldversuche mit Getreide, Sonnenblumen und Raps in sieben ausgewählten Gegenden Europas vornehmen wird. Die grundlegende Idee hinter dem Projekt: „Eine hohe Biodiversität, also eine möglichst große Vielfalt von Organismen, bringt der Landwirtschaft höhere Erträge“, erklärt Professor Ingolf Steffan-Dewenter. Die Bestäubung der Nutzpflanzen durch Insekten und andere Tiere werde optimiert, Pflanzenschädlinge werden von ihren natürlichen Feinden in Schach gehalten, das Bodenleben werde gefördert und damit auch die Fruchtbarkeit der Äcker. Das berichtet die Uni Würzburg beim Informationsdienst Wissenschaft (idw).

mehr beim idw

25.3.2013

Nachwuchsförderung

Kostenzuschüsse zur Botanikertagung 2013

Die DBG vergibt auch dieses Jahr wieder Reisekostenzuschüsse für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die mit einem Vortrag oder einem Poster an der Botanikertagung teilnehmen (Autor oder Coautor). Die Tagung wird vom 30. September bis 4. Oktober 2013 in Tübingen stattfinden. Die Unterstützung ist Studentinnen und Studenten sowie nicht voll vergüteten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vorbehalten, die Mitglied der DBG sind.

Anträge auf Mitgliedschaft
finden Sie hier
Details zur Antragstellung auf Reisekostenerstattung für Mitglieder finden Sie im Intranet der DBG

25.3.2013

Ausschreibungen

DBG erbittet Ihre Vorschläge für die Förderpreise

Nur noch bis Ende März laufen die Ausschreibungen der beiden Förderpreise, mit der die Gesellschaft die Arbeit hervorragender Nachwuchskräfte auszeichnen möchte. Diese werden im September während der Botanikertagung in Tübingen überreicht werden. Ausgeschrieben sind der Förderpreis der Horst Wiehe-Stiftung sowie der Wilhelm-Pfeffer-Preis.

25.3.2013

Tagung

Biologische Vielfalt: Tiere und Pflanzen erobern die Stadt

Keine Betonwüsten. Ganz im Gegenteil: Städte aind auch artenreiche Lebenswelten. Auf kleinstem Raum siedeln sich exotische Pflanzen an, wilde Tiere nutzen Straßen als Wanderkorridore, und Verkehrsmittel fördern die Ausbreitung neuer Arten. Dieser Dynamik sind sich die Teilnehmer einer Tagung an der Universität Duisburg-Essen (UDE) bewusst. Zum Thema „Urbane Biodiversität – regionale, nationale und internationale Aspekte“ treffen sie sich am 26. und 27. März.

Zusammenfassung beim
Informationsdienst Wissenschaft (idw)
Website der Tagung

24.3.2013

Kommentar

Grüne Gentechnik

In einem Artikel in der Tageszeitung die Welt fordert Gerd Held Gentechnik anstelle von Lebensmittelromantik. Denn das Problem bleibe die Welternährung, die man nicht mit einer Förderung der Ökologie, sondern nur mehr Agrar-Technik lösen könne.

mehr bei der Welt

22.3.2013

Forschungsergebnis

Signalweg der Feindabwehr ist früh entstanden

Dass Peptide die pflanzliche Abwehr in Nachtschattengewächsen, wie Tomaten, steuern war lange bekannt. Jetzt entdeckten Forscher, dass es diese Verteidigungs-Peptide auch in anderen Pflanzenfamilien gibt. In Maispflanzen wird bei einem Angriff von Fressfeinden das Peptid ZmPep3 gebildet. Dieses stimuliert die Produktion von Abwehrstoffen, welche die Angreifer direkt oder indirekt schädigen. Anscheinend sind diese Signalwege schon früh in der Evolution entstanden und haben sich seitdem nur wenig verändert.

22.3.2013

Evaluation

Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung soll Leistung steigern und Profil schärfen

Bei der alle sieben Jahre anstehenden externen Evaluation einzelner Leibniz Institute erhielt das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg (Brandenburg) die Empfehlung weiter gefördert zu werden. Denn die dort gemachte Forschung und die darauf aufbauenden wissenschaftlichen Dienstleistungen und Beratungsangebote seien gesellschaftlich ausgesprochen relevant, wie die Leibniz-Gemeinschaft mitteilte. Allerdings soll das ZALF, das Ökosysteme in Agrarlandschaften erforscht, sein Gesamtkonzept schärfen, die Personalstruktur verbessern und die Leistungen steigern, schlug der Senat vor. Daher soll es auch schon in vier Jahren, nämlich 2017, erneut evaluiert werden.

mehr bei der Leibniz-Gemeinschaft

21.3.2013

Politik

Kritik an der Hightech-Strategie der Bundesregierung

Einen heftigen Schlagabtausch haben sich am Donnerstag, 21. März 2013, die Fraktionen des Bundestages beim Thema Forschung und Innovation geliefert. Krista Sager (Bündnis 90/Die Grünen) warf angesichts der geplanten Haushaltskürzungen im Bildungs- und Forschungsbereich ab 2015 der Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) in ihrer Rede vor: "Da bleibt doch nur noch die alte Fußballerregel: Die Wahrheit ist auf dem Platz. Und wo ist der Platz, wenn es um die Zukunft geht?" 2014 werde der Bildungs- und Forschungshaushalt um 0,14 Prozent erhöht. Damit gebe es nicht einmal mehr einen Inflationsausgleich. Von der Forschungspolitik sei nicht mehr zu erwarten, schloss sie unversöhnlich.

mehr beim Bundestag

21.3.2013

EU-Agrarreform

Biodiversitätsforscher fühlen sich von der Politik ignoriert 

Das EU-Parlament hat am 13. März 2013 über die Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) in den kommenden sieben Jahren abgestimmt. Die EU-Kommission hatte im Vorfeld weitreichende Reformvorschläge der Förderinstrumente mit verstärkter Verknüpfung der Subventionszahlungen an nachhaltige und biodiversitätsfördernde Maßnahmen gemacht – das so genannte ‚Greening' der GAP. Doch das Parlament bremst den Vorstoß der Kommission aus. Der Verlust der biologischen Vielfalt wird unvermindert weitergehen, prophezeien Experten aus Forschung und Praxis, die das Netzwerk Forum zur Erforschung der Biodiversität in Deutschland (NeFo) um ihre Stellungnahme gebeten hatte.

mehr bei NeFo

20.3.2013

Forschungsergebnis

Bundesweite Erhebung seltener Waldbäume abgeschlossen

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) erstmals mittels einer einheitlichen Erhebungsmethode seltene Waldbaumarten in Deutschland erfassen lassen. Bei dieser Erhebung wurden die folgenden zehn heimischen Baumarten bundesweit erfasst: Flaum-Eiche (Quercus pubescens), Elsbeere (Sorbus torminalis), Speierling (Sorbus domestica), Wild-Apfel (Malus sylvestris), Wild-Birne (Pyrus pyraster), Eibe (Taxus baccata), Feld-Ahorn (Acer campestre), Grün-Erle (Alnus viridis), Grau-Erle (Alnus incana) und Gemeine Trauben-Kirsche (Prunus padus).

mehr bei der BLE

20.3.2013

Politik

Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft gefordert

Angesichts des fortschreitenden Verlustes der biologischen Vielfalt fordert das Bundesamt für Naturschutz (BfN) eine stärkere Anwendung eines modern und breit verstandenen Nachhaltigkeitsprinzips in der Landnutzung in Deutschland. Anlass sind der UN-Tag der Wälder am 21. März und die Erstveröffentlichung des Nachhaltigkeitsprinzips im Grundlagenwerk von Hans Carl von Carlowitz der „Sylvicultura oeconomica“ vor 300 Jahren.

mehr beim BfN

20.3.2013

Projekt

Mehr als bloß ein Holzlieferant

Der internationale „Tag des Waldes“, der jährlich am 21. März stattfindet, ist mit dem Aufruf für eine nachhaltige Waldnutzung verbunden – wie diese aussehen könnte, erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen des Projekts „Funktionelle Bedeutung von Biodiversität in europäischen Wäldern“ (FunDivEUROPE). Der Freiburger Biologe Prof. Dr. Michael Scherer-Lorenzen koordiniert das mit sieben Millionen Euro von der Europäischen Kommission geförderte Vorhaben, an dem 24 Partnerinstitute aus 15 Ländern beteiligt sind.

mehr bei der Uni Freiburg

20.3.2013


Die Rappbodetalsperre im Harz ist eine von mehreren Talsperren in Deutschland die im Rahmen des BMBF-Projektes TALKO untersucht werden. Foto: André Künzelmann, UFZ, Lizenz: CC BY 3.0

Projekt

Huminstoffe in Talsperren

Seit Jahresbeginn untersuchen Forscher im Harz, im Vogtland und in der Eifel ein globales Phänomen, das die Wasserwirtschaft beunruhigt: Die Menge an Huminstoffen nimmt in vielen Gewässern zu. Auch in Deutschland steigen seit etwa 15 Jahren in vielen Talsperren die Konzentrationen. Wieso das so ist, stellt Wasserwirtschaft und Forscher vor ein Rätsel. Huminstoffe sind an sich ungiftige Abbauprodukte von Pflanzen, die aus dem Einzugsgebiet in die Oberflächengewässer gelangen. Für die Trinkwasseraufbereitung sind sie jedoch problematisch. Daher arbeiten die Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) zusammen mit Talsperrenverwaltungen, Wasserversorgern, Behörden und einem Ingenieurbüro daran, herauszufinden, wie die Einträge in die Talsperren reduziert, Vorhersagen verbessert und Technologien der Wasseraufbereitung optimiert werden können.

mehr beim UFZ

19.3.2013

Neues Schwerpunktprogramm

Oxidantien: Vom Bösewicht zum wichtigen Zellregulator

Oxidativer Stress wird meist mit der Schädigung von Zellen und der Entstehung verschiedener Krankheiten in Verbindung gebracht. Doch Oxidantien, also reaktive Sauerstoff- oder Stickstoffmoleküle, sind besser als ihr Ruf: Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Oxidantien in Zellen eine wichtige Funktion bei der Regulation von Zellwachstum und Differenzierung spielen. Die Arbeitsgruppe der Medizinerin Prof. Dr. Katja Becker, Professur für Biochemie und Molekularbiologie am Fachbereich 09 – Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), beschäftigt sich schon seit mehr als 20 Jahren mit Redox-aktiven Proteinen. Nun hat sie mit ihrem Projekt Dynamics of Thiol-based Redox Switches in Cellular Physiology ein Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingeworben.  Stellvertretender Sprecher des Programms ist PD Dr. Tobias Dick vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Von den 61 eingereichten Konzepten hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 13 bewilligt, darunter das von den Redoxforscherinnen und -forschern koordinierte Schwerpunktprogramm (SPP).

19.3.2013

Forschungsgelder

Mit Marie-Curie-Forschungsstipendien auf Reisen

Die EU-Kommission vergibt Fördergelder an Forschende in und außerhalb der EU. Ein bis zwei Jahre Forschungsaufenthalt können damit recht problemlos finanziert werden, meldet das Portal EurActive. Wer die begehrten Fördergelder einstreichen möchte, sollte sich und sein Projekt gut verkaufen können. Denn nur jeder fünfte Antrag ist erfolgreich.

mehr bei EurActive

19.3.2013

Tagung

Urwald versus Waldplantagen – Forstwissenschaftler treffen sich an der TU Dresden

„Plantagen oder Wildnis“, das ist das Spannungsfeld, das Wissenschaftler am 21. und 22. März 2013 beschäftigen wird. Es geht um die Frage, mit welcher Intensität forstliche Landnutzung zukünftig betrieben werden soll. Dabei werden verschiedene Landnutzungssysteme genauer betrachtet. Fachvorträge und Workshops sollen einen regen fachlichen Austausch unterstützen. Beginn der Veranstaltung ist am 21. März, um 11.30 Uhr, im Judeich-Bau in Tharandt.

mehr bei der TU Dresden

18.3.2013

Forschungsergebnis

Innere Uhr reguliert Photosynthese

Ohne Sonnenlicht wäre der Betrieb des Photosynthese-Apparates reine Energieverschwendung. Bestimmte Proteine helfen der Pflanze dabei, im Tag-Nacht-Rhythmus zu bleiben und ihre Ressourcen zu schonen. Wie die Transkription im Chloroplasten reguliert wird beschreiben Forschende in Science.

18.3.2013


Gärtnerin Katja Kunze von der Uni Jena zählt die Bienen, die die Wiesen besuchen. Foto: Anne Günther, FSU

Ökosystem-Projekt

Das „Jena-Experiment“ wächst weiter

Lieschgras, Glatthafer und Knäuelgras, Gänseblümchen, Löwenzahn und Sauerampfer – eine durchschnittliche Wiese hat weit mehr zu bieten als einfach nur „Gras“. Doch welchen Unterschied macht es, ob eine Wiese aus einer oder 60 verschiedenen Pflanzenarten besteht? Welche Auswirkungen hat die Artenvielfalt auf die Stoffkreisläufe und Prozesse innerhalb des Ökosystems? Und was bedeutet der Verlust einzelner Arten für das System Wiese? Das erforscht seit 2002 ein internationales Team von Botanikern, Zoologen, Biogeochemikern, Bodenkundlern, Physiologen und Genetikern aus der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden und Deutschland auf dem Versuchsfeld der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU), dem „Jena-Experiment“. Die Wiesen dienen dabei als Modellsystem, um allgemeine Prozesse in ökologischen Systemen zu verstehen (die DBG berichtete: 27.10.2010, 16.11.2010 und 11.8.2011). Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) jetzt mitteilte, wird das Großprojekt der Universität Jena für weitere drei Jahre mit rund sieben Millionen Euro gefördert.

mehr bei der Uni Jena

18.3.2013

Update: Grüne Gentechnik & Bildungspolitik

Aus für Schülerlabor "Hannover-Gen"

Unter dem Titel „Lästiges Labor“ berichtet die Süddeutsche Zeitung, die neue rot-grüne Regierung Niedersachsens habe das Projekt, in dem Schüler gentechnische Experimente mit Lebensmitteln machten, nun endgültig gestoppt. Gentechnik im Biologieunterricht mache aus den Schülern noch keine Frankensteins, empörte sich die Opposition. Dennoch hat die Regierung die unter dem Namen "Hannover-Gen" zusammen gefassten Schülerlabore gestoppt. Für ein „Gentechnikfreies Niedersachsen“ und weil das Labor im Interesse der Wirtschaft stünde. Nicht beeindrucken ließ sich die Regierung von der Kritik aus Opposition und Wissenschaft (die DBG berichtete: update am 10.3.2013, und Meldungen am 1.3.2013 sowie am 25.2.2013). Die Kritik, die Industrie hätte Einfluss auf die Inhalte genommen, wies die wissenschaftliche Koordinatorin des Projekts, Dr. Wiebke Rathje, von der Universität Hannover im Interview im Internet-Portal "Gute Gene schlechte Gene" zurück.

mehr bei der Süddeutschen
zum Interview mit Wiebke Rathje

15.3.2013

Neues Tool

Mutationen in Pflanzen leichter finden

Die Suche nach der Mutation hinter einem neuen Merkmal war jahrzehntelag gleichbedeutend mit der Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen. Korbinian Schneeberger, George Coupland und ihre Kollegen vom Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln haben einen Algorithmus entwickelt mit dem sich nahe verwandte Genome vergleichen lassen, egal von welcher Spezies. Der Algorithmus findet Sequenzen, in denen sich die Genome unterscheiden. Dazu gehört auch die Mutation, die der Pflanze ein neues Erscheinungsbild gibt. Das neue Werkzeug beschreiben die Forschenden in der Zeitschrift Nature Biotechnology.

15.3.2013

Interview

Angeln in der Hochhaus-Farm

Der amerikanische Wissenschaftler Dr. Dickson Despommier gilt als Visionär des Vertical Farming, dem Anbau von Lebensmitteln an und in Hochhäusern. Demnächst will er sein Konzept der Vertical Farm beim BMBF-Workshop „Urban/Vertical Farming“ in Berlin vorstellen. Im Portal Pflanzenforschung.de erklärt er wie die Zukunft der Landwirtschaft seiner Meinung nach aussehen wird. Zwei Videos erklären seine Vision.

15.3.2013


ForscherInnen der Uni Wien und der Uni Innsbruck nehmen Proben an einem der 26 untersuchten Gletscher. Foto: Department für Limnologie

Forschungserebnis

Gletscherrückgang beeinflusst die mikrobielle Biodiversität

Ein Team um den Limnologen Tom J. Battin von der Universität Wien untersuchte den Einfluss von Gletscherrückgang auf die Mikroorganismen in Gletscherbächen. Dabei konnten die Wissenschafterinnen Linda Wilhelm und Katharina Besemer erstmals zeigen, wie die Gletscherschmelze die Gemeinschaften mikrobieller Biofilme in Gletscherbächen beeinflusst. Erstaunlich ist, dass Mikroorganismen ähnlich wie höhere Organismen auf Gletscherrückgang reagieren: Ein Verlust der Biodiversität ist die Folge. Die Ergebnisse werden aktuell in der Fachzeitschrift The ISME Journal – Multidisciplinary Journal of Microbial Ecology veröffentlicht.

mehr bei der Uni Wien

15.3.2013

Forschungsergebnis

Klimawandel verschiebt Vegetationszone nach Norden

Im Norden wird es immer wärmer: die Winter werden milder, das Eis schmilzt. Im Sommer bedeckt üppiges Grün den Boden. Vor 30 Jahren wuchs eine ähnliche Vegetation erst 400 bis 700 km weiter südlich. Schreitet der Treibhauseffekt weiter voran, könnten in den heutigen Tundren in hundert Jahren mediterrane Macchia-Sträucher wachsen, schreiben Forschende im Journal Nature Climate Change.

14.3.2013

Forschungsergebnis

Epigenom lässt Schaumkressen fast überall wachsen

Die Schaumkressen (Arabidopsis) sind weit verbreitet. Forscher konnten nun zeigen, dass das Epigenom der Pflanzen offenbar maßgeblich an ihrer außerordentlichen Anpassungsfähigkeit beteiligt ist. Das haben Forschende in der Zeitschrift Nature berichtet.

14.3.2013

Forschungsergebnis

Indikatoren für Salztoleranz der Reispflanzen

Bei Weizen und Gerste kann die Menge an ausströmenden Kaliumionen bei kurzzeitig erhöhtem Salzgehalt Auskunft über die Langzeit-Salztoleranz der Pflanze geben. Dass dies bei Reis nicht funktioniert, konnten Wissenschaftler nun zeigen. Stattdessen scheint der Gehalt an Natrium-Ionen im Spross ein guter Indikator für die Salztoleranz von Reis zu sein.

14.3.2013

Forschungsorte

Berlin soll Biodiversitätszentrum erhalten

In Berlin soll ein Forschungszentrum zur Biodiversität entstehen, berichtet die Zeitung der Tagesspiegel. Darin sollen die drei großen Universitäten in Berlin, die Universität Potsdam sowie fünf Leibniz-Einrichtungen aus der Region, wie etwa das Berliner Naturkundemuseum, zusammen arbeiten. Das Zentrum soll im Umfeld des Botanischen Gartens in Berlin Dahlem entstehen, schreibt das Blatt unter Berufung auf Karl Ulrich Mayer, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft.

mehr beim Tagesspiegel

13.3.2013

Forschungsergebnis

Des einen Leid, des anderen Freud auf dem Baumwollfeld

Gentechnisch veränderte Bt-Baumwollpflanzen enthalten ein Gift, das sie vor ihren wichtigsten Fraßfeinden schützt. Von ihrem eigenen Abwehrsystem machen diese Pflanzen deshalb weniger Gebrauch. Dadurch profitieren andere Schädlinge wie etwa Blattläuse. Zu diesen Einsichten kommt eine vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Studie, die nun in der Zeitschrift PNAS erschien.

12.3.2013

Forschungsergebnis

Renaturierung von Mooren stellt effektiven und wirtschaftlichen Beitrag zum Klimaschutz dar

Nach einer aktuellen Studie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) stellt eine Renaturierung von Mooren einen sehr kostengünstigen Beitrag zum Klimaschutz dar. Die ökonomischen Berechnungen aller zur Verfügung stehenden Kostenbereiche ergaben je nach Gebiet Vermeidungskosten von 27 bis 107 Euro pro Tonne Kohlendioxid (CO2). „Generell liegen diese Werte in einer konkurrenzfähigen Kostenmarge im Vergleich zu anderen landnutzungsorientierten CO2-Vermeidungsmaßnahmen, wie Biodiesel- oder Biogaserzeugung. Das ist erstaunlich, weil es sich bei den Renaturierungsmaßnahmen in erster Linie um Naturschutzmaßnahmen handelt, die nicht primär auf das Ziel Klimaschutz ausgerichtet wurden. Damit werden Klimaschutzmaßnahmen zum kostengünstigen Koppelprodukt des Naturschutzes“, erklärte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.

mehr beim BfN

12.3.2013

Bioenergie

Biogene Reststoffe werden bereits weitgehend verwertet

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) legt jetzt die unter Federführung der Hochschule Bremen durchgeführte Studie „Bestandsaufnahme zum biogenen Reststoffpotential der deutschen Lebensmittel- und Biotechnik-Industrie“ vor. Gefördert wurde die Erhebung aus Mitteln des Programms "Nachwachsende Rohstoffe" des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV).

mehr bei der FNR

12.3.2013

Debatte: Grüne Gentechnik

China zögert beim Anbau von gv-Mais und -Reis; seine Abhängigkeit von Futtermittelimporten steigt

China zögert, weitere gentechnisch veränderte (gv) Pflanzen für den Anbau freizugeben. Man benötige noch etwas Zeit, bis Verbraucher und Bauern sie akzeptierten, so ein ranghoher chinesischer Wissenschaftler gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Einen insektenresistenten Reis und einen angereicherten Futtermais hat China mit großem Aufwand entwickelt, um die wachsende Nachfrage nach Lebens- und Futtermitteln bewältigen zu können. Beide gv-Pflanzen waren schon 2009 von den Behörden als sicher bewertet worden. Mittlerweile ist China zum weltweit größten Importeur von Sojabohnen geworden.

mehr bei TransGen

11.3.2013


Flüssigkultur des Cyanobakteriums Synechocystis. Foto: Stefan Kopfmann

Forschungsergebnis

Selbstmordgefährdete Bakterien

Das Cyanobakterium Synechocystis stellt Toxine her, die oftmals zu seinem eigenen Untergang führen. Die Biologen Stefan Kopfmann und Prof. Dr. Wolfgang Hess von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg haben die Logik ergründet, die diesem Mechanismus zugrunde liegt. Die Toxin-Antitoxin-Paare dieser auch als Blaualgen bezeichneten Bakterien stellen einen natürlichen Selektionsmechanismus dar. Sie sorgen dafür, dass nur solche Zellen überleben, die bei Teilungen nicht ihr Plasmid verlieren. Denn auf diesem Plasmid ist auch die genetische Information für ein bakterielles Immunsystem hinterlegt. Ihre Forschungsergebnisse sind in den Fachmagazinen Journal of Biological Chemistry (JBC) und der Zeitschrift der Public Library of Science (PLoS ONE) veröffentlicht.

mehr bei der Uni Freiburg

11.3.2013


Peter Hegemann. Foto: Bernd Prusowski

Ausgezeichnet

Optogenetiker Peter Hegemann erhält den Brain Prize

Der diesjährige Brain Prize wird an sechs führende Wissenschaftler für ihre gemeinsame Entwicklung der Optogenetik vergeben. Das hat die Grete Lundbeck European Brain Research Prize Foundation heute in Kopenhagen bekannt gegeben. Unter den Ausgezeichneten ist auch Prof. Dr. Peter Hegemann, Leiter der Arbeitsgruppe Experimentelle Biophysik am Institut für Biologie der Humboldt-Universität zu Berlin, der die Optogenetik entscheidend mitbegründet hat. Anfangs hatte Hegemann dazu mit Algen gearbeitet. Vor kurzem erhielt Hegemann dafür auch den begehrten Leibniz- und einen Medizin-Preis (vgl. Meldungen vom 13.12.2012 und vom 22.1.2013).

mehr bei der Humboldt-Uni Berlin

11.3.2013


Bakterien können Pflanzenblätter schädigen, indem sie Proteine (TAL-Effektoren) einschleusen, die an das Erbgut binden und so die Pflanze beeinflussen. Image: J. Boch, G. Hause, S. Schornack

Ausgezeichnet

VAAM-Forschungspreis: Wie Bakterien Pflanzen manipulieren.

Auch Pflanzen können krank sein: Sie werden ebenso von Bakterien befallen wie Menschen. Mit welchen Tricks Bakterien die Pflanzen zu ihren Gunsten (aus)nutzen, erforscht PD Dr. Jens Boch, der diesjährige Preisträger des Forschungspreises der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Für seine bahnbrechenden Arbeiten zu Mechanismen bakterieller Proteine, die die Wirtszelle manipulieren (Effektoren), erhielt der an der Universität Halle tätige Mikrobiologe heute den mit 10.000 Euro dotierten Preis für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Mikrobiologie, berichtet der VAAM beim Informationsdienst Wissenschaft (idw).

mehr beim idw

10.3.2013

Forschungsergebnis

Koffein der Pflanzen erhöht die Lernleistung von Bienen

Warum Kaffepflanzen und manche Zitrusfrüchte Koffein nicht nur in den Bohnen sondern auch im Nektar anbieten, haben Forschende um Geradline Wright in Science beschrieben: Bienen bevorzugten mit Koffein versetzte Zuckerlösungen gegenüber reinem Zuckerwasser und erinnerten sich anschließend besser an den Duft. Koffein bringt den Pflanzen also Vorteile in der Konkurrenz um Bestäuber.

mehr in Science doi: 10.1126/science.1228806

10.3.2013

Update: Grüne Gentechnik & Bildungspolitik

Schülerlabore von HannoverGEN vor dem AUS

Die neue rot-grüne Regierungskoalition in Niedersachsen will die Schülerlabore von HannoverGEN schließen (die DBG berichtete: 1.3.2013 und am 25.2.2013). Die Entscheidung hat hohe Wellen geschlagen. Der Präsident des Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin e.V. (VBIO) und Leiter des Fachbereichs Genetik der Uni Kassel, Prof. Dr. Wolfgang Nellen, erläutert im Interview mit der in Hannover erscheinenden Neuen Presse (NP), warum er die Entscheidung der Koalition in Niedersachsen für falsch hält. Wenn man es böse interpretieren würde, so Nellen, könne man daraus auch ableiten, dass den Lehrern und Schülern eine eigene Meinung abgesprochen wird. Die Tageszeitung TAZ hatte ebenfalls über einen Shitstorm aus den Klassenzimmern berichtet. Um die Befürworter von „HannoverGEN“ zu unterstützen, wurde eine Online-Petition eingerichtet, um das AUS für HannoverGen abzuwenden. Sie läuft noch bis 24.3.2013.

mehr in der NP: Interview mit Nellen
mehr bei der TAZ
eine Liste mit Links zu Presseartikeln und Stellungnahmen bietet Nellen auf der Seite des Schülerlabors Science Bridge
direkt zur Petition

8.3.2013


Rotalgen an heißen Quellen im Yellowstone-Nationalpark in den USA. Foto: Andreas Weber

Forschungsergebnis

Gentransfer: Rotalgen schafften, wovon Biotechnologen träumen

Biologen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) um Prof. Dr. Andreas Weber und um Prof. Dr. Martin Lercher sowie Forscher der Oklahoma State University stellen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Science die extremophile Rotalge Galdieria vor. Die Rotalge hat Gensequenzen mittels horizontalem Gentransfer kopiert, die andere Organismen für ihre evolutionären Anpassung an extreme Umgebungen entwickelt haben: die Hitze-Unempfindlichkeit schon vor Jahrmillionen von Archaebakterien, die Resistenz gegen Schwermetalle wie Quecksilber und Arsen von Bakterien. „Letztlich ist es Galdieria gelungen, wovon viele Biotechnologen träumen“, erklärt Prof. Weber. „Sie hat Gene aus einer Vielzahl verschiedener Organismen aufgenommen und sich so neue, für den Überlebenskampf wichtige Eigenschaften angeeignet.“

mehr bei der HHU

7.3.2013

Berufungssymposium

Schmelztiegel integrativer Biodiversitätsforschung

Über 40 internationale Spitzenforscher verwandeln ab Montag (11.03.2013) für acht Tage die Leipziger BioCity in einen Schmelztiegel der integrativen Biodiversitätsforschung. "Mit einem bislang einmaligen länderübergreifenden Berufungssymposium ist es uns gelungen, im Interimsquartier des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig, hochkarätige Kandidaten aus aller Welt für ihre Bewerbungsvorträge um die neuen Professuren des iDiv zusammenzubringen", betont iDiv-Direktor Prof. Dr. Christian Wirth die Einzigartigkeit der Veranstaltung. "Wir erwarten dafür neugierige Gäste aus ganz Deutschland." Das berichtet die am iDiv beteiligte Uni Leizig, die auch die ausgeschriebenen Professuren listet sowie einen Link zum vollständigen Programm bietet.

mehr bei der Uni Leipzig

6.3.2013


Hardwicke-Wollfledermäuse schlafen nicht nur in fleischfressenden Kannenpflanzen, manchen zahlen sie dafür sogar "Miete". Foto: Michael Gerhard Schöner

Forschungsergebnis

Mieter oder Hausbesetzer? Fledermäuse auf Borneo schlafen in fleischfressenden Pflanzen

Forscher der Universitäten Greifswald und Brunei Darussalam haben herausgefunden, dass die auf Borneo vorkommende Hardwicke-Wollfledermaus zwei Arten von fleischfressenden Kannenpflanzen als Schlafplatz nutzt. Doch nur eine der Kannenpflanzenarten hat Vorteile von dieser Beziehung, da sie Nährstoffe aus dem Kot ihrer Bewohner gewinnt. Sie bietet den Fledermäusen auch das qualitativ hochwertigere Heim. Die Ergebnisse dieser Studie wurden nun in der Fachzeitschrift Oecologia veröffentlicht, brichtet die Uni Greifswald beim Informationsdienst Wissenschaft (idw).

mehr bei der Uni Greifswald

6.3.2013

Projekt

„Mittelwaldähnliche Waldrandgestaltung“ abgeschlossen

Durch die geschickte Verknüpfung heutiger Nutzungsansprüche und historischer Nutzungsformen können im Rückgang befindliche Baum- und Straucharten auf größerer Fläche langfristig erhalten werden. Jetzt liegen der Projektbericht sowie die Kurzfassung zu dem von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) geförderten Modell- und Demonstrationsvorhaben „Mittelwaldähnliche Waldrandgestaltung“ vor.

mehr bei der BLE

6.3.2013

Kongress

Mediziner befassen sich mit pflanzlichen Arzneimitteln

Die Behandlung von Krankheiten mit pflanzlichen Arzneimitteln, sogenannten Phytopharmaka, liegt im Trend. Wie aktuelle klinische Studien ergaben, sind diese bei zahlreichen Erkrankungen ebenso wirksam wie chemisch-synthetische Medizin. Neue Erkenntnisse zur Wirkung von Phytopharmaka, deren Vorteile und Grenzen gehören zu den Schwerpunkten des "Phytokongresses 2013", der vom 8. bis 10. März 2013 an der Universität Leipzig stattfindet. Wie die Präsidentin des Kongresses, Prof. Dr. Karen Nieber vom Institut für Pharmazie der Universität Leipzig, sagte, werden 164 Teilnehmer aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Ungarn zu dem Treffen erwartet.

6.3.2013

Tagung

Pflanzliche Inhaltsstoffe und Biotoxine - Lebensmittelchemiker diskutieren

Mitglieder des Regionalverbands Nordost der Lebensmittelchemischen Gesellschaft, Fachgruppe der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GdCh), treffen sich am 14. März. Bei der Arbeitstagung im Landeslabor Berlin-Brandenburg stehen vor allem pflanzliche Inhaltsstoffe und Biotoxine auf der Themenliste.

mehr bei GdCh

6.3.2013

Arbeitsplatz

SPD legt Gesetzentwurf zu Arbeitsverträgen in der Wissenschaft vor

Immer mehr Wissenschaftler werden nur noch befristet eingestellt. Vor allem der wissenschaftliche Nachwuchs ist von dieser Praxis betroffen, die teilweise erheblich von den "Regelungszielen" abweicht, "die mit dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz angestrebt werden", schreibt die SPD in ihrem Gesetzentwurf "Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über befristete Arbeitsverträge in der Wissenschaft (1. WissZeitVG-ÄndG)" (17/12531).

mehr beim Bundestag

5.3.2013

Forschungsergebnis

Immunrezeptor der Gerste funktioniert auch in Arabidopsis

Gerste und Arabidopsis unterscheiden sich: Die eine hat ungestielte Blätter und ein Keimblatt, die andere gestielte Blätter und zwei Keimblätter. 200 Millionen Jahre Evolution liegen zwischen beiden Arten. Und dennoch verfügen beide Pflanzen über identische Signalwege bei der Immunabwehr. Das haben Paul Schulze-Lefert und Takaki Maekawa vom Institut für Pflanzenzüchtungsforschung der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) in Köln gezeigt. Während das Erkennen des Eindringlings ein hochspezifischer Prozess ist und sich seine verräterischen Eiweiße und die passenden Immunrezeptoren der Pflanze in enger Koevolution entwickeln, sind die Signalwege, mit denen die Immunreaktionen in Gang gesetzt werden, sehr konserviert, berichten die Forschenden in der Zeitschrift PNAS.

mehr bei der MPG

5.3.2013

Debatte: Grüne Gentechnik

Virusresistente Bohnen in Brasilien

Das Webportal „Pflanzen.Forschung.Ethik.“ berichtet über die gentechnisch veränderte Pinto-Bohne (Phaseolus vulgaris), die resistent ist gegen das Golden Mosaic-Virus, den größten Schaderreger an Bohnen in Südamerika. Die neue Bohne stammt aus dem staatlichen Agrarforschungsinstitut Embrapa und soll ab 2014/15 als Saatgut erhältlich sein. Diese virusresistente Bohne ist die erste gentechnisch veränderte Pflanze, die in einem Schwellenland allein mit öffentlichen Mitteln ohne Beteiligung großer multinationaler Konzerne entwickelt wurde.

5.3.2013

Debatte: Grüne Gentechnik

Mit Maniok gegen den Vitamin A-Mangel

Maniok oder Cassava ist in vielen Entwicklungsländern ein Grundnahrungsmittel, enthält aber zu wenig Mikronährstoffe wie Vitamine. Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, versuchen Wissenschaftler schon seit längerem Cassava-Pflanzen zu züchten, deren Wurzelknollen mehr Nährstoffe enthalten, insbesondere Provitamin A. Dabei kommen sowohl konventionelle als auch gentechnische Züchtungsverfahren zum Einsatz.

4.1.2013


Totholz und Fichtenverjüngung im Harz. Foto: Ausserhofer, DSZ, Uni Göttingen

Forschungsergebnis

Alter Baumbestand und Totholz fördern Diversität

Alte und zerfallende Bäume im Wald spielen eine wichtige Rolle für Natur- und Klimaschutz. Das haben Wissenschaftler der Universität Göttingen anhand einer Studie im „Brockenurwald“ im Harz gezeigt. Die Forscher verglichen Waldstücke mit sehr alten und absterbenden Bäumen mit jüngeren Stadien, wie sie auch in bewirtschafteten Wäldern vorkommen. Die Ergebnisse der Untersuchungen belegen, wie wichtig es ist, ökonomisch wertlose alternde Bäume zu erhalten. Waldstadien mit alten Bäumen und Totholz wiesen eine deutlich höhere Artenvielfalt auf – nicht so sehr am Waldboden, aber durch Moose und Flechten, die auf den lebenden und toten Baumstämmen wachsen. Darüber hinaus ist in Waldstücken mit altem Bestand sehr viel mehr Kohlenstoff in der Biomasse und im Boden eingelagert – ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, berichten die Forschenden in den Fachzeitschriften Ecosystems und Journal of Vegetation Science.

mehr bei der Uni Göttingen

4.1.2013

Forschungsergebnis

Wenn Weinreben von Krebs befallen sind

Krebserregende Bakterien verändern das Erbgut ihrer Weinreben-Wirte in einer Weise, die komplexer ist als bislang gedacht. Die Erreger schleusen zum einen ihr Erbgut in die DNA der Wirtspflanze ein – das ist seit Langem bekannt. Die Würzburger Forschungsgruppe hat jetzt herausgefunden, dass die Bakterien noch für weitere Veränderungen an der DNA der Pflanzenzellen sorgen. Verändert sind genau die Bereiche der Pflanzen-DNA, die für die Zellteilung essenziell sind. Das dürfte das unkontrollierte Wachstum des Pflanzentumors fördern und die Lebensbedingungen für die Bakterien verbessern. Die Modifikationen betreffen das Methylierungsmuster berichten die Forschenden im Journal PLoS Genetics, so die Uni Würzburg beim Informationsdienst Wissenschaft (idw).

mehr beim idw

4.3.2013


Naturkapital Deutschland – TEEB DE (2013): Die Unternehmens-perspektive. Berlin, Pricewaterhouse-Coopers; Leipzig, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ; Bonn, Bundesamt für Naturschutz. Quelle: Naturkapital Deutschland – TEEB DE

Broschüre

Warum sich Unternehmer für biologische Vielfalt interessieren sollten

Die Leistungen der Natur sind Grundlage zahlreicher wirtschaftlicher Leistungen. Wer an dauerhaftem wirtschaftlichem Erfolg interessiert ist, muss also auch an Naturschutz Interesse haben. Umfragen in Unternehmen zeigen jedoch, dass die wirtschaftliche Bedeutung der biologischen Vielfalt als gering eingeschätzt wird. „Naturkapital Deutschland – TEEB DE“ will mit der neuen Broschüre „Die Unternehmensperspektive – Auf neue Herausforderungen vorbereitet sein“ das Bewusstsein speziell in Unternehmen für das eigene Abhängigkeits- und Verantwortlichkeitsverhältnis zur Natur fördern. Die Broschüre wird am morgigen Dienstag im Rahmen des 5. Nationalen Forums zur biologischen Vielfalt im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin vorgestellt, berichtet das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ).

mehr beim UFZ 

4.3.2013

Workshop-Nachlese

Gentechnik für Kleinbauern?

Ist es richtig, gentechnisch veränderte vitaminreiche Maniok oder Cassava in Afrika auf den Markt zu bringen, um Mangelerkrankungen zu bekämpfen? Sollen in Brasilien Bohnen mit gentechnisch herbeigeführter Virusresistenz angebaut werden, um Ernteverluste zu verringern? Darüber diskutierten Studierende aus den Biowissenschaften und der Philosophie auf dem Workshop „We seed the world“ vom 18. bis zum 20. Februar 2013 auf Einladung des Instituts Technik-Theologie-Naturwissenschaften in München und der Evangelischen Akademie in Tutzing.

1.3.2013

Forschungsergebnis

KNOX-Gene waren unerlässlich für die Evolution von Landpflanzen

Bei den meisten Landpflanzen nehmen wir lediglich den Sporophyten, die ungeschlechtliche Vermehrungsform der Pflanze wahr. Im Laufe der Evolution sind die Gametophyten bis auf wenige Zellen geschrumpft. Dass daran die Gene KNOX1 und KNOX2 maßgeblich beteiligt waren, haben Forschende nun in der Zeitschrift Science dargelegt.

1.3.2013

Forschungsergebnis

Anbau von Energiepflanzen erhöht Ozonwerte

Zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und zur Herstellung einer autarken Energieversorgung werden in zunehmendem Maße Energiepflanzen angebaut. Bei der Bewertung von Energiepflanzenarten wird in den meisten Fällen aber nur eine Kohlenstoffbilanz gezogen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass dies nur eine Seite der Medaille darstellt. Denn Pflanzen wie die Pappel, Weide oder Eukalyptus setzen verstärkt die Verbindung Isopren frei, die die Produktion von bodennahem Ozon begünstigt, berichtet der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin e.V. (VBIO) über eine in Nature Climate Change erschienene Studie.

mehr beim VBIO

1.3.2013

Grüne Gentechnik & Bildungspolitik

Schülerlabore von HannoverGEN ringen um Existenz

Mit dem Regierungswechsel in Niedersachsen ändert sich auch der Kurs in Sachen Grüne Gentechnik. Nachdem die bisherige von CDU und FDP geführte Regierung im Jahr 2008 ein Schülerlabor-Modellprojekt namens „HannoverGEN“ angestoßen und unterstützt hat, sieht die Agenda der neuen rot-grünen Regierungskoalition die Streichung dieses Bildungsangebotes vor. Die Befürworter von „HannoverGEN“ suchen mit Hilfe einer Onlinepetition das Aus noch abzuwenden.

1.3.2013

Tagungsankündigung

1st European Conference on Natural Products

Die erste Konferenz über Naturprodukte wird im Herbst Experten diverser Disziplinen zusammen bringen, die bakterielle, mykologische und pflanzliche Metabolite des Sekundärstoffwechsels untersuchen. Dabei soll ein Augenmerk auf die Interaktion zwischen industrieller und der akademischer Forschung gelegt werden. Schwerpunkte sind:

  • natural functions of secondary metabolites,
  • physiology and regulation,
  • genome mining,
  • synthetic biology and biodiversity plus exploitation,
  • application and development.

Die Tagung wird vom 22. - 25.9.2013 in Frankfurt am Main bei der Dechema stattfinden und wird von der Dechema und der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) organisiert.  

mehr bei der Dechema

1.3.2013

Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES

16. Vertragsstaatenkonferenz in Bangkok eröffnet

Am 3. März 2013 feiert der Naturschutz ein bedeutsames Jubiläum: Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen, welches auch als CITES bekannt ist, feiert sein 40 jähriges Bestehen. Es ist damit eine der ältesten Umweltkonventionen, die vielleicht heute wichtiger ist als sie es je war. 177 Staaten, also praktisch die gesamte Welt, sind der Konvention beigetreten und etwa 5.000 Tier- und weitere 29.000 Pflanzenarten werden durch die Konvention berücksichtigt, meldet das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). Dieser denkwürdige Tag ist zugleich auch der Auftakt der 16. Vertragsstaatenkonferenz, die vom 3. bis 15. März 2013 in Bangkok, Thailand, stattfindet.

mehr beim BMU

1.3.2013


Seegraskugeln lassen sich ohne chemische Zusätze als Dämmwerkstoff nutzen. Foto und © Fraunhofer ICT

Angewandte Forschung

Seegras im Dachstuhl

Angeschwemmtes Seegras ist für viele Küstenbewohner eine Plage. Doch der Rohstoff eignet sich sehr gut zum Dämmen von Gebäuden. Gemeinsam mit Industriepartnern ist es Forschern gelungen, die schadstofffreien Fasern zu Dämmwolle zu verarbeiten. Das hat das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT in Pfinztal in Kooperation mit Industriepartnern herausgefunden.

mehr bei Fraunhofer

1.3.2013

Kommunikation

Ist besseres Argumentieren in der Gentechnikdebatte möglich?

Das fragt das Webportal „Pflanzen.Forschung.Ethik.“ In hitzigen Debatten würden oftmals Argumentationsfehler begangen – ob gewollt oder ungewollt. Und zwar auf beiden Seiten. Und das sowohl mündlich in Streitgesprächen als auch schriftlich in Internetforen, Blogs und Sozialen Netzwerken. Anschaulich wird dies an einer Kontroverse, die in Deutschland seit Jahrzehnten mit großer Emotionalität geführt wird: die Debatte um die so genannte „Grüne Gentechnik“. Der Text von Christian Dürnberger, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Philosophie und am Institut TTN, listet neun kritisch zu diskutierende Argumente in der Gentechnik-Ddebatte.

1.3.2013


Seite aus dem Comic. Image: © Jacoby & Stuart, WBGU

Kommunikation

WissenschaftlerInnen als Comic-Helden

Erstmals ist ein Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) als Comic aufbereitet worden. Das 140 Seiten starke Buch „Die große Transformation: Klima – Kriegen wir die Kurve?“ wird heute im Deutschen Theater Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. In neun Episoden kämpfen Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE), und seine acht WBGU-Kolleginnen und -Kollegen gegen die weltweiten Umweltprobleme und für eine klimaverträgliche, nachhaltige Gesellschaft.

mehr auf der Website zum Comic

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