Logo der Deutschen Botanischen Gesellschaft e. V. (DBG)
Weitere Informationen über das Titelbild der DBG gibts durch anklicken
Deutsche Botanische Gesellschaft e. V.
Informationen für Botanikerinnen und Botaniker - Dezember 2009

31.12.2009


Verschiedene Stämme der Ackerschmalwand Arabidopsis thaliana. Foto: MPI für Entwicklungsbiologie.

Evolution in Echtzeit - Forscher messen, wie schnell sich das Erbgut verändert

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut (MPI) für Entwicklungsbiologie in Tübingen haben erstmals die Geschwindigkeit des Mutationsprozesses in Pflanzen gemessen. Ihre Erkenntnisse werfen ein neues Licht auf einen grundlegenden Vorgang der Evolution und erklären zum Beispiel, warum Unkrautvernichtungsmittel oft innerhalb weniger Jahre ihre Wirkung verlieren, schreiben sie in der Zeitschrift Science.

mehr beim MPI

28.12.2009

Die Lücken im Baum des Lebens werden geschlossen

Bisher galt das Forschungsinteresse vor allem den Bakterien, mit denen der Mensch den Kontakt bewusst wahrnimmt: den Krankheitserregern. Dieser Umstand hat den Bakterien ein eher schlechtes Image beschert. Dabei ist es in der Welt der Mikrobiologie wie im wirklichen Leben: da warten nicht nur Spielverderber und Verbrecher, sondern auch nette Nachbarn, fleißige Helfer, Sonderlinge und vor allem die ganz Normalen. Forschern der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ) aus Braunschweig und des Joint Genome Instituts (JGI) in Kalifornien ist es zu verdanken, dass sich die Mikrobiologie fortan etwas ausgewogener präsentiert. Sie haben eine "Genomic Encyclopedia of Bacteria and Archea" (GEBA) begonnen: Die Genome von 56 "ganz normalen" Bakterien wurden nun in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.

mehr beim DSMZ

23.12.2009

Neuer Forschungsverbund untersucht Rolle der Mitochondrien bei Alterungsprozess bei Hefe und Pilz

Mit dem 1. Januar 2010 nimmt an der Goethe-Universität ein neuer Forschungsverbund seine Arbeiten auf. Sein Thema ist die Rolle der so genannten Mitochondrien - der 'Kraftwerke' der Zelle - bei der Alterung biologischer Systeme. Das Projekt verfolgt einen unkonventionellen, neuartigen Ansatz, nämlich die Untersuchung der Grundlagen des biologischen Alterns durch eine mathematische Modellierung von experimentellen Daten, die an einfachen Alternsmodellen gewonnen werden. Als Modellorganismen dienen dabei die Bäckerhefe Saccharomyces cerevisae und der Schlauchpilz Podospora anserina.

mehr bei der Uni Frankfurt

22.12.2009

BIO Deutschland Jahrbuch 2009: Die Finanzierung der Biotech-Branche nimmt 200 Mio. Euro-Hürde

Kürzlich vom Wirtschaftsverband der Biotech-Branche, BIO Deutschland e. V., erhobene Zahlen geben ein finsteres Bild der Finanzsituation von Biotechnologie-Unternehmen in Deutschland ab: Bis Ende des 3. Quartals 2009 konnten insgesamt Mittel von lediglich 37 Mio. Euro eingeworben werden. Das vierte Quartal überraschte hingegen mit guten Nachrichten größerer Finanzierungsrunden. Die bislang investierten Mittel 2009 belaufen sich derzeit auf 219 Mio. Euro. Diese und andere Zahlen sind heute im Jahrbuch der BIO Deutschland erschienen.

mehr beim VBIO

Jahrbuch bei Biodeutschland
(pdf-Datei, 5,7 MB)

21.12.2009

Debatte
Grüne Gentechnik

Schmetterlinge und Gentechnik

Der Fachbereich Biotechnologie im Verein deutscher Ingenieure e.V. (VDI) hat die Richtlinie (VDI 4330 Blatt 13) "Monitoring der Wirkungen von gentechnisch veränderten Organismen (GVO); Standardisierte Erfassung von Schmetterlingen (Lepidoptera); Transektmethode, Lichtfang und Larvalerfassung" herausgegeben. Sie erfasst die Wirkungen gentechnisch veränderter Pflanzen auf Schmetterlinge und kann im Monitoring des Anbaus gentechnisch veränderter Organismen eingesetzt werden, wie es von der Europäischen Union verbindlich vorgeschriebenen ist.

19.12.2009

Spot an: Pollenraum "Die Wiese im Labor" ist "Ausgewählter Ort im Land der Ideen"

Dieser in Deutschland einzigartige Pollenraum bietet Forschern ganzjährig die Möglichkeit, Allergien zu erforschen und Medikamente gegen Heuschnupfen zu entwickeln. "Die Wiese im Labor" ist damit einer der Preisträger des bundesweit ausgetragenen Innovationswettbewerbs "365 Orte im Land der Ideen".

mehr beim idw

18.12.2009

Neuerscheinung: Pilze und ihre Bedeutung für das Ökosystem

Neuer Berichtsband der Bayerischen Akademie der Wissenschaften über die ökologische Rolle von Pilzen ist soeben erschienen. Der Band enthält die überarbeiteten Vorträge und Diskussionen einer gleichnamigen Fachtagung der Kommission für Ökologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Das Thema dieses Rundgesprächs lag dem langjährigen Vorsitzenden der Kommission und Ehrenmitglied der DBG, Professor Hubert Ziegler (TU München) sehr am Herzen. Er war kurz nach der Tagung gestorben.

mehr beim idw

18.12.2009

Debatte
Grüne Gentechnik

Bt-Mais: Im Freiland keine Auswirkungen auf Gewässerorganismen festgestellt

Gefährdet gentechnisch veränderter Bt-Mais die Gewässerökosysteme? Der NABU (Naturschutzbund Deutschland) hatte für den 17. Dezember 2009 zu einer Fachtagung nach Berlin eingeladen. Dort trugen auch die beiden US-amerikanischen Ökologinnen Emma Rosi-Marshall und Jennifer Tank neue Forschungsergebnisse vor. Vor zwei Jahren hatte ihre erste Studie zu den Auswirkungen von Bt-Mais auf Köcherfliegen vor allem in Europa heftige politische und wissenschaftliche Diskussionen ausgelöst.

Details und Ergebnisse bei Biosicherheit.de

18.12.2009

Vorsitzender des BioÖkonomieRats plädiert für verstärkte Erforschung von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel

Ungeachtet der notwendigen Reduktion der Treibhausgase seien entsprechende Schritte essentiell, um sich auf die bereits heute sichtbaren Folgen der Klimadynamik einzustellen, sagte Reinhard F. Hüttl, der Vorsitzende des Forschungs- und Technologierats Bioökonomie (BioÖkonomieRat). Hüttl verwies in diesem Zusammenhang auf die weitere Erforschung der klimarelevanten Auswirkungen auf Böden sowie die Potenziale der Tier- und Pflanzenzüchtung.

mehr beim BioÖkonomieRat

18.12.2009

OECD-Statistik: Deutschland bei Biotech-Patenten an dritter Stelle

Deutschland ist ein Land der Forscher. Mit Forschungs- und Entwicklungsausgaben von 2,5 % des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2007 liegt Deutschland über dem internationalen Durchschnitt. Auch in der Biotechnologie sind die hiesigen Forscher stark. Abgesehen von den USA und Japan meldet niemand mehr Biotech-Patente an als die Deutschen.

Artikel über die OECD-Statistik bei Biotechnologie.de

18.12.2009

Gießener Wissenschaftler entwickeln salzresistente Maispflanzen

Forschern des Instituts für Pflanzenernährung der Justus-Liebig-Universität Gießen ist es kürzlich gelungen, salzresistente Maispflanzen auf klassischem Züchtungsweg zu entwickeln. Damit konnte eine grundlegende Voraussetzung geschaffen werden, den Anbau von Nutzpflanzen auf versalztem Kulturland zu ermöglichen.

fünf-seitiger Bericht im
Magazin der Uni Giessen
(pdf-Datei, 0,5 MB)

17.12.2009


Abgestorbene Waldkiefern im Naturpark Pfynwald (Kanton Wallis). Foto: Matthias Dobbertin, WSL

Klimatische Extreme beeinflussen Verbreitung der Baumarten

Der Klimawandel wird auf lange Sicht dazu führen, dass Baumarten bisher besiedelte Gegenden verlassen und in neue Regionen vordringen. Wissenschafter der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in der Schweiz fanden zusammen mit einem internationalen Forscherteam nun erstmals heraus, dass klimatische Extreme wie ausgeprägte Dürre- oder Frostperioden die Verbreitungsgebiete von Baumarten stark verändern und somit deren Überleben beeinflussen.

mehr beim idw

17.12.2009


Ausgewachsener Maiswurzelbohrer. Foto: Kristin Schwabe, JKI

"Forschungsprogramm Maiswurzelbohrer" jetzt online

Ein umfassendes Forschungsprogramm zum Westlichen Maiswurzelbohrer startete 2009 mit dem Ziel, den gefürchteten neuen Schädling in Mais einzugrenzen und eine weitere Verbreitung zu verlangsamen. Ab sofort stehen alle bisherigen und künftigen Informationen sowie Forschungsergebnisse aus den insgesamt 23 Projekten unter http://diabrotica.jki.bund.de zur Verfügung.

ganze Pressemitteilung beim JKI

17.12.2009


Der Leiter des Botanischen Gartens, Stefan Schneckenburger, präsentiert den Palmfarn Dioon caputoi. Foto: TU Darmstadt

Einmalig in Europa - Palmfarn entpuppt sich als seltener Exot

Nach jahrelangen Recherchen präsentiert der Leiter des Botanischen Gartens der TU Darmstadt Stefan Schneckenburger eine faustdicke Überraschung: Ein Palmfarn in der Trockenabteilung des Gewächshauses im Botanischen Garten der Universität gehört zu einer sehr seltenen Spezies. Die Art namens Dioon caputoi kommt aus Mexiko. Botaniker schätzen, dass es nur noch 300 Exemplare in freier Natur gibt.

mehr bei der TU Darmstadt
(pdf-Datei, 0,2 MB)

16.12.2009

Debatte
Grüne Gentechnik

Neue DFG-Broschüre

"Weder Teufelszeug noch Wundermittel"

Wenige Themen aus den Lebenswissenschaften haben die öffentliche Diskussion in Deutschland in den letzten Jahren so sehr geprägt wie die Grüne Gentechnik. Ihre Methoden zur Übertragung von artfremden Genen in Pflanzen haben längst Eingang in die Grundlagenforschung gefunden. Auch in der landwirtschaftlichen Praxis wird die Grüne Gentechnik inzwischen zur Züchtung neuer Sorten eingesetzt. In weiten Teilen der Öffentlichkeit wird sie hingegen weiter skeptisch beurteilt oder abgelehnt - bis hin zur gewaltsamen Zerstörung von Freilandversuchsfeldern mit transgenen Pflanzen. Um die Diskussion zu versachlichen und umfassend über die Grüne Gentechnik zu informieren, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) jetzt eine allgemein verständliche und reich illustrierte Broschüre zum Thema veröffentlicht.

Pressemitteilung der DFG

Broschüre bei der DFG
(pdf-Datei, 3,8 MB)

16.12.2009

Vom Becherglas zum Ökosystem - Neue Anlage für die Forschung

Neue Forschungsmaßstäbe bei ökologischen und ökotoxikologischen Untersuchungen setzt das Institut für Umweltwissenschaften am Campus Landau der Universität Koblenz-Landau: In der Südpfalz wurde eine international einzigartige Forschungsanlage in Betrieb genommen, mit der erstmals bei umweltwissenschaftlichen Fragestellungen nahtlos eine Verbindung vom Becherglas, über Laborkammern und Freiland-Gerinneanlage bis hin zu den Ökosystemen in der freien Natur hergestellt werden kann. Möglich wird dies durch die einzigartige Koppelung von Labor- und Freilandanlage.

mehr bei der Uni Koblenz-Landau

16.12.2009

Fernstudienkurs "Europäisches Umweltrecht"

Einen berufsbegleitenden Fernstudienkurs "Europäisches Umweltrecht" wird das Zentrum für Fernstudien und Universitäre Weiterbildung der Universität Koblenz-Landau auch 2010 wieder anbieten. Neben dem europäischen Naturschutz-, Gewässerschutz- und Immissionsschutzrecht sowie dem Abfall-, Chemikalien- und Biotechnologierecht wird sich das Weiterbildungsangebot mit den Auswirkungen des Lissabon-Vertrages auf das EU-Umweltrecht beschäftigen. Der Kurs startet im April 2010. Anmeldeschluss ist der 15. März 2010.

mehr beim idw

15.12.2009


Mikroskopische Aufnahme von Corynebacterium glutamicum, Foto: RUB.

Bochumer Forscher "tunen" Mikroorganismen für die industrielle Produkt

Hefen und Bakterien noch fitter und leistungsfähiger für ihren Einsatz in der industriellen Produktion zu machen ist Ziel einer Arbeitsgruppe um PD Dr. Ansgar Poetsch am Lehrstuhl für Biochemie der Pflanzen der Ruhr-Universität Bochum. Im Projekt "MetaZyme" wollen sie Hefen zur effizienteren Lipid-Produktion verhelfen; in einem Teilprojekt von "FlexFit" geht es darum ein L-Lysin herstellendes Bakterium stressresistent zu machen. Ein Schwerpunkt der Projekte ist - passend zum etablierten Proteinnetzwerk der Ruhr Uni Bochum (RUB) - die Funktionsuntersuchung von Proteinen.

mehr bei der RUB

15.12.2009

Wirtschaftskrise wird geringe Auswirkungen auf Forschungsinvestitionen haben

Die Wirtschafts- und Finanzkrise dürfte in Deutschland einen geringeren Rückgang der Investitionen in Forschung und Entwicklung zur Folge haben als in den meisten anderen OECD-Ländern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Vergleichsstudie zur Forschungspolitik der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die heute in Paris veröffentlicht wurde.

mehr beim VBIO

14.12.2009


Professor Dr. Detlef Weigel. Foto: Anne Faden, MPI für Entwicklungsbiologie

Otto-Bayer-Preis 2010 geht an den Pflanzengenetiker Detlef Weigel

Der Direktor am Max-Planck-Institut (MPI) für Entwicklungsbiologie in Tübingen, Professor Dr. Detlef Weigel, wird für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Pflanzengenetik geehrt. Weigel erhält den mit 75.000 € dotierten Preis der Firma Bayer, weil seine Arbeiten wesentlich zum Verständnis der molekularbiologischen Grundlagen der Variabilität von Pflanzen beitragen und ein praktisches Ziel haben: voraussagen zu können, wie Wild- und Ackerpflanzen auf die sich zurzeit schnell verändernde Umwelt reagieren werden.

mehr bei Bayer

14.12.2009

Debatte
Grüne Gentechnik

Brasilien: Deutlich mehr gentechnisch veränderte Pflanzen

Die Landwirtschaft Brasiliens setzt zunehmend auf die Grüne Gentechnik. In der bevorstehenden Anbausaison 2009/10 werden mehr gentechnisch veränderte Pflanzen ausgesät als im Vorjahr. Besonders auffällig ist der Zuwachs bei Mais. Bei Soja entfallen zwei Drittel der Produktion auf gentechnisch veränderte Sorten.

mehr bei transgen.de

11.12.2009

Pflanzenwissenschaften sind Titelthema im aktuellen Science Magazine

Das Titelblatt von Science ist vom bakteriellen Krankheitserreger Xanthomonas befallen. In der heutigen Ausgabe beschreiben Pflanzengenetiker der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), wie der Erreger die Gene wichtiger Kulturpflanzen wie Reis, Paprika oder Tomaten manipuliert und dadurch hohe Ernteverluste herbeiführt. Die Wissenschaftler entdeckten zugleich ein neues, einzigartiges Muster, nach dem sich Proteine des Erregers an die DNA der Pflanze binden.

mehr bei der MLU

10.12.2009


Der Plattenreaktor sorgt für ein optimales Lichtmanagement bei der Algenkultivierung. Foto: Florian Lehr, KIT.

Wasserstoff aus Mikroalgen

Aus Wasser gewonnener Wasserstoff (H2) gilt als umweltverträglicher Energieträger der Zukunft. Dazu sind nachhaltige Produktionsverfahren nötig. Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) arbeiten derzeit gemeinsam mit acht Partnern an der Entwicklung hocheffizienter Verfahren für die Gewinnung von Wasserstoff aus Mikroalgen. Das BMBF fördert das Projekt "HydroMicPro" mit insgesamt 2,1 Millionen Euro.

mehr beim KIT

10.12.2009


Luftaufnahme eines FACE-Versuchsrings. Foto: vTI/BD

Wie das Infrarotbild zeigt, ist es im Inneren des Kreises wärmer als im übrigen Feld. Dort geben die Pflanzen weniger Wasser ab und entsteht weniger Verdunstungskälte. Foto: vTI/BD

Mehr CO2 in der Atmosphäre: Kulturpflanzen brauchen weniger Wasser

Wie reagieren Kulturpflanzen wie Weizen, Kartoffeln oder Mais, wenn ihnen mehr CO2 zur Verfügung steht? Fördert das ihr Wachstum, haben wir bessere Ernten zu erwarten und wie beeinflusst die CO2-reichere Umgebungsluft den Wasserbedarf der Pflanzen? Wissenschaftler des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI) in Braunschweig können auf einige dieser Fragen jetzt Antworten geben.

mehr beim vTI

9.12.2009


Grasprobe aus dem Archiv von Rothamsted (GB) . Foto: Ines Köhler / TUM

Klimaforschung mit kreativen Methoden: Steinbockhörner und altes Heu verraten, wie Grasland auf den Klimawandel reagiert

Wie reagieren Pflanzenökosysteme langfristig auf die steigende Konzentration des Treibhausgases CO2 in der Atmosphäre? Diese grundlegende Frage stellt sich vor dem Hintergrund des Klimawandels immer drängender. Forscher vom Lehrstuhl für Gründlandlehre der Technischen Universität München (TUM) haben sie nun - weltweit zum ersten Mal - für Grasland untersucht. Antworten fanden die Wissenschaftler an ungewohnter Stelle: in Steinbockhörnern aus der Schweiz und in 150 Jahre altem Heu aus England.

mehr bei der TUM

9.12.2009


Die Mata Atlântica wurde, wie hier im Bundesstaat São Paulo, nicht nur zerschnitten sondern fast vollends abgeholzt. Foto: Henning Steinicke/UFZ

Von Landschaftszerschneidung betroffener Tropenwald speichert langfristig weniger Biomasse und Kohlendioxid

Die Abholzung der tropischen Regenwälder könnte noch größeren Einfluss auf den Klimawandel haben als bislang gedacht. Die Gesamtbiomasse von kleinen, nach einer Landschaftszerschneidung entstandenen Waldstücken, kann im Vergleich zu einem zusammenhängenden Wald gleicher Gesamtfläche um bis zu 40 Prozent geringer sein. Zu diesem Ergebnis kommen deutsche und brasilianische Forscher durch Modellrechnungen anhand von Daten aus dem bereits zu ca. 88 Prozent abgeholzten Küstentropenwald Mata Atlântica im brasilianischen Bundesstaat São Paulo, schreiben Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und der Universität São Paulo im Fachblatt Ecological Modelling.

mehr beim UFZ

9.12.2009

CHE Forschungsranking 2009: aktuelle Ergebnissen unter anderem auch für die Biologie

In den aktualisierten Fächern des CHE Forschungs-Rankings 2009 weisen die Universität Heidelberg und die LMU sowie die TU München wieder einen besonders hohen Anteil forschungsstarker Fakultäten aus.

mehr beim VBIO

8.12.2009


Im Schutz der Wirtel vereinigen sich männliche und weibliche Geschlechtszellen in der Trichogyne, dem weiblichen Empfängnisorgan. Mikroskopische Aufnahme: Dr. Johanna Knappe, Philipps-Universität Marburg

Anzeiger für saubere Gewässer: Die Froschlaichalge wird Alge des Jahres 2010

Die Algenforscher der Deutschen Botanischen Gesellschaft haben die Froschlaichalge zur Alge des Jahres 2010 gekürt. Sie möchten damit auf diese gefährdete Pflanze unserer heimischen Gewässer aufmerksam machen. Froschlaichalgen werden immer rarer, da ihr Lebensraum schwindet. Sie sind auf sauberes und kühles Wasser angewiesen, das jedoch oft zugebaut oder durch Abwässer und Pflanzenschutzmittel verunreinigt wird oder bei zu starker Wasserentnahme ganz versiegt. Die Algenspezialistin Dr. Johanna Knappe von der Philipps-Universität Marburg erklärt, was sie an der Roten-Liste-Art fasziniert.

mehr bei der Sektion Phykologie

8.12.2009


Die neue Kartoffelzüchtung produziert hochreine Stärke. Foto und ©: Fraunhofer IME

Turbo-Züchtung schafft Super-Kartoffel

Die Schale ist hellbraun, das Fleisch saftig und gelb - rein äußerlich sieht die neue Kartoffel aus wie jede andere. Doch in ihrem Inneren ist sie anders: Ihre Zellen produzieren reines Amylopektin, eine Stärke, die in der Papier-, Textil- und Nahrungsindustrie benötigt wird. Die neue Kartoffel, die jetzt zum ersten Mal geerntet und verarbeitet wird, haben Fraunhofer-Forscher mit Hilfe eines neuen, besonders schnellen Züchtungsverfahrens entwickelt.

mehr bei Fraunhofer

8.12.2009

Hefe im Dornröschenschlaf

Zellen altern umso schneller, je aktiver der Stoffwechsel ihres Organismus ist. Dabei entstehen freie Radikale, die Zellen schädigen. Wie diese jedoch das Altern beeinflussen, ist umstritten. Max-Planck-Forscher identifizierten 93 Mutationen, die Hefezellen ein Überleben für mehrere Jahre bei vier Grad Celsius ermöglichen. Dies bietet neue Einblicke in Alterungs-Prozess, wie die Wissenschaftler in Aging beschreiben.

mehr beim MPI (pdf-Datei)

7.12.2009


Die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis), eine Nordamerikanische Auenpflanze, kam als Zierpflanze nach Europa. Seitdem verbreitet sie sich erfolgreich auf Brachflächen. Foto: André Künzelmann, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)

Europas Pflanzenwelt verarmt. Damit kann die Fähigkeit sinken, auf Umweltveränderungen zu reagieren.

Mit steigenden Artenzahlen durch das Einwandern neuer Pflanzenarten werden die Pflanzengemeinschaften (Floren) vieler Europäischer Regionen einander immer ähnlicher. Immer häufiger kommen die gleichen Arten vor, wohingegen seltene Arten aussterben. Doch nicht nur die Artengemeinschaften werden sich immer ähnlicher, sondern auch die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den Regionen. Diese Prozesse führen zu einem Verlust der Einzigartigkeit Europäischer Floren, schreiben Wissenschaftler des DAISIE-Forschungsprojektes in der aktuellen Online-Ausgabe des Fachblatts PNAS.

mehr beim idw

4.12.2009

Nach mir die Sintflut

Beim Klimagipfel in Kopenhagen ist die Politik gefordert, verbindliche Klimaziele festzulegen. Denn Freiwilligkeit führt beim Klimaschutz nicht zum Ziel, wie ein interaktives Computerspiel veranschaulicht. Eigennutz steht - in der Politik wie im Privaten - im Widerstreit zu nötigen, kollektiven Investitionen. Dieses Dilemma haben Evolutionsbiologen und Meteorologen zweier Max-Planck-Institute untersucht.

mehr bei der MPG

4.12.2009

Debatte
Grüne Gentechnik

Gentechnisch veränderte Pflanzen in der Schweiz: Erste provisorische Resultate

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat einen Zwischenbericht des Nationalen Forschungsprogramms "Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen" (NFP 59) eingereicht. Erste Studien stellen unter anderem fest, dass eine Mehrheit der Bevölkerung der grünen Gentechnologie gegenüber negativ eingestellt und für eine Wahlfreiheit beim Kauf von gentechnisch veränderten oder unveränderten Produkten ist. Festgestellt wird auch, dass die geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen nicht genügen, um die Koexistenz von landwirtschaftlichen Anbauformen mit und ohne gentechnisch veränderten Pflanzen zu regeln.

mehr beim SNF

4.12.2009


Prof. Dr. H. Walter Lack, Foto: I. Haas, BGBM

Founders' Medal ehr Prof. Dr. H. Walter Lack vom Botanischen Museum Berlin

Prof. Dr. H. Walter Lack, Direktor am Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem, wurde vor wenigen Tagen die Founders' Medal der Society for the History of Natural History aus London für seine Studien der Bibliographie und Geschichte der Naturwissenschaften verliehen. Damit geht diese Auszeichnung erstmals an einen Wissenschaftler im deutschen Sprachraum.

mehr beim idw

4.12.2009

Professoren unterstützen Bologna-Proteste der Studierenden

Der Deutsche Hochschulverband (DHV), dem rund 25.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler angehören, ruft alle Dozentinnen und Dozenten dazu auf, ihre Lehrveranstaltungen zu verschieben, die am 10. Dezember 2009 stattfinden. Studierende sollen an diesem Tag die Möglichkeit erhalten, im Rahmen des „Bildungsstreiks“ ihren Protest gegen die fehlerhafte Umsetzung der Bologna-Reformen gegenüber der Kultusministerkonferenz (KMK) kundzutun.

mehr beim VBIO

3.12.2009


Professor Petra Schwille, Foto: Katrin Boes, CRTD

Leibnitz-Preis für Biophysikerin Petra Schwille von der TU Dresden

Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat heute die Preisträger im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm für das Jahr 2010 bestimmt. Einer der insgesamt zehn Preise geht an Prof. Petra Schwille vom Biotechnologischen Zentrum (BIOTEC) der TU Dresden. Der Preis ist mit 2,5 Millionen Euro dotiert und gilt als der Nobelpreis der deutschen Wissenschaft.

mehr bei der  TU Dresden

3.12.2009

Klimakiller Abholzung, Verwüstung und Urbanisierung

Wissenschaftler der TU Berlin sehen in der Vernichtung von Vegetationsflächen einen Hauptfaktor für die Erderwärmung. Täglich gehen 800 Quadratkilometer verloren, das entspricht in etwa der Fläche Berlins.

mehr bei der TU Berlin

3.12.2009


v.l.n.r.: Dipl.-Ing. Andreas Menslage, Prof. Dr. Carsten Harms, Katrin Quirin und Prof. Dr. Boris Koch. Foto: Hochschule Bremerhaven - Birgit Lüke

Wissenschaftler treffen sich zum Schlagabtausch beim Science Slam

"Wie man ohne gentechnische Manipulation aus einer Erdbeere eine Tomate macht", das und mehr will einer der vier Forscher vormachen, die sich den ersten Bremerhavener Science Slam liefern wollen. Wer denkt, dass Wissenschaftler weltfremde Eigenbrötler sind, die den ganzen Tag in abgedunkelten Laboren hocken und an absurden Theorien tüfteln, der kann sich am 5. Dezember vom Gegenteil überzeugen.

mehr bei der
Hochschule Bremerhaven

2.12.2009


Eukalyptusblatt, eingespannt in die Magnetsonde, die die Wasserversorgung von Pflanzen misst. Foto: Ulrich Zimmermann. Universität Würzburg

Durstige Pflanzen senden Notrufe

Ob bei Reben im Weinberg oder bei Tomaten im Gewächshaus: Wie gut Pflanzen mit Wasser versorgt sind, stellt eine neuartige Magnetsonde fest, die einfach an die Blätter geklemmt wird. Sie verheißt Einsparpotenziale bei der Bewässerung und eine geringere Bodenversalzung.

mehr bei der Uni Würzburg

2.12.2009

In Schale geworfen: Netzwerke aus Chitinfilamenten bilden Silikatschale der Kieselalgen

Ein ganzer Mikrokosmos bizarr geformter Lebewesen eröffnet sich, wenn man Kieselalgen, den Hauptbestandteil des marinen Phytoplanktons, unter dem Mikroskop betrachtet. Die regelmäßig strukturierten Silikatschalen dieser einzelligen Kleinstlebewesen haben es Wissenschaftlern angetan, denn sie sind natürliche Hybridmaterialien und haben außergewöhnliche mechanische und optische Eigenschaften. Wie das Team um Professor Eike Brunner der TU Dresden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Angewandte Chemie" berichtet, fanden sie ein organisches Netzwerk aus miteinander vernetzten Chitinfasern.

mehr bei der TU Dresden

2.12.2009

Vertreter des Max-Planck-Instituts aus Jena auf der Klimakonferenz in Kopenhagen

Das Max-Planck-Institut für Biogeochemie erforscht die globalen Stoffkreisläufe mit dem Ziel, Änderungen und das komplexe Zusammenspiel der Erdsystemkomponenten aufzuklären und verlässliche Klimaprognosen zu erstellen. Michael Huettner, der im Rahmen seiner Promotion als Gastforscher am MPI-BGC arbeitet, fährt als Beobachter zur COP15.

mehr beim idw

1.12.2009

Debatte
Grüne Gentechnik

Kontroverse um Auswirkungen von Gentech-Pflanzen auf den Pestizideinsatz

In den ersten 13 Jahren seit ihrer Einführung in den USA sollen gentechnisch veränderte Nutzpflanzen für einen um 145'000 Tonnen gestiegenen Pestizidverbrauch verantwortlich sein. Zu diesem Schluss kommt eine im November erschienene Studie des US-amerikanischen "Organic Center", einer Interessensvertretung für die Bio-Landwirtschaft. Verfasser des Papiers ist Charles Benbrook, der Chefwissenschaftler der Organisation. Offenbar entspricht dieses Fazit den Erwartungen breiter gentech-kritischer Kreise in Europa – die Studie wurde in kürzester Zeit von vielen Medien aufgegriffenen. Nun wird sie kritisch hinterfragt.

Details beim VBIO

1.12.2009


Wenn sich die Schließzellen (links) ausdehnen, öffnet sich der Kanal (rechts). Fotos: Lehrstuhl für Molekulare Pflanzenphysiologie und Biophysik, Uni Würzburg

Wie Pflanzen Wasser sparen

Weniger Niederschläge, höhere Temperaturen: Auch Pflanzen leiden unter dem Klimawandel. Wie sie dennoch längere Trockenperioden überstehen, erforscht der Biologe Rainer Hedrich an der Uni Würzburg. In der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift Proceedings stellt er seine Ergebnisse vor.

mehr bei der Uni Würzburg

1.12.2009


Die Antarktis ändert sich. Foto: AWI.

Erster Internationaler Antarktis-Bericht

Der erste umfassende Bericht über den Stand des Klimas in der Antarktis und seine Beziehung zum globalen Klimasystem wurde heute vom Wissenschaftlichen Ausschuss für Antarktisforschung (Scientific Committee on Antarctic Research - SCAR) in London veröffentlicht. Einer der zehn wichtigsten Punkte im Bericht belegt die rasche Zunahme der Pflanzengesellschaften auf der antarktischen Halbinsel.

Kurzfassung des
Alfred-Wegener-Instituts (AWI)

ganzer Bericht (pdf-Datei)

jüngere und ältere Meldungen finden Sie über das Archiv