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Deutsche Botanische Gesellschaft e. V.

Fachinformationen der DBG
Herausgegeben im Auftrag des Vorstandes der DBG von 
Prof. Dr. Chr. Wilhelm, Leipzig,
E-Mail, Tel: ++49-(0) 341-9736874

Tagung der Sektion Mykologie und Lichenologie der DBG
in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Mykologie
(1.-3.10.2012)

Actualia 17.1.2013

Bericht von Prof. Dr. Dominik Begerow, Ruhr-Universität Bochum [ 1]

Im Oktober fand die internationale Drei-Länder-Tagung als gemeinsame Veranstaltung der Sektion Mykologie und Lichenologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) und der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM [2]) statt. Tagungsort war die Klosteranlage Drübeck im Schatten des Brocken. Unter den 163 nationalen und internationalen Teilnehmern war besonders die Gruppe der Nachwuchswissenschaftler stark vertreten; viele Doktoranden nutzen die Chance ihre Daten zum ersten Mal einer breiteren Fachwelt vorzustellen.


Während der Tagung im Kloster erregte die Ausstellung der gesammelten
Großpilze des Harzes das Interesse der Fachwelt. Foto: René Prior

Die Tagung wurde eröffnet mit einem Vortrag von Kevin. D. Hyde (Mae Fah Luang University, Thailand) mit dem Titel „Exciting times for Fungus the Bogeyman“.

Fünf Themenblöcke

Darauf folgten thematische Symposien, die mit insgesamt 28 Vorträgen das ganze Spektrum der Mykologie abdeckten. Jedes Thema wurde durch einen international herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in einer Keynote eingeleitet:

  1. Systematics and Evolution:
    Cecile Gueidan (Natural History Museum London): Lichenization: an alternative survival strategy for rock-inhabiting fungi?
  2. Organismic Interactions:
    Jan Schirawski (RWTH Aachen): Effectors of the head smut fungus Sporisorium reilianum: Host selection and symptom development
  3. Ecology and Biodiveristy:
    Derek Peršoh (Ludwig-Maximilians-Universität München) : Functional diversity and ecology of litter degrading fungi
  4. Applied Aspects of Mycology:
    Holger Zorn (Justus-Liebig-Universität Gießen):  Novel Enzymes from Basidiomycetes for White Biotechnology and Food Biotechnology – from Screening to Downstream Processing
  5. Funga Germany: 
    Jacob Heilmann-Clausen (University of Copenhagen,): Citizen science in a megadiverse group - experiences from mapping basidiomycetes in Denmark

Am Abend des ersten Tages war zudem Zeit ein großes Come-Together, bei dem vor allem die Poster im Mittelpunkt standen und ausführlich diskutiert wurden.

Nur Bruchteil der Mykoflora bekannt

Ein Schwerpunkt dieser Tagung lag sicherlich auf systematischen und evolutiven Fragestellungen, da dieser Bereich eine starke Tradition in der deutschen Forschungslandschaft hat. Hier hat sich der Trend der letzten Jahre verfestigt, klassisch taxonomische Arbeiten durch molekulare Daten zu unterstützen bzw. zu überprüfen. Jedoch spiegelte sich in den unterschiedlichen Symposien auch die thematische Breite wider, die innerhalb der deutschen Mykologie vermehrt abgedeckt wird. Ein immer wichtigerer Bereich ist die Biodiversitätsforschung mit Hilfe kulturunabhängiger, neuer Sequenziertechnologien. Hierbei zeigte sich einmal mehr, dass selbst in einem gut untersuchten Land wie Deutschland nur ein Bruchteil der eigentlichen Mykoflora bekannt ist.

Ein weiteres Thema, dass in Zukunft sicher noch mehr an Bedeutung gewinnen wird, ist die systematische Suche nach Einsatzmöglichkeiten von Pilzen in biotechnologischen Anwendungen. Hier stehen Pilze als Produzenten von unterschiedlichsten Enzymen und sekundären Inhaltsstoffen im Fokus.

Diskussion: Soll der Code geändert werden?

Im fünften Symposium, das gleichzeitig auch der Auftakt für die Exkursionstagung mit vielen Amateur-Wissenschaftlern war, stellten alle Rednerinnen und Redner sammlungsrelevante Themen vor und der Vortrag von Uwe Braun (Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg) über die Änderungen des botanischen Codes in Bezug auf die Beschreibung neuer Arten wurde besonders kontrovers diskutiert.

Neben der wegweisenden wissenschaftlichen Tagung, wurde im Rahmen eines Runden Tisches auch über die Zukunft der Mykologie in Deutschland diskutiert. Ergebnis der Diskussion ist eine weitere Fokussierung auf gemeinsame Ziele und engere Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Gesellschaften. Daran wird sich die Sektion Mykologie und Lichenologie weiterhin stark beteiligen. Die anschließende Exkursionstagung war ein weiteres Beispiel für die gelungene Zusammenarbeit zwischen den Pilzkennern aus dem Profi- und Amateurlager. Für die Materialbeschaffung und Informationen über die Verbreitung von Pilzen sind die universitären Mykologen mehr denn je auf Hilfe angewiesen. Die Pilzschau (siehe Bild oben) zeigt nur einen kleinen Ausschnitt aus der Mykoflora des Harzes.

Bochum, im Januar 2013

Zum Thema auf den DBG-Seiten
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Zum Thema im Internet
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[1]

Prof. Dr. Dominik Begerow, AG Geobotanik, Ruhr-Universität Bochum (RUB) www.ruhr-uni-bochum.de/geobot/

[2]

Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) www.dgfm-ev.de/

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